Reformierte LITHURGIE-eine ordentliche Hilfe für die Einheit der Gemeinde, von ArchBishop Uwe AE.Rosenkranz

»Reformierte Liturgie« – digital
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0202-755111 oder 0202-2750086) gerne zur Verfügung.
Jörg Schmidt

Reformierte Liturgie
Gebete und Ordnungen
für die unter dem Wort
versammelte Gemeinde
im Auftrag des Moderamens
des Reformierten Bundes
erarbeitet und herausgegeben von
Peter Bukowski
Arend Klompmaker
Christiane Nolting
Alfred Rauhaus
Friedrich Thiele
© 1999
foedus-verlag, Wuppertal / Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn
unbeschadet der Rechte der verschiedenen Lizenzgeber (s. Quellen, S. 627ff)
Satz: j.s.
Druck und buchbinderische Verarbeitung:
Breklumer Druckerei Manfred Siegel KG
Printed in Germany
ISBN 3-932735-36-6 (foedus-verlag)
ISBN 3-7887-1777-7 (Neukirchener Verlag)
Die Deutsche Bibliothek – CIP-Einheitsaufnahme
Reformierte Liturgie : Gebete und Ordnungen für die unter dem
Wort versammelte Gemeinde / im Auftr. des Moderamens des
Reformierten Bundes erarb. und hrsg. von Peter Bukowski … –
Wuppertal : Foedus, 1999
ISBN 3-932735-36-6 (Foedus-Verl.)
ISBN 3-7887-1777-7 (Neukirchener-Verl.)
Reformierte Liturgie

Geleitwort
Nach drei Auflagen des »Kirchenbuches – Gebete und Ordnungen für
die unter dem Wort versammelte Gemeinde« (zuletzt 1983) liegt nun
eine neue Agende vor. Sie trägt den Titel Reformierte Liturgie. Sie bietet
Orientierung und Hilfe für die Gestaltung und Feier der Gottesdienste,
für die stimmige Komposition des Ganzen, für die überlegte
Abfolge der einzelnen Schritte. Sie bietet Material für die einzelnen Elemente
des Gottesdienstes, bietet hier Variationen, dort eine reiche Auswahl.
Ordnungen und Angebote für die Kasualien, für Gottesdienste
aus besonderem Anlass gehören dazu.
Reformierte Liturgie? Gemeint ist selbstverständlich »evangelischreformiert
«. »Wir Reformierte haben keine Liturgie«, sagen manche. Und
so feiern gelegentlich sorglose Beliebigkeit und Willkür fröhliche
Urständ, fristet unbedachte Schlampigkeit ihr kärgliches Dasein. »Die
Reformierten habe keine Liturgie«, – so sagen andere in gehörigem Abstand.
Und sie unterstellen reformiert geprägten Gottesdiensten dürftige
Armut. »Reformiert« gefeierten Gottesdiensten eignet hohe Konzentration.
Das Wort Gottes im Alten und Neuen Testament, das unverwechselbare
Evangelium, die lebendige Verkündigung befreien zu solcher
Sammlung. Das Hören und Reden, das Singen und Schweigen im
Gottesdienst sind höchst anspruchsvoll und doch keine Bürde. Sie
sind reich auch in gelegentlich schlichter Form, setzen so das Denken
und Fühlen, das Tun in Bewegung, führen Menschen in der Gegenwart
des Heiligen Geistes zueinander. Solche Konzentration auf das Lebensnotwendige
lehrte, auch in Zeiten der Verfolgung und Anfechtung,
manchem verschwenderischen Luxus, mancher Üppigkeit zu misstrauen.
Aber gerade in dieser Konzentration geht es um den Reichtum der
Botschaft, um eine begründete Ordnung, um das vielstimmige Miteinander
der Gemeinde, um den Chor der vielen Stimmen und um die
Einladung einzustimmen, sich inmitten der versammelten Gemeinde
gut aufgehoben zu finden.
Die Reformierte Liturgie wird in allen reformierten Kirchen und
Gemeinden Deutschlands in Gebrauch genommen. Diese Weite ist
neu. Hier ist sie verpflichtende Agende, dort ist sie orientierendes
Angebot. So findet und stiftet sie Verbindung und Verbindlichkeit. Sie
führt nicht ins konfessionalistische Abseits, sie hält die Dankbarkeit für
das, was in eigener Tradition überzeugend gewachsen und gegenwärtig
hilfreich ist, lebendig und tut sich um in ökumenischer Aufgeschlossenheit
und Regsamkeit. Hier nehmen wir ebenso dankbar wahr,
dass der Glaube die Grenzen der Sprachen überwindet und die Grenzen
der Kirchentümer relativiert.
Die Reformierte Liturgie kommt nicht als Verordnung daher. Sie
gängelt nicht, sie will überzeugen, gewinnen und helfen. Das hat sich
Geleitwort
7
schon in den Monaten der ersten Erprobung und der Rezeption
bewährt. Und: Sie lädt zum Gespräch über den Gottesdienst ein, der in
jeder Hinsicht in der Beteiligung vieler lebendig ist. Zur Erläuterung
des Angebotes, zum verantwortlichen Nachdenken, Entscheiden,
Gestalten, zum begleitenden Gespräch ist die liturgische Didaktik, die
alle Stücke der Reformierten Liturgie begleitet, eine wertvolle Hilfe.
So wehrt die Reformierte Liturgie der Versuchung, dass sich die, die
für die Gottesdienste besondere Verantwortung tragen, ungebührlich
ins Eigene verlieben oder unzuträglich ins Eigene versponnen sind.
Ebenso hält sie die Bitte um den Heiligen Geist lebendig. Sie widerspricht
der Neigung zu ungutem Subjektivismus: Er würde die Gemeinde
denen ausliefern, die den Gottesdienst »halten«. Solch falscher Subjektivismus
trägt die Gesichter der peinlichen Geschwätzigkeit, des persönlichen
Überschwangs, der Dürftigkeit der nur eigenen Anliegen, Gedanken,
Sprachformen.
Der Arbeitsgruppe, die mit viel Freude und Mühe im Auftrag des Moderamens
des Reformierten Bundes, von Peter Bukowski moderiert
und inspiriert, die Reformierte Liturgie erarbeitet hat und nun vorlegt,
gebührt hoher Dank. Hier wurde überlegt, formuliert, gesammelt und
arrangiert. Kritische Begleitung wurde aufmerksam gehört. Wo sammelnd
aus vielen Quellen geschöpft wurde, wo vielfältig Anregungen
fruchtbar geworden sind, zieht unser Dank weitere Kreise.
Im Vorwort zur dritten Auflage des »Kirchenbuches« hieß es: »Unter der
Zusage unseres Herrn, dass er in der Versammlung derer gegenwärtig
ist, die in seinem Namen zusammenkommen, sind uns Freiheit und
Grenzen für unser gottesdienstliches Tun gegeben.« So bleibt es. An
der Schwelle zu einem neuen Jahrhundert trauen wir dieser Zusage
und wissen, dass »gottesdienstliches Tun« eine schöne und kostbare
Aufgabe ist, die ihren Ort in der Mitte des Lebens der Gemeinde hat.
Solche Verheißung begegnet uns vielversprechend in der Jahreslosung
des Jahres 2000 n. Chr.: »Gott spricht: Ihr werdet mich suchen und finden,
denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will
ich mich von euch finden lassen.« (Jer. 29,13f.)
Detmold, Leer, Emlichheim, im Herbst 1999
Gerrit Noltensmeier
Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche
Walter Herrenbrück
Landessuperintendent der Evangelisch-reformierten Kirche (Synode
ev.-ref. Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland)
Habbo Heikens
Präses der Synode der Ev.-altreformierten Kirche
Geleitwort
8
Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken
und lobsingen deinem Namen, du Höchster,
des Morgens deine Gnade
und des Nachts deine Wahrheit verkündigen.
Ps 92,2-3

Inhalt
Geleitwort 7
Inhalt 11
Einführung 15
Gottesdienst 21
Gottesdienstordnung 33
Ordnung des Gottesdienstes – Erste Form 37
Ordnung des Gottesdienstes – Zweite Form 41
Ordnung des Gottesdienstes – Dritte Form 45
Gottesdienst in anderer Gestalt 49
Gottesdienst mit Kindern 51
Gottesdienstverlauf 53
Verlauf eines Gottesdienstes – Erste Form 55
Verlauf eines Gottesdienstes – Zweite Form 61
Verlauf eines Gottesdienstes – Dritte Form 67
Gottesdienstliche Texte 73
Eingangsworte 77
Gottes Gebot 89
Eingangsgebete mit Sündenbekenntnis 97
Eingangsgebete mit Sündenbekenntnis
zum Kirchenjahr 117
Eingangsgebete mit Sündenbekenntnis
zu Themen und Anlässen 141
Gnadensprüche 155
Gebete vor der Schriftlesung 169
Worte nach der Schriftlesung 177
Glaubensbekenntnisse und Lehrstücke 183
Abkündigungen und Bekanntmachungen 203
Dankgebete und Fürbitten 211
Dankgebete und Fürbitten zum Kirchenjahr 223
Dankgebete und Fürbitten zu Themen und Anlässen 257
Dank und Fürbitte anlässlich der Geburt eines Kindes 283
Sendung und Segen 291
Inhalt
11
Taufe 301
Kindertaufe 309
Kindertaufe nach einem Formular der Kirche
von Schottland 317
Erwachsenentaufe 325
Gebete zur Taufe 331
Abendmahl 337
Abendmahl – Form A1 347
Abendmahl – Form A2 353
Abendmahl – Form B1 359
Abendmahl – Form B2 367
Abendmahl zu besonderem Anlass 371
Gebete zum Abendmahl 377
Kasualien
385
Konfirmation 391
Konfirmation – Form A 397
Konfirmation – Form B 409
Konfirmation – Form C 415
Gebet zum Konfirmationsjubiläum 419
Wiederaufnahme eines getauften Christen 421
Trauung 429
Trauung – Form A 435
Trauung – Form B 447
Gebet zum Ehejubiläum 451
Trauerbegleitung 453
Andacht im Sterbe- und Trauerhaus 459
Trauergottesdienst 465
Begräbnis 479
Urnenbeisetzung 483
Ordination und Einführung 485
Ordination (und Einführung in eine Pfarrstelle
oder in den ehrenamtlichen Predigtdienst) 491
Einführung in eine Pfarrstelle (in den
ehrenamtlichen Pfarrdienst oder Predigtdienst) 505
Einführung in den Predigtdienst in der
Ev.-altreformierten Kirche 515
Inhalt
12
Verabschiedung eines Pastors / einer Pastorin 525
Einführung und Verabschiedung von Presbytern
und Presbyterinnen 529
Einführung und Verabschiedung von Gemeindegliedern
zur Mitarbeit im Diakonieausschuss 537
Einführung und Verabschiedung von Ältesten
und Diakonen in der Ev.-altreformierten Kirche 545
Vorstellung und Einführung zu Gemeindediensten 555
Beigaben 559
Liturgischer Kalender 561
Liturgischer Kalender – Register 605
Das jüdische Jahr 611
Quellen 627
Inhalt
13
14
Einführung
Mit der Reformierten Liturgie legen wir eine vollständige Neubearbeitung
des Kirchenbuches vor. Der Untertitel verweist auf die Kontinuität:
Wie ihre Vorgängerinnen von 1941, 1951 und 1983 enthält diese
Agende »Gebete und Ordnungen für die unter dem Wort versammelte
Gemeinde«. Durchgehalten hat sich die bewährte Form der Handagende,
die in einem Band Formulare für den Gemeindegottesdienst
samt den Sakramentsfeiern sowie für die wichtigsten Kasualien und
Einführungshandlungen anbietet.
Neu ist der Titel »Reformierte Liturgie«. Ein Blick in den historisch informierenden
Quellennachweis des Kirchenbuches von 1941 zeigt,
dass der Titel »Liturgie« für eine reformierte Agende durchaus Tradition
hat. Der reformierte Theologe Valérand Poullain nannte seine Agende
für die französische Fremdengemeinde in London (1551) und
Frankfurt (1554) »Liturgia sacra«. Jean-Frédéric Ostervald veröffentlichte
für das Fürstentum Neuchâtel eine Agende mit dem Titel »La liturgie
ou la manière de célébrer le service divin«. Die Bezeichnung »Liturgie«
wurde im 19. Jahrhundert von den deutschen und holländischen
Reformierten in Nordamerika aufgenommen, ebenso von den Reformierten
in Frankreich und der französischsprachigen Schweiz, wo sie
bis heute weiter geführt wird. Auch die evangelisch-reformierten Kirchen
der deutschsprachigen Schweiz haben ihre neue, gemeinsame
Agende (erschienen seit 1972) nicht mehr »Kirchenbuch«, sondern
»Liturgie« genannt.
Inhaltlich schien uns dieser Titel geraten, weil er ausdrückt, worum
es in diesem Buch gehen soll: um die reformierte Gestaltung des öffentlichen
Gottesdienstes der Kirche. Genauer gesagt verstehen wir
diese Agende als unseren menschlichen Dienst an dem Geschehen, in
dem Gott selbst den in seinem Namen Versammelten dienend gegenwärtig
ist (s.u. S. 23). Dass der Begriff »Leiturgia« in der antiken Amtssprache
den öffentlichen Dienst für das Gemeinwesen bezeichnet, mag
uns daran erinnern, dass auch unser christlicher Gottesdienst eine
öffentliche Aktion ist, die nicht zuletzt darauf zielt, die Menschen einer
Gesellschaft zu erreichen und ihnen gut zu tun.
In der evangelischen Kirche hat man unter »Liturgie« bisweilen diejenigen
Teile des Gottesdienstes verstanden, die vor und nach der Predigt
zu stehen kommen; Reformierte galten dann als die, die wenig oder
keine Liturgie haben. Sollte der Titel mithelfen, diesem Unverstand entgegen
zu steuern, so wäre das eine willkommene Nebenwirkung!
Wesentliche Neuerungen und Akzente der Reformierte Liturgie seien
im Folgenden aufgeführt.
Einführung
15
1. Mit der Reformierten Liturgie erscheint erstmals eine Agende, die für
alle Mitgliedskirchen des Reformierten Bundes – nach Maßgabe der jeweiligen
Kirchenordnung – verbindlich ist. Deshalb wurden liturgische
Ordnungen und Besonderheiten etwa der Lippischen Landeskirche
oder der Ev.-altreformierten Kirche stärker als bisher berücksichtigt.
Damit die Agende für reformiert geprägte Gemeinden in Unionskirchen
hilfreich ist, wurde auch den Erfordernissen einer unierten Liturgie
Rechnung getragen: Neben einer entsprechenden Gottesdienstund
Abendmahlsordnung enthält die Reformierte Liturgie einen ausführlichen
Liturgischen Kalender, jedoch mit reformierten Akzenten:
Dem Wochenpsalm ist jeweils ein Hinweis auf den gesungenen Reimpsalm
zur Seite gestellt, außerdem wurden dem Proprium jedes Sonntags
eine oder mehrere Fragen des Heidelberger Katechismus zugeordnet.
2. Die Reformierte Liturgie ist ein unpolemisches Buch. Da wir sie als
unseren menschlichen Dienst an der Verheißung Gottes verstehen,
konnte es nicht um das Herausstellen von Unterscheidendem, erst
recht nicht um Abwehr oder gar um Abwertung anderer liturgischer
Traditionen gehen, sondern allein darum, den Wert des Eigenen zu
entdecken, zu wahren und zeitgemäß einzubringen. Wir bemühen uns,
wo es möglich und geboten ist, um Nähe zur liturgischen Arbeit anderer
protestantischer Kirchen. Dankbar haben wir beispielsweise Impulse
und Texte aus der neuen Agende der Evangelischen Kirche von Kurhessen-
Waldeck oder dem »Evangelischen Gottesdienstbuch« (samt
den Vorentwürfen) übernommen. Was letzteres betrifft, so haben wir
uns gerade im Blick auf die Struktur der Gottesdienstordnungen um
Gleichklang bemüht: Die »Erste Form« der Reformierten Liturgie ist
weitgehend identisch mit der »Grundform II«. Sie ist auch im Evangelischen
Gesangbuch für Rheinland, Westfalen und Lippe abgedruckt.
3. Die Reformierte Liturgie enthält eine umfangreiche Gebetssammlung.
Wir hoffen, dass sie im Gottesdienst Verwendung findet, durchaus
in eigener Überarbeitung. Es gibt in der ganzen Christenheit kaum ein
liturgisches Konzept, welches von den Verantwortlichen mehr Kompetenz
verlangt als das reformierte. Nicht einmal bei der Zusammenstellung
der Lesungen und Lieder kann sich der ›wirklich‹ Reformierte der
Weisheit seiner Kirche anvertrauen, denn er hat ja die »freie Textwahl«!
So galt und gilt es bei vielen als Tugend, auch alle Gebete selbst zu formulieren.
Das ist ein ausgesprochen anstrengendes Konzept, welches
manche überfordert. Freiheit kann umschlagen in Unüberschaubarkeit
und Beliebigkeit, die die gottesdienstliche Kommunikation behindert,
und Qualität ist im Gottesdienst ein höherer Wert als Originalität.
Die Reformierte Liturgie will an dieser Stelle nicht zur Uniformität,
wohl aber zur Orientierung beitragen. Im Vergleich zu den früheren
Ausgaben des Kirchenbuches hat der Anteil neuerer Gebete deutlich zu-
Einführung
16
genommen. Wir stellen uns damit der Aufgabe, heutiges Leben theologisch
verantwortet und wirklichkeitsgerecht betend vor Gott zu bringen.
Einen Leitsatz aus dem »Book of Common Order« der Church of
Scotland fanden wir beim Verfassen, Auswählen und Überarbeiten von
Gebeten besonders hilfreich: Zeitgemäße Gebetssprache sei »simple,
fresh, relevant, not too doctrinal in tone or unreal in expression«.
4. Wie ihre Vorgängerinnen ist die Reformierte Liturgie im Gespräch
mit reformierten Geschwisterkirchen entstanden. Wo es uns ratsam erschien,
haben wir ihre Agenden beerbt. Man muss die deutschen Grenzen
nur um wenige Kilometer überschreiten, um liturgisches Gut zu
finden, welches hierzulande bisweilen noch als reformiertem Gottesdienstverständnis
unangemessen angesehen wird. So findet sich die an
der Messform orientierte Ordnung des Abendmahls (siehe Abendmahl
Form B1) in Band III von »Liturgie«, dem Agendenwerk der reformierten
Kirchen der deutschsprachigen Schweiz. Freilich kann liturgische
Aufmerksamkeit nicht bei der Ökumene der eigenen Kirchenfamilie
stehenbleiben, und so enthält die Reformierte Liturgie auch Gebete
anderer Konfessionen.
5. Eine Agende hat dem, was der Kirche an neuer theologischer Erkenntnis
und Einsicht zugewachsen ist, Rechnung zu tragen. Deshalb
bemüht sich die Reformierte Liturgie darum, der Erneuerung des Verhältnisses
von Juden und Christen liturgisch gerecht zu werden. Die
besondere Schuld der deutschen Kirchen gegenüber den Juden muss
hier ebenso im Blick sein wie das Bekenntnis zur bleibenden Erwählung
Israels. Das gilt für liturgische Grundsatzfragen, für die Gebete
und für besondere Themen und Anlässe (Israelsonntag; Shoah-Gedenken).
Die Übersicht über die wichtigsten jüdischen Fest- und Gedenktage
schlägt eine Brücke zum gottesdienstlichen Leben der jüdischen
Gemeinden und erinnert uns an die Ursprünge eigener Feste.
6. Die Reformierte Liturgie bemüht sich um nicht-ausgrenzende Sprache
(inclusive language). Dabei geht es um mehr als nur um das Vermeiden
einzelner frauenfeindlicher Stereotype. Das gesamte gottesdienstliche
Sprachverhalten muss formal wie inhaltlich der Tatsache
Ausdruck verleihen, dass das Volk Gottes aus Männern und Frauen besteht,
denen Gott gleiches Recht und gleiche Würde zugedacht hat. Die
Bibel bezeugt Gott selbst in männlichen und weiblichen Bildern – auch
dem gilt es Rechnung zu tragen. Schließlich weist die Forderung nach
nicht-ausgrenzender Sprache über das Verhältnis von Männern und
Frauen hinaus. Es geht um den achtsamen Umgang mit An-den-Rand-
Gedrängten, mit Minderheiten.
7. Die Reformierte Liturgie will liturgisch orientieren. Das kann sie
nur, wenn sie in möglichst vielen Gemeinden in Gebrauch ist. Das ist
Einführung
17
durch Synodenbeschlüsse noch nicht gewährleistet, denn Akzeptanz
lässt sich nicht per Beschluss herbeiführen.
Deshalb ist die Reformierte Liturgie auf möglichst breiten Konsens
angewiesen. Darin unterscheidet sie sich vom ebenfalls notwendigen
gottesdienstlichen Experiment, welches in einer konkreten Situation
gewagt sein will! Allerdings muss auch eine Agende in strittigen Fragen
Position beziehen. Das führt zu einem grundsätzlichen Problem. Denn
je profilierter die Position, desto gefährdeter ist die allgemeine
Zustimmung. Deshalb liegt die besondere Herausforderung einer
Agende darin, die Balance herzustellen zwischen Positionalität und
Konsensfähigkeit.
Im Bedenken der gegenwärtigen Gesprächslage schien es uns darum
geboten, in einem Gebet, das die Partnerschaft von Mann und Frau
thematisiert, auch gleichgeschlechtlich liebende Menschen ausdrücklich
in die Fürbitte miteinzuschließen. Wir hielten es aber im Blick auf
die Konsensfähigkeit für nicht möglich, ein Formular für die Segnung
homosexueller Paare aufzunehmen, obwohl drei unserer Mitgliedsgemeinden
nach ausführlicher Diskussion eine Segenshandlung für homosexuelle
Paare beschlossen haben.
In diesem wie in anderen strittigen Fällen gibt es keine einfachen
Lösungen, weil Entscheidungen zu treffen sind, die mit dem je eigenen
Glauben und Bekennen zu tun haben. Wir hoffen, dass uns die Balance
zwischen Positionalität und Konsensfähigkeit gelungen ist und wünschen,
dass in Auseinandersetzungen um gottesdienstliche Handlungen
diese beiden Pole im Blick bleiben.
8. In den vergangenen Jahrzehnten ist manches geschehen, um die
Gaben der Vielen im Gottesdienst zur Geltung zu bringen. Dennoch
hat reformierte Gottesdienstpraxis an dieser Stelle immer noch Nachholbedarf.
Die aktive Beteiligung der Gemeinde am gottesdienstlichen
Geschehen ist wichtig. Weil die Reformierte Liturgie aufgrund ihrer Anlage
wenig Raum für ausgeführte Gestaltungsmodelle lässt, möchten
wir an dieser Stelle ausdrücklich dazu auffordern, Gemeindeglieder an
der Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes zu beteiligen,
nicht nur an den Stellen, an denen der Gemeindepart eigens vermerkt
ist, sondern auch darüber hinaus: Wer die Gabe hat zu lesen, möge lesen.
Wer die Gabe hat zu beten, möge beten. Wer die Gabe hat auszulegen,
möge an der Auslegung beteiligt werden. Wir haben bei der Erarbeitung
der Reformierte Liturgie auch Presbyterien und am Gottesdienst
interessierte Gemeindegruppen im Blick gehabt, die diese Agende
zur liturgischen Unterweisung und zum liturgischen Gebrauch zur
Hand nehmen können. Nicht zuletzt ihretwegen enthält die Reformierte
Liturgie ausführliche liturgiedidaktische Hinweise.
Wir, die Herausgeber und die Herausgeberin, haben als »Projektgruppe
Reformierte Liturgie« unsere Arbeit im Januar 1996 aufgenommen. Wir
Einführung
18
konnten an Vorarbeiten anknüpfen, die der Liturgieausschuss des Reformierten
Bundes geleistet hat. Ihm gehörten außer den Herausgebern
an: Martin Filitz, Dr. habil. Matthias Freudenberg, Prof. Dr. Alasdair
Heron, Alfred Mengel, Jürgen Reuter, Dr. Friedrich Thiele (Leitung)
und Prof. Alexander Wagner. Dr. Martin Heimbucher stellte die
Verbindung zum Liturgieausschuss der Lippischen Landeskirche her, er
hat zeitweise in der Projektgruppe mitgearbeitet.
Wie das Quellenverzeichnis ausweist, haben einige Personen dieser
Agende in besonderer Weise mit eigenen Beiträgen zugearbeitet.
Die Liturgiedidaktik stammt von Dr. Alfred Rauhaus. Gebete, die
hier erstmals veröffentlicht werden, verfassten Annette Böckler, Sylvia
Bukowski und Achim Reinstädtler. Sylvia Bukowski hat über die eigenen
Gebete hinaus auch im Blick auf andere Texte wertvolle Hinweise
zur Sprachgestaltung gegeben, ebenso Dr. Corinna Dahlgrün. Die Informationen
zum Jüdischen Jahr sind das Gemeinschaftswerk von Dr.
Edna Brocke, dem jüdischen Mitglied des Juden-Christen-Ausschusses
des Reformierten Bundes, und Dieter Krabbe. D. Dr. Ako Haarbeck
nahm die Zuordnung der Fragen des Heidelberger Katechismus zu den
Sonntagen des Kirchenjahres vor. Ihnen allen sei herzlich gedankt.
Dank gebührt auch den Inhaberinnen und Inhabern von Rechten an
Texten, die uns die Erlaubnis zum Abdruck erteilt haben; namentlich sei
die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck genannt, von deren
Agende wir neben zahlreichen Texten, die das Quellenverzeichnis ausweist,
auch die besondere Gestalt der Perikopenordnung im Liturgischen
Kalender übernommen haben.
Viele kirchliche Gremien, Gruppen und Einzelpersonen haben auf
den Entwurf der Reformierten Liturgie mit ausführlichen Stellungnahmen
reagiert und dadurch die Endgestalt mitgeprägt. Unverzichtbare
Hilfe bei der Auswertung des Materials und der redaktionellen Arbeit
leistete Christiane Münker.
Um das Korrekturlesen haben sich Almut Hammerstaedt-Löhr, Friederike
Kugler sowie Sascha Sommershof und Diana-Marlen Zacharias
verdient gemacht; letztere haben außerdem mit viel Spürsinn bei der Erstellung
des Quellenverzeichnisses geholfen.
Für die abschließende Korrektur des gesamten Werkes gebührt der
Dank Dr. Gesine von Kloeden.
Dem Schriftleiter der Reformierten KirchenZeitung, Jörg Schmidt,
danken wir für das Layout und die verlässliche verlegerische Betreuung.
Wuppertal, im Herbst 1999
D. Peter Bukowski
Moderator des Reformierten Bundes
Einführung
19
Abkürzungen und Zeichen
Abkürzungen
G Gemeinde
L Liturg / Liturgin
P Pastor / Pastorin
Ä Ältester / Älteste
Presbyter / Presbyterin
Zeichen
[ ] fakultative Texte oder Stücke
< > Stück entfällt, wenn es an anderer Stelle vorkommt
* Trennzeichen zwischen Texten zur Auswahl
Der Stern entfällt zwischen Bibeltexten zur Auswahl
Oder: verweist auf Text- oder Formulierungsalternativen
Psalm »Psalm« in Verbindung mit Lied bezeichnet durchgängig
den gesungenen Reimpsalm
Abkürzungen
und Zeichen
20
Gottesdienst

Einführung
Die Feier des Gottesdienstes ist der grundlegende Lebensvollzug der
christlichen Gemeinde. Er ist nicht ihr einziges Lebenszeichen: Die
christliche Gemeinde lebt auch in Seelsorge und Unterweisung, im
sozialen Handeln für andere Menschen (Diakonie), im öffentlichen
Hineinwirken in die Gesellschaft, in der Beteiligung an den Bildungsprozessen
der Gesellschaft, in der Formung und Durchführung ihrer
eigenen institutionellen Gestalt als kirchliche »Körperschaft« und,
nicht zuletzt, im Alltag jedes Christen und jeder Christin. Dennoch besteht
der grundlegende Lebensvollzug der christlichen Gemeinde darin,
dass sie regelmäßig und immer wieder Gottesdienstgemeinschaft
wird.
Alle Formulare in der Reformierten Liturgie sind Gottesdienstordnungen.
Dieser erste Hauptteil bietet die Ordnungen für den sonntäglichen
Gemeindegottesdienst.
Um der Gestaltung des Gemeindegottesdienstes zu dienen und allen
Beteiligten zu einem verstehenden Mitvollzug des eigenen Handelns
zu helfen, werden in diesen Vorbemerkungen einige theologische
Überlegungen und praktische Hinweise für die Feier des Gottesdienstes
gegeben. Diese Ausführungen haben keinen normativen Charakter.
Sie suchen vielmehr das reflektierende Gespräch mit allen, die
für die Gestaltung von Gottesdiensten Verantwortung tragen.
Gottes Dienst
Die Versammlung der Gemeinde zum Gottesdienst steht im Zusammenhang
des gesamten Handelns Gottes an seiner Welt.
Gottes Wirken ist nicht nur der Gemeinde, sondern der ganzen
Schöpfung zugewandt. Sein Glanz erleuchtet die Welt. Sie ist der
Schauplatz seiner Herrlichkeit. Er zeigt seine Hoheit in der erbarmenden
Zuwendung zu den Geringen. Er sucht seine Ehre darin, dass er
seiner Schöpfung dient: Er erhält sie unablässig im Dasein und erfüllt
sie mit der Kraft seines Lebens. Der von ihm ausgehende Segen
schließt uns Menschen mit allen anderen Geschöpfen zusammen und
stellt uns in die Gesamtheit des Geschaffenen hinein.
Der Gottesdienst ist der Ort, wo Gott sich insbesondere uns Menschen
zuwendet. Wir kommen zusammen, weil Gott uns dienen will.
Die Ordnung des Gottesdienstes gibt der Zuwendung Gottes zu uns
Menschen Raum und Gestalt.
Im Gottesdienst wendet sich Gott auf zweierlei Weise seiner Gemeinde
zu: indem er zu uns spricht und indem er auf uns hört.
Gott spricht zu der hörenden Gemeinde von dem Weg, den er in
der Erwählung Israels und in der Sendung des Sohnes mit allen Menschen
gegangen ist. Er erzählt die Geschichte, die uns trägt. Er redet zu
Einführung
23
uns, damit wir glauben, hoffen und lieben können. Er spricht mit uns
über unser Leben. Er gibt unserem Handeln Orientierung. Er erinnert
uns an die Zukunft, die er seiner Schöpfung zugedacht hat und uns mit
ihr. Im Wort der Predigt, in den Lesungen aus der Heiligen Schrift und
im »sichtbaren Wort« von Taufe und Abendmahl spricht Gott zu uns.
Der dreieinige, uns in Jesus Christus gnädig zugewandte Gott ist durch
seinen Heiligen Geist im Gottesdienst der Handelnde: Er predigt, er
tauft, er ruft uns an seinen Tisch.
Gott dient seiner Gemeinde und allen Menschen im Gottesdienst
auch darin, dass er auf uns hört. Er hört uns an, wenn wir zu ihm beten,
wenn wir vor ihm singen, wenn wir uns zu ihm bekennen. Mit unserem
Bitten und Klagen und mit Worten der Fürbitte wenden wir uns
an den Gott, der uns Menschen dienen will. In unserem Danken und
im Lobpreis unserer Lieder und unseres Bekennens leuchtet seine
Herrlichkeit im Spiegel menschlicher Worte und menschlicher Musik
auf. Er lässt uns einstimmen in den Lobgesang, der ihm von allen Geschöpfen
der sichtbaren und der unsichtbaren Welt dargebracht wird
und der ohne Ende ist.
Im Gottesdienst sind wir immer Empfangende, selbst da, wo wir
etwas für andere tun. Gottes Zuwendung zu uns ermöglicht unsere
»Antwort«, unsere Hinwendung zu ihm und zu den Mitmenschen.
Das hier entfaltete Gottesdienstverständnis setzt einen etwas anderen Akzent
als eine Auffassung, die den Gottesdienst überwiegend von der in ihm
geschehenden religiösen Kommunikation zwischen den Teilnehmenden
her begreift. Dabei wird nicht in Abrede gestellt, dass im Gottesdienst eine
solche Kommunikation geschieht. Sie ist jedoch nicht der Grund, sondern
eine Folge des eigentlichen gottesdienstlichen Geschehens, des Dienstes
Gottes an seiner Gemeinde.
Das hier entfaltete Gottesdienstverständnis setzt ebenfalls einen etwas
anderen Akzent als jene Auffassung, die im Gottesdienst eine bipolare
Struktur von göttlichem Reden und menschlichem Antworten erkennt. Die
göttliche Zuwendung selbst hat eine bipolare Struktur: Sie ist ein Zugleich
von göttlichem Hören und göttlichem Reden. Unstreitig ist dabei, dass dieser
zweifachen Zuwendung Gottes zu uns Menschen auch ein zweifaches
Sich-Verhalten der Menschen zu Gott entspricht. Dabei soll jedoch jeder
Gedanke an ein Einwirken der Menschen auf Gott vermieden werden, das
nicht schon von seiner vorhergehenden Zuwendung zu uns umgriffen
wäre. Dieses Verständnis löst sich zugleich aus einer oftmals als für den
reformierten Gottesdienst typisch bezeichneten Struktur von »Wort und
Antwort«.
Das Geheimnis des Gottesdienstes liegt in dem Wunder der doppelten
Zuwendung Gottes, das im biblischen Wort so formuliert wird:
»Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten, ich ließ
mich finden von denen, die mich nicht suchten. Zu einem Volk, das
meinen Namen nicht anrief, sagte ich: Hier bin ich, hier bin ich! … Und
es soll geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch
reden, will ich hören.« ( Jes 65,1.24; vgl. Röm10,14ff)
Gottesdienst
24
Menschliches Handeln
In der Freiheit seines Geistes nimmt Gott Menschen in Dienst, um zu
uns zu sprechen, wann und wo es ihm gefällt, in Predigt, Lesungen, in
den sichtbaren Handlungen von Taufe und Abendmahl. Andere nimmt
er in Dienst, die in Gebet und Gesang unseren Bitten und unserem
Dank Worte verleihen oder sie mit den Möglichkeiten der Musik zum
Ausdruck bringen.
Auch die Gestaltung des gottesdienstlichen Raumes hilft mit, unser
Herz und unsere Sinne zu öffnen für Gottes Reden und sie auszurichten
auf ihn.
Die theologisch richtige Einsicht, dass im Gottesdienst Gott der Handelnde
ist, darf uns nicht übersehen lassen, dass sich Gottes Dienst an
uns in, mit und unter menschlichem Tun vollzieht. Darum ist es kein
Widerspruch zu dem bisher Gesagten, das Geschehen des Gottesdienstes
auch in der Hinsicht zu bedenken, dass es ein von Menschen gestaltetes
und darum zu verantwortendes Tun ist. So ist das Halten einer Predigt
auch eine handwerkliche Fähigkeit, die erlernt werden kann. Die
Auswahl der Schriftlesungen geschieht nach kundiger Überlegung. Die
Gestaltung der Taufe oder die Durchführung der Abendmahlsfeier wollen
daraufhin bedacht werden, ob sie der Sache entsprechen, um die es
geht. Wie ein Eingangsgebet oder ein Fürbittgebet aussehen sollte, lässt
sich beschreiben und kritisch diskutieren. In der musikalischen Gestaltung
des Gottesdienstes kommt menschliches Können zum Tragen.
Darum kann der Gottesdienst auch als menschliches Kommunikationsgeschehen
betrachtet werden, ohne deshalb aufzuhören, Gottes Dienst
an uns zu sein. Gerade weil wir überzeugt sind, dass die heilvolle Zuwendung
Gottes zu uns weder durch menschliche »Inszenierung« des
Gottesdienstes noch durch eine besondere Qualität (Weihe) der handelnden
Personen bewirkt werden kann, sollen wir unser menschliches
Handeln im Gottesdienst auf möglichst sachgemäße und – im recht verstandenen
Sinne – wirkungsvolle Weise zu gestalten suchen.
Gemeinschaftliches Tun
Es ist ein Kennzeichen des evangelischen Gottesdienstes, dass an seiner
liturgischen Gestaltung die gesamte Gemeinde, einzelne Gruppen
aus der Gemeinde und Einzelpersonen beteiligt sind und im gottesdienstlichen
Geschehen zusammenwirken. Evangelischer Gottesdienst
kann nur als »Konzelebration« gestaltet werden: Er kann auf die Gemeinde
als erste und wichtigste Liturgin nicht verzichten. Die elementaren
liturgischen Funktionen der Gemeinde sind das Singen, das
gemeinsame Beten des Unser-Vater-Gebets, das gemeinsame Sprechen
des Glaubensbekenntnisses, das Geben für die Bedürftigen und die
gemeinsame Feier des Abendmahls.
Die Stücke der Liturgie, die von einer einzelnen Person ausgeführt
werden, z.B. Lesungen, Gebete, die Abkündigungen, sollten nach Möglichkeit
auf mehrere Mitwirkende verteilt werden. Wo dies geschieht,
Einführung
25
wird es dem verbreiteten Missverständnis entgegenwirken, dass der
Pastor oder die Pastorin es sei, der oder die den Gottesdienst »hält«. Es
ist gut, wenn der Konzelebrations-Charakter des evangelischen Gottesdienstes
im liturgischen Geschehen sichtbar wird. In einem sorgfältig
gestalteten Gottesdienst können neben der Gemeinde selbst je eine
Person für das Predigen, eine für die Musik, eine für die liturgischen
Rahmenstücke und die Gebete und eine Person für die Lesungen und
die Abkündigungen zusammenwirken. Insofern gehört die Reformierte
Liturgie nicht nur in die Hand von Pastoren und Pastorinnen. Die
»verdeckte« Beteiligung, die in der Vorbereitung des Gottesdienstraumes
besteht und durch den Küster oder die Küsterin ausgeführt wird,
kann noch hinzugerechnet werden. Auch durch die Mitwirkung von
Chören und Instrumentalgruppen erhöht sich die Beteiligung der
Gemeinde am gottesdienstlichen Geschehen.
Es ist guter Brauch, dass liturgische Äußerungen im Stehen vorgetragen
werden. Bei Einzelpersonen ist das selbstverständlich: Bei Gebet,
Lesung, Abkündigungen, Predigt wird niemand im Sitzen sprechen.
Doch gilt die Regel auch für die Gemeinde: Gemeinsam gesprochene
Stücke werden im Stehen gesprochen. Es ist sehr zu erwägen, ob unsere
Gemeinden den guten und liturgisch besseren Brauch anderer reformierter
Kirchen in der Ökumene übernehmen und auch zum Singen
aufstehen könnten. Ihre Rolle als Liturgin im Gottesdienst würde
dadurch verdeutlicht; außerdem singt es sich im Stehen einfach besser.
Gottesdienstliche Musik
In unseren Kirchen wird kaum ein Gottesdienst ohne gottesdienstliche
Musik stattfinden. Der Dienst der Kirchenmusiker und -musikerinnen
steht liturgisch gleichberechtigt neben dem Handeln der Gemeinde
und der Pastoren oder Pastorinnen. Auch darin zeigt sich der konzelebrative
Charakter evangelischen Gottesdienstes. Die liturgische Funktion
der Kirchenmusik kann auch von einem Chor oder einer Instrumentalgruppe
übernommen werden.
Der Dienst des Kirchenmusikers oder der Kirchenmusikerin wie
eines Chores oder einer Instrumentalgruppe kann das liturgische Handeln
der Gemeinde nicht ersetzen. Er kann es aber bereichern und
innerhalb bestimmter Grenzen vertreten. Der Gemeindegesang kann
durch einen Vorsänger oder durch das Spielen der Orgel oder einen
Instrumentalkreis angeführt werden. Eine Bereicherung des Gesanges
tritt ein, wenn die instrumentale Musik nicht bloße Begleitung ist, sondern
durch die Verwendung von Junktim-Sätzen (unter einem Junktim-
Satz versteht man eine musikalische Form, in der ein Instrument oder
ein Chor nicht den Gemeindegesang begleitet, sondern die Gemeinde
die Melodie eines Chorals singt, während das Instrument oder der
Chor andere, dazu passende Musik ausführt) oder durch das abwechselnde
Singen von Gemeindestrophen, Orgel- bzw. Instrumentalstrophen
und Chorstrophen erweitert wird (Alternatim-Praxis).
Gottesdienst
26
Gottesdienstliche Orgel- oder Instrumentalmusik sowie Chorgesang
üben eine liturgische Stellvertretung für die Gemeinde aus, wie es
auch geschieht, wenn eine Pastorin oder ein Liturg das Eingangsgebet
spricht und die Gemeindeglieder äußerlich hörbar oder in ihrem Inneren
dazu ihr »Amen« sagen. Instrumentalmusik und Chorgesang dienen
in erster Linie der Anbetung Gottes; sie stellen eine Form des
Betens dar. Vielen Gemeindegliedern wird es leichter fallen, zu der
Anbetung Gottes durch den Dienst der Musik innerlich »Amen« zu sagen,
wenn die gottesdienstliche Musik in der Fülle der möglichen musikalischen
Formen choralgebunden gestaltet wird. Gottesdienstliche
Vokalmusik kann auch Verkündigungscharakter gewinnen.
Der Gemeindegesang in den reformierten Kirchen nimmt heute an
der Gemeinschaft des gottesdienstlichen Singens in allen evangelischen
Kirchen Deutschlands teil. Äußeres Zeichen dafür ist das gemeinsame
Evangelische Gesangbuch. Von ihren Anfängen her haben
die reformierten Gemeinden das Singen der Reimpsalmen besonders
gepflegt. Die Verwendung der Psalmen verbindet den christlichen Gottesdienst
nicht nur mit dem Gottesdienst Israels, sondern stellt auch
eine gute Ergänzung zum Liedgut der je eigenen Zeit dar, das im Gottesdienst
einen berechtigten Raum einnimmt, aber durch seine Zeitbezogenheit
schnell veraltet. Der Reimpsalm und der reformatorische
Choral geben dem gottesdienstlichen Singen Tiefe und Gewicht und
lassen ihm zugleich Raum für die Musik der Gegenwart.
Gottesdienstliche Zeichen
Die Verbindung des gepredigten Wortes mit begleitenden oder bestätigenden
Zeichen findet sich in der ganzen Bibel. Während das Wort gehört
werden will, wendet sich das Zeichen an andere menschliche Sinne.
Es ist sichtbares, sinnlich wahrnehmbares Wort.
Der christlichen Gemeinde sind zwei Zeichen gegeben: die Taufe
und das Abendmahl. Sie sind von Jesus Christus geboten und mit seiner
Verheißung verbunden. Sie verdeutlichen die Zusage des Evangeliums
und festigen die Gewissheit unseres Glaubens.
In der Geschichte des christlichen Gottesdienstes hat sich neben
Taufe und Abendmahl eine Fülle weiterer Zeichen, Gesten und begleitender
Riten ausgebildet. Die reformierten Kirchen haben davon Abstand
genommen, weil durch weitere Zeichen, Gesten und begleitende
Riten das »sichtbare Wort« von Taufe und Abendmahl verdeckt werden
kann. Die Entfaltung des Gottesdienstes durch Gesten und Zeichen
ist jedoch ein lebendiges Geschehen und nicht für alle Zeiten auf
ein bestimmtes Repertoire festgelegt. Wir sollten darum die Entscheidungen
des Reformationsjahrhunderts nicht in dem Sinne dogmatisieren,
dass im reformierten Gottesdienst neben Taufe und Abendmahl
überhaupt keine weiteren Zeichen oder Gesten einen Platz
haben könnten. Vielmehr ist bei allen, auch bei neuentstehenden Zeichen,
Gesten oder Riten stets das theologische Unterscheidungsver-
Einführung
27
mögen herausgefordert. Es muss in jedem Einzelfall geprüft werden,
ob ein Zeichen oder eine Geste dem doppelten Grundgeschehen des
Gottesdienstes: dem göttlichen Hören und dem göttlichen Reden,
dienen kann oder im Wege steht. Sie sind verwendbar, wenn sie unseren
Glauben auf das Wort lenken, das sie begleiten oder bestätigen,
und nicht auf sich selbst. Gerade die Stärke des Zeichens: seine sinnliche
Wahrnehmbarkeit, kann sowohl Hilfe wie Hindernis zum Glauben
sein.
Zu den gottesdienstlichen Zeichen gehört auch die Verwendung einer
besonderen liturgischen Kleidung. Ursprünglich gründete sie auf
der Annahme, dass ein Mensch nur in dieser besonderen Kleidung mit
dem Heiligen in Kontakt treten darf. Liturgische Kleidung wurde getragen,
weil sie notwendig schien, um vor Gott zu erscheinen. In zweiter
Linie kennzeichnete sie auch ihren Träger als die Person, die die
Gemeinschaft vor Gott zu vertreten vermag – oder Gott vor der Gemeinde.
Die Verwendung besonderer gottesdienstlicher Gewänder ist in den
evangelischen Kirchen in Deutschland außer Gebrauch gekommen: Die
reformierten Kirchen haben sie in der Reformationszeit abgeschafft, in
den lutherischen Kirchen kamen sie spätestens in der Aufklärungszeit
außer Gebrauch. Der schwarze Talar, den evangelische Pastoren und
Pastorinnen (und jüdische Rabbiner) tragen, verdankt seine Existenz
einer königlich-preußischen Kabinettsordre aus der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts. Er ist ein liturgisches Ersatzgewand, auch dann, wenn
er nicht von schwarzer, sondern von heller Farbe und mit einer Stola
geschmückt ist. Heute gibt es in den reformierten Gemeinden und Kirchen
in Deutschland eine unterschiedliche Praxis; mehrheitlich wird
ein schwarzer Talar ohne Stola getragen.
Die Verwendung des Talars ist ebenso wie die der ursprünglichen liturgischen
Gewänder ein sinnenfälliges liturgisches Zeichen, von dem – wie von
Kleidung überhaupt – eine starke Signalwirkung ausgeht. Wenn wirklich im
evangelischen Gottesdienst die ganze Gemeinde nicht passives Publikum,
sondern aktiv handelnde Liturgin ist, kann man fragen, ob nicht durch die
liturgische Kleidung von Einzelpersonen die liturgische Rolle der Gemeinde
verdeckt wird. Außerdem lässt sich feststellen, dass in den Gemeinden
und Kirchen, die im 19. Jahrhundert frei von staatlicher Lenkung waren
und darum den Talar nicht eingeführt haben, das Geschehen des Gottesdienstes
durch das Weglassen des Talars in keiner Weise beeinträchtigt
wurde. So ist es z.B. in der Ev.-altreformierten Kirche zu beobachten. Auch
die Gemeindeglieder scheinen sowohl im Gottesdienst wie bei Amtshandlungen
den Talar nicht vermisst zu haben. Offenbar ist, wie bei allen liturgischen
Formen, auch bei der Frage der gottesdienstlichen Kleidung die
Gewöhnung ein wichtiger Faktor. Liturgische Formen stellen durch ihre
stete Wiederkehr ein Element der Konstanz, des Vertrauten im gottesdienstlichen
Geschehen dar. Dies gilt offenbar auch für die Frage der gottesdienstlichen
Kleidung. Aus dieser Beobachtung lässt sich schließen, dass
in der Frage des Gebrauchs eines Talars wie aller liturgischer Gegenstände
und Formen der Weg zur Veränderung durchaus offen steht, wenn ein
gemeinsames Wollen dazu vorhanden ist. So wie vielerorts über eine Neu-
Gottesdienst
28
gestaltung des evangelischen Talars oder die Wiedereinführung der
ursprünglichen liturgischen Gewänder nachgedacht wird, kann auch der
von der Reformation gegebene Impuls, auf besondere gottesdienstliche
Gewänder ganz zu verzichten, in die Diskussion eingebracht werden. Letztlich
muss die Diskussion mit theologischen Gründen entschieden werden.
Die gegenwärtige Praxis hat ihr eigenes Gewicht, kann aber keine normative
Geltung für sich beanspruchen.
Gottesdienstliche Sprache
Evangelischer Gottesdienst folgt von Anfang an dem Grundsatz, keine
gesonderte gottesdienstliche, sakrale Sprache zu verwenden, sondern
sich der Volkssprache zu bedienen. Welche Sprachebene in einem Gottesdienst
gewählt wird, hängt von der teilnehmenden Gemeinde ab.
Bei der sprachlichen Gestaltung des Gottesdienstes muss nicht nur
darauf geachtet werden, eine gehobene Umgangssprache statt eines
gerade aktuellen Jargons zu treffen. Es müssen auch Sprachformen vermieden
werden, die nur für Menschen mit intensiver Bibelkenntnis
oder für Personen mit akademischer Ausbildung verständlich sind.
Die Gestaltung des Gottesdienstes muss heute insbesondere darauf
bedacht sein, auch sprachlich sichtbar werden zu lassen, dass die Gottesdienstgemeinde
aus Männern und Frauen besteht. So wenig eine
bloß mechanische Verwendung männlicher und weiblicher Wortformen
die Lösung sein kann, so sehr ist darauf zu achten, keine Sprache
zu sprechen, die einseitig männlich oder weiblich orientiert ist. Dies
gilt auch für Ausdrücke, die von ihrem Ursprung her äußerlich geschlechtsspezifisch,
der Absicht nach aber allgemein-menschlich (generisch)
gebildet sind. Wenn der generische Charakter eines Ausdrucks
nicht mehr empfunden wird, gewinnt er sexistischen Charakter auch
gegen die Intention des Sprechenden.
So meint das Wort »jeder« ursprünglich »jeder Mensch« und umfasst Männer
und Frauen. Heute wird von vielen spontan das Wort »Mann« ergänzt
und darum die Wendung in »jeder und jede«, d.h. jeder Mann, jede Frau,
verändert. Weil sich das Sprachempfinden jedoch nicht bei allen Teilnehmern
und Teilnehmerinnen an der sprachlichen Kommunikation zur selben
Zeit und in derselben Weise ändert, kann eine unterschiedliche Praxis
zustande kommen, die von den jeweils anders Empfindenden als störend
betrachtet werden kann. Über die Antwort auf die Frage, was denn nun
»richtig« sei, lässt sich mitten im Sprachwandel oft keine von allen getragene
Antwort geben.
Besondere Sorgfalt sollte auf die Formulierung der Gottesanrede verwendet
werden, insbesondere in den Gemeindegebeten. Das Beten in
der Bibel weist einen großen Reichtum an Wendungen auf, die das Wesen
Gottes, wie es in seinem Handeln erfahrbar wird, umschreiben. Jede
Gottesanrede hat zwangsläufig metaphorischen Charakter. Darum ist es
wichtig, viele unterschiedliche Metaphern aus verschiedenen Lebensbereichen
zu verwenden, damit nicht eine einzelne Metapher zum »Bild«
wird, das Gott festlegt. Weil die geschöpfliche Unterscheidung von männ-
Einführung
29
lich und weiblich auf Gott nicht angewendet werden kann, sollte auch in
unseren Gottesanreden keine einseitige Festlegung getroffen werden.
Am Beispiel der Gottesanrede »Herr« lässt sich die Schwierigkeit des hier
zu begehenden Weges erkennen. Diese Anrede vertritt nach altem jüdischchristlichen
Gebrauch den alttestamentlichen Gottesnamen. Für Christen
und Christinnen schwingt in dieser Anrede auch der »Kyrios-Titel« mit, der
dem erhöhten Christus beigelegt ist. Es muss jedoch angenommen werden,
dass der übergroßen Mehrheit der Menschen in der gottesdienstlichen
Gemeinde diese Assoziation nicht zur Verfügung steht. Bei ihnen kann die
Gottesanrede »Herr« eher die Assoziation von Macht, ja Übermacht, wecken;
die Gottesvorstellung kann dadurch despotische Züge gewinnen.
Oder die Anrede »Herr« wird dahingehend missverstanden, dass Gott ein
Mann sei.
Trotz der Problematik dieser Anrede ist in der Reformierten Liturgie die
Gottesanrede »Herr« nicht aufgegeben worden. Sie erfordert jedoch einen
wohlüberlegten Gebrauch und sollte keineswegs die einzige Gottesanrede
sein. So sehr sie als Anrede ein großes Gewicht am Anfang eines Gebetes
besitzt, kann sie doch in die weiteren Inhalte des Gebets und die damit
angesprochenen »Eigenschaften« Gottes so eingebettet werden, dass sie
ihren guten Klang behält und das jederzeit mögliche Missverständnis weitgehend
vermieden wird.
Wir halten auch die schlichte Anrede »Gott« für möglich; sie wird
von vielen jedoch als kalt und distanziert empfunden und sollte nur
eine Anredeform unter vielen anderen sein.
Generell ist bei der Gestaltung der gottesdienstlichen Sprachwelt
zu bedenken, dass die Sprache zwar durch eine unreflektierte Weiterführung
überkommener Formen sexistischen Charakter gewinnen
kann, dass aber auch eine ständige Verwendung von Doppelformulierungen,
also männlicher und weiblicher Bezeichnungen, gleichsam zu
einer Sexualisierung der Sprachwelt führen kann.
Gottesdienstliche Verständigungsformeln
Der Ablauf des Gottesdienstes ist den Anwesenden in der Regel vertraut;
Gäste können sich nach den einheimischen Gottesdienstteilnehmern
richten. Hinweise für das Verhalten der Gemeindeglieder – etwa
die Bitte, sich zu erheben – sind nur dann erforderlich, wenn etwas
geschehen soll, das ansonsten nicht üblich ist.
In manchen Gemeinden ist es Brauch, die Gemeindelieder anzusagen.
Wenn eine Gruppe von Gästen im Gottesdienst anwesend ist oder
ein besonderer Anlass vorliegt, kann eine Begrüßung sinnvoll sein.
Doch alle nicht unabweislich notwendigen Aufforderungen, Hinweise
und »Regieanweisungen« sollten unterbleiben.
Für die Formulierung gottesdienstlicher Aufforderungen und Hinweise
gilt die Grundregel, dass sie so knapp wie möglich und in jedem
Fall nicht als Befehl, sondern als Bitte zu formulieren sind. Auf
begleitende Handbewegungen sollte verzichtet werden, insbesondere
wenn es sich um eine Aufforderung zum Aufstehen oder Niedersetzen
handelt.
Gottesdienst
30
Die Einladungsformel zum Singen oder gemeinsamen Sprechen
wird am besten kohortativ gestaltet (»Lasst uns…«). Das Singen eines
Chores oder das Spiel einer Instrumentalgruppe sollte im Gottesdienst
überhaupt nicht angekündigt, sondern der Ablauf des Gottesdienstes
zuvor mit der Chorleitung abgesprochen werden.
Gottesdienstliches Grüßen
Vielerorts ist es üblich, dass bei Trauungen, Konfirmationen und Ordinationen
die betroffenen Personen feierlich in die Kirche einziehen;
mancherorts zieht der Pastor oder die Pastorin bei jedem Gottesdienst
erst nach dem Glockenläuten in die Kirche ein. Er oder sie sollte dabei
von allen, die im Gottesdienst eine liturgische Aufgabe wahrnehmen –
und in jedem Fall vom Presbyterium der Gemeinde begleitet sein. Die
Gemeinde pflegt sich bei solchen Einzügen zu erheben – diese Geste
ist ein Zeichen des Grußes. Der oder die Einziehenden können darauf
mit einen liturgisch geformten Gruß antworten.
Ursprünglich endete der Gottesdienst mit einem Gruß, mit dem
sich der Pastor verabschiedete. Wenn heute die biblische Fassung des
»Aaronitischen Segens« Verwendung findet, wird keine Gebetshaltung
eingenommen: Pastor oder Pastorin und Gemeinde schauen sich an,
wie es zum Gruß zwischen Menschen gehört. Die Gemeinde erhebt
sich als Zeichen der Antwort. Wenn ein Auszug der liturgisch handelnden
Personen üblich ist, bleibt sie solange stehen.
Kanzelgruß und Kanzelsegen werden gesprochen, wenn der Pastor
oder die Pastorin lediglich zur Predigt das Wort ergreift.
Gottesdienstliche Formen
Die Feier des Gottesdienstes, in der das Wort Gottes verkündigt, das
Mahl des Herrn gefeiert, Gott in Gebet und Gesang angerufen und die
Gabe christlicher Liebe für die Bedürftigen gegeben wird, ist der
grundlegende Vollzug christlichen Lebens für den Einzelnen wie für
die Gemeinde. Die nähere Ausgestaltung des gottesdienstlichen Geschehens
in der Christenheit hingegen weist vielfältige Formen auf und
wandelt sich im Lauf der Geschichte.
In den Kirchen des Abendlands hat sich mit der Messe eine Form
herausgebildet, in der das Schwergewicht des gottesdienstlichen Geschehens
auf dem Vollzug der Mahlfeier liegt. In der römisch-katholischen
Kirche ist sie die Normalform des Gottesdienstes. Auch die große
Mehrzahl der lutherischen und unierten Kirchen folgt dieser Form,
allerdings unter Betonung der Gleichwertigkeit von Verkündigung und
Mahlfeier, wobei die Mahlfeier in der Praxis auch fehlen kann.
In Oberdeutschland hat sich schon im späten Mittelalter neben der
Messe eine Gottesdienstform entwickelt, die einfacher gestaltet und in
der Volkssprache gehalten war. Auch die Mahlfeier konnte mit dieser
Gottesdienstform verbunden werden. Die Predigt und der Gebrauch
der Psalmen waren für sie kennzeichnend. In der Reformationszeit
Einführung
31
haben die reformierten Kirchen und lutherische Kirchen in Oberdeutschland
diese Form ihrem Gottesdienst zu Grunde gelegt und folgen
ihr noch heute.
Die reformierten Kirchen haben sich in ihrer Gottesdienstgestaltung
stets an der Heiligen Schrift orientiert. Sie haben jedoch keine
»Einheitsliturgie« hervorgebracht. Sie nahmen und nehmen in ökumenischer
Offenheit Elemente anderer Gottesdienstformen auf, wenn
sie geeignet scheinen, der Zuwendung Gottes zu uns Menschen im
Gottesdienst Raum und Gestalt zu geben. So ist in der Reformierten
Liturgie auch die Grundstruktur übernommen worden, die im »Evangelischen
Gottesdienstbuch« zu finden ist. Das Prinzip einer festen
Grundstruktur hilft mit, in allen Variationen eine feste Orientierung zu
behalten.
Der Gottesdienst der reformierten Gemeinden ist nicht an eine einzige,
unveränderliche Ordnung gebunden. Er weist eine Fülle von
Variationen auf. Die in der Reformierten Liturgie gebotene Erste Form
enthält mit den Schriftlesungen und dem Glaubensbekenntnis Bestandteile,
die ursprünglich nicht in allen reformierten Gottesdienstordnungen
zu finden waren. Sie ist die heute in den reformierten Gemeinden
und Kirchen in Deutschland weithin gebräuchliche Form. In mehr oder
weniger großem Umfang nehmen die Zweite und Dritte Form weitere
Bestandteile auf, die in der gottesdienstlichen Grundform der Messe
anzutreffen sind. Dies gilt nicht nur, aber insbesondere für die Gestaltung
der Mahlfeier. Die Zweite Form wird in den Gemeinden der Ev.-
altreformierten Kirche verwendet. Die Dritte Form ist die unierte Fassung
der Grundform der Messe. Die Zuordnung der Abendmahlsformen
in der synoptischen Übersicht ist nicht zwingend; jeder Gottesdiensttyp
kann mit jeder Abendmahlsform verbunden werden.
In der Reformierten Liturgie werden drei Gottesdienstformen näher
beschrieben, die nachfolgend im Überblick dargestellt werden.
Hinweis zum Sprachgebrauch
In den reformierten Gemeinden und Kirchen gibt es keinen einheitlichen
Sprachgebrauch in der Bezeichnung der gemeindlichen Ämter
und Leitungsgremien. So wechseln die Dienstbezeichnungen »Pastor«
bzw. »Pastorin« und »Pfarrer« bzw. »Pfarrerin«. Die Gemeindeleitung
kann als »Presbyterium«, »Kirchenrat« oder »Kirchenvorstand« bezeichnet
werden, ihre Mitglieder heißen teils »Presbyter« bzw. »Presbyterinnen
«, aber auch »Kirchenvorsteher« bzw. »Kirchenvorsteherinnen«,
»Kirchenälteste« oder einfach »Älteste«. Um eine Häufung gleichbedeutender
Bezeichnungen zu vermeiden, finden in der Reformierten Liturgie
stets die Bezeichnungen »Presbyterium«, »Presbyter«, »Presbyterin«
Verwendung, ebenso die Bezeichnung »Pastor« bzw. »Pastorin«. Wir bitten
die Gemeinden und Kirchen, die einen anderen Sprachgebrauch
gewohnt sind, hierfür um Verständnis.
Gottesdienst
32
Gottesdienstordnung
Gottesdienst
34
Gottesdienstordnung – Erste Form
Glockengeläut
Eröffnung und Anrufung
Musik zum Eingang
Eingangswort
Psalm oder Lied
[Gottes Gebot]
Eingangsgebet mit Sündenbekenntnis
[Gnadenspruch]
[Gebet vor der Schriftlesung]
Verkündigung und Bekenntnis
Schriftlesung
Glaubensbekenntnis
Predigtlied
Sammlung für die Diakonie
Predigt
Psalm oder Lied nach der Predigt
Gottesdienstordnung – Zweite Form
Glockengeläut
Eröffnung und Anrufung
Musik zum Eingang
Begrüßung und Bekanntmachungen
Stilles Gebet
Eingangswort
Lobpreis
Liturgisches Grußwort
Psalm oder Lied
Sündenbekenntnis (Offene Schuld)
Gnadenspruch
Gottes Gebot
Antwortlied
Gebet vor der Schriftlesung
Verkündigung und Bekenntnis
Schriftlesung
Predigtlied
Predigt
Antwortlied
[Glaubensbekenntnis]
Gottesdienstordnung – Dritte Form
Glockengeläut
Eröffnung und Anrufung
Musik zum Eingang
Eingangslied
Trinitarisches Votum
Eingangspsalm oder Eingangsspruch
Ehre sei dem Vater
Sündenbekenntnis (Offene Schuld)
Herr, erbarme dich
Gnadenspruch
Ehre sei Gott in der Höhe
Gebet des Tages
Verkündigung und Bekenntnis
Schriftlesung
Halleluja
Glaubensbekenntnis
Haupt- oder Wochenlied
Sammlung für die Diakonie
Predigt
Lied nach der Predigt
Gottesdienstordnung
Übersicht
35 Abendmahl
Wort zum Abendmahl
Einsetzungsworte
[Abendmahlsbesinnung
Lied]
Abendmahlsgebet
<Gebet des Herrn>
Einladung
Austeilung
Danksagung
Psalm oder Lied
Sendung
Bekanntmachungen und Abkündigungen
Dankgebet und Fürbitten
Gebet des Herrn
Lied
Segen
Musik zum Ausgang
Sammlungen
Abendmahl
Vorbereitung
Dankopfer
Dankopfergebet
Lobgebet (Präfation)
Dreimalheilig (Sanctus)
[Abendmahlsgebet]
Einsetzungsworte
[Abendmahlsgebet]
Gebet des Herrn
Friedensgruß
Lamm Gottes (Agnus Dei)
Einladung
Austeilung
Danksagung
Lied
Sendung
Dankgebet und Fürbitten
<Gebet des Herrn>
Sammlung für die Diakonie
Lied
Segen
Musik zum Ausgang
[Sammlungen]
Abendmahl
Vorbereitung
Lobgebet (Präfation)
Dreimalheilig (Sanctus)
[Abendmahlsgebet]
Gebet des Herrn
Einsetzungsworte
Lamm Gottes (Agnus Dei)
Einladung
Austeilung
Danksagung
Dankpsalm oder Lied
Sendung
Bekanntmachungen und Abkündigungen
Dankgebet und Fürbitten
<Gebet des Herrn>
Lied
Segen
Musik zum Ausgang
Sammlungen
36
Ordnung des Gottesdienstes
Erste Form
Glockengeläut Das Geläut der Kirchenglocken ruft zum Gottesdienst.
Es zeigt öffentlich an, dass die Gemeinde
sich versammelt. Es schafft eine Verbindung zu
jenen Gemeindegliedern, die am Gottesdienst
nicht teilnehmen können, und lädt ein zum stillen
Gebet.
Eröffnung und Anrufung
Musik zum Eingang Der Gottesdienst wird durch Musik (Orgel und /
oder andere Instrumente, Chorgesang) eröffnet.
Eingangswort Durch die Anrufung des Dreieinigen Gottes wird
die Versammlung der Gemeinde als Gottesdienst
identifiziert. Das Adjutorium (»Unsere Hilfe…«),
der Wochenspruch oder ein anderes Bibelwort
kann folgen. Die trinitarische Eröffnungsformel
wird nicht überall gebraucht. Vielfach wird allein
das Adjutorium gesprochen und als Anrufung des
Dreieinigen Gottes verstanden. Der Anrufung kann
ein liturgisch geformtes Grußwort vorausgehen.
Wenn Gäste anwesend sind, kann dem Bibelwort
eine kurze Begrüßung folgen. Bei Gottesdiensten,
deren Gestaltung von der üblichen Form abweicht,
kann eine kurze Einführung gegeben werden.
Psalm oder Lied Das gottesdienstliche Singen ist eine Form des
gemeinsamen Gebets. Die Gemeinde nimmt am
Lobgesang aller Geschöpfe und der himmlischen
Anbetung Gottes teil. Oft wird zum Eingang ein
Reimpsalm gesungen. Auch Eingangslieder und
Lieder nach dem Kirchenjahr haben hier ihren
Ort, ebenso Morgenlieder, wenn sie als Gemeindelieder
verwendbar sind. Psalmen oder Lieder
mit zahlreichen Strophen können im Wechsel zwischen
Gemeinde und Chor oder zwischen Gemeindegruppen
gesungen werden.
[Gottes Gebot] Reformierte Gottesdienstordnungen kennen an
dieser Stelle die Verlesung des Dekalogs, entsprechender
Stücke des Heidelberger Katechismus
oder biblischer Paränesen.
Eingangsgebet mit Inhalt dieses Gebets ist der Dank für die heilvolle
Zuwendung Gottes, die »offene Schuld«, d.h. das
öffentliche Schuldbekenntnis der Gemeinde und
die nachfolgende Bitte um Vergebung; wenn kein
Ordnung des
Gottesdienstes
Erste Form
37
Sündenbekenntnis
gesondertes Gebet vor der Schriftlesung vorgesehen
ist, schließt hier die Bitte um den Segen für
den Gottesdienst und das Hören des Wortes an.
[Gnadenspruch] In einem Teil der reformierten gottesdienstlichen
Tradition folgt nach dem Sündenbekenntnis die
Zusage der göttlichen Vergebung. Sie wird mit
einem Bibelwort formuliert und kann durch ein
gemeinsam gesprochenes »Amen« der Gemeinde
oder einen gesungenen Lobpreis abgeschlossen
werden.
[Gebet vor der Ein kurzes Kollektengebet schließt den Gebetsteil
ab und leitet mit der Bitte um das rechte Hören
des göttlichen Wortes zu den Lesungen über.
Verkündigung und Bekenntnis
Schriftlesung Viele reformierte Gottesdienstordnungen kennen
nach dem Vorbild Calvins keine liturgischen Lesungen.
Doch war es oftmals üblich, am Beginn
des Gottesdienstes biblische Bücher in fortlaufendem
Zusammenhang der Gemeinde durch einen
Vorleser vortragen zu lassen. In manchen reformierten
Gottesdienstformen findet sich auch heute
die Schriftlesung vor dem Eingangsgebet. Diese
geschichtlich begründeten Entwicklungen sollten
nicht den Blick darauf verstellen, dass das Eingangsgebet
in den Eröffnungsteil des Gottesdienstes
gehört.
Ein guter Brauch ist es, eine oder zwei Schriftlesungen
vorzusehen. Bei der Textwahl sollten beide
Testamente berücksichtigt werden. Als Textfassung
sollte eine Übersetzung verwendet werden, die
der Gemeinde vertraut ist. Zwischen zwei Lesungen
kann eine Liedstrophe gesungen werden.
[Taufe] Taufen können im Gemeindegottesdienst vor
oder nach der Predigt stattfinden.
Wenn die Taufe vor der Predigt stattfindet, wird sie
unmittelbar nach dem Eingangslied eingefügt. Ein
Taufgebet kann an die Stelle des Eingangsgebetes
treten; die Einsetzungsworte ersetzen die Schriftlesungen.
Das Glaubensbekenntnis wird innerhalb
der Taufliturgie gesprochen. Wenn das
Unser-Vater mit der Taufhandlung verbunden
wird, entfällt es nach den Fürbitten. Auf die Taufe
folgt das Predigtlied.
Findet die Taufe nach der Predigt statt, wird die
Taufhandlung hinter dem Psalm oder Lied nach
der Predigt eingefügt. Das Glaubensbekenntnis
wird erst in der Taufhandlung gesprochen. Das
Gebet nach der Taufe wird mit dem Dankgebet
und den Fürbitten verbunden.
Gottesdienst
38
(s. S. 301ff)
Schriftlesung]
Glaubensbekenntnis Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist eine
Tauferinnerung. In manchen Gemeinden wird es
nur bei Taufhandlungen gesprochen. Einige reformierte
Ordnungen sehen das Glaubensbekenntnis
nach der Predigt vor.
Neben dem Apostolischen Glaubensbekenntnis
kann das von Nizäa-Konstantinopel als ein weiteres
»ökumenisches Bekenntnis« gesprochen werden.
Auch Fragen aus dem Heidelberger Katechismus,
Abschnitte aus der Theologischen Erklärung
von Barmen 1934 oder andere in der jeweiligen
Kirche geltende Bekenntnisschriften können Verwendung
finden, aus besonderem Anlass auch ein
neueres Glaubenszeugnis. In der Regel wird das
Glaubensbekenntnis von der Gemeinde gesprochen.
Sie steht dazu auf. Das Glaubensbekenntnis
kann als Lied ausgeführt werden; dann entfällt das
Predigtlied.
Predigtlied Das Predigtlied – Lied oder Psalm – führt zur Predigt
hin.
Sammlung für Die Sammlung von Gaben für die Diakonie kann
während des Predigtliedes oder an anderer Stelle
des Gottesdienstes erfolgen. Sie gehört zum Gottesdienst.
Predigt Die Predigt ist die öffentliche Bezeugung der biblischen
Botschaft. In der Regel liegt ihr ein Bibelabschnitt
zugrunde. Die Textwahl ist frei. In den
reformierten Kirchen wird auch über biblische
Bücher im Zusammenhang gepredigt (Reihenpredigt).
Eine Orientierung an der Perikopenordnung
ist möglich. Werden Liturgie und Predigt von unterschiedlichen
Personen gehalten, kann ein Kanzelgruß
an den Anfang oder ein Kanzelsegen an
den Schluss gestellt werden, sofern der Predigt
nicht ein freies Gebet angeschlossen wurde.
Psalm oder Lied Psalm oder Lied nach der Predigt werden als Antwort
auf die Predigt gesungen. Es können auch
Chorgesang, Musik oder Stille folgen. Während des
Liedes können die Gaben für die Diakonie gesammelt
werden. Wird im Gottesdienst das Abendmahl
gefeiert, singt die Gemeinde nach der Predigt ein
Abendmahlslied. Währenddessen werden Brot und
Wein für die Abendmahlsfeier bereitet.
Abendmahl
(s. S. 337ff)
Das Abendmahl kann im Gottesdienst an dieser
Stelle oder nach dem Dankgebet und den Fürbitten
gefeiert werden.
Ordnung des
Gottesdienstes
Erste Form
39
nach der Predigt
die Diakonie
Sendung
Bekanntmachungen Bekanntmachungen sind die Bekanntgabe von
Veranstaltungen, die Kollektenempfehlungen und
allgemeine Verlautbarungen. In den Abkündigungen
werden Personen und Ereignisse genannt, die
in die Fürbitte aufgenommen werden sollen.
Dankgebet und Das Gebet kann auch von mehreren Personen im
Wechsel gesprochen werden. Es kann durch gesprochene
oder gesungene Gebetsrufe von der
Gemeinde aufgenommen werden. Den einzelnen
Fürbitten kann eine Gebetsstille folgen.
Gebet des Herrn Das Unser-Vater-Gebet (bzw. Vater-Unser-Gebet)
wird in der Regel gemeinsam gesprochen. Dazu
steht die Gemeinde auf.
Lied Das Lied zum Ausgang kann auch nach dem Segen
gesungen werden.
Segen In der Regel wird der Aaronitische Segen im biblischen
Wortlaut (4Mose 6,24-26) in der Fassung
der Lutherübersetzung zugesprochen. Als begleitende
Geste können die Hände gehoben werden.
An die Stelle des Aaronitischen Segens können andere
Segensworte treten.
Musik zum Ausgang Vielerorts nimmt die Gemeinde während dieser
Musik noch einmal Platz.
Sammlungen Die Kollekte ist ein Bestandteil des Gottesdienstes.
Gottesdienst
40
Fürbitten
und Abkündigungen
Ordnung des Gottesdienstes
Zweite Form
Diese Form ist in den Gemeinden der Ev.-altreformierten Kirche in Niedersachsen
in Gebrauch. Es werden hier nur Hinweise gegeben, die über die
Anmerkungen zur Ersten Form hinausgehen.
Glockengeläut
Eröffnung und Anrufung
Musik zum Eingang Als Zeichen gemeinsamer Verantwortung für den
Gottesdienst überträgt der Kirchenrat durch eines
seiner Mitglieder dem Pastor oder der Pastorin
nach dem gemeinsamen Einzug durch Handschlag
die Leitung des Gottesdienstes.
Begrüßung und In manchen Gemeinden haben die Bekanntmachungen
und Abkündigungen ihren Ort vor dem
Dankgebet und den Fürbitten. Im Übergang von
der Begrüßung und den Bekanntmachungen zum
Eingangswort erfolgt die Einladung zum persönlichen
Gebet, wenn ein stilles Gebet beim Betreten
des Gottesdienstraums nicht üblich ist.
Eingangswort In der Regel wird Ps 124,8 gesprochen.
Lobpreis Es wird »Ehr sei dem Vater und dem Sohn und
dem Heiligen Geist . . .« (EG 177.2) gesungen.
Liturgisches Meist wird gesagt: »Gnade sei mit euch und Friede
von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus
Christus.« Es können auch andere Formulierungen
verwendet werden.
Psalm oder Lied In der Regel wird hier ein Reimpsalm gesungen.
Sündenbekenntnis
(Offene Schuld)
Gnadenspruch
Gottes Gebot Gelesen wird z.B. 2Mose 20; Mk 12,28ff oder ein
anderer passender Schriftabschnitt. Die Lesung
wird als Erinnerung an die »Regel der Dankbarkeit
« verstanden. Sie wird von einem oder einer
Ältesten vorgetragen.
Ordnung des
Gottesdienstes
Zweite Form
41
Bekanntmachungen
Stilles Gebet
Grußwort
Sündenbekenntnis, Gnadenspruch, Gottes Gebot
und Antwortlied entfallen im zweiten sonntäglichen
Gottesdienst, der in der Regel ein Katechismusgottesdienst
ist.
Antwortlied
Gebet vor der Die Bitte um das rechte Hören führt zum Verkündigungsteil
des Gottesdienstes hin.
Verkündigung und Bekenntnis
Schriftlesung Eine Leseordnung ist nicht vorhanden. Die
Lesung wird von einem oder einer Ältesten gehalten.
Sie kann mit einem Spruch abgeschlossen
werden, z.B. Ps 119,105.
[Taufe] In vielen Gemeinden finden Taufen in der Regel
im zweiten Gottesdienst statt.
Predigtlied
Predigt
Antwortlied
[Glaubens- Das Glaubensbekenntnis wird im zweiten Gottesdienst
gesprochen.
Abendmahl
(s. S. 337ff)
Sendung
Dankgebet und
Fürbitten
Gebet des Herrn
Sammlung für
die Diakonie
Lied Es wird ein Loblied oder ein Psalm gesungen.
Segen Der Segen (z.B. 4Mose 6,24-26) wird mit erhobenen
Händen zugesprochen.
Gottesdienst
42
Schriftlesung
bekenntnis]
(s. S. 301ff)
Musik zum Ausgang Der oder die Älteste gibt dem Pastor oder der Pastorin
wie zu Beginn des Gottesdienstes die Hand
als Zeichen der gemeinsamen Verantwortung.
[Sammlungen]
Ordnung des
Gottesdienstes
Zweite Form
43
44
Ordnung des Gottesdienstes
Dritte Form
Diese Gottesdienstordnung ist in manchen Gemeinden der Lippischen Landeskirche
in Gebrauch. Die liturgische Gestaltung orientiert sich an der unierten
Gottesdienstform. Hier werden nur Hinweise gegeben, die über die Anmerkungen
zur Ersten Form hinausführen.
Glockengeläut
Eröffnung und Anrufung
Musik zum Eingang
Eingangslied
Trinitarisches Votum In manchen Gemeinden geht das Votum dem Eingangslied
voraus. Es kann mit dem Adjutorium
oder einem anderen Bibelwort verbunden werden.
Auch ein kurzer Gruß kann sich anschließen.
Im Namen des Vaters,
des Sohnes und
des Heiligen Geistes.
[Unsere Hilfe . . .]
Eingangspsalm oder Psalmen und Eingangssprüche werden in der Regel
nach der Leseordnung des Kirchenjahres ausgewählt.
Der Psalm kann im Wechsel mit der Gemeinde
gesprochen oder von einem Chor gesungen
werden. Es folgt das gesungene Gloria Patri.
überleitend mit:
[Kommt, lasst uns Bei einem gemeinsam gesprochenen Psalm entfällt
die Aufforderung.
Ehre sei dem Vater
Gemeinde:
Ehr sei dem Vater . . . EG 177.2; oder ein anderes Gloria Patri
Sündenbekenntnis Das Sündenbekenntnis schließt mit : »Herr, erbarme
dich«.
Ordnung des
Gottesdienstes
Dritte Form
45
anbeten!]
Eingangsspruch
(Offene Schuld)
Herr erbarme Dich
Gemeinde:
Herre Gott, EG 178.3; oder ein anderes Kyrie
erbarme dich. . .
Gnadenspruch An den Gnadenspruch schließt überleitend an:
»Ehre sein Gott in der Höhe!«
Ehre sei Gott
in der Höhe
Gemeinde:
Und auf Erden Fried, EG 180.1 (Ausschnitt)
den Menschen
ein Wohlgefallen.
Und / Oder:
Allein Gott in der Höh EG 179; oder ein anderes Gloria
sei Ehr . . .
Gebet des Tages Das Kollektengebet fasst den Eröffnungs- und Anrufungsteil
zusammen und führt – mit der Bitte
um das rechte Hören – zum Verkündigungsteil
hin. Es schließt mit einer erkennbaren Formel, damit
die Gemeinde mit »Amen« einstimmen kann.
Gemeinde:
Amen. Gesprochen oder gesungen.
Verkündigung und Bekenntnis
Schriftlesung Die Lesungen werden nach der Leseordnung des
Kirchenjahres ausgewählt. Wenn über das Evangelium
gepredigt wird, wird die alttestamentliche
Lesung oder die Epistel gewählt. Eine zweite
Schriftlesung ist möglich; sie wird von der ersten
mit einer Liedstrophe abgesetzt.
Die Schriftlesung schließt mit:
»Halleluja«.
Das Halleluja kann mit einem Schriftwort verbunden
werden.
Halleluja
Gemeinde:
Halleluja . . . EG 181.3
[Taufe]
Gottesdienst
46
(s. S. 301ff)
Glaubensbekenntnis Das Glaubensbekenntnis kann auch nach der Predigt
als Antwort der Gemeinde auf die Verkündigung
gesprochen werden.
Haupt- oder
Wochenlied
Sammlung für
die Diakonie
Predigt Der Predigt kann ein Kanzelsegen folgen.
Lied nach
der Predigt
Abendmahl
(s. S. 337ff)
Sendung
Bekanntmachungen
und Abkündigungen
Dankgebet und
Fürbitten
Gebet des Herrn
Lied
Segen
Gemeinde:
Amen. Gesprochen oder gesungen.
Musik zum Ausgang
Sammlungen
Ordnung des
Gottesdienstes
Dritte Form
47
48
Gottesdienst in anderer Gestalt
Eröffnung und Anrufung
Musik zum Eingang
Eingangswort
Begrüßung und Thema oder Anlass des Gottesdienstes werden
hier genannt. Es können Hinweise zum Ablauf
gegeben werden.
Psalm oder Lied
Eingangsgebet
Verkündigung und Bekenntnis
Hinführung Unterschiedliche Ausdrucksformen können verwendet
werden: Texte (Information, Bericht, Meinung,
Anfrage), Bilder, ein Anspiel, eine Pantomime,
Musik.
Psalm oder Lied Gemeindegesang, Singgruppe, Band.
Verkündigung Die Formen der Verkündigung können variieren:
Predigt eines Einzelnen, Dialogpredigt, Gespräch,
Meditation, usw.
[Glaubens- Hier kann ein neueres Glaubenszeugnis gesprochen
werden.
Psalm oder Lied Gemeindegesang, Singgruppe, Band. Musik und
Texte können auf die Verkündigung bezogen werden.
Abendmahl
(s. S. 337ff)
Sendung
Bekanntmachungen Hier können Hinweise für eine gemeinsame Aktion
oder Zeichenhandlung gegeben werden, die
im Rahmen des Gottesdienstes oder im Anschluss
daran erfolgen soll.
Gottesdienst
in anderer
Gestalt
49
einführende Hinweise
und Abkündigungen
bekenntnis]
zum Thema
Dankgebet und
Fürbitten
Gebet des Herrn
Lied
Segen
Musik zum Ausgang
Gottesdienst
50
Gottesdienst mit Kindern
Kinder können den Gottesdienst mit den Erwachsenen oder als eigenständigen
Gottesdienst der Kinder feiern. Wenn Kinder den Gottesdienst ganz oder
teilweise mit den Erwachsenen feiern, muss dies bei der Gestaltung des Gottesdienstes
bedacht werden. Lieder, Lesungen und Gebete, Sprache, Musik
und Thematik des Gottesdienstes müssen die innere und äußere Beteiligung
von Kindern ermöglichen.
Die nachstehende Ordnung ist für Gottesdienste gedacht, an denen neben den
Kindern keine erwachsenen Gemeindeglieder teilnehmen.
Für den Gottesdienst der Kinder sind grundlegend
– Eingangswort
– Biblische Botschaft
– Lob Gottes im Singen und Sprechen (Psalmen)
– Gebet als Klage, Bitte, Fürbitte, Dank und Lobpreis
– Bekennen des Glaubens
– Dankopfer
– Segen.
Der Gottesdienst der Kinder lässt in besonderer Weise
– Geborgenheit erfahren Freundliche Raumgestaltung, hilfreiche Sitzordnung,
vertrauter Grundrhythmus, erkennbare
Wiederholungen
– Gemeinschaft erleben Willkommen heißen, von sich erzählen können,
Geburtstage feiern, Kranke beachten, liebevoll
verabschieden
– Begleitung erhalten In Zeiten entwicklungsgeschichtlicher Umbrüche
wird kontinuierliche Nähe angeboten,
Verständnis, Gespräch
– Sinne gebrauchen Anschaulich verkündigen, vielseitig gestalten
– Fragen stellen Fragen aufnehmen und fördern, dem
Gespräch Raum geben
– Bewegung haben Bewegungs- und Spiellieder, Tanz, darstellendes
Spiel
– Stille spüren Von der Bewegung zur Ruhe, vom Lauten
zum Leisen, von der Anspannung zur Entspannung,
sich in einer Mitte finden
– Wachsen können Geheimnis und Bedeutung ahnen, hineinwachsen,
Erkennen als Weg
– Mitarbeit anbieten Musizieren zu alten und neuen Liedern, Gebete,
Lesungen, kreatives Gestalten.
Gottesdienst
mit Kindern
51
Gottesdienst mit Kindern (Grundform)
Ankommen
[Votum]
Begrüßen (Das Zusammensein begründen)
Singen (Psalm)
Beten
Singen Ggf. kann schon an dieser Stelle die Kollekte eingesammelt
werden.
Wahrnehmen
Verkündigen Erzählen u.a.m.
Gestalten Spielen, Malen, Verklanglichen u.a.m..
Verkündigen und Gestalten geschieht in der Kleingruppe.
Antworten
Singen
Ergebnisse zeigen
[Glauben bekennen]
Feiern Geburtstage, Tauftage, besondere Feste
[Gaben sammeln]
Dank sagen und
Fürbitte üben
Unser Vater
Gehen
Singen
Segen
Verabschieden Erinnerungen mitnehmen (Verteilblatt, selbsterstellte
Bilder, Basteleien u.a.m.).
Gottesdienst
52
Gottesdienstverlauf
54
Verlauf eines Gottesdienstes
Erste Form
Musik zum Eingang
Eingangswort
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht loslässt das Werk seiner Hände. Amen.
Psalm oder Lied
[Gottes Gebot
(Was fordert denn Gottes Gesetz von uns?
Dies lehrt uns Christus mit folgenden Worten:)
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5).
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich:
»Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«
(3. Mose 19,18).
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die
Propheten.
Mt 22,37-40]
Eingangsgebet mit Sündenbekenntnis
Gott des Himmels und der Erde!
Wir danken dir,
dass du mitten in der Zeit der Welt
diesen Tag für uns gemacht hast.
Verlauf eines
Gottesdienstes
Erste Form
55
Wir danken dir,
dass du uns an ihm erinnerst,
wie freundlich du uns rufst
und wie du uns an der Ruhe teilgibst,
die Leib und Seele erfrischt.
Dein Wort hat die Welt geschaffen.
Mit deinem Wort erhältst du uns.
Von deinem Wort leben wir.
Vor dir breiten wir aus,
wodurch wir dich vergessen,
was uns erschreckt,
wo wir meinen, uns sei Unrecht geschehen
und wo wir Unrecht an anderen getan haben.
Lass uns Abstand gewinnen von dem,
was hinter uns liegt
und neues Vertrauen zu dir fassen.
Überströme uns mit deinem heiligen,
heilmachenden Geist. Amen.
[Gnadenspruch
Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen
Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren
werden, sondern das ewige Leben haben. Amen.
Joh 3,16]
[Gebet vor der Schriftlesung
Gott,
lass dich finden, wenn wir dich suchen,
rede mit uns, wenn wir dich fragen,
höre uns an, wenn wir mit dir reden wollen,
suche uns, wenn wir uns verstecken,
frage uns, wenn wir antworten sollen,
heile uns durch dein Wort. Amen.]
Schriftlesung
Gottesdienst
56
Glaubensbekenntnis
Wir stimmen ein in den Glauben der Christenheit
und bekennen:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.
Predigtlied
Sammlung für die Diakonie
Predigt
Psalm oder Lied nach der Predigt
[Abendmahl s. S. 337ff]
Verlauf eines
Gottesdienstes
Erste Form
57
Bekanntmachungen und Abkündigungen
Dankgebet und Fürbitten
Du freundlicher Gott,
wir danken dir.
In aller Not hilft deine Gnade.
In aller Angst tröstet dein Wort.
In aller Verzweiflung schenkst du Mut und Zuversicht.
Du starker Gott,
der du mächtig bist
über alle Herrscher und Gewalten
im Himmel und auf Erden,
wir bitten dich:
lass uns allein dir vertrauen;
gib Mut zu Versöhnung und Frieden;
erleuchte, die in deinem Namen reden.
Du barmherziger Gott,
der du die Schwachheit kennst,
den Tod und das Leiden,
wir bitten dich:
für die Einsamen und Alten,
für die Kranken und Sterbenden,
für die Arbeitslosen und die Hungernden,
für die Gefangenen,
für die von Krieg und Katastrophen Bedrohten,
für diese Erde und alle Kreatur:
erhalte das Leben,
errette aus Leiden,
sei gnädig im Sterben.
Du, ewiger Gott,
warst vor aller Zeit,
und du wirst bleiben,
wenn unsere Namen vergessen sind.
Dich loben wir.
Dir danken wir.
Dich beten wir an:
den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist,
Gott jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gottesdienst
58
Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Lied
Segen
Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich
und gebe dir Frieden. Amen.
4Mose 6,24-26
Musik zum Ausgang
Sammlungen
Verlauf eines
Gottesdienstes
Erste Form
59
60
Verlauf eines Gottesdienstes
Zweite Form
Musik zum Eingang
Begrüßung und Bekanntmachungen
Stilles Gebet
Wir beten in der Stille zu Gott . . .
Eingangswort
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat. Amen.
Gemeinde:
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Liturgisches Grußwort
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater,
durch den Herrn Jesus Christus
in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm oder Lied
Sündenbekenntnis (Offene Schuld)
Gnädiger, geduldiger Gott,
offen von unserer Sünde zu reden
gelingt uns selten.
Verlauf eines
Gottesdienstes
Zweite Form
61
Schuld einzugestehen
fällt uns schwer,
und die Bitte um Vergebung
will kaum über die Lippen.
Lieber reden wir uns heraus,
sagen: So schlimm war es doch gar nicht,
oder: Andere sind noch schlechter als ich.
Du hast es schwer mit uns, Gott.
Wir machen dir sehr viel Mühe.
Du hast mit dem Leben deines Sohnes bezahlt,
um uns zu gewinnen.
Lass uns im Licht deiner Güte anfangen,
ehrlich mit uns selber zu sein.
Und wenn wir vor den Abgründen in uns erschrecken,
dann lass dein Gnadenwort stärker sein
als die anklagende Stimme unseres Gewissens.
Gott, hilf uns, deiner Vergebung zu trauen
und einen neuen Anfang zu machen. Amen.
Gnadenspruch
Vergebung, Freispruch und Tilgung aller Schuld
schenke uns der allmächtige und barmherzige Gott.
Gottes Gebot
Das höchste Gebot ist das:
»Höre, Israel, der Herr, unser Gott,ist der Herr allein,
und du sollst den Herrn, deinen Gott,
lieben von ganzem Herzen,
von ganzer Seele, von ganzem Gemüt
und von allen deinen Kräften« (5. Mose 6,4-5).
Das andere ist dies: »Du sollst deinen Nächsten
lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18).
Es ist kein anderes Gebot größer als diese.
Mk 12,29-31
Antwortlied
Gottesdienst
62
Gebet vor der Schriftlesung
Herr, du bist das eine, ewige Wort.
Uns fällt es oft schwer,
aus den vielen Stimmen unserer Zeit
deinen Ruf herauszuhören.
Doch wir brauchen so nötig deine Wegweisung,
deine Mahnung und deinen Trost.
Lass uns nicht meinen, wir wüssten schon alles,
was du uns zu sagen hast.
Schenke uns die nötige Stille, um dich zu hören.
Erleuchte uns durch deinen Heiligen Geist
durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Schriftlesungen
Predigtlied
Predigt
Antwortlied
Glaubensbekenntnis
Wir stimmen ein in den Glauben der Christenheit
und bekennen:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
Verlauf eines
Gottesdienstes
Zweite Form
63
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.
[Abendmahl s. S. 337ff]
Dankgebet und Fürbitten
Gott, Quelle des Lebens,
wie reich ist dein Wort
und wie lebendig deine Wahrheit!
Unerschöpflich ist, was du uns zu sagen hast.
Gib, dass wir das erkennen,
uns freuen an der Buntheit deiner Gnade.
Wir bitten dich für alle Traurigen und Bedrückten:
Lass sie Trost schöpfen aus deiner Nähe.
Wir bitten dich für die,
denen ihre Welt zusammenbricht
durch Gewalt, Krankheit oder schmerzhafte Abschiede:
Lass sie Beistand erfahren
von dir und von Menschen, die mit ihnen tragen.
Wir bitten auch für die,
die voller Hass sind,
denen nichts heilig ist,
die andere quälen, morden oder vergewaltigen:
Rufe sie zur Besinnung
und lass sie umkehren von ihrem bösen Weg.
Gott, schütze die Liebenden.
Gib den Friedensstiftern Kraft.
Segne dein Volk Israel
und erbarme dich über deine Kirche in ihrer Not.
Gottesdienst
64
Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Sammlung für die Diakonie
Lied
Segen
Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich
und gebe dir Frieden. Amen.
4Mose 6,24-26
Musik zum Ausgang
[Sammlungen]
Verlauf eines
Gottesdienstes
Zweite Form
65
66
Verlauf eines Gottesdienstes
Dritte Form
Musik zum Eingang
Eingangslied
Trinitarisches Votum
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
(Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.) Amen.
Eingangsspruch
Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen
lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer
Erlösung für viele.
Mt 20,28
Oder:
Eingangspsalm
Lasst uns beten mit den Worten des . . . Psalms:
[Kommt, lasst uns anbeten.]
Ehre sei dem Vater
Gemeinde:
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
EG 177.2
Verlauf eines
Gottesdienstes
Dritte Form
67
Sündenbekenntnis (Offene Schuld)
Herr, unser Gott! Du weißt, wer wir sind.
Menschen mit gutem und Menschen mit schlechtem Gewissen –
zufriedene und unzufriedene, sichere und unsichere Leute –
Christen aus Überzeugung und Gewohnheitschristen –
Gläubige, Halbgläubige und Ungläubige.
Und du weißt, wo wir herkommen:
Aus dem Kreis von Verwandten, Bekannten und Freunden
oder aus großer Einsamkeit –
aus ruhigem Wohlstand oder aus allerhand Verlegenheit und
Bedrängnis –
aus geordneten oder aus gespannten oder zerstörten
Familienverhältnissen –
aus dem engen Kreis oder vom Rande der christlichen Gemeinde.
Nun aber stehen wir alle vor dir:
In aller Ungleichheit darin gleich, dass wir alle vor dir
und auch untereinander im Unrecht sind –
dass wir alle sterben müssen –
dass wir alle ohne deine Gnade verloren wären –
aber auch darin gleich, dass deine Gnade uns allen verheißen
und zugewendet ist in deinem lieben Sohn, unserem Herrn
Jesus Christus.
Wir sind hier beieinander, um dich damit zu preisen,
dass wir dich zu uns reden lassen.
Dass dies geschehe in dieser Stunde, darum bitten wir dich
im Namen deines Sohnes, unseres Herrn:
Herr, erbarme dich!
Herr, erbarme dich
Gemeinde:
Herre Gott, erbarme dich.
Christe, erbarme dich.
Herre Gott, erbarme dich.
EG 178.3
Gottesdienst
68
Gnadenspruch:
Unser barmherziger Gott spricht:
Siehe, ich mache alles neu. Ich bin das A und das O,
der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offb 21,5a.6b
Ehre sei Gott in der Höhe!
Ehre sei Gott in der Höhe
Gemeinde:
Und auf Erden Fried, den Menschen ein Wohlgefallen.
Und / Oder:
Allein Gott in der Höh’ sei Ehr
und Dank für seine Gnade,
darum, dass nun und nimmermehr
uns rühren kann kein Schade.
Ein Wohlgefalln Gott an uns hat;
nun ist groß Fried ohn Unterlass,
all Fehd hat nun ein Ende.
EG 179
Gebet des Tages
Gott, noch bevor wir dich suchten,
suchtest du uns.
Noch bevor wir nach dir fragten,
sprachst du uns an.
Noch bevor wir es wussten,
warst du unser Gott.
Öffne unsere Ohren und unser Herz
für das Geheimnis deiner Liebe,
mit der du uns zuerst geliebt
und zu deinem Gegenüber bestimmt hast.
Das bitten wir durch Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gemeinde:
Amen.
Verlauf eines
Gottesdienstes
Dritte Form
69
Schriftlesung
abschließend mit: Halleluja.
Halleluja
Gemeinde:
Halleluja, Halleluja, Halleluja.
EG 181.3
Glaubensbekenntnis
Lasst uns gemeinsam unseren christlichen Glauben bekennen:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Haupt- oder Wochenlied
Gottesdienst
70
Sammlungen für die Diakonie
Predigt
[Kanzelsegen
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,
bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Phil 4,7]
Lied nach der Predigt
[Abendmahl s. S. 337ff]
Bekanntmachungen und Abkündigungen
Dankgebet und Fürbitten
Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater!
Dein Heiliger Geist macht uns Mut, dich anzurufen:
um dich zu loben, wenn du uns froh und dankbar machst;
um nach dir zu schreien, wenn uns elend und erbärmlich ist;
und wenn andere Menschen in Not sind, für sie zu beten.
Wir bitten dich um Hilfe für die Hungernden und Verfolgten,
um Freiheit für die Unterdrückten und zu Unrecht Gefangenen,
um Hoffnung für die Kranken und Sterbenden
und um Vergebung für die schuldig Gewordenen.
Wir bitten dich für unsere und unserer Kinder Zukunft:
um Gesundheit der Luft, Fruchtbarkeit der Erde,
gerechte Verteilung der Güter und friedliche Zeiten.
Vor allem aber gib uns allezeit die Kraft, dir zu vertrauen
und auch dann nach dir zu rufen, wenn du uns
auf unheimliche und schreckliche Weise verborgen bist.
Wir lassen dich nicht, du segnest uns denn.
Verlauf eines
Gottesdienstes
Dritte Form
71
Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Lied
Segen
[Gehet hin im Frieden des Herrn.]
Es segne und behüte euch
der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Gemeinde:
Amen.
Musik zum Ausgang
Sammlungen
Gottesdienst
72
Gottesdienstliche Texte

Einführung
Für die reformierten Gemeinden und Kirchen war es seit jeher selbstverständlich,
die großen Hochfeste der Christenheit zu feiern. Auch die
Advents- und Passionszeit wurden gestaltgebend wirksam. Eine strikte
Beobachtung des Jahreskreises, damit verbunden der Lese- und Perikopenordnung,
fand jedoch nicht statt. Vorherrschend war das Bestreben,
die Breite des biblischen Zeugnisses, auch und insbesondere des
Alten Testaments, zur Geltung zu bringen und durch die fortlaufende
Lesung bzw. fortlaufende Predigt biblischer Bücher im Zusammenhang
die eigene Aussageintention der biblischen Schriften zu Wort kommen
zu lassen.
Die reformierten Gottesdienstformen weisen kein feststehendes
Proprium auf. In der Praxis findet sich heutzutage in den reformierten
Gemeinden in Deutschland jedoch eine mehr oder weniger starke
Berücksichtigung des Kirchenjahres. Deshalb wird der Reformierten Liturgie
der Liturgische Kalender beigegeben. Die Beispiele zu den einzelnen
Teilen der Liturgie sind als orientierende Muster für die eigene
Gestaltung gedacht. Sie folgen dem Gang des Kirchenjahres. In den
Gebetsbeispielen werden auch besondere Themen und Anlässe berücksichtigt.
Einführung
75

Eingangsworte

Einführung
Nach der Eröffnung des Gottesdienstes mit der Anrufung des Dreieinigen
Gottes durch eine trinitarische Eröffnungsformel kann das Adjutorium
gesprochen werden. An seine Stelle kann ein anderes Bibelwort
treten, das durch das Kirchenjahr, einen besonderen Anlass oder thematischen
Schwerpunkt des Gottesdienstes bestimmt ist. Ebenso können
die Wochensprüche des Liturgischen Kalenders Verwendung finden.
Außer der trinitarischen Eröffnungsformel wird entweder das Adjutorium
oder ein einzelnes Bibelwort gesprochen; eine Aneinanderreihung
von Bibelsprüchen sollte vermieden werden.
Durch die trinitarische Eröffnungsformel zusammen mit dem Adjutorium
wird die Versammlung der Gemeinde als Gottesdienst identifiziert.
Die trinitarische Eröffnungsformel wird nicht überall gebraucht. Vielfach
wird allein das Adjutorium gesprochen und als Anrufung des Dreieinigen
Gottes verstanden.
Das nach Anlass oder Kirchenjahr wechselnde Bibelwort hingegen
hat hinführenden Charakter: Es nennt bereits zu Anfang den Schwerpunkt
des Gottesdienstes und bietet damit eine Hilfe für Menschen, in
den Gottesdienst hineinzufinden.
Wenn es erforderlich zu sein scheint, kann, insbesondere bei Themen-,
Familien- oder Kasualgottesdiensten, eine kurze Einführung von
wenigen Sätzen hilfreich sein. Dabei muss beachtet werden, dass sich
Menschen am Beginn eines Gottesdienstes in einer Phase innerer
Sammlung befinden, die nicht durch weitausgreifende Erklärungen
oder gar Belehrungen gestört werden darf. Eine gelungene Hinführung
leitet in den Gottesdienst ein, nimmt aber nichts vorweg. Ihre
sprachliche Gestaltung darf keinesfalls der Eingebung des Augenblicks
überlassen werden. Die einführenden Worte sollten schriftlich vorbereitet
sein. Sie können durch ein Mitglied des Presbyteriums, aber auch
ein anderes Gemeindeglied gesprochen werden.
Einführung
79
80
Eingangsworte
Trinitarische Eröffnungsformeln
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Im Namen Gottes feiern wir diesen Gottesdienst.
Gott ist die Fülle unseres Lebens.
Jesus Christus leuchtet uns auf dem Weg.
Gottes Geist begleitet und stärkt uns. Amen.
Wir feiern diesen Gottesdienst
als Fest des Lebens
im Namen Gottes,
Quelle, die belebt;
im Namen Jesu Christi,
Wahrheit, die befreit;
im Namen des heiligen Geistes,
Kraft, die erneuert. Amen.
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen! Amen.
2Kor 13,13
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater,
und dem Herrn Jesus Christus! Amen.
1Kor 1,3
Eingangsworte
81
Adjutorium
Beim Adjutorium handelt es sich um eine Zusammenstellung von Versteilen
aus Ps 124,8; 146,6; 138,8b; es ist in verschiedenen Fassungen in Gebrauch.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht preisgibt das Werk seiner Hände.
Oder:
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht loslässt das Werk seiner Hände.
Oder:
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht loslässt das Werk seiner Hände.
Bibelworte
Der HERR ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist meines Lebens Kraft;
vor wem sollte mir grauen?
Ps 27,1
Das ist ein köstlich Ding, dem HERRN danken
und lobsingen deinem Namen, du Höchster,
des Morgens deine Gnade
und des Nachts deine Wahrheit verkündigen.
Ps 92,2-3
Dies ist der Tag, den der HERR macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!
Ps 118,24-25
Gottesdienstliche
Texte
82
Jesus Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst;
aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Joh 16,33
Einen andern Grund kann niemand legen als den,
der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.
. 1Kor 3,11
Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr,
der da ist und der da war und der da kommt,
der Allmächtige.
Offb 1,8
Advent
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
dass der König der Ehre einziehe!
Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes.
Unser Gott kommt und schweiget nicht.
Ps 24,7; 50,2-3
Du, Tochter Zion, freue dich sehr,
und du, Tochter Jerusalem, jauchze!
Siehe, dein König kommt zu dir,
ein Gerechter und ein Helfer,
arm und reitet auf einem Esel,
auf einem Füllen der Eselin.
Sach 9,9
Bereitet dem Volk den Weg!
Machet Bahn, machet Bahn, räumt die Steine hinweg!
Richtet ein Zeichen auf für die Völker!
Siehe, der HERR lässt es hören bis an die Enden der Erde.
Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein Heil kommt!
Siehe, was er gewann, ist bei ihm,
und was er sich erwarb, geht vor ihm her!
Jes 62,10b-11
Eingangsworte
83
Freuet euch in dem Herrn allewege,
und abermals sage ich: Freuet euch!
Eure Güte lasst kundsein allen Menschen!
Der Herr ist nahe!
Phil 4,4-5
Weihnachten
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht,
und über denen, die da wohnen im finstern Lande,
scheint es hell.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben,
und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter;
und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater,
Friede-Fürst.
Jes 9,1.5
Denn also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben.
Joh 3,16
Jahreswechsel
Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende,
spricht Gott der Herr,
der da ist und der da war und der da kommt,
der Allmächtige.
Offb 1,8; 21,6
Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken,
das tut alles im Namen des Herrn Jesus
und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
Kol 3,17
Jesus Christus gestern und heute
und derselbe auch in Ewigkeit.
Hebr 13,8
Gottesdienstliche
Texte
84
Epiphanias
Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt.
1Joh 2,8b
Passion
Wir gingen alle in die Irre wie Schafe,
ein jeder sah auf seinen Weg.
Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.
Jes 53,6
Lasst uns aufsehen zu Jesus,
dem Anfänger und Vollender des Glaubens,
der, obwohl er hätte Freude haben können,
das Kreuz erduldete und die Schande gering achtete
und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.
Hebr 12,2
Gründonnerstag
Jesus spricht: Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern;
und wer an mich glaubt,
den wird nimmermehr dürsten.
Joh 6,35
Karfreitag
Jesus Christus erniedrigte sich selbst
und ward gehorsam bis zum Tode,
ja zum Tode am Kreuz.
Darum hat ihn auch Gott erhöht
und hat ihm den Namen gegeben,
der über alle Namen ist.
Phil 2,8-9
Eingangsworte
85
Ostern
Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.
Lk 24,6.34
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit
wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1Petr 1,3
Himmelfahrt
Der HERR sprach zu meinem Herrn:
Setze dich zu meiner Rechten,
bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.
Ps 110,1
Pfingsten
Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht,
sondern der Kraft und der Liebe
und der Besonnenheit.
2Tim 1,7
Jesus spricht: Ich will den Vater bitten
und er wird euch einen andern Tröster geben,
dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit,
den die Welt nicht empfangen kann,
denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht.
Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch
und wird in euch sein.
Joh 14,16-17
Gottesdienstliche
Texte
86
Trinitatis
Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth,
alle Lande sind seiner Ehre voll!
Jes 6,3
Taufgedächtnis (6. Sonntag nach Trinitatis)
Seid darauf bedacht, zu wahren
die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens:
ein Leib und ein Geist,
wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung;
ein Herr, ein Glaube, eine Taufe;
ein Gott und Vater aller,
der da ist über allen und durch alle und in allen.
Eph 4,3-6
Israelsonntag (10. Sonntag nach Trinitatis)
Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist,
das er zum Erbe erwählt hat!
Siehe, des HERRN Auge achtet auf alle,
die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.
Gelobt sei der HERR, der Gott Israels,
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Ps 33,12.18; 106,48a
Erntedankfest
HERR, wie sind deine Werke so groß und viel!
Du hast sie alle weise geordnet,
und die Erde ist voll deiner Güter.
Ps 104,24
Eingangsworte
87
Reformationstag
Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!
Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist,
den HERRN zu suchen, bis er kommt
und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!
Hos 10,12
Volkstrauertag
So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt,
der nicht gern wieder aufstünde?
Wo ist jemand, wenn er irregeht,
der nicht gern wieder zurechtkäme?
Jer 8,4
Buß- und Bettag
Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen,
spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran,
dass er sich bekehrt von seinen Wegen
und am Leben bleibt?
Hes 18,23
Ewigkeitssonntag / Totensonntag
Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.
Lk 12,35
Christus spricht: Ich war tot, und siehe,
ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.
Offb 1,18
Gottesdienstliche
Texte
88
Gottes Gebot

Einführung
Zahlreiche reformierte Gottesdienstordnungen kennen die Verlesung
des Dekalogs an jedem Sonntag. Die Stellung des Dekalogs schwankt.
Die Ordnung von Straßburg, die auch Calvin übernommen hat, bringt
die Verlesung der Zehn Gebote nach der Predigt, versteht sie also als
Anleitung zum rechten christlichen Leben. Das entspricht ihrer Stellung
im Heidelberger Katechismus. Die französischen und ihnen folgend
auch andere Gottesdienstordnungen stellen die Verlesung des
Dekalogs an den Anfang des Gottesdienstes. Das »Gesetz« wird damit
zum »Sündenspiegel«, der dem Eingangsgebet mit Sündenbekenntnis
vorausgeht.
In den meisten reformierten Gemeinden und Kirchen in Deutschland
wird heute der Dekalog selten verlesen. Es ist zu erwägen, ihn jedenfalls
gelegentlich im Gottesdienst zu Gehör zu bringen. Wenn dies
geschieht, muss das Eingangsgebet darauf abgestimmt werden.
Einführung
91
Gottesdienstliche
Texte
92
Gottes Gebot
Die Zehn Gebote
Gott redete alle diese Worte:
(1) Ich bin der HERR, dein Gott,
der ich dich aus Ägyptenland,
aus der Knechtschaft, geführt habe.
Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.
(2) Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis
machen,
weder von dem, was oben im Himmel,
noch von dem, was unten auf Erden,
noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist:
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!
Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott,
der die Missetat der Väter heimsucht
bis ins dritte und vierte Glied
an den Kindern derer, die mich hassen,
aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden,
die mich lieben und meine Gebote halten.
(3) Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes,
nicht missbrauchen;
denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen,
der seinen Namen missbraucht.
(4) Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.
Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.
Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes.
Da sollst du keine Arbeit tun,
auch nicht dein Sohn, deine Tochter,
dein Knecht, deine Magd, dein Vieh,
auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt.
Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht
und das Meer und alles, was darinnen ist,
und ruhte am siebenten Tage.
Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
(5) Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,
auf dass du lange lebest in dem Lande,
das dir der HERR, dein Gott, geben wird.
Gottes Gebot
93
(6) Du sollst nicht töten.
(7) Du sollst nicht ehebrechen.
( 8) Du sollst nicht stehlen.
(9) Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen
Nächsten.
(10) Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau,
Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.
2Mose 20,1-17
Die Zehn Gebote in Kurzform
Ich bin der Herr, dein Gott,
der ich dich aus der Knechtschaft geführt habe.
Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis von Gott
machen.
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes,
nicht missbrauchen.
Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.
Du sollst nicht töten.
Du sollst nicht ehebrechen.
Du sollst nicht stehlen.
Du sollst kein falsch Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.
Du sollst nicht begehren, was deinem Nächsten gehört.
Die Summe des Gesetzes
Was fordert denn Gottes Gesetz von uns?
Dies lehrt uns Christus mit folgenden Worten:
»Du sollst den HERRN, deinen Gott,
lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele
und von ganzem Gemüt.
Gottesdienstliche
Texte
94
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich:
Du sollst deinen Nächsten lieben
wie dich selbst.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz
und die Propheten.«
HK 4
Gottes Gebot
95

Eingangsgebete
mit Sündenbekenntnis
(Offene Schuld)

Einführung
Das Reden Gottes in der Verkündigung des Wortes ist umschlossen von
seinem Hören. Er ist der wahre Seelsorger seiner Gemeinde und aller
Menschen. Darum beginnt und endet ein Gottesdienst mit der Anrufung
Gottes.
Alles gottesdienstliche, alles menschliche Beten kommt in einem
weiteren Sinne von der Erfahrung der heilvollen Zuwendung Gottes
her. Das Eingangsgebet des Gottesdienstes ist dabei nicht »Antwort« auf
das gehörte Wort, sondern Inanspruchnahme des hörenden Gottes.
Darum sollte das Eingangsgebet den Schriftlesungen vorangehen. Erst
hört Gott, dann redet er zu uns; sein Reden und Gebieten ist eingebettet
in die hörende Zuwendung zu uns allen.
Im Eingangsgebet sprechen wir zu Gott als Menschen, die die Erfahrungen
ihres Lebens mitbringen. Im Gebet werden diese Erfahrungen aufgenommen
und vor Gott ausgesprochen. Dank und Lob, Klage und Benennen
des eigenen Versagens haben hier ihren Ort. Darum erscheinen im
Eingangsgebet Aussagen, die mit den Wörtern »Wir haben …« beginnen.
Das Benennen unserer Freude wie unseres Versagens, unseres
Glücks und unserer Schuld kann im gottesdienstlichen Gebet nicht
den unmittelbar persönlichen Charakter gewinnen, den das Gebet des
Einzelnen hat. Das gottesdienstliche Gebet wird vielmehr Räume öffnen,
in die sich Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebenssituationen
einbringen und »hineinbeten« können.
In den reformierten Kirchen enthält das Eingangsgebet mit der »Offenen
Schuld« ein Element des Sündenbekenntnisses, das die mittelalterliche
Tradition des priesterlichen Vorbereitungsgebets weiterführt. Zur
wahrheitsgemäßen Beschreibung unserer Lebenssituation gehört die
Wahrnehmung der Sünde. Sie ist ihrem Wesen nach Getrenntsein von
Gott – und damit vom Leben und auch vom Heilsein des eigenen Lebens.
Die Sünde hat unterschiedliche Gesichter: Sie kann sich äußern in
schuldhaftem bösem Tun, aber auch im Erleiden der Unzulänglichkeit
menschlichen Handelns und in der Erfahrung des Verhängnisses, dass
manchmal auch gutes Wollen zu bösem Geschehen führt. Das gottesdienstliche
Schuldbekenntnis kann darum sowohl die Gestalt der Selbstanklage
wie auch der ausgeführten Klage über erfahrene Not annehmen.
Dabei ist zu bedenken, dass im jeweiligen kulturellen Kontext die unterschiedlichen
Gestalten der Sünde sich auf Männer und Frauen ungleich verteilen
können. Während in unserem kulturellen Kontext Sünde im Leben
von Männern häufig als Selbstüberschätzung erscheint, zeigt sich Sünde im
Leben von Frauen eher als mangelnde Selbstannahme. Bei der Formulierung
gottesdienstlicher Sündenbekenntnisse müssen diese Zusammenhänge
bedacht werden, damit das Beten nicht der Erfahrungswelt von allein einem
Teil der Gottesdienstgemeinde verhaftet bleibt.
Einführung
99
Die Lebenssituationen der Menschen, die im Gottesdienst versammelt
sind, sind heute viel unterschiedlicher als zu anderen Zeiten.
Darum ist heute erst recht bei Formulierungen Vorsicht geboten, die
mit Wörtern wie »Wir alle haben …« beginnen und alsdann konkretes
Tun oder konkretes Versagen benennen. Allzu leicht können sich Menschen
für Erfahrungen oder Verhaltensweisen vereinnahmt fühlen, die
gar nicht die ihren waren.
Das Eingangsgebet stellt unsere Erfahrungen in den Zusammenhang
des Geschehens, das von Gott her gekommen ist und unser Leben mit
seinen Widerfahrnissen umgreift. Darum gehört zum Eingangsgebet
auch das »berichtende Lob«, das Gottes heilvolles Handeln in Worte
fasst und mit den Wörtern beginnen kann: »Du hast …«. Die Anamnese
des göttlichen Handelns will unser Leben, unser Glück und unser
Leid hineinstellen in den Raum des Lebens, das von Gott her kommt.
Es ist gut, wenn die Anamnese göttlichen Handelns nicht in theologischen
Formeln erfolgt, sondern eine Sprachgestalt findet, die den Menschen
heute unmittelbar zugänglich ist: nicht doktrinär, sondern relevant
und sprachlich unverbraucht. Vorbilder hierfür finden sich in Liedern
unserer Zeit, die im Gesangbuch enthalten sind.
Ein weiteres wesentliches Element des Eingangsgebets ist die Epiklese,
das Herbeirufen des Heiligen Geistes, damit unser Reden und
Hören, Singen und Bekennen gesegnet wird. In diesem Zusammenhang
kann auch dem Wissen Ausdruck gegeben werden, dass die Kirche
Jesu Christi größer ist als die in einem bestimmten Kirchenraum
versammelte Gemeinde. Der ökumenisch geweitete Blick auf die Gemeinden
nicht nur in aller Welt, sondern auch verschiedener Konfessionen
am selben Wohnort, die sich zur selben Zeit zum Gottesdienst
versammeln, hat hier seinen Platz.
Jedem Gebet wird anzumerken sein, ob es wirklich Rede zu Gott sein
will oder ob es daneben noch andere Ziele verfolgt: verdeckte Appelle,
versteckte Ermahnungen, Kurzpredigten, Mitteilungen, Belehrungen,
Vereinnahmungen. Durch solche Nebenabsichten wird das Beten verdorben.
Gottesdienstliches Beten ist Anrufung Gottes vor der Öffentlichkeit
der Gemeinde und nicht Anrede der Gemeinde vor dem Angesicht
Gottes.
Nicht inhaltlich, aber oft sprachlich ruiniert wird das Beten durch
einen übermäßigen Gebrauch schmückender Adjektive. Meistens werden
Gebete dadurch nicht besser, sondern nur länger.
Auch am Tonfall beim Sprechen des Gebets wird man merken, ob
der Liturg oder die Liturgin wirklich zu Gott spricht oder insgeheim die
Gemeinde anredet. Rechtes Beten nach Inhalt, Sprachgestalt und Tonfall
wird uns gelingen im Staunen über das Wunder, dass Gott hört.
Die nachfolgenden Textbeispiele enthalten auch Eingangsgebete, die
auf das Kirchenjahr oder bestimmte Themen und Anlässe bezogen sind.
Gottesdienstliche
Texte
100
Die Elemente des Eingangsgebets mit Sündenbekenntnis sind:
– Anrede
– Ankommen; offene Formulierungen der Freude, des Versagens, des
Glücks und der Schuld. Mögliche Sprachformen: »Wir kommen her
von …« oder: »Wir haben …«
– Anamnese; Beschreiben des göttlichen Handelns (»berichtendes Lob«).
Mögliche Sprachform: »Du hast …«, oder relativisch: »Gott, der du …«.
– Epiklese; Bitte um Gottes Gegenwart im Heiligen Geist; Blick auf die
ökumenische Gemeinschaft der Kirchen; Bitte um Gottes Segen für das
Hören des Wortes.
– Amen.
Diese Elemente treten nicht immer gemeinsam auf. Ihre Anordnung
ist nicht festgelegt. Bei ihrer Auswahl ist zu bedenken, dass je
nach Gottesdienstform die Stimmigkeit in der Verteilung der gottesdienstlichen
Elemente beachtet werden muss: Wenn die Verlesung des
Dekalogs dem Eingangsgebet vorweggeht, muss das Eingangsgebet
mit der »Offenen Schuld« beginnen. Wo es üblich ist, ein Kollektengebet
(Gebet des Tages) zu sprechen, gehört die Bitte um das rechte Hören
an diese Stelle.
Einführung
101
102
Eingangsgebete mit Sündenbekenntnis
(Offene Schuld)
Herr, unser Gott! Du weißt, wer wir sind.
Menschen mit gutem und Menschen mit schlechtem Gewissen –
zufriedene und unzufriedene, sichere und unsichere Leute –
Christen aus Überzeugung und Gewohnheitschristen –
Gläubige, Halbgläubige und Ungläubige.
Und du weißt, wo wir herkommen:
aus dem Kreis von Verwandten, Bekannten und Freunden
oder aus großer Einsamkeit –
aus ruhigem Wohlstand oder aus allerhand Verlegenheit
und Bedrängnis –
aus geordneten oder aus gespannten oder zerstörten
Familienverhältnissen –
aus dem engen Kreis oder vom Rande der christlichen Gemeinde.
Nun aber stehen wir alle vor dir:
in aller Ungleichheit darin gleich, dass wir alle vor dir
und auch untereinander im Unrecht sind –
dass wir alle sterben müssen –
dass wir alle ohne deine Gnade verloren wären –
aber auch darin gleich, dass deine Gnade uns allen verheißen
und zugewendet ist in deinem lieben Sohn, unserem Herrn
Jesus Christus.
Wir sind hier beieinander, um dich damit zu preisen,
dass wir dich zu uns reden lassen.
Dass dies geschehe in dieser Stunde, darum bitten wir dich
im Namen deines Sohnes, unseres Herrn. Amen.
*
Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater,
wir preisen deine große Güte
und rühmen alle deine Wunder.
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,
und des Menschen Kind,
dass du dich seiner annimmst?
Wir sind viel zu gering
aller Barmherzigkeit und Treue,
die du uns erweist.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
103
Sei uns gnädig
und vergib uns unsere Sünde und Schuld
um deines lieben Sohnes Jesus Christus willen.
Dein Wort führt uns zusammen.
Lass es unter uns so verkündigt werden,
dass wir es mit Freuden hören.
Schenke uns deinen Heiligen Geist,
damit wir dir allein
von ganzem Herzen vertrauen
und deiner Stimme folgen.
Das gewähre uns durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.
*
Lasst uns vor Gott unsere Sünde bekennen,
denn er ist gütig, und seine Barmherzigkeit ist ewig.
Ich bekenne vor dir, mein Gott:
Ich vergesse dich oft.
Oft glaube ich nicht, dass du mich siehst.
Ich höre nicht, wenn du mich rufst.
Vor deinem Urteil kann ich nicht bestehen.
Darum bitte ich dich:
Gott, sei mir Sünder gnädig.
Ich bekenne vor dir, mein Gott:
Ich bin nicht so, wie du mich haben willst.
Ich täusche andere.
Ich denke schlecht von anderen und rede über sie.
Ich übersehe ihre Not und drücke mich, wo ich helfen sollte.
Darum bitte ich dich:
Gott, sei mir Sünder gnädig.
Ich bitte dich, mein Gott:
Lass mein Leben nicht verderben, bringe es zurecht.
Richte mich auf, wenn ich den Mut verliere.
Rette mich, wenn ich verzweifle.
Hilf mir, deiner Gnade zu vertrauen. Amen.
*
Gott, es gibt so viel ungestillte Sehnsucht,
Sehnsucht nach Beachtung, nach Anerkennung, nach Liebe,
Sehnsucht nach dir.
Gottesdienstliche
Texte
104
Es gibt so viele unbeantwortete Fragen,
Fragen nach dem Sinn des Lebens
und nach dem Sinn unbegreiflichen Sterbens,
Fragen nach unserer Zukunft,
Fragen nach dir.
Es gibt so viel Schuld,
Schuld, die wir wissen,
Schuld, die wir verdrängen,
Schuld, die uns verzweifeln lässt,
weil sie uns trennt von anderen Menschen
und von dir.
Gott, wir bitten dich,
sieh uns an,
sieh hinter die Masken, die wir tragen,
und trenne dich nicht von uns. Amen.
*
Gott des Himmels und der Erde!
Wir danken dir,
dass du mitten in der Zeit der Welt
diesen Tag für uns gemacht hast.
Wir danken dir,
dass du uns an ihm erinnerst,
wie freundlich du uns rufst
und wie du uns an der Ruhe teilgibst,
die Leib und Seele erfrischt.
Dein Wort hat die Welt geschaffen.
Mit deinem Wort erhältst du uns.
Von deinem Wort leben wir.
Vor dir breiten wir aus,
wodurch wir dich vergessen,
was uns erschreckt,
wo wir meinen, uns sei Unrecht geschehen,
und wo wir Unrecht an anderen getan haben.
Lass uns Abstand gewinnen von dem,
was hinter uns liegt,
und neues Vertrauen zu dir fassen.
Überströme uns mit deinem heiligen,
heilmachenden Geist. Amen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
105
*
Du unser Gott,
wir kommen zu dir, um neu zu empfangen,
was du für uns getan hast und noch immer tust.
Wir kommen zu dir, um neu zu hören,
wie du uns zum Leben führst,
hin zu deinem Tag,
an dem alle Dunkelheit vergangen ist.
Wir danken dir, dass wir bis jetzt von deiner Treue leben durften.
Deine Liebe hat uns nicht aufgegeben.
Du hast uns geführt und begleitet
trotz unserer Trägheit, unserer Angst und unserem Misstrauen.
Aus aller Müdigkeit hast du uns aufgerichtet
und zu neuen Schritten befreit.
Wir bitten dich:
Nimm uns heute morgen so an, wie wir sind:
Menschen, die es dir nicht leicht machen
und die sich oft selbst im Wege stehen.
Hilf uns durch deinen Geist,
zu dir zu finden. Amen.
*
Gott, du Anfang und Ende,
wir kommen zu dir, um uns vor dir zu sammeln:
Unsere Gedanken und alles, was uns bewegt.
Wir denken an die Tage der vergangenen Woche,
an die Zeit, die uns davonfließt,
mit der wir selber vergehen.
Wir kommen zu dir, weil du der Herr der Zeit bist.
Du hältst in deinen Händen, was wir aus dem Blick verlieren:
Ruhe und Gelassenheit,
Einsicht und Weisheit,
das Ziel unserer Tage
und die Mitte unseres Lebens.
Bei dir können wir allem standhalten:
den Lasten, die uns drücken,
der Vergangenheit, die uns einholt,
und der Zukunft, die für uns im Dunkeln liegt.
Gib uns deinen Geist, der uns zur Ruhe bringt.
Öffne unsere Sinne für dich und für uns.
Gottesdienstliche
Texte
106
Dein Wort ist alle Tage neu.
Lass uns heute deine Stimme hören.
Komm du selber in deinem Wort zu uns. Amen.
*
Gott, unser gütiger Schöpfer!
Aus deiner Hand nehmen wir diesen Tag.
Du hast ihn für uns gemacht.
Auch wir selbst
sind von deiner Hand gemacht,
die ganze Welt ist das Werk deiner Hände.
Du bringst zurecht, was aus dem Lot geraten ist,
heilst, was zerbrochen ist.
Darum stehen auch wir heute morgen vor dir.
Mit Worten und Gedanken sagen wir dir Dank für alles,
was uns gestützt hat,
was unseren Rücken gestärkt
und unsere Augen wieder aufgerichtet hat.
Doch unsere Worte reichen nicht aus,
um mit uns selbst und vor dir ins Reine zu kommen.
Zu viel ist ungeordnet,
zu vieles ist uns selbst verborgen
oder wir haben es vergessen.
Wie sollten wir alles noch beim Namen nennen können,
was uns als Schatten nur blieb?
Du siehst das alles,
du kennst es.
Wir machen dir Mühe mit unserer Untreue
und uns selbst auch.
Viele Stimmen in uns reden auf uns ein
und stellen deine Verheißung in Frage.
Heute, an dem Tag, den du gemacht hast,
wollen wir all das nicht verschweigen.
Heute wollen wir dir auch mit unserer Schwäche
und mit unseren Zweifeln die Ehre geben.
Richte du nun unsere Herzen auf,
dass dein Wort in uns lebendig wird.
Gott, gib uns deinen Geist. Amen.
*
Gott, du Kraft unseres Lebens!
Wir kommen zu dir
mit unseren Gedanken, Worten und Taten.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
107
Wir wollen alles zur Ruhe kommen lassen,
nicht nur unsere Hände,
sondern auch alles, was in uns ist,
was uns im Kopf herumgeht
und unser Herz beschwert,
unsere Sorgen, unsere Pläne.
Wir haben es nötig, dass du für uns sorgst.
Lass uns erkennen und vor dir und uns selber eingestehen,
dass wir, wie stark wir uns auch fühlen mögen,
Hilfe brauchen zum Glauben und zum Leben
und auch zur Freude und dazu,
dass unser Leben gelingt.
Wir waren tätig in den Tagen, die hinter uns liegen.
Vieles ist gelungen, vieles blieb unerledigt,
es liegt jetzt hinter uns.
Du bist vor uns.
In deinem Wort sagst du uns,
worauf wir hoffen können:
dass das Wort von Jesus Christus
auf seinem Weg durch diese Welt
auch uns erreicht
und bei uns bleibt und uns zum Leben hilft.
Wir bitten dich, sende deinen Geist auf uns herab,
damit wir frei werden von unseren eigenen Gedanken
und hören können auf das, was du uns sagen willst. Amen.
*
Barmherziger Gott,
dein Wort tut uns gut,
doch wir vergessen zu schnell.
Du sagst uns, dass du uns liebst,
aber wir denken viel mehr an die,
die uns nicht mögen.
Du machst uns Mut, nicht zu verzweifeln
an dem, was wir falsch machen.
Aber wir verbohren uns oft in unsere Fehler
und glauben denen mehr,
die sagen, wir seien nichts wert.
Du hast jeden von uns gewollt.
Aber wir fürchten manchmal,
dass unser Leben gar keinen Sinn habe,
weil wir nicht merken,
dass wir irgend jemandem wichtig sind.
Guter Gott, höre nicht auf,
mit uns zu reden.
Gottesdienstliche
Texte
108
Richte uns auf mit deinem guten Wort
aus unseren selbstquälerischen Gedanken,
aus unserer Traurigkeit und aus unserer Schuld. Amen.
*
Wir bekennen dir, Herr, wer wir sind:
Wir sind nicht die Menschen,
für die wir gerne gehalten werden möchten.
Noch nicht einmal uns selbst mögen wir eingestehen,
was in der Tiefe unseres Herzens vor sich geht.
Aber vor dir können wir uns nicht verbergen.
Du weißt, wer wir sind, und du sagst, dass du uns liebst.
Wir danken dir,
dass wir uns darum auf neue Weise selber achten können.
Lass uns deinem Wort vertrauen.
Hole uns heraus aus unseren Selbstzweifeln
in die Freiheit der Menschen, die deine Vergebung trägt.
Führe uns in die Gewissheit des Glaubens
durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
*
Gott, du lebendige Kraft,
bei dir finden wir Hilfe.
Du hältst uns fest,
damit wir nicht ins Bodenlose fallen.
Du wachst darüber,
dass unsere Hoffnung nicht verdorrt.
Doch wie oft vergessen wir dich:
meinen, wir müssten uns immer nur selber helfen,
oder lassen uns Auswege einreden,
die weiter in die Irre führen.
Das geschieht, weil wir Angst haben.
Es fällt uns schwer,
den neuen Wegen zu trauen,
auf die du uns rufst.
Darum bitten wir dich:
Stärke unser Vertrauen zu dir
und hilf uns, deinem guten Wort zu folgen.
Herr, erbarme dich über uns. Amen.
*
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
109
Im Anschluss an Psalm 34
Ach Gott,
wir bringen das so schwer zusammen:
Glauben und Leiden,
deine Güte und unbegreiflichen Schmerz.
Wir wünschten, wir wären durch dich gefeit
gegen alles Unglück;
wir könnten dem Zugriff der Verzweiflung entfliehen
durch unser Vertrauen auf dich.
Aber immer wieder erleben wir,
dass uns der Boden wegbricht unter den Füßen,
dass uns Angst überwältigt
und wir keine Ruhe mehr finden
in dem, was uns umtreibt.
Gott, sei du uns Zuflucht
in unserer Verlorenheit;
sei du uns Halt,
wenn unsere Selbstsicherheit uns entgleitet.
Lass deine Nähe spüren
alle, die zerbrochenen Herzens sind.
Warte nicht so lange,
bis du denen aufhilfst,
die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Gott, erbarm dich über uns. Amen.
*
Im Anschluss an Psalm 36
Ewiger, barmherziger Gott!
Wie gut ist es, von Menschen zu hören,
dass du ihnen geholfen hast.
Deine Wunder hören niemals auf.
Es tut gut, das selber zu erfahren!
Doch manchmal steht eine gläserne Wand
zwischen uns und diesen Worten.
Wir hören alles, wir sehen den Widerschein deines Erbarmens
auf den Gesichtern der Menschen, denen du geholfen hast,
aber es bewegt uns nicht.
Es findet kein Echo in unserem Inneren.
Wir sehnen uns danach,
einzustimmen in dein Lob,
aber wir dringen nicht durch die Mauer unserer trüben
Gedanken,
und unser Mund bleibt stumm.
Gottesdienstliche
Texte
110
Wie abgeschnitten sind wir dann
von dir und aller Lebensfreude.
Doch du, Herr, kannst zu uns kommen,
auch durch die Türen,
die unsere Angst verschlossen hat,
wie einst zu den Jüngern am Ostermorgen.
Erwecke uns aus dem Grab unserer Zweifel und Fragen
zu einem lebendigen Lob deiner Güte. Amen.
*
Im Anschluss an Psalm 51
Gnädiger, geduldiger Gott,
offen von unserer Sünde zu reden
gelingt uns selten.
Schuld einzugestehen
fällt uns schwer,
und die Bitte um Vergebung
will kaum über die Lippen.
Lieber reden wir uns heraus,
sagen: So schlimm war es doch gar nicht,
oder: Andere sind noch schlechter als ich.
Du hast es schwer mit uns, Gott.
Wir machen dir sehr viel Mühe.
Du hast mit dem Leben deines Sohnes bezahlt,
um uns zu gewinnen.
Lass uns im Licht deiner Güte anfangen,
ehrlich mit uns selber zu sein.
Und wenn wir vor den Abgründen in uns erschrecken,
dann lass dein Gnadenwort stärker sein
als die anklagende Stimme unseres Gewissens.
Gott, hilf uns, deiner Vergebung zu trauen
und einen neuen Anfang zu machen. Amen.
*
Im Anschluss an Psalm 55
Barmherziger Gott,
manchmal lauert der schlimmste Feind
nicht irgendwo draußen.
Er verbirgt sich in unserem Innern,
flüstert uns Angst ein,
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
111
untergräbt unser Selbstbewusstsein,
vergiftet unsere Sehnsucht nach Glück.
»Du bist nichts wert«, macht er uns glauben,
»du kannst nichts, du taugst nicht,
du hast kein Recht, glücklich zu sein.«
Mit vielen Stimmen
redet er uns die Lebensfreude aus,
benutzt fromme Sprüche,
um unsere Seele niederzuhalten.
Gott, wir sind diesem inneren Feind
so wenig gewachsen!
Wir schaffen es oft nicht einmal,
ihn zu enttarnen,
geschweige denn, dauerhaft zu überwinden.
Immer wieder schleicht er sich ein
in unsere Gedanken.
Bis in unsere Träume verfolgt er uns,
und selbst in Augenblicken des Glücks
gelingt es ihm, uns zu überfallen.
Gnädiger Gott, wir bitten dich,
befreie du uns aus seinem Würgegriff,
lass unsere Seele aufatmen
unter deinem Zuspruch,
denn du sagst Ja zu uns.
Dir sind wir recht mit all unseren Unzulänglichkeiten.
Du vergibst uns unsere Schuld,
damit wir leben können, aufrecht und frei.
Gott, wir brauchen dich.
Stärke uns durch dein Erbarmen! Amen.
*
Im Anschluss an Psalm 63
Gott, viele von uns können das nicht sagen:
Ich suche nach dir
mehr als nach allem anderen in dieser Welt.
Wir suchen Tag für Tag viel mehr
nach Anerkennung, Erfolg, nach Glück und Geld.
Wenn es uns gut geht, bist du schnell vergessen.
Wenn wir nachts nicht schlafen können,
beschäftigen uns viele Gedanken;
unsere Sorgen holen uns ein,
Ängste steigen in uns auf
Gottesdienstliche
Texte
112
und Traurigkeit droht uns zu ersticken.
Aber wann, Herr, denken wir an dich?
Gott, wecke in uns die Sehnsucht nach dir!
Sättige uns mit deiner Gegenwart
und lass unser unruhiges Herz
zur Ruhe kommen bei dir. Amen.
*
Im Anschluss an Psalm 71
Gott, du Quelle des Lebens!
Wieviel Gutes könnte ich aufzählen,
das du mir getan hast.
Kein Tag vergeht ohne dein Geleit.
In jeder Stunde bist du mir nahe
mein Leben lang.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Aber wie oft verstellt der Betrieb des Alltags
mir den Blick für deine tägliche Güte,
und erst bei besonderen Anlässen merke ich,
wie wichtig du für mein Leben bist.
Warum entdecke ich erst in Krankheit und Not,
was es bedeutet,
jeden Morgen aufstehen zu können
und das zu tun, was ich gewohnt bin.
Kummer und Angst bleiben mir nicht erspart,
doch du lässt mich erfahren,
dass du mich auch dann nicht loslässt.
Du lässt mir Worte zukommen, die mich aufrichten,
und Menschen, die mich trösten.
Und wenn ich zurückschaue,
kann ich nur sagen: Es ist wie ein Wunder,
dass es mit mir nicht aus und vorbei ist.
Es ist wie eine kleine Auferstehung,
dass ich mich wieder am Leben freuen kann
und an jedem neuen Tag.
Ja, ich habe Grund genug,
dich täglich zu loben.
Deine Wohltaten an mir
kann ich gar nicht alle aufzählen.
Vergib mir, Herr, wenn ich das vergaß,
und lass es mir jetzt
und für immer vor Augen stehen. Amen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
113
Im Anschluss an Psalm 127
Barmherziger Gott,
von deiner Güte leben wir.
Dein Segen lässt unsere Arbeit gelingen.
Doch oft sehen wir nur unsere eigenen Anstrengungen,
denken, wir müssten alles selber in den Griff kriegen,
und schreiben unsere Erfolge uns nur selber zu.
Unser Leben steht unter einem unseligen Leistungsdruck.
Oft fühlen wir uns überfordert –
und sind es auch!
Wenn wir uns dann fragen:
»Wofür das alles?«,
dann fallen wir in eine große Leere.
Ja, es ist umsonst,
dass wir früh aufstehen
und hernach lange sitzen
und unser Brot mit Sorgen essen.
Es ist umsonst,
wenn du uns nicht das Ziel weist,
wenn du unserem Leben nicht seinen Sinn gibst.
Erbarme dich, Vater, über uns. Amen.
*
Morgen
Du Gott des Lichts, wir preisen dich,
der du der Morgen bist und der Abend,
der Anfang und das Ende der Welt.
Wir danken dir für die Ruhe der Nacht
und das Licht eines neuen Tages.
Von dir kommt alles, was geschieht.
Du lebendige Kraft,
gib deine Kraft uns, damit wir erwachen.
Du alles umfassende Weisheit,
lehre uns verstehen, wohin unser Weg führen soll.
Du schaffst Freude in den Traurigen,
Trost in den Schwermütigen,
Klarheit in den Verwirrten,
Lebenskraft in den Schwachen.
Schaffe Licht auch in uns
in der Frühe deines Tages. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
114
*
Gott, unser Schöpfer,
im Licht dieses neuen Tages preisen wir dich,
den Vater des Lichtes.
Durch dein allmächtiges Wort
hast du alles ins Leben gerufen.
Dass wir atmen, ist ein Wunder deiner Hand.
Dein ist die ganze Welt, die du geschaffen.
Dein ist die Nacht und dein der Tag.
Dein ist die Zeit und die Ewigkeit.
Halleluja.
Du lässt Wolken ziehen und Winde wehen.
Du gibst Sonnenschein und Regen.
Unter deiner Hand blüht die dürre Erde auf.
Du lässt Brot wachsen und den Wein reifen.
Du erfreust uns mit Blumen und mit dem Gesang der Vögel.
Wie schön ist doch deine Welt!
Wir schauen deinen weisen Händen zu und staunen.
Deine Wunder machen uns jubeln.
Halleluja.
Nie werden wir alle deine Geheimnisse begreifen.
Aber wir nehmen aus deiner Hand, was du uns gibst.
Und das ist mehr, als wir verdienen,
mehr, als wir gewünscht haben,
mehr, als wir fassen können.
Gott, wie bist du so groß!
Wenn wir dich anbeten, wird unser Herz weit.
Unsere Stimme klingt heller, wenn wir dich rühmen.
Über deinem Lob genesen wir.
Halleluja. Amen.
Abend
Bleibe bei uns, Herr,
denn es will Abend werden,
und der Tag hat sich geneigt.
Bleibe bei uns und bei deiner ganzen Kirche.
Bleibe bei uns am Abend des Tages,
am Abend des Lebens, am Abend der Welt.
Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte,
mit deinem heiligen Wort und Sakrament,
mit deinem Trost und Segen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
115
Bleibe bei uns,
wenn über uns kommt
die Nacht der Trübsal und der Angst,
die Nacht des Zweifels und der Anfechtung,
die Nacht des bitteren Todes.
Bleibe bei uns und allen deinen Gläubigen
in Zeit und Ewigkeit. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
116
Eingangsgebete mit Sündenbekenntnis
zum Kirchenjahr
Advent
Herr Jesus Christus, jetzt beginnt die Zeit,
in der wir an dein Kommen denken.
Du schenkst uns deine ganze Liebe,
aber wir bleiben auf uns selbst bezogen.
Wir hören das Wort und singen das Lob,
aber in unseren Herzen ist wenig adventliche Freude.
Du wendest dich uns zu,
aber wir vergessen die vielen, deren Leben dunkel ist.
Vergib uns unsere Schuld.
Bewege uns hin zu dir.
Gib uns deinen Geist,
damit wir dein erlösendes Wort hören, es aufnehmen
und im Herzen bewegen, wie Maria es tat. Amen.
*
Barmherziger Gott, wir danken dir
für deine hingebungsvolle Liebe.
Du schenkst dich uns ganz und gar in Jesus Christus
und machst unser Leben reich und kostbar.
Hilf, dass auch wir nicht geizig sind
mit unseren Gaben,
und mach uns achtsam im Umgang miteinander.
Lass es gerade in der Adventszeit gelingen,
dass wir mehr Wärme in unsere kalte Welt bringen
und Hoffnung, die sich von deinem Kommen nährt. Amen.
*
Barmherziger Gott,
wir möchten uns dir öffnen,
wir sehnen uns danach,
dass du in unser Leben trittst
und vieles anders wird bei uns.
Aber es fällt uns so schwer,
zur Ruhe zu kommen
und dir und deinem Wort Raum zu geben.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
117
Wir sehen, was alles noch getan werden müsste,
und sind am Ende oft mehr erschöpft als erfüllt
durch das, was wir von der Adventszeit erhofft haben.
Darum bitten wir dich:
Sende uns deinen Heiligen Geist,
damit wir das rechte Maß finden
für Ruhe und Aktion, für Reden und Stille
und für die Zeit, die wir brauchen
für uns und für dich. Amen.
*
Gott, du Heil aller Menschen,
wie gerne möchten wir uns fallen lassen
in den Trost der Weihnachtsbotschaft,
in die Freude an deiner Geburt.
Wie gern möchten wir glauben,
dass du längst den gesandt hast,
der den Elenden Recht spricht,
der den Armen hilft gegen ihre Bedränger,
der der Welt großen Frieden bringt.
Aber immer wieder schreit uns die Erde
ihr Leid entgegen.
Immer wieder nisten sich Zweifel in uns ein
angesichts der Menge ungesühnter Verbrechen.
Gott, sieh unsere Sehnsucht,
heile unsere Zerrissenheit
und lass Gerechtigkeit und Frieden
wachsen in unserer Welt.
Herr, erbarme dich unser. Amen.
Weihnachten
Allmächtiger Gott, Schöpfer der Welt.
Unfassbar bist du in deiner Größe
und begegnest uns in der Gestalt eines Kindes.
Erhaben bist du über alles
und machst dich angreifbar und verletzlich.
Wir können das nicht zusammendenken,
was bei dir, Gott, zusammengehört.
Oft wähnen wir dich nur in unendlicher Ferne,
selbstgenügsam und unberührt von unserem Leben;
dann aber missbrauchen wir auch deine Nähe,
Gottesdienstliche
Texte
118
wollen dich einspannen für unsere Ziele
und machen mit dir, was wir wollen,
ohne Ehrfurcht, ohne Respekt.
Hole uns zurück, Gott, von unseren Irrwegen.
Lass uns dein wahres Wesen erkennen,
dich lieben und ehren, so wie du bist:
als menschlichen Gott,
offenbar und geheimnisvoll,
mächtig und zart. Amen.
*
Lieber Vater im Himmel.
Wir kommen zu dir,
weil dieser Abend dein Abend ist.
Der Abend, an dem du in deinem Sohn,
in einem Kind, zu uns gekommen bist:
aus deinem Licht in unser Zwielicht,
aus deinem Reichtum in unsere Armut,
aus deiner Ruhe in unseren Lärm.
Wir danken dir dafür.
Ja, wir können es kaum glauben, kaum fassen,
aber wir halten unsere Hände und unsere Herzen auf
für das, was du uns geben willst.
Denn du hast diesen Abend zu unserem Abend gemacht.
Du hast uns ins Licht gerückt
und uns die Tür zu dir geöffnet.
Gib, dass wir durch unser Sorgen und Hasten hindurch
jetzt dich hören können,
damit unser Herz Ruhe findet bei dir. Amen.
*
Im Anschluss an Jesaja 11
Ach Gott, wie viele Menschen sehnen sich danach,
dass das wahr wird:
eine Welt, die von Gerechtigkeit und Frieden regiert wird,
in der die Klage der Armen und Unglücklichen Gehör findet
und alle lernen, aufeinander zu achten.
Mit deinem Sohn, o Gott,
hat diese Sehnsucht Gestalt angenommen,
ist dein gutes Wort Mensch geworden.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
119
Wir vergessen das manchmal, wir zweifeln daran
oder möchten noch viel mehr davon sehen.
Vergib uns unseren Kleinglauben,
reiß uns aus unserer Verzweiflung
und stärke unser Vertrauen auf dich, Gott. Amen.
*
Familiengottesdienst
Lieber Gott,
wir sind so froh, dass heute Weihnachten ist.
Wenn doch bloß alles schön wird!
Niemand soll sich heute bei uns streiten,
niemand soll heute nur traurig sein.
Und niemand soll denken:
Ist das alles langweilig,
wäre doch Weihnachten endlich vorbei!
Jesus ist doch auf die Welt gekommen,
weil du uns so lieb hast.
Lieber Gott, lass alle Menschen das verstehen
und sich darüber freuen. Amen.
Jahreswechsel
Barmherziger, ewiger Gott.
Wir blicken zurück auf das vergangene Jahr.
Wir sind dir dankbar für alles Glück,
für alles Gelingen,
für alle Zeiten von Zufriedenheit.
Aber wir wissen,
wir haben auch Chancen vertan,
Möglichkeiten, etwas zu bewirken, nicht genutzt.
Wir sind vieles schuldig geblieben.
Dafür bitten wir dich um Vergebung.
Und wenn wir an die Verluste und die Abschiede denken,
die das Jahr uns gebracht hat,
dann suchen wir Zuflucht bei dir
mit unserer sprachlosen Traurigkeit.
Gott, wir blicken zurück auf Zeit,
die du uns geschenkt hast,
auf Erfahrungen, die unser Leben geprägt haben,
auf Spuren deines Geleits.
Gottesdienstliche
Texte
120
Wir bitten dich,
bleibe bei uns
und halte deine Hand auch über das Jahr,
dem wir entgegengehen. Amen.
*
Ewiger Gott,
an diesem Jahreswechsel merken wir,
wie schnell die Zeit vergeht.
Uns wird bewusst,
dass unsere Jahre gezählt sind,
und manche leiden darunter,
dass so wenig bleibt von den Momenten des Glücks,
der Unbeschwertheit und der überschwänglichen Hoffnung.
Andere dagegen sind froh,
dass auch das Unglück im Fluss der Zeit vergeht
und sie nach großem Schmerz wieder Freude erleben können.
Herr, du hältst alle Zeit in deinen Händen,
und wenn auch alles vergeht:
Deine Güte bleibt ewiglich. Amen.
*
Gott, du Herr aller Zeit!
Wir rufen zu dir,
weil du treu bist.
Wir suchen dein Angesicht,
weil bei dir die Quelle des Lebens fließt.
Wir fragen nach deinem Wort,
weil du das Licht aus der Finsternis riefst
und einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben hast.
Wir danken dir,
dass wir immer und immer wieder
vor dich kommen können.
Wir danken dir,
dass wir darauf vertrauen dürfen:
das Band, mit dem du unser Leben zusammenhältst,
wird nicht zerreißen.
Bei dir ist Leben und Auferstehen,
und mit deinem Geist ziehst du
unsere Tage und Jahre zu dir.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
121
Wir bitten dich:
erbarme dich über all das Halbe und Abgebrochene,
Unehrliche und Zerstörerische an unserem Leben.
Mache bei uns wieder heil und ganz,
was deinem Willen entspricht.
Erwecke uns jetzt, dass wir deine Stimme hören
mit unseren Ohren und auch mit unseren Herzen. Amen.
*
Gott, wir stehen vor dir; sieh auf unser Leben:
auf alles, was darin schön und gelungen ist,
und auf das, was wir lieber verstecken.
Gott, sieh auf unser Leben:
auf alles, was zerbrechlich und verwundbar ist,
auf alles Kräftige und Mutige.
Bei all unseren kleinen, zaghaften Schritten
und bei den gewagten Aufbrüchen
sei du, was uns lebendig macht und am Leben erhält. Amen.
*
Gütiger Gott,
Wir wollen dies neue Jahr aus deiner Hand nehmen
und in deinem Namen beginnen.
Hilf uns, nicht alten Träumen nachzuhängen
und uns nicht von der Last vergangener Zeit quälen zu lassen.
Vergib uns um deines Sohnes Jesus Christus willen
alle Sünden, mit denen wir dich
im vergangenen Jahr betrübt haben.
Lass uns allem Neuen in diesem Jahr
zuversichtlich entgegengehen.
Dazu stärke uns täglich durch dein Wort
und deinen Heiligen Geist. Amen.
Epiphanias
Herr unser Gott!
Wir danken dir,
dass wir in dieser Stunde beieinander sein dürfen,
um dich anzurufen,
um alles, was uns bewegt, vor dich zu bringen,
um gemeinsam die frohe Botschaft vom Heil der Welt zu hören,
Gottesdienstliche
Texte
122
um dir die Ehre zu geben.
Komm du selbst jetzt zu uns!
Wecke du uns auf!
Gib du uns dein Licht!
Sei du unser Lehrer und Tröster!
Rede du selbst mit uns so, dass ein jeder gerade das höre,
was er nötig hat und was hilft.
Und so sei du auch an allen anderen Orten denen gnädig,
die sich an diesem Morgen als deine Gemeinde versammeln!
Erhalte sie und uns bei deinem Wort!
Bewahre sie und uns vor Heuchelei, Irrtum, Langeweile und
Zerstreuung!
Gib ihnen und uns Erkenntnis und Hoffnung,
ein klares Zeugnis und freudige Herzen –
durch Jesus Christus, unseren Herrn! Amen.
*
Gott, im Licht deiner Herrlichkeit
tritt auch das Dunkel hervor.
Lass uns die dunklen Seiten
in unserem Leben und in unserer Welt
vor dir aussprechen und benennen,
damit sie sich wandeln können in deinem Licht:
unsere Ungeduld und Rechthaberei,
die Unfähigkeit, zur eigenen Schuld zu stehen
und sie vor anderen zuzugeben,
die Angst vor dem Urteil anderer,
die uns hindert, nach unserem Gewissen zu handeln,
den Mangel an Mut, an Liebe, an Willen zum Frieden.
Wir bitten dich:
Lass das Dunkle nicht überhand nehmen.
Befreie uns von der Last unserer Schuld.
Gib, dass die Menschen uns verzeihen,
denen wir wehgetan haben.
Und vergib du uns um Jesu Christi willen. Amen.
Passion
Barmherziger Gott,
wir erinnern uns an das Leiden und Sterben deines Sohnes.
Es fällt uns schwer zu begreifen,
dass unsere Sünde ihn so weit gebracht hat.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
123
Wir denken nicht gern daran,
dass unsere Selbstbehauptung sich tödlich auswirkt.
Wir nehmen nicht ernst genug,
dass unsere Verschlossenheit dir gegenüber
mörderische Folgen hat.
Hilf uns durch das Kreuz deines Sohnes,
unsere Abgründigkeit zu erkennen.
Zeig uns aber auch,
wie viel weiter deine Barmherzigkeit reicht;
richte uns auf durch deine Güte. Amen.
*
Gott, du Trost unserer Seele,
nach außen hin tun wir oft so stark,
zeigen uns gefasst angesichts großer Sorgen,
lassen uns nichts anmerken von dem, was uns quält.
Aber wenn wir allein sind oder nachts wach liegen,
bricht unsere Fassade zusammen.
Dann überfällt uns die unterdrückte Trauer,
dann erscheint der nächste Tag wie ein Berg,
und wir fühlen uns den Ansprüchen nicht gewachsen,
die andere an uns stellen
oder unter die wir selbst uns gestellt haben.
Gott, du kennst uns und weißt, was uns umtreibt.
Dir sind die Abgründe unserer Seele nicht verborgen.
Erbarme dich über uns! Amen.
Gründonnerstag
Lieber Vater im Himmel!
Wir sind heute Abend beisammen,
um die Nacht zu bedenken,
in der dein Sohn seinen Weg durch Verrat und Versagen,
durch Angst und Schwäche bis zum Tod ging.
Lass uns begreifen, wie uns das zum Leben dient.
Lass uns bedenken, wie unser Leben aus dieser Nacht wächst.
Hilf uns, dass wir unsere eigenen Wege vor Augen haben,
und nicht verleugnen, wie es um uns steht.
Gib uns in dieser Stunde deinen Geist,
der unsere Herzen öffnet,
in uns wacht und zu dir betet. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
124
Karfreitag
Bekennt dem Herrn eure Sünde, denn er ist gütig,
und seine Barmherzigkeit ist ewig:
Allmächtiger Gott, himmlischer Vater,
wir bekennen vor dir,
dass unsere Erkenntnis nicht ausreicht,
um die Tiefe deiner Liebe zu erfassen,
die du uns im Leiden und Sterben
deines Sohnes entgegenbringst.
Sei uns gnädig und erbarme dich über uns.
Lass den Kreuzestod unseres Herrn Jesus Christus
uns nicht zum Ärgernis oder zur Torheit werden.
Gib dem Wort vom Kreuz Macht über unser Leben,
damit wir nicht auf uns selbst vertrauen,
sondern auf den, der für uns gestorben ist. Amen.
*
Gott, Jahr für Jahr tritt uns am Karfreitag
das Leiden deines Sohnes vor Augen.
Jahr für Jahr hören wir:
um unserer Sünden willen dahingegeben.
Aber als hätten wir nichts begriffen
gehen wir zur gewohnten Tagesordnung über:
denken, reden und handeln genauso verkehrt wie zuvor.
Manchmal scheint es, als sei dein Sohn vergeblich gestorben,
weil wir uns auch im Angesicht seines Kreuzes
so wenig ändern.
Gott, durchbrich unsere Verschlossenheit!
Öffne uns für deinen Schmerz und unsere Schuld.
Lass uns zu einem neuen Anfang finden
mit dir und miteinander. Amen.
*
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinen Sohn zu unserem Passalamm gemacht.
Aber wir nehmen unsere Befreiung durch seinen Tod
nicht genügend wahr;
wir verharren im Bann böser Gedanken,
verletzender Worte, gemeiner Taten.
Führe uns heraus aus unserer Bosheit und unserer Sünde
um Christi willen
und erneuere uns durch deinen heiligen Geist. Amen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
125
Nach vorangehender Information über Judenpogrome am
Karfreitag
Gott, du unser gnädiger Richter,
wir haben das Leiden und Sterben deines Sohnes vor Augen
und lassen uns sagen:
Für uns hat er das alles getan.
Aber auch: An uns muss er so leiden,
weil unser Leben immer noch so verschlossen ist
für deine Barmherzigkeit und für dein Recht.
Wir haben das Leiden und Sterben deines Sohnes vor Augen,
und wir erkennen daran das Ausmaß unserer Sünde
und das noch größere Maß deiner Vergebung.
Umso mehr sind wir beschämt,
dass der Tag unserer Befreiung
in der Geschichte der Kirche
oft zu einem Schreckenstag
für unsere jüdischen Geschwister geworden ist.
Oft wurden sie für den Tod deines Sohnes
schuldig gesprochen,
gehasst, gejagt, gedemütigt und erschlagen;
das Kreuz, unser Zeichen des Heils,
wurde ihnen zum Unheilszeichen.
Wir haben das Leiden und Sterben deines Sohnes vor Augen,
und sehen ihn unlöslich verbunden
mit dem Leiden und Sterben deines Volkes
durch Christenschuld.
Gott, sei unseren Vorfahren und uns ein gnädiger Richter,
und lass aus den neuen Anfängen zwischen Christen und Juden
Achtung und geschwisterliche Liebe erwachsen. Amen.
*
Ostern
Gott, wir feiern Ostern, Sieg des Lebens über den Tod –
aber unser Leben ist immer noch vom Tod gezeichnet.
Wir feiern Ostern, Sieg der Freude über das Leid –
aber unser Leben ist immer noch vom Leid überschattet.
Ahnend nur erfassen wir die neue Wirklichkeit.
Doch wir trauen dir zu, dass du uns verwandelst.
Dass du dein Osterlicht heute leuchten lässt,
darum bitten wir dich im Namen Jesu. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
126
*
Gott, du Quelle des Lebens!
Dies ist der Tag, den du gemacht hast,
der Tag, an dem dein Sohn Jesus Christus
nicht mehr bei den Toten zu finden war,
weil du ihn auferweckt hast.
Dies ist dein Tag,
an dem das Licht der Schöpfung
über die Finsternis der Nacht gesiegt hat.
Dies ist dein Tag, an dem der Tod
im leeren Grab vor Jerusalems Toren zurückblieb.
Lass diesen Tag nun auch zu unserem Tag werden,
denn wir leben noch im Schatten
und wir vermögen nicht zu unterscheiden:
Ist es der Schatten deiner Hand
oder ist es der Schatten des Todes,
der uns so oft umgibt.
Wir stehen wie geblendet
und manchmal auch blind
vor dem Licht von Ostern.
Manchmal scheint uns das, was du tust,
zu groß, zu unglaublich für uns.
Unsere kleinen Schritte können nicht nachfolgen,
wo du uns vorangehst.
Unser Verstand kann dem nicht nachdenken,
was du uns zeigst.
Darum warten wir auf dein Wort,
damit das helle Osterlicht unsere Grenzen durchbricht
und wir erkennen,
dass der Kerker des Todes aufgeschlossen
und das Tor zum Leben weit offen ist. Amen.
*
Gnädiger Gott, du sprengst die Ketten des Todes
und zerbrichst den Riegel, der uns das Leben versperrt.
Du sendest deinen Sohn;
er geht seinen Weg mitten durch unsere Welt,
und wir können ihm folgen –
nicht nur in diesem Leben,
sondern durch den Tod hindurch
in ein Leben, das unvergänglich ist – in das Licht.
Es wäre so einfach, deinem Weg zu folgen
und sich auf dich zu verlassen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
127
Aber wir schaffen es nicht,
die Stimmen der Furcht und der Traurigkeit
in uns zum Verstummen zu bringen.
Sie reden zu uns, wir hören ihnen zu,
manchmal Tag und Nacht.
Und oft scheinen sie uns zuverlässiger zu sein,
als die Stimme deines Wortes und als dein Licht.
Darum bitten wir um deinen Geist,
der uns auf die Beine stellt,
der unsere Ohren und Augen,
unseren Verstand und unser Herz öffnet
für deine Ostertat und für dein Kommen.
Gott, wende dich jetzt zu uns und sei bei uns! Amen.
Kantate
Gott, Vater und Mutter,
dir zur Freude spielen wir,
dir zur Freude singen wir,
dir zur Freude anbeten wir,
und wenn wir hören,
dann hören wir, was du für uns getan hast,
dass du uns nicht allein gelassen hast
in unserer Verlorenheit,
dass du in deiner Freundlichkeit
auf uns wartest,
damit wir umkehren und heimkehren
mit dem Jubel der Erlösten. Amen.
*
Du wunderbarer Gott,
wir singen dir aus Dank für deine Güte,
aus Freude an diesem Tag
und aus Lust, miteinander in Einklang zu kommen.
Wir singen dein Lob in glücklichen Zeiten,
wir klammern uns an den Trost der Lieder,
wenn unser Herz schwer ist.
Wir protestieren mit dem Lob deiner Barmherzigkeit
gegen die Unbarmherzigkeit in unserer Welt.
Gott, höre unseren Gesang und alles,
was wir mit in die Töne legen.
Gott, sei uns gnädig. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
128
Himmelfahrt
Herr Jesus Christus, alle Gewalt
im Himmel und auf Erden ist dir gegeben.
Darum bitten wir dich:
Entmachte die gottlosen Mächte,
die das Leben zerstören.
Erhalte uns in deinem Reich.
Gib uns deinen Heiligen Geist,
damit wir dich hören, dein Wort annehmen
und den rechten Glauben bewahren.
Lass uns für dich leben,
mit dir einst sterben
und durch deine Kraft aufgenommen werden
in das Reich deines Vaters,
mit dem du lebst und regierst in Ewigkeit. Amen.
Pfingsten
L Heiliger, lebendig machender Geist!
Du warst vor allem Anfang
und schwebtest über den Wassern.
Du hast zu uns geredet durch die Propheten
und zuletzt durch den Sohn.
Du bist es, der uns hier versammelt.
Wir bitten dich:
G Komm, Geist der Erneuerung und des Lebens!
L Sieh dir unsere Kirchen und unsere Gemeinden an!
Sie tragen alle Zeichen unserer Schwächen,
unseres Ungehorsams und unseres Versagens.
Darum bitten wir dich:
G Komm, Geist der Erneuerung und des Lebens!
L Sieh dir die Welt an, in der wir leben!
Man merkt ihr oft nicht mehr an,
dass sie die Welt ist, die du gewollt hast.
Krieg und Ungerechtigkeit,
Hass und Gewalt bestimmen ihren Lauf.
Darum bitten wir dich:
G Komm, Geist der Erneuerung und des Lebens!
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
129
L Sieh dir das Leben an, das wir jeden Tag führen!
Man erkennt oft nicht,
dass es ein Leben ist,
das sich dir verdankt.
Darum bitten wir dich:
G Komm, Geist der Erneuerung und des Lebens! Amen.
*
Gott, du Atem des Lebens!
Du bist bei uns mit deinem Wort und mit deinem Geist.
Du sprichst zu unseren Herzen und zu unseren Gedanken.
Lass uns ruhig werden.
Lass uns ablegen, was uns zu schwer ist.
Lass uns annehmen, was wir nicht loswerden können.
Richte uns auf, damit wir verstehen,
dass du es gut meinst und gut machst mit uns.
Sei bei uns allen hier in der Gemeinde.
Wir bitten deinen Geist herab
auf unser Predigen, unser Reden, Singen und Beten
und auch auf unser Schweigen.
Gib unseren Gebeten Kraft.
Lass uns erkennen, wieviel Gutes
du uns für unser Leben gibst. Amen.
Trinitatis
Herr Gott, himmlischer Vater!
Du hast uns geschaffen,
und du kennst uns besser als wir selber.
Lass dir wohlgefallen, was recht an uns ist
und was Gutes durch uns geschieht.
Was böse an uns ist und verderblich,
das überwinde durch deine Liebe.
Herr Jesus Christus!
Du bist der Weg in das Haus des Vaters.
Lass uns bei dir bleiben und so zum Ziel kommen.
Gott, Heiliger Geist!
Du erschließt uns das Wort, von dessen Wahrheit wir leben.
Gottesdienstliche
Texte
130
Komm jetzt zu uns und öffne unsere Herzen.
Sammle die Zerstreuten, lockere die Verkrampften,
tröste die Traurigen, ermuntere die Trägen.
Erneuere unsere Sprache, dass sie taugt,
das Lob des Dreieinigen Gottes
lebendig zu verkünden. Amen.
*
Dreieiniger Gott! Du wohnst in deiner Herrlichkeit
und bist doch allen nahe, die mutlos und zerschlagen sind.
In deiner Liebe hast du uns gesucht,
hast dich mit deinem Namen bekannt gemacht
als der Gott, der für uns eintritt.
Uns und alle Welt hast du ins Dasein gerufen
und umgibst uns Tag für Tag mit deiner Treue.
In Jesus Christus, deinem ewigen Sohn,
bist du sichtbar unter uns getreten und Mensch geworden.
Er hat unser Leben geteilt, hat unser Leid, unsere Schuld,
unseren Tod auf sich genommen und
durch seinen Tod am Kreuz
und durch seine Auferstehung überwunden.
Unbegreiflich nahe kommst du uns in deinem Heiligen Geist,
um in uns zu wohnen, uns zu trösten und zu stärken.
So bist du der Dreieinige Gott, der Vater, der Sohn
und der Heilige Geist.
Wir aber sündigen gegen dich,
weil wir unser Leben nicht aus deiner Hand nehmen
und dir den Dank schuldig bleiben.
Wir gehen nicht den Weg Jesu Christi.
Wir verschließen uns vor dem Reden deines Geistes
und hören nicht auf dein Wort. Wir bitten dich:
Vergib uns unsere Schuld.
Komm in unsere Mitte in der Kraft deines Heiligen Geistes.
Wir sind hier in deinem Namen versammelt.
Gewähre uns deine Gegenwart
und verbinde uns mit dir und deiner ganzen Kirche. Amen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
131
Taufgedächtnis (6. Sonntag nach Trinitatis)
Du treuer Gott,
wir freuen uns über diesen Tag.
Wir erinnern uns heute an unsere Taufe,
daran, dass du uns liebst, seit wir auf der Welt sind:
Du hältst zu uns, was immer auch kommt;
und auch wenn wir dir Kummer machen,
lässt du uns nicht im Stich.
Guter Gott,
wir freuen uns über dich!
Es ist schön, von dir zu hören,
für dich zu singen
und zu dir zu reden.
Lass uns merken, dass du uns jetzt nahe bist. Amen.
Israelsonntag (10. Sonntag nach Trinitatis)
Das Gebet kann mit folgendem Hinweis eingeleitet werden:
Der Israelsonntag fällt traditionsgemäß in die Nähe des jüdischen Gedenkens
an die Zerstörung des zweiten Tempels – im jüdischen Kalender
der 9. Aw. Mit diesem Datum verbinden sich in der jüdischen Tradition
weitere Schicksalsdaten: der Beschluss Gottes, das Volk Israel
vierzig Jahre lang in der Wüste zu lassen, die Zerstörung des ersten
Tempels, die Vertreibung der Juden aus England und Spanien. Die jüdischen
Gottesdienste am 9. Aw sind voller Klage und voller trotzigem
Festhalten an Gott.
Gebet:
Barmherziger Gott,
dein Volk Israel blickt zurück
auf viele Erfahrungen von Zerstörung,
Demütigung und Vertreibung,
und trauert vor dir.
Die Kirche hat diese Trauer lange nicht geteilt,
sondern oft genug vergrößert;
viele von uns haben noch gelernt,
die Katastrophen Israels
als verdientes Gericht für seine Verstocktheit zu deuten.
Gottesdienstliche
Texte
132
Nun sehen wir ein, dass wir es sind,
die deinen Zorn verdient haben,
weil uns nicht zusteht, uns über dein Volk zu erheben
und es in seinem Leid allein zu lassen.
Gott, wir bitten dich, vergib uns,
und hilf, dass wir heute nicht nur mit Lippenbekenntnissen
Umkehr und Veränderung beteuern,
sondern uns berühren lassen von der Klage deines Volkes.
Lass aus Gleichgültigkeit Teilnahme werden,
aus Kälte Herzlichkeit
und aus Selbstgerechtigkeit tätige Buße. Amen.
*
Einziger Gott,
du hältst deinem Volk Israel bis heute die Treue.
Bis heute stehst du zu deinen Verheißungen.
Bis heute ist dir Israel kostbar
wie dein Augapfel.
So wird es bleiben.
Wir haben das lange übersehen.
Wir haben lange gelernt,
wir seien an Israels Stelle getreten
und deine Liebe gelte nur noch uns.
Gott, vergib uns unsere Blindheit
und unsere Selbstgerechtigkeit.
Segne die Anfänge neuen Verstehens.
Lass uns Verbindendes entdecken
und Israels Eigenständigkeit achten.
Lehre uns Geschwisterlichkeit,
die aus deiner Treue lebt. Amen.
*
Herr, dein Weg mit den Menschen, die du liebst,
ist uns oft nicht begreiflich,
weil er so dunkel, so schwer ist.
Wir bitten dich,
lass uns von deinem Volk Israel lernen,
auch dann an dir festzuhalten,
wenn wir dich nicht verstehen,
auch dann deinen Namen zu heiligen,
wenn es uns wehtut,
auch dann auf dich zu hoffen,
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
133
wenn wir keine Hoffnung mehr sehen.
Und lass uns wie Israel erfahren,
dass deine Treue neue Zukunft weist. Amen.
Erntedankfest
Du lebensspendender Gott!
Aus deiner Hand nehmen wir diesen Tag.
Du hast ihn für uns gemacht.
Auch wir sind von deiner Hand gemacht,
und alle Welt ist das Werk deiner Hände.
Aus deiner Hand nehmen wir,
was dein Reichtum uns gibt.
Deine Gabe ist die Fülle des Lebens.
Alles, was im Schatten ruht,
was im Licht atmet,
dankt dir vom Anbeginn der Welt an
bis zu dem Ende, das du gesetzt hast.
Du heilst, was zerbrochen ist,
du richtest, was aus dem Lot geraten ist.
Darum stehen auch wir heute morgen vor dir.
Mit Worten und Gedanken
sagen wir dir Dank für alles,
was uns gestützt hat, was unseren Rücken gestärkt
und unseren Blick wieder erhoben hat.
Doch unsere Worte reichen nicht aus,
um mit uns selbst und vor dir ins Reine zu kommen.
Zu viel ist ungeordnet,
zu vieles ist uns entgangen
oder wir haben es wieder vergessen.
Wie sollten wir auch alles beim Namen nennen können,
was uns wie ein Schatten umgibt?
Du siehst das alles. Du kennst es.
Ja, wir machen dir Mühe.
Viele Stimmen erheben sich in uns gegen deine Verheißung.
Heute, an dem Tag, den du gemacht hast,
wollen wir dir auch mit unserer Schwäche die Ehre geben.
Richte nun unsere Herzen auf,
damit dein Wort in uns lebendig wird.
Gott, gib uns deinen Geist. Amen.
*
Gottesdienstliche
Texte
134
Gott, du Schöpfer und Erhalter!
Du tust Großes an uns und an deiner Welt.
Die Erde breitest du vor uns aus
und lässt sie hervorbringen, was uns nährt.
Alle Kreatur spürt deine Güte,
alles, was atmet, alles, was das Licht sucht.
Auch die Dunkelheit hast du geschaffen,
um uns wohl zu tun.
Tag und Nacht dienen dir
und allen, die du geschaffen hast.
Allem, was ist,
gibst du Anfang und Ende.
Alles, was lebt,
behütest du mit deiner Fürsorge.
Du lässt uns alle Dinge zum Guten dienen.
Wir erfahren deine Weisheit und Güte.
Darum danken wir dir:
für das Werk unserer Tage und für die Ruhe unserer Nächte;
für all das, was du an uns geheilt hast
und was du unter uns wieder zusammenbringst.
Deinem Wort trauen wir,
auf deine Güte hoffen wir.
Sei unter uns mit deinem Geist
und segne unser Hören und Reden,
Singen und Beten. Amen.
Reformationstag
Barmherziger, getreuer Gott,
wir sagen dir Lob und Dank
für deine Wohltaten,
die du uns allezeit erweist.
Wir danken dir für deine Treue zu Israel
und für das Evangelium,
in dem du dich uns zu erkennen gibst.
Wir bitten dich:
Erhalte deine Kirche bei deinem Wort
und verbinde sie in Liebe mit deinem Volk.
Vergib uns alle unsere Sünde
um deines Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus willen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
135
Erwecke uns zu neuem Gehorsam,
erneuere uns durch deinen Heiligen Geist,
dass unser Zeugnis und Dienst
zu deiner Ehre und zum Segen für alle Menschen
geschehe. Amen.
*
Geist Gottes, leiser, zärtlicher Atem
und starker kräftiger Sturmwind,
komm und belebe uns neu.
Geist Gottes, fege hinein in unser Leben und unsere Kirche,
fege hinweg, was darin falsch und verlogen ist.
Geist Gottes, kehre in uns ein,
damit wir einsehen, wo wir umkehren und neu anfangen müssen.
Geist Gottes, leuchte uns,
damit wir klar sehen, wo unser Licht und unser Dunkel ist.
Geist Gottes, entzünde uns neu,
damit das Feuer in uns wieder brennen kann
und der Funke überspringt, auf den es ankommt.
Geist Gottes, berate uns gut,
damit wir erkennen, was zu tun und zu lassen ist.
Geist Gottes, treib uns an,
damit wir neuen Antrieb in uns haben.
Geist Gottes, beflügele uns,
damit wir es wagen zu träumen
und uns trauen zu kämpfen. Amen.
Volkstrauertag
Ewiger, barmherziger Gott.
Der heutige Tag erinnert uns an das Unheil,
das unser Volk mit Krieg und Gewalt
über andere Völker und auch über sich selbst gebracht hat.
Wir denken an die Menschen, die unter uns gelitten haben:
an die vielen Todesopfer,
aber auch an die Überlebenden,
die in ihren Träumen noch immer
heimgesucht werden von dem Grauen.
Mach uns empfindsam für ihren Schmerz,
in dem sie oft sehr einsam sind,
und für ihre ohnmächtige Trauer und Wut.
Lass nicht zu, dass die begangenen Verbrechen
Gottesdienstliche
Texte
136
geleugnet, verharmlost und vergessen werden,
sondern hilf uns, die Erinnerung auszuhalten
und zu tatkräftiger Umkehr zu finden,
um unserer selbst und um der Opfer willen.
Herr, erbarme dich! Amen.
Buß- und Bettag
Im Anschluss an Psalm 51
Lieber Vater im Himmel,
manchmal können wir das nicht,
so offen unsere Schuld eingestehen
und um Vergebung bitten.
Manchmal versuchen wir,
uns aus allem herauszureden,
manchmal verdrehen wir lieber Unrecht in Recht,
als zuzugeben, dass wir etwas falsch gemacht haben.
So rechthaberisch und unbußfertig sind wir!
Deshalb bleibt die alte Schuld an uns haften,
und wir erleben nicht die befreiende Kraft der Vergebung.
Herr, bring uns zur Einsicht,
schärfe unser Gewissen
und gib uns Mut, unser Versagen einzugestehen
und um Verzeihung zu bitten.
Herr, erbarme dich über uns. Amen.
Ewigkeitssonntag / Totensonntag
Du starker Gott, unsere einzige Zuflucht:
Birg uns im Mantel deiner Liebe,
wenn uns kalt wird von innen her,
wenn Trauer und Trostlosigkeit über uns herfallen
und alles nur noch sinnlos erscheint.
Gewähre uns einen Unterschlupf bei dir,
wenn uns die Gedanken verfolgen
an das, was wir versäumt haben
oder anders hätten machen sollen,
oder wenn unser Reden und Tun, das böse war,
uns schließlich einholt.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
137
Halt uns fest, du starker Gott,
wenn der Boden unter uns wankt
und unsere Lebensentwürfe zerbrechen,
wenn wir erkennen, wie hohl vieles ist,
was wir darstellen und behaupten,
oder wenn uns das Ziel unseres Daseins verschwimmt.
Gott, mit all unseren verworrenen Gedanken,
mit unseren Fragen und Zweifeln flüchten wir uns zu dir.
Herr, erbarme dich über uns! Amen.
*
Gott, du versprichst uns neue Zukunft,
Zukunft, in der alle lachen können,
die heute noch niedergeschlagen sind,
Zukunft, in der alle aufatmen können,
die heute noch gefangen sind in Elend und Angst.
Du versprichst uns Todgeweihten
einen neuen Anfang und neues Leben.
Ach, wenn wir das nur glauben könnten,
wenn wir es wagten,
alles auf diese Hoffnung zu setzen.
Wie anders sähe dann unsere Gegenwart aus!
Die Schleier der Trauer würden schon heute
ein wenig aufreißen.
Die Fesseln der Hoffnungslosigkeit würden von uns abfallen,
wir würden wieder beweglich
und könnten miteinander Schritte versuchen dir entgegen!
Herr, schreib uns deine Verheißungen in unser Herz
und pflanze mit ihnen den nötigen Glauben,
dass wir dich erkennen als Grund und Ziel
unseres ganzen Lebens. Amen.
*
Im Anschluss an Psalm 73
Gott, wenn es uns schlecht geht,
wenn wir einsam und traurig sind
oder große Schmerzen haben,
dann sind wir manchmal so verzweifelt,
dass wir auch von dir keine Hilfe mehr erwarten.
Manchmal bist du uns so fremd,
manchmal können wir unsere Erfahrungen
einfach nicht mehr mit deiner Güte zusammendenken.
Herr, wenn uns alle Gewissheit entgleitet,
Gottesdienstliche
Texte
138
lass uns wie der Psalmbeter innewerden,
dass du uns noch immer hältst.
Lass auch uns,
allem Schrecklichen zum Trotz,
Halt und Zuversicht finden bei dir. Amen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zum
Kirchenjahr
139
140
Eingangsgebete mit Sündenbekenntnis
zu Themen und Anlässen
Arbeit
Gott, du bist gekommen, dein Leben mit uns zu teilen.
Wir aber suchen das Glück für uns selbst.
Du kamst hinunter auf die Erde;
alles, was Leben ausmacht, hast du uns gegeben:
Liebe, Hoffnung und Vertrauen.
Wir haben Kräfte und Gaben, Zeit und Geld,
aber nicht immer sind wir dankbar für das, was du gibst.
Wir bekennen vor dir,
wie oft wir uns nur um uns selbst gesorgt haben.
Wir arbeiten und planen, wir kaufen und machen Geschäfte,
als hinge unser Leben allein davon ab.
Wir sehen auf unseren Vorteil
und übersehen die, denen es am Nötigsten fehlt.
Wir möchten vorankommen
und gehen an dir und den Menschen vorbei.
Darum bitten wir dich:
Komm auf uns zu in diesem Gottesdienst,
öffne uns Augen und Ohren für dich und für unsere Nächsten.
Herr, erbarme dich unser. Amen.
Bibel
Gott, wir danken dir
für den Reichtum an Trost und Orientierung,
der sich uns aus der Bibel erschließt.
Hilf, dass wir mit Freuden lernen,
dein Wort zu verstehen,
und die Erfahrungen früherer Generationen mit dir
fruchtbar zu machen für unser Leben.
Bewahre uns davor,
biblische Sätze als Waffe zu missbrauchen,
mit der wir andere einschüchtern oder verletzen.
Dein Heiliger Geist leite uns im Lesen,
im Begreifen und im Bezeugen deiner Geschichte
mit unserer Welt. Amen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zu Themen
und Anlässen
141
*
Dass du ein Gott bist,
der uns anspricht,
der mit uns redet
und hört, was wir ihm sagen –
dass du Worte findest,
die zu uns durchdringen,
die uns aus unserem Trotz lösen
und aus unseren Verstrickungen –
dass du dich nicht längst zurückgezogen hast
in zorniges oder enttäuschtes Schweigen,
sondern uns in deinem Wort
weiter unser Leben erschließt –
Gott,
darüber können wir nur staunen
und dir danken. Amen.
Diakonie
Gütiger Gott,
du warst dir nicht zu schade,
dich in Jesus Christus für uns zum Diener zu machen.
Von deiner Fürsorge leben wir alle
bis zum heutigen Tag.
Wir bitten dich:
Vergib uns, wenn wir deine Güte vergessen.
Nimm von uns alle Gedankenlosigkeit und Eigensucht,
unsere Gleichgültigkeit gegenüber fremdem Leid,
unsere Trägheit in der Liebe.
Bring uns zurück auf den Weg deiner Gebote.
Schenke uns einen wachen Geist
und ein empfindliches Gewissen,
dass wir denen zur Wohltat werden,
die auf Hilfe warten.
Gib, dass wir unser Angewiesensein auf andere nicht vergessen
und lernen, uns selber helfen zu lassen. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
142
Ehe und Partnerschaft
Treuer Gott,
du sorgst für uns und gibst uns,
was wir an Leib und Seele zum Leben brauchen.
Wir danken dir dafür,
dass du uns Liebe und Partnerschaft erleben lässt.
Wir sind glücklich
über die Harmonie, die wir erfahren,
über die Vertrautheit, die zwischen uns wächst,
über das Verständnis, das uns entgegengebracht wird.
Wir gestehen vor dir auch die Enttäuschungen ein,
die wir einander bereiten:
die Entfremdung, die in unserer Beziehung eingetreten ist,
den Streit, die Vorwürfe, die Eifersucht,
alles, was unser Vertrauen zueinander vergiftet.
Wir bitten dich,
bewahre, was unsere Gemeinschaft stärkt,
heile die Risse in unserer Beziehung.
Und wenn wir nicht mehr zusammenfinden können,
dann lass eine Trennung in gegenseitiger Achtung
möglich werden.
Für uns und die, die mit uns leben, bitten wir:
Herr, erbarme dich über uns. Amen.
*
Im Anschluss an Psalm 71
Barmherziger Gott,
wechselvoll ist unser Leben,
unser Glück können wir nicht für immer festhalten,
der Schmerz reißt uns manchmal den Boden weg;
aber es gibt auch die Erfahrung von Trost und Hilfe,
von menschlicher Solidarität und Freundschaft
und von deiner Treue, Gott.
Lass uns das nicht vergessen,
damit wir nicht verzweifeln in schweren Zeiten
und damit wir nicht versäumen, anderen beizustehen
und ihnen von dir zu erzählen,
wenn sie darauf warten.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zu Themen
und Anlässen
143
In Freude und unter Tränen vertrauen wir deiner Gegenwart
und hoffen auf deine heilsame Zukunft.
Herr, erbarme dich über uns. Amen.
Eltern und Kinder
Treuer Gott, wir danken dir,
dass Menschen aller Generationen
zu unserer Gemeinde gehören.
Wir freuen uns an der Unbekümmertheit der Kinder;
die Fragen der Jugendlichen fordern uns heraus;
von der mittleren Generation wünschen wir uns oft
mehr Interesse und Engagement;
manche Alten sind uns ein Vorbild in der Art,
wie sie ihren Glauben leben.
Wir bitten dich,
lass uns niemanden ausgrenzen,
niemandem das Gefühl geben, er oder sie passe nicht zu uns.
Belebe du unsere Gottesdienste,
dass sie junge und alte Menschen stärken
in einem lebendigen Glauben an dich. Amen.
*
Gott, du beschenkst uns mit deiner mütterlichen Liebe,
wie eine Frau für ihre Familie sorgt
oder ein Kind zärtlich in den Armen hält.
Vergib uns, wenn wir wie verwöhnte Kinder
deine Großzügigkeit als unser Recht betrachten
oder für uns allein beschlagnahmen wollen.
Gib uns Vertrauen,
dass wir, in deiner Liebe geborgen, leben können
und sie freigebig mit anderen teilen. Amen.
Evangelisation, Volksmission
Gnädiger Gott, wir danken dir,
dass du uns immer noch zuammenrufst
und uns erfrischst mit deinem Wort.
Wir sind oft so müde,
weil wir immer weniger werden,
und immer mehr Aufgaben vor uns sehen.
Gottesdienstliche
Texte
144
Wir sind ratlos,
weil wir schon manches versucht haben,
um andere Menschen anzusprechen
und in die Gemeinde einzuladen –
oft ohne sichtbaren Erfolg.
Manchmal sind wir auch sehr kleingläubig,
weil uns unsere Probleme größer scheinen
als deine Macht, die Kirche zu erhalten.
Wir bitten dich, erneuere uns durch dein Wort
und stärke uns durch deinen heiligen Geist.
Erbarme dich über uns. Amen.
*
Gnädiger Gott,
du hast uns zu deinem Volk gemacht
und nicht wir selbst.
Wenn wir nicht wissen,
was wir noch machen sollen,
um die Menschen in der Kirche zu halten,
dann lass uns getröstet werden durch die Zusage,
dass du selbst deine Gemeinde sammelst und erhältst.
Wenn wir meinen,
wir könnten die Probleme unserer Kirche
aus eigener Kraft in den Griff bekommen,
dann lass dein Wort uns eine Mahnung sein,
dass nicht wir dich erwählt haben,
sondern du uns.
Wenn wir zu zweifeln beginnen,
ob wir selber wirklich zu dir gehören,
dann mach uns in dem Vertrauen gewiss,
dass du uns zu deinem Volk gemacht hast
und nicht wir selbst. Amen.
Frauen
Gott, du Quelle unserer Lebenskraft,
wir danken dir,
dass wir Frauen durch dich
unsere Stärke entdecken
und unsere Möglichkeiten, etwas zu ändern
an den lebensfeindlichen Strukturen unserer Welt.
Oft fühlen wir uns so ohnmächtig!
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zu Themen
und Anlässen
145
Manche von uns haben noch gelernt,
dass sie als Frauen zurückstehen müssen,
immer den untersten Weg gehen müssen.
Hilf, dass wir schwesterlich zusammenfinden
und Konkurrenz und Machtkämpfe untereinander überwinden.
Lass uns einander stark machen
und mit den je eigenen Gaben zum Blühen bringen.
Befreie du uns von allem, was uns klein hält
und unsere Seele und unsere Zunge vergiftet,
und erfülle uns mit der Kraft deines Geistes. Amen.
Freizeit, Urlaub
Unser Gott, du hast unserem Leben Zeiten gesetzt.
Anfang und Ende liegen in deiner Hand.
Arbeit und Muße haben ihre Zeit.
Die freie Zeit nehmen wir als Geschenk aus deiner Hand,
und wir suchen, was uns gut tut.
Wir möchten Lasten abschütteln und das Leben genießen.
Bewahre uns aber davor, zu viel zu erwarten
und enttäuscht zu werden.
Lass uns gut auskommen mit den Menschen,
mit denen wir zusammen sind.
Öffne uns den Blick für die Schönheit deiner Schöpfung
und lass in uns neue Kräfte wachsen
für die Rückkehr in den Alltag. Amen.
Fremde, Ausländer
Lieber Gott, ich habe Angst davor,
dass die Gewalt gegen Fremde wächst, auch hier bei uns,
und dass ich zu schwach bin, ihr entgegenzutreten
und die Bedrohten zu beschützen.
Bitte gib, dass ich stark genug bin,
wenn es darauf ankommt, Feindseligkeit zu überwinden.
Ich möchte mich anderen Menschen zuwenden
mit Aufmerksamkeit und praktischer Hilfe,
damit Vertrauen und gegenseitige Achtung unter uns wachsen.
Bitte gib mir Kraft, dazu beizutragen,
dass die Kälte in unserer Gesellschaft abnimmt
und Offenheit füreinander Raum greift.
Überwinde alle Vorurteile auch in mir
durch die Klarheit deines Geistes. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
146
Freundschaft und Zusammenleben
Im Anschluss an Psalm 103
Gnädiger und barmherziger Gott,
wir wollen nicht vergessen,
wieviel Gutes du jedem und jeder von uns
schon gegeben hast.
Wir danken dir heute besonders für die Menschen,
die du uns an die Seite gestellt hast:
in der Familie, im Freundeskreis
und auch in der Gemeinde.
Es ist nicht selbstverständlich,
Liebe und Freundschaft zu erfahren,
ein offenes Ohr zu finden
und Zeit und Verständnis für das, was einen bewegt.
Oft sind wir nicht so, wie wir gerne sein wollen.
Oft bleiben wir hinter dem zurück,
was wir uns eigentlich vorgenommen haben.
Da ist es gut, nicht festgenagelt zu werden auf unser Versagen,
sondern gestärkt zu werden in dem,
was an guten Kräften in uns steckt.
Da ist es gut, nicht nur gesehen zu werden in unserer Schuld,
sondern ermutigt zu werden zu neuen Anfängen.
Du machst uns groß, Gott,
gerade wenn wir uns ganz klein fühlen.
Wir bitten dich, dass auch uns das miteinander gelingt.
Dein Erbarmen bringt uns zum Blühen –
komm und erbarme dich über uns
und über die Menschen, die wir lieben. Amen.
*
Barmherziger Gott,
wie gut, dass du uns zusammenrufst:
aus Geschäftigkeit und aus Leere,
aus glücklichen Stunden und aus Traurigkeit,
aus Erfolg und aus Scheitern.
Vor dir gehören wir alle zusammen,
unsere Unterschiede trennen uns nicht in deinen Augen.
Niemand bleibt von dir unbeachtet.
Und so soll es auch unter uns sein.
Aber oft gelingt es uns nicht,
einander so offen und aufmerksam zu begegnen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zu Themen
und Anlässen
147
Oft nehmen wir nicht wahr, was andere brauchen,
haben Hemmungen, auf jemanden zuzugehen
oder trauen uns nicht, für uns selbst um Hilfe zu bitten.
Guter Gott, so soll es nicht bleiben!
Gib uns einen aufmerksamen Blick füreinander.
Lass uns überwinden,
was uns hindert, zueinander zu finden,
und mach uns Mut,
selber Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Gott, stille in uns allen den Hunger nach Leben! Amen.
Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
Gott, wir sehnen uns danach,
dass du Recht schaffst in unserer Welt,
deren Ungerechtigkeit zum Himmel schreit.
Wir fühlen uns oft so ohnmächtig
gegenüber all dem Furchtbaren,
von dem wir hören.
Gott, wir ersehnen deine Gerechtigkeit
und fürchten doch auch dein Gericht.
Denn du lässt dich nicht täuschen
durch die schönen Fassaden,
hinter denen wir uns so oft verbergen.
Du lässt dich nicht beschwichtigen
von der gängigen Ausrede,
wir könnten schließlich nichts machen.
Du weißt, was wir anderen Menschen schuldig bleiben
und wieviel Böses auch von uns ausgeht.
Barmherziger Gott, sei uns ein gnädiger Richter
und hilf uns, entschieden und tapfer zu werden
im Tun deines Willens. Amen.
*
Gott, du liebst uns wie ein Vater,
du sorgst für uns wie eine Mutter.
Wie ein Bruder hast du unser Leben geteilt.
Wir bekennen vor dir, dass wir oft unfähig sind,
als deine Kinder zu leben,
wie Brüder und Schwestern verbunden
durch das Band der Liebe.
Wir erheben unsere Hände zu dir:
Vergib uns unsere Schuld.
Gottesdienstliche
Texte
148
Du gabst uns das Leben,
doch wir dienen dem Tod
durch unsere Sucht, immer mehr zu besitzen,
durch unsere Unfähigkeit zu teilen,
durch unsere atemlose Suche nach eigener Sicherheit.
Wir erheben unsere Hände zu dir:
Vergib uns unsere Schuld.
Wenn unsere Jagd nach dem Leben
unser Leben zerstört,
dann halte uns auf;
hilf uns, Ruhe zu finden,
dass unsere Seele still wird
wie ein Kind bei seiner Mutter.
Wir erheben unsere Hände zu dir:
Gib uns deinen Geist. Amen.
*
Schöpfer des Alls! Aus deiner Liebe kommt unsere Welt.
Wir bestaunen dein Werk und loben dich.
Gut, sehr gut ist, was du geschaffen hast.
Erhalte uns die Freude an der Natur
und mehre die Ehrfurcht vor dem Leben.
Gib, dass wir nichts tun, was deiner Schöpfung schadet.
Hilf uns barmherzig zu sein mit allen Kreaturen.
Auch wir sind von der Erde und danken dir für jeden Atemzug.
Segne uns, damit auch Kinder und Kindeskinder
mit all deinen Geschöpfen diese Erde bewohnen können.
Mit dem Hauch deines Geistes willst du die Welt erneuern.
Wir preisen dich dafür und hoffen auf dich. Amen.
Liebe, Sexualität
Gott, wir danken dir,
dass du uns wunderbar gemacht hast.
Du hast uns Leib und Seele gegeben,
unsere Sinne und unseren Verstand,
und füllst unser Leben
mit einem großen Reichtum an Erfahrung.
Erhalte uns die Fähigkeit,
über das Leben zu staunen
und uns an unserem Geist
und an unserem Körper zu freuen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zu Themen
und Anlässen
149
Mach uns frei,
unsere Sinnlichkeit zu genießen
und auch unsere Sexualität
als gute Gabe von dir zu verstehen.
Vergib, wenn wir einander kränken
oder immer nur sehen,
was nicht so ist, wie wir es uns wünschen.
Löse uns aus den Fesseln
unserer leibfeindlichen Traditionen.
Gib, dass wir uns in unserer Ganzheit
als von dir gewollte und bejahte Menschen begreifen. Amen.
*
Wir danken dir, Gott,
dass du uns geschaffen hast
als Männer und Frauen
und uns befähigst,
einander zu lieben
mit Leib und Seele.
Es bedeutet uns viel,
Zärtlichkeit zu erfahren,
verstanden zu werden
und auch körperlich eins zu sein.
Bewahre uns davor,
mit unserer Sexualität achtlos umzugehen.
Verhindere, dass aus dem Akt der Liebe
eine Gewalttat wird,
und hilf, dass die Verletzungen heilen,
die wir einander zugefügt haben.
Herr, erbarme dich. Amen.
Medien
Gott, Hüter alles Lebendigen,
vor dir liegt offen, was auf unserer Welt geschieht –
im Großen und im Kleinen.
Du siehst die Tränen all derer, die leiden,
du kennst die Wut aller, die unterdrückt werden,
und keine Gemeinheit bleibt dir verborgen.
Nur manches von dem, was vorgeht,
erfahren wir aus unseren Medien,
aber schon das ist oft mehr,
als wir verarbeiten oder ertragen können.
Gottesdienstliche
Texte
150
Die Fülle der Schreckensmeldungen
droht uns resignieren zu lassen
im Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden.
Wir ahnen, wie willkürlich die Auswahl
der Berichterstattung sein kann
und wieviel Manipulation und Machtausübung
damit möglich ist.
Gott, lass uns trotz allem nicht müde werden,
uns über das Weltgeschehen zu informieren.
Lass uns erkennen, wo wir gefordert sind
mit eigenem Einsatz und mit unserem Gebet.
Herr, erbarme dich über uns. Amen.
Mission, Partnerkirchen, Ökumene
Großer Gott, wir danken dir,
dass du dein Heil Israel und den Völkern kundgetan hast
und Menschen auf der ganzen Welt
aus deinem Wort Hoffnung schöpfen.
Wir bitten dich,
lass uns aufeinander hören,
voneinander lernen
und miteinander wachsen
in unserem Vertrauen auf dich.
Segne das Zeugnis,
das jüdische und christliche Gemeinden
von deiner Treue und von deinem Frieden geben. Amen.
*
Gott, unser Vater,
dein Sohn hat vor seinem Tod gebetet,
dass seine Jünger eins seien.
Deine Christenheit aber ist
zerstritten und zertrennt.
Darum rufen wir dich an:
Lass alle eins werden in ihm,
wie er eins ist mit dir,
damit wir der Welt die frohe Botschaft
glaubwürdig bezeugen.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus,
unsern Herrn. Amen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zu Themen
und Anlässen
151
Shoah-Gedenken
Im Anschluss an Psalm 74
Ewiger Gott, Richter der Welt,
wir hören die Klage deines Volkes
und müssen erkennen,
wie oft wir Christen zum Anlass wurden,
sie aufs Neue anzustimmen.
Nicht nur einmal mussten jüdische Menschen
die Zerstörung ihrer Gotteshäuser beweinen.
Nicht nur einmal hat die Angst
vor der Gewalttätigkeit der Feinde
ihr Leben zerstört.
Nicht nur einmal mussten sie in die Fremde gehen
und den Verlust alles dessen,
was ihnen Heimat war, betrauern.
Nicht nur einmal wurden viele von ihnen ermordet.
Im Holocaust hat das Grauen ein unfassbares Ausmaß erreicht.
Du, Heiliger Israels, vergisst das Leiden deines Volkes nicht.
Du hast alle seine Tränen gesammelt
und wirst seine Peiniger zur Rechenschaft ziehen.
Gott, vor dir können wir die Schuld unserer Kirche
nicht verbergen
und nicht die Gleichgültigkeit gegenüber Israels Schicksal,
die manchmal auch unsere Herzen vergiftet.
Wir bitten dich, gerechter Gott:
Vergib uns um deiner Barmherzigkeit willen
und stell uns deinem Volk
in neuer Achtsamkeit zur Seite. Amen.
*
Du Gott Israels,
wenn wir an Auschwitz denken und an alles Entsetzliche,
für das dieser Name steht –
was ist der Mensch,
dass er zu solchen Verbrechen fähig ist?
Und wie kann es sein, dass die Täter von damals
oft nicht einmal wahrhaben wollen,
was sie angerichtet haben?
Gott, wenn wir an Auschwitz denken, fragen wir uns:
Sind wir wirklich anders?
Gottesdienstliche
Texte
152
Können wir besser widerstehen,
und uns dem Bösen verweigern?
Können die heutigen Opfer von Ungerechtigkeit und Gewalt
auf uns zählen?
Merken sie etwas von unserem Entsetzen?
Und sind sie weniger allein und ausgeliefert?
Gott, Auschwitz weckt so viele Fragen
im Blick auf uns Menschen,
aber auch im Blick auf dich.
Warum hast du die Ermordung deines Volkes zugelassen?
Warum bist du den Tätern nicht in den Arm gefallen?
Warum hast du zu allem geschwiegen?
Gott, du bist uns manchmal unheimlich und fremd
und wir selber sind es uns auch.
Wir bitten dich:
Lass uns nicht zerbrechen an dem Dunkel,
das sich vor uns auftut.
Weise uns den Weg in eine neue Verbindung mit deinem Volk
und lehre uns Menschlichkeit. Amen.
*
Gnädiger und barmherziger Gott, Richter der Welt.
Wir erinnern uns heute an das Grauen,
das unser Volk über die Juden Europas gebracht hat:
an die unzähligen Demütigungen,
an die Qualen der Ausgrenzung und der Deportation,
das himmelschreiende Elend in den Ghettos,
den fabrikmäßig durchgeführten Mord an Millionen.
Es fällt uns schwer,
diese Verbrechen als Teil unserer Geschichte anzunehmen,
zu begreifen, dass sie nie verjähren,
weil die Wunde im Gedächtnis deines Volkes nicht verheilt.
Gott, mach uns empfindsam
für den bleibenden Schmerz der Überlebenden
und ihre leicht entfachbare Angst.
Mach uns wachsam
gegen alte und neue Feindbilder,
und mach uns tapfer,
den Stammtischparolen zu widersprechen.
Gott, lass uns aus der Erinnerung an das Böse
Kraft zu Gutem erwachsen. Amen.
Eingangsgebete
mit
Sündenbekenntnis
zu Themen
und Anlässen
153

Gnadensprüche

Einführung
In vielen Gemeinden, insbesondere wenn sie der Zweiten oder Dritten
Form der Ordnung des Gottesdienstes folgen, ist das Eingangsgebet
weitgehend als Sündenbekenntnis gestaltet, dem ein Gnadenspruch
nachfolgt. Meistens ist dann ein gesondertes Gebet vor der Schriftlesung
vorgesehen, das auch als »Gebet des Tages« bezeichnet werden
kann.
In den ursprünglichen reformierten Gottesdienstordnungen folgte
dem als Sündenbekenntnis gestalteten Eingangsgebet bzw. der Verlesung
des Dekalogs nicht generell ein Gnadenspruch, sondern eine Formulierung,
die dem Bußfertigen Gottes Gnade und dem Unbußfertigen
die »Behaltung« seiner Sünde ansagt.
Einführung
157
158
Gnadensprüche
Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf,
aber er hilft uns auch. Wir haben einen Gott,
der da hilft, und den HERRN, der vom Tode errettet.
Ps 68,20-21
Gott handelt nicht mit uns nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
So fern der Morgen ist vom Abend,
lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
Ps 103,10-12
Der HERR ist gnädig und gerecht, und unser Gott ist barmherzig.
Wenn ich schwach bin, so hilft er mir. Sei nun wieder zufrieden,
meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.
Ps 116,5.6b-7
Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen,
allen, die ihn ernstlich anrufen.
Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren,
und hört ihr Schreien und hilft ihnen.
Ps 145,18-19
Gott spricht: Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden
und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten.
Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen
und gedenke deiner Sünden nicht.
Jes 43,24-25
So spricht der HERR, dein Erlöser:
Ich bin der HERR, dein Gott, der dich lehrt,
was dir hilft, und dich leitet auf dem Wege,
den du gehst.
Jes 48,17
Gnadensprüche
159
Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,
und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen,
spricht der HERR, dein Erbarmer.
Jes 54,10
Gott spricht: Ich will euch ein neues Herz
und einen neuen Geist in euch geben.
Ich will meinen Geist in euch geben
und will solche Leute aus euch machen,
die in meinen Geboten wandeln
und meine Rechte halten und danach tun.
Hes 36,26a-27
Christus spricht: Kommt her zu mir, alle,
die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.
Mt 11,28; Joh 6,37
Denn also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingebornen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben.
Joh 3,16
Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
dass er die Welt richte,
sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.
Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet.
Joh 3,17-18a
Jesus Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern;
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Joh 6,35
Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben,
und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es,
nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.
Eph 2,8-9
Gottesdienstliche
Texte
160
Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert,
dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist,
die Sünder selig zu machen.
1Tim 1,15a
Wenn wir aber unsre Sünden bekennen,
so ist er treu und gerecht,
dass er uns die Sünden vergibt
und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
1Joh 1,9
Wenn uns unser Herz verdammt,
ist Gott größer als unser Herz und erkennt alle Dinge.
So haben wir Zuversicht zu Gott.
1Joh 3,20-21b
Lasst uns hinzutreten mit Zuversicht
zu dem Thron der Gnade,
damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden
zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
Hebr 4,16
Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert,
und die Sünde, die uns ständig umstrickt,
und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf,
der uns bestimmt ist,
und lasst uns aufsehen zu Jesus,
dem Anfänger und Vollender des Glaubens.
Gedenkt an den,
der so viel Widerspruch gegen sich
von den Sündern erduldet hat,
damit ihr nicht matt werdet
und den Mut nicht sinken lasst.
Hebr 12,1- 3
Der allmächtige Gott erbarme sich unser,
er vergebe uns unsere Sünde
und führe uns zum ewigen Leben.
Gnadensprüche
161
Advent
Gott spricht: Ich will vor deinem Angesicht all meine Güte
vorübergehen lassen und will vor dir kundtun
den Namen des HERRN:
Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig,
und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.
2Mose 33,19
Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels,
der allein Wunder tut!
Gelobt sei sein herrlicher Name ewiglich,
und alle Lande sollen seiner Ehre voll werden!
Ps 72,18-19
Seht auf und erhebt eure Häupter,
weil sich eure Erlösung naht.
Lk 21,28b
Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten,
der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben,
dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis
der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.
2Kor 4,6
Weihnachten
Das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen
und bezeugen und verkündigen euch das Leben,
das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist.
1Joh 1,2
Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher
bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.
Und er ist die Versöhnung für unsre Sünden,
nicht allein aber für die unseren,
sondern auch für die der ganzen Welt.
1Joh 2,1b-2
Gottesdienstliche
Texte
162
Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns,
dass Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt,
damit wir durch ihn leben sollen.
1Joh 4,9
Jahreswechsel
So spricht der HERR, euer Erlöser:
Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden
und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten.
Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen
und gedenke deiner Sünden nicht.
Jes 43,14a.24b-25
Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,
und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen,
spricht der HERR, dein Erbarmer.
Jes 54,10
Epiphanias
Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen
und das Verirrte zurückbringen
und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.
Ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide,
und ich will euer Gott sein.
Hes 34,16a.31
Passion
Gott spricht: Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden
und hast mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten.
Ich, ich tilge deine Übertretungen um meinetwillen
und gedenke deiner Sünden nicht.
Jes 43,24b-25
Gnadensprüche
163
Gründonnerstag
Jesus spricht: Ich will euch das Reich zueignen,
wie mir’s mein Vater zugeeignet hat,
dass ihr essen und trinken sollt an meinem Tisch
in meinem Reich.
Lk 22,29-30a
Karfreitag
Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber
und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu
und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
2Kor 5,19
Ostern
Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;
und wer da lebt und glaubt an mich,
der wird nimmermehr sterben.
Joh 11,25-26
Kantate
Der HERR gedenkt an seine Gnade und Treue
für das Haus Israel,
aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Ps 98,3
Der barmherzige Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!
Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.
Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.
Offb 21,5a-6b
Gottesdienstliche
Texte
164
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?
Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen?
Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr,
der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist
und uns vertritt.
Röm 8,33-34
Pfingsten
Gott spricht: Ich will ausgießen von meinem Geist
auf alles Fleisch;
und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen,
und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen,
und eure Alten sollen Träume haben.
Und ich will Wunder tun.
Apg 2,17b.19a
Gott hat seinen Heiligen Geist über uns reichlich ausgegossen
durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir,
durch dessen Gnade gerecht geworden,
Erben des ewigen Lebens würden,
nach unserer Hoffnung.
Tit 3,6-7
Trinitatis
Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches,
und die Augen der Blinden werden aus Dunkel
und Finsternis sehen;
und die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN,
und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein
in dem Heiligen Israels.
Jes 29,18-19
Gnadensprüche
165
Taufgedächtnis (6. Sonntag nach Trinitatis)
Wisst ihr nicht, dass alle,
die wir auf Christus Jesus getauft sind,
die sind in seinen Tod getauft?
So sind wir ja mit ihm begraben
durch die Taufe in den Tod,
damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten
durch die Herrlichkeit des Vaters,
auch wir in einem neuen Leben wandeln.
Röm 6,3-4
Israelsonntag (10. Sonntag nach Trinitatis)
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt,
aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
Jes 40,8
Erntedankfest
Jesus Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern;
und wer an mich glaubt,
den wird nimmermehr dürsten.
Joh 6,35
Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen,
hat viel Gutes getan
und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben,
hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.
Apg 14,17
Gottesdienstliche
Texte
166
Reformationstag
So spricht der HERR:
Wenn eure Sünde auch blutrot ist,
soll sie doch schneeweiß werden,
und wenn sie rot ist wie Scharlach,
soll sie doch wie Wolle werden.
Jes 1,18
Buß- und Bettag
Wer seine Sünde leugnet,
dem wird’s nicht gelingen;
wer sie aber bekennt und lässt,
der wird Barmherzigkeit erlangen.
Wohl dem, der Gott allewege fürchtet!
Spr 28,13-14a
Ewigkeitssonntag / Totensonntag
Gott spricht: Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet,
aller Welt Enden; denn ich bin Gott, und sonst keiner mehr.
Jes 45,22
Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn,
sondern dazu, das Heil zu erlangen
durch unsern Herrn Jesus Christus,
der für uns gestorben ist,
damit, ob wir wachen oder schlafen,
wir zugleich mit ihm leben.
1Thess 5,9-10
Gnadensprüche
167

Gebete vor der Schriftlesung

Einführung
Das Gebet vor der Schriftlesung wird auch als Gebet des Tages oder als
Kollektengebet bezeichnet. Sofern es nicht allein die Bitte um ein rechtes
Hören ausspricht, folgt es einer bestimmten, fünfteiligen Gliederung:
Anaklese (Anrede)
»Gnädiger und heiliger Gott,«
Anamnese (Erinnerung an Gottes Heilshandeln)
»du hast uns nach deinem Bild geschaffen.«
Epiklese (Bitte)
»Gib uns Weisheit, dich zu erkennen;
Eifer, dich zu suchen;
Augen, dich zu erblicken;
ein Herz, über dich nachzudenken,
und ein Leben, dich zu verkündigen.«
Konklusion (Ausblick auf die in Christus gewisse Erhörung und Lobpreis)
»Durch Jesus Christus, unsern Herrn
(der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit).«
Amen (die formelhafte Konklusion ermöglicht es der Gemeinde, gemeinsam
»Amen!« zu sagen und sich damit das Gebet zu Eigen zu
machen.)
Diese Gliederung bringt zum Ausdruck, dass das Beten immer schon
von seiner Erhörung herkommt wie auch, dass die Erinnerung an die
Heilstat Gottes nicht nur die Grundlage jedes Gebets darstellt, sondern
auch die möglichen Inhalte des Betens bestimmt.
Das Textbeispiel ist der nachfolgenden Sammlung von Gebeten entnommen.
Weitere Gebete finden sich im Liturgischen Kalender und
sind dort auf den besonderen Charakter des jeweiligen Sonntags (Proprium)
bezogen.
Einführung
171
Gottesdienstliche
Texte
172
Gebete vor der Schriftlesung
Gnädiger und heiliger Gott.
Du hast uns nach deinem Bild geschaffen.
Gib uns Weisheit, dich zu erkennen;
Eifer, dich zu suchen,
Augen, dich zu erblicken,
ein Herz, über dich nachzudenken
und ein Leben, dich zu verkündigen.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
*
Der du allein der Ewge heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unserer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten. Amen.
*
Herr Jesus Christus,
zeige dich in deiner Macht und komm,
damit wir aus der Gewalt des Bösen befreit
und durch deine Erlösung gnädig errettet werden,
der du mit dem Vater und dem Heiligen Geiste
lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
*
Allmächtiger, ewiger Gott,
du schaffst das Wollen und Vollbringen des Guten in uns,
du beschenkst alle, die deinen Namen ehren,
mit Heil und Gnade.
Wir bitten dich:
Lass uns deine Barmherzigkeit widerfahren,
dass wir dein Wort von Herzen lieben,
und alles, was du uns darin gebietest,
durch deine Kraft vollbringen. Amen.
*
Gebete
vor der
Schriftlesung
173
Herr Gott, himmlischer Vater, wir bitten dich:
Gib uns deinen heiligen Geist,
dass wir dein Wort hören und annehmen,
damit es unser Herz reinige und unseren Wandel erneuere.
Durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geiste lebt und regiert
von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
*
Gott des Lebens, wir bitten dich um deine Kraft,
die uns frei macht von Schuld,
die uns ermutigt zum Leben,
die uns verbindet in Gemeinschaft untereinander.
Dies bitten wir durch Jesus Christus. Amen.
*
Gott, mit großer Liebe hast du uns geliebt,
großes, reiches Erbarmen hast du uns erwiesen.
Öffne unser Herz, dass wir dein Wort
begreifen und verstehen, hören und lernen.
Erleuchte unsere Augen mit deiner Lehre,
verknüpfe unser Herz mit deinen Geboten,
hilf uns, deinen Namen zu lieben und zu fürchten,
denn auf deinen heiligen Namen vertrauen wir. Amen.
*
Wenn es dunkel wird in mir,
wohin kann ich gehen?
Wenn die Kälte in die Seele dringt,
wohin kann ich gehen?
Wenn die Zeit mir in den Händen verrinnt,
wohin?
Wenn die Unruhe aufsteigt und mich quält,
wohin?
Zu dir will ich gehen, mein Gott,
deine Gegenwart soll mein Licht und meine Wärme sein,
deine Nähe meine Ruhe und meine Geborgenheit. Amen.
*
Gott, du bist mehr, als wir fassen können,
höher als all unsere menschliche Vernunft.
Erfülle uns mit deinem Geist,
Gottesdienstliche
Texte
174
damit wir wachsen in unserem Glauben und Erkennen.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus. Amen.
*
Du, Gott des Lebens,
kommst in unsere Welt,
damit wir sehen,
wie es um uns steht,
damit wir erkennen,
worum es wirklich geht,
damit wir finden,
was dem Leben dient.
Bring uns zurecht, Gott,
durch deine Weisheit,
durch deinen Geist. Amen.
*
Gott,
du suchst uns mit deinem Wort,
wir wollen uns von dir finden lassen.
Du hüllst uns ein in deinen Trost,
wir wollen uns bei dir fallen lassen.
Du sprichst uns deine Liebe zu,
wir wollen uns von dir stärken lassen.
Du weist uns zurecht,
wir wollen uns von dir ändern lassen.
Rede, Gott,
wir wollen hören. Amen.
*
Gott,
lass dich finden, wenn wir dich suchen,
rede mit uns, wenn wir dich fragen,
höre uns an, wenn wir mit dir reden wollen,
suche uns, wenn wir uns verstecken,
frage uns, wenn wir antworten sollen,
heile uns durch dein Wort. Amen.
Gebete
vor der
Schriftlesung
175

Worte nach der Schriftlesung

Einführung
Im synagogalen Gottesdienst wurde und wird die ganze Tora, eingeteilt
in Wochenabschnitte, verlesen, daneben ausgewählte Stücke aus den
Propheten. Die frühe Kirche setzte diese Tradition fort und fügte Lesungen
aus den Evangelien und den Briefen der Apostel hinzu. Später, nach
Einführung des Kirchenjahres, wurden die Lesungen aus den Evangelien
und den Apostelbriefen (Episteln und Offb. Joh.) in eine feste Leseordnung
für jeden Sonn- und Feiertag gebracht. Mit dem Fortfall des Perikopenzwangs
für die Predigt kam in vielen reformierten Kirchen auch
die Schriftlesung außer Gebrauch. Manche deutsche reformiert geprägte
Landeskirchen, wie die Pfalz, folgten dieser Tradition. Andere
übernahmen die lutherische Leseordnung. Die Kirchen am Niederrhein
übten die fortlaufende Lesung (lectio continua) vor Beginn des
Gottesdienstes am Sonntagmorgen.
Mancherorts wird die Schriftlesung mit einem gesonderten Bibelwort
abgeschlossen. Einige Beispiele werden nachstehend genannt.
Die Lesung kann auch ohne Votum mit einem »Amen« beendet werden.
Andere verstehen das nachfolgende Glaubensbekenntnis, manche
auch das Predigtlied als Antwort auf die Schriftlesung.
Einführung
179
180
Worte nach der Schriftlesung
Des HERRN Wort ist wahrhaftig,
und was er zusagt, das hält er gewiss.
Ps 33,4
Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre,
so wäre ich vergangen in meinem Elend.
Ps 119,92
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte
und ein Licht auf meinem Wege.
Ps 119,105
Jesus Christus spricht: Himmel und Erde werden vergehen;
aber meine Worte werden nicht vergehen.
Mt 24,35
Jesus Christus spricht: Selig sind,
die das Wort Gottes hören und bewahren.
Lk 11,28
Jesus Christus spricht: Heilige sie in der Wahrheit;
dein Wort ist die Wahrheit.
Joh 17,17
Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig
und schärfer als jedes zweischneidige Schwert
und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist,
auch Mark und Bein, und ist ein Richter
der Gedanken und Sinne des Herzens.
Hebr 4,12
Worte
nach der
Schriftlesung
181

Glaubensbekenntnisse
und Lehrstücke

Einführung
In vielen Gemeinden wird im sonntäglichen Gottesdienst kein Glaubensbekenntnis
gesprochen. Das Apostolische Glaubensbekenntnis
findet jedoch bei der Taufhandlung Verwendung. Im Kirchenkampf
während des »Dritten Reiches« wurde es weithin üblich, das Glaubensbekenntnis
gemeinsam laut zu sprechen.
Das Apostolische Glaubensbekenntnis und das Glaubensbekenntnis
von Nizäa-Konstantinopel verbinden die Gottesdienst feiernde Gemeinde
mit der Alten Kirche und mit den Schwesterkirchen der Gegenwart.
Diese Funktion können neue Formulierungen von Glaubensbekenntnissen
nicht wahrnehmen. Sie werden als »Lehrstücke« bezeichnet,
da sie in der Regel nicht als die Partikularkirche übergreifendes gemeinsames
Bekenntnis der christlichen Kirche in Geltung stehen. Zur
Verlesung von Lehrstücken zählt auch das Lesen des Heidelberger Katechismus
nach seiner Sonntagseinteilung oder in einer bestimmten
thematischen Auswahl, das der Kurpfälzer Kirchenordnung folgend in
manchen Gemeinden üblich ist.
Die Reformierte Liturgie bringt außer den beiden altkirchlichen Bekenntnissen
ein Stück aus »Fundamenten en Perspektiven van belijden«
der Nederlandse Hervormde Kerk, Auszüge aus dem »Statement of
Faith« der United Church of Christ in den USA, ein Glaubensbekenntnis
der Église unie du Canada, zwei neuere Glaubenszeugnisse aus der
Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, dazu die Theologische Erklärung
von Barmen und das Bekenntnis von Belhar 1986 (Südafrika).
Nach reformierter Auffassung gelten alle Bekenntnisformulierungen
und Bekenntnisschriften nur unter Vorbehalt: Wenn der Kirche eine
neue, schriftgemäße Glaubenserkenntnis geschenkt wird, können sie
verändert werden.
Wenn in einem Gottesdienst das Nizänum verwendet wird und orthodoxe
Christen und Christinnen beteiligt sind, kann berücksichtigt werden,
dass in den Ostkirchen der frühere Text des 3. Artikels gebräuchlich
ist. Dort wird von dem Heiligen Geist gesagt: »… der aus dem
Vater hervorgeht«. Erst nach dem letzten der sieben ökumenischen
Konzile haben die westlichen Kirchen hinzugefügt: »… und dem Sohn«
(filioque).
Einführung
185
186
Glaubensbekenntnisse und Lehrstücke
Einleitende Worte zum Glaubensbekenntnis
Wir bekennen den christlichen Glauben (und sprechen
gemeinsam):
*
Lassen Sie (lasst) uns unseren christlichen Glauben bekennen:
*
Wir stimmen ein in den Glauben der Christenheit und
bekennen:
*
In der Tradition unserer Väter und Mütter
und verbunden mit der ganzen Christenheit auf Erden
bekennen wir unseren Glauben:
*
Wir stimmen ein in den Glauben unserer Mütter und Väter
und bekennen in Verbundenheit mit allen Kirchen der Welt:
*
Auf Gottes Wort antworten wir mit dem Bekenntnis unseres
Glaubens:
Glaubensbekenntnisse
und Lehrstücke
187
Das Apostolische Glaubensbekenntnis
Ältere Fassung
Ich glaube an Gott Vater,
den Allmächtigen,
Schöpfer Himmels und der Erden.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
der empfangen ist von dem Heiligen Geist,
geboren aus Maria der Jungfrau,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
abgestiegen zu der Hölle,
am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten,
aufgefahren gen Himmel;
sitzet zu der Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters,
von dannen er kommen wird,
zu richten die Lebendigen und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
eine heilige allgemeine christliche Kirche,
die Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung des Fleisches
und ein ewiges Leben.
Amen.
Gottesdienstliche
Texte
188
Ökumenische Fassung
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Glaubensbekenntnisse
und Lehrstücke
189
Das Glaubensbekenntnis von
Nizäa-Konstantinopel
Wir glauben an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
der alles geschaffen hat,
Himmel und Erde,
die sichtbare und die unsichtbare Welt.
Und an den einen Herrn Jesus Christus,
Gottes eingeborenen Sohn,
aus dem Vater geboren vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrer Gott vom wahren Gott;
gezeugt, nicht geschaffen;
eines Wesens mit dem Vater:
durch ihn ist alles geschaffen.
Für uns Menschen und zu unserm Heil
ist er vom Himmel gekommen,
hat Fleisch angenommen
durch den Heiligen Geist
von der Jungfrau Maria
und ist Mensch geworden.
Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift
und aufgefahren in den Himmel.
Er sitzt zur Rechten des Vaters
und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird,
der gesprochen hat durch die Propheten,
und die eine, heilige, christliche / allgemeine
und apostolische Kirche.
Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden
und erwarten die Auferstehung der Toten
und das Leben der kommenden Welt.
Amen.
Gottesdienstliche
Texte
190
Neuere Glaubenszeugnisse
Wir loben und preisen den Dreieinigen Gott,
unsern Schöpfer, Versöhner und Erlöser,
den Vater, Sohn und Heiligen Geist,
dem es nach dem ewigen Vorsatz seines freien Erbarmens
gefallen hat,
eine Welt ins Dasein zu rufen
und sie nicht an Teufel, Sünde und Tod preiszugeben,
vielmehr aus sich selbst den Grund nahm,
sie in ihrer Entfremdung von ihm
mit sich zu versöhnen
und zu seinem Reich neu zu schaffen.
Er, unser König,
der über uns, bei uns und in uns thront, wohnt und wirkt,
um sein Reich aufzurichten,
er ist unser einziger Trost im Leben und im Sterben,
er ist die Freude unserer Gegenwart
und die Hoffnung unserer Zukunft.
Nederlandse Hervormde Kerk
Wir glauben an Gott, den ewigen Geist.
Gott wird uns bekannt in Jesus, unserem Bruder,
und Gottes Taten bezeugen wir:
Gott ruft die Welten ins Dasein,
schafft die Menschheit nach göttlichem Bild
und legt uns die Wege des Lebens und des Todes vor.
Gott sucht in heiliger Liebe
alle Menschen zu erretten von Ziellosigkeit und Sünde.
Gott richtet die ganze Menschheit
und alle Nationen nach jenem Willen der Gerechtigkeit,
der verkündigt wurde durch Propheten und Apostel.
In Jesus Christus, dem Mann aus Nazareth,
unserem gekreuzigten und auferstandenen Herrn,
ist Gott zu uns gekommen
und hat unser aller Los geteilt,
überwindet Sünde und Tod
und versöhnt die ganze Schöpfung mit ihrem Schöpfer.
Glaubensbekenntnisse
und Lehrstücke
191
Gott verleiht uns den Heiligen Geist,
schafft und erneuert so die Kirche Jesu Christi
und verpflichtet damit im Bund
glaubende Menschen aller Zeiten, Sprachen und Rassen.
Gott ruft uns in die Kirche,
damit wir das Opfer und die Freude der Nachfolge bejahen,
damit wir Diener sind
im Dienst an der ganzen Menschenfamilie,
damit wir das Evangelium aller Welt verkünden
und den Mächten des Bösen widerstehen,
damit wir teilhaben an Christi Taufe
und an seinem Tisch essen,
damit wir uns ihm in Leid und Sieg verbinden.
Gott verspricht allen, die dem Evangelium vertrauen,
Vergebung der Sünden und Gnade die Fülle,
Mut im Kampf für Gerechtigkeit und Frieden,
die Gegenwart des Heiligen Geistes
in Anfechtung und Freude
und ewiges Leben in jenem Reich, das kein Ende hat.
Gott sei Lob und Ehre, Ruhm und Macht.
United Church of Christ, USA
Wir sind nicht allein.
Wir leben in Gottes Welt.
Wir glauben an Gott, der geschaffen hat und noch schafft,
der in Jesus Christus gekommen ist,
das Wort, das Fleisch wurde,
um zu versöhnen und neu zu machen,
der in uns und anderen wirkt durch den Geist.
Wir vertrauen auf Gott.
Wir sind berufen, Kirche zu sein:
Gottes Gegenwart zu feiern,
zu lieben und anderen zu dienen,
Gerechtigkeit zu suchen und dem Bösen zu widerstehen.
Wir verkündigen sein Reich.
Gottesdienstliche
Texte
192
Im Leben, im Tod,
nach dem Leben, nach dem Tod
ist Gott mit uns.
Wir sind nicht allein.
Wir glauben an Gott.
Gott sei Dank.
Église unie du Canada
Wir glauben an den einen Gott,
der Himmel und Erde geschaffen hat
und uns Menschen zu seinem Bild.
Er hat Israel erwählt, ihm die Gebote gegeben
und seinen Bund geschlossen zum Segen für die Völker.
Wir glauben an Jesus von Nazareth,
den Nachkommen Davids, den Sohn der Maria,
den Christus Gottes.
Mit ihm kam Gottes Liebe zu allen Menschen,
heilsam, tröstlich und herausfordernd.
Er wurde gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
aber Gott hat ihn auferweckt nach seiner Verheißung,
uns zur Rettung und zum Heil.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
der in Worten und Zeichen an uns wirkt.
Er führt uns zusammen aus der Vielfalt des Glaubens,
damit Gottes Volk werde aus allen Völkern,
befreit von Schuld und Sünde,
berufen zum Leben in Gerechtigkeit und Frieden.
Mit der ganzen Schöpfung hoffen wir
auf das Kommen des Reiches Gottes.
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
Wir glauben an Gott,
den Ursprung von allem,
was geschaffen ist,
die Quelle des Lebens,
aus der alles fließt,
das Ziel der Schöpfung,
die auf Erlösung hofft.
Glaubensbekenntnisse
und Lehrstücke
193
Wir glauben an Jesus Christus,
den Gesandten der Liebe Gottes,
von Maria geboren.
Ein Mensch, der Kinder segnete,
Frauen und Männer bewegte,
Leben heilte und Grenzen überwand.
Er wurde gekreuzigt.
In seinem Tod
hat Gott die Macht des Bösen gebrochen
und uns zur Liebe befreit.
Mitten unter uns ist er gegenwärtig
und ruft uns auf seinen Weg.
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck
Gottesdienstliche
Texte
194
Die Theologische Erklärung der
Bekenntnissynode von Barmen 1934
Wir bekennen uns angesichts der die Kirche verwüstenden und
damit auch die Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche sprengenden
Irrtümer der Deutschen Christen und der gegenwärtigen
Reichskirchenregierung zu folgenden evangelischen Wahrheiten:
THESEN
1. Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit
und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.
Joh 14,6
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht
in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist
ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch
mich hineingeht, wird er selig werden. Joh 10,1.9
Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird,
ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben
und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche
als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen
Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten
und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.
2. Durch Gott seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott
gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung
und zur Erlösung. 1Kor 1,30
Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer
Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger
Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe
Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem,
dankbaren Dienst an seinen Geschöpfen.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens,
in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren
zu eigen wären, Bereiche, in denen wir nicht der Rechtfertigung
und Heiligung durch ihn bedürften.
3. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in
allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem
aus der ganze Leib zusammengefügt ist. Eph 4,15-16
Die christliche Kirche ist die Gemeinde von Brüdern, in der
Jesus Christus in Wort und Sakrament durch den Heiligen Geist
als der Herr gegenwärtig handelt. Sie hat mit ihrem Glauben wie
Glaubensbekenntnisse
und Lehrstücke
195
mit ihrem Gehorsam, mit ihrer Botschaft wie mit ihrer Ordnung
mitten in der Welt der Sünde als die Kirche der begnadigten Sünder
zu bezeugen, dass sie allein sein Eigentum ist, allein von seinem
Trost und von seiner Weisung in Erwartung seiner Erscheinung
lebt und leben möchte.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt
ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem
Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen
Überzeugungen überlassen.
4. Jesus Christus spricht: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker
niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So
soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein
will, der sei euer Diener. Mt 20,25-26
Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft
der einen über die anderen, sondern die Ausübung des
der ganzen Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die
Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen
ausgestattete Führer geben und geben lassen.
5. Fürchtet Gott, ehrt den König. 1Petr 2,17
Die Schrift sagt uns, dass der Staat nach göttlicher Anordnung
die Aufgabe hat, in der noch nicht erlösten Welt, in der auch die
Kirche steht, nach dem Maß menschlicher Einsicht und menschlichen
Vermögens unter Androhung und Ausübung von Gewalt
für Recht und Frieden zu sorgen. Die Kirche erkennt in Dank
und Ehrfurcht gegen Gott die Wohltat dieser seiner Anordnung
an. Sie erinnert an Gottes Reich, an Gottes Gebot und Gerechtigkeit
und damit an die Verantwortung der Regierenden und Regierten.
Sie vertraut und gehorcht der Kraft des Wortes, durch
das Gott alle Dinge trägt.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne der Staat
über seinen besonderen Auftrag hinaus die einzige und totale
Ordnung menschlichen Lebens werden und also auch die Bestimmung
der Kirche erfüllen.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als solle und könne sich die Kirche
über ihren besonderen Auftrag hinaus staatliche Art, staatliche
Aufgaben und staatliche Würde aneignen und damit selbst zu
einem Organ des Staates werden.
6. Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an
der Welt Ende. Mt 28,20
Gottes Wort ist nicht gebunden. 2Tim 2,9
Der Auftrag der Kirche, in welchem ihre Freiheit gründet, besteht
darin, an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen
Gottesdienstliche
Texte
196
Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft
von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher
Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den
Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke
und Pläne stellen.
Die Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche
erklärt, dass sie in der Anerkennung dieser Wahrheiten und in
der Verwerfung dieser Irrtümer die unumgängliche theologische
Grundlage der Deutschen Evangelischen Kirche als eines Bundes
der Bekenntniskirchen sieht. Sie fordert alle, die sich ihrer
Erklärung anschließen können, auf, bei ihren kirchenpolitischen
Entscheidungen dieser theologischen Erkenntnisse eingedenk
zu sein. Sie bittet alle, die es angeht, in die Einheit des Glaubens,
der Liebe und der Hoffnung zurückzukehren.
Verbum Dei manet in aeternum.
Glaubensbekenntnisse
und Lehrstücke
197
Das Belhar Bekenntnis
1) Wir glauben an den Dreieinigen Gott,
Vater, Sohn und Heiligen Geist,
der durch sein Wort und seinen Geist seine Kirche versammelt,
schützt und erhält,
wie er es von Anfang an getan hat und bis zum Ende tun wird.
2) Wir glauben eine heilige allgemeine christliche Kirche, die
Gemeinschaft der Heiligen, die aus dem ganzen Menschengeschlecht
berufen ist.
Wir glauben,
dass das Versöhnungswerk Christi in der Kirche sichtbare Gestalt
annimmt als Glaubensgemeinschaft derer, die mit Gott
und untereinander versöhnt sind;
dass die Einheit der Kirche Jesu Christi darum Gabe und Aufgabe
zugleich ist;
dass sie eine verbindende Kraft ist durch das Wirken des Geistes
Gottes, gleichzeitig aber auch eine Wirklichkeit, die gesucht
und ernsthaft verfolgt werden muss; eine Aufgabe, für
die das Volk Gottes immer wieder bereit gemacht werden
muss;
dass diese Einheit sichtbar werden muss, auf dass die Welt
glaube;
dass Trennung, Feindschaft und Hass zwischen einzelnen
Menschen und zwischen Völkern in Christus bereits überwundene
Sünde sind und dass folglich alles, was diese Einheit
bedroht, in der Kirche Jesu Christi keinen Platz haben
darf, sondern bekämpft werden muß;
dass diese Einheit des Volkes Gottes auf vielfältige Art sichtbare
Gestalt annehmen und sich auswirken muss, dadurch
dass wir:
uns lieben,
Gemeinschaft miteinander erfahren, einüben und aufrechterhalten,
verpflichtet sind, uns willig und freudig zum Nutzen und
zum Segen anderer hinzugeben,
einen Glauben und eine Berufung teilen,
eines Herzens und eines Sinnes sind,
einen Gott und Vater haben,
von einem Geist durchdrungen sind,
mit einer Taufe getauft sind,
von einem Brot essen und aus einem Kelch trinken,
einen Namen bekennen,
Gottesdienstliche
Texte
198
einem Herrn gehorsam sind,
für eine Sache eifern,
eine Hoffnung miteinander teilen,
gemeinsam die Höhe und Breite und Tiefe der Liebe
Christi kennenlernen,
gemeinsam an der Gestalt Christi uns ausrichten lassen zu
neuen Menschen,
gemeinsam die gegenseitigen Lasten kennen und tragen
und so das Gesetz Christi erfüllen,
einander brauchen und einander aufbauen,
einander ermahnen und einander trösten,
miteinander für die Gerechtigkeit leiden,
gemeinsam beten,
gemeinsam Gott in dieser Welt dienen,
gemeinsam gegen alles kämpfen, was diese Einheit zu behindern
oder zu bedrohen vermag,
dass diese Einheit ausschließlich in Freiheit und nicht unter
Zwang Gestalt annehmen kann;
dass die Vielfalt geistlicher Gaben, Möglichkeiten, Umstände
und Überzeugungen wie auch die Vielfalt der Sprachen und
Kulturen kraft der in Christus geschehenen Versöhnung Gelegenheit
zum gegenseitigen Dienst bieten und eine Bereicherung
sind für das eine sichtbare Volk Gottes;
dass wahrer Glaube an Jesus Christus die einzige Voraussetzung
für die Mitgliedschaft in dieser Kirche ist.
Wir verwerfen darum jede Lehre,
die die natürliche Vielfalt oder die sündhafte Trennung in
einer Weise verabsolutiert, dass dadurch die sichtbare und tätige
Einheit der Kirche behindert wird oder zerbricht oder sogar
zur Gründung einer separaten Kirche führt;
die vorgibt, dass diese geistliche Einheit durch das Band des
Friedens garantiert sei, während gleichzeitig Gläubige desselben
Bekenntnisses aufgrund von Verschiedenheit und Unversöhnlichkeit
voneinander entfremdet sind;
die nicht wahrhaben will, dass es Sünde ist, wenn die sichtbare
Einheit nicht als eine kostbare Gabe angestrebt wird;
die explizit oder implizit behauptet, dass Herkunft oder irgendein
anderer menschlicher oder gesellschaftlicher Faktor
für die Mitgliedschaft in der Kirche mitbestimmend sei.
3) Wir glauben,
dass Gott seiner Kirche die Botschaft von der Versöhnung in
und durch Christus anvertraut hat;
Glaubensbekenntnisse
und Lehrstücke
199
dass die Kirche aufgerufen ist, das Salz der Erde und das Licht
der Welt zu sein;
dass die Kirche selig gepriesen wird, weil sie Friedensstifterin
ist;
dass die Kirche in Wort und Tat Zeugin ist des neuen Himmels
und der neuen Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt;
dass Gott durch sein lebenschaffendes Wort und seinen lebenschaffenden
Geist die Macht der Sünde und des Todes
und damit auch die Macht der Unversöhnlichkeit und des
Hasses, der Bitterkeit und der Feindschaft überwunden hat;
dass Gott durch sein lebenschaffendes Wort und seinen lebenschaffenden
Geist sein Volk befähigt, in neuem Gehorsam
zu leben und dadurch neue Lebensmöglichkeiten für das
Zusammenleben in der ganzen Welt zu eröffnen vermag;
dass diese Botschaft unglaubwürdig und ihre segensvolle Wirkung
verhindert wird, wenn sie in einem Land verkündigt
wird, das den Anspruch erhebt, christlich zu sein, aber in dem
die erzwungene Trennung der Menschen aus rassischen
Gründen gegenseitige Entfremdung, Hass und Feindschaft
fördert und immer weiter fortsetzt;
dass jede Lehre, die eine solche erzwungene Trennung aus
dem Evangelium zu legitimieren versucht und die sich nicht
auf den Weg des Gehorsams und der Versöhnung wagt, sondern
aus Vorurteil, Furcht, Eigensucht und Unglauben von
vornherein die versöhnende Macht des Evangeliums leugnet,
Ideologie und Irrlehre ist.
Wir verwerfen darum jede Lehre,
die im Namen des Evangeliums oder des Willens Gottes die
erzwungene Trennung von Menschen nach Rasse oder Hautfarbe
gutheißt und dadurch von vornherein den Zuspruch
und die Erfahrung der Versöhnung in Christus abschwächt
und verhindert.
4) Wir glauben,
dass Gott sich selbst als der Eine geoffenbart hat, der Gerechtigkeit
und wahren Frieden unter den Menschen herbeiführen
will;
dass er in einer Welt voller Ungerechtigkeit und Feindschaft
in besonderer Weise der Gott der Notleidenden, der Armen
und der Entrechteten ist und dass er seine Kirche aufruft, ihm
darin zu folgen;
dass er den Unterdrückten Recht schafft und den Hungrigen
Brot gibt;
Gottesdienstliche
Texte
200
dass er die Gefangenen befreit und und die Blinden sehend
macht;
dass er die Bedrängten unterstützt;
dass er die Fremden beschützt;
dass er den Waisen und Witwen hilft und den Weg der
Gottlosen versperrt;
dass reiner und unbefleckter Gottesdienst für ihn heißt, die
Witwen und Waisen in ihrem Leid zu besuchen;
dass er sein Volk anleiten will, Gutes zu tun und nach Recht
zu streben;
dass die Kirche darum leidenden und bedürftigen Menschen
beistehen muß und darum auch gegen jede Form von Ungerechtigkeit
Zeugnis ablegen und streiten soll, damit das Recht
ströme wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender
Bach;
dass die Kirche als Eigentum Gottes dort stehen muß, wo
Gott selbst steht, nämlich an der Seite der Entrechteten, gegen
alle Formen der Ungerechtigkeit;
dass die Kirche in der Nachfolge Christi Zeugnis ablegen muß
gegen Mächtige und Privilegierte, die selbstsüchtig ihre eigenen
Interessen verfolgen und dabei über andere verfügen
und sie benachteiligen.
Wir verwerfen darum jede Ideologie,
die Ungerechtigkeit – in welcher Form auch immer – legitimiert;
und wir verwerfen jede Lehre,
die nicht gewillt ist, einer solchen Ideologie vom Evangelium
her zu widerstehen.
5) Wir glauben,
dass die Kirche aufgerufen ist – im Gehorsam gegenüber
Jesus Christus, ihrem einzigen Herrn – all dies zu bekennen
und zu tun, auch wenn die Obrigkeiten und die Gesetze der
Menschen sich dagegen stellen und Strafen und Leiden damit
verbunden sein sollten.
Jesus ist der Herr.
Dem einen Gott, Vater, Sohn und Heiligem Geist,
sei Ehre und Herrlichkeit in Ewigkeit.
(Amen)
Glaubensbekenntnisse
und Lehrstücke
201

Abkündigungen
und Bekanntmachungen

Einführung
Abkündigungen und Bekanntmachungen können an verschiedenen
Stellen des Gottesdienstes ihren Platz finden.
In den Abkündigungen werden Personen oder Ereignisse benannt,
die in die Fürbitte der Gemeinde aufgenommen werden sollen. Täuflinge,
Konfirmanden und Konfirmandinnen, Braut- und Ehepaare, Kranke
und Verstorbene können namentlich genannt werden. Der geeignete
Platz ist unmittelbar vor dem Dankgebet und den Fürbitten in der
Schlussliturgie des Gottesdienstes. Dasselbe gilt für besondere Anliegen
wie Wahl des Presbyteriums oder Pfarrwahl, Einführungen und
Synodaltagungen: Wenn sie in die Fürbitte der Gemeinde eingeschlossen
werden sollen, werden sie am besten an dieser Stelle mitgeteilt.
Die Bekanntgabe der Zweckbestimmung der Sammlung am Ende
des Gottesdienstes sollte nicht allzuweit von dieser entfernt sein.
Bekanntmachungen, in denen Verabredungen oder Gemeindeveranstaltungen
der begonnenen Woche mitgeteilt werden, können an
verschiedenen Stellen des Gottesdienstes ihren Platz finden. Wegen
der Behaltbarkeit der Bekanntmachungen ist jedoch eine Stellung im
Schlussteil des Gottesdienstes empfehlenswert. Sie kann als die »organische
Stellung« bezeichnet werden, weil die Bekanntmachungen auf
die begonnene Woche vorausblicken. Sie sollten kurz gehalten und auf
das Notwendige beschränkt werden. Eine Häufung verschiedener Termine
lässt die Aufmerksamkeit schnell erlahmen. Zu erwägen ist, ob
die schriftliche Mitteilung z.B. an einer Informationstafel im Eingangsbereich
der Kirche die bessere Möglichkeit zur Information der Gemeinde
darstellen kann. Dann wird ein kurzer mündlicher Hinweis auf
die Informationstafel genügen.
Einführung
205

Abkündigungen und
Bekanntmachungen
Kindertaufe
In unserer Gemeinde ist / sind getauft worden:
. . ., Sohn / Tochter von . . . und . . ..
Wir freuen uns mit den Angehörigen und erbitten für das
Wachsen und Gedeihen des Kindes / der Kinder Gottes Segen.
Taufe eines Erwachsenen, Aufnahme
In unserer Gemeinde ist getauft worden . . ..
Oder:
In unsere Gemeinde ist aufgenommen worden . . ..
Wir grüßen unser neues Gemeindeglied
und erbitten Gottes Segen für seinen Weg.
Trauung
In unserer Gemeinde sind getraut worden / wollen getraut
werden:
. . . aus . . . und . . . aus . . ..
Gott segne den gemeinsamen Weg der beiden;
er gebe ihnen, beieinander zu bleiben,
und erhalte ihre Liebe zueinander.
Bestattung
In unserer Gemeinde ist / sind verstorben
und mit dem Bekenntnis zur Auferstehung von den Toten
kirchlich bestattet worden:
. . . im Alter von . . . Jahren.
Jesus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
Joh 14,19b
Abkündigungen
und
Bekanntmachungen
207
Oder:
Der Apostel Paulus spricht: Leben wir, so leben wir dem Herrn;
sterben wir, so sterben wir dem Herrn.
Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig
geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei.
Röm 14,8-9
Verschiedene Kasualhandlungen
In unserer Gemeinde wurde getauft . . ..
Es wollen kirchlich getraut werden / wurden kirchlich getraut
. . . und . . ..
Es verstarb und wurde kirchlich bestattet . . . im Alter von
. . . Jahren.
Gott, wir bitten dich für unsere Gemeinde:
Schenke den Getauften deinen Geist,
den Getrauten deine Liebe
und den Verstorbenen deinen Frieden. Amen.
Oder:
Treuer Gott,
das Leben, das in deinem Namen begonnen hat,
das Paar, das seinen gemeinsamen Lebensweg
unter deinen Segen stellt
und das Leben, das aufgehört hat,
vertrauen wir dir an.
Es liegt nicht in unserer Hand,
was aus dem Leben dieser Menschen wird
und was ihrem Tode folgt.
Du aber nimmst dich ihrer an.
Lass deine Gegenwart den Lebenden spürbar werden,
nimm dich der Toten an,
und lass die nicht allein,
die von nun an ohne sie leben müssen. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
208
Tagung einer Synode
Am . . . wird die Synode . . . zusammenkommen.
Sie wird vor allem über . . . (Schwerpunkte) beraten.
Wir beten:
Wir bitten dich, Gott,
gib den Mitgliedern der Synode Weisheit,
Geduld und Phantasie,
damit sie mutig und sachgemäß miteinander beraten
und gute Entscheidungen
zum Wohl der Kirche und der Menschen treffen. Amen.
Kollekten und Sammlungen
Die Kollekte / Sammlung am . . . erbrachte den Betrag von . . ..
Allen, die dazu beigetragen haben, sei herzlich gedankt.
Die heutige Kollekte / Sammlung ist bestimmt für . . . (Zweck
und Begründung).
Gott segne Geber und Gaben.
Abkündigungen
und
Bekanntmachungen
209

Dankgebete und Fürbitten
212
Einführung
Die Anrufung Gottes steht im Gottesdienst gleichgewichtig neben der
Verkündigung des Wortes. Dabei lassen sich im Dankgebet und in den
Fürbitten nach der Predigt verschiedene Elemente unterscheiden, die
immer in ihm enthalten sein werden, wenn auch nicht jederzeit in derselben
Ausführlichkeit.
Ein wesentlicher Bestandteil dieses Gebets ist der Dank. Ein
Mensch zu sein heißt, danken zu können – und auch zu wollen. Uns
Menschen ist es gegeben, Gott nicht nur durch unser bloßes Dasein zu
ehren, wie die Pflanzen, die Tiere und die unbelebte Natur, sondern
ihn in den Grenzen unseres Menschseins zu erkennen, ihn zu lieben
und anzurufen. Wir sind es, die Gott nicht nur geschaffen, sondern
auch angeredet, angerufen hat mit dem Wort seiner Gnade – in Jesus
Christus, durch den Heiligen Geist. Wie jeder Einzelne für sich allein,
so soll und kann die Gemeinde Gott danken für alles, was er als Schöpfer,
Versöhner und Vollender seiner Gemeinde, seiner Welt getan hat
und tut. Es ist die freie, ungeschuldete Gabe seiner Gnade, die sie in
ihrem Danken anerkennt. Dieser Teil des Gebets kann die Gestalt des
berichtenden Lobes annehmen. Weil man auch beim Danken nicht immer
alles sagen muss, was gesagt werden könnte, kann sich dieser Teil
des Gebets in Freiheit an dem jeweiligen Inhalt der vorausgegangenen
Predigt orientieren.
Zum Dankgebet kann auch ein expliziter Lobpreis gehören. Gott
kann und soll um seiner selbst willen geehrt und gepriesen werden. Im
Loben Gottes geht es nicht nur darum, ihn anzurufen, sondern auch,
seine ihm eigene Herrlichkeit auszurufen vor der Welt. In dieser Wendung
hin zum selbstlosen Loben Gottes wird das Gebet zum Wort freier,
von Gott für Gott befreiter Menschen.
Das zweite Element der gemeinsamen Anrufung Gottes ist das Bitten.
Wir können Gott nicht so danken, als ob wir seines Gebens fortan
nicht mehr bedürften. Wir bleiben ja beständig auf ihn angewiesen.
Wie das Manna in der Wüste das Volk Gottes ganz und gar satt gemacht
hat, so musste es ihm Tag für Tag aufs Neue gegeben werden. Die Betenden
strecken ihre leeren Hände aus nach Gott und rufen: »Unser
tägliches Brot gib uns heute!« Sie meinen mit dem Brot schlechterdings
alles, was Menschen zum Leben brauchen.
Das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat, ist auch darin das Urbild allen
Betens, dass es uns in der Wir-Form zu beten lehrt. So gewiss es
persönliche Anliegen des Einzelnen und die spezielle Not einer bestimmten
christlichen Gemeinde gibt, soll und will in unserem Bitten
doch immer die Not aller Menschen anwesend sein. Die Gemeinsamkeit
der Not und darum die Gemeinschaft des Bittens reicht weit über
den Kreis der einzelnen Gemeinde, ja über die Christenheit hinaus.
Einführung
213
Die Gemeinde wird immer für alle Menschen bitten, auch für die, die
nicht unsere Glaubensgenossen sind oder sein wollen. Wir können nie
für uns allein, sondern immer nur mit den anderen und für die anderen
bitten. Indem die Gemeinde stellvertretend für alle Menschen bittet,
nimmt sie teil an dem »priesterlichen Amt« Jesu Christi (vgl. Heidelberger
Katechismus Frage 31).
Der Übergang zwischen Bitte und Fürbitte ist fließend. Die Fürbitte
ist echtes Bitten, jedoch mit dem Charakter der Fürsprache. Im Bittgebet
reden wir mit Gott wie Kinder mit ihrem Vater. In der Fürbitte
erlaubt uns Gott, wie Freunde oder Freundinnen mit ihm zu sprechen.
Wie ein Mensch auf das Wort seiner Freunde hört und dabei weder die
Freiheit der Entscheidung noch die Verantwortung für sein Tun abgibt,
so will Gott sich in seinem Handeln an der Welt von unserer Fürsprache
bewegen und bestimmen lassen.
Das aber ist uns möglich und erlaubt, weil jedes unserer Gebete,
auch unser Bitten und unsere Fürsprache, »durch Jesus Christus, unseren
Herrn« geschieht. Darum schließt das Gebet der Gemeinde mit dieser
Wendung, oder es mündet in das Gebet des Herrn. Denn es ist Jesus
Christus, der zur Rechten Gottes erhöht ist, der dort für uns eintritt
und durch den der Vater die Welt regiert. In der Fürsprache für alle
Menschen, die »durch Jesus Christus« geschieht, nehmen wir teil an
dem »königlichen Amt« Jesu Christi (Heidelberger Katechismus Frage
31) und damit an Gottes Weltregiment.
In der reformierten Tradition sind die Fürbitten der Gemeinde fast
ausnahmslos durch den Pastor oder die Pastorin gesprochen worden.
Die reformierte Zurückhaltung gegenüber dem responsorischen Beten
führte dazu, dass weder die Gebetsform der »Ektenie« noch des »Diakonischen
Gebets« geübt wurde.
Bei einer Ektenie nennt ein Vorbeter oder eine Vorbeterin bestimmte
Gebetsanliegen, die die Gemeinde mit einem Gebetsruf wie »Erhöre
uns, Gott!« oder »Herr, erbarme dich!« aufnimmt.
Beim Diakonischen Gebet folgt auf die Formulierung des Gebetsanliegens
eine Gebetsstille oder ein von der Gemeinde gesprochenes »Amen«.
In der klassischen Form des Wechselgebets werden Gebetsaufforderungen
durch den Liturgen oder die Liturgin von Gebetsrufen der
Gemeinde unterbrochen, die ihr bekannt sind oder vorgesprochen
werden.
Die Reformierte Liturgie bietet einige Beispiele für eine Ektenie
und ein Diakonisches Gebet. Weitere Gebete lassen sich leicht in diese
Form bringen.
Die reformierte Tradition kennt die Vater-Unser-Paraphrase, die
Martin Bucer und Johannes Calvin von Martin Luther übernahmen. Ein
Beispiel findet sich auf S. 222.
Wer sich in einem Gemeindegebet an Gott wendet, trägt eine große
Verantwortung dafür, dass die Gebete wirklich Dank und Fürbitte der
Gottesdienstliche
Texte
214
Gemeinde sind, die sich an Gott richten. Die Gefahr ist groß, die
Sprechrichtung umzukehren und insgeheim im Gebet wiederum die
Gemeinde anzureden: sei es, dass im Dankgebet der Inhalt der Predigt
bekräftigt werden soll, also eine pädagogische Absicht einfließt; sei es,
dass mit einzelnen Gebetsanliegen die Nebenabsichten der »Information
« oder gar der »Sensibilisierung bzw. Bewusstseinsbildung« der Gemeinde
verfolgt werden. Wenn jedoch ein Gebet statt mit der Anrede
»Lieber Gott« auch mit der Anrede »Liebe Gemeinde« beginnen könnte,
ist es kein Gebet.
Die Gemeinde muss zu den Gebetsinhalten wirklich »Amen!« sagen
können. Das erfordert einen wohlbedachten und respektvollen Umgang
gerade mit theologisch oder ethisch umstrittenen Anliegen.
Das Bitten und Fürbitten der Gemeinde hat sich von alters her aus
gutem Grund besonders der Personen angenommen, die in ihrem Leben
verletzt oder eingeschränkt sind: Benachteiligte, Kranke, Sterbende.
Doch brauchen auch die glücklichen, lebensfrohen, gesunden und
tatkräftigen Menschen die fürbittende Begleitung der Gemeinde – und
genauso den (oft stellvertretenden) Dank für die ihnen gewährte Lebensfülle.
Fürbittgebete haben seit jeher die Personen besonders im Blick genommen,
die in Staat, Politik, Wirtschaft, Kirche und Gesellschaft besondere
Verantwortung tragen. Das ist richtig, doch müssen wir darauf
achten, in unserem Gebet nicht in Stereotypen zu verfallen oder unsere
Aufmerksamkeit immer demselben Ausschnitt der Lebenswelt zuzuwenden.
Im fürbittenden Eintreten für die Menschen, die glücklichen wie die
verletzten, wird offenbar, dass es im Beten der christlichen Gemeinde
nicht nur um die Güter der Ewigkeit, sondern auch um das Gute in
unserer Zeit geht. Dabei kann das Beten so konkret werden, dass es
nicht nur die Dinge, sondern das Tun von Menschen und im gegebenen
Fall auch die Täter selbst beim Namen nennt. Das kann das Gebet,
weil Gottes Wille nicht nur im Himmel, sondern auch auf Erden geschehen
will. Das Beten der Gemeinde kann die Stimme der mundtot
gemachten Menschen werden – es kann praktizierte Solidarität sein.
Ein Fürbittgebet ist immer politisch – so oder so.
Immer wieder wird das Beten der Gemeinde ein stellvertretendes
Sprechen vor Gott sein: für die Menschen, denen die Widerfahrnisse
des Lebens und ihre Schrecken die Sprache verschlagen haben, die selber
den Weg des Gebets verloren haben oder ihn nicht mehr zu gehen
wagen. Im oft leisen, tastenden Wort der Klage vermag das Gebet zu
sagen, woran Menschen leiden, auch wenn sie selber längst in ihrer
Qual verstummt sind.
Da die Gemeinde während des Dank- und Fürbittgebets in der Regel
sitzt, zum nachfolgenden gemeinsamen Sprechen des Unser-Vater-
Gebets aber aufstehen sollte, muss nach dem Fürbittgebet ein Einschnitt
vorgesehen werden, damit die Gemeinde aufstehen kann. Es
Einführung
215
empfiehlt sich daher, das Fürbittgebet mit einem Amen zu beenden
und zum gemeinsamen Sprechen des Vaterunsers mit einer gesonderten
Einladung aufzufordern. Die an die Gemeinde gerichtete Aufforderung
sollte nicht in der Sprachgestalt eines an Gott gerichteten Gebets
erfolgen.
Im evangelischen Gottesdienst wird das Gebet des Herrn immer mit
der abschließenden Doxologie gesprochen. In der Mehrzahl der reformierten
Gemeinden wird es mit den Worten »Unser Vater …« begonnen,
doch findet sich auch die Wortfolge »Vater unser …«. Wir meinen,
dass sich diese unterschiedliche Wortstellung nicht dazu eignet, um an
ihr die eigene konfessionelle Identität festzumachen.
Die Elemente des Dankgebets und der Fürbitten können sein:
– Anrede
– Dank, oftmals am Inhalt der Predigt orientiert, und Lobpreis Gottes
– Bitten um den Segen Gottes und Fürbitten für das Leben aller Menschen
und das eigene
– Amen.
Es folgen gottesdienstliche Texte, auch zum Kirchenjahr und zu besonderen
Themen und Anlässen sowie zum Dank und zur Fürbitte anlässlich
der Geburt eines Kindes (Näheres s. S. 283ff).
Gottesdienstliche
Texte
216
Dankgebete und Fürbitten
Allmächtiger Gott, lieber himmlischer Vater!
Dein Heiliger Geist macht uns Mut, dich anzurufen:
um dich zu loben, wenn du uns froh und dankbar machst;
um nach dir zu schreien, wenn uns elend und erbärmlich ist;
und wenn andere Menschen in Not sind, für sie zu beten.
Wir bitten dich um Hilfe für die Hungernden und Verfolgten,
um Freiheit für die Unterdrückten und zu Unrecht Gefangenen,
um Hoffnung für die Kranken und Sterbenden
und um Vergebung für die schuldig Gewordenen.
Wir bitten dich für unsere und unserer Kinder Zukunft:
um Gesundheit der Luft, Fruchtbarkeit der Erde,
gerechte Verteilung der Güter und friedliche Zeiten.
Vor allem aber gib uns allezeit die Kraft, dir zu vertrauen
und auch dann nach dir zu rufen, wenn du uns
auf unheimliche und schreckliche Weise verborgen bist.
Wir lassen dich nicht, du segnest uns denn.
*
Barmherziger Gott,
der du uns in Jesus Christus, deinem Sohn,
die Sünden vergibst und ewiges Leben gewährst:
Erhalte uns und unseren Kindern die Predigt deines Wortes,
dass dein Heiliger Geist dadurch den Glauben
erwecke und stärke.
Hilf uns,
die sichtbaren heiligen Wahrzeichen und Siegel des Evangeliums,
die Taufe und das Abendmahl, zu bewahren,
und mache uns im Leben wie im Sterben
des einzigen Trostes gewiss,
dass wir nicht uns selbst, sondern Jesus Christus gehören.
Wir bitten dich für alle, die Macht haben
und die Völker regieren:
Gib ihnen Weisheit, Redlichkeit und Willen zur Gerechtigkeit,
damit dem Geist der Lüge, des Hasses und der Rache
gewehrt wird
und wir in Frieden leben können.
Dankgebete
und Fürbitten
217
Versammle, schütze und erhalte deine Kirche
bei uns und überall
in der Einigkeit des wahren Glaubens.
Segne alle Dienste
der Lehre, der Liebe und der Leitung.
Mache Menschen bereit zur Mitarbeit
und segne alle, die in der Gemeinde tätig sind.
[Dein Heiliger Geist leite die Versammlung unserer Synode
/ Sitzung;
lass sie beraten und beschließen, was deinem Willen entspricht
und deiner Gemeinde zu ihrem Besten dient.]
Vollende dein Reich in Herrlichkeit,
da wir dich, Vater, Sohn und Heiligen Geist,
loben und anbeten in Ewigkeit.
*
Ewiger und allmächtiger Gott!
Wir danken dir für das Wort deiner Wahrheit.
Gegen alle Mächte des Todes hast du das Leben verteidigt.
Gegen unser Erschrecken vor deiner Heiligkeit setzt du
dein Erbarmen.
Gegen Angst und Verzweiflung schenkst du Hoffnung und Mut.
Wir loben dich in deinem unergründlichen Geheimnis,
den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist,
jetzt und zu aller Zeit unseres Lebens.
Weil du unsere einzige Zuflucht bist,
bitten wir dich voll Vertrauen
für alle Menschen, die leiden müssen:
für Arbeitslose, Arme, Unterdrückte,
für Einsame und Verzweifelte,
für Hungernde und Gefolterte,
für Kranke und Sterbende –
verbessere ihre Lage, ermutige alle Helfer,
rette, was verloren ist.
Weil du unsere einzige Zuflucht bist,
bitten wir dich voll Vertrauen
für alle, die Macht haben:
in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft,
in der Justiz und bei der Polizei,
in den Medien,
in Schulen und Hochschulen,
Gottesdienstliche
Texte
218
in den Betrieben und auf den Baustellen,
in Ehen und Familien –
gib Maß in allen Konflikten, schenke Kraft zur Erneuerung,
wehre der Macht des Geldes,
sorge für Recht und Gerechtigkeit.
Weil du unsere einzige Zuflucht bist,
bitten wir dich voll Vertrauen
für alle, die deine Wahrheit bezeugen,
dass sie im Alltag nicht müde,
dass sie in Bedrohung nicht feige werden,
dass sie bei Erfolgen demütig bleiben –
gib Mut zum Reden, Tatkraft zum Handeln,
Vollmacht zum Beten, Geduld im Leid.
Du ewiger und allmächtiger Gott
bist unsere einzige Hoffnung.
Unsere Seele ist unruhig,
bis sie Ruhe findet in dir.
Tief wie das Meer, hoch wie der Himmel
ist das Geheimnis deiner ewigen Gegenwart.
Unergründlich ist deine Macht.
Unausschöpflich ist deine Liebe.
Unvorstellbar ist unsere Zukunft in deinem Reich.
Ehre, Preis und Anbetung sei dir,
dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
*
Gott, Quelle des Lebens,
wie reich ist dein Wort
und wie lebendig deine Wahrheit!
Unerschöpflich ist, was du uns zu sagen hast.
Gib, dass wir das erkennen,
uns freuen an der Buntheit deiner Gnade.
Wir bitten dich für alle Traurigen und Bedrückten:
Lass sie Trost schöpfen aus deiner Nähe.
Wir bitten dich für die,
denen ihre Welt zusammenbricht
durch Gewalt, Krankheit oder schmerzhafte Abschiede:
Lass sie Beistand erfahren
von dir und von Menschen, die mit ihnen tragen.
Dankgebete
und Fürbitten
219
Wir bitten auch für die,
die voller Hass sind,
denen nichts heilig ist,
die andere quälen, morden oder vergewaltigen:
Rufe sie zur Besinnung
und lass sie umkehren von ihrem bösen Weg.
Gott, schütze die Liebenden.
Gib den Friedensstiftern Kraft.
Segne dein Volk Israel
und erbarme dich über deine Kirche in ihrer Not.
*
Gnädiger, gerechter Gott!
All unsere Sorgen befehlen wir in deine Hand,
damit wir sie loslassen können.
Wir sehnen uns nach deinem Frieden,
für uns selbst und für alle Menschen.
Wir bitten dich: Sei mit deinem Geist der Hoffnung dort,
wo Menschen aufgeben wollen
und nicht mehr auf Veränderung hoffen.
Nimm der Mutlosigkeit die Macht
und mache uns stark, neue Wege zu suchen.
Wir bitten dich: Sei mit deinem Geist des Friedens dort,
wo Menschen sich hassen und verachten
und aufgestachelt werden zu Terror und Mord.
Zerbrich den Kreislauf der Gewalt
und lass die Menschen den Weg deines Sohnes finden,
der zur Versöhnung führt
und zur Achtung der Würde jedes Menschen.
Wir bitten dich für uns selbst:
Lass unser ganzes Leben in deinen Händen aufgehoben sein.
Mache dein Wort unter uns lebendig,
damit wir uns sammeln als die Gemeinde,
die deiner Stimme folgt.
Lass dein Reich anbrechen unter uns.
*
Gnädiger Gott, wir danken dir
für deine Gegenwart in unserem Alltag,
für deine Ermutigung, die uns auch aus leisen Worten erreicht,
Gottesdienstliche
Texte
220
für deine Geduld, wenn wir uns zu wichtig nehmen
und an unseren Ansprüchen zerbrechen.
Gott, wir bitten dich für alle,
die Leben verwechseln mit immer neuen Erlebnissen,
die nur noch auf der Jagd sind nach dem Besonderen
und in ihrem Alltag nicht zufrieden sein können.
Lass sie Ruhe finden und das rechte Maß.
Wir bitten dich für die Erfolgreichen
und für die, die gerade großes Glück haben,
dass sie davon zehren können,
wenn ihr Leben wieder von Routine bestimmt wird.
Richte die Verlierer auf.
Stelle die Mutlosen neu auf die Beine
und stärke uns alle für die mühsamen Wegstrecken des Lebens.
*
Lieber Gott,
wer merkt schon,
wie es den anderen wirklich geht?
Dass da Menschen auf der Straße sitzen
und nichts zu essen haben
und nicht wissen, wohin.
Wer merkt schon,
wie es den anderen wirklich geht?
Dass da Menschen keine Arbeit finden
und keinen Sinn im Leben
und keine Freude.
Wer merkt schon,
wie es den anderen wirklich geht?
Dass da Menschen versuchen,
ihre Probleme und Schmerzen
in Alkohol zu ersäufen
oder mit Drogen zu betäuben.
Wer merkt schon,
wie es den anderen wirklich geht?
Dass da Menschen ihre Heimat verlassen,
um ohne Furcht leben zu können,
um sich eine Existenz aufzubauen.
Dankgebete
und Fürbitten
221
Wer merkt schon,
wie es den anderen wirklich geht?
Dass da Menschen leben in deiner Welt,
die sich noch nie satt gegessen haben,
die keinen Frieden kennen.
Wer merkt schon,
wie es mir wirklich geht?
Dass ich ein Mensch bin,
der auch Hilfe braucht,
viel Liebe und Worte, die mich aufbauen.
Du merkst schon,
wie es mir wirklich geht, treuer Gott.
Du siehst den Menschen ins Herz
und spürst, was in ihrer Seele vorgeht.
Du merkst, wie es uns allen wirklich geht.
*
Vater unser,
Herr über die Welt und über das Nichts,
Gott für die Welt und gegen das Nichts,
geheiligt werde dein Name,
weil du dich aller erbarmst.
Dein Reich komme,
damit deine Macht und deine Gnade
von allen erfahren werden.
Dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf Erden,
damit dein Friede, deine Freiheit,
dein Recht zu herrschen beginnen.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
uns und allen Menschen,
die Hunger leiden, die auf der Flucht sind,
die verfolgt werden oder krank sind.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern
in unseren Familien, an unseren Arbeitsstätten,
in unserer Kirche, in unserem Land.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen,
aus Elend und Verzweiflung,
aus Sinnlosigkeit und Tod.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Gottesdienstliche
Texte
222
Dankgebete und Fürbitten
zum Kirchenjahr
Advent
Gott, du bist das Licht für eine trübe gewordene Welt.
Alles ziehst du zu dir.
Was groß und stark ist vor der Welt,
weist du in seine Schranken,
damit das Kleine und Verletzte
groß werden und gedeihen kann.
Lass uns nicht vergessen,
dass dein Licht über unserem Leben steht
und dass wir dir damit dienen sollen,
dass wir Schritte und Werke des Lichts vollbringen.
Gib uns in dieser Woche
die Klarheit und den Mut,
von deiner Barmherzigkeit zu zeugen
in allem, was uns begegnen wird.
Wir bitten dich:
Lass dein Licht leuchten, wo die Finsternis tief ist,
wo Menschen in Einsamkeit
mit gebrochener Seele ins Dunkel blicken:
in Gefängnissen, in Heimen, in Krankenhäusern
und an den verborgenen Orten des Elends in unserem Land.
Halte auf, die der Finsternis dienen,
die aus dem Leiden anderer ihren Vorteil ziehen.
Stärke, die sich an die Seite der Schwachen stellen
und sich für Gerechtigkeit einsetzen.
Hilf deiner Kirche,
dass sie bei deinem Wort bleibt
und überall Zeugin für deine Wahrheit
und deinen Frieden ist.
Lass uns in dieser Adventszeit zu dem Anfang zurückkehren,
den du für uns gesetzt hast,
und im Licht deines Kommens neue Orientierung finden.
*
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
223
Du Gott allen Trostes,
wir danken dir,
dass du uns entgegenkommst
und uns suchst, wo wir wirklich sind.
Du weißt, wie befrachtet die Adventszeit ist
mit Erinnerungen, mit Sehnsucht
und auch mit Angst vor Leere und Einsamkeit.
Hilf, dass die Botschaft von deinem Kommen
unser Herz anrührt;
dass die, die gerade in diesen Tagen traurig sind,
getröstet werden;
dass die, die Streit miteinander haben,
offen werden, sich zu versöhnen.
Gott, es gibt so viele,
die gerade in dieser Zeit nicht wissen, wohin mit sich,
die sich verloren fühlen im Trubel der Stadt
und im Geplärr der Weihnachtslieder.
Es gibt so viele,
die sich in Alkohol flüchten,
die mit Tabletten und Drogen
den Schmerz ihrer Seele betäuben.
Gott, erbarme dich aller,
die zu zerbrechen drohen.
Heile uns und unsere Welt
durch deine tröstliche Nähe.
*
Du, unser Gott, komm uns entgegen auf unseren Wegen.
Komm allen entgegen,
die sich am Ende fühlen:
den Weinenden, den Verzweifelten, den Müden,
denen, die kaum Kraft zum Atmen finden,
die um einen Menschen trauern:
Tröste sie, gib ihnen Menschen, die ihnen nahe sind,
lass es wieder hell werden über ihnen.
Komm allen entgegen,
die das Leben erschöpft hat,
die nur glauben können, was sie sehen,
den Verbitterten, den Spöttern,
denen, deren Herz hart geworden ist:
Erwecke sie aufs Neue zu Liebe,
Barmherzigkeit und Mitfühlen.
Gib ihnen die Augen der Kinder zurück.
Gottesdienstliche
Texte
224
Komm allen entgegen,
die in ihrer eigenen Welt gefangen sind:
den Gedankenlosen, den Abgestumpften, den Harten,
die sich vom Elend der anderen nicht anrühren lassen
und die nicht wissen wollen, was sie tun:
Hab noch Geduld mit ihnen,
aber lass sie zur Einsicht kommen.
Und die Menschenschlächter, die Kriegsgewinnler,
die Raffgierigen, die Tyrannen auf Erden
lass nicht länger gewähren,
tritt ihnen machtvoll in den Weg
und bringe sie dahin, wieder Menschen zu werden,
Menschen, die deinem Bild entsprechen.
Gerechter und barmherziger Gott,
du hast uns gesucht, als wir dich noch nicht kannten:
Du rufst uns in deinen Dienst,
du willst, dass wir dein Licht weitergeben,
du willst uns zu Boten deines Kommens machen.
Wir bitten dich: Komm uns entgegen.
*
Wenn es dunkel wird,
sei du, Gott, mein Licht!
Wenn die Kälte mich erstarren lässt,
umhülle mich mit deiner Wärme.
Wenn mir die Zeit verrinnt,
birg mich in deinen Händen!
Wenn die Unruhe mich quält,
lass mich Ruhe finden in deiner Nähe!
Zu dir will ich gehen, mein Gott:
Deine Gegenwart ist mein Leben!
Wir warten auf dich,
besonders in dieser Zeit.
Lass uns dein Licht sehen,
das unseren Weg hell macht.
Lass uns die Menschen sehen,
die im Dunkeln leben.
Schenke uns den Funken Licht,
den wir für uns und andere brauchen,
damit unsere Welt heller und wärmer wird.
Um dies bitten wir dich heute,
so kurz vor der Heiligen Nacht.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
225
Weihnachten
Barmherziger Gott, wir danken dir,
dass du uns in der Gestalt eines Kindes begegnest.
Vor dir dürfen wir sein, wie wir sind,
ohne uns zu schämen.
Wir bitten dich,
ermutige uns zu mehr Offenheit untereinander,
damit wir finden, wonach wir uns sehnen:
Verständnis für unsere Schwächen,
Vergebung für unsere Schuld,
Trost für unsere Niedergeschlagenheit
und Stärkung in allem, was uns Angst macht.
Herr, wir bitten dich für alle,
die gerade heute ein schweres Herz haben;
für die, die nicht mehr zu Hause sind in unserer Welt:
die Entwurzelten, die Ruhelosen und Verzweifelten.
Lass sie nicht allein bleiben, nicht zerbrechen,
nicht ihr Leben wegwerfen.
Wir bitten dich für alle,
die sich verschlossen haben gegen die Weihnachtsbotschaft
und gegen dein heilsames Wort,
für die Spötter und die Gleichgültigen,
für die Enttäuschten und Verbitterten
und für alle, die Hass predigen statt Liebe,
Tod statt Frieden.
Lass sie nicht bleiben, wie sie sind.
Erweiche sie, verändere sie,
öffne sie für dich und das Leben.
Schließlich bitten wir dich für alle,
die heute einfach nur glücklich sind.
Behüte die Liebenden, schütze die Ausgelassenheit der Kinder
und erhalte allen, die gern leben, ihre Lebenslust.
*
Herr unser Gott!
Wenn wir Angst haben, dann lass uns nicht verzweifeln.
Wenn wir enttäuscht sind, dann lass uns nicht bitter werden.
Wenn wir gefallen sind, dann lass uns nicht liegen bleiben.
Wenn es mit unserem Verstehen und mit unseren Kräften zu
Ende ist,
Gottesdienstliche
Texte
226
dann lass uns nicht umkommen.
Dann lass uns deine Nähe und deine Liebe spüren,
die du gerade denen verheißen hast,
deren Herz demütig und zerschlagen ist,
und die sich fürchten vor deinem Wort.
Zu uns allen ist dein lieber Sohn gekommen;
weil wir so elend sind, ist er im Stall geboren
und am Kreuz gestorben.
Nun denken wir an alle Finsternis und Leiden unserer Zeit:
an die vielen Irrtümer und Missverständnisse,
mit denen wir Menschen uns plagen –
an all das Harte, das so viele trostlos tragen müssen –
an all die großen Gefahren, von denen die Welt bedroht ist,
ohne Rat zu wissen, wie sie ihnen begegnen soll.
Wir denken an die Kranken und Behinderten,
an die Armen, die Vertriebenen, Unterdrückten und Unrecht
Leidenden,
an die Kinder, die keine oder keine rechten Eltern haben.
Und wir denken an alle, die berufen sind, so weit zu helfen,
wie Menschen helfen können.
Wir denken an sie alle und uns,
dass das Licht der Weihnacht viel heller als bisher leuchten möge,
damit ihnen und uns geholfen werde.
Das alles bitten wir im Namen des Heilandes,
in dem du uns schon erhört hast und wieder und wieder
erhören willst.
*
Barmherziger Gott,
wir danken dir,
dass du dich einmischst in unser Leben
und in das Geschick unserer Welt.
Du begegnest uns in der Menschlichkeit deines Sohnes,
du setzt dich unserer Wirklichkeit aus,
du veränderst sie mit der Kraft deiner Liebe.
Wir bitten dich,
lass uns das erkennen und auf dich vertrauen.
Stehe heute besonders denen bei,
die Angst vor den Weihnachtstagen haben,
weil sie um einen Menschen trauern,
weil sie in sich nur Leere verspüren
oder weil sie es zu Hause nicht aushalten.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
227
Wecke Bereitschaft, Frieden zu schließen
zwischen zerstrittenen Menschen
und kriegführenden Völkern;
lass sie Schritte tun, die sie zueinander führen.
Lindere die Not der Hungernden und Heimatlosen,
befreie uns Besitzende aus der Klammer von Habgier und
Selbstsucht.
Wir denken an die,
die auch an diesem Abend arbeiten müssen.
Wir denken an die Menschen,
die in Heimen leben oder auf der Straße.
Gott, lass jeden Menschen
etwas vom geheimnisvollen Glanz deiner Gegenwart spüren.
Behüte das Glück der Liebenden,
schütze die Fröhlichkeit der Kinder.
Stärke uns alle in der Hoffnung auf deine Zukunft
durch Jesus Christus, deinen Sohn.
Familiengottesdienst
Guter Gott,
wir danken dir, dass wir heute Weihnachten feiern können.
Du bist immer für uns da.
Du lässt uns deine Liebe spüren.
Du hilfst uns durch Engel, zu dir zu finden.
Wir danken dir für die Kinder,
die uns so gut die Weihnachtsbotschaft ins Herz sagen.
Wir bitten dich: Behüte sie alle, hier und
überall auf der Welt.
Ganz besonders bitten wir dich für die Kinder
in den Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern
und für die Kinder, die nur Armut und Sorge kennen.
Um ihretwillen lass uns nicht aufhören,
mit all unseren Kräften zu helfen, wo wir können.
Wir bitten dich auch für die Kinder bei uns,
die keine Geborgenheit kennen,
die alles haben, nur keine Liebe.
Lass es nicht so bleiben, lieber Gott.
Erneuere uns alle und unsere ganze Welt
durch Jesus Christus, dessen Kommen wir heute feiern.
*
Gottesdienstliche
Texte
228
Gott, wir sind froh,
dass wir heute nicht allein sind,
dass du für uns da bist,
und dass es Menschen gibt, die uns lieb haben
und sich mit uns auf diesen Abend freuen.
Aber wir denken auch an die Leute,
die es nicht so gut haben wie wir,
vor allem an die Kinder.
Manche von ihnen haben niemanden,
der ihnen irgendetwas schenkt
oder lieb zu ihnen ist.
Manche haben jeden Tag Bauchweh vor Hunger – sogar heute.
Manche erleben viel Hass und Streit
und sind deshalb oft traurig.
Lieber Gott, hilf diesen Kindern, glücklich zu werden
und das zu finden, was sie zum Leben brauchen.
Gott, zeige ihnen, dass du sie nicht vergessen hast.
Jahreswechsel
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit,
am Abend dieses Tages und am Abend dieses Jahres
sind wir vor dir versammelt,
um Dank zu sagen für die geschenkte Zeit.
Lass uns bewahren, was gut war,
und vergeben, was unrecht gewesen ist.
Viele Probleme aus dem vergangenen Jahr
liegen schwer auf diesem Abend.
Wir wollen unsere Sorgen um uns und unsere Welt
in der Stille noch einmal vor dir ausbreiten.
(Stille)
Gott, wir wollen glauben, hilf unserem Unglauben.
Und weil vor dir jede und jeder Einzelne zählt,
bitten wir dich für alle,
die keine Kraft mehr haben.
Hilf ihnen auf
und lass sie neue Hoffnung schöpfen.
*
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
229
Gnädiger Gott,
wir danken dir für alles,
was du uns Gutes getan hast
und auch für das Schwere,
das wir erfahren haben,
weil du uns darin nicht allein gelassen hast.
Gott, auf der Schwelle zu einem neuen Jahr
denken wir an die,
die gerade heute bei all den lauten und fröhlichen Feiern
ihre Einsamkeit besonders spüren,
die Angst haben in dem, was auf sie zukommt,
oder ihren Blick nicht lösen können von dem, was war.
Birg sie in deiner tröstlichen Nähe
und stärke sie, sich auf Neues einzulassen.
Wir denken an die,
die sich nicht nur heute
mit Alkohol oder Tabletten betäuben,
um ihren Schmerz nicht zu spüren
und die Leere in ihrem Leben.
Heile du, was wir nicht heilen können,
und lass die nicht los, die sonst nichts mehr hält.
Gott, auch heute werden Menschen sterben,
und es werden Orgien der Gewalt gefeiert.
Lass nicht zu,
dass wir vor der Macht des Todes kapitulieren.
Lass unsere Hoffnung auf deine lebendig machende Liebe
stärker sein als alle Traurigkeit,
und lass uns aus ihr Widerstandskraft zuwachsen
gegen alle Gewalt.
Was uns im Blick auf das nächste Jahr
noch am Herzen liegt,
bringen wir vor Gott in der Stille . . .
*
Allmächtiger Gott,
wir legen in deine Hände zurück,
was vergangen ist
und danken dir dafür,
dass du uns mit deinem Geist und Wort
gnädig geleitet hast.
Gottesdienstliche
Texte
230
Wir bitten dich:
Erhalte deine Kirche,
beschütze sie vor Spott und Schande,
vor den Angriffen derer,
die dein Evangelium verachten.
Führe, die sich zu dir bekennen,
durch deinen Heiligen Geist einträchtig zusammen.
Wir bitten dich für unser Volk und Land
ebenso wie für alle Völker auf Erden.
Gib der ganzen Welt deinen Frieden.
Nimm den Kriegstreibern und Machtbesessenen
Einfluss und Anerkennung,
stärke, die sich um Frieden bemühen.
Lehre die Regierenden,
für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen
und dem Unrecht zu wehren,
damit die Lasten leichter werden,
unter denen Menschen seufzen und zusammenbrechen.
Erbarme dich der Unterdrückten und Verfolgten,
der Gefangenen und ihrer Angehörigen.
Hilf den Kranken und Sterbenden,
schaffe den Sündern Raum zur Umkehr.
Stärke die Schwachen im Glauben.
Gib uns deine Gnade,
damit wir leben in deiner Furcht
und sterben in deinem Frieden
durch unseren Herrn Jesus Christus.
*
Herr über Zeit und Ewigkeit,
du segnest unsere Anfänge.
Du gehst uns voran ins Unbekannte dieses Jahres.
Wir horchen auf deinen Schritt durch die Zeit.
Wir folgen deinen Spuren.
Wir wagen es,
alles von dir zu erbitten und zu erhoffen.
Schenke uns und denen, die zu uns gehören,
in diesem Jahr Leben und Gesundheit,
den Mut und die Freiheit, das Nötige zu tun,
das Ungute zu lassen und das Unvermeidbare zu tragen.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
231
Öffne unsere Augen und Ohren für das Leid,
unter das so viele – nah und fern – gebeugt sind.
Befähige uns zu richtigen Einsichten
und klaren Entscheidungen,
was wir als Einzelne und als Gemeinde tun können.
Mache uns und viele andere bereit,
Verantwortung zu übernehmen
und den von dir gestifteten Frieden weiterzugeben.
Geleite uns mit deinem guten Geist durch dieses Jahr.
Und hilf uns, die Gedanken auf das zukünftige Heil zu richten,
das uns verheißen ist durch deinen Sohn Jesus Christus.
Epiphanias
Du einziger, gnädiger Gott,
wir danken dir für deinen Sohn Jesus Christus.
Er hat Licht in eine dunkle Welt gebracht,
Licht, das uns begleitet an jedem Tag.
Wir bitten dich für alle, die nur noch schwarz sehen
für ihr eigenes Leben und die Zukunft ihrer Kinder.
Hilf, dass sie neue Möglichkeiten entdecken
und wieder Hoffnung schöpfen,
eine Hoffnung, die sie stark macht zum Handeln.
Wir bitten dich für die Menschen,
deren Leben zerstört ist durch Mangel an Liebe,
durch Gewalt oder durch Gleichgültigkeit.
Lass sie Freunde finden,
die zu ihnen stehen und ihnen helfen,
mit neuer Kraft ihr Leben aufzubauen.
Gott, wir denken an diesem Tag besonders an die Menschen,
die von Unglück betroffen sind –
in fernen Ländern und hier bei uns.
Lass dein Erscheinen in der Welt
ihnen zum Hoffnungslicht werden;
mach ihnen deine Liebe spürbar!
Herr, segne die Glaubenden, behüte die Liebenden,
und bewahre in uns allen die Hoffnung,
dass du alles zum Guten wenden kannst.
Gottesdienstliche
Texte
232
Passion
Gott, unser Vater,
an dem Leiden und Sterben deines Sohnes
erkennen wir deine maßlose Liebe,
die viel weiter reicht als alle Schuld,
als alle Feigheit und alles Versagen.
Du gibst uns Raum,
unser Leben so zu sehen, wie es ist,
ohne Beschönigung, ohne Ausreden.
Hilf, dass uns das gelingt
und wir dadurch auch ehrlicher werden miteinander.
Gott, wir denken an die,
die wir verletzt haben mit Worten und Taten,
die wir im Stich gelassen haben, als sie uns brauchten,
oder die wir übersehen haben in ihrer Traurigkeit.
Mach uns Mut, sie um Vergebung zu bitten,
und hilf uns, aus unserem Versagen zu lernen.
Wir bitten dich auch für die,
die uns etwas Schlimmes angetan haben,
dass wir unser Herz gegen sie nicht verhärten,
sondern bereit sind, auf sie zuzugehen
und Klärung zu schaffen.
Gott, wir sind in soviel Schuld verstrickt
gegenüber anderen Völkern und gegenüber deiner Schöpfung,
Schuld, die wir nicht abschütteln können, obwohl wir es wollen.
Wir brauchen deine Hilfe, Gott,
um den Sinn unseres Lebens zu erkennen.
Wir brauchen dein Wort als Ermutigung und Ermahnung,
um uns zu ändern,
wir brauchen deine Barmherzigkeit,
um zu neuen Anfängen zu finden.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
233
Gründonnerstag
Lasst uns beten zu Gott,
der seinen Sohn für uns dahingegeben hat:
Für alle Christen, die das Mahl des Herrn feiern,
dass sie durch Christi Liebe eins werden im Glauben,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.
Für alle Menschen, für die wohlhabenden und die notleidenden
Völker,
dass sie ihr Brot miteinander teilen,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.
Für unsere Hausgenossen,
mit denen wir täglich am selben Tisch sitzen,
dass wir Zeit für ihre Fragen und Interessen haben
und sie auch an unserer Freude teilnehmen lassen,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.
Für die Menschen, die nach uns kommen,
für unsere Kinder und Enkel,
dass wir ihnen Brot hinterlassen und nicht Steine,
Frieden und keinen Krieg, Liebe und keine Zwietracht,
lasst uns rufen: Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
gib uns heute unser täglich Brot;
lass uns deinen Sohn finden in diesem Mahl
und seine Liebe mit in unser Leben nehmen.
*
Gott, du Stärke aller, die auf dich hoffen.
Heute Abend wollen wir dich vor allem um eines bitten:
Nimm dich unser an
in all unserer Unzuverlässigkeit,
mit der wir uns gegenseitig das Leben schwer machen.
Sei uns gnädig,
wenn wir ein Versprechen gebrochen haben;
heile die Bitterkeit derer,
die wir enttäuscht haben.
Wie oft schon haben wir gute Vorsätze gefasst,
meinten, sie einhalten zu können,
wollten stark und zuverlässig sein –
Gottesdienstliche
Texte
234
und dann haben wir es doch nicht geschafft,
wurden müde wie die Jünger deines Sohnes,
unsere Hände sanken,
und die Füße wollten uns nicht mehr tragen.
Wir bitten dich:
Gib uns aus deiner Treue
einen neuen Anfang.
Karfreitag
Heiliger, allmächtiger Gott!
Als dein Sohn am Kreuz schrie,
als der Vorhang im Tempel zerriss,
da war alles zu Ende.
Du aber, Herr,
hast in deiner unendlichen Macht und Gnade
aus dem Tod neues Leben gemacht.
Sein Blut hat unsere Schuld gesühnt.
Sein Wort hat eine neue Gemeinde zusammengerufen.
Sein Geist gibt Kraft zum Glauben, Lieben und Kämpfen.
Weil du von Ewigkeit her voller Erbarmen bist,
rufen wir dich an für alle Menschen in Not:
für die Armen und die Arbeitslosen,
für die Alten und die Verzweifelten,
für die Kranken und die Sterbenden,
für die Hungernden und die Gefangenen,
für die von Krieg und Ausbeutung Gequälten,
dass alle Frieden und Gerechtigkeit finden.
Weil du von Ewigkeit her
ein starker, gewaltiger Gott bist,
rufen wir dich an für alle Menschen,
die Macht und Verantwortung tragen
in den Regierungen und Parlamenten,
in der Verwaltung und im Gericht,
in Familie und Schule,
in Wissenschaft und Wirtschaft,
dass die Herrschenden dem Leben dienen
und nicht dem Tod,
dass sie ihre Grenzen erkennen,
dass ihr Tun, wenn es böse und gottlos ist,
ein Ende findet durch deine Macht.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
235
Weil du von Ewigkeit her ein treuer Gott bist,
bitten wir dich um Frieden für dein Volk Israel
und rufen dich an für deine Kirche in aller Welt,
dass sie dein Wort ohne Menschenfurcht sagt,
dass sie sich nicht kaufen lässt durch Ehre und Einfluss,
dass sie den Armen nachgeht und die Reichen ermahnt,
dass sie den verwirrten Gewissen hilft
und den Wahnsinn auf Erden
durch deine Wahrheit vertreibt.
Weil du, heiliger und allmächtiger Gott,
von Ewigkeit her unser Gott bist,
der uns ins Leben gerufen
und für sein ewiges Reich erwählt hat,
danken wir trotz aller Gefahr
für deine Gnade
und loben trotz aller Angst
deinen herrlichen Namen.
Wir leben, weil du es willst,
wir sterben, wenn du uns rufst,
wir glauben, weil wir dich kennen,
wir hoffen, weil du uns liebst.
Mit allen Geschöpfen auf dieser Erde
und allen Engeln der himmlischen Welt
sagen wir dir, heiliger Gott,
Dank, Ehre und Ruhm,
dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
*
Herr, unser Gott,
wir klagen über das Leid in der Welt.
Wir fragen: Warum müssen so viele Menschen sinnlos leiden?
Wir suchen nach Antworten, wir fragen dich.
Gott, wir klagen über die Kriege auf der Erde.
Wir denken an die vielen Menschen, die getötet werden.
Wir denken an die Frauen und Mädchen, die vergewaltigt werden.
Wir denken an die Kinder, die ihre Eltern verlieren.
Wir bringen unsere Klagen vor dich,
wir wollen, dass du sie hörst.
Gott, wir klagen über Hasskampagnen und Folterungen.
Wir verstehen nicht, wie ein Mensch den anderen
absichtlich quälen kann.
Gottesdienstliche
Texte
236
Wir klagen dir die Willkür,
mit der Menschen gefangen genommen werden,
und die Selbstgerechtigkeit,
aus der Todesurteile gefällt werden.
Gott, wir klagen auch über das, worunter wir selbst leiden.
Wir klagen über den Schmerz in uns.
Oft fehlen uns die Worte für unsere Enttäuschungen
und unsere Trauer.
Gott, du kannst uns die Kraft schenken,
Schmerzen zu ertragen, Fragen und Zweifel auszuhalten.
Du kannst uns Mut schenken,
vor dem Leid nicht zu fliehen.
Du kannst uns Hoffnung schenken,
in der wir – trotz allem – unser Leben gerne leben.
Wir brauchen viel mehr
Kraft, Mut und Hoffnung.
Wir fordern sie von dir.
Wir wollen nicht von dir verlassen sein,
wir suchen deine Nähe.
Ostern
Wir danken dir, Gott,
dass du der Gott des Lebens bist gegen allen Tod.
Wir danken dir, dass du in Jesus Christus
und seiner Auferstehung
dem Tod die Macht genommen hast
und ein für allemal einstehst für das Leben.
So bitten wir dich für alle,
die noch unter der Macht des Todes leiden:
für die Kranken und für die Sterbenden;
für die Alten, Einsamen und die Verzweifelten.
Sende ihnen deine Boten des Friedens,
damit sie Hilfe finden und gestärkt werden.
Wir bitten dich für alle, die versuchen,
gegen die Macht des Todes anzukämpfen:
für Ärztinnen und Ärzte, Schwestern und Pfleger,
für die Wissenschaftler und Politiker,
für die Menschen in den sozialen Berufen;
dass sie imstande sind, zu helfen
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
237
durch Heilung von Krankheit,
durch Arbeit für den Frieden.
Lass ihr Verständnis Mut machen
und ihre Hilfe Hoffnung schenken.
Gott, wir bitten für uns selbst:
Schenke uns von deiner Schöpferkraft
so viel, so reichlich,
dass wir aufstehen können
und tragen, was uns das Leben aufgibt.
*
Welch ein Gott bist du!
Tot warst du in unseren Augen
und bist doch der Gott des Lebens.
Öffne unsere Augen vor dem Wunder des Lebens,
dass wir den auferstandenen Herrn sehen:
ein helles Licht in unserem Alltag,
im Dunkel der Angst,
auch noch in der Nacht unseres Todes.
Lass das Licht der Auferstehung leuchten
in unseren offenen Fragen,
unseren ungelösten Problemen,
unseren verworrenen Beziehungen.
Gib uns Ausdauer, Gelassenheit
und unbeirrte Hoffnung.
Gott, lass das Licht der Auferstehung leuchten
über unseren Nächsten,
unseren Angehörigen und Freunden;
auch über allen, die wir gar nicht leiden können,
die es uns schwer machen:
Hilf uns lieben, wie du uns geliebt hast,
ohne Vorbehalt.
Lass das Licht der Auferstehung leuchten
für Menschen, die leiden:
die Überforderten mit ihrer Angst,
die Enttäuschten mit ihren Tränen,
die Kranken mit ihren Schmerzen,
die Armen mit ihrem Hunger,
die Fremden mit ihren Enttäuschungen,
die Verzweifelten mit ihrem Schweigen.
Zeige uns Wege, ihr Leid zu mindern.
Gottesdienstliche
Texte
238
Lass das Licht der Auferstehung leuchten
in den Kindergärten und Schulen,
in den Rathäusern und den Beratungszimmern
unserer Behörden.
Lass es leuchten in den Familien,
in denen es offene und heimliche Not,
Verzweiflung und Sorge gibt.
Sei du mit uns, damit wir aufstehen
gegen alles, was das Leben hindert,
und einstehen für alles, was gut ist.
Wir preisen dich, lebendiger Gott,
du schaffst Licht aus der Dunkelheit.
Du hast dem Tode die Macht genommen
und Leben und unvergängliche Freude
ans Licht gebracht.
*
Jesus Christus,
du bist das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet.
Dein sind die Zeiten,
dein ist das Gestern, das Morgen und das Heute,
dein ist die Ewigkeit,
die Kraft und die Herrlichkeit.
Jesus Christus, du bist unser Licht.
Sei unter uns,
damit wir aufstehen aus unseren Gräbern.
Mach hell die Finsternis unserer Herzen,
die Finsternis unserer Gedanken.
Schaffe uns und deine Welt neu nach deiner Liebe,
verwandle uns zu deinem Ebenbild.
Jesus Christus – unser Licht,
in deinem Lichte sehen wir das Licht für diese Welt.
*
Familiengottesdienst
Lieber Gott, wir freuen uns, dass Ostern ist.
Wir sind froh, dass du Jesus von den Toten auferweckt hast.
Es ist so traurig, wenn jemand sterben muss
und nie mehr wieder kommt.
Manche von uns haben das schon erlebt und viel geweint.
Aber an Jesus zeigst du uns:
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
239
Du bist stärker als der Tod.
Keiner bleibt für immer im Grab,
keiner wird einmal ganz vergessen sein.
Das tröstet uns,
und wir sind glücklich,
dass du unser Gott bist.
Kantate
Gott, der du uns Vater und Mutter bist!
In den Schwachen bist du mächtig,
in Verzweiflung und Not
schenkst du Menschen neue Kraft.
In das ewig gleiche Lied
von Hass, Verbitterung und Tod
bringst du einen anderen Ton hinein.
Du machst uns fähig zu träumen,
auch wenn wir uns das Ausbrechen aus unserem Elend verbieten.
Du machst uns fähig zur Umkehr,
auch wenn uns die Schuld niederdrückt.
Darum singen wir ein neues Lied
für dich in dieser bösen Zeit.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die Gefangene der Umstände sind,
die zu Tätern des Bösen werden
aus Wut über die eigene Not,
aus Gedankenlosigkeit und Resignation.
Lass sie erfahren, dass du Schuld vergibst
und dass sie ihr Leben nicht
auf die sogenannten Sachzwänge bauen müssen.
Bring sie ab von einem Heldentum,
das sich an Schwachen vergreift,
und verwehre ihnen die banale Rechtfertigung,
die anderen täten es ja auch.
Lass sie mit ihrem Leben ein neues Lied anstimmen,
ein Lied zur Ehre deiner Gerechtigkeit.
Wir bitten dich für alle Menschen,
die gefangen sind in Trauer, Angst und Krankheit.
Lass sie fühlen, dass du gerade ihnen nahe bist,
dass ihr Elend nicht das letzte Wort hat über sie,
sondern dass ihre Klage dein Ohr findet.
Du tust Wunder und befreist –
Gottesdienstliche
Texte
240
darauf lass uns hoffen,
bis wir dein Leben in seiner ganzen Fülle sehen.
*
Barmherziger, gnädiger Gott!
Dein Lob singen wir –
aus Freude an unserem Leben
und auch aus Protest gegen alles Elend,
das den Jubel deiner Schöpfung erstickt.
Breite deine Gerechtigkeit aus über unsere Welt,
und lass sie im Licht deiner Wahrheit
zu neuem Glanz kommen.
Wir bitten dich für alle, die immer noch das alte Lied spielen
vom Tod und von der Verachtung
menschlicher Würde und menschlichen Glücks.
Zieh sie zur Rechenschaft,
erfülle sie mit einem neuen Geist
und mit Liebe zum Leben.
Wir bitten dich für alle, denen das Singen vergangen ist,
weil sie zu Furchtbares gesehen und erlebt haben:
für die Menschen auf der Flucht,
für die vergewaltigten Frauen,
für die Kinder, die um ihre Kindheit betrogen werden.
Für alle, denen Kummer und ohnmächtige Wut
die Kehle zuschnüren, bitten wir dich:
Mache doch ihrer Not ein Ende, richte sie auf
und gib ihrem Leben eine neue Wendung!
Stärke alle, die mit Hingabe daran arbeiten,
dass deine Geschöpfe in Würde leben
und auch in Würde sterben können.
Lass uns nicht müde werden
in der Hoffnung auf dich.
Himmelfahrt
Vater im Himmel, wir danken dir dafür,
dass du die Weite des Alls und die bewohnte Welt
mit schöpferischer Kraft erfüllst
und mit deiner grenzenlosen Güte trägst.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
241
Wir bitten dich für die Christen aller Kirchen:
Mache sie mutig durch den Glauben, dass du die Welt regierst,
gib ihnen das befreiende Wort und die helfende Tat,
auf die die Welt wartet.
Wir bitten dich für unsere gefährdete und zerrissene Welt:
Wehre allen Mächten, die sie zerstören.
Behafte alle, die in Wissenschaft und Technik,
in Wirtschaft und Politik arbeiten,
bei ihrer Verantwortung für ein menschenwürdiges Leben.
Gib denen, die sich für ein friedliches Miteinander
der Völker und Menschen einsetzen, die Gewissheit,
dass ihre Arbeit nicht vergebens ist.
Wir bitten dich für die Menschen,
denen der Himmel verschlossen ist,
deren Fragen unbeantwortet sind,
denen ihr Leben leer erscheint.
Hilf den Gebeugten zu aufrechtem Gang.
Den Engstirnigen nimm die Angst vor der Weite.
Den Rückwärtsschauenden öffne den Blick in die Zukunft
und die Zerstrittenen lass das erste Wort der Versöhnung wagen.
Dich loben wir, denn du erhältst deine Schöpfung,
befreist uns zu dir und vollendest deine Welt.
Pfingsten
Lieber himmlischer Vater!
Nun bitten wir dich,
dass du uns allen deinen Heiligen Geist gibst
und immer wieder gibst,
damit er uns erwecke, erleuchte,
ermutige und fähig mache,
den kleinen und doch so großen Schritt zu wagen:
aus dem Trost, mit dem wir uns selber trösten, heraus
und hinein in die Hoffnung auf dich.
Zeige uns, wie herrlich du bist
und wie herrlich es ist,
dir zu vertrauen und zu gehorchen!
Wir bitten dich um dasselbe für alle Menschen:
dass die Völker und Regierungen sich deinem Wort beugen
und damit für das Recht und den Frieden auf Erden
willig werden möchten;
Gottesdienstliche
Texte
242
dass die Christenheit aller Kirchen und Konfessionen
dein Wort ganz neu erkenne
und ihm in neuer Treue dienen lerne;
dass deine Wahrheit jetzt und hier schon hell werde und bleibe
in all den menschlichen Irrungen und Wirrungen,
bis du endlich und zuletzt
alle und alles erleuchten wirst.
Gelobt seist du,
der du uns in Jesus Christus frei machst,
dies zu bekennen und dazu zu stehen.
Wir hoffen auf dich.
*
Lasst uns bitten um den Heiligen Geist,
durch den alles neu wird:
unser Herz und die Welt.
Lasst uns rufen: Komm, Heiliger Geist.
Es gibt so viel Angst in der Welt
und so viele Menschen, die keinen Mut mehr haben.
Darum bitten wir um den Geist der Hoffnung
und rufen: Komm, Heiliger Geist.
Es gibt so viel Lüge in der Welt
und so viele Menschen, die andere verdächtigen
und verleumden.
Wir bitten um den Geist der Wahrheit;
wir rufen: Komm, Heiliger Geist.
Es gibt so viel Verwirrung in der Welt
und so viele Menschen, die sich nicht mehr zurechtfinden.
Wir bitten um den Geist des Vertrauens;
wir rufen: Komm, Heiliger Geist.
Es gib so viel Hass auf der Welt
und so viele Menschen, die miteinander streiten.
Wir bitten um den Geist des Friedens;
wir rufen: Komm, Heiliger Geist.
Es gibt so viel Sehnsucht in der Welt
und so viele Menschen, die nur an sich denken.
Wir bitten um den Geist der Liebe;
wir rufen: Komm, Heiliger Geist.
*
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
243
Gnädiger Gott, wir danken dir,
dass du Herzen öffnest für dein Wort.
Wir hören das Zeugnis deiner Treue,
das dein Volk Israel den Völkern gibt.
Wir danken dir für die weltweite Gemeinschaft der Kirche,
in der sich die Vielfalt deiner Gnade spiegelt.
Herr, wir denken an die vielen Kirchenmüden
und gleichgültig Gewordenen um uns herum
und bitten dich:
Mach uns empfindsam für ihre Enttäuschungen,
lass uns Wege finden, sie anzusprechen.
Mach uns weise, wenn es gilt,
berechtigte Kritik aufzunehmen
und verkrustete Verhältnisse zu ändern.
Gott, ganz besonders legen wir dir
die Kinder und Jugendlichen unserer Gemeinde ans Herz.
Lass sie bei uns finden, was sie brauchen:
Menschen, die sie ernst nehmen
und ihnen zuhören,
die ihnen aber auch etwas zu sagen haben
und den Glauben an dich vorleben.
Füge uns ein in die Kette der Generationen,
die deinen Namen preisen,
dass alle Welt es hört und Hoffnung schöpft
aus der Quelle deiner Barmherzigkeit.
Trinitatis
Gott, Schöpfer der Welt!
Du kennst uns.
Du kennst uns besser als wir uns selbst.
Möge dir wohlgefallen, was an uns recht ist
und was durch uns Gutes geschieht.
Und was böse an uns ist und verderblich,
das überwinde durch deine Liebe.
Herr Jesus Christus!
Du bist der Weg in das Haus des Vaters.
Lass uns bei dir bleiben und so zum Ziel kommen.
Gott, Heiliger Geist!
Du erschließt uns das Wort,
von dessen Wahrheit wir leben.
Gottesdienstliche
Texte
244
Erneuere unseren Sinn und unsere Sprache so,
dass wir es wagen können,
vor unseren himmlischen Vater zu bringen,
was unser Herz bewegt . . .
*
Allmächtiger, ewiger Gott,
der du lebst im Geheimnis deiner Dreieinigkeit,
Gott vor allem Anfang,
Gott nach allem Ende,
Vater, Sohn und Heiliger Geist,
unergründlich in deiner Macht,
unermesslich in deiner Gnade:
Wir preisen deinen Namen!
Wir rufen dich an, den Vater,
den Schöpfer der Welt,
den Herrn der Geschichte.
Wir bitten dich:
Bewahre diese Erde
und das Leben aller Menschen.
Gedenke der Hungernden und der Gefangenen,
nimm dich der Kranken und der Sterbenden an.
Lenke, die Macht und Verantwortung tragen
in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Lass alle dem Leben dienen und nicht der Zerstörung.
Schütze, was du geschaffen hast,
vor menschlichem Frevel.
Wir rufen dich an, den Sohn,
den Versöhner der Welt,
den Herrn seiner Kirche.
Wir bitten dich: Befreie uns und alle Menschen
aus Schuld und Verderben.
Hole uns heraus aus aller Ratlosigkeit.
Erwecke deine Kirche,
dass sie zur Zeugin werde für Recht und Wahrheit,
für Liebe und Versöhnung.
Schenke Frieden in den Familien,
unter den Gruppen, zwischen den Völkern.
Wir rufen dich an, den Heiligen Geist,
den Erlöser der Welt,
die Kraft der Liebe und der Wahrheit.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
245
Wir bitten dich: Ruf uns heraus
aus Verblendung und Resignation.
Hilf denen, die an ihrem Leben verzweifeln,
die keinen Sinn und keine Zukunft mehr sehen,
die nicht heraus kommen aus ihrer Sucht,
die gefangen sind im Einerlei des Alltags.
Lass uns ein neues Leben beginnen
in der Kraft deiner Liebe,
im Bekenntnis deiner Wahrheit.
Wir danken dir für unser merkwürdiges Leben,
für die Bewahrung in der Gefahr,
für den Beistand in der Not,
für Tapferkeit in schwierigen Zeiten.
Alle Wege unseres Lebens,
auch die Umwege, auch die Abwege,
führen zu dir,
der du vor uns gewesen bist
und nach uns sein wirst,
Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs,
Gott der Juden und Gott der Völker,
Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Mit aller Schöpfung im Himmel und auf Erden
loben wir deinen Namen,
preisen wir deine Macht,
danken wir deiner Gnade.
*
Barmherziger Gott,
du hast dich nicht schweigend in dir selbst verschlossen,
du hast geredet und redest auch heute zu uns.
Dafür danken wir dir und bitten dich:
Gib, dass wir dein Wort bewahren
und es in unserem Leben Frucht bringt.
Gott, der du uns Vater und Mutter bist,
du hast uns deine Erde anvertraut,
den Schauplatz deiner Herrlichkeit,
unseren Raum zum Leben.
Höre das Seufzen der Kreatur.
Sieh die Wunden, aus denen sie blutet.
Wir bitten dich:
Mach uns empfindsam und aufmerksam
auch für die leise, zaghafte Stimme des Leides.
Gottesdienstliche
Texte
246
Ermutige unsere Herzen und stärke unsere Hände,
damit wir tapfer und getrost tun,
was deiner Schöpfung dient.
Herr Jesus Christus,
du hast versprochen, alle Tage bei uns zu sein.
Wir bitten dich: Sei uns nahe
und befreie uns zum Leben.
Heiliger Geist, ewige Weisheit Gottes,
du bist unser Tröster und Beistand.
Wir bitten dich:
Stärke unseren Glauben,
mehre unsere Liebe,
erhalte uns in der Hoffnung.
Wir schauen aus nach dem Kommen deines Reiches,
in dem alles Dunkel überwunden
und das Angesicht der Erde neu sein wird.
Dich, ewiger Gott, beten wir an und preisen dich,
den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist,
jetzt und allezeit.
Taufgedächtnis (6. Sonntag nach Trinitatis)
Gott, Schöpfer unserer Welt,
du hältst uns in deiner Hand
und verbindest uns über alle Unterschiede hinweg
durch deinen Heiligen Geist.
Du hast uns in der Taufe bei unserem Namen gerufen,
unsere Tage nehmen wir von dir,
die glücklichen und die schweren Stunden.
Wenn wir schuldig werden, lässt du uns nicht fallen,
unser Lachen und unser Weinen segnest du.
Dafür danken wir dir
mit allen Getauften in der Gemeinde.
Wir stehen vor dir,
um für die Menschen einzutreten,
die keine Worte mehr finden in ihrem Leiden,
die das Leben sprachlos gemacht hat.
Wir bitten dich für die Kraftlosen,
die Müden und die Kranken,
für die Fremden und Heimatlosen in unserer Stadt.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
247
Lass sie deine Hilfe erfahren
durch Menschen, die du ihnen zur Seite stellst.
Erfülle deine Verheißungen
durch Jesus Christus, deinen Sohn.
Familiengottesdienst
Lieber Gott, wir danken dir,
dass wir alle deine Kinder sind
und dass dein Heiliger Geist
uns zu einer großen Familie macht.
Manchmal vergessen wir das,
manchmal denken wir nur an uns
und erwarten, dass sich alles um uns selbst dreht.
Das soll nicht so bleiben.
Mache, dass wir sehen, wo andere uns brauchen,
wo Menschen traurig sind oder Sorgen haben.
Und lass uns dann das Richtige sagen
und das Nötige tun
und wirklich füreinander dasein.
In der Stille beten wir . . .
Israelsonntag (10. Sonntag nach Trinitatis)
Barmherziger Gott,
wir danken dir
für die neuen Anfänge
im Verhältnis von Christen und Juden,
die unsere alten Vorurteile
und Feindbilder überwinden.
Es ist eine kostbare Erfahrung,
dass Begegnungen mit jüdischen Menschen möglich sind
nach all dem Schrecklichen,
das ihnen durch unser Volk angetan worden ist.
Segne alle christlich-jüdischen Gespräche
und lass uns entdecken,
wieviel wir lernen können
aus dem Schatz der jüdischen Tradition –
auch für unseren Glauben.
Hilf, dass wir in ganzer Tiefe begreifen,
was es heißt,
dass dein Sohn in Israel zur Welt gekommen ist.
Gottesdienstliche
Texte
248
Mach uns wachsam
gegen jede Form von Antisemitismus
und erfinderisch, wenn es darum geht,
Verständnis zu fördern für jüdisches Leben.
Bewahre die jüdischen Gemeinden
bei uns und überall auf der Welt
vor Gewalt und Terror.
Breite Frieden über Israel
und seine Nachbarn
und Gerechtigkeit über die ganze Erde.
Erntedankfest
Lieber himmlischer Vater!
Du gibst uns täglich unser Brot.
Dafür danken wir dir
und bitten dich:
Gib uns und allen deinen Menschenkindern
jeden Morgen neu, was unser Leib zum Leben braucht.
Herr Jesus Christus!
Du bist das Brot des Lebens, vom Himmel gekommen.
Wir danken dir, dass du dich für unseren Lebenshunger
dahingegeben hast und bitten dich:
Ernähre unsere Seele und stärke sie durch dein Wort.
Gott, Heiliger Geist!
Komm zu uns und erfülle uns mit Freude und Lust am Leben.
Lass die Lebenssatten wieder hungrig werden.
Und den allzu Begierigen gib das rechte Maß,
damit wir sehen, wo wir zu geben haben statt zu nehmen;
aber auch, wo wir freimütig nehmen und bitten,
ja betteln dürfen:
Unser tägliches Brot gib uns heute.
*
Gnädiger Gott, wir danken dir,
dass wir deine Güte nicht nur durch Worte erfahren,
sondern schmecken und sehen können
in unserem täglichen Brot
und in Brot und Wein des Abendmahls.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
249
Lass uns daraus Kraft schöpfen,
wenn wir uns aufreiben an den Lasten des Alltags,
wenn der Tag schon am Morgen wie ein Berg vor uns steht
oder wir müde und ausgelaugt sind von dem täglichen Stress.
Gott, mach uns bei jedem Bissen Brot bewusst,
wie bedürftig wir sind.
Brich die Überheblichkeit derer,
die meinen, sie hätten niemanden nötig.
Gib, dass wir uns nicht gegenseitig behindern,
sondern einander beistehen.
Lass uns lernen, einander um Hilfe zu bitten,
ohne uns dafür zu schämen.
Herr, deine Güte ist alle Morgen neu,
und dein Erbarmen hat kein Ende,
darum lass uns jeden Tag aus deiner Hand nehmen –
als Chance zu Umkehr und Erneuerung.
In der Stille beten wir . . .
Reformationstag
Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist,
dein Wort zeigt neue Wege,
dein Wort eröffnet neues Vertrauen,
dein Wort weckt neue Liebe.
Wir danken für die Reformation:
Erneuerung des Glaubens
aus dem lebendigen Wort der Predigt
und den Gaben von Taufe und Abendmahl.
Wir danken für die Reformation:
Erneuerung der Gemeinden
aus dem Leben und Wirken
der Väter und Mütter im Glauben.
Wir bitten um Reformation:
Um einen wachen Umgang mit der Heiligen Schrift,
um lebendigen Gottesdienst,
um Gottesfurcht und Gottesliebe
und um mehr Vertrauen zu dir.
Komm, Heiliger Geist,
und erneuere deine Kirche.
*
Gottesdienstliche
Texte
250
Gnädiger Gott,
wir bitten dich für deine Kirche:
Lass sie in Wahrheit und Frieden wirken und leben;
wo sie feige und träge ist, reinige sie;
wo sie irrt, lenke sie;
wo irgendetwas in ihr verkehrt ist, erneuere sie;
wo sie auf dem rechten Weg ist, stärke sie;
wo sie in Not ist, sorge für sie;
und wo sie zerstritten ist, vereine sie
um Jesu Christi willen.
Volkstrauertag
Lasst uns in Frieden den Herrn anrufen:
um seinen Frieden,
dass wir Frieden finden für unser Leben
und Frieden schaffen unter den Menschen.
Um seine Barmherzigkeit,
dass auch wir miteinander Erbarmen haben.
Um sein Leben,
dass wir den Sinn unseres Daseins entdecken
und einander zu einem glücklichen Leben helfen.
Lasst uns zum Herrn rufen:
Herr, erbarme dich.
Für alle, die Trauer tragen
um die Opfer der Kriege,
um den Verlust der Heimat,
um den Abschied von einem nahen Menschen,
dass sie weiterleben können
ohne Verzweiflung und ohne Resignation.
Lasst uns zum Herrn rufen:
Herr, erbarme dich.
Für alle, die heute leiden müssen,
die inmitten von Krieg und Bürgerkrieg leben,
für die Hungrigen und die Unterdrückten,
für die, die gefoltert werden,
dass ihr Elend ein Ende hat,
dass sie satt werden, ungefährdet und frei.
Lasst uns zum Herrn rufen:
Herr, erbarme dich.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
251
Für uns und alle Menschen,
die wir im Schatten des Todes leben
und einander mit der Drohung des Todes Gewalt antun,
dass wir uns auf unser Ende besinnen
und unsere Zeit nicht sinnlos verbringen,
dass wir endlich Heil und Erlösung finden.
Lasst uns zum Herrn rufen:
Herr, erbarme dich.
Nimm dich unser gnädig an,
rette und erhalte uns.
Denn dir allein gebührt
der Ruhm und die Ehre und die Anbetung,
dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Buß- und Bettag
Treuer und gnädiger Gott!
Wir danken dir, dass du allein unser Richter bist.
Das lässt uns hoffen,
das gibt uns Mut zur Umkehr.
Denn du richtest uns mit Gerechtigkeit
und mit Barmherzigkeit.
Herr, erbarme dich unser!
Herr Jesus Christus!
Dich loben wir, der du dich für uns hast richten lassen.
Du hast dich aus Liebe dahingegeben.
Das gibt uns Vertrauen.
Denn deine Liebe ist stark wie der Tod.
Deine Liebe befreit uns aus unserer Schuld
und macht uns frei von den Mächten, denen wir verfallen sind.
Christe, erbarme dich unser!
Komm, Heiliger Geist,
und rede mit uns,
dass wir hellhörig werden in dieser schwerhörigen Welt.
Komm, Heiliger Geist,
und wecke uns aus den Alpträumen, die uns bedrücken.
Komm, Heiliger Geist,
und erneuere uns durch und durch,
dass wir in dieser gewalttätigen Welt
zu Werkzeugen des Friedens
Gottesdienstliche
Texte
252
und mitten im Unrecht
zu Zeugen der Barmherzigkeit werden.
Herr, erbarme dich unser!
Ewigkeitssonntag / Totensonntag
Ewiger, allmächtiger Gott,
dessen Liebe größer ist als der Hass
und dessen Gnade weiter reicht als der Tod.
Wir gedenken vor dir aller,
die wir verloren haben
in unserer Familie
und von unseren Freunden,
in unserem Land und überall in der Welt.
Weil deine Liebe unendlich ist
und dein Erbarmen grenzenlos,
erinnern wir uns vor dir
an alle, die wir gekannt haben,
an die Namen der Menschen,
die deine Liebe umfing.
Wir denken vor dir an alle,
die in diesem Augenblick sterben,
weil sie alt und krank sind,
weil sie einsam sind und keine Hoffnung haben,
weil sie hungern,
weil sie gefoltert werden,
weil sie Opfer werden
von Katastrophen und Unfällen,
von Krieg, Unterdrückung und Mord.
Erlöse sie von unerträglichen Schmerzen.
Nimm von ihnen Angst und Verzweiflung.
Schicke ihnen Hilfe zu.
Wir denken vor dir an alle,
die gegen den Tod ankämpfen,
an Ärztinnen und Ärzte,
an Schwestern und Pfleger,
an Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter,
an Pastorinnen und Pastoren,
an die Verantwortlichen in Wissenschaft und Politik.
Wir denken an alle,
die jetzt an einem Sterbebett sitzen
und Abschied nehmen.
Wir denken an uns und unsere letzte Stunde.
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
253
Gib Mut gegen die Angst,
Vertrauen gegen Verzweiflung,
Hoffnung gegen Sinnlosigkeit.
Nimm dich unser gnädig an,
rette und erhalte uns.
Denn dir allein
gebührt der Ruhm, die Ehre und die Anbetung,
dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
*
Gott, der du ewig lebst und in dem nichts stirbt!
Vor dir gedenken wir der Menschen,
die wir verloren haben.
Manches ist ungesagt geblieben.
Manches hätten wir gerne noch geklärt
oder damals anders gemacht.
Manches ist zwischen uns stehen geblieben.
In deine gnädigen Hände befehlen wir
alles Unabgeschlossene in unseren Beziehungen.
Dich bitten wir um Vergebung für alles Unrecht,
das wir einander angetan haben.
Herr, erbarme dich!
Wir denken an die vielen Menschen,
die durch Gewalt und Unrecht gestorben sind.
Wir kennen ihre Namen nicht,
wir wissen nichts von ihrem Leben,
nur die Bilder haben wir von manchen gesehen.
Herr, lass die Opfer nicht vergessen werden!
Zieh die Mörder zur Rechenschaft
und mache ihnen Umkehr möglich!
Herr, erbarme dich!
Gott, wir denken auch an unser eigenes Ende.
Wir haben Angst vor Krankheit, vor Schmerz
und vor dem Verlassensein im Alter.
Schenke uns einen gnädigen Tod
und nimm uns am Ende mit Ehren an.
*
Gottesdienstliche
Texte
254
Lebendiger, Leben schaffender Gott!
Es tut gut zu hören,
dass der Tod keine ewige Macht hat.
Aber du weißt, wie schwer es uns Menschen fällt,
uns nicht in seinen Bann schlagen zu lassen.
Wir denken deshalb an alle, die unter Trennungen leiden
und sich kaum vorstellen können, wie es weitergehen soll:
an die Kinder, die aus vertrauter Umgebung
herausgerissen worden sind,
an die Erwachsenen, die einen Menschen verloren haben,
an die Alten, die ihr eigenes Zuhause aufgeben mussten –
Gott, lass sie das Leben neu entdecken
mit deiner Hilfe
und mit der Hilfe von Menschen,
die sie verstehen.
Wir denken an die, die täglich mit Gewalt leben müssen,
die gedemütigt werden
und ständig den Tod vor Augen haben,
die von Angst oder verzweifelter Sehnsucht
umgetrieben werden:
Gott, mache ihnen neues Leben möglich
durch deine Hilfe
und die Hilfe von Menschen,
die mit ihnen solidarisch sind.
Herr, wir denken auch an die,
die mit dem Tod im Geschäft sind,
die Angst verbreiten und Schmerzen zufügen
und selber eiskalt geworden sind:
Gott, du lebendiger, Leben schaffender Gott,
bringe diese Leute zurecht,
tu, was keiner sich vorstellen kann,
mache sie wieder zu Menschen,
die das Leben achten.
In der Stille beten wir weiter . . .
Gott, wann kommt der Tag,
an dem der Tod endgültig
überwunden ist?
Wann wirst du endlich alle Tränen trocknen
und allen Schmerz und alle Zweifel stillen?
Maranatha – komm, Herr Jesus!
Dankgebete
und Fürbitten
zum
Kirchenjahr
255
256
Dankgebete und Fürbitten
zu Themen und Anlässen
Arbeit
Gott, du bist uns nah an diesem Morgen,
in deinem Wort, in deiner Gemeinde, im Brot, das wir teilen.
Vor dir denken wir an alle, die in der vergangenen Nacht
kein Dach über dem Kopf hatten,
an alle, die nicht wissen, wo sie heute Ruhe finden.
Wir denken vor dir an alle,
die von der Hand in den Mund leben,
denen ein ausreichendes Einkommen fehlt.
Wir bringen alle vor dich, die zu müde sind
für den nächsten Schritt,
weil Schulden und Zinsen an ihnen hängen
wie schwere Gewichte.
Nimm ihnen die Angst, nichts mehr wert zu sein,
und zerbrich die Mauer des Schweigens,
die uns von ihnen trennt.
Gib ihnen Kraft, um Hilfe zu bitten
und ihre Schwierigkeiten anzupacken –
und gib uns den Mut zum offenen Gespräch.
Herr, wir bitten dich auch für die,
die glücklich und sicher leben.
Für alle, denen die Zukunft gehört,
die Achtung und Anerkennung erfahren.
Wir bitten für uns:
Gib uns ein offenes Herz
für das Glück und die Not unserer Mitmenschen.
Schenke uns die Liebe,
die Leiden mindert
und die Großzügigkeit, die Gutes gönnen kann.
*
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
257
Gebetsanliegen zur Auswahl
Wir beten zu Gott, unserem Herrn,
für die Menschen in unserer Mitte,
die ohne Arbeit sind
und von der Gefahr der seelischen
und wirtschaftlichen Verarmung bedroht sind,
dass sie stark bleiben in ihrer schweren Situation,
dass sie nicht aufgeben oder resignieren,
dass sie neue Erfüllung für ihr Leben finden,
dass sie Menschen haben, die mit ihnen solidarisch sind.
Gemeinsam rufen wir: . . .
Wir beten zu Gott, unserem Herrn,
für die jungen Menschen in unserer Mitte,
die bislang vergeblich auf eine Lehrstelle
oder einen Berufsanfang
und eine sinnerfüllte Tätigkeit warten,
dass sie nicht verzweifeln in ihrer ungewissen Lage,
nicht innerlich aufgeben
oder ihre Enttäuschung in Gewalt umschlägt,
dass sie lernen, in den anderen
nicht nur Konkurrenten zu sehen,
dass sie vielmehr miteinander
für Arbeit und soziale Gerechtigkeit kämpfen.
Gemeinsam rufen wir: . . .
Wir beten zu Gott, unserem Herrn,
für die Älteren und Alleinstehenden unter den Arbeitslosen,
die ohne die Geborgenheit einer Familie,
Gruppe oder Partnerschaft
von Vereinsamung bedroht sind,
dass sie ihre Selbstachtung nicht verlieren
und sich ihrer Menschenwürde bewusst bleiben,
dass sie den Mut behalten,
auf Menschen zuzugehen,
dass sie Geborgenheit und Gemeinschaft finden
und Menschen, die ihnen zuhören,
ihre Sorgen teilen
und ihre Last mittragen.
Gemeinsam rufen wir: . . .
Wir beten zu Gott, unserem Herrn,
für alle, die Arbeit und Auskommen haben,
für alle, denen es gut geht
oder sogar besser als anderen,
Gottesdienstliche
Texte
258
dass sie sich nicht erheben über die,
denen der berufliche Erfolg versagt bleibt,
dass sie bereit sind zum Teilen von Arbeit und Geld,
dass die Angst vor dem Verlust des eigenen Arbeitsplatzes
sie nicht unbarmherzig macht
gegen sich selbst und gegen andere;
dass sie auch lernen, dass Arbeit und Geld nicht alles sind,
was ein Leben sinnvoll und lebenswert macht.
Gemeinsam rufen wir: . . .
Wir beten zu Gott, unserem Herrn,
für alle, die Verantwortung tragen
in Politik und Wirtschaft,
dass sie die Not ihrer Mitbürger sehen
und nicht wegreden,
dass sie ihre Macht einsetzen
zur Schaffung gerechter Verhältnisse,
dass politische und wirtschaftliche Eigeninteressen
zurückgestellt werden hinter dem Gemeinwohl
und hinter der Aufgabe, für alle Menschen
ein menschenwürdiges Leben zu schaffen.
Gemeinsam rufen wir: . . .
Wir beten zu Gott, unserem Herrn,
für alle, die zur Gemeinde Jesu Christi zählen,
dass wir die Augen nicht verschließen vor der Not,
die unter uns herrscht,
dass wir dort nicht untätig und stumm bleiben,
wo wir durch Reden und Handeln
zur Besserung beitragen können,
dass wir auch unsere eigene Hilflosigkeit erkennen
und aushalten, wo es keinen Ausweg gibt,
dass wir in unseren Gemeinden und Kirchen
teilen und Solidarität üben.
Gemeinsam rufen wir: . . .
Wir beten zu Gott, unserem Herrn,
für die Frauen in unserer Gemeinde
und in unserem Land,
die berufstätig sein wollen
und keine Arbeit finden können,
die sich und ihre Angehörigen
durch ihre Arbeit ernähren müssen
und von keinem genommen werden,
für die Frauen in schlecht bezahlten
oder nicht abgesicherten Arbeitsverhältnissen,
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
259
ohne Anspruch auf Rente und Arbeitslosengeld,
für die Witwen, die ihr Leben lang
für ihre Familie dagewesen sind
und nun mit einer kümmerlichen Rente
sich durchbringen müssen:
dass sie in ihrer bedrängten Lage
nicht übersehen und vergessen werden,
dass unsere Gesellschaft auch für sie
gerechte und annehmbare Lebensverhältnisse schafft,
dass sie den Mut finden,
ihre soziale Benachteiligung
nicht länger stumm zu ertragen,
und dass andere da sind,
die an ihrer Seite stehen und ihre Stimme erheben.
Gemeinsam rufen wir: . . .
Bibel
Gott, du Licht auf unseren Wegen,
wir danken dir,
dass wir nicht allein sind
mit unserem Glauben.
Es tut gut,
in der Gemeinde einen Ort zu haben,
wo wir eigene Erfahrungen teilen
und wo wir gemeinsam auf die Botschaft der Bibel
hören können.
Wir bitten dich für alle,
die an den Ungewissheiten ihres Lebens leiden:
Gib, dass dein Zuspruch sie erreicht,
lass sie wissen,
dass du in Treue zu ihnen stehst.
Wir bitten dich für alle,
die die Orientierung verloren haben,
die Angst haben vor dem nächsten Schritt,
die nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen:
Lass deine Weisungen ihnen Hilfe zum Leben werden.
Wir bitten dich für die,
die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit,
die etwas ändern wollen an unserer Welt:
Gottesdienstliche
Texte
260
Ermutige sie durch deine Verheißungen,
weiter zu kämpfen
und nicht zu resignieren vor der Macht derer,
die den Ton angeben.
Wir bitten dich für alle,
die von Schicksalsschlägen getroffen sind
und an dir verzweifeln:
Richte sie auf
durch die biblischen Geschichten von Leidensgenossen,
die deine Hilfe erfahren haben.
Wir bitten dich für die,
die die Bibel neu kennenlernen
und von ihrer Weisheit begeistert sind:
Erhalte ihnen die Freude an deinem Wort
und gib ihrem Verstehen Tiefe.
Für uns alle bitten wir dich:
Erschließe uns die Bibel
als Buch voller Leben,
das deine Lebendigkeit bezeugt
und uns erfrischt.
Diakonie
Gott, Ursprung aller Güte,
du schenkst die Freiheit, dir alles zu sagen.
du schenkst die Zuversicht, dass du uns hörst und uns hilfst.
Wir bitten dich heute für die Menschen
in Krankenhäusern, Heimen oder zuhause,
die körperliche oder seelische Not leiden;
für alle, die in Einsamkeit allein gelassen sind,
für alle, die den Tod vor Augen haben.
Wir bitten dich für die Menschen,
die ohne Arbeit oder ohne Wohnung sind,
für die Flüchtlinge auf den Straßen dieser Welt,
für alle, die unter Unrecht und Gewalt leiden.
Sei du ihnen nahe,
schenke ihnen Zuversicht und Hoffnung,
sende Menschen zu ihnen, die ihnen deine Liebe bringen
und ihnen zum Leben helfen.
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
261
Wir bitten dich heute auch für alle Menschen,
die in pflegenden und betreuenden Diensten tätig sind;
für alle im Rettungsdienst,
für die Männer und Frauen,
die für die medizinische Versorgung verantwortlich sind.
Wir bitten dich für die Menschen in den Sozialämtern,
für die Fachkräfte in den Betreuungsstellen,
für alle, die in Kirche, Staat und Gesellschaft
besondere Verantwortung tragen
für soziale Hilfe und soziale Gerechtigkeit.
Und wir bitten dich für alle,
die in der Stille wichtige Dienste tun,
bei der Nachbarschaftshilfe oder als Freundschaftsdienst.
Segne du, Gott, allen guten Willen;
schenke das nötige Feingefühl,
wenn wir miteinander umgehen.
Lass unser Tun in der Liebe und Freiheit geschehen,
die du uns schenkst.
*
Gott, Quelle der Barmherzigkeit,
wir danken dir für alle,
die in der Diakonie unserer Gemeinde mitarbeiten;
die Schwestern und Pfleger
und die Ehrenamtlichen in unserer Diakoniestation;
für die Sammlerinnen und Sammler
der Haussammlungen;
für den Diakonieausschuss unserer Gemeinde;
für die Erzieherinnen und Erzieher im Kindergarten,
für alle, die sich besonders für ein behindertes Kind
oder für fremde Kinder einsetzen.
Wir danken dir für alle, die Kranke besuchen
und auch dann noch zuhören,
wenn der Kranke immer wieder dasselbe erzählt;
für alle, die an Krankenbetten wachen
und die Hand einer Sterbenden halten;
für die Arbeit der Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen
an den Brennpunkten unserer Gesellschaft,
für die Dienste der Zivildienstleistenden;
Gottesdienstliche
Texte
262
für die Männer und Frauen,
die einen Lebensgefährten versorgen
in Krankheit, Alter und Gebrechlichkeit
und sich auch in schweren Tagen nicht abwenden;
für alle, die Not entdecken und dann ohne Zögern zupacken;
für jede Hilfe in der Nachbarschaft;
und für alle treuen Gebete.
Herr, wir danken dir,
dass du uns Menschen liebst
und uns die Möglichkeit gibst,
Not zu lindern.
Ehe und Partnerschaft
Ewiger, allmächtiger Gott!
Wir danken dir,
dass wir mit allen Geschöpfen
in deiner Welt leben dürfen.
Wir leben als Mann oder als Frau.
Das trennt uns voneinander.
Das treibt uns zueinander.
Das macht uns Angst
und das macht uns auch Lust.
Trotz aller Schwierigkeiten,
die wir in unserer Lebensgeschichte erfahren,
trotz aller gesellschaftlichen Probleme
danken wir dir,
dass wir so sind, wie wir sind,
Mann oder Frau.
Wir bitten dich heute für alle,
die als Mann und Frau miteinander leben.
Wir bitten dich ebenso für Männer, die mit Männern,
und für Frauen, die mit Frauen
in einer Partnerschaft zusammenleben:
Für die, die aufeinander zugehen.
Für die, die an ihren Alltagsproblemen leiden.
Für die, die in einer Krise sind.
Auch für die, die sich trennen müssen.
Lass Männer und Frauen Bindung
nicht als Abhängigkeit erleben.
Lass sie einander geben und
voneinander nehmen können.
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
263
Bewahre sie vor dem Kreislauf
wechselseitiger Vorwürfe.
Und lass sie nach Abschied und Tod
einander in guter Erinnerung behalten.
Wir bitten dich für alle,
die an ihrer Einsamkeit leiden,
für Trauernde, Verlassene, Verzweifelte.
Wir bitten dich für alle, die Gewalt leiden:
für alle, die ihren Kummer betäuben
mit Alkohol und anderen Drogen.
Für die geschlagenen Frauen und Kinder.
Hilf ihnen allen und stehe denen bei,
die ihnen zu helfen versuchen.
Gib uns Geduld,
dass wir am Leid des Lebens nicht verzweifeln.
Gib uns Vertrauen und Offenheit,
dass wir das Glück des Lebens nicht versäumen.
Gib uns Mut und Tatkraft,
dass wir um die Erhaltung des Lebens kämpfen.
Weil du alles geschaffen hast,
loben wir dich.
Weil du für alle gestorben bist,
danken wir dir.
Weil du alles versöhnen wirst,
warten wir auf dich.
Mit allen Geschöpfen Himmels und der Erde
preisen wir deinen Namen,
den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist,
jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Eltern und Kinder
Gott der Liebe und des Friedens!
Wir danken dir,
dass du dich unser erbarmst,
dass du nicht nach größerer Kraft,
nach Klugheit und Frömmigkeit fragst,
dass du uns annimmst, so wie wir sind,
und dass wir auch als erwachsene Menschen
deine Kinder sein dürfen.
Gottesdienstliche
Texte
264
Wir bitten dich für die Kinder in aller Welt,
für die, die hungern,
für die, die einsam und traurig sind,
für die kranken und die,
die unter Krieg und Verfolgung leiden,
wir bitten dich für die Kinder,
die in Heimen leben
oder in der Schule nicht zurechtkommen.
Wir bitten dich für unsere Kinder.
Gib ihnen allen ein Leben,
in dem sie Glück erfahren
und dadurch Hoffnung lernen.
Wir bitten dich für alle,
die für Kinder Verantwortung tragen,
für Eltern, Lehrer und Erzieherinnen,
für Planer und Politikerinnen,
dass sie die Lebenskraft und den Lebensmut
der Kinder nicht zerstören,
sondern ihnen Geborgenheit und Freiheit schenken.
Wir bitten dich für alle,
die überlegen, ob sie ein Kind wollen,
auch für die, die durch ungewollte Schwangerschaft
in Schwierigkeit geraten sind,
dass sie Rat und Hilfe finden in ihrer Not.
Wir bitten dich für uns,
die wir einmal Kinder waren,
dass wir uns unserer Sehnsucht nach Liebe nicht schämen
und aufhören mit der Suche nach Größe und Perfektion.
Stehe denen bei, die sich im Augenblick überfordert fühlen,
und allen, die unter harten Leistungsgesetzen leben müssen.
Gib, dass wir leben mit deiner Freiheit,
sterben in deiner Gnade,
ruhen in deinem Frieden,
auferstehen durch deine Kraft.
Durch deinen Sohn Jesus Christus, unseren Herrn,
welchem mit dir und dem Heiligen Geist
sei Lob und Preis, Ehre und Herrlichkeit
jetzt und immerdar
und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
*
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
265
Gott, wir bitten dich für alle Kinder,
dass sie ohne Angst aufwachsen,
dass sie Vertrauen finden,
dass Friede ihre Zukunft sei.
Wir bitten besonders für die Kinder,
die Opfer der Erwachsenen sind:
für die Kindersoldaten,
für die von Landminen verletzten,
für die Kinder in den Elendsvierteln,
für die Kinder auf der Flucht,
und auch für die misshandelten und verstörten Kinder
in unserem Land:
Lass Licht, o Gott, in dieses Dunkel fallen,
lass uns Patinnen und Paten dieser Kinder sein
und keine Ruhe geben,
bis Friede und Gerechtigkeit einkehren.
*
Gnädiger Gott,
wir danken dir für unsere Lebenszeit.
Wir sind froh über jedes neue Jahr, das du uns schenkst,
und möchten gern noch viel Schönes erleben.
Wir bitten dich,
lass uns die Augen nicht davor verschließen,
was es heißt, älter zu werden.
Wir bewundern die alten Menschen,
die noch aktiv und unternehmungslustig sind.
Aber wir müssen auch aushalten,
dass unsere Kräfte weniger werden,
unsere Grenzen enger,
unser Alltag einsamer.
Schenke uns Humor,
unsere Schwächen zu ertragen,
und ein weites Herz,
anderen ihre größeren Kräfte zu gönnen.
Bewahre uns vor Nörgelei und Langeweile,
erhalte uns Freundschaften
und stärke unser Vertrauen zu dir.
Gottesdienstliche
Texte
266
Evangelisation, Volksmission
Du treuer, barmherziger Gott,
wir danken dir, dass du bis heute deine Kirche erhalten hast,
trotz ihrer Verfehlungen und ihrer Schuld.
Noch immer lässt du Menschen dein Lebenswort hören,
deinen Trost erfahren
und in deiner Weisung Orientierung finden.
Wir bitten dich:
Mache uns bereit und fähig weiterzugeben,
was wir von dir empfangen haben.
Hilf uns, auch die anzusprechen,
die sich weit von dir entfernt haben.
Hilf uns wahrzunehmen,
was Menschen am kirchlichen Leben abstößt,
und mache uns empfindsam für das,
was sie suchen.
Bewahre uns vor selbstgerechtem Urteil,
aber gib uns auch die Kraft zur Klarheit,
wo sie gefordert ist.
Lass uns Wege finden,
jungen Menschen dein Wort
als Hilfe zum Leben auszulegen.
Führe uns zu denen,
die auf geistliche Stärkung warten,
es aber so nicht ausdrücken können.
Lass unsere Gemeinde einen Ort sein,
an dem sich die Buntheit deiner Gnade spiegelt,
wo unterschiedlichste Menschen sich zu Hause fühlen
und sich und ihre Gaben einbringen.
Frauen
Barmherziger Gott!
Wir danken dir für alle,
die uns die Liebe zu dir gelehrt haben.
Oft waren es Frauen,
unsere Mütter und Großmütter,
unsere Lehrerinnen.
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
267
Sie haben uns von dir erzählt,
haben mit uns gebetet,
haben uns Geborgenheit geschenkt
und uns ermutigt, Geborgenheit bei dir zu suchen.
Wir sind froh, dass es solche Menschen gibt,
die uns helfen, dich zu erkennen,
Erfahrungen mit dir zu machen,
dir zu vertrauen.
Stelle allen Kindern und Jugendlichen
solche Menschen zur Seite.
Lass die Traurigen nicht ohne Trost sein.
Gib den Kranken und Sterbenden Beistand
und mache uns alle zu Menschen,
die dir die Ehre geben,
die dich lieben
von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit allen Kräften
und die die anderen achten wie sich selbst.
*
Gnädiger und gerechter Gott,
wir danken dir,
dass du genau hinsiehst,
wo Menschen leiden,
wo sie in ihrer Würde verletzt,
in ihrem Selbstbewusstsein beschädigt
und in ihrer Entfaltung gehindert werden.
Wir übersehen oft,
dass es gerade Frauen sind,
die zu Opfern von Machtmissbrauch
und menschlicher Gleichgültigkeit werden.
Deshalb bitten wir dich heute besonders für sie:
für die Frauen,
die Opfer der Kriege sind oder auf der Flucht,
die allein gelassen sind mit ihren Kindern;
für die Frauen, die in Armut leben
und für sich und die, die sie lieben,
nicht haben, was sie zum Leben brauchen;
für die Frauen, die ohne Bildung und Arbeit gelassen werden,
die unter ihrer Abhängigkeit leiden;
für die Kinder und jungen Mädchen,
die wie Sklaven ausgebeutet werden;
für die Frauen, die verachtet
und der Gier der Männer ausgesetzt sind
durch Prostitution und Pornographie;
Gottesdienstliche
Texte
268
für die Frauen, denen gleiche Rechte und Lebenschancen
verweigert werden,
die in ihrer Kultur und Lebenswelt unterdrückt werden;
für die Frauen, die in ihrem eigenen Haus
Gewalt und Missbrauch erleiden.
Gott, steh ihnen bei
und gib ihnen Kraft und Mut
im Kampf um ein besseres Leben.
*
Guter Gott,
wir erinnern uns heute an unsere Mütter.
Wir sind dankbar für alle Liebe,
Geborgenheit und Ermutigung,
die sie uns geschenkt haben,
und bitten dich zugleich,
dass wir ihnen vergeben können,
was sie an uns falsch gemacht haben
oder uns schuldig geblieben sind.
Wir bitten dich,
lass keine Mutter bereuen müssen,
ein Kind zur Welt gebracht zu haben.
Stärke alle, die an die Grenzen ihrer Kraft kommen.
Lass Alleinerziehende Unterstützung und Solidarität erfahren.
Und die altgewordenen Mütter
bewahre vor Einsamkeit
und Enttäuschung durch ihre Kinder.
Gott, wir bitten um Hilfe
für Schwangere in Konfliktsituationen,
für Schwangere in Kriegs- und Katastrophengebieten.
Dein Trost sei nahe allen,
die ein Kind verloren haben,
und die sich vergeblich nach einem Kind sehnen,
bewahre vor Verzweiflung.
Gott, auf dein mütterliches Erbarmen
hoffen wir alle:
Schütze die Liebenden,
behüte das Glück der Kinder
und lass die Alten ihr Leben
im Licht deiner Barmherzigkeit anschauen.
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
269
Freizeit, Urlaub, Sport
Lasst uns beten zu Gott,
der die Welt so wunderbar gemacht hat:
Für alle, die jetzt Urlaub haben
und sich freuen, dass sie den Alltag vergessen können,
dass sie schöne und erholsame Tage verleben
und wieder zu sich selbst kommen.
Für die vielen, die jetzt auf Reisen sind
und denen es Freude macht,
die gewohnte Umgebung zu verlassen:
dass sie alle Belastungen zurücklassen können,
dass sie sich erholen
und mit den Eindrücken auch neue Kräfte sammeln.
Für die Menschen, die jungen und die alten,
die aufgebrochen sind,
um die Schönheit der Erde zu entdecken:
dass sie reicher in ihren Alltag zurückkehren,
dankbar für alles Gute und Schöne,
das sie unterwegs erlebt haben.
Für alle, die jetzt noch keinen Urlaub haben,
aber sich auf den kommenden Urlaub freuen,
und auch für die, die ihn nötig haben
und sich keinen Urlaub leisten können.
Für uns selbst, daheim oder im Urlaub:
dass wir gastfreundlich und hilfsbereit sind
und die, die uns begegnen,
sich in unserer Gemeinschaft wohlfühlen.
*
Guter Gott,
es sind nicht immer nur die großen und tiefen Probleme des
Lebens,
die uns bewegen.
In diesen Tagen denken viele von uns
vor allem an die Wettkämpfe . . . (konkretes Ereignis).
Wir genießen die Spannung beim Zuschauen,
die Begeisterung beim Siegen,
und wir sind gerührt von den Tränen der Verlierer.
Hilf, dass die weltweite Übertragung der Wettkämpfe
uns auch weltweit miteinander verbindet;
Gottesdienstliche
Texte
270
dass die sportlichen Begegnungen dazu beitragen,
Vorurteile zu überwinden
und Verhärtungen im Verhältnis der Völker aufzulösen.
Verhindere, dass aus der Trauer über Niederlagen
Aggression wächst.
Gott, dir sei gedankt,
dass uns aus so vielen Ereignissen Lebensfreude zuwächst.
Dir sei heute einmal für den Sport gedankt.
Fremde, Ausländer
Gott, der du uns Vater und Mutter bist,
wir danken dir für diesen Gottesdienst.
Einheimisch oder fremd,
sind wir nicht Fremdlinge bei dir,
sondern alle deine Kinder,
nicht Flüchtlinge,
sondern deine Gäste.
Wir danken dir dafür und bitten dich
für alle, die auf der Flucht sind,
die ihre Heimat verlassen mussten
und vor sich keine Heimat sehen:
Sei du mit ihnen.
Zeige uns im Fremden den Bruder und die Schwester,
zeige uns Wege zueinander
und lass uns miteinander umgehen und voneinander lernen
durch deinen guten Geist,
Leite die Mächtigen dieser Welt,
dass das Elend der Flüchtlinge nicht noch größer werde,
sondern kleiner durch mutige Entscheidungen,
die bewegt sind davon,
wie du die Welt regierst und erhältst:
in Liebe und Gerechtigkeit.
*
Gott des Himmels und der Erde,
du bist ein Gott, der die Gerechtigkeit liebt.
Hilf, dass wir, Ausländer und Deutsche,
in diesem Land die Wege zueinander finden;
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
271
dass wir die Vorurteile und Mauern zwischen uns überwinden
und lernen, Unterschiede in unseren Lebensformen einander
zuzugestehen.
Hilf auch, dass sich dieses Land
vor den Zuflucht- und Asylsuchenden nicht verschließt,
dass Menschen in Not
ohne Diskriminierungen aufgenommen werden.
Herr, unser Gott, du liebst Gerechtigkeit und Frieden.
Lass uns Christen lernen,
Menschen anderen Glaubens mit Achtung zu begegnen
und den Freiraum zu respektieren,
den sie in unserem Land brauchen.
Lass uns miteinander die Fehlurteile überwinden,
die unser Verhältnis zueinander belasten,
und in der Begegnung unserer Religionen lernen,
den eigenen Glauben zu schätzen
und den Glauben der anderen zu achten.
Lass uns der Liebe Jesu entsprechend leben.
Freundschaft und Zusammenleben
Gott, du Liebhaber des Lebens,
wir danken dir für die Gabe der Freundschaft.
Wie gut ist es,
wenn man sich auf einen Menschen verlassen kann;
wenn man sich so zeigen darf, wie man ist,
ohne Angst, fallen gelassen zu werden;
wenn man mit Kummer nicht allein fertig werden muss
und auch jemanden hat,
der sich neidlos mit einem freuen kann.
Wir bitten dich,
segne unsere Freundinnen und Freunde
und hilf, dass wir selber zu Freundschaft fähig sind.
Lass alle, die sich nach einer verlässlichen Beziehung sehnen,
den passenden Menschen finden,
bei dem sie gut aufgehoben sind.
Gott, verwandle
unsere Gleichgültigkeit in Interesse,
unsere Kälte in Warmherzigkeit,
unsere Verschlossenheit in Offenheit für andere.
Gottesdienstliche
Texte
272
*
Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei,
hast du, unser Schöpfer, gnädig beschlossen.
Wir danken dir für alle,
die du uns zur Seite gestellt hast;
wir danken dir für die aus unserer Familie,
die uns von Anfang an
mit Liebe und Verständnis begleitet haben;
wir danken dir für unsere Freundinnen und Freunde
und für alle,
die uns mit Aufmerksamkeit und Achtung begegnen.
Bewahre uns solche Weggefährten;
segne alle Freundschaft
und erhalte die Liebe unter den Menschen.
Wir bitten auch für die,
die wir bisher übersehen haben,
die wir mit unserer Gleichgültigkeit ausgegrenzt haben,
die allein und verlassen leben:
Lass auch sie ihren Platz finden
und erfahren,
dass da, wo dein Geist herrscht,
der Hunger nach Leben gestillt wird.
*
Barmherziger Gott,
wir danken dir, dass du auf jeden von uns eingehst
und im Blick hast, was wir
in unseren unterschiedlichen Lebenssituationen nötig haben.
Lass uns das doch auch
im Umgang miteinander lernen.
Bewahre uns davor,
uns immer nur in Konkurrenz mit anderen zu sehen,
uns mit anderen zu vergleichen
und auf ihre Kosten groß herauszustellen.
Lass uns lernen, einander zu ergänzen,
uns gegenseitig stark zu machen,
einen neidlosen Blick
für das Gute im Anderen zu bekommen.
Steh allen zur Seite,
die unter dem Druck leiden,
sich die Achtung anderer erst noch verdienen zu müssen.
Mach allen Mut,
die sich als Verlierer fühlen
und sich nicht einmal selbst achten können.
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
273
Überwinde die vielen Formen von Feindseligkeit,
die Menschen kaputt machen an Leib und Seele,
und lass uns die Hoffnung auf Frieden und Solidarität
unter den Menschen nicht aufgeben.
Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
Gott, du hast uns geschaffen
und zu deinem Volk berufen aus allen Teilen der Erde.
Wir danken dir für die Gemeinschaft,
die du über alle Grenzen hinweg wachsen lässt:
Lass sie Frucht bringen für alle Menschen.
Wir rufen: Herr, erbarme dich.
(oder ein gesungenes Kyrie)
Gott Abrahams und Saras,
wir sehnen uns nach Gerechtigkeit.
Wir Christen und Christinnen,
Kirchen und Gemeinden in unserem Land
wollen beitragen zum Leben in unserer Gesellschaft,
damit wir gerecht miteinander teilen,
damit es Arbeit, Nahrung, Gesundheit und Wohnung
für alle gibt.
Wir bitten dich um deinen Beistand
und rufen: . . .
Jesus Christus, von Maria geboren, Mensch wie wir,
wir nennen dich den Fürsten des Friedens.
Du bist unser Friede und willst Frieden unter den Völkern.
In deiner Nachfolge wollen wir Frieden halten
und Frieden stiften in einer zerrissenen Welt.
Wir rufen: . . .
Heiliger Geist, du Mutter der Gläubigen,
die ganze Schöpfung durchdringt dein Atem.
Du lehrst uns die Ehrfurcht vor allem Leben,
rufst uns zur Liebe durch das Evangelium.
Lass uns nicht länger leben, als käme nach uns die Sintflut.
Gib uns den Mut, umzukehren zu einer Lebensweise,
die deine Schöpfung bewahrt und Leben für alle erhält.
Wir rufen: . . .
*
Gottesdienstliche
Texte
274
Ewiger und allmächtiger Gott!
Wir danken dir für das Wort der Freiheit.
Gegen die Herrschaft des Todes
schenkst du Hoffnung auf ewiges Leben.
Gegen die Herrschaft der Schuld
sprichst du das Wort der Vergebung.
Gegen die Herrschaft des Geldes
steht die Verheißung deines Reiches.
Wir bitten dich für alle,
die unter der Herrschaft des Geldes leiden.
Für die Armen und für die Reichen.
Für die Arbeiter und für die Arbeitslosen.
Für die Satten und für die Hungrigen.
Stärke die Bereitschaft
zu einer gerechten Verteilung der Güter auf Erden.
Unterstütze diejenigen,
die neue Lebens- und Arbeits- und Besitzformen suchen.
Wehre den Ängsten,
wenn Menschen sich durch neue Ideen bedroht fühlen.
Wecke Verständnis dafür, dass wir uns ändern müssen
und dass die Welt anders werden muss,
wenn menschliches Leben gelingen soll.
Wir bitten auch für diejenigen,
die des Geldes wegen unmenschlich werden.
Für verfeindete Familien.
Für die zerstrittenen Rassen, Klassen und Völker.
Für die Jungen und die Alten,
die sich gegenseitig nicht verstehen.
Für die, die in sinnlose Gewalttaten fliehen,
und für die, die Andersdenkenden das Lebensrecht
absprechen.
Lass die Menschen vernünftig werden.
Lass sie miteinander reden lernen.
Lass sie einander helfen.
Hilf du uns,
so ist uns geholfen.
Gib, dass wir leben in deiner Furcht,
sterben in deiner Gnade,
auferstehen durch deine Kraft
und darauf das ewige Leben ererben
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
*
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
275
Schöpfer des Himmels und der Erde!
Wir danken dir für das Licht und die Kraft deines Wortes.
Wir danken, dass wir auf deiner Erde leben dürfen.
Wir danken, dass wir dir vertrauen dürfen.
Wir danken,
dass wir in aller Angst und Verzweiflung
auf dich und dein Reich hoffen dürfen.
Weil du ein gnädiger und allmächtiger Gott bist,
bitten wir demütig um dein Erbarmen:
für deine bedrohte Erde,
für Luft und Wasser und Boden und Wälder,
für Tiere und Pflanzen,
für uns Menschen und das,
was wir in unserem Wahnsinn tun;
wir bitten dich,
dass die Macht des Bösen gebrochen wird,
dass die Zerstörung der Schöpfung aufhört,
dass alle, die aus Habgier und Dummheit,
aus Machtstreben und Forschungsdrang
Leben gefährden,
von ihrem Irrweg abgebracht werden;
wir bitten dich um Mut und Phantasie,
dass wir nach Alternativen suchen,
dass wir selber von Umkehr nicht nur reden,
sondern tatkräftig mit der Änderung unseres Lebens beginnen.
Weil du ein gnädiger und allmächtiger Gott bist,
bitten wir demütig um dein Erbarmen:
für alle Männer und Frauen,
die schwierige Entscheidungen treffen müssen,
an den Schaltstellen der Macht,
in Wirtschaft und Gerichten,
an den Hochschulen und in den Medien;
lass alle dem Frieden und der Wahrheit
und der Gerechtigkeit dienen,
dass ihre und aller Menschen Arbeit das Leben befördert.
Wir bitten dich auch für alle,
die dein Wort verkündigen,
deine Schöpfung verteidigen,
dass sie im Kampf wachsam
und im Leiden menschlich bleiben.
Wir bitten dich für uns alle,
dass wir kritisch bleiben in aller Versuchung,
dass wir nicht selbstgerecht werden gegenüber den anderen,
Gottesdienstliche
Texte
276
dass wir nicht zynisch werden in unserer Enttäuschung,
dass wir ohne Selbstmitleid leben auf dieser wunderbaren Erde
in der Hoffnung auf dein herrliches Reich.
In aller Not rufen wir dich um Hilfe an.
In allem Glück danken wir für deinen Segen.
Mit jedem Atemzug loben wir
deinen herrlichen Namen,
dich, den ewigen und allmächtigen Gott,
den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Liebe, Sexualität
Du unser Schöpfer,
wir danken dir für die Fähigkeit,
einander zu lieben auf vielfache Weise.
Wir alle zehren von der Liebe,
die wir als Kinder erfahren haben.
Wir wissen, wie kostbar Freundschaft ist
und wie angewiesen wir alle sind
auf Verständnis und liebevolle Kritik.
Wir sind dankbar,
wenn Menschen sich in Liebe für Notleidende engagieren.
Aber ein ganz besonderes Glück
ist uns die Erfahrung,
mit einem geliebten Menschen
lustvoll verschmelzen zu können,
mit Leib und Seele.
Deshalb bitten wir dich:
Hilf, dass wir uns die körperliche Liebe
und die Sehnsucht nach ihr zugestehen können,
dass wir sie aber nicht rücksichtslos ausleben.
Mache uns einfühlsam und phantasievoll
in unserer Zärtlichkeit
und bewahre allen Paaren die Lust aneinander.
Gott, wir bitten dich,
dass wir Wege finden,
der Vergötzung von Sexualität Einhalt zu gebieten
und zu verhindern,
dass Menschen sexuell missbraucht werden.
Steh du denen bei,
die enttäuscht und verletzt sind
von ihren Partnern oder Partnerinnen, 277
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
und auch denen,
die mit ihrer Einsamkeit nicht zurecht kommen.
Bette all unsere Erfahrungen mit Sexualität ein
in einen achtsamen und liebevollen Umgang miteinander,
der uns in unserer Persönlichkeit reifen lässt.
Medien
Herr, unser Gott,
wir bitten dich für die Arbeit derer,
die Zeitungen machen und Programme gestalten:
Lass sie der Wahrheit dienen und das Gute fördern,
gib ihnen gute Einfälle
und richtige Wörter.
Wir bitten dich für uns selbst:
Gib uns deinen Heiligen Geist,
und hilf uns, die Geister zu unterscheiden;
lass uns erkennen,
was zu unserem Besten dient
und gib uns ein klares Urteil.
Wir bitten dich für alle Opfer von Verleumdung,
Sensationsgier und gewissenloser Unterhaltung:
Lass andere Menschen für sie eintreten.
Allen, die sich an verlockende Bilder verloren haben,
gib Einsicht und Nüchternheit.
Und die aufgehört haben, für die Wahrheit zu kämpfen,
erfülle mit neuem Mut.
Du hast die Macht,
aus dem Bann des Bösen zu befreien.
Leite uns mit deiner Wahrheit.
Dein Wort ist die Wahrheit.
*
Lasst uns beten zu Gott, unserem Vater,
der zu uns gesprochen hat in Jesus Christus:
Für alle, die ihr Wort an die Menschen richten,
die durch ihr Wort mächtig sind
und für andere Verantwortung tragen:
dass sie ihre Aufgabe erkennen
und ihr Wort zuverlässig und aufrichtig ist.
Gottesdienstliche
Texte
278
Für alle, die in Presse, Rundfunk und Fernsehen tätig sind:
dass sie in ihrer Arbeit
Achtung und Ehrfurcht vor den Menschen nicht vergessen,
dass sie andere Meinungen
sachgemäß und unverfälscht zu Wort kommen lassen.
Für alle, die sprechen und schreiben,
Schauspieler, Dichter und Wissenschaftler:
dass sie mit ihren Worten nicht Menschen verführen,
sondern der Erkenntnis der Wahrheit dienen
und uns sagen,
was heute an der Zeit ist.
Für alle, die Gottes Wort verkündigen
in Kirche und Welt:
dass sie mit innerer Kraft und aus der Wahrheit
zu den Menschen sprechen
und in ihrem Wort
die Stimme Jesu Christi vernehmbar wird.
Für die Lehrerinnen und Lehrer
und alle, die junge Menschen erziehen:
dass sie selbst zu hören verstehen
und durch ihr Wort und Beispiel
gute und rücksichtsvolle Menschen heranbilden.
Allmächtiger Gott,
höre auf unser Gebet:
Lehre uns, aufeinander zu hören,
uns besser zu verstehen
und uns gegenseitig Antwort zu geben
auf die Fragen unseres Lebens –
so wie du zu uns gesprochen hast
in Jesus Christus, dem Wort der Wahrheit.
Mission, Partnerkirchen, Ökumene
Gott, wir danken dir,
dass du dir aus dem ganzen Menschengeschlecht
deine Gemeinde erwählst;
wir danken dir für die weltweite Christenheit
und die Vielfalt der Kirchen.
Wir bitten dich für uns alle:
Lass uns die Vorbehalte erkennen, die uns trennen,
und die Liebe, die uns vereint; 279
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
lass uns langsam sein, Kritik aneinander zu üben,
und schnell, einander wertzuschätzen;
lass uns langsam sein, uns selbst zu rechtfertigen,
und schnell, einander zu vergeben.
Wenn wir einander missverstehen,
lass uns aufeinander hören
und unter der Leitung deines Heiligen Geistes
die Wahrheit finden.
Wenn wir versucht sind, einander zu verraten,
lass uns widerstehen,
und befreie uns von jedem Wunsch und jeder Tat,
die den anderen zerstört
und damit uns selbst verstümmelt.
Wenn wir fallen,
lass uns nicht in Selbstmitleid schwelgen,
sondern halte uns fest in unserem Schmerz,
damit wir unser Versagen annehmen
und weitergeben können.
Lass uns in Trauer die Arme umeinander legen;
lass uns in Freude zusammen singen und lachen;
lass uns im Leben fröhlich miteinander sein;
lass uns im Tod unsere Hoffnung miteinander teilen
durch Jesus Christus, das Leben der Welt.
*
Gütiger Gott!
Wir bitten dich für deine Kirche,
hier und in allen Ländern:
für die schlafende Kirche,
dass sie aufwache;
für die verfolgte Kirche,
dass sie deiner Sache froh und gewiss bleibe;
für die bekennende Kirche,
dass sie nicht für sich selbst,
sondern allein zu deinem Ruhm lebendig sei.
Wir bitten dich für alle Regierenden und Obrigkeiten
in der ganzen Welt:
für die guten, dass du sie erhältst,
für die bösen, dass du ihre Herzen umkehrst
oder ihrer Gewalt ein Ende setzt
nach deinem Wohlgefallen,
für alle, dass du dich an ihnen erweist
als der, dessen Diener sie sind
und bleiben müssen.
Gottesdienstliche
Texte
280
Wir bitten dich, dass aller Tyrannei
und Unordnung gewehrt
und allen unterdrückten Völkern und Menschen
zu ihrem Recht geholfen werde.
*
Allmächtiger Gott,
in dir ist Gelassenheit, Frieden und Eintracht.
Wir bitten dich,
überwinde du die Schranken,
die deine Kinder voneinander trennen,
und befähige sie,
die Eintracht des Geistes durch das Band des Friedens zu
bewahren.
In allen Unterschieden der Erkenntnis und des Glaubens
und in aller Verschiedenheit unseres Denkens
lass uns eins werden in geschwisterlicher Liebe
und in Hingabe an deinen heiligen Willen.
Befreie uns von aller Blindheit und von allem Vorurteil,
von allem Aufruhr und von bösen Worten,
damit wir durch die Nächstenliebe
in unserem ganzen Wesen, Denken und Leben
die Macht und Herrlichkeit des Glaubens, den wir bekennen,
zum Vorschein bringen,
zur Ehre deines heiligen Namens,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Shoah-Gedenken
Barmherziger Gott!
Wir bitten dich für die Opfer der Shoah,
die der Heimtücke und Bosheit unseres Volkes
zum Opfer gefallen sind,
und für die Überlebenden der Judenverfolgung,
die bis heute gezeichnet sind von dem erlittenen Grauen,
lass sie nicht vergessen werden;
gedenke du selber ihrer Tränen
und schaffe ihnen Recht.
Gott, weil wir ahnen,
wozu auch wir fähig sein könnten,
weil wir unserer selbst nicht mehr so sicher sind,
weil wir das Böse in uns und um uns
nicht mehr verharmlosen oder wegreden wollen, 281
Dankgebete
und Fürbitten
zu Themen
und Anlässen
bitten wir dich: Gib uns Klarheit und Halt
und bewahre uns vor schwerer Prüfung.
Wir bitten dich für alle, die schuld sind
an der Zerstörung menschlichen Lebens.
Für die, die Entsetzen um sich verbreiten,
die Lust daran haben, andere zu quälen:
Richte sie, ändere sie,
mach sie empfindsam für fremdes Leid.
Nimm von uns, Herr,
unsere Selbstgerechtigkeit
und vergib uns unsere Schuld.
Mach uns bereit,
nach deinem Willen zu leben
und achtsamer zu werden miteinander!
Lehre uns Ehrfurcht vor dir
und vor dem Leben.
Gottesdienstliche
Texte
282
Dank und Fürbitte
anlässlich der Geburt eines Kindes
Obgleich der Wunsch nach einer Dank- und Fürbitthandlung anlässlich
der Geburt eines Kindes schon seit längerer Zeit geäußert wurde, sind
offizielle Formulare für diese gottesdienstliche Handlung in Deutschland
bislang eher selten. Das wird damit zusammenhängen, dass die
Praxis der Säuglingstaufe relativ stabil ist und dass als Alternative hierzu
von Eltern eher die Nichttaufe ihres Kindes als eine Dank- und Fürbitthandlung
gewählt wurde. Die Einführung einer solchen Handlung
erscheint dementsprechend als liturgische Neuerung.
Bei näherem Zusehen zeigt sich jedoch, dass eine Dank- und Fürbitthandlung
anlässlich der Geburt eines Kindes auch bisher schon geübt
wurde. Sie war allerdings faktisch in den Vollzug der Säuglingstaufe
integriert und trat selten als eigenständiges Element ins Bewusstsein.
Doch immer dann, wenn ein Säugling bei der Taufe nicht nur unter Anrufung
des Dreieinigen Gottes mit Wasser übergossen, sondern ihm ein
»Taufspruch« auf den Lebensweg mitgegeben und ein »Taufsegen« gesprochen
wurde, der sich hauptsächlich auf das Heranwachsen des Kindes
bezog, bewegten wir uns schon im Bereich einer Dank- und Fürbitthandlung
statt im genuinen Bedeutungsfeld der Taufe. Erst recht die in
vielen Agenden anzutreffende »Danksagung für die Mutter des Täuflings
« oder die vielerorts üblichen Zeremonien beim »ersten Kirchgang«
der Mutter nach einer Niederkunft gehören seit je in diesen Zusammenhang.
Insofern wird mit der Einführung einer Dank- und Fürbitthandlung
anlässlich der Geburt eines Kindes keine Neuerung vorgenommen,
sondern nur eine Entflechtung zwischen Taufe und Dankund
Fürbitthandlung vollzogen. Mit dieser Entflechtung verbinden
manche die Hoffnung, dass der christliche Sinn der Taufe wieder stärker
ins Bewusstsein tritt, demzufolge die Taufe als Verbindung mit Christus
und Eingliederung in die Gemeinde und nicht als Begrüßungszeremonie
am Lebensanfang im Rahmen familiärer Religiösität zu verstehen
ist.
In der Reformierten Liturgie werden verschiedene Formen für eine
Dank- und Fürbitthandlung angeboten. Form A ist am deutlichsten von
dem Wunsch her gestaltet, dass diese Handlung nicht als (scheinbare)
Alternative zur Taufe missverstanden werden soll. Die Dank- und Fürbitthandlung
besteht in einer Mitteilung innerhalb der Abkündigungen
und einem entsprechenden Abschnitt im anschließenden Fürbittgebet.
Das Kind braucht bei Form A nicht im Gottesdienst anwesend zu sein,
Dank- und Fürbitte geschehen mit Worten und ohne begleitende
Handlung.
Form B hält in etwa die Mitte zwischen den beiden anderen Formen.
Die Eltern sind im Gottesdienst anwesend und werden gesondert
Dank und
Fürbitte
anlässlich
der Geburt
eines Kindes
Einführung
283
angesprochen. Dabei braucht das Kind nicht anwesend zu sein. Die
Fürbitte für Eltern und Kind erfolgt nicht innerhalb der kleinen Zeremonie,
sondern erst im Fürbittgebet.
In Form C wird eine kleine Zeremonie gestaltet: Die Eltern mit ihrem
Kind werden der Gemeinde vorgestellt; nach einem Gebet folgt eine
Art Verpflichtung der Eltern und eine Segnung von Eltern und Kind.
In dieser Form sind Dank- und Fürbitte am stärksten als eigenständige
»Handlung« gestaltet.
In allen drei Formen wird angesprochen, dass die zukünftige Taufe
des Kindes das Ziel darstellt. Die Gemeinde schließt sich mit den Eltern
in der Verantwortung für das Kind zusammen, doch erwachsen aus der
Dank- und Fürbitthandlung keine mitgliedschaftsrechtlichen Folgen im
Blick auf das Kind.
Gottesdienstliche
Texte
284
Form A
Wenn Eltern bitten, ihr neugeborenes Kind in die Fürbitte der Gemeinde aufzunehmen,
soll in den Abkündigungen an der Stelle, an welcher sonst die
Amtshandlungen abgekündigt werden, folgender Text verlesen werden:
In unserer Mitte sind die Eltern . . ..
Sie wollen heute mit uns für die Geburt ihres Sohnes / ihrer
Tochter . . . danken und Gottes Segen erbitten.
[Auf Wunsch der Eltern soll mit seiner / ihrer Taufe gewartet
werden, bis er / sie in eigener Verantwortung die Taufe
begehrt.]
Im anschließenden Fürbittgebet soll an der Stelle, an welcher sonst der
getrauten Ehepaare oder der verstorbenen Gemeindeglieder gedacht zu werden
pflegt, folgender Gebetstext gesprochen werden:
Herr, unser Gott.
Von dir kommt die Gabe des Lebens.
Wir freuen uns mit Familie . . . und danken dir,
dass du diesen Eltern ihren Sohn / ihre Tochter . . . geschenkt
hast.
Lass ihr Kind einmal erkennen, dass du uns in Jesus Christus
von Anfang an geliebt und erlöst hast.
Lass es hineinwachsen in die Gemeinschaft deiner Gemeinde
und einmal als ihr Glied getauft werden.
Geleite es auf seinem Lebensweg mit deinem Segen.
Hilf den Eltern, die Aufgabe der Erziehung
recht wahrzunehmen.
Gib uns allen das rechte Wort,
um diesem Kind die gute Botschaft
von Jesus Christus zu bezeugen,
der unser einziger Trost im Leben und im Sterben ist. Amen.
285
Dank und
Fürbitte
anlässlich
der Geburt
eines Kindes
Form A
Form B
Ankündigung
Liebe Gemeinde, in diesem Gottesdienst sind Herr . . . und
Frau . . . unter uns, um Gott für die Geburt ihres Kindes zu
danken. Sie haben sich entschlossen, die Taufe ihres Kindes
aufzuschieben.
Heute wollen wir zusammen mit den Eltern Gott danken und
für ihr Kind beten.
Wort an die Eltern
Lieber Herr . . ., liebe Frau . . .: Ihr Wunsch ist es, dass Ihr Kind
den Weg zum Glauben an Jesus Christus findet und einmal
getauft wird.
Wir, Ihre Gemeinde, wollen Ihnen dabei helfen und Sie mit
ihrem Kind auf diesem Weg begleiten. Der Kindergottesdienst
und andere Kindergruppen unserer Gemeinde stehen ihm
offen.
Gott stärke Sie und uns in der Verantwortung für Ihr Kind.
Einschub in die Fürbitte
Gott, Quelle des Lebens,
mit diesen Eltern danken wir dir
für die Geburt ihres Kindes . . ..
Du hast ihm das Leben geschenkt.
Seine Mutter ist dankbar,
dass sie die Zeit der Schwangerschaft
und Geburt gut überstanden hat.
Wir bitten dich:
Behüte dieses Kind auf allen Wegen.
Steh seinen Eltern und all denen bei,
die es auf dem Weg zum Glauben begleiten werden.
Lass es einmal durch die Taufe
zu deiner Gemeinde hinzukommen. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
286
Form C
Vorstellung
Liebe Gemeinde, wir begrüßen in unserer Mitte
die Eltern . . . mit ihrem Kind . . ..
Sie wollen heute Gott danken, dass er ihnen dieses Kind
geschenkt hat.
Die Eltern wollen mit der Taufe ihres Kindes warten,
bis es die Gabe und die Verpflichtung der Taufe
mit eigenem Verständnis erfassen kann
und in eigener Verantwortung die Taufe begehrt.
In diesem Gottesdienst erbitten wir Gottes Segen
für das Kind und seine Eltern.
Gebet
Gott, du Schöpfer allen Lebens:
Du hast auch diesem Kind das Leben geschenkt.
Wir danken dir für das Wunder des Lebens,
an dem wir uns freuen.
Jesus Christus, unser Heiland:
Du rufst uns zu dir,
damit wir in deiner Nähe lernen zu glauben,
zu hoffen und zu lieben.
Segne auch dieses Kind,
dass es den Weg zu dir findet und sich dir anvertraut.
Gott, Heiliger Geist,
du gibst Mut und Weisheit zum Leben miteinander.
Wir bitten dich für die Eltern dieses Kindes,
dass sie im Glauben an deine Treue ihrem Kind
den Weg in das Leben zeigen
und ihm auf einem guten Weg vorangehen. Amen.
Anrede
Liebe Eltern, Sie haben sich entschlossen,
Ihr Kind noch nicht taufen zu lassen.
Sie verbinden damit die Hoffnung und Erwartung,
dass Ihr Kind selber einmal darum bitten wird, getauft zu werden. 287
Dank und
Fürbitte
anlässlich
der Geburt
eines Kindes
Form B / C
Unsere Gemeinde will Sie und Ihr Kind
auf diesem Weg zur Taufe begleiten.
Durch Teilnahme am Gottesdienst und am Leben
der Gemeinde werden Sie Ermutigung und Hilfe
für Ihre Aufgabe als christliche Eltern erfahren.
Segnung des Kindes und seiner Eltern
Es segne euch der barmherzige Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
288
Weitere Gebete anlässlich der Geburt
eines Kindes
Lasst uns Gott miteinander anrufen und danken:
Gott, Schöpfer allen Lebens,
du hast alles geschaffen
und auch diesem Kind das Leben geschenkt.
Wir danken dir für das Wunder des Lebens,
an dem wir uns freuen.
Gott, unser Heiland,
du rufst alle zu dir,
damit sie in deiner Nähe lernen zu glauben,
zu hoffen und zu leben.
Segne auch dieses Kind,
damit es den Weg zu dir findet und sich dir anvertraut.
Gott, Heiliger Geist,
du gibst Mut und Weisheit zum Dienst,
den wir einander schulden.
Wir bitten dich für die Eltern dieses Kindes,
dass sie im Glauben an Gottes Treue ihrem Kind helfen,
den Weg ins Leben zu finden. Amen.
*
Vater im Himmel,
du hast dieses Kind beschützt und bewahrt
bis zum heutigen Tag.
Geleite es durch sein ganzes Leben.
Geleite auch uns, die wir Verantwortung für dieses Kind tragen.
Lass uns immer bewusst sein,
dass dieses Kind nicht unser Eigentum ist,
sondern eine Gabe,
die uns für begrenzte Zeit anvertraut ist.
Gib uns Kraft, diesem Kind die Freiheit zu gewähren,
die es zu seiner Entwicklung braucht,
damit es bewusst und selbständig seinen Weg findet
und ihn gehen kann.
Hilf uns, dem Kind die Liebe zu schenken,
die es braucht, um glücklich zu sein.
Das hoffen wir, Herr, von dir. Amen. 289
Weitere
Gebete
anlässlich
der Geburt
eines Kindes
*
Lieber Vater im Himmel.
Wir danken dir für das Leben,
das du . . . geschenkt hast.
Dieses Kind ist seinen Eltern anvertraut.
Bitte gib ihnen die Kraft und Weisheit,
es in deiner Liebe zu erziehen,
damit es lernt, aus deiner Güte
und nach deinen Geboten zu leben.
Guter Gott, wir bitten dich,
lass uns als deine Gemeinde
dieses Kind nicht aus den Augen verlieren,
lass uns . . . aufnehmen
und ihm / ihr auf dem Weg des Glaubens helfen,
so gut wir können.
Gott, du bist der Schöpfer allen Lebens.
Du wirst . . . erhalten und mit deiner Liebe umgeben.
Wir loben dich und preisen deinen Namen. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
290
Sendung und Segen

Einführung
Der Gottesdienst endet mit dem Segensgruß. Segen und Gruß liegen
im biblischen Sprechen ineinander. Seit es in der Reformationszeit
üblich wurde, die Worte des Aaronitischen Segens (4Mose 6,24-26) zu
verwenden, ist der Segnungs-Charakter nach vorn getreten, während
die Bedeutung als Gruß kaum noch empfunden wird. Diese Verschiebung
bildet den Hintergrund für die unentschiedene Diskussion, ob
der Aaronitische Segen in der »zusprechenden« Form oder in der seit
dem Pietismus üblich gewordenen Form der Segensbitte zu sprechen
sei.
Die alten reformierten Gottesdienstordnungen seit Calvin verwenden
durchweg die zusprechende Form, weil sie dem biblischen Wortlaut
entspricht. Der Segnungs-Charakter wurde jedoch nicht so stark empfunden
wie heute. Es sollte neu bedacht werden, dass die Bitte um den
Segen Gottes ihren gleichsam natürlichen Ort im Dank- und Fürbittgebet
hat. In dessen als Bitte formuliertem Teil wird der Segen Gottes für
das eigene Leben erbeten. Der Schlusssegen des Gottesdienstes könnte
damit von dem theologischen Übergewicht, »der« Segen schlechthin zu
sein, etwas entlastet werden. Das könnte dazu helfen, den ursprünglichen
liturgischen Sinn des Abschiedsgrußes wiederzugewinnen, der
durchaus, wie jeder Gruß, ein Segen ist. Auch der »zugesprochene«
Segen bleibt, wenn auf den eigentlich Segnenden geblickt werden soll,
eine menschliche Segensbitte, die sich an Gott richtet und den Menschen
zugute gesprochen wird.
Als Segensgruß können auch andere Bibelworte als der Aaronitische
Segen oder freie Formulierungen gewählt werden, wie sie in der
Reformierten Liturgie als Beispiele zu finden sind. Wenn der Aaronitische
Segen gesprochen wird, sollte der biblische Wortlaut verwendet
werden.
Beim Sprechen des Schlusssegens sind unterschiedliche Handhaltungen
möglich. Wenn der Schlusssegen als Segensbitte formuliert wird,
werden die Hände so gefaltet, wie es beim Beten üblich ist. Möglich
wäre auch die Bittgeste, bei der mit fast ausgestreckten Armen und
nach oben weisenden Handflächen die Hände fast bis auf Schulterhöhe
erhoben werden. Wenn die »zusprechende« Form des Schlusssegens
Verwendung findet, kann eine Geste entweder ganz unterbleiben, oder
die Hände können mit zur Gemeinde weisenden Handflächen erhoben
werden. Die Verwendung des Kreuzes-Zeichens ist in den reformierten
Gemeinden und Kirchen in Deutschland nicht üblich.
Oftmals wird dem Segensgruß ein Sendungswort vorangestellt. Dazu
kann ein geeignetes Bibelwort, aber auch eine freigewählte Formulierung
dienen. 293
Einführung
Unter geeigneten Umständen, insbesondere bei einem Gottesdienst
in einer kleineren Gruppe, kann der Gottesdienst mit einem Segenstanz
abgeschlossen werden.
Gottesdienstliche
Texte
294
Sendung und Segen
Sendung
Stärkt die müden Hände
und macht fest die wankenden Knie,
sagt denen, die verzagten Herzens sind:
Fürchtet euch nicht!
Seht, euer Gott ist da;
er kommt und wird euch helfen. Amen.
nach Jes 35,3
Dient einander,
ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat,
als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.
1Petr 4,10
Seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist
durch das Band des Friedens:
ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid
zu einer Hoffnung eurer Berufung;
ein Herr, ein Glaube, eine Taufe;
ein Gott und Vater aller,
der da ist über allen und durch alle und in allen.
Eph 4,3-6
Das ist die Aufgabe der Gemeinde Christi:
Nicht nur für sich zu sorgen,
sondern auch für andere dazusein,
Liebe zu üben, Gerechtigkeit zu schaffen
und für den Frieden einzutreten.
Dazu empfanget den Segen des Herrn . . .
*
Geht in der Kraft, die euch gegeben ist,
geht einfach,
geht unbeschwert,
geht heiter
und haltet Ausschau nach der Liebe.
Geht unter dem Segen Gottes . . . 295
Sendung
und Segen
*
Gehet hin in Frieden . . .
Segen
Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich
und gebe dir Frieden. Amen.
4Mose 6,24-26
*
Der Herr segne euch und behüte euch;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig;
der Herr erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch Frieden. Amen.
*
Der Herr segne uns und behüte uns;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns
und sei uns gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über uns
und gebe uns Frieden. Amen.
*
Es segne euch der allmächtige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
*
Es segne und behüte euch Gott,
der Allmächtige und Barmherzige,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
*
Es segne und behüte euch der allmächtige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
Gottesdienstliche
Texte
296
*
Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit! Amen.
Ps 121,7-8
*
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen! Amen. 2Kor 13,13
*
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft,
bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.
Phil 4,7
*
Gott, segne uns und behüte uns.
Gott, schütze unser Leben und bewahre unsere Hoffnung.
Gott, lass dein Angesicht leuchten über uns,
dass wir für andere leuchten.
Gott, erhebe dein Angesicht auf uns und erhalte uns
im Vertrauen auf dich. Amen.
*
Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch
und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt,
untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.
Treu ist er, der euch ruft; er wird’s auch tun. Amen.
1Thess 5,23-24
*
Die Weisheit Gottes
erfülle deine Seele.
Die Barmherzigkeit Jesu
öffne dich für die Liebe.
Der Geist Gottes
schenke dir Lebendigkeit. Amen. 297
Sendung
und Segen
*
Gottes Stärke leite uns,
Gottes Macht beschütze uns,
Gottes Weisheit leite uns an,
Gottes Hand beschirme uns.
Gottes Weg weise uns die Richtung,
Gottes Schutz verteidige uns,
Gottes Nähe begleite uns.
Christus sei mit uns, vor uns,
in uns und über uns. Amen.
*
Gott stärke, was in dir wachsen will,
Gott schütze, was dich lebendig macht,
Gott behüte, was du weiterträgst,
Gott bewahre, was du freigibst,
Gott segne dich und behüte dich. Amen.
*
Der Segen des Gottes von Sara und Abraham,
der Segen des Sohnes, von Maria geboren,
der Segen des Heiligen Geistes, der über uns wacht
wie eine Mutter über ihre Kinder,
sei mit euch allen. Amen.
Reisesegen
Der Herr sei vor dir,
um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir,
um dich in die Arme zu schließen
und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir,
um dich zu bewahren
vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter dir,
um dich aufzufangen, wenn du fällst,
und dich aus der Schlinge zu ziehen.
Gottesdienstliche
Texte
298
Der Herr sei in dir,
um dich zu trösten,
wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum,
um dich zu verteidigen,
wenn andere über dich herfallen.
Der Herr sei über dir,
um dich zu segnen.
So segne dich der gütige Gott. Amen.
Segenstanz
(zur Musik vom Lied »Bewahre uns, Gott«, EG 171)
Teil A
Be- wahre uns, Gott, behüte uns, Gott,
Auftakt 2 Schritte in Tanzrichtung 1 Wiegeschritt vor und zurück
entgegen Uhrzeigersinn (re – li) in Tanzrichtung (re – li)
sei mit uns auf unsern We – gen.
Wiederholung wie oben Wiederholung wie oben
Teil B
Sei Quelle und Brot in Wüstennot,
Auftakt Hände lösen und zur Mitte wenden,
3 Schritte zur Mitte (re – li – re) und mit 4. Schritt li Fuß heranziehen,
dabei Arme mit Handflächen nach oben langsam heben.
sei mit uns mit deinem Segen.
3 Schritte rückwärts (re – li – re) und wieder mit 4. Schritt
li Fuß heranziehen, dabei Arme senken.
Teil B wird wiederholt.
299
Sendung
und Segen

Taufe

Einführung
Durch die Taufe wird ein Mensch in die christliche Gemeinde aufgenommen.
Er erhält damit Anteil an allen Zusagen, die Gott seiner Gemeinde
gegeben hat.
Die Taufe ist in den reformierten Kirchen nicht an ein bestimmtes
Lebensalter gebunden. Darum enthält die Reformierte Liturgie Formulare
für die Taufe von Kindern – Säuglingen oder heranwachsenden
Kindern – und von Erwachsenen.
Die Taufe wird als Teil des sonntäglichen Gottesdienstes verstanden
und nicht bei den Kasualien eingeordnet. Das hat seinen theologischen
Grund darin, dass wir die Taufe nicht wie andere Kasualien auf den
menschlichen Lebenszyklus beziehen: Sie ist ihrem Wesen nach kein
Übergangsritus anlässlich der Geburt eines Kindes, ihre Bezugsgröße
ist nicht die Familie, sondern die Gemeinde. Obgleich auch in unseren
Kirchen die Taufe weit überwiegend am Lebensanfang eines Menschen
vollzogen wird, unterscheiden wir sie deutlich von einer »Dank- und
Fürbitthandlung anlässlich der Geburt eines Kindes«.
Bei allem Verständnis für das Empfinden von Eltern oder Großeltern,
in dem oftmals die Dankbarkeit für das empfangene Geschenk
des neuen Lebens im Vordergrund steht, muss im vorangehenden Taufgespräch
besprochen und im liturgischen Vollzug der Taufe deutlich
gemacht werden, dass das Geheimnis der Taufe die Verbindung des
Täuflings mit dem für ihn in den Tod gegangenen Herrn und die Einfügung
in seine Gemeinde ist. Darum gehört jede Taufe, auch die eines
Säuglings, nicht in das Elternhaus, sondern in die Versammlung der
Gemeinde, den Gottesdienst.
Jede Taufhandlung ist zugleich eine Tauferinnerung für die schon
getauften Gemeindeglieder. So versteht es der Heidelberger Katechismus
in Frage 69. Das wahrhafte Taufgedächtnis besteht darin, von der
Taufe Gebrauch zu machen durch eine altersgemäße Teilnahme an der
Versammlung der Getauften. Das Mitfeiern der Taufe eines Menschen
ist die beste Erinnerung an das eigene Getauftsein.
Darum sollte die Taufe nicht nur im Gemeindegottesdienst stattfinden,
sondern der Gemeindegottesdienst selbst sollte, wenn Taufen in
ihm vollzogen werden, so gestaltet werden, dass Erwachsene und Kinder
an ihm teilnehmen können und dadurch an ihre eigene Taufe erinnert
werden.
Die Taufe kann im Gemeindegottesdienst vor oder nach der Predigt
stattfinden. Wenn sie vor der Predigt stattfindet, wird sie unmittelbar
nach dem Eingangslied eingefügt. Ein Taufgebet kann an die Stelle des
Eingangsgebets treten, die Einsetzungsworte ersetzen die Schriftlesung.
Das Glaubensbekenntnis wird innerhalb der Taufliturgie gesprochen.
Wenn das Unser-Vater mit der Taufhandlung verbunden wird,
Einführung
303
entfällt es nach dem Fürbittgebet. Auf die Taufe folgt das Predigtlied.
Auf eine Taufansprache zu Beginn der Taufhandlung sollte nicht verzichtet
werden, um die Bedeutung der Taufe auszusagen. Die in der
Reformierten Liturgie enthaltenen Textvorschläge sind Beispiele; wenn
eine freie Ansprache gehalten wird, werden die agendarischen Taufansprachen
nicht verwendet. Findet die Taufe nach der Predigt statt, folgt
sie dem Lied nach der Predigt. Das Glaubensbekenntnis wird erst in
der Taufhandlung gesprochen und das Gebet nach der Taufe mit dem
Dankgebet und den Fürbitten verbunden.
Die Taufe als »sichtbares Wort« wird in der reformierten Kirche von
den Personen vollzogen, die mit der Verkündigung des Wortes beauftragt
sind.
Wenn ein Mensch am Lebensanfang getauft wird, kann er noch
nicht selber auf die Tauffrage antworten; Eltern (und Paten bzw. Patinnen)
antworten stellvertretend für ihn. Bei heranwachsenden Kindern
sollte das Kind an der Antwort auf die Tauffrage beteiligt werden. Kinder,
die älter als sieben Jahre sind, antworten selbst. Dabei sind die
Eltern zu beteiligen, solange ein Täufling noch nicht religionsmündig
ist. Bei der Kindertaufe nach einem Formular der Kirche von Schottland
wird auf das Stellen von Tauffragen in der uns geläufigen Weise
verzichtet; stattdessen wird nach dem Einstimmen in den christlichen
Glauben gefragt. Das Formular für die Erwachsenentaufe fragt nicht
nur nach dem Willen, getauft zu werden, sondern sieht auch die Möglichkeit
eines ausgeführten Taufversprechens vor.
Die Taufe selbst besteht im dreimaligen Übergießen mit fließendem
Wasser bei gleichzeitigem Aussprechen der dreigliedrigen trinitarischen
Taufformel. Diese Taufformel darf nicht verändert werden. Ein Zuspruch
mit einem Bibelwort oder einem Segenswort kann angefügt werden.
Die liturgische Tradition der Kirche kennt als weitere »begleitende
Riten«, also Handlungen, die die Taufe entfalten, z.B. die Salbung, die
Übergabe eines Taufgewandes, einer Taufkerze, die Bezeichnung mit
dem Kreuzeszeichen und die Hefata-Handlung. Wegen der Gefahr, dass
durch diese symbolischen Handlungen die für die Taufe zentrale Handlung
der Übergießung mit Wasser verdeckt wird, hat die reformierte Kirche
von diesen und ähnlichen symbolischen Handlungen weithin Abstand
genommen. Wenn weitere Symbolhandlungen vollzogen werden,
ist darauf zu achten, dass sie den theologischen Gehalt der Taufe unterstreichen
und nicht verdecken. Durch die Zusammenfügung mehrerer
ritueller Zeichen wird erfahrungsgemäß die Prägnanz der einzelnen
Symbolhandlung eher geschwächt als verstärkt.
Den Anregungen der Lima-Erklärung von 1982 zur Taufe folgend enthält
die Reformierte Liturgie fakultative Texte für eine Tauferklärung
und ein Willkommen. Sie sind als doppelte Anrede an die Gemeinde
und an den Täufling gestaltet. Die Beziehung der Taufe auf die Gemein-
Taufe
304
de und die Einbeziehung des Neugetauften in die Schar der Getauften
wird damit unterstrichen.
Damit die Taufhandlung gleichzeitig Tauferinnerung der Gemeinde
sein kann, muss sie so vollzogen werden, dass die Gemeinde die Taufe
zu sehen vermag. Die Aufstellung von Eltern (und Paten bzw. Patinnen)
ist so zu wählen, dass sie den Blick der Gemeinde auf den Vollzug der
Taufe nicht unmöglich macht.
Die nachstehenden drei Taufformulare bieten unterschiedliche
Möglichkeiten: Das erste Formular für die Kindertaufe ist vielen unserer
Gemeinden seit langem vertraut. Ihm zur Seite steht eine Ordnung
der Kindertaufe, die einem Formular der Kirche von Schottland nachgebildet
ist. Dieses Formular zeichnet sich durch eine große Geschlossenheit,
sprachliche und inhaltliche Eindringlichkeit und ökumenische
Offenheit aus. Bei der Ordnung der Erwachsenentaufe folgen wir in
Freiheit dem Taufbuch der Evangelischen Kirche der Union (Vorentwurf
einer Revidierten Taufagende 1997).
Die ursprüngliche reformierte Tradition kennt die »Nottaufe« nicht.
Unter einer Nottaufe wird die Taufe eines Kindes – meist unmittelbar
nach der Geburt – verstanden, das sich in Lebensgefahr befindet. Die
Taufe kann durch jedes getaufte Gemeindeglied vollzogen werden.
Die reformierte Tradition geht davon aus, dass die Taufe zwar geboten,
aber nicht heilsnotwendig ist. Da außerdem die Taufe als »Siegel
« auf die Zusage des Evangeliums bezogen ist, gehört ihr Vollzug in
die Hand der Person, die mit der Wortverkündigung beauftragt ist.
Neben der »Nottaufe« kennt die Tradition die »Jäh-Taufe«. Es ist ebenfalls
eine Taufe, die wegen drohender Todesgefahr vollzogen wird; der Unterschied
zur »Nottaufe« liegt darin, dass nur der Pastor oder die Pastorin der
Gemeinde die Taufe vornehmen kann. Er oder sie vollzieht die Taufe
außerhalb des Gemeindegottesdienstes aus plötzlich, »jäh« gegebenem
Anlass.
Zu einer Not- wie zu einer Jäh-Taufe gehört die Erfragung des Taufbegehrens,
wenn eine Person vorhanden ist, die die Frage beantworten kann.
Unbedingt notwendig ist die dreimalige Übergießung mit Wasser unter Verwendung
der trinitarischen Taufformel. Wenn die Zeit es erlaubt, sollte das
Glaubensbekenntnis und das Unser-Vater gesprochen werden.
Die heutige Praxis hinsichtlich der Nottaufe ist in den reformierten Gemeinden
und Kirchen in Deutschland unterschiedlich. Wo die Nottaufe
bekannt ist, findet sich im Evangelischen Gesangbuch ein entsprechendes
Formular.
In vielen Gemeinden ist es üblich oder Vorschrift, einem Taufkind Paten
bzw. Patinnen zu geben. Ursprünglich ist der Pate Taufzeuge; die
schriftliche Dokumentation der Taufe in einem »Kirchenbuch« und einem
»Taufschein« wurde erst seit dem 16. Jahrhundert üblich. Die
Rechte des Patenamts sind in den einzelnen Gemeinden und Kirchen
unterschiedlich geregelt. Im Vollzug der Taufe kann ein Pate oder eine
Patin auf unterschiedliche Weise beteiligt sein: Er oder sie antwortet
mit den Eltern auf die Tauffrage und bejaht die Taufverpflichtung; er
Einführung
305
oder sie hält das Kind zur Taufe und kann ihm einen Segenswunsch
zusprechen; er oder sie kann bei der späteren Konfirmation beteiligt
werden.
Taufe
306
Taufe
Taufe Übersicht
308
Kindertaufe
[Lied]
Einleitung
Einsetzungsworte
Gebet
Taufansprache
[Lied oder Psalm]
Glaubensbekenntnis
Tauffragen
[mit Vorhalt]
Taufhandlung
Zuspruch
[Anrede an die
Gemeinde]
[Anrede an das
Taufkind]
Gebet
Kindertaufe
(Kirche von
Schottland)
[Lied]
Einsetzungsworte
Taufansprache
Glaubensbekenntnis
Gebet
Zusagen
Taufhandlung
Segnung
Anrede an die Eltern
mit Verpflichtung
Anrede an die
Gemeinde mit
Verpflichtung
Gebet
Gebet des Herrn
Erwachsenentaufe
[Lied]
Begrüßung
Einsetzungsworte
Gebet
Taufansprache
[Absage an das Böse]
Glaubensbekenntnis
[Gebet oder
Betrachtung an
der Taufstätte]
Tauffrage
Taufhandlung
Zuspruch
[Taufversprechen]
Anrede an die
Gemeinde
Anrede an den
Täufling
Gebet
Kindertaufe
[Lied]
Einleitung
In diesem Gottesdienst soll(en) das Kind (die Kinder) . . . auf
den Namen des Dreieinigen Gottes getauft werden.
Hört die Worte, mit denen Jesus Christus die
Taufe eingesetzt hat:
Einsetzungsworte
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie
auf den Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,18-20
Gebet
Lieber Vater im Himmel,
du gibst uns allen das Leben
und erhältst uns von Tag zu Tag.
In der Taufe rufst du uns bei unserem Namen
und sagst uns zu, dass du für uns da bist.
Wir danken dir,
dass wir diese Kinder heute auf deinen Namen taufen dürfen,
dass du sie zu dir rufst,
dass sie das Zeichen deiner Liebe tragen
und zu deiner Gemeinde gehören.
Du hast sie erkannt und geliebt,
ehe sie das Licht der Welt erblickten.
Du hast Mütter und Kinder bewahrt bei der Geburt.
Wir danken dir, dass du in der Kraft deines Heiligen Geistes
ihr ganzes Leben hindurch bei ihnen sein willst
mit deiner Liebe, deiner Kraft und deiner Vergebung.
Kindertaufe
309
Gib ihnen, dass sie hineinfinden
in den Reichtum des Glaubens
und einmal Ja zu dir sagen,
wie du zu ihnen Ja gesagt hast,
damit sie lernen, dir zu vertrauen,
vor dir mit Freuden zu leben
und auf dich zu hoffen im Leben und im Sterben. Amen.
Taufansprache
Falls keine freie Ansprache gewählt wird, kann eine der folgenden Vorlagen
bei der Gestaltung helfen.
Wir haben die Worte gehört, mit denen unser Herr Jesus
Christus die Taufe eingesetzt hat.
Wir taufen auf den Namen des Vaters: Gott, der Schöpfer aller
Menschen, weiß auch um das Leben dieses Kindes und bejaht
es. Das gibt uns die Gewissheit, dass Gott ihm zugewandt
bleibt.
Wir taufen auf den Namen des Sohnes: Jesus Christus ist das
Licht der Welt. Er liebt sie; er gibt sie nicht auf. Darum ist auch
die Zukunft dieses Kindes hell.
Wir taufen auf den Namen des Heiligen Geistes: Er weckt in
uns den Glauben und stellt uns in die Gemeinschaft seiner
Kirche. In ihr soll auch dieses Kind leben.
Die Taufe mit Wasser gibt ihm die Zusicherung:
Du bist eingetaucht in Gottes Liebe, in seine Vergebung, in
seine Verheißung.
Oder:
Die Taufe ist das Siegel auf die Zusage der Kindschaft Gottes,
die uns unser Herr Jesus Christus erworben und geschenkt hat.
Er spricht: »Wer nicht von neuem aus Wasser und Geist geboren
wird, kann nicht ins Reich Gottes kommen.« (vgl. Joh 3,5)
Weil Gott uns durch seinen Heiligen Geist zu neuen Menschen
macht, sind wir nicht verloren. Wir können unser Heil nicht
mit unserem Willen oder mit unserem guten Tun bewirken.
Aber Gott macht durch sein Wort unseren Glauben gewiss,
vergibt uns alle Sünden und erneuert uns durch seinen Geist.
Darum hat Jesus Christus befohlen, dass wir auf den Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft
werden sollen.
Taufe
310
Wir werden auf den Namen Gottes, des Vaters, getauft, weil wir
durch Jesus Christus Gottes Kinder sind, der für uns sorgt wie
ein guter Vater im Himmel.
Wir werden auf den Namen Gottes, des Sohnes, getauft, weil
wir im Leben und im Sterben zu Jesus Christus gehören.
Wir werden auf den Namen Gottes, des Heiligen Geistes,
getauft, weil er uns durch den Glauben mit Christus verbindet,
uns tröstet und alle Zeit bei uns bleibt.
Säuglinge und kleine Kinder verstehen noch nicht, was die
Taufe bezeugt. Dennoch steht dieselbe Zusage Gottes über
ihrem Leben. Auch sie gehören in den Bund Gottes und in
seine Gemeinde hinein.
Die Taufe ist das Zeichen des Bundes Gottes. Dieses Zeichen
kann nicht mehr widerrufen werden. Unser ganzes Leben
hindurch und auch, wenn wir im Glauben unsicher werden,
soll uns dieses Zeichen wieder gewiss machen, dass wir zu
Jesus Christus gehören. Dafür sei Gott Ehre und Dank jetzt
und zu aller Zeit.
Oder:
Ansprache für einen Täufling im Kindergarten- oder Grundschulalter
. . . , du wirst heute getauft. Dadurch erfahren alle, die hier
zusammengekommen sind: Dich, . . ., hat Gott lieb, du gehörst
jetzt zu uns. Und wir alle wollen für dich da sein wie eine
große Familie.
Wir wollen uns mit dir freuen, wenn du glücklich bist und
Gott dafür danken. Wir wollen versuchen, deine Fragen zu
verstehen und mit Gottes Hilfe zu beantworten. Und wenn du
traurig bist, wollen wir dich trösten und dich daran erinnern,
dass Gott dir mit deiner Taufe versprochen hat, dich nie im
Stich zu lassen.
Ihm kannst du alles sagen, auch was du falsch gemacht hast.
Er wird nie sagen: Jetzt ist es aus. Er wird dir immer helfen,
neu anzufangen. Du kannst ganz sicher sein, für Gott bist du
wichtig, so wie du bist.
Deine Taufe ist etwas Wunderbares auch für uns, weil sie uns
vor Augen hält, wie wunderbar Gottes Liebe ist.
[Lied oder Psalm]
Kindertaufe
311
Glaubensbekenntnis
Mit der ganzen Christenheit auf Erden bekennen wir
den Glauben an den Dreieinigen Gott,
auf dessen Namen diese(s) Kind(er) getauft wird (werden):
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Tauffragen
Nun frage ich euch, Eltern und Paten:
Wollt ihr, dass diese(s) Kind(er) auf den Namen des
Dreieinigen Gottes getauft wird (werden),
so antwortet: Ja.
Antwort: Ja.
Oder:
Taufe
312
Liebe Eltern, wollt ihr, dass . . .
auf den Namen des Dreieinigen Gottes getauft wird,
und versprecht ihr, nach bestem Vermögen dafür zu sorgen,
dass . . . im christlichen Glauben erzogen wird,
so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.
Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe.
Liebe Paten, versprecht ihr,
. . . auf seinem / ihrem Weg zu begleiten
als Freundinnen und Freunde,
auf die es sich verlassen kann?
Wollt ihr für . . . beten
und seine / ihre Eltern bei der Erziehung unterstützen?
Seid ihr dazu bereit,
so bestätigt dies mit den Worten: Ja, mit Gottes Hilfe.
Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe.
Oder:
Tauffragen mit Vorhalt
(Wenn in der voraufgegangenen Besinnung nicht näher auf die theologische
Bedeutung der Taufe eingegangen wurde.)
Liebe Eltern und Paten,
ihr habt . . . hierher gebracht,
damit er / sie in der Taufe
die unwiderrufliche Zusage erhält:
Du bist und bleibst durch Jesus Christus ein Kind Gottes.
Indem ihr . . . zur Taufe bringt,
übernehmt ihr die Verantwortung,
dass er / sie einmal erfährt, was seine / ihre Taufe bedeutet.
Eure Gemeinde verpflichtet sich, euch dabei zu begleiten
durch Gottesdienst und Unterricht, praktische Hilfe und Gebet.
So frage ich euch:
Wollt ihr,
dass . . . auf den Namen des Dreieinigen Gottes getauft wird und
in der Gemeinschaft der christlichen Gemeinde heranwächst,
so antwortet: Ja.
Antwort: Ja.
Kindertaufe
313
Taufhandlung
. . ., ich taufe dich
auf den Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Zuspruch
wird jedem getauften Kind einzeln gegeben.
Der Gott aller Gnade, der dich berufen hat
zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus,
der wird dich aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.
nach 1Petr 5,10 oder
ein anderes Bibelwort
[Anrede an die Gemeinde
(möglichst von einem Mitglied des Presbyteriums gesprochen)
. . . ist nun getauft und gehört damit zur christlichen Kirche.
Wir heißen ihn / sie in unserer Gemeinde willkommen. Wir
wollen ihn / sie mit unserem Gebet begleiten und dazu helfen,
dass er / sie mit uns glauben, hoffen und lieben lernt.
Lasst uns offen bleiben für das Suchen und die Unruhe
junger Menschen. Lasst uns bereit sein, sie zu verstehen,
und mithelfen, dass sie in unserer Gemeinde ein Zuhause
finden.]
[Anrede an das Taufkind
. . ., du bist heute zum ersten Mal in unserem Gottesdienst.
Sei willkommen. Du bist hier gern gesehen.
Wir begrüßen dich mit Liedern, guten Gedanken und
Wünschen in unserer Mitte und nehmen dich in Gottes Namen
in die Kirche, in die Familie Gottes, auf.
Immer soll für dich eine Tür offenstehen: die Tür zur Kirche,
die Tür zu Gott, die Tür zum Leben. Immer sollst du einen
Platz finden, mitten unter uns, im Leben, bei Gott.
Keinen Augenblick, im Leben nicht und im Sterben nicht, wirst
du allein sein.]
Taufe
314
Gebet
Gott,
der du uns Vater und Mutter bist,
halte deine Hand über dieses Kind,
verliere es nicht aus den Augen,
und lass es allezeit
Liebe finden unter den Menschen.
Jesus,
du Freund der Menschen,
begleite dieses Kind auf seinen Wegen
an jedem Tag seines Lebens.
Heiliger Geist,
du Kraft Gottes,
erfülle dieses Kind mit Fröhlichkeit und Zuversicht,
wecke seinen Glauben und erhalte ihm die Hoffnung
bis an das Ende seiner Tage. Amen.
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Kindertaufe
315
Taufe
316
Kindertaufe
Nach einem Formular der Kirche von Schottland
[Lied]
Einsetzungsworte
Hört die Worte, mit denen unser Herr Jesus Christus die Taufe
eingesetzt hat:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie
auf den Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,18-20
In der Pfingstpredigt des Petrus heißt es: Tut Buße und jeder
von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur
Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe
des Heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese
Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser
Gott, herzurufen wird.
Apg 2,38-39
Zusätzlich können eine oder mehrere der folgenden Bibelstellen verlesen
werden: Jes 43,1-2a; Hes 36,25a.26a; Lk 18,16-17; Joh 3,5-7; Röm 6,3-4;
Eph 4,4-6; Tit 3,4-7; 1Petr 2,9.
Taufansprache
In der heiligen Taufe ist Jesus Christus bei uns gegenwärtig. Er
selbst tauft uns und fügt uns durch den Heiligen Geist in seine
Kirche ein. Die Taufe ist das Zeichen dafür, dass wir in Christus
für die Sünde gestorben und zu einem neuen Leben auferstanden
sind. Durch Wasser und Geist nimmt uns Gott sich zu eigen,
wäscht unsere Sünden ab und macht uns frei von der Macht des
Todes. Hier erfahren wir, dass wir mit Christus zu einer Person
vereinigt sind, gekreuzigt und auferstanden, Glieder seines Leibes,
berufen, teilzunehmen an seinem Dienst in der Welt.
Kindertaufe
Nach einem
Formular der
Kirche von
Schottland
317
In der Taufe wird jedem von uns Gottes Liebe zugesprochen.
Obwohl wir es nicht verstehen oder erklären können, sind wir
berufen, diese Liebe mit der Offenheit und dem Vertrauen
eines Kindes anzunehmen.
In der Taufe wird . . . gewiss gemacht, dass Gott ihn / sie liebt,
und ihm / ihr wird das Zeichen und Siegel des Heiligen Geistes
gegeben.
Glaubensbekenntnis
Liebe Eltern, ihr bringt euer Kind zur Taufe und wollt, dass es
in Christus eingefügt wird als Glied seines Leibes, der Kirche.
Darum fragen wir euch: Stimmt ihr in den christlichen Glauben
ein, den wir im Apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen?
So antwortet: Ich stimme ein.
Antwort: Ich stimme ein.
Lasst uns unseren Glauben bekennen:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Taufe
318
Gebet
Wir danken dir, gnädiger Gott,
für die Gaben von Wasser und Heiligem Geist.
Am Anfang schwebtest du über den Wassern
und brachtest Licht und Leben in die gestaltlose Leere.
Durch die Wasser der Sintflut reinigtest du die Welt
und machtest mit Noah und seiner Familie
einen neuen Anfang für alle Menschen.
In der Zeit des Mose führtest du dein Volk
aus der Knechtschaft durch die Wasser des Schilfmeeres
und machtest deinen Bund mit ihnen in einem neuen Land.
Als die Zeit erfüllt war,
sandtest du deinen Geist auf Jesus herab,
als er im Wasser des Jordan durch Johannes getauft wurde.
Und nun, in der Taufe, die uns mit seinem Tod
und seiner Auferstehung verbindet,
macht Christus uns frei von Sünde und Tod
und öffnet uns den Weg zum ewigen Leben.
Pastor / Pastorin gießt Wasser in das Taufbecken.
Gieße deinen Heiligen Geist aus über uns
und über dies Wasser, damit . . .,
mit Christus begraben in der Taufe,
auferstehen möge mit ihm in ein neues Leben
und, wiedergeboren aus Wasser und Geist,
für immer in der Gemeinde bleiben möge,
durch Jesus Christus, unsern Herrn,
dem mit dir und dem Heiligen Geist
Ehre und Herrlichkeit sei, nun und für allezeit. Amen.
Zusagen
Jedem Kind wird gesagt:
. . ., für dich ist Jesus Christus in die Welt gekommen,
für dich hat er gelebt und Gottes Liebe offenbart,
für dich ist er in der Dunkelheit von Golgatha gestorben
und rief am Ende: »Es ist vollbracht«;
für dich hat er über den Tod triumphiert
und ist in ein neues Leben auferstanden;
für dich ist er zum Himmel aufgefahren,
um zu Gottes rechter Hand zu sitzen und zu herrschen.
Kindertaufe
Nach einem
Formular der
Kirche von
Schottland
319
Dies alles tat er für dich, . . .,
auch wenn du es jetzt noch nicht weißt.
So wird das Wort der Schrift erfüllt:
»Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.«
1Joh 4,19
Taufhandlung
. . ., ich taufe dich
auf den Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Segnung
Der Segen des allmächtigen Gottes,
Vater, Sohn und Heiliger Geist,
komme auf dich
und bleibe in deinem Herzen alle Zeit. Amen.
Oder:
Der HERR segne dich und behüte dich,
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig,
der HERR hebe sein Angesicht über dich
und gebe dir Frieden. Amen.
4Mose 6,24-26
. . . ist nun in Jesus Christus getauft. Wir nehmen ihn / sie an
und begrüßen ihn / sie als Glied unserer Gemeinde in der
einen heiligen, allgemeinen und apostolischen Kirche.
Anrede an die Eltern mit Verpflichtung
Nun gehört euer Kind in Christus zu Gott. Von diesem Tag an
wird es in der christlichen Gemeinde zu Hause sein,
und hier wird auch immer Platz für es sein.
Erzählt ihm von seiner Taufe und zeigt ihm den Reichtum,
der ihm heute geschenkt worden ist, damit es eines Tages
seine eigene Antwort in Glaube und Liebe geben kann
und mit der Gemeinde teilnimmt am Mahl unseres Herrn
Jesus Christus.
Taufe
320
Versprecht ihr nun, mit Gottes Gnade euer Kind die
Wahrheiten und Pflichten des christlichen Glaubens zu lehren
und es durch Gebet und euer eigenes Beispiel einzuführen
in das Leben und den Gottesdienst der Kirche?
So sagt: Ich verspreche es.
Antwort: Ich verspreche es.
Anrede an die Gemeinde mit Verpflichtung
Ihr, die ihr hier versammelt seid, steht für die ganze Kirche,
die Kirche der ganzen Welt. Wort und Sakrament bringen die
Freude der Gegenwart Christi in eure Mitte. Sie rufen euch
auch zur Verantwortung für die Welt als das Volk Christi an
diesem Ort. Heißt ihr . . . bei uns willkommen, und bekräftigt
ihm / ihr eure Verpflichtung, mit Gottes Hilfe allen Kindern
Gottes voranzugehen auf dem Weg christlichen Lebens und
mit ihm / ihr die Erkenntnis und Liebe Christi zu teilen,
so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.
Die Gemeinde antwortet:
Ja, mit Gottes Hilfe.
Alle sprechen zusammen:
Wir wollen einander stärken im Glauben, festigen im Gebet,
ermutigen zum Dienst.
Gebet
Gott der Liebe, wir freuen uns,
dass du uns in Wort und Sakrament
deine Gnade zukommen lässt.
Wir haben deinen Ruf gehört
und sind ermutigt durch deinen Geist.
Führe und bewahre . . .
in allen seinen / ihren Lebenstagen.
Deine Liebe halte ihn / sie fest,
deine Wahrheit leite ihn / sie,
deine Freude erfülle ihn / sie.
Segne seine / ihre Eltern,
damit er / sie aufwächst
in einem behüteten und glücklichen Elternhaus.
Kindertaufe
Nach einem
Formular der
Kirche von
Schottland
321
Gib seiner / ihrer Familie Weisheit und Geduld,
Verständnis und Humor
und die Liebe, die höher ist als alles.
Gott der Gnade, hilf uns zu erkennen,
dass Jesus Christus unser Herr ist,
damit wir mit unserem ganzen Leben
den einen wahren Glauben bekennen,
in Liebe und Einigkeit leben mit allen,
die auf seinen Namen getauft sind,
durch Jesus Christus unsern Herrn,
der lebt und regiert,
der angebetet und geehrt wird mit dir,
Vater, und dem Heiligen Geist, ein Gott für allezeit. Amen.
Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Zusätzlich kann gebetet werden:
Gnädiger Gott, erinnere uns alle an diesem Tag
an die Gnade unserer Taufe.
Gib uns ein neues Leben,
statt des alten einen neuen Geist,
neuen Glauben, neuen Eifer anstelle all dessen,
was in unserm Leben müde und schwach geworden ist.
So können wir aufstehen
und in Freude und Vertrauen allem entgegengehen,
was auf uns wartet.
Ewiger Gott, wir preisen dich
in der Gemeinschaft deiner Gemeinde
Taufe
322
und erinnern uns mit Dankbarkeit an alle,
die das Wasser des Todes zum ewigen Leben hin
durchschritten haben.
Gib uns, dass wir ihnen folgen,
gläubig und voller Hoffnung,
in der Kraft unserer Taufe auf Jesus Christus, unsern Herrn,
der lebt und regiert,
der geehrt und verherrlicht wird mit dir,
Vater, und dem Heiligen Geist, ein Gott für allezeit. Amen.
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Kindertaufe
Nach einem
Formular der
Kirche von
Schottland
323
Taufe
324
Erwachsenentaufe
[Lied]
Begrüßung
Wir begrüßen in unserer Mitte . . ., der / die getauft werden will.
Er / sie hat am Leben der Gemeinde teilgenommen,
(insbesondere in dem Kreis / der Gruppe . . .).
Er / sie ist in die Grundlagen des christlichen Glaubens
eingeführt worden
und hat sich so auf die Taufe vorbereitet.
Der Weg des Taufbewerbers / der Taufbewerberin in die Gemeinde hinein
kann auch von ihm / ihr selber mit eigenen Worten geschildert werden.
Einsetzungsworte
Hört die Worte, mit denen unser Herr Jesus Christus die Taufe
eingesetzt hat:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie
auf den Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,18-20
Gebet
Lasst uns beten:
Vater im Himmel, wir danken dir dafür, dass . . .
den Zugang zum Glauben
und zu unserer Gemeinde gefunden hat.
Du schenkst ihm / ihr damit einen neuen Anfang.
Gib ihm / ihr und uns allen Weisheit, dich zu erkennen;
Ausdauer, dich zu suchen; Geduld, auf dich zu warten.
Lass uns in dir bleiben und aus deiner Liebe leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.
Erwachsenentaufe
325
Taufansprache
[Absage an das Böse
Wer sich taufen lässt, bekennt sich zu dem Dreieinigen Gott
und sagt damit aller Macht des Bösen ab.
Der Täufling spricht:
Ich will Gott gehören,
der das Licht aus der Finsternis leuchten lässt,
der Wärme spendet in einer kalten Welt,
der das Chaos ordnet,
die Schuld vergibt
und den Tod überwindet.
Ich will Gott gehören,
der den Frieden unter die Friedlosen sendet,
der Gerechtigkeit mitten im Unrecht schafft,
der Fronten durchbricht, Hass überwindet
und Tote zum neuen Leben erweckt.
Diesem Gott will ich gehören.]
Glaubensbekenntnis
Lasst uns zusammen mit . . . unseren Glauben an den
Dreieinigen Gott bekennen:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Taufe
326
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
[Gebet an der Taufstätte
Herr, unser Gott und Retter.
Von alters her ist der Weg zu dir
ein Weg durch den Tod zum Leben.
Du hast Noah gerettet aus dem Wasser der Sintflut
und Israel hindurchgeführt durch das Wasser des Schilfmeeres.
So ist uns das Wasser ein Zeichen des Weges
durch den Tod zum Leben.
Diesen Weg ging Jesus, als er sich taufen ließ
im Wasser des Jordan. Wir bitten dich,
gib deinen Heiligen Geist zu unserem Tun.
Lass untergehen und tot sein, was uns von dir trennt,
unsere Sünde. Mache . . ., den / die wir jetzt taufen,
und uns alle zu Menschen,
die deinem Sohn Jesus Christus nachfolgen. Amen.
Oder:
Betrachtung an der Taufstätte
Das Wasser, mit dem wir taufen,
erinnert an die Wasserfluten,
von denen die Bibel erzählt:
An die Sintflut,
Gottes Gericht und die Bosheit der Welt,
und doch die Rettung
in der Arche, die Noah baute;
an das Schilfmeer,
das die Verfolger verschlang,
aber Israel in die Freiheit ziehen ließ;
Erwachsenentaufe
327
an den Jordan,
in dem Johannes die Bußfertigen taufte,
auch Jesus Christus, unseren Herrn,
der ohne Sünde war
und sich doch zu den Sündern stellte.
So hat Gott geführt:
durch das Todeswasser
zu neu geschenktem Leben.
So führt Gott noch immer
durch die Taufe zu neuem Anfang
unter einem geöffneten Himmel.]
Tauffrage
. . . , ich frage dich:
Willst du getauft werden?
Antwort: Ja, ich will.
Taufhandlung
. . . , ich taufe dich
auf den Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Zuspruch
Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten
auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Ps 91,11-12 oder ein
anderes Bibelwort
[Taufversprechen
Wenn wir unsere Zugehörigkeit zur Kirche ordnen,
ist das nicht bloß eine formale Angelegenheit.
Gott will, dass wir in der Gemeinschaft der Gemeinde
sein Wort hören, ihm gehorchen und vertrauen.
Taufe
328
Darum fragen wir Sie:
Wollen Sie unserer Gemeinde angehören?
Wollen Sie am Gottesdienst
und am Leben der Gemeinde teilnehmen?
Versprechen Sie, regelmäßig in der Gemeinde
Gottes Wort zu hören und an seinen Tisch zu kommen,
so antworten Sie: Ja.
Antwort: Ja.
Sind Sie bereit, zu Ihrer Kirchenmitgliedschaft
auch in der Öffentlichkeit zu stehen,
so antworten Sie: Ja.
Antwort: Ja.]
Anrede an die Gemeinde
Liebe Gemeinde, . . . , den / die wir getauft haben,
gehört nun zu unserer Gemeinde und damit zur Kirche
Jesu Christi.
Anrede an den Täufling
. . ., wir heißen Sie willkommen in unserer Gemeinde.
Wir, die bei Ihrer Taufe zugegen waren,
wollen mit Ihnen den Weg des Glaubens gehen.
Gebet
Vater im Himmel, wir danken dir,
dass du unseren Bruder / unsere Schwester . . .
zu deiner Gemeinde berufen hast. Wir bitten dich:
Gib ihm / ihr Glauben, dich zu erkennen,
Weisheit, dich zu verstehen,
Eifer, dich zu suchen,
Geduld, auf dich zu warten,
Augen, dich zu schauen,
ein Herz, über dich nachzusinnen,
ein Leben, dich zu verkündigen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Erwachsenentaufe
329
Taufe
330
Gebete zur Taufe
Vor der Taufhandlung
Gott, der du uns Vater und Mutter bist,
du kennst uns alle und rufst uns mit unserem Namen.
Wir gehören zu dir.
Oft vergessen wir es in unserem Alltag,
weil wir beschäftigt sind
mit unseren Plänen und Aufgaben,
mit Beruf und Haushalt
und weil wir die Freizeit genießen wollen.
Darum bitten wir dich:
Lass uns in diesem Taufgottesdienst erfahren,
wie gut es ist, dein Kind zu sein und zu bleiben.
Du liebst uns,
und nichts kann uns von dir trennen. Amen.
*
Du unser Schöpfer,
wir alle haben unser Leben von dir.
Du hast . . . das Leben geschenkt.
Du hieltest deine Hand über seiner / ihrer Geburt:
Mutter und Kind, beide sind gesund.
Wir danken dir dafür.
Nun bringen wir . . . zu dir und bitten dich:
Schaffe dir Raum in seinem / ihrem Herzen und Leben.
Öffne ihm / ihr den Blick für deine Güte,
lass ihn / sie Liebe und Geborgenheit
bei den Menschen finden,
zu denen er / sie gehört.
Lass ihn / sie erfahren,
dass du sein / ihr lebendiger Gott bist. Amen.
*
Guter Gott,
wir bringen heute ein Kind zu dir,
das getauft werden soll.
Du liebst alle Kinder.
Auch wir gehören zu dir,
zur Familie Gottes.
Gebete
zur Taufe
331
Du machst uns froh.
Wir wünschen, dass dieses Kind
fröhlich und gesund aufwächst.
Hilf Eltern und Geschwistern,
zärtlich und geduldig mit ihm zu sein.
Sei bei ihm, wenn es traurig und krank ist.
Wir wollen ihm von dir
und deiner Liebe erzählen
und davon, wie geborgen wir sind bei dir. Amen.
*
Taufe eines Kindes mit einer Behinderung:
Barmherziger Gott,
du hast . . . seinen / ihren Eltern geschenkt.
Sie freuen sich an ihrem Kind
und bringen es heute zur Taufe.
Die Taufe ist das Zeichen, dass du dich hingibst
für . . . und ihn / sie liebst.
Aber . . .s Eltern sind auch traurig und blicken
mit Sorge in die Zukunft.
. . . wird anders sein als die meisten Kinder.
Er / sie wird es schwerer haben im Leben.
Er / sie braucht mehr als andere die Erfahrung:
Ich bin angenommen und ich werde geliebt,
so wie ich bin.
. . . s Eltern brauchen viel Geduld und Liebe,
um mit ihm / ihr die Schönheit dieses Lebens
zu entdecken.
Doch stärker als die Sorge ist die Freude darüber,
dass . . . da ist.
Wir bitten dich für dieses Kind:
Stelle ihm Menschen zur Seite, die sich seiner
in besonderer Weise annehmen und es fördern.
Hilf uns, wenn wir selbst damit überfordert sind.
Weil du deine Liebe zu . . . heute mit dem Zeichen
der Taufe besiegelst, darum vertrauen wir,
gütiger Gott, auf dich. Amen.
Taufe
332
Gebete nach der Taufhandlung
Herr, unser Gott,
du hast dieses Kind
in den Bund der Gnade aufgenommen.
Dafür danken wir dir.
Wir bitten dich:
Begleite es mit deinem guten Geist durch das Leben.
Du wirst es in der Gemeinschaft
unseres Herrn Jesus Christus erhalten.
Lass es heranwachsen zu deiner Ehre,
lebendige Verbindung zu deiner Gemeinde haben
und mit seinen Gaben den Menschen dienen,
mit denen es zusammenlebt.
Stärke Eltern und Paten
in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe,
gib ihnen Weisheit, Geduld und Liebe,
um ihr Kind zu erziehen und in den Glauben einzuführen.
Hilf uns allen, ihm die Freude des Glaubens zu zeigen. Amen.
*
Guter Gott,
wir haben dieses Kind getauft,
weil du Ja zu ihm sagst.
Erweise an ihm deine Güte.
Sei zu ihm wie ein Freund.
Führe es auf rechter Straße
um deines Namens willen.
Beschütze es in allen Gefahren,
begleite es in der Angst,
stärke es in aller Schwachheit.
Lass dieses Kind so heranwachsen,
dass es sich freuen kann am Leben
und mit anderen Freude erfährt. Amen.
*
Lieber Vater im Himmel,
wir danken dir, dass du dieses Kind
beschützt und bewahrt hast
bis auf den heutigen Tag.
Gebete
zur Taufe
333
Sei bei uns in der Zeit,
die jetzt auf uns zukommt.
Lass uns immer bewusst sein,
dass dieses Kind nicht unser Eigentum ist,
sondern dass du es uns
für begrenzte Zeit anvertraut hast,
als Gabe, für die wir verantwortlich sind.
Herr, gib uns Kraft,
diesem Kind die Freiheit zu schenken,
die es zu seiner Entwicklung braucht,
dass es fähig wird,
seine eigenen Wege gehen zu können,
auch wenn es für uns schmerzlich werden kann.
Herr, hilf uns dem Kind die Liebe zu schenken,
die es braucht, um glücklich zu sein. Amen.
*
Lebendiger Gott,
wir haben diese Kinder auf deinen Namen getauft
und hineingenommen in die Gemeinschaft deiner Gemeinde.
Wir haben ihnen das Zeichen des Lebens gegeben.
Wir danken dir, dass du uns diese Kinder anvertraust.
Zeige uns, wie wir die Verantwortung
für sie recht wahrnehmen können.
Halte diese Kinder in deiner Nähe,
gib den Eltern Kraft, sie recht zu erziehen,
lass ihnen Menschen begegnen, die sie ernst nehmen,
die Gutes mit ihnen wollen
und sie nicht in die Irre führen.
Hilf uns, diesen Kindern so zu begegnen,
dass sie deine Liebe spüren, deine Vergebung erfahren
und in der Gemeinschaft des Glaubens bleiben,
in der sie leben und atmen können. Amen.
*
Gebet von Eltern eines Kindes mit einer Behinderung
Gott, unser Schöpfer, wie alle Eltern haben auch wir uns
auf dieses Kind gefreut.
Wie alle Eltern haben auch wir gehofft,
unser Kind würde gesund sein.
Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt.
Taufe
334
Es ist nicht einfach für uns, Herr,
uns damit abzufinden.
Manchmal tragen wir schwer daran.
Lass uns heute, am Tag der Taufe unseres Kindes, spüren:
Wir sind nicht allein mit der Sorge um unser Kind.
Du, Vater im Himmel, wirst ihm zur Seite stehen.
Du tröstest uns mit der Gewissheit:
Dein Sohn Jesus Christus ist gerade
zu den Schwachen und Kranken gekommen.
So zeigst du uns: Sie sind deine Geschöpfe,
die du liebst und nicht fallen lässt.
Schenke unserem Kind den Glauben,
der ihm hilft, seine Behinderung anzunehmen.
Es soll unter seiner Beeinträchtigung nicht leiden,
sondern mit ihr leben und dennoch froh werden.
So hoffen wir, Herr, auf dich. Amen.
Segensworte
Gott segne dich:
Der Vater,
der dich ins Leben gerufen hat
und dich mit seinem Schutz umgibt,
der Sohn,
der sich für dich hingegeben hat,
Jesus,
der Freund der Menschen,
der dir nahe ist in seinem Wort,
und der Heilige Geist,
der in dir wirkt,
damit du bleibst, was du bist:
ein Kind Gottes. Amen.
*
Gott, segne dieses Kind
und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es sehen lernt mit seinen eigenen Augen
die Gesichter seiner Eltern
und die Farben der Blumen
und die Schönheit deiner Erde.
Gebete
zur Taufe
335
Gott, segne dieses Kind
und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es hören lernt mit seinen eigenen Ohren
auf den Klang seines Namens,
auf die Wahrheit der Weisen
und auf deine Sprache der Liebe.
Gott, segne dieses Kind
und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es greifen lernt mit seinen eigenen Händen
nach den Händen seiner Freunde,
nach Aufgaben und Plänen
und nach dem Lebensbrot und den Trauben.
Gott, segne dieses Kind
und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es reden lernt mit seinen eigenen Lippen
von den Freuden und Sorgen,
von den Fragen, die es bewegen,
und von den Wundern des Lebens.
Gott, segne dieses Kind
und hilf uns, ihm zu helfen,
damit es gehen lernt mit seinen eigenen Beinen
auf den schönen Straßen der Erde,
aber auch auf den mühsamen Treppen,
und vor allem alle Tage auf Wegen des Friedens. Amen.
336
Abendmahl

Einführung
In der frühen Christenheit war die Versammlung der Gemeinde nach
allem, was wir wissen, durchgängig mit dem »Brotbrechen«, also der
Feier des Mahles verbunden, das Jesus Christus eingesetzt hat. Der
Wunsch Calvins, dass das Abendmahl jeden Sonntag gefeiert werde, hat
sich in den reformierten Kirchen nicht durchgesetzt. Die Kasseler Ordnung
von 1539 sieht vor, dass an jedem Sonntag wenigstens in einer
der Kirchen der Stadt das Abendmahl gefeiert wird. Die Pfälzer Ordnung
von 1563 sah eine monatliche Abendmahlsfeier als Mindestmaß
vor, jedenfalls in den Städten. Weithin war es jedoch üblich geworden,
dass das Abendmahl nur an den christlichen Hochfesten Weihnachten,
Karfreitag, Ostern und Pfingsten und dazu an einem Sonntag im Herbst
gefeiert wird. Erst in neuerer Zeit ist es vielerorts gelungen, die Zahl
der Abendmahlsfeiern im Jahr zu erhöhen. Diesem Bestreben steht die
noch immer in manchen Gemeinden lebendige, in der Zeit des Pietismus
entstandene »Abendmahlsscheu« im Wege. Vielerorts wirkt noch
die Einengung der Abendmahlsgemeinde auf die »wahrhaft Gläubigen«
und (moralisch) Untadeligen nach.
Fast durchweg wird die Mahlfeier inzwischen innerhalb des Gottesdienstes
und nicht »im Anschluss« an ihn gehalten. Sie hat im Gottesdienst
nach der Predigt ihren Ort. Die Form der Mahlfeier ist verschieden.
Die reformierte Tradition bevorzugte die »wandelnde Kommunion
«: Die Abendmahlsgäste treten nacheinander an den Tisch und empfangen
dort Brot und Wein. Aus Zürich stammt der Brauch, dass die
Gemeinde zur Mahlfeier in den Bänken sitzen bleibt und dort kommuniziert;
ursprünglich hat sie dazu gekniet oder, später, gestanden.
Aus dem Wirkungskreis Johannes a Lascos, also aus der Londoner
Fremdengemeinde und aus Ostfriesland kommt die Form, das Mahl an
Tischen sitzend zu feiern, wobei die Teilnehmenden einander Brot und
Wein zureichen. Eine inzwischen häufig anzutreffende Form der Mahlfeier
ist die »stehende Kommunion«: Die Mahlgemeinde steht im
(Halb-) Kreis um den Abendmahlstisch; die Gemeindeglieder reichen
Brot und Wein einander zu. Häufig wird Traubensaft statt Wein verwendet.
Vielerorts wird heutzutage das Mahl mit »Einzelkelchen« gefeiert,
oder Gemeinschaftskelch und Einzelkelche werden abwechselnd verwendet.
Auch die Praxis der Intinctio wird geübt, um an der »Kommunion
unter beiderlei Gestalt« auch angesichts des veränderten Empfindens
der Menschen festzuhalten. Die Intinctio erfordert allerdings
die der reformierten Tradition fremde Verwendung von Oblaten.
Die Leitung der Abendmahlsfeier liegt beim Presbyterium der Gemeinde,
zu dem auch die Person gehört, die in den Dienst der öffentlichen
Wortverkündigung berufen und darum mit der Durchführung
der Mahlfeier beauftragt ist.
Einführung
339
Zur Abendmahlsfeier nach reformiertem Ritus gehört unabdingbar,
dass das Abendmahl »unter beiderlei Gestalt« von den Teilnehmenden
empfangen wird; dass die Mahlfeier von einem Abendmahlsgebet und
einem Dankgebet gerahmt wird; dass die Einsetzungsworte Christi gesprochen
werden, in der Regel nach 1Kor 11,23-26.
In den Formen B1 und B2 kann stattdessen auch der von Martin Luther in
seiner Deutschen Messe aus den vier biblischen Textfassungen gebildete
»Mischtext« verwendet werden:
Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das
Brot, dankte und brach’s und gab’s seinen Jüngern und sprach: Nehmet
hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu
meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und
gab ihnen den und sprach: Nehmet hin und trinket alle daraus, dieser
Kelch ist das Neue Testament / der neue Bund in meinem Blut, das für euch
vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, sooft ihr’s trinket,
zu meinem Gedächtnis.
Die reformierte Tradition hielt es für unabdingbar, dass das Brot so
gebrochen wird, wie Jesus es seinen Jüngern gebrochen hat. Die neutestamentlichen
Berichte über die Einsetzung des Abendmahls wurden
als »Formvorschrift« für die rechte Gestaltung der Mahlfeier verstanden.
Man hat das Brechen des Brotes oftmals als »Konsekration« verstanden
und vom 18. Jahrhundert an auch so genannt. Hinsichtlich des
Brechens des Brotes kann man jedoch auch die Auffassung vertreten,
dass die Mahlfeier der Gemeinde nicht eine »Wiederholung« des Letzten
Mahls Jesu mit seinen Jüngern sei, sondern dass Jesus selbst als der
Gastgeber in der Mahlfeier der örtlichen Gemeinde das Mahl mit seiner
ganzen Gemeinde fortsetzt. Im recht verstandenen Sinne »ist« das
bei der heutigen Mahlfeier ausgeteilte Brot das Brot, das Jesus damals
seinen Jüngern brach, und der Kelch »ist« der Becher, über dem Jesus
selbst den Segensspruch gesprochen hat. Wir fangen nicht stets von
neuem mit der Feier des Abendmahls an, sondern treten ein in die
Tischgemeinschaft Jesu mit seiner Gemeinde zu allen Zeiten und an
allen Orten. So kommt das Brot schon als gebrochenes zu uns und der
Kelch als bereits gesegneter Kelch; wir nehmen sie beide in Empfang,
gebrauchen sie und reichen sie weiter an die, die nach uns in die Mahlgemeinschaft
Jesu eintreten werden. Die das Mahl feiernde Gemeinde,
die wir mit Augen sehen, ist gleichsam nur der für uns jetzt sichtbare
Ausschnitt der einen Mahlgemeinde Jesu Christi, die alle Zeiten und
Räume umfasst. Die Gemeinschaft der Kirche Christi erstreckt sich
auch in die Tiefe der Zeit. So betrachtet legt es sich nahe, das nochmalige
Brechen des Brotes zu unterlassen.
Nach reformierter Tradition wurde das bei der Mahlfeier übriggebliebene
Brot ebenso wie der restliche Wein den Kranken und den Armen
der Gemeinde gegeben. Das mahnt uns auch heute zu einem angemessenen
Umgang mit den übriggebliebenen »Abendmahlselementen
«.
Abendmahl
340
Die Reformierte Liturgie bietet vier unterschiedliche Formen der Mahlfeier
an. Form A 1 enthält eine ausgeführte Abendmahlsbesinnung, die
den vorgelegten Texten folgen oder frei formuliert sein kann. Darin
wird die Bedeutung der Mahlfeier ausgesagt. Wenn in der Predigt die
Bedeutung des Abendmahls erläutert wurde, kann diese Abendmahlsbesinnung
entfallen.
Das erste Abendmahlsgebet führt zum Mahl hin. Es ist mit dem »Eucharistiegebet
« anderer Gottesdienstformen verwandt. In ihm wird der
Dank für Gottes Schöpfung und seine Treue im Bund mit der Darlegung
des Heilswirkens Christi und der Bitte um den Heiligen Geist und
die Hoffnung auf die endliche Vollendung verbunden.
In den reformierten Gemeinden der Lippischen Landeskirche ist es
vielfach üblich, vor den Einsetzungsworten ein Sündenbekenntnis mit
Zuspruch der Vergebung und Verheißung einzufügen (Form A 2).
Das Dankgebet nach der Abendmahlsfeier ist als Lobpreis-Gebet
gestaltet. Oft werden Worte aus Ps 103 verwendet. Mit dem Element
der Rühmung entspricht dieses Gebet der Präfation anderer Abendmahlsformen.
Es erinnert zugleich an die Passa-Liturgie, an deren Ende
Ps 113-118 gebetet wurden.
In Form B 1 – sie ist die evangelische Fassung der Messform – folgt
auf das Dankopfergebet eine Präfation (Lobgebet) als Eröffnung des
großen Lobpreises, der im Abendmahlsgebet fortgeführt wird. Am Beginn
der Präfation steht ein dreifacher Dialog, der den Danksagungscharakter
des Gebets hervorhebt. Das Gebet selbst besitzt einen festgeprägten
Eingangs- und Schlussteil und ein nach Kirchenjahr und Anlass
wechselndes Mittelstück, das sich auf die einzelnen Elemente des
Heilshandelns Christi bezieht. Der Lobpreis wird von der Gemeinde
mit dem Sanctus, dem »Dreimal Heilig« beschlossen. Das Sanctus
stammt ebenso wie der Anfang der Präfation aus dem jüdischen Morgengebet.
Das Abendmahlsgebet (Eucharistiegebet) führt die Tradition des
»Hochgebets« der Messe in evangelischer Gestalt fort. Seine trinitarische
Struktur wurde zu Form A bereits beschrieben.
Nach alter kirchlicher Tradition folgen an dieser Stelle das Gebet
des Herrn und der Friedensgruß sowie das Agnus Dei. Die Austeilung
des Abendmahls erfolgt mit einem Spendewort. Die Feier schließt mit
einer kurzen Danksagung oder einem Dankpsalm.
Form B 2 bringt nach Präfation und Sanctus das Abendmahlsgebet
(Eucharistiegebet), Gebet des Herrn, die Einsetzungsworte, das Agnus
Dei, die Kommunion und eine kurze Danksagung. Sie entspricht mit
dieser Gestaltung am ehesten der Abendmahlsfeier, wie sie in den
unierten Kirchen zu finden ist, die sich an der Gottesdienstgrundform
der Messe orientieren.
Mancherorts ist es in der jüngeren Vergangenheit üblich geworden, dass
die um den Tisch versammelte Abendmahlsgemeinde sich nach der Mahlfeier
an den Händen fasst und ggf. einen Text gemeinsam spricht oder eine
Einführung
341
Strophe singt. Dadurch soll die Gemeinschaft miteinander zum Ausdruck
gebracht werden. Andere stellen hier die Rückfrage, ob die Gemeinschaft
des Abendmahls, die in der Tat auch eine Gemeinschaft miteinander ist,
nicht eher durch das gemeinsame Essen und Trinken als durch einen solchen
begleitenden Ritus zum Ausdruck gebracht wird. Dann muss allerdings
die Abendmahlsform so gestaltet sein, dass das Essen des Brotes und
das Trinken aus dem Becher wirklich als ein gemeinsames Essen und Trinken
erlebt werden kann, z.B. durch gemeinsames Sitzen am Abendmahlstisch,
wie es im Wirkungskreis a Lascos üblich war.
Das Formular »Abendmahl zu besonderem Anlass« bietet eine Gestaltung
des Mahls für eine Feier im Haus oder im Krankenhaus. Diese
Mahlfeier enthält als Möglichkeit die Beichte und Absolution. Sie kann
als weitere Variante zu Form A betrachtet werden. Deshalb erscheint sie
in der Übersicht an entsprechender Stelle, im Text hingegen als letzte
Form.
Abendmahl
342
Abendmahl
Abendmahl Übersicht
344
Form A1
Wort zum
Abendmahl
Einsetzungsworte
[Besinnung]
[Lied]
Abendmahlsgebet
<Gebet des Herrn>
Einladung
Austeilung
Danksagung
Psalm oder Lied
Form A2
Wort zum
Abendmahl
Gebet
Besinnung
Sündenbekenntnis
Verheißung
Einsetzungsworte
Abendmahlsgebet
<Gebet des Herrn>
Einladung
Austeilung
Danksagung
Psalm oder Lied
Zu besonderem
Anlass
Eingangsworte
Lesung – Gebet
Besinnung
[Beichte und
Absolution]
Einsetzungsworte
Gebet des Herrn
Austeilung
Danksagung
Segen
Abendmahl
Übersicht
345
Form B1
Vorbereitung
Dankopfer
Dankopfergebet
Lobgebet
Dreimalheilig
[Abendmahlsgebet]
Einsetzungsworte
[Abendmahlsgebet]
Gebet des Herrn
Friedensgruß
Lamm Gottes
Einladung
Austeilung
Danksagung
Lied
Form B2
Vorbereitung
Lobgebet
Dreimalheilig
[Abendmahlsgebet]
Gebet des Herrn
Einsetzungsworte
Lamm Gottes
Einladung
Austeilung
Danksagung
Psalm oder Lied
Abendmahl
346
Abendmahl – Form A1
Wort zum Abendmahl
Jesus Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern;
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben,
werdet ihr bitten, was ihr wollt,
und es wird euch widerfahren.
Joh 6,35; 15,5.7
Oder:
Jesus Christus spricht: Kommt her zu mir,
alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Mt 11,28
Einsetzungsworte
Liebe Gemeinde, wir sind versammelt,
um in der Gemeinschaft des Glaubens,
der Liebe und der Hoffnung
das Abendmahl unseres Herrn Jesus Christus zu feiern.
Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach:
Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird;
das tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl
und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;
das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
Denn sooft ihr von diesem Brot esst
und aus dem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Amen.
1Kor 11,23b-26
Abendmahl
Form A1
347
[Abendmahlsbesinnung
Die Abendmahlsbesinnung kann den Einsetzungsworten auch vorausgehen.
Falls sie nicht frei formuliert wird, kann eines der folgenden Beispiele bei der
Gestaltung helfen.
Wir feiern das heilige Abendmahl, damit wir durch seine Gaben
getröstet und gestärkt werden. Wir sind gewiss: Jesus Christus
ist auch für uns gestorben und auferstanden.
Gott schenkt uns seine Liebe. Zum Zeichen dafür hat er uns
das Abendmahl gegeben, das wir nun im Vertrauen auf seine
Zusage mit Dank und Freude empfangen wollen.
Oder:
In diesem Gottesdienst feiern wir das Abendmahl. Wie Jesus
sich mit den Erfolgreichen und Gescheiterten, den Demütigen
und Stolzen an einen Tisch setzte und mit den Seinen das
Abendmahl hielt, so sind auch wir heute zu diesem Mahl
eingeladen. Unser Herr selbst ist in unserer Mitte, sooft wir uns
auf seine Verheißung hin versammeln. Wir gehören zu ihm,
jetzt und in Zukunft, und sind verbunden mit der ganzen
Christenheit. Zum Abendmahl können kommen, die Freiheit
von ihrer Schuld und Frieden für ihr Leben suchen. Beides
wird Gott uns schenken, wenn wir das Wort der Verheißung
hören und Brot und Kelch empfangen.
Oder:
Jesus Christus, unser Heiland, lädt uns an seinen Tisch.
Er schenkt uns Kraft und Zuversicht durch sein Leiden,
Sterben und Auferstehen. In Brot und Wein, den Zeichen
seiner Gegenwart, verbindet er uns mit sich selber und
schließt uns zusammen zu seiner Gemeinde.
Er ist Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden
und mit gleichem Ernst auch Gottes kräftiger Anspruch auf
unser ganzes Leben. Durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung
aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem
Dienst an seinen Geschöpfen.
Lasst uns darum unsere Gewissen prüfen, um zu erkennen,
wo wir so gehandelt haben, als ob wir nicht Jesus Christus,
sondern anderen Herren zu Eigen wären; wo wir den Herrn,
Abendmahl
348
unsern Gott, nicht geliebt haben von ganzem Herzen, von
ganzer Seele und von ganzem Gemüt, und auch unseren
Nächsten nicht wie uns selbst.
Jesus Christus, unser Heiland, lädt uns an seinen Tisch. Er ist
unser Friede und spricht unserem Glauben Gottes Vergebung
zu. Er lässt uns in der Gemeinschaft seines Geistes in seiner
Kirche als Brüder und Schwestern leben, Frieden mit allen
Menschen suchen und der Versöhnung der Gruppen, Parteien
und Völker dienen. Er sendet uns, mit ihm die Verachteten zu
ehren, die Verirrten zu suchen, die Hungernden zu speisen,
den Leidenden zu helfen, nicht zu richten, sondern zu schlichten,
nicht zu vergelten, sondern zu vergeben, und in allen
Gedanken, Worten und Taten in seiner Nachfolge zu bestehen.
Wir essen und trinken miteinander, wie Jesus Christus es
angeordnet hat, und hoffen auf das Kommen der neuen Welt
Gottes, in der kein Leid, kein Schmerz, keine Schuld und kein
Tod mehr sein werden. Wir hoffen auf das ewige Freudenmahl
in seinem Reich und eine Gemeinschaft in der Herrlichkeit, die
kein Ende haben wird. Als die Hoffenden warten wir in Geduld
auf das Ziel alles Lebens. Zugleich eilen wir der Vollendung
entgegen und haben schon jetzt an dem die Welt verwandelnden
Wirken Gottes teil, das mit der Auferstehung Jesu Christi
von den Toten begonnen hat.]
[Lied]
Abendmahlsgebet
Du lädst uns, Herr, zu deinem Mahl,
zum Brot des Lebens und zum Trank der Freude.
Wir danken dir, Gott, Schöpfer aller Welt,
der Menschen, Tiere, Pflanzen deiner Erde,
der Leben gab und der es noch erhält,
ins Licht gerufen durch das Wort: Es werde!
Wir loben dich, Herr Christus, Gottes Sohn,
für uns gestorben und vom Tod erstanden.
Du stellst uns einst mit dir vor Gottes Thron,
Verlorene, die Rettung fanden.
Abendmahl
Form A1
349
Wir preisen dich, Vollender, Heiliger Geist,
vom Vater durch den Sohn für uns gegeben.
Du Gottesatem, der uns mit sich reißt,
komm nun, erwecke uns zum Leben. Amen.
<Gebet des Herrn
Mancherorts wird das Gebet des Herrn in der Schlussliturgie gesprochen und
entfällt an dieser Stelle.
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.>
Einladung und Austeilung
Kommt, denn es ist alles bereit!
Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist.
Bei größeren Abendmahlsfeiern kann die Gemeinde während der Austeilung
Psalmen oder Abendmahlslieder singen. Geeignete Schriftabschnitte können
gelesen oder Choräle gespielt werden.
Während des Brotbrechens:
Das Brot, das wir brechen,
ist die Gemeinschaft des Leibes Christi.
Bei der Austeilung:
Nehmt, esst, spricht unser Herr Jesus Christus,
das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird;
das tut zu meinem Gedächtnis.
Während der Kelch genommen wird:
Der gesegnete Kelch, den wir segnen,
ist die Gemeinschaft des Blutes Christi.
Abendmahl
350
Während der Kelch gereicht wird:
Nehmt hin und trinkt alle daraus,
spricht unser Herr Jesus Christus.
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut,
das für euch und für viele vergossen wird
zur Vergebung der Sünden.
Das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
Nach einer Austeilung in Gruppen wird jede Gruppe entlassen mit einem
Bibelwort und / oder mit:
Geht hin im Frieden.
Danksagung
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
Ps 106,1
Lasst uns beten:
Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist,
seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.
Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig
und von großer Güte.
Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
So fern der Morgen ist vom Abend,
lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.
Darum soll mein Mund des HERRN Lob verkündigen,
und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen
immer und ewiglich. Amen.
Ps 103,1-4.8.10-13;
145,21
Abendmahl
Form A1
351
Psalm oder Lied
Der Gottesdienst schließt nach der üblichen Ordnung.
Mancherorts wird das Gebet des Herrn vor der Einladung gesprochen;
in diesem Fall entfällt es in der Schlussliturgie.
Abendmahl
352
Abendmahl – Form A2
Wort zum Abendmahl
Jesus Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens.
Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern;
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.
Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben,
werdet ihr bitten, was ihr wollt,
und es wird euch widerfahren.
Joh 6,35; 15,5.7
Oder:
Jesus Christus spricht: Kommt her zu mir,
alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken.
Mt 11,28
Gebet
Herr Jesus Christus!
Wir bitten dich,
wenn wir jetzt als deine Gäste
an deinen Tisch treten:
Erfülle unsere Herzen
mit Glauben und Hoffnung.
Wo du einkehrst, kehrt Friede ein. Amen.
Besinnung
Beispiele siehe unter Form A1
Sündenbekenntnis
Weil wir hier versammelt sind,
um das Heilige Abendmahl zu feiern,
beugen wir uns vor Gott und bekennen:
Abendmahl
Form A2
353
Allmächtiger Gott,
wir haben gesündigt gegen dich und unsere Mitmenschen
in Gedanken, Worten und Taten,
im Bösen, das wir getan,
und im Guten, das wir unterlassen haben,
durch Unwissenheit, Schwachheit und bewusste Schuld.
Es tut uns ernstlich leid, und wir bereuen unsere Sünden.
Um deines Sohnes Jesus Christus willen,
der für uns starb, bitten wir dich:
Vergib uns alle unsere Schuld
und gewähre uns, dass wir dir dienen
in einem erneuerten Leben
zum Ruhm deines Namens.
So frage ich euch:
Ist dies euer aufrichtiges Bekenntnis und Gebet?
So antwortet: Ja.
Gemeinde antwortet: Ja.
Verheißung
Auf dieses euer Bekenntnis verkündige ich euch
um Jesu Christi willen,
dass euch alle eure Sünden vergeben sind.
Im Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Der Friede des Herrn sei mit uns allen. Amen.
Einsetzungsworte
Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach:
Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird;
das tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl
und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;
das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
Denn sooft ihr von diesem Brot esst
und aus dem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Amen.
1Kor 11,23b-26
Abendmahl
354
Abendmahlsgebet
Du lädst uns, Herr, zu deinem Mahl,
zum Brot des Lebens und zum Trank der Freude.
Wir danken dir, Gott, Schöpfer aller Welt,
der Menschen, Tiere, Pflanzen deiner Erde,
der Leben gab und der es noch erhält,
ins Licht gerufen durch das Wort: Es werde!
Wir loben dich, Herr Christus, Gottes Sohn,
für uns gestorben und vom Tod erstanden.
Du stellst uns einst mit dir vor Gottes Thron,
Verlorene, die Rettung fanden.
Wir preisen dich, Vollender, Heiliger Geist,
vom Vater durch den Sohn für uns gegeben.
Du Gottesatem, der uns mit sich reißt,
komm nun, erwecke uns zum Leben. Amen.
<Gebet des Herrn
Mancherorts wird das Gebet des Herrn in der Schlussliturgie gesprochen und
entfällt an dieser Stelle.
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.>
Abendmahl
Form A2
355
Einladung und Austeilung
Kommt, denn es ist alles bereit!
Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist.
Bei größeren Abendmahlsfeiern kann die Gemeinde während der Austeilung
Psalmen oder Abendmahlslieder singen. Geeignete Schriftabschnitte können
gelesen oder Choräle gespielt werden.
Während des Brotbrechens:
Das Brot, das wir brechen,
ist die Gemeinschaft des Leibes Christi.
Bei der Austeilung:
Nehmt, esst, spricht unser Herr Jesus Christus,
das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird;
das tut zu meinem Gedächtnis.
Während der Kelch genommen wird:
Der gesegnete Kelch, den wir segnen,
ist die Gemeinschaft des Blutes Christi.
Während der Kelch gereicht wird:
Nehmt hin und trinkt alle daraus,
spricht unser Herr Jesus Christus.
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut,
das für euch und für viele vergossen wird
zur Vergebung der Sünden.
Das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
Nach einer Austeilung in Gruppen wird jede Gruppe entlassen mit einem
Bibelwort und / oder mit:
Geht hin im Frieden.
Danksagung
Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
Ps 106,1
Lasst uns beten:
Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist,
seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
Abendmahl
356
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.
Barmherzig und gnädig ist der HERR,
geduldig und von großer Güte.
Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden
und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
So fern der Morgen ist vom Abend,
lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.
Darum soll mein Mund des HERRN Lob verkündigen,
und alles Fleisch lobe seinen heiligen Namen
immer und ewiglich. Amen.
Ps 103,1-4.8.10-13;
145,21
Psalm oder Lied
Der Gottesdienst schließt nach der üblichen Ordnung.
Mancherorts wird das Gebet des Herrn vor der Einladung gesprochen;
in diesem Fall entfällt es in der Schlussliturgie.
Abendmahl
Form A2
357
Abendmahl
358
Abendmahl – Form B1
Vorbereitung
Dankopfer
L Gutes zu tun und mit anderen zu teilen vergesst nicht.
Das sind die Opfer, die Gott gefallen.
Ankündigung der Kollekte. Während des Einsammelns singt die Gemeinde.
Die gesammelten Gaben werden zum Abendmahlstisch gebracht. Brot und
Wein werden bereitgestellt.
Dankopfergebet
L Lasst uns beten:
Wir danken dir, himmlischer Vater,
für das Gut, das du uns anvertraust.
Segne, Herr, diese Gaben und verleihe uns,
dass wir in der Kraft deiner Liebe
dir dienen an unseren Brüdern und Schwestern
durch Christus unseren Herrn.
G Amen.
An dieser Stelle kann die »Offene Schuld« folgen (s. S. 353f; 379); dann sollte
sie im Eingangsteil fehlen.
Findet die Kollekte vor der Predigt statt, besteht der Vorbereitungsteil aus
Abendmahlslied, Gabenvorbereitung und dem folgenden »Gebet der Hingabe«.
L Lasst uns beten:
Gott unser Schöpfer,
du hast uns Leib und Leben gegeben;
du gibst uns Speise und Trank. Du willst unsere Freude.
Hilf, dass auch wir dir unser Herz schenken.
Nimm an, was wir dir bringen:
unser Bekenntnis und unseren Lobpreis,
die Not unseres Herzens und unser Verlangen nach dir.
Nimm uns ganz, mit allem, was wir sind und haben,
als dein Eigentum. Lass uns an diesem Tisch
deine Gegenwart erfahren und preisen.
G Amen.
Abendmahl
Form B1
359
Lobgebet (Präfation)
L Der Herr sei mit euch,
G und mit deinem Geist.
L Erhebet eure Herzen.
G Wir erheben sie zum Herrn.
L Lasst uns danken dem Herrn, unserem Gott.
G Das ist würdig und recht.
L Wahrhaft würdig ist es und recht,
dass wir dich, Herr, heiliger Vater, allmächtiger Gott,
zu allen Zeiten und an allen Orten loben
und dir danken durch unseren Herrn Jesus Christus.
Es folgt ein Teil, der nach dem Kirchenjahr wechselt:
Ihn hast du der Welt zum Heil gesandt,
damit wir durch seinen Tod
Vergebung der Sünde
und durch seine Auferstehung
das Leben haben.
Schlussteil:
Darum loben die Engel deine Herrlichkeit,
beten dich an die Mächte
und fürchten dich alle Gewalten.
Dich preisen die Kräfte des Himmels
mit einhelligem Jubel.
Mit ihnen vereinen auch wir unsere Stimmen
und bekennen ohne Ende:
Dreimalheilig (Sanctus)
G Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth;
alle Lande sind seiner Ehre voll. Hosianna in der Höhe.
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn.
Hosianna in der Höhe.
Das Sanctus wird in der Regel gesungen. Siehe EG 185.1-5.
Abendmahl
360
[Abendmahlsgebet
Die Einsetzungsworte können mit einem Abendmahlsgebet (Eucharistiegebet)
entweder eingeleitet (1a), umrahmt (1a+1b) oder abgeschlossen
(1b, 2, 3) werden.
L Wir preisen dich, Herr, und singen dir unser Lob.
Du hast nicht der Sünde und dem Tod überlassen,
was du, Gott, erschaffen hast.
Durch Jesus Christus, dein Wort,
rufst du uns alle zum Leben.
Er hat unsere Schuld auf sich genommen
und Frieden gemacht zwischen dir und den Menschen.
(1a)]
Einsetzungsworte
L Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach:
Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird;
das tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch
nach dem Mahl und sprach:
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;
das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
Denn sooft ihr von diesem Brot esst
und aus dem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Amen.
1Kor 11,23b-26
G Deinen Tod verkündigen wir
und deine Auferstehung preisen wir,
bis du kommst in Herrlichkeit.
[Abendmahlsgebet
L Darum danken wir dir, Vater im Himmel,
für das Leben und Leiden deines Sohnes,
für sein Opfer am Kreuz.
Wir preisen seine Auferstehung,
den Sieg über Unheil und Tod.
Abendmahl
Form B1
361
Gib uns, Herr, den Heiligen Geist
und erneuere durch ihn unser Leben.
Segne uns diese Gaben, das Brot des Lebens
und den Kelch des Heils.
Vereine alle, die teilhaben an Christi Leib und Blut,
in der Einheit des Glaubens,
in der Gemeinschaft der Liebe
und in der Hoffnung auf deine Herrlichkeit.
(1b)
Gemeinsam beten wir:
Unser Vater im Himmel . . .
Oder:
Allmächtiger Gott, sende herab auf uns
den Heiligen Geist und belebe deine Kirche
mit dem Hauch deines Mundes.
Segne und heilige diese Gaben
zum Brot des Lebens und zum Kelch des Heils.
Segne und heilige auch uns zu deinem Dienst.
Und wie du deinen Christus auferweckt hast
vom Tode und den irdischen Leib verwandelt hast
in himmlisches Wesen, so wandle uns, Herr,
und schaffe diese Welt neu nach deiner Verheißung.
Und wie dieses Brot zerstreut war
auf den Feldern und zusammengebracht eins wurde,
so bringe zusammen dein Volk
aus aller Welt Enden in deinem Reich.
(2)
Gemeinsam beten wir:
Unser Vater im Himmel . . .
Oder:
Schöpfer des Lebens, wir loben dich.
Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und
der menschlichen Arbeit. Lass dieses Brot für uns zum
Brot des Lebens werden.
Schöpfer des Lebens, wir loben dich.
Du schenkst uns die Frucht des Weinstocks,
das Zeichen des Festes. Lass diesen Kelch
für uns zum Kelch des Heils werden.
Wie aus den Körnern das Brot,
aus den Trauben der Wein geworden ist,
so mache aus uns eine Gemeinde,
ein Zeichen des Friedens für diese Welt. (3)
Abendmahl
362
Gemeinsam beten wir:
Unser Vater im Himmel . . .]
Oder es folgt unmittelbar auf die Einsetzungsworte die Aufforderung:
Wir heißen Kinder Gottes und sind es.
Darum beten wir voll Vertrauen:
Gebet des Herrn
G Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Friedensgruß
L Der Friede des Herrn sei mit euch allen.
G Friede sei mit dir.
L Gebt einander ein Zeichen des Friedens
und der Versöhnung.
Oder:
Jesus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater
gesandt hat, so sende ich euch. (Joh 20,21)
Der Friede des Auferstandenen sei mit euch allen.
Keiner sei gegen die anderen, keiner in sich verschlossen;
vergebt, wie euch vergeben ist;
nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat.
Gebt einander ein Zeichen des Friedens.
Die Gemeindeglieder reichen einander die Hand oder geben sich ein anderes
Zeichen des Friedens.
Abendmahl
Form B1
363
Lamm Gottes (Agnus Dei)
G Christe, du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der Welt,
erbarm dich unser.
Christe, du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der Welt,
erbarm dich unser.
Christe, du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der Welt,
gib uns deinen Frieden.
Amen.
Das Agnus Dei wird in der Regel gesungen. Siehe EG 190.1-4.
Einladung
L Kommt (Seht), es ist alles bereit.
[G Herr, ich bin nicht wert,
dass du unter mein Dach gehst,
sondern sprich nur ein Wort,
so wird meine Seele gesund. nach Mt 8,8]
L Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist.
Ps 34,9
Austeilung
L Christi Leib, für dich gegeben.
Christi Blut, für dich vergossen.
Oder
ein anderes Spendewort (s. oben). Bei Gruppenkommunion entlässt der
Liturg / die Liturgin jede Tischgruppe mit einem Friedenswunsch, der mit
einem Sendungswort verbunden sein kann:
Geht hin im Frieden.
Danksagung
L Danket dem HERRN; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
Ps 106,1
Abendmahl
364
Wir danken dir, Herr, für dein Wort
und die Zeichen deiner Nähe.
Wir danken dir für unsere Gemeinschaft.
Halte uns verbunden, wenn wir nun auseinandergehen.
Bleibe bei uns im Lärm und in der Hetze des Alltags.
Richte uns auf, wenn wir müde werden.
Auf dich vertrauen wir,
heute und alle Tage bis in Ewigkeit. Amen.
Oder ein Dankpsalm
Lied
Abendmahl
Form B1
365
Abendmahl
366
Abendmahl – Form B2
Vorbereitung
Lobgebet (Präfation)
L Der Herr sei mit euch.
G Und mit deinem Geist.
L Erhebet eure Herzen.
G Wir erheben sie zum Herrn.
L Lasst uns danken dem Herrn, unserem Gott.
G Das ist würdig und recht.
L Ja, es ist recht, dir zu danken,
es ist gut, dich zu preisen, heiliger Gott,
du Vater des Lebens,
wir loben dich
im Namen deines Sohnes Jesus Christus.
Es folgt ein Teil, der nach dem Kirchenjahr wechselt:
Wir danken dir, dass du Schuld vergibst
und neue Zukunft schenkst;
dass du Mut machst, wenn wir verzagen.
Schlussteil:
Darum preisen wir dich
mit allen deinen Geschöpfen
und singen mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit:
Dreimalheilig (Sanctus)
G Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth;
alle Lande sind seiner Ehre voll.
Hosianna in der Höhe.
Gelobt sei, der da kommt
im Namen des Herrn.
Hosianna in der Höhe.
Das Sanctus wird in der Regel gesungen. Siehe EG 185.1-5
Abendmahl
Form B2
367
[Abendmahlsgebet
L Gott, du bist die Quelle des Lebens,
und in deinem Licht sehen wir das Licht.
Du bist unsere Zuversicht.
Du befreist uns und führst
uns in die Weite;
denn du hast Gefallen an uns.
Sei uns gegenwärtig,
wenn wir das Brot empfangen
und aus dem Kelch trinken.
Sende deinen Geist,
wenn wir tun,
was Jesus uns geboten hat.]
Gebet des Herrn
G Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Einsetzungsworte
L Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach:
Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird;
das tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch
nach dem Mahl und sprach:
Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;
das tut, sooft ihr daraus trinkt,
zu meinem Gedächtnis.
Abendmahl
368
Denn sooft ihr von diesem Brot esst
und aus dem Kelch trinkt,
verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
Amen.
1Kor 11,23b-26
Lamm Gottes (Agnus Dei)
G Christe, du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der Welt,
erbarm dich unser.
Christe, du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der Welt,
erbarm dich unser.
Christe, du Lamm Gottes,
der du trägst die Sünd der Welt,
gib uns deinen Frieden.
Amen.
Das Agnus Dei wird in der Regel gesungen. Siehe EG 190.1-4.
Einladung
L Kommt (Seht), es ist alles bereit.
Schmecket und sehet,
wie freundlich der HERR ist.
Ps 34,9
Austeilung
L Christi Leib, für dich gegeben.
Christi Blut, für dich vergossen.
Oder
ein anderes Spendewort (s. oben). Bei Gruppenkommunion entlässt der
Liturg / die Liturgin jede Tischgruppe mit einem Friedenswunsch, der mit
einem Sendungswort verbunden sein kann:
Geht hin im Frieden.
Abendmahl
Form B2
369
Danksagung
Wir danken dir, Herr,
dass du uns durch deine Nähe gestärkt hast,
und bitten dich: Verleihe uns,
dass die Ohren, die dein Wort gehört haben,
verschlossen sind für die Stimme des Unfriedens;
dass die Augen, die deine große Liebe gesehen haben,
die Seligkeit schauen, die du verheißen hast;
dass die Zungen, die dein Lob gesungen haben,
hinfort die Wahrheit bezeugen;
dass die Hände, die deine Gaben empfangen haben,
Gutes tun zu deiner Ehre;
dass die Füße, die in dein Haus gekommen sind,
nicht abirren von den Wegen des Lichtes;
dass die Leiber, die Anteil gehabt haben
an deinem lebendigen Leib,
in einem neuen Leben wandeln.
Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.
Oder ein Dankpsalm.
Abendmahl
370
Abendmahl zu besonderem Anlass
Eingangsworte
So spricht der Herr: Fürchte dich nicht,
denn ich habe dich erlöst;
ich habe dich bei deinem Namen gerufen;
du bist mein!
Jes 43,1b
So spricht der Herr: Ich weiß wohl, was ich für Gedanken
über euch habe, Gedanken des Friedens und nicht des Leides,
dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet..
Jer 29,11
Jesus Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst;
aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Joh 16,33b
Lesung – Gebet
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Ps 23
Abendmahl
Zu besonderem
Anlass
371
Gott ist dennoch Israels Trost
für alle, die reinen Herzens sind.
Dennoch bleibe ich stets an dir;
denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
du leitest mich nach deinem Rat
und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe,
so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,
so bist du doch, Gott, allezeit
meines Herzens Trost und mein Teil.
Ps 73,1.23-26
HERR, du erforschest mich und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, HERR, nicht schon wüsstest.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar
und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.
Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,
und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten,
siehe, so bist du auch da.
Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.
Spräche ich: Finsternis möge mich decken
und Nacht statt Licht um mich sein –,
so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir,
und die Nacht leuchtete wie der Tag.
Finsternis ist wie das Licht.
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;
prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.
Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin,
und leite mich auf ewigem Wege.
Ps 139,1-12.23-24
Abendmahl
372
Besinnung
Wir feiern das Abendmahl, damit wir getröstet und gestärkt
werden.
Wir sind gewiss: Jesus Christus ist auch für uns gestorben und
auferstanden. Gott schenkt uns seine Liebe. Zum Zeichen dafür
hat er das Abendmahl gegeben.
[Beichte und Absolution
Wir bereiten uns darauf vor, indem wir unsere Sünde
bekennen und beten:
Barmherziger Gott, ich bekenne dir
alle meine Sünde und Missetat, die ich begangen habe
mit Gedanken, Worten und Werken.
Sie sind mir alle herzlich leid und reuen mich sehr.
Ich bitte dich: Vergib mir um Jesu Christi willen. Amen.
Oder:
Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte,
und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.
Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,
und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,
und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir.
Ps 51,3.12-13
Danach fragt der Pastor / die Pastorin:
Ist das deine Bitte, so sprich: Ja.
Antwort: Ja.
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes:
Deine Sünde ist dir vergeben.
»Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?
Dass ich mit Leib und Seele
im Leben und im Sterben nicht mir,
sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre.
Er hat mit seinem teuren Blut
für alle meine Sünden vollkommen bezahlt
und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst.« HK 1]
Abendmahl
Zu besonderem
Anlass
373
Einsetzungsworte
Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward,
nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach:
Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird;
das tut zu meinem Gedächtnis.
Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl
und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut;
das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.
Denn sooft ihr von diesem Brot esst
und aus dem Kelch trinkt,
verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. Amen.
1Kor 11,23-26
Das Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Austeilung
Nimm hin und iss.
Christi Leib für dich gegeben.
Nimm hin und trink.
Christi Blut für dich vergossen.
Jesus Christus spricht:
Ich bin das Brot des Lebens. Joh 6,35
Jesus Christus spricht:
Wen da dürstet,
der komme zu mir und trinke! Joh 7,37b
Abendmahl
374
Danksagung
Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen,
der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.
Barmherzig und gnädig ist der HERR,
geduldig und von großer Güte.
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der HERR über die,
die ihn fürchten.
Ps 103,2-4.8.13
Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,
sondern hat ihn für uns alle dahingegeben –
wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Mächte noch Gewalten,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur
uns scheiden kann von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
Röm 8,31-32.38-39
Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren,
wie du gesagt hast;
denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen,
den du bereitet hast vor allen Völkern,
ein Licht, zu erleuchten die Heiden
und zum Preis deines Volkes Israel.
Lk 2,29-32
Stattdessen kann der Pastor / die Pastorin auch geeignete und bekannte
Liedstrophen sprechen, z.B.:
Wenn ich einmal soll scheiden EG 85,9-10
Nun lob, mein Seel, den Herren EG 289,1
Ach bleib mit deiner Gnade bei uns EG 347
Befiehl du deine Wege EG 361
Jesu, meine Freude EG 396
Herzlich lieb hab ich dich Eg 397
In dir ist Freude in allem Leide EG 398
Abendmahl
Zu besonderem
Anlass
375
Segen
[Gehe hin;
der Geist des Herrn geleite dich
zum ewigen Leben.]
Der HERR segne dich und behüte dich.
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig.
Der HERR hebe sein Angesicht über dich
und gebe dir Frieden. Amen.
4Mose 6,24-26
Abendmahl
376
Gebete zum Abendmahl
Abendmahlsgebete zu den Formen A1, A2 und B2
Wir loben dich, Herr des Himmels und der Erde.
Du hast nicht der Sünde und dem Tod überlassen,
was du, allmächtiger Gott, erschaffen hast.
Durch Jesus Christus, dein Wort,
rufst du uns alle zum Leben.
Er hat unsere Schuld auf sich genommen
und Frieden gemacht zwischen dir und den Menschen.
Wir bitten dich:
Erfülle uns mit deinem Geist,
segne uns diese Gaben.
Durch das Brot, das wir miteinander teilen,
schenke uns die Gemeinschaft mit Christus.
Durch den Kelch, aus dem wir trinken,
verbinde uns mit ihm.
Gedenke deiner Gemeinde, die zerstreut ist in alle Welt,
und bring sie zusammen zu deinem Reich.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
*
Gott, du Geber aller guten Gaben.
Wir bringen vor dich Brot und Kelch,
die Zeichen der Güte, mit der du uns täglich nährst.
Christus, mit Brot und Kelch feiern wir deine Gegenwart.
Verbinde uns mit dir und untereinander.
Heiliger Geist, wir bringen dir uns selbst,
mit allem, was wir sind und haben.
Heilige unser Leben, dir zur Ehre.
*
Barmherziger Gott,
du lädst uns an deinen Tisch,
um uns schmecken und sehen zu lassen,
wie freundlich du bist.
Und wir dürfen kommen, so wie wir sind –
manche von uns bedrückt von Sorgen, verstrickt in Schuld
und bitter durch das,
was nicht geworden ist, wie es sein sollte.
Gebete zum
Abendmahl
377
Andere von uns sind voller Glück, voller Dankbarkeit
und schäumen über vor Lust am Leben.
Hilf, dass wir mit Brot und Kelch auch teilen,
was uns belastet und was uns freut.
Stärke durch dein Mahl unsere Gemeinschaft
und unser Vertrauen auf deine Güte.
*
Die Himmel erzählen von deiner Herrlichkeit, Gott,
und die Erde verkündigt deiner Hände Werk.
Ein Tag sagt’s dem andern,
und eine Nacht tut’s kund der andern.
Du hast Israel aus dem Sklavenhaus befreit,
sein Schreien hast du erhört.
Du hast dein Volk wie eine Mutter getragen,
gabst ihm Manna und Wasser in der Wüste
und hast Israel in das verheißene Land geführt.
Uns hast du Jesus Christus gesandt,
damit auch wir Befreiung erfahren.
Gott, du bist die Quelle des Lebens,
und in deinem Licht sehen wir das Licht.
Du bist unsere Zuversicht
und führst uns in die Weite.
Sei uns gegenwärtig,
wenn wir das Brot empfangen und aus dem Kelch trinken.
Sende deinen Geist,
wenn wir tun, was Jesus uns geboten hat.
Familiengottesdienst
Gütiger Gott,
du hast uns unser Leben geschenkt.
Du machst uns glücklich
durch Menschen, die uns liebhaben.
Du machst uns stark
durch dein Vertrauen.
Dafür danken wir dir und singen:
Halleluja (EG l8l.5)
Herr Jesus Christus,
du weißt, wir hören nicht immer auf dich;
wir tun anderen weh
und schaffen es oft nicht,
Abendmahl
378
anders zu werden.
Trotzdem lädst du uns an deinen Tisch.
Dafür danken wir dir und singen:
Halleluja (EG l8l.5)
Gott, Heiliger Geist,
wir fühlen uns manchmal sehr allein
und sind traurig.
Hier beim Abendmahl erfahren wir:
wir gehören zusammen,
und du lässt niemanden im Stich.
Dafür danken wir dir und singen:
Halleluja (EG l8l.5)
Sündenbekenntnis vor dem Abendmahl
Weil wir hier versammelt sind,
um das Heilige Abendmahl zu feiern,
beugen wir uns vor Gott und bekennen:
Allmächtiger Gott,
wir haben gesündigt gegen dich und unsere Mitmenschen
in Gedanken, Worten und Taten,
im Bösen, das wir getan,
und im Guten, das wir unterlassen haben,
durch Unwissenheit, Schwachheit und bewusste Schuld.
Es tut uns ernstlich leid, und wir bereuen unsere Sünden.
Um deines Sohnes Jesus Christus willen, der für uns starb,
bitten wir dich:
Vergib uns alle unsere Schuld
und gewähre uns,
dass wir dir dienen in einem erneuerten Leben
zum Ruhm deines Namens.
Gemeinsam rufen wir zu dir:
Herr, erbarme dich.
Der allmächtige Gott erbarme sich unser,
er befreie uns von all unseren Sünden,
er stärke uns zu allem Guten
und bewahre uns zum ewigen Leben
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Gebete zum
Abendmahl
379
Lobgebete (Präfationen) zu den Formen B1 und B2
Eingangsteil
Wahrhaft würdig ist es und recht,
dass wir dich, ewiger Gott,
immer und überall loben und dir danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
*
Gut ist es und heilsam,
dich, Gott, zu loben und dir zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
*
Es ist recht, dir zu danken.
Es ist gut, dich zu preisen,
heiliger Gott, du Vater des Lebens.
Wir loben dich im Namen deines Sohnes Jesus Christus.
Mittelteil
In ihm hast du uns deine Liebe offenbart
und uns den Weg zum Leben erschlossen.
*
Durch ihn wird dein heiliger Name gepriesen
vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
Durch ihn erfüllst du deine Geschöpfe mit Segen
und erfreust sie alle mit dem Glanze deines Lichtes.
*
Für alles, was du uns schenkst:
für unser Leben,
für die Früchte der Erde, die uns nähren,
für die Liebe der Menschen, die uns trägt,
für dein befreiendes Wort,
für das Brot und den Wein – Zeichen deiner Liebe.
Abendmahl
380
Advent
Ihn hast du gesandt als Sohn deines Volkes Israel,
den Völkern das Kommen deines Heils zu verkündigen.
*
Wir danken dir, dass er als Licht in unsere Dunkelheit kommt;
dass wir in ihm die Klarheit finden, die wir für unser Leben
brauchen.
Weihnachten
Wir danken dir, dass du in ihm zu uns gekommen bist;
dass uns deine Liebe durch ihn erreicht.
Jahreswechsel
Wir danken dir, dass deine Güte uns durch die Jahre geleitet,
dass du uns heute aufs Neue in die Gemeinschaft deiner Liebe
rufst.
Epiphanias
Wir danken dir, dass du ihn als Licht der Völker offenbarst;
dass du uns durch ihn aus der Macht der Finsternis befreist.
Passion
Ihn hast du der Welt zum Heil gesandt,
damit wir durch seinen Tod Vergebung der Sünde
und durch seine Auferstehung das Leben haben.
Gründonnerstag
Wir danken dir, dass er das lebendige Brot
und die Quelle des Lebens ist;
dass wir an seinem Tisch mit ihm
und untereinander verbunden sind.
Gebete zum
Abendmahl
381
Karfreitag
Ihn hast du für uns in den Tod gegeben,
um uns das Leben zu schenken.
Ostern
Wir danken dir, dass du ihn nicht im Tode gelassen hast;
dass wir in ihm wiedergeboren sind
zu einer lebendigen Hoffnung.
Pfingsten
Du hast deinen Geist gegossen über alle Völker
und deine Kirche gegründet,
dass sie dich preise in der Vielfalt der Sprachen.
Erntedankfest
Wir danken dir für die Ernte dieses Jahres
und die Früchte aller Arbeit.
Wir danken dir, dass du unser Leben gnädig erhältst.
Ewigkeitssonntag / Totensonntag
Durch ihn haben wir, die wir dem Tode verfallen sind,
die Verheißung des ewigen Lebens.
Schlussteil
Darum beten wir dich an in der Gemeinschaft
des Heiligen Geistes
und singen dein Lob:
*
Darum preisen wir dich mit allen deinen Geschöpfen
und singen mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit:
*
Abendmahl
382
Mit allen Menschen, die dich suchen,
mit denen, die uns vorausgegangen sind,
mit allen guten Mächten,
mit der ganzen Schöpfung
danken wir dir,
preisen dich und bekennen:
Abendmahlsgebete (Eucharistiegebete) zu Form B1
Diese Gebete können auch in den Formen A1, A2 und B2 verwendet werden.
Da die Einsetzungsworte dort an anderer Stelle gesprochen werden, ist der
Übergang vom ersten zum zweiten Gebetsteil jeweils entsprechend anzupassen.
Gott, du Ursprung allen Lebens,
aus dem Nichts rufst du die Welt ins Dasein,
aus dem Dunkel der Nacht rufst du uns ins Licht,
aus der Ferne in deine Nähe,
aus der Schuld in neue Freiheit,
aus allem, was dem Tod verfällt, in Christi Zukunft.
Wir danken dir für ihn, der uns sein Leben schenkt:
(Einsetzungsworte)
So danken wir dir, Gott, für deinen Sohn Jesus Christus,
der für uns starb und für uns lebt.
Wir bitten dich: Lass deinen Geist unter uns wirken,
wenn wir von diesem Brot essen
und aus diesem Kelch trinken.
Gib uns ein neues, lebendiges Herz,
dass wir in jedem Menschen
die Schwester und den Bruder erkennen
und deine Liebe unter uns teilen.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
*
Heilig bist du, Gott, Quelle aller Heiligkeit,
du bringst Licht aus der Finsternis,
Leben aus dem Tode,
Wort aus dem Schweigen.
Wir preisen dich für die Gnade, die du Israel erwiesen hast,
deinem erwählten Volk:
Du hast es aus der Knechtschaft in die Freiheit geführt,
du hast ihm das verheißene Land geschenkt,
Gebete zum
Abendmahl
383
du hast es heimgeführt aus der Gefangenschaft,
du hast ihm deinen Willen kundgetan
durch Mose und die Propheten.
Wir preisen dich durch Jesus Christus,
durch den du uns berufen hast aus allen Völkern
zu Miterben deiner Verheißungen.
(Einsetzungsworte)
Darum gedenken wir, unser Gott,
der Menschwerdung deines Sohnes
und des Bundes mit uns, der in ihm beschlossen ist.
Er wurde unter uns geboren,
der Verlorenen nahm er sich an,
sein Leben hat er dahingegeben.
Du aber hast ihn auferweckt
zu neuem, unvergänglichem Leben bei dir.
Sende deinen Heiligen Geist.
Verbinde uns und alle,
die das Brot empfangen und aus dem Kelch trinken,
in deiner Gemeinschaft.
Vereine unser Gebet mit dem Gebet deines ganzen Volkes,
wenn wir jetzt mit den Worten deines Sohnes sprechen:
*
Gott, du Quelle der Hoffnung,
wir danken dir:
Du nimmst dich deiner Geschöpfe an.
Mit Israel hast du einen Bund geschlossen.
Um allen das Leben zu eröffnen,
hast du Jesus Christus in die Welt gesandt.
Er hat sein Leben für uns gegeben.
(Einsetzungsworte)
So tun wir, was Jesus uns aufgetragen hat
und bitten dich, unser Gott:
Erfülle uns und deine ganze Schöpfung mit deinem Geist.
Lass uns verbunden sein als deine Gemeinde
zu gemeinsamem Dienst an den Menschen und an deiner Welt.
Dir sei Ehre in Ewigkeit.
Abendmahl
384
Kasualien

Einführung
Kasualien sind gottesdienstliche Handlungen. Es handelt sich bei ihnen
um »Begehungen«. Diese gottesdienstlichen Begehungen erfolgen aus
einem »besonderem Anlass«, der fast durchweg biografischer Natur ist.
Nach kurzem Überlegen wird deutlich, dass diese Definition unscharf
ist. Warum zählen wir die Taufe nicht zu den Kasualien – wie es
oftmals geschieht –, obgleich ihr Anlass doch biografischer Natur ist:
Ein Mensch soll Gemeindeglied werden? Sind nicht auch Ordinationsund
Einführungshandlungen Kasualien, gottesdienstliche Begehungen
aus dem Anlass, dass Menschen einen besonderen kirchlichen Auftrag
übernehmen? Andererseits zählen wir die Konfirmation zu den Kasualien,
obwohl ein biografischer Anlass nicht erkennbar ist; die Konfirmation
ist ihr eigener Anlass und wird, wie die Taufe, im Gemeindegottesdienst
vollzogen.
Der Anlass der kasualen gottesdienstlichen Begehung liegt in der
christlichen Biografie eines einzelnen Menschen bzw. eines Paares.
Dennoch kommt in dieser Begehung nicht einfach der Einzelne mit
der Gemeinde zum Gottesdienst zusammen. Neben dem Einzelnen
und der Gemeinde, die sich oftmals auf den Pastor oder die Pastorin
reduziert, tritt durchweg das soziale Beziehungsfeld personell in
Erscheinung, dem der Einzelne zugehört. Kasualien sind niemals »rein
kirchliche« Veranstaltungen; sie vollziehen sich stets in einem weiteren
sozialen Kontext. Private, gemeindliche und gesellschaftliche Elemente
fließen ineinander. Für das Gelingen der Begehung ist es wichtig, dass
alle drei Dimensionen in dieselbe Richtung wirken. Das ist nicht immer
selbstverständlich. Die Erwartungshaltungen der betroffenen Menschen
wie auch der Sozialgemeinschaft, in die sie eingebettet sind,
können im konkreten Fall in eine durchaus andere Richtung gehen, als
es von der kirchlichen oder pastoralen Zielsetzung her vertretbar erscheint.
Bei einem Trauergottesdienst möchte die Gemeinde bzw. der
Pastor oder die Pastorin vielleicht die christliche Hoffnung angesichts
des Todes zur Sprache bringen und zugleich die trauernden Angehörigen
seelsorgerlich begleiten. Die Angehörigen und ihre weitere Familie
erwarten wohl seelsorgerliche Begleitung und eine Stärkung der
Glaubenshoffnung; sie möchten aber auch ihren Verstorbenen auf würdige
Weise zu Grabe getragen sehen. Andere Anwesende, Freunde, Kollegen,
Nachbarn, sind gekommen, um dem Verstorbenen das letzte Geleit
zu geben. Jede Kasualhandlung bewegt sich in einem Spannungsgeflecht,
das nicht ignoriert, sondern wahrgenommen, berücksichtigt
und gestaltet werden will.
Allen Kasualhandlungen ist gemeinsam, dass sie begleitenden Charakter
haben. Menschen werden in einer bestimmten Lebenssituation
ein Stück Weges von ihrer Familie, ihrem sozialen Umfeld und ihrer
Einführung
387
Gemeinde begleitet; offenbar deshalb, weil diese Begleitung notwendig
und hilfreich ist.
Der religiöse Charakter dieser Begehungen liegt darin, dass sie Fürbitthandlungen
sind. Sie werden deshalb auch als Benediktionen, Segenshandlungen,
bezeichnet. Für Kasualhandlungen ist jedoch nicht
nur charakteristisch, dass in ihnen Segen zugesprochen wird; das geschieht
auch im Sonntagsgottesdienst. Bei Kasualhandlungen versammelt
sich vielmehr eine Gemeinschaft von Menschen, die über die
christliche Gemeinde hinausreichen kann, um für bestimmte Personen
in ihrer Mitte den Segen Gottes zu erbitten. Kasualhandlungen sind gemeinschaftliche,
auf bestimmte Personen und ihr Ergehen bezogene
Fürbitthandlungen.
Kasuale gottesdienstliche Begehungen werden unternommen, weil
in bestimmten Lebenssituationen die Begleitung durch Menschen allein
nicht zureicht; es muss der Beistand Gottes erbeten werden. Die
christliche Kirche nimmt mit ihrer Kasualpraxis eine Notwendigkeit
positiv auf, die auch in außerchristlichen Lebensgemeinschaften empfunden
und wahrgenommen wird. Wo es um »Segen« geht, ist immer
das Menschsein als solches in seiner transzendenten Dimension betroffen.
Die kirchliche Kasualpraxis steht vor der Aufgabe, diese religiöse
Dimension auf christliche Weise zu gestalten. Dass diese Aufgabe nicht
immer leicht zu bewältigen sein wird, steht außer Frage.
Kasualien werden als Amtshandlungen bezeichnet, weil sie, zumindest
einige, auch einen kirchlichen Rechtsakt darstellen. Aus diesem
Grund wird die Taufe gelegentlich den Kasualien zugerechnet, weil sie
die Verleihung der Mitgliedschaft in sich schließt. Die Konfirmation ist
in vielen Kirchen mit dem Erwerb der vollen kirchlichen Rechte verbunden.
Auch die kirchliche Trauung wird mancherorts zur Voraussetzung
der Wahrnehmung der vollen kirchlichen Rechte gemacht; ihre
Rechtsnatur bezieht sich seit Einführung der Zivilehe jedoch nicht
mehr auf das Zustandekommen der Ehe. Der Rechtscharakter einer
kirchlichen Bestattung ist schwer anzugeben.
Die Trauung und die kirchliche Trauerbegleitung sind nicht in den
sonntäglichen Gemeindegottesdienst integriert, sondern werden in einem
Gottesdienst »aus Anlass von . . .« begangen. Ungeachtet des Umstandes,
dass Kasualien in ihrem Kern Fürbitthandlungen sind, sind sie
doch immer mit einer Wortverkündigung verbunden, in der das biblische
Zeugnis und die Lebenssituation eines Menschen aufeinander
bezogen werden. Die Kasualhandlungen werden daher von den Personen
vollzogen, die mit der öffentlichen Wortverkündigung beauftragt
sind. Aus ihrem Charakter als Amtshandlungen folgt, dass an ihrer
Durchführung andere Mitglieder des Presbyteriums beteiligt werden
können, insbesondere bei der Konfirmation.
Der Kasualhandlung geht in der Regel ein Kasualgespräch voraus.
Dieses und die Gestaltung der Handlung selbst unterstreichen die seelsorgliche
Dimension der Begehung.
Kasualien
388
Außerdem sind soziologische und sozialpsychologische Aspekte zu bedenken:
Bedeutung und Gestaltung der Kasualien werden von dem Wandel
der kirchlichen und gesellschaftlichen Lebenssituationen nicht unberührt
bleiben. Eine Volkskirche innerhalb einer bürgerlich geprägten
Gesellschaft nimmt in ihrer Kasualpraxis die Funktion der öffentlichen
Religion wahr. Sie vermittelt zwischen der öffentlichen und der privaten
Sphäre der Gesellschaft und verzichtet darauf, die religiöse Motivation
der Teilnehmenden auf ihre Christlichkeit zu befragen.
Sie verwirklicht die grundlegenden Formen gemeinschaftlichen Lebens
und lässt sie sichtbar werden. Die Aufnahme in den sozialen Verband
wie dann die Ausgliederung aus ihm werden durch Taufe und Bestattung
symbolisch dargestellt und damit zugleich vollzogen.
Ebenso wird eine Status-Änderung im Lebensgang (Konfirmation,
Trauung) durch die rituelle Begehung nicht nur sichtbar gemacht, sondern
zugleich in Kraft gesetzt. Die Ordnungen des sozialen und des individuellen
Lebens werden so Teil des persönlichen Erlebens und
damit in die Person integriert. Die rituelle Begehung von Schwellensituationen
überzeugt den einzelnen zugleich von der prinzipiellen Offenheit
seines Lebensvollzugs.
Die Kirche nimmt mit ihrer Kasualpraxis einen Dienst in der Gesellschaft
wahr, der sie in einen spannungsreichen Gegensatz zu ihren eigenen
religiösen Intentionen bringen kann. Bislang ist noch nicht abzusehen,
welche Veränderungen auf die kirchliche Kasualpraxis zukommen
werden, wenn die Kirche einmal nicht mehr »Volkskirche«
und die soziale Lebenswirklichkeit nicht mehr »bürgerliche Gesellschaft
« sein sollte.
Die Reformierte Liturgie bietet keine Formulare für sog. Realbenediktionen.
Sie folgt damit der gemeinreformatorischen und in allen evangelischen
Kirchen durchgehaltenen Entscheidung, keine Handlungen zu vollziehen,
durch die Gegenstände mit übernatürlichen Kräften ausgestattet
werden sollen. Soweit im evangelischen Bereich »Einweihungshandlungen
« vorgenommen werden, gelten sie nicht den Gegenständen, die in
Gebrauch genommen, sondern den Personen, die damit umgehen werden.
Einführung
389
(389)

Konfirmation

Einführung
Ein einheitliches Verständnis der Konfirmation gibt es nicht. Es lassen
sich aber bestimmte Elemente unterscheiden, die in unterschiedlicher
Zusammensetzung ein bestimmtes Konfirmationsverständnis kennzeichnen.
So kann Konfirmation verstanden werden
– als Abschluss des kirchlichen Unterrichts oder Zwischenstation des
»konfirmierenden Handelns« der Kirche;
– als Erinnerung an die Taufe, verbunden mit der Einladung oder erstmaligen
Zulassung zum Abendmahl;
– als Einstimmen in das Bekenntnis der Kirche, die eigenständige Bejahung
der Mitgliedschaft in der Gemeinde;
– als »persönliche Entscheidung für Christus«, konkretisiert im »Konfirmationsgelübde
«;
– als Fest auf dem Weg zur ausgebildeten Ich-Identität;
– als »Schwellenritus«, für den Vergewisserung und Ermutigung wichtig
sind, wie sie im Konfirmationssegen zugesprochen werden.
Zeitweise wurde der Konfirmationsgottesdienst als das Ziel des vorhergehenden
Unterrichts angesehen. Heute werden Unterricht und Konfirmation
eher als Vorbereitung auf das Leben als Christ oder Christin im
Alltag und in der Gemeinde betrachtet. Die Konfirmation wird dann als
»Sendung in die Welt« interpretiert. Unter volkskirchlichen Verhältnissen
steht bei nicht wenigen Eltern und Konfirmanden bzw. Konfirmandinnen
eher die lebenszyklische Bedeutung der Konfirmation im Vordergrund;
der Konfirmationssegen ist das eigentliche Ziel des Geschehens.
Form A gestaltet die Konfirmation vom Gedanken der »Zwischenstation
« her: Sie steht zwischen der Kindheit und dem Erwachsensein, der
Taufe und dem Leben als »mündiger Christ«. In den Gebeten und der
Anrede kommt dies zum Vorschein. Zugleich taucht aber auch das Element
der eigenständigen Bejahung des Glaubens der Christenheit auf.
So wird auch das Glaubensbekenntnis gemeinsam gesprochen. In den
Konfirmationsfragen tritt in allen Varianten die Zugehörigkeit zur Gemeinde
in den Vordergrund. Im Gebet nach der Konfirmationsfrage
und im Segen wird das Element der Bewahrung akzentuiert.
Form B unterstreicht den Gemeindebezug der Konfirmation. Die
Konfirmationsfrage und die Anrede nach der Konfirmationshandlung
sind auf das Leben in der Gemeinde und die Teilnahme am Abendmahl
bezogen. Die Formulierung der Konfirmationsfrage setzt voraus, dass
diese Frage jedem Konfirmanden und jeder Konfirmandin einzeln gestellt
wird. Dadurch und durch die Nennung des Namens wird der
Konfirmand oder die Konfirmandin als Persönlichkeit herausgehoben.
Einführung
393
Form C ist das Formular der Ev.-altreformierten Kirche für das öffentliche
Glaubensbekenntnis im Gottesdienst. Die Personen, die das
Glaubensbekenntnis ablegen wollen, sind in der Regel deutlich älter als
Konfirmanden und Konfirmandinnen in landeskirchlichen Gemeinden.
Viele Gemeinden haben gute Erfahrungen mit der Beteiligung der Konfirmanden
und Konfirmandinnen an der Gestaltung ihres Konfirmationsgottesdienstes
gemacht. Die Jugendlichen können
– Texte einbringen, in denen sie ihre eigenen Glaubensüberzeugungen
formulieren,
– zum Ausdruck bringen, was ihnen im Konfirmandenunterricht wichtig
geworden ist,
– ihre Erwartungen an die Gemeinde und die Kirche formulieren,
– ihren Konfirmationsspruch selbst aussuchen; wenn sie ihre Wahl im
Gottesdienst mit eigenen Worten erläutern, nehmen sie am Verkündigungsauftrag
der Gemeinde teil.
Die Konfirmation wird im Gemeindegottesdienst vollzogen. Faktisch hat
sich im Erleben der Beteiligten der Konfirmationsgottesdienst in einen
Kasualgottesdienst verwandelt: Die Konfirmanden und Konfirmandinnen
stehen im Mittelpunkt des Geschehens; sie sind durch eine besondere
Kleidung ausgezeichnet; sie ziehen vielerorts feierlich mit Pastor oder
Pastorin und Presbyterium in die Kirche ein, wobei sich die Gemeinde
zum Gruß erhebt; sie sitzen als gesonderte, erkennbare Gruppe beieinander;
sie werden im Gottesdienst gesondert angesprochen. Die Zusammensetzung
der Gemeinde ähnelt einem Kasualgottesdienst.
Diese besondere Akzentuierung des Konfirmationsgottesdienstes
kann bejaht werden, ebenso das biografische Gewicht der Konfirmation
für die Beteiligten. Der Konfirmationsgottesdienst darf einen ähnlich
festlichen Charakter haben wie eine Trauung. Die Konfirmationspredigt
sollte von Ermahnungen für den zukünftigen Lebensweg möglichst
freigehalten werden, damit die Konfirmation nicht zu einer »Entlassungsfeier
« gerät, für die es typisch ist, dass man den zu Entlassenden
noch etwas mit auf den Weg geben möchte. Die Frage des Fotografierens,
der Video- und Tonaufnahmen im Konfirmationsgottesdienst
sollte rechtzeitig mit der Konfirmandengruppe und den Eltern
besprochen werden. Der Wunsch, wichtige Ereignisse des eigenen Lebens
zu dokumentieren, muss mit dem Bestreben vermittelt werden,
den Konfirmationsgottesdienst von ablenkenden Elementen möglichst
freizuhalten.
Wenn Konfirmanden oder Konfirmandinnen unmittelbar vor der
Konfirmation oder im Konfirmationsgottesdienst getauft werden sollen,
ist zunächst zu beachten, dass die in der Leuenberger Kirchengemeinschaft
verbundenen Kirchen sich darauf verständigt haben, eine
Dopplung von (Erwachsenen-) Taufe und Konfirmation zu vermeiden.
Für die liturgische Gestaltung bedeutet dies, dass bisher noch nicht ge-
Kasualien
394
taufte Konfirmanden und Konfirmandinnen im Konfirmationsgottesdienst
getauft werden sollten. Wenn es üblich ist, die Konfirmationsfrage
jedem Konfirmanden, jeder Konfirmandin einzeln zu stellen, lässt
sich die Taufe bruchlos in das Konfirmationsgeschehen integrieren: An
der Stelle, wo einem bzw. einer Jugendlichen die Konfirmationsfrage
gestellt würde, wenn er bzw. sie schon getauft wäre, wird die Tauffrage
gestellt und die Taufe vollzogen. Für die Beteiligten ist es oft hilfreich,
ausdrücklich zu erklären, dass mit dieser Taufe auch die Konfirmation
vollzogen und der bzw. die Jugendliche damit »auch konfirmiert« ist.
Einführung
395
Übersicht
Form A
Die Übersicht beschränkt sich auf Form A. Bei B und C handelt es sich um
inhaltliche Varianten.
Musik zum Eingang
Einzug der Konfirmandinnen und Konfirmanden
Begrüßung und Eingangswort
Psalm oder Lied
Eingangsgebet
Schriftlesung
Lied oder Musik
Predigt
Psalm oder Lied
Konfirmation
Anrede
Glaubensbekenntnis
[Taufe]
Konfirmationsfragen
[Gebet]
Zuspruch des Segens
Psalm oder Lied
Wort des Presbyteriums
[Anrede an die Paten]
[Abendmahl]
Abkündigungen
Dankgebet und Fürbitten
Gebet des Herrn
Schlusslied
Segen
Musik zum Ausgang
Sammlungen
Kasualien
396
(396)
Konfirmation – Form A
Musik zum Eingang
Einzug der Konfirmandinnen und Konfirmanden. Die Gemeinde erhebt sich.
Begrüßung und Eingangswort
Zu diesem Konfirmationsgottesdienst heiße ich Sie herzlich
willkommen.
Heute ist für viele von uns ein besonderer Tag. Einige Paten,
Verwandte und Freunde sind von weither angereist. Eltern
haben diesen Tag geplant und vorbereitet. Ihr, liebe Konfirmandinnen
und Konfirmanden, seid besonders gespannt an
diesem Morgen.
Lasst uns nun mit allem, was uns beschäftigt, zu Gott beten
(und auf sein Wort hören und an seinen Tisch kommen).
Wir feiern diesen Gottesdienst
im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm oder Lied
Eingangsgebet
Guter Gott,
viele Wege sind wir gegangen.
Einige waren gut, die sind wir gern gegangen.
Andere haben wir uns nicht selber ausgesucht,
die waren oft schwer.
Welche Wege auf uns warten, wissen wir nicht.
Darum bitten wir dich heute:
Gehe du mit uns.
Und wenn wir dich vergessen,
dann bring dich bei uns in Erinnerung.
Stärke unser Vertrauen,
so wollen wir dich ehren und dir danken. Amen.
*
Konfirmation
Form A
397
Du, Herr, hast uns zu dir hin geschaffen,
und unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir.
Wir dürsten nach Leben,
wir suchen nach Erfüllung,
wir ahnen,
dass es mehr geben muss als alles,
was wir begehren und uns erträumen.
Lass uns dich finden, damit wir wahres Leben haben:
eins mit uns selbst,
eins mit den Menschen,
eins mit dir. Amen.
*
Barmherziger Gott,
wir suchen nach Antworten,
die unser Leben tragen kann.
Darum bitten wir,
dass du uns schenkst, was wir brauchen:
Worte, die weiterhelfen;
Vertrauen, das mutig macht;
Liebe, die uns lieben lässt;
Hoffnung für unser Leben und für die Welt.
Sei uns nahe mit deinem guten Geist,
damit alles, was wir denken und tun,
zum Leben hilft. Amen.
*
Presbyter / Presbyterin:
Barmherziger Gott,
du kennst uns.
Du weißt, wie aufgeregt viele von uns sind
und was uns durch den Kopf geht:
Da sitzen die Konfirmandinnen und Konfirmanden,
man sieht ihnen an,
wie sie auf dem Weg sind,
ihre Kindheit hinter sich zu lassen
und erwachsen zu werden.
Eine(r) von den Eltern:
Wir denken an die Zeiten,
die wir gemeinsam gehabt haben
und danken dir für alle Erfahrungen
von Nähe, Zutraulichkeit und Anerkennung.
Kasualien
398
Wir denken an die Sorgen,
die manchmal alles überschattet haben:
An endlose Diskussionen und Streit,
und danken dir, dass es nicht immer dabei blieb,
sondern dass es auch Versöhnung und neue Anfänge gab.
Eine(r) von den Eltern:
Wir sind uns bewusst,
dass wir einander manches schuldig blieben,
was nicht wieder gutzumachen ist.
Wir denken an die, die uns heute fehlen,
weil es Trennungen in unserem Leben gab
oder weil Menschen, die zu uns gehört haben,
schon gestorben sind.
Presbyter / Presbyterin:
Gott, wir sind bewegt von vielen Gedanken und Gefühlen
und bitten dich:
Nimm dich unser an
und lass uns deine Gegenwart spüren. Amen.
Schriftlesung
An dieser Stelle kann auch ein Beitrag der Jugendlichen stehen.
Lied oder Musik
Predigt
Psalm oder Lied
Konfirmation
Anrede
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!
Heute ist der Tag eurer Konfirmation.
Viele von euch sind in dieser Kirche getauft worden.
Die Gemeinde feierte Gottesdienst, Eltern und Paten standen
hier vorne, und natürlich wart ihr selber dabei. Das war vor
vielen Jahren. Nun seid ihr herangewachsen.
Konfirmation
Form A
399
Im Konfirmandenunterricht habt ihr euch mit Fragen des
christlichen Glaubens beschäftigt. Schon vorher haben viele
von euch davon gehört: im Elternhaus, im Kindergottesdienst,
im Religionsunterricht.
Wir haben gemeinsam nach Antworten gesucht.
Am Ziel des Glaubensweges ist noch keiner von uns.
Aber wir können und wollen schon heute einstimmen
in das Bekenntnis der Kirche, und uns damit hineinstellen
in die christliche Gemeinschaft, die viele Jahrhunderte,
viele Länder, viele verschiedene Menschen umfasst.
Wir vertrauen darauf, dass Gott uns auf unserem weiteren Weg
begleiten wird.
Lasst uns nun gemeinsam das Glaubensbekenntnis sprechen
und dazu aufstehen:
Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Kasualien
400
[Taufe
Falls aus der Konfirmandengruppe einzelne noch zu taufen sind, sollte das
an dieser Stelle geschehen. Die Betreffenden werden danach nicht noch
einmal konfirmiert, weil ihre Taufe die Konfirmation einschließt.
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
einige von euch sind bisher noch nicht getauft worden.
Es sind . . ..
Ihr habt den Wunsch, in diesem Gottesdienst getauft zu werden.
Ihr seid dann gleichzeitig konfirmiert.
Jeder Täufling wird gefragt:
. . . willst du getauft werden, so antworte: Ja.
Täufling: Ja.
Es schließen sich wahlweise die Konfirmationsfragen und -antworten
1, 2 oder 3 an.
. . ., ich taufe dich
auf den Namen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Der Taufspruch wird zugesagt, daran kann sich ein Segenswort anschließen; z.B.:
Der Segen des allmächtigen Gottes,
Vater, Sohn und Heiliger Geist,
komme auf dich
und bleibe in deinem Herzen allezeit. Amen.
Die Getauften erhalten ihren Tauf- / Konfirmationsschein.]
Konfirmationsfragen
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden
nun frage ich euch:
Wollt ihr zu der Gemeinde gehören, die den Glauben
an Jesus Christus bekennt? So antwortet: Ja.
Anwort: Ja.
Oder:
Konfirmation
Form A
401
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
nun frage ich euch:
Wisst ihr, dass ihr zu der Gemeinde gehört, die den Glauben
an Jesus Christus bekennt?
So antwortet: Ja, wir wissen es.
Antwort: Ja, wir wissen es.
Wollt ihr im Vertrauen auf Gott nach seinem Wort leben?
Antwort: Ja, wir wollen es.
Oder:
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
nun frage ich euch:
Wollt ihr zur Gemeinde Gottes gehören und im christlichen
Glauben bleiben und wachsen, so antwortet: Ja, mit Gottes
Hilfe.
Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe.
[Nun bekennt mit dem Heidelberger Katechismus,
was unser einziger Trost ist im Leben und im Sterben.
Konfirmandinnen und Konfirmanden sprechen (gemeinsam mit den soeben
Getauften):
Dass ich mit Leib und Seele
im Leben und im Sterben nicht mir,
sondern meinem getreuen Heiland
Jesus Christus gehöre.
Er hat mit seinem teuren Blut
für alle meine Sünden vollkommen bezahlt
und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst;
und er bewahrt mich so,
dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel
kein Haar von meinem Haupt kann fallen,
ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss.
Darum macht er mich auch
durch seinen Heiligen Geist
des ewigen Lebens gewiss
und von Herzen willig und bereit,
ihm forthin zu leben.]
Kasualien
402
[Gebet
Du, Jesus Christus, bist das Leben.
Gib diesen Jugendlichen,
was jeder Mensch zum Leben braucht.
Du bist das Licht der Welt.
Öffne ihre Augen,
dass sie sich und andere wahrnehmen
mit Augen der Liebe.
Du bist der gute Hirte.
Lass sie deine Stimme hören
und ihr folgen.
Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Hilf ihnen, das Leben zu gewinnen,
für die Wahrheit einzutreten
und ihren Weg zu finden.
Wir danken dir, dass du bei uns bist
an jedem Tag bis an das Ende der Welt. Amen.]
Zuspruch des Segens
Die Konfirmandinnen und Konfirmanden treten einzeln oder in Gruppen
nach vorne und bekommen einen Konfirmationsspruch zugesagt. Daran
schließt sich unter Handauflegung ein Segenswort an.
Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist,
gebe dir / euch seine Gnade:
Schutz und Schirm vor allem Bösen,
Stärke und Hilfe zu allem Guten,
dass du bewahrt wirst / ihr bewahrt werdet zum ewigen Leben.
Friede sei mit dir / euch.
*
Gott, der auf euch zukommt,
bestärke euch alle Zeit,
auf ihn zu vertrauen und zu hoffen.
Er segne und behüte euch auf allen euren Wegen,
damit ihr leben könnt
in seinem Schutz und Frieden.
Oder ein anderes Segenswort.
Konfirmation
Form A
403
Psalm oder Lied
Wort des Presbyteriums
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!
Im Namen des Presbyteriums beglückwünsche ich euch zu
eurer Konfirmation.
Wir laden euch ein, mit uns das Abendmahl Christi zu feiern
und im Gottesdienst, im Jugendkreis, in den Chören oder in
anderen Gruppen unserer Gemeinde Gemeinschaft zu erfahren.
Mit der Konfirmation erhaltet ihr das Recht, das Patenamt zu
übernehmen (und an Presbyteriumswahlen teilzunehmen).
Wir wünschen euch, dass eure Gemeinde für euch ein Ort sein
kann, wo ihr Kraft zum Leben findet.
Wir bitten euch, auch in eurem Alltag als junge Christinnen
und Christen zu leben. Wartet nicht auf andere, sondern fangt
selber damit an.
Liebe Gemeinde,
wir alle sind aufgerufen, die Jugendlichen
nicht allein zu lassen.
Lasst uns mit ihnen auf dem Weg des Glaubens bleiben und
versuchen, zum Segen für andere in der Welt zu leben.
[Anrede an die Patinnen und Paten
Liebe Patinnen und Paten,
Sie sind den heute konfirmierten Jungen und Mädchen und
ihren Eltern in besonderer Weise verbunden. An diesem Tag
geht Ihre Patenschaft zu Ende.
Und doch: Als Vertrauensperson der Jugendlichen, als
Gesprächspartner für sie oder ihre Eltern wird Ihre bisherige
Beziehung auch über die Konfirmation hinaus Bedeutung
haben.
Sie können für Ihr bisheriges Patenkind weiterhin jemand
außerhalb der Familie sein, mit dem es sich aussprechen kann
und von dem es sich verstanden fühlt.
Die Konfirmation kann deshalb für Sie ein Anlass sein, auch in
Zukunft Verbindung zu halten, zu schreiben, einzuladen oder
gemeinsam etwas zu unternehmen. Auch nach diesem Tag bleiben
Sie Zeugen seiner Taufe und nun auch seiner Konfirmation.]
[Abendmahl]
Kasualien
404
Abkündigungen
Dankgebet und Fürbitte
Lasst uns im Frieden den Herrn anrufen:
Für die Jugendlichen, für die wir Gottes Segen erbeten haben,
dass sie ihren eigenen Weg durch die Welt finden
und ihn mutig gehen lernen,
lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Für ihre Eltern, die sie weiter begleiten auf ihrem Weg,
nah oder von fern,
dass sie ihnen Freiheit gewähren,
ohne sie allein zu lassen mit ihren Aufgaben und Fragen,
lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Für die anderen, die ihnen unterwegs begegnen,
die eine Strecke mit ihnen gehen,
für ihre Lehrer und Lehrerinnen,
ihre Freundinnen und Freunde,
dass sie ein offenes Herz für sie haben,
lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Für die Menschen, die ihnen helfen werden,
den Weg des Glaubens zu gehen,
dass sie ihnen das Evangelium weitergeben können,
lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Für alle, die besondere Verantwortung tragen
für Frieden und Gerechtigkeit,
dass sie unseren Kindern und Enkeln
eine bewohnbare Erde hinterlassen,
lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Auf dein Erbarmen, Gott, sind wir angewiesen,
jeder für sich und alle gemeinsam.
Hilf uns, auf dein Wort zu hören und uns dir anzuvertrauen,
heute und morgen, bis an das Ende unserer Zeit.
Oder:
Konfirmation
Form A
405
Fürbitten der Eltern
Guter Gott,
wir freuen uns an diesem Tag mit unseren Kindern.
Heute feiern wir mit ihnen die Konfirmation.
Sie sind erwachsener geworden.
Wir danken dir,
dass unsere Kinder dir wichtig sind,
dass du sie liebst und lebensfähig machst.
Wir bitten dich,
bewahre unseren Kindern das, was uns an ihnen erfreut:
dass sie so lebendig und liebenswert sind,
dass sie vieles unbeschwert erleben können
und uns manches mit anderen Augen sehen lassen.
»Erleuchte und bewege uns,
leite und begleite uns.« (EG 608)
Gott, du bist uns allen wie Vater und Mutter;
wenn wir heute an die Zukunft unserer Kinder denken,
haben wir viele Wünsche:
Gesundheit und ein gelingendes Leben,
seelische Ausgeglichenheit und eine gute Ausbildung,
die Fähigkeit, sich selber und andere zu achten und zu lieben,
eine Aufgabe im Leben zu finden, die sie erfüllt,
ihren Weg im Glauben gehen zu können.
Wir können ihnen die Erfüllung nicht garantieren.
Dich aber bitten wir:
leite und begleite sie mit deiner Liebe.
»Erleuchte und bewege uns,
leite und begleite uns.«
Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Kasualien
406
Schlusslied
Segen
Der HERR segne euch und behüte euch;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig;
der HERR erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch Frieden. Amen.
Musik zum Ausgang
Wo es üblich ist, ziehen die Konfirmierten gemeinsam aus der Kirche.
Sammlungen
Konfirmation
Form A
407
Kasualien
408
Konfirmation – Form B
Bis einschließlich Reimpsalm oder Lied vor der Konfirmationshandlung verläuft
der Gottesdienst wie in Konfirmation – Form A.
Hinführung zum Glaubensbekenntnis
Liebe Gemeinde!
Wir bekennen uns als Gemeinde unseres Herrn Jesus Christus.
Vom Wort Gottes leben wir.
Sein Wort geben wir weiter:
»Jesus Christus,
wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird,
ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören,
dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen
und zu gehorchen haben.« (Barmen I)
In ihm hat Gott die Welt mit sich versöhnt.
In ihm hat Gott uns besucht und erlöst.
Darüber sind wir fröhlich. Dafür sind wir dankbar.
Daran wollen wir uns halten.
Wir vertrauen darauf, dass Gott nicht aufhört,
uns zu rufen und mit uns zu reden.
Darum lasst uns gemeinsam das Bekenntnis des Glaubens
sprechen und dazu aufstehen:
Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Konfirmation
Form B
409
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Die Gemeinde setzt sich, die Konfirmandinnen und Konfirmanden bleiben
stehen.
Anrede
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden
[und ihr, die ihr heute getauft wurdet].
Im Gehorsam gegen den Auftrag des Herrn
hat die Gemeinde angefangen,
die frohe Botschaft an euch weiterzugeben.
Sie wollte euch vertraut machen mit Bibel,
Katechismus und Gesangbuch.
Dabei ging es immer um das Evangelium von Jesus Christus,
der uns und die Welt gerettet hat.
Von diesem Evangelium spricht auch
die Frage 1 unseres Heidelberger Katechismus,
die ihr uns nun beantworten sollt:
»Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?«
Konfirmandinnen und Konfirmanden sprechen gemeinsam:
»Dass ich mit Leib und Seele
im Leben und im Sterben nicht mir,
sondern meinem getreuen Heiland
Jesus Christus gehöre.
Er hat mit seinem teuren Blut
für alle meine Sünden vollkommen bezahlt
und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst;
und er bewahrt mich so,
dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel
kein Haar von meinem Haupt kann fallen,
ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss.
Darum macht er mich auch
durch seinen Heiligen Geist
des ewigen Lebens gewiss
und von Herzen willig und bereit,
ihm forthin zu leben.«
HK 1
Kasualien
410
Mit diesem Bekenntnis bindet sich unsere Gemeinde
an den Dreieinigen Gott.
Heute fragen wir euch, ob ihr zu unserer Gemeinde
in der Evangelisch-reformierten Kirche gehören wollt,
die sich zu Jesus Christus bekennt.
Wir bekräftigen und bestätigen euch,
dass auch ihr berufen seid zur Gemeinschaft des Volkes Gottes
und hineingenommen in die Gemeinde, die der Sohn Gottes
sich aus allen Völkern der Erde versammelt, schützt und erhält.
Die Konfirmandinnen und Konfirmanden setzen sich; sie treten nach Aufruf
einzeln vor den Abendmahlstisch.
[Taufe s.S. 401 in Verbindung mit der Konfirmationsfrage dieses Formulars]
Konfirmationsfrage
. . ., willst du zu unserer Gemeinde gehören,
die sich zu Jesus Christus bekennt, so antworte: Ja!
Konfirmandin oder Konfirmand: Ja.
Der Denkspruch wird verlesen und der Konfirmationsschein mit Handschlag
überreicht.
Anrede
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!
Unser Herr Jesus Christus lasse euch lebendige Glieder
seiner Gemeinde sein. Er leite euch durch sein Wort
und seinen Geist.
Wir laden euch ein, mit uns die Botschaft von der Rettung
der Welt zu hören und im Abendmahl die Gemeinschaft
am Tisch des Herrn mit uns zu feiern.
Wir bitten euch, in der Gemeinschaft der Christen und
Christinnen zu bleiben und die Botschaft des Heils,
die allen Menschen gilt, nicht für euch zu behalten.
Bezeugt sie mit eurem Denken, mit euren Worten
und mit eurem Leben.
Wir vertrauen mit euch auf die Treue Gottes.
Des HERRN Wort ist wahrhaftig,
und was er zusagt, das hält er gewiss. (Ps 33,4)
Konfirmation
Form B
411
Anrede an die Gemeinde
Liebe Gemeinde!
Wir alle sind für unsere jungen Gemeindeglieder verantwortlich.
Lasst uns miteinander in der Schule der Heiligen Schrift bleiben.
Lasst uns darauf achten, dass die Botschaft von Jesus Christus
durch uns nicht behindert wird.
Lasst uns füreinander beten, dass wir die Stimme
des guten Hirten hören und unter seiner Herrschaft bleiben,
bis sein Reich kommt.
Konfirmandinnen und Konfirmanden erheben sich.
Zuspruch des Segens
Er aber, der Gott des Friedens,
heilige euch durch und durch
und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt,
untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.
Treu ist er, der euch ruft; er wird’s auch tun.
1Thess 5,23.24
Oder:
Gott aber, der der rechte Vater ist über alles,
was da Kinder heißt im Himmel und auf Erden,
der gebe euch Kraft
nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit,
stark zu werden durch seinen Geist
an dem inwendigen Menschen,
dass Christus
durch den Glauben in euren Herzen wohne
und ihr in der Liebe eingewurzelt
und gegründet seid.
Dem aber, der überschwänglich tun kann
über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen,
nach der Kraft, die in uns wirkt,
dem sei Ehre in der Gemeinde
und in Christus Jesus zu aller Zeit,
von Ewigkeit zu Ewigkeit!
nach Eph 3,15-17.20-21
Lied oder Musik
Kasualien
412
Abkündigungen
Dankgebet und Fürbitten
Lasst uns im Frieden den Herrn anrufen:
Für die Jungen und Mädchen,
für die wir Gottes Segen erbeten haben,
dass sie ihren eigenen Weg durch die Welt finden
und ihn mutig gehen lernen, lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Für ihre Eltern, die sie weiter begleiten
auf ihrem Weg, nah oder von fern,
dass sie ihnen Freiheit gewähren,
ohne sie allein zu lassen mit ihren Aufgaben und Fragen,
lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Für die anderen, die ihnen unterwegs begegnen,
die eine Strecke mit ihnen gehen,
für ihre Lehrerinnen und Lehrer,
ihre Freundinnen und Freunde,
dass sie ein offenes Herz für sie haben,
lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Für die Menschen, die ihnen helfen werden,
den Weg des Glaubens zu gehen,
dass sie ihnen das Evangelium weitergeben können,
lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Für alle, die besondere Verantwortung tragen
für Frieden und Gerechtigkeit,
dass sie unseren Kindern und Enkeln
eine bewohnbare Erde hinterlassen,
lasst uns bitten:
Herr, erbarme dich.
Auf dein Erbarmen, Gott, sind wir angewiesen,
jeder für sich und alle gemeinsam.
Hilf uns, auf dein Wort zu hören
und es dir anzuvertrauen,
heute und morgen, bis an das Ende unserer Zeit.
Konfirmation
Form B
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Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Segen
Der HERR segne euch und behüte euch;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig;
der HERR erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch Frieden. Amen.
Lied oder Musik
Wo es üblich ist, ziehen die Konfirmierten gemeinsam aus der Kirche.
Kasualien
414
Konfirmation – Form C
Dies ist das Formular der Ev.-altreformierten Kirche für das öffentliche Glaubensbekenntnis
im Gottesdienst. Es folgt nach dem Antwortlied auf die Predigt.
Anrede
Jesus Christus spricht: Wer nun mich bekennt vor den
Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem
himmlischen Vater.
Mt 10,32
Heute wollen sich einige Gemeindeglieder zum Bund Gottes
bekennen und den Namen des Dreieinigen Gottes,
auf den sie getauft sind, öffentlich in der versammelten
Gemeinde bezeugen.
Wir freuen uns über ihren Entschluss und geben ihnen gern
die Gelegenheit, mit ihrem Jawort in das Bekenntnis des
christlichen Glaubens einzustimmen.
Bekennen wir zuvor gemeinsam unseren christlichen Glauben
mit den Worten des Apostolischen Glaubensbekenntnisses:
Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Konfirmation
Form C
415
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen
Fragen zum Glauben
Wir legen euch nun Fragen zum Glauben vor, mit denen ihr
euch im Unterricht befasst habt.
P 1. Unser Glaube ist in der Bibel verwurzelt. Das Evangelium
des Alten und Neuen Testaments gibt ihm Inhalt und Ziel.
Das Bekennen der Kirche erwächst aus der Heiligen Schrift.
Die Bekenntnisschriften helfen uns, die Mitte und den
entscheidenden Inhalt der Schrift zu erkennen. Doch die
Heilige Schrift ist Grund und Maßstab aller Verkündigung
und Lehre.
Ä So fragen wir euch:
Erkennt ihr das Evangelium des Alten und Neuen Testaments
an als den von Gott gegebenen Grund und Maßstab
eures Glaubens und Lebens?
P 2. Unser Bekenntnis zu Gott ist immer Anwort. Bevor wir
uns zu ihm bekennen, hat er sich schon zu uns bekannt.
Die Taufe ist Zeichen und Siegel des Evangeliums, dass Gott
uns begegnet mit täglicher Fürsorge, in der Erlösung durch
Jesus Christus und im Wirken seines Heiligen Geistes.
Wir gehören allein Jesus Christus und nicht uns selbst, auch
nicht anderen Menschen oder Mächten.
Ä So fragen wir euch:
Ist euch die Taufe ein Zeichen und Siegel des Bundes, den
Gott in Christus mit uns geschlossen hat?
P 3. Gott gibt unserem Leben Sinn, Halt und Ziel. Jesus
Christus ist unser Friede und unser Heil. Er hat die Weisung
an Israel, Gott von ganzem Herzen zu lieben und den
Nächsten wie sich selbst, auch uns gegeben. Darum sollen
wir in der Nachfolge Jesu Christi nach Gottes Willen leben
und allem entgegentreten, was ihm widerspricht.
Kasualien
416
Ä So fragen wir euch:
Wollt ihr im Vertrauen auf Gottes Treue Jesus Christus nachfolgen
im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe?
P 4. Jesus Christus ist das Haupt der Gemeinde. Durch
seinen Heiligen Geist fügt er sie zur Einheit seines Leibes
zusammen. Wir leben in der Gemeinde in Verbundenheit
miteinander, in Achtung voreinander und im Achthaben
aufeinander. Jesus Christus macht uns frei von den gottlosen
Bindungen dieser Welt zu einem dankbaren Dienst
an seinen Geschöpfen.
Ä So fragen wir euch:
Wollt ihr euch am Leben der Kirche Jesu Christi beteiligen,
euch mit der Gemeinde im Gottesdienst versammeln, das
Wort Gottes hören und das Mahl des Herrn feiern?
Wie lautet eure Antwort?
Der Pastor / die Pastorin nennt einzeln die Namen derer, die ihren Glauben
bekennen. Sie antworten mit: Ja. Danach kann ihnen mit oder ohne Handauflegung
ein Bibelwort zugesprochen werden.
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Konfirmation
Form C
417
Kasualien
418
Gebet zum Konfirmationsjubiläum
Lieber Vater im Himmel!
Wir sind an diesem Tage zu dir gekommen
und wollen dich loben
mit unserm Singen und Beten
für deine Treue und Güte.
In deiner Treue zählst du unsere Jahre,
alles, dem wir begegnet sind,
alles, durch das wir hindurch mussten,
alles, das durch uns hindurchgegangen ist:
Es war Freude und Glück und Liebe
von anderen Menschen
und Warten, Hoffnung,
erfüllte und unerfüllte Hoffnung,
manchmal auch Wut und Ärger,
auch Zerstörung, Angst und Trauer.
Damit sind wir heute Morgen vor dir da.
Wir und besonders die unter uns,
die sich heute an den Tag
ihrer Konfirmation erinnern,
damals, als die Welt noch ganz anders aussah
und die Menschen doch so waren,
wie sie es heute sind.
Nach deiner Güte und Treue
wollen wir heute aufs Neue fragen,
nach dir, wie du mit uns gehst,
wie du im Wandel der Zeiten derselbe bleibst
und uns zeigst, wer wir sind.
Lass deine Güte heute Morgen
bei uns lebendig sein.
Sende deinen Geist auf uns,
damit wir hören, was du uns sagen willst.
Vereine uns durch deinen Geist zu einer Gemeinde,
die dich und deine Treue erkennt und lobt. Amen.
Gebet zum
Konfirmationsjubiläum
419

Wiederaufnahme eines
getauften Christen

Einführung
Die Wiederaufnahme in die Gemeinde ist mehr als ein Rechtsakt. Sie
kann im Gemeindegottesdienst vollzogen werden. Wenn das nicht möglich
ist, sollte sie in einer gottesdienstlichen Handlung im Beisein des
Presbyteriums geschehen. Dabei ist vorausgesetzt, dass vorher ein
Gespräch zwischen der aufzunehmenden Person und dem Pastor oder
der Pastorin der Gemeinde bzw. dem Presbyterium stattgefunden hat.
Bei den »Fragen zur Aufnahme« kann zwischen einer längeren und einer
kürzeren Fassung gewählt werden.
Einführung
423
Übersicht
Eingangswort
Anrede
Gebet
Fragen zur Aufnahme
Aufnahmebestätigung
Segen
Kasualien
424
Wiederaufnahme eines
getauften Christen
Eingangswort
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Anrede
. . ., Sie sind früher einmal in die christliche Kirche hineingetauft
worden. Nachdem Sie ausgetreten waren, haben Sie
nun den Wunsch, (wieder) in die Evangelische (Evangelischreformierte)
Kirche aufgenommen zu werden.
Das Presbyterium hat Ihren Antrag beraten und ihm gerne
entsprochen.
Die folgenden Texte sollen von Presbyterinnen oder Presbytern verlesen
werden.
1. Presbyter / Presbyterin:
Gottes Wort sagt:
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen,
erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten,
da Jesus Christus der Eckstein ist.
Eph 2,19-20
2. Presbyter / Presbyterin:
Das Bekenntnisbuch unserer Gemeinde,
der Heidelberger Katechismus, antwortet auf die Frage:
»Was glaubst du
von der heiligen allgemeinen christlichen Kirche?
Ich glaube,
dass der Sohn Gottes
aus dem ganzen menschlichen Geschlecht
sich eine auserwählte Gemeinde
zum ewigen Leben
durch seinen Geist und sein Wort
in Einigkeit des Glaubens
von Anbeginn der Welt bis ans Ende
versammelt, schützt und erhält
Wiederaufnahme
eines
getauften
Christen
425
und dass auch ich ein lebendiges Glied
dieser Gemeinde bin
und ewig bleiben werde.«
Gebet
Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass du Menschen
in deine Gemeinde rufst.
Du kennst die Wege, die wir gegangen sind.
Wir freuen uns, dass du uns zu deiner Gemeinde
zusammenführst
und bitten dich um deinen guten Geist. Amen.
Fragen zur Aufnahme
Wenn wir unsere Zugehörigkeit zur Kirche erklären,
ist das mehr als eine formale Angelegenheit.
Darum fragen wir Sie:
Wollen Sie unserer Gemeinde angehören,
an ihrem Leben teilnehmen,
mit uns Gottes Wort hören
und das Abendmahl feiern?
So antworten Sie: Ja.
Antwort: Ja.
Sind Sie bereit, zu Ihrer Kirchenmitgliedschaft
auch in der Öffentlichkeit zu stehen?
So antworten Sie: Ja.
Antwort: Ja.
Wollen Sie einen angemessenen Teil
Ihrer Zeit, Ihrer Fähigkeiten und Ihres Geldes
der Gemeinde zur Verfügung stellen?
So antworten Sie: Ja.
Antwort: Ja.
Oder:
Kasualien
426
Darum fragen wir Sie:
Wollen Sie unserer Gemeinde angehören
und an ihrem Leben teilnehmen?
So antworten Sie: Ja.
Antwort: Ja.
Aufnahmebestätigung
So nehmen wir Sie (wieder) auf.
Zum Zeichen dafür geben wir Ihnen die Hand
und heißen Sie in unserer Gemeinde willkommen.
Segen
Der Gott der Hoffnung aber erfülle dich
mit aller Freude und Frieden im Glauben,
dass du immer reicher werdest an Hoffnung
durch die Kraft des Heiligen Geistes.
Amen.
Röm 15,13
Oder ein anderes Segenswort, z.B. Eph 2,19f; Kol 2,6f
Wiederaufnahme
eines
getauften
Christen
427

Trauung

Einführung
Die Trauung hat in ihrer langen Geschichte verschiedene Elemente an
sich gezogen. Sie war in der Alten Kirche Segnungsgottesdienst für ein
Ehepaar am Tag der Hochzeit, in welchem Gott gebeten wurde, die
rechte Verbindung der Eheleute zustande zu bringen. Sie war Akt der
Eheschließung durch öffentliche Erfragung und Erklärung des Ehekonsenses,
des gemeinsamen Willens, die Ehe einzugehen, insbesondere
im römischen Rechtskreis. Sie war nach germanischem Sippenrecht
die feierliche Übergabe der Braut von ihrer Geburtsfamilie an die
Familie des Bräutigams. Von hier stammt die Bezeichnung: Trauung =
traditio = Übergabe. Diese Geschichte klingt noch heute nach.
Obgleich zwei Menschen schon als Eheleute zur Trauung kommen,
wird ihr Wille, die Ehe einzugehen, noch einmal öffentlich erfragt und
ausgesprochen. An die Stelle der »Traufragen« tritt allerdings zunehmend
das wechselseitig gegebene »Trauversprechen«. Vielerorts ist es
üblich, im Traugottesdienst noch einmal die Ringe zu wechseln.
Religionsgeschichtlich gesehen ist das Ziel der Trauhandlung der
Zuspruch des Segens. Dabei geht es nicht um das Gelingen der Partnerschaft
in den zukünftigen Jahren gemeinsamen Lebens, auch nicht
um eventuelle gemeinsame Kinder. Der Sinn des religiösen Ritus, der
im Segen kulminiert, ist vielmehr, die Verbindung der beiden Personen
zustande zu bringen. Dies kann nicht ohne göttlichen Beistand geschehen,
weil Mann und Frau nicht in ihrer persönlichen Eigenart, sondern
als Mann und Frau so verschieden sind, dass ihre Zusammenfügung
weder durch ihren eigenen Willen noch durch den gemeinsamen Willen
der Gemeinschaft gelingen kann. Weil die Trauung eine Segenshandlung
ist, hat sie die religiöse Funktion der Hochzeitsriten anderer
Kulturen und Religionen. Sie hat allerdings einen anderen Adressaten:
Sie wendet sich an den Gott, der Mann und Frau geschaffen und sie
schon im Anfang gesegnet hat.
Mit der Trauung wird zugleich der private Schritt der Begründung
eines gemeinsamen Lebens unter Zeugen »veröffentlicht«. Dieser Charakter
eignet der kirchlichen Trauung in weitaus höherem Maße als der
standesamtlichen Eheschließung. Das private emotionale Erleben wird
durch eine öffentliche Form sinnvoll gestaltet und in die eigene Wahrnehmung
eingeholt.
Die Gestaltung des Traugottesdienstes findet heute vermehrte Aufmerksamkeit,
insbesondere bei dem Brautpaar und den Menschen, die
mit ihm verbunden sind. Das Bewusstsein, ein ›außerordentliches‹ Ereignis
zu begehen, ist gewachsen, seit das dauernde Zusammenleben
von Mann und Frau nicht mehr auf die Ehe beschränkt ist und die Eheschließung
darum in weitaus stärkerem Maße als früher nicht nur das
Einführung
431
Ja zu einem bestimmten Menschen, sondern auch zu einem bestimmten
gesellschaftlichen Status und einer besonderen Bindung geworden
ist. Im Wunsch nach einer feierlichen und äußerlich oftmals aufwendigen
Gestaltung und der Bereitschaft, sich innerlich »ergreifen« zu lassen,
meldet sich die Sehnsucht nach der Begegnung mit dem Erhabenen.
Der kirchliche Traugottesdienst sollte diese Sehnsucht positiv aufnehmen
und nicht rigoristisch abwehren. Das Sehnen nach Glück ist
christlich legitim. Die im Gottesdienst verwendeten Lieder, Texte und
die Trauansprache können dem menschlichen Glücksverlangen Tiefe
geben, wenn sie es hineinstellen in den göttlichen Willen, Leben und
Segen zu gewähren. Dabei kann nicht außer Acht gelassen werden,
dass das menschliche Sehnen nach Glück stets gefährdet und auch die
emotionale Bindung zweier Menschen aneinander ambivalent und
vom Scheitern bedroht ist. Diese Aspekte sollten im Fürbittgebet aufgenommen
werden: Das menschliche Glücksverlangen und seine möglichen
Gefährdungen und auch die menschliche Liebe in ihrer verbindenden
Kraft wie in ihrem Bedrohtsein durch das Scheitern werden
vor Gott zur Sprache gebracht.
Die Reformierte Liturgie bietet kein Formular für die Trauung einer
konfessionsverschiedenen Ehe. Wir verweisen dafür auf die von der
Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche
in Deutschland herausgegebene »Gemeinsame Feier der kirchlichen
Trauung«.
Die kirchliche Trauung befindet sich am stärksten von allen Kasualien
im Schnittpunkt kirchlicher, privater und gesellschaftlicher Erwartungen.
Zur sorgfältigen Vorbereitung des Traugottesdienstes gehört darum
das Gespräch mit dem Brautpaar auch über Fragen der äußeren
Gestaltung wie der Musik, des Fotografierens, der Ausschmückung des
Kirchenraums.
Weithin ist es üblich, dass der Pastor oder die Pastorin das Brautpaar
am Kircheneingang empfängt und mit ihm, eventuell weiteren
Personen und blumenstreuenden Kindern, feierlich in die Kirche einzieht.
Die Gemeinde sollte sich bei diesem Einzug erheben als Zeichen
des Grußes. Ebenso wird der Pastor oder die Pastorin dem Brautpaar
am Ende des Gottesdienstes zur Kirchentür vorausgehen und sich erst
dort von ihm verabschieden.
Wenn im Traugottesdienst ein Ringwechsel der Eheleute stattfindet,
sollten die Eheleute einander den Ring anstecken.
In den Rahmentexten, der Trauansprache und den Gebeten eines
Traugottesdienstes steht die Freude über das Geschenk der Liebe und
der Dank für das gemeinsame Leben stark im Vordergrund. Das kann
nicht anders sein. Dennoch sollte diese Freude, dieser Dank so zum
Ausdruck gebracht werden, dass sich andere Menschen nicht ausgeschlossen,
übergangen oder ignoriert fühlen müssen: Zu einer Hochzeitsgesellschaft
können auch Menschen gehören, deren Ehe geschei-
Kasualien
432
tert ist, die bewusst ehelos oder in anderen Lebensformen leben, Menschen,
die vielleicht unter ihrer Partnerschaft leiden oder die sich nach
einer Partnerschaft sehnen. Die berechtigte Freude und der begründete
Dank sollen nicht so ausgesprochen werden, dass andere abgewertet
werden oder ihre Gefühlslage ignoriert wird.
Es kann geschehen, dass Eheleute zur Trauung Kinder mitbringen,
die in diesem Gottesdienst getauft werden sollen. In einem solchen
Fall wird zunächst die Trauung vollzogen. Nach dem Trausegen kann
ein Lied zur Taufhandlung überleiten. Eine kurze Taufansprache sollte
nicht fehlen, sofern nicht die zu vollziehende Taufe bereits in der Trauansprache
thematisiert wurde. Die Taufe erfolgt alsdann nach der üblichen
Ordnung. Im abschließenden Gebet werden Trauung und Taufe
zusammengeführt.
Einführung
433
Übersicht
Form A
Die Übersicht beschränkt sich auf Form A. Bei Form B handelt es sich um
eine inhaltliche Variante.
Musik zum Eingang
Eingangswort
Begrüßung
Psalm oder Lied
Gebet
[Psalm- oder Liedstrophe]
Trauansprache
Lied oder Musik
Schriftworte oder Biblische Vermahnung
[Gebet]
Traufragen und Versprechen
[Ringwechsel]
Zuspruch des Segens
Psalm oder Lied
Dankgebet und Fürbitten
Überreichung der Traubibel
[Abkündigungen]
Gebet des Herrn
Segen
Musik zum Ausgang
Kasualien
434
Trauung – Form A
Musik zum Eingang
Üblicherweise wird das Ehepaar vom Pastor oder der Pastorin an der
Kirchentür abgeholt und zu seinem Platz geleitet.
Eingangswort
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
Der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht loslässt das Werk seiner Hände.
Oder ein anderes Bibelwort.
Begrüßung
Liebe Gemeinde,
wir sind hier mit dem Ehepaar . . . und . . . versammelt,
um ihre Ehe unter Gottes Verheißung zu stellen
und seinen Segen zu erbitten.
Psalm oder Lied
Gebet
Lieber Vater im Himmel,
wir danken dir für deine Güte und Treue,
die du allen zuwendest.
Du liebst und behütest uns,
wie immer unser Leben verläuft,
ob wir allein sind
oder unseren Weg mit einem anderen Menschen teilen.
Trauung
Form A
435
In dieser Stunde danken wir dir besonders dafür,
dass . . . und . . . sich gefunden haben
und ihr Leben miteinander teilen wollen.
Wir bitten dich für die beiden,
dass sie im Hören auf dein Wort zur Ruhe kommen
und Stärkung erfahren für heute
und für ihren künftigen Weg.
Wir bitten dich auch für uns.
An einem Tag wie heute
überdenken wir auch unsere eigenen Geschichten
mit Liebe und Partnerschaft, mit Ehe und Familie:
Glückliche Geschichten
und Geschichten von Versagen und Scheitern;
dankbare Erinnerungen steigen in uns auf,
aber auch Wehmut und Bitterkeit.
Gott, mit deinem guten Geist sei nun bei uns
und nimm dich unser an mit allem, was uns bewegt. Amen.
*
Guter Gott, dieser Tag ist schön.
Gemeinsam mit dem Brautpaar freuen wir uns,
dass wir ihn erleben dürfen;
den Tag, an dem sie vor dir und vor uns versprechen,
beieinander zu bleiben und einander die Treue zu halten.
Aber wir wissen auch:
Wenn Menschen sich etwas versprechen,
dann kann das schnell in Vergessenheit geraten.
Wir bitten dich:
Rede zu uns,
damit dein Wort unserem Wort Kraft verleihe,
halte uns die Treue,
damit wir einander die Treue halten können.
Sei bei uns und mit uns in diesem Gottesdienst. Amen.
*
Du Gott des Bundes und der Treue,
wir sind heute zusammengekommen,
um Hochzeit zu feiern:
die Liebe dieser beiden Menschen,
die zueinander gefunden haben
und beieinander bleiben wollen.
Wir danken dir, dass du Liebe stiftest,
dass wir aus dem Geschenk deiner Liebe leben dürfen.
Kasualien
436
Aber wir brauchen auch Wegweisung,
wir brauchen deine Zusage,
dass du uns mit uns selbst nicht allein lässt,
sondern zu uns hältst und bei uns bleibst.
Darum bitten wir dich:
Sage uns dein Wort,
dass wir es hören und verstehen,
dass es uns Mut macht,
das gemeinsame Leben auf deine Zusage hin zu wagen,
dass es uns aufrichtet, wenn wir traurig sind.
Herr, gib uns dein Wort
für diesen Gottesdienst,
für das gemeinsame Leben von . . . und . . .,
für unser aller Leben. Amen.
*
Treuer, barmherziger Gott,
wir sind aufgeregt und gespannt
und auch außer Atem von allem,
was wir erlebt haben
in den letzten Tagen und Stunden.
So kommen wir jetzt zu dir:
mit unserem Herzklopfen
und mit unserer Freude.
Wir bitten dich, Gott:
Gib uns ein offenes Herz
und ruhigen Atem.
In diesem Gottesdienst dürfen wir Verheißungsvolles hören:
Wir haben Ja zueinander gesagt,
nun willst auch du dein Ja zu uns sprechen.
Lass uns spüren, dass du uns nahe bist
und uns mit deiner Liebe begleitest.
So können wir sichere Schritte tun,
heute, an diesem Festtag,
und auch später, solange wir leben. Amen.
[Psalm- oder Liedstrophe]
Trauansprache
Lied oder Musik
Trauung
Form A
437
Schriftworte / Biblische Vermahnung
Hört das Wort der Heiligen Schrift:
Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,
zum Bilde Gottes schuf er ihn;
und schuf sie als Mann und Frau.
Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen
und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch.
Was nun Gott zusammengefügt hat,
das soll der Mensch nicht scheiden!
Der Apostel schreibt:
So zieht nun an als die Auserwählten Gottes,
als die Heiligen und Geliebten herzliches Erbarmen,
Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld;
und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander,
wenn jemand Klage hat gegen den andern;
wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!
Über alles aber zieht an die Liebe,
die da ist das Band der Vollkommenheit.
Und der Friede Christi,
zu dem auch ihr berufen seid in einem Leibe,
regiere in euren Herzen; und seid dankbar.
Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen:
Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken,
das tut alles im Namen des Herrn Jesus
und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.
1Mose 1,27; 2,24;
Mt 19,4-6; Kol 3,12-17
Außerdem kann gelesen werden:
So ist’s ja besser zu zweien als allein;
denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe.
Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf.
Weh dem, der allein ist, wenn er fällt!
Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft.
Auch, wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich;
wie kann ein Einzelner warm werden?
Einer mag überwältigt werden,
aber zwei können widerstehen,
und eine dreifache Schnur
reißt nicht leicht entzwei.
Pred 4,9-12
Kasualien
438
Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben;
denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt,
der ist von Gott geboren und kennt Gott.
Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht;
denn Gott ist die Liebe.
Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns,
dass Gott seinen eingebornen Sohn
gesandt hat in die Welt,
damit wir durch ihn leben sollen.
Darin besteht die Liebe:
nicht dass wir Gott geliebt haben,
sondern dass er uns geliebt hat
und gesandt seinen Sohn
zur Versöhnung für unsre Sünden.
Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt,
so sollen wir uns auch untereinander lieben.
Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
Darin ist die Liebe bei uns vollkommen,
dass wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts;
denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt.
Furcht ist nicht in der Liebe,
sondern die vollkommene Liebe
treibt die Furcht aus;
denn die Furcht rechnet mit Strafe.
Wer sich aber fürchtet,
der ist nicht vollkommen in der Liebe.
Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.
1Joh 4,7-11.16b-19
Oder:
Biblische Vermahnung
Nach Gottes Willen soll die Ehe ein Bund für das ganze Leben
sein. Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht
scheiden.
Jesus Christus spricht: Bleibt in meiner Liebe, und der Apostel
rät: Zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit;
und der Friede Christi regiere in euren Herzen.
Durch die Liebe Gottes kann eure Ehe bewahrt werden
vor der Gleichgültigkeit und vor der Kälte des Herzens.
Trauung
Form A
439
Das Wort Gottes kann euch stärken und rüsten,
wenn es heißt: Vergebt euch untereinander;
gleichwie der Herr euch vergeben hat, so auch ihr.
Dadurch wird eure Ehe jeden Tag erneuert.
Wir, eure Gemeinde, bitten mit und für euch,
dass ihr eure Ehe im Glauben an Gott, in der Liebe Jesu Christi
und in der Hoffnung des Heiligen Geistes führt,
dass das Wort Gottes bei euch lebendig ist
und ihr seiner Gemeinde verbunden bleibt.
[Gebet
Ihr wollt euch nun vor Gott das Eheversprechen geben.
Darum lasst uns beten:
Barmherziger Gott,
erforsche unsere Herzen
und prüfe, wie wir’s meinen.
Wir geben unser Ja in menschlicher Schwachheit.
Nimm gnädig an, was wir versprechen,
und lege darauf deinen Segen. Amen.]
Traufragen und Versprechen
Ob bei den Fragen die Anrede »Sie« oder »du« gewählt wird, bleibt der
örtlichen Sitte oder dem vorher Vereinbarten überlassen.
Nachdem wir das Wort der Heiligen Schrift gehört haben,
frage ich euch vor Gott
und in Gegenwart dieser christlichen Gemeinde:
. . ., willst du . . . als deine Ehefrau
aus Gottes Hand annehmen,
sie lieben und ehren,
Freude und Leid mit ihr teilen
und den Bund der Ehe mit ihr treu bewahren,
bis der Tod euch scheidet,
so antworte: Ja. (Oder: Ja, mit Gottes Hilfe.)
Antwort: Ja / Ja, mit Gottes Hilfe.
Kasualien
440
. . ., willst du . . . als deinen Ehemann
aus Gottes Hand annehmen,
ihn lieben und ehren,
Freude und Leid mit ihm teilen
und den Bund der Ehe mit ihm treu bewahren,
bis der Tod euch scheidet?
So antworte: Ja. (Oder: Ja, mit Gottes Hilfe.)
Antwort: Ja / Ja, mit Gottes Hilfe.
Oder:
Der Bräutigam spricht:
Liebe . . .,
ich nehme dich als meine Frau aus Gottes Hand.
Ich verspreche dir, dich zu lieben
und zu dir zu stehen im Bund unserer Ehe,
von diesem Tag an in guten und schweren Zeiten,
in Krankheit und Gesundheit,
in Reichtum und Armut,
in Freude und in Sorgen,
solange wir beide leben.
Die Braut spricht:
Lieber . . .,
ich nehme dich als meinen Mann aus Gottes Hand.
Ich verspreche dir, dich zu lieben
und zu dir zu stehen im Bund unserer Ehe,
von diesem Tag an in guten und schweren Zeiten,
in Krankheit und Gesundheit,
in Reichtum und Armut,
in Freude und in Sorgen,
solange wir beide leben.
[Ringwechsel
Als Zeichen eures Ehebundes gebt einander die Ringe.]
Trauung
Form A
441
Zuspruch des Segens
Das Ehepaar kann stehen oder knien.
Gebt einander die rechte Hand.
Der Dreieinige Gott segne eure Ehe.
Er behüte euren Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit. Amen.
Oder:
Der barmherzige Gott,
der euch durch seine Gnade zur Ehe berufen hat,
verbinde euch in Liebe und Treue
und gebe euch seinen Segen. Amen.
Psalm oder Lied
Dankgebet und Fürbitten
Barmherziger Gott,
wir bitten für . . . und . . .,
lass sie unter deinem Schutz
zum Glück eines gemeinsamen Lebens finden,
dass ihre Liebe durch alle Jahre ihres Lebens zunimmt,
dass sie auch in schwierigen Zeiten zueinander stehen
und sich von dir führen lassen;
für ihre Eltern, ihre Familien und für alle,
die ihnen in Freundschaft verbunden sind,
dass du sie in gegenseitiger Zuwendung
und Dankbarkeit erhältst;
für alle, die sich einmal das Jawort gegeben haben,
dass sie in Freude und Leid zusammenstehen
und einer den anderen und seine Last trägt;
für die Menschen,
die an ihrer Ehe nicht festhalten konnten,
dass das Vergangene zur Ruhe kommt
und sie einen neuen Weg finden.
Herr, unser Gott,
es ist dein Werk, dass es in der Welt Liebe gibt
und dass sich Menschen in Liebe aneinander binden.
Kasualien
442
Wir bitten dich, öffne unser Herz für die Liebe,
die uns Jesus Christus vorgelebt und erwiesen hat,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt heute und morgen. Amen.
*
Herr, unser Gott.
Du stiftest Gemeinschaft zwischen uns Menschen.
Wir danken dir,
dass wir in dieser Gemeinschaft leben dürfen.
Lass uns das nicht wieder vergessen,
auch dann nicht, wenn es schwierig wird,
wenn einer den anderen nicht mehr versteht,
wenn der Alltag kommt
und die alltäglichen Sorgen uns aufreiben.
Wir bitten dich:
Gib diesem Ehepaar Kraft von deiner Kraft,
dass sie einander tragen,
Treue von deiner Treue,
dass sie einander die Treue halten,
Liebe von deiner Liebe,
dass sie einander von Herzen lieben
und über ihrem eigenem Glück
andere Menschen nicht vergessen,
die ihre Hilfe brauchen.
Lass sie ihren Kindern
stets auf einem guten Weg vorangehen.
Erhalte sie gemeinsam bei deiner Gemeinde,
damit sie auch am Ende ihres Weges
dich loben und preisen. Amen.
*
Guter Gott, durch dich
kommt die Liebe in unsere Welt.
Wir danken dir,
dass diese beiden einander gefunden haben
und in Liebe und Treue
miteinander verbunden sein wollen.
Durch deinen Heiligen Geist
kannst und willst du geben,
dass ihre Liebe nicht erlischt.
Trauung
Form A
443
Wir bitten dich:
Begleite die beiden
durch ihr gemeinsames Leben.
Hilf, dass sie jeden Tag deinen Willen
für sich erkennen und dir folgen.
Schenke ihnen Gesundheit,
Arbeit und das tägliche Brot.
Wenn sie in Not sind, stehe ihnen bei.
Wenn es ihnen gut geht, lass sie dir dafür danken.
Vertraust du ihnen Kinder an,
hilf ihnen, gute Eltern zu sein.
Bleiben sie ohne Kinder,
gib ihnen Fantasie und Geduld,
in einer lebendigen Gemeinschaft zu leben.
Erhalte sie bei deiner Gemeinde,
unter deinem Wort und Segen.
Wir sind von deiner Liebe umgeben;
du willst uns zu einem glücklichen Leben helfen.
Darum bitten wir dich nicht nur für dieses Ehepaar,
sondern für alle Menschen,
die auf unterschiedlichste Weise miteinander leben.
Schütze auch das Glück der homosexuell Liebenden,
bewahre sie vor Vorurteilen und böser Nachrede,
lass sie Menschen finden,
von denen sie sich angenommen fühlen,
lass ihren Gang gewiss sein.
Für die glücklichen Beziehungen danken wir dir,
für die gefährdeten bitten wir um deine Hilfe,
für die zerbrochenen um Vergebung und Trost.
Deine Liebe ist größer als unser Herz.
Lass uns Liebe üben nicht nur heute und morgen,
sondern unser Leben lang. Amen.
Überreichung der Traubibel
Diese Bibel überreiche ich im Namen der Gemeinde
zur Erinnerung an den Tag Ihrer Trauung
und zu einem gesegneten Gebrauch.
[Abkündigungen]
Kasualien
444
Gebet des Herrn
Wir beten gemeinsam:
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Segen
Der HERR segne euch und behüte euch.
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig.
Der HERR erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch Frieden. Amen.
Musik zum Ausgang
Trauung
Form A
445
Kasualien
446
Trauung – Form B
Diese Form einer Trauung aus der Ev.-altreformierten Kirche wird hier nur in
ihren Besonderheiten aufgeführt, beginnend mit dem Lied nach der Predigt.
Lied oder Musik
Worte zur Ehe
Wir sind hier als Gemeinde versammelt,
um die Ehe von . . . und . . .
vor dem Angesicht Gottes zu bestätigen und mit ihnen
und für sie seinen Segen zu erbitten.
Die Ehe ist nach Gottes Willen eine Gemeinschaft
für das ganze Leben, in der zwei Menschen
einander erfreuen und dienen
und in Glück oder Unglück Liebe und Treue
schenken und empfangen.
Wenn ein Mann und eine Frau im Namen des Herrn
ihren Bund der Ehe schließen, bezeugen sie:
Wir wollen einander in allen Dingen
treu zur Seite stehen
und in Liebe ganz gehören.
Sie suchen gemeinsam
nach dem Willen Gottes für ihr Leben.
Gemeinsam erfüllen sie ihre Aufgabe
und sorgen für ihre Familie.
Gemeinsam gehen sie den Kindern,
die ihnen anvertraut werden,
voran in einem Leben mit Gott und seiner Gemeinde.
Gemeinsam nehmen sie als Mann und Frau
ihren Auftrag in der Gesellschaft wahr
als Menschen auf dem Weg in die Zukunft Gottes.
Ihre Verbundenheit miteinander ist
ein Gleichnis des Bundes
zwischen Christus und seiner Gemeinde.
Darum, . . . und . . ., liebt einander,
wie Christus seine Gemeinde geliebt hat.
Trauung
Form B
447
Auch ihr sollt einander in Liebe dienen,
in Weisheit führen und helfen,
in Geduld annehmen
und Vergebung gewähren.
Teilt alles miteinander,
ohne dem anderen die Freiheit zu nehmen.
Steht einander in allen Lebensumständen zur Seite,
ohne den anderen zu beherrschen
oder ihm willenlos zu folgen.
Bildet eine feste Gemeinschaft,
seid euch aber dessen bewusst,
dass eure Familie
Teil einer größeren Gemeinschaft ist.
Seid bereit,
Verantwortung außerhalb der eigenen Familie zu übernehmen.
Ihr sollt eure Aufgaben erfüllen und einander helfen,
aber auch dafür sorgen,
dass die Ruhe genügend Raum erhält
und das Leben als Geschenk erfahren wird.
So bleibt ihr in der Liebe des Herrn,
der sich selbst mit uns verbunden hat
und uns ruft zu seinem großen Hochzeitsfest (Offb 19,7).
Eheversprechen
Der Pastor bittet das Paar aufzustehen, einander die rechte Hand zu geben
und das Eheversprechen zu geben bzw. die Traufragen zu beantworten.
Der Bräutigam:
Ich, . . ., nehme dich, . . ., zu meiner Frau.
Ich bekenne hier vor Gott und seiner Gemeinde,
dass wir von Gott zu dieser Ehe berufen sind,
und ich verspreche,
dich zu lieben,
zu beschützen und zu trösten.
Ich verspreche, dich nicht zu verlassen,
weder in guten noch in schlechten Tagen,
weder in Reichtum noch in Armut,
weder in Gesundheit noch in Krankheit.
Ich werde dir die Treue halten,
bis der Tod uns scheidet.
Kasualien
448
Die Braut:
Ich, . . ., nehme dich, . . ., zu meinem Mann.
Ich bekenne hier vor Gott und seiner Gemeinde,
dass wir von Gott zu dieser Ehe berufen sind,
und ich verspreche,
dich zu lieben,
zu beschützen und zu trösten.
Ich verspreche, dich nicht zu verlassen,
weder in guten noch in schlechten Tagen,
weder in Reichtum noch in Armut,
weder in Gesundheit noch in Krankheit.
Ich werde dir die Treue halten,
bis der Tod uns scheidet.
Anstelle des Eheversprechens können folgende Traufragen gestellt werden:
. . . und . . ., bekennt ihr, dass ihr in eurer Ehe
durch Gott berufen seid zu gegenseitiger Treue
in guten und schlechten Tagen,
in Reichtum und Armut,
in Gesundheit und Krankheit,
bis der Tod euch scheidet?
Wollt ihr auch gemeinsam in Gottes Namen
Verantwortung übernehmen
für alle, die euch anvertraut werden,
und für euren Dienst als Familie in der Gesellschaft?
Brautpaar (einzeln): Ja.
Oder: Ja, mit Gottes Hilfe.
[Ringwechsel
Mit diesem Ring gelobe ich dir Liebe und Treue.]
Trauung
Form B
449
Gebet
Das Brautpaar kniet nieder.
Herr, unser Gott, Gott des Bundes,
wir bitten dich für diese beiden Menschen,
Mann und Frau, die in deinem Namen verbunden sind:
Hilf ihnen, dass sie einander beistehen.
Bewahre und erneuere durch deine Nähe
ihre Liebe und Treue
in guten und in schlechten Tagen
durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.
Segen
Der Gott Abrahams und Saras,
Isaaks und Rebekkas,
Jakobs und Rahels,
der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
segne und behüte euch,
damit ihr in Frieden und Freude
euer Leben lang verbunden bleibt
zum Segen für euch und für andere. Amen.
Psalm oder Lied
(als gesungener Zuspruch der Gemeinde, z.B. Reimpsalm 121,4)
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Kasualien
450
Gebet zum Ehejubiläum
Du Gott der Treue,
wir blicken zurück auf . . . gemeinsame Jahre
und danken dir, dass du unseren Weg
so verlässlich begleitet hast.
Wir wärmen uns an den Erinnerungen unserer Verliebtheit
und unseres jugendlichen Übermuts.
Wir denken zurück an viele Augenblicke
von Glück und Harmonie.
Gott, du weißt:
Es gab auch Auseinandersetzung und Streit,
Zeiten von Entfremdung und Schmerz.
Wir sind froh, dass wir das Schwere ausgehalten haben
und danken dir, dass wir uns nicht verloren haben.
Gott, wir wissen:
Du hast uns durch manche Abgründe hindurch getragen.
Nun bitten wir dich für die Zeit, die vor uns liegt:
Begleite uns weiterhin mit deinem Segen,
mit deiner Liebe und mit deiner Treue.
Lass uns weiter wachsen
in unserer Vertrautheit,
in unserem gegenseitigen Verständnis
und in der Freude aneinander. Amen.
Gebet zum
Ehejubiläum
451

Trauerbegleitung

Einführung
Der Ablauf der kirchlichen Bestattung ist durch Herkommen und örtliche
Gegebenheiten weithin vorgegeben und sehr vielfältig. Die Reformierte
Liturgie bietet Beispieltexte für unterschiedliche Situationen
der Trauerbegleitung.
Die Begleitung von Trauernden und die Sorge für eine menschenwürdige
Bestattung Verstorbener ist ein Anliegen der christlichen Gemeinde,
das bis in die frühe Zeit der Christenheit zurückreicht. Die
christliche Gemeinde hat dieses Anliegen wahrgenommen auch zu Zeiten,
wo an dem Tod eines Menschen allenfalls seine unmittelbaren
Angehörigen Anteil nahmen, während die weitere Lebensgemeinschaft
sich teilnahmslos verhielt. Der Glaube an das ewige Leben hat den Toten
eine Würde gegeben, die sie in anderen religiösen und kulturellen
Kontexten nicht besessen haben. Zugleich hat die christliche Gemeinde
stets ihre Aufgabe darin gesehen, Trauernde mit dem Trost der
Glaubenshoffnung zu ermutigen.
Erst vor vergleichsweise kurzer Zeit hat sich das Empfinden und eine
ihm entsprechende Praxis herausgebildet, dass durch den Tod eines
Menschen seine gesamte Lebenswelt und die ihn umgebende Gemeinschaft
betroffen ist. Das hat dahin geführt, dass idealtypisch die gesamte
Lebens- bzw. Wohngemeinschaft eines Menschen – in ländlichen
Verhältnissen das ganze Dorf – an den Trauerfeierlichkeiten teilnahm
und dem Verstorbenen »das letzte Geleit« zu geben sich verpflichtet
sah. Sie erwies ihm damit »die letzte Ehre« und brachte seine soziale
Existenz zu einem menschenwürdigen Abschluss. Der Tod des Einzelnen
wurde als Bedrohung der gesamten Lebensgemeinschaft empfunden,
die auf diese Bedrohung rituell reagierte. Das Trauergeleit zu
gewähren, war vor allem eine Sache der Männer, den Sarg zu tragen
und in die Erde zu senken, eine Aufgabe der unmittelbaren Nachbarn.
Das kirchliche Handeln anlässlich eines Trauerfalls einschließlich der
Bestattungszeremonie gewann damit über die persönliche Trauerbegleitung
hinaus den Charakter einer »Sozial-Seelsorge«. Damit geriet
auch der rituelle Vollzug der Beisetzung in einen anderen Kontext. Die
Traueransprache gewann nicht ausschließlich, aber doch merklich den
Charakter einer Rekapitulation des vergangenen Lebens. Dieses Element
konnte die Ausschau auf das kommende Leben teilweise an den
Rand drängen.
Es hat den Anschein, dass diese im 18. und 19. Jahrhundert herausgebildete
starke soziale Einbindung des Todes eines einzelnen Menschen
im Rückgang begriffen ist. Vielerorts hat sich die Trauergemeinde
wieder auf die engere Familie, eventuell Freunde und Arbeitskollegen,
nicht immer noch die Nachbarschaft, reduziert. In dem Maße, wie
der Tod eines Menschen privatisiert und individualisiert wird, verliert
Einführung
455
auch die kirchliche Trauerbegleitung ihre öffentliche Funktion. Ihr einstiges
Handlungsmonopol ist in großstädtischen Verhältnissen bereits
heute Vergangenheit.
Die kurze Erinnerung an die geschichtliche, kontextuelle und kulturelle
Bedingtheit der Bewältigung des Todes und der religiösen Elemente
des Bewältigungsprozesses mahnt zur Vorsicht gegenüber Definitionen
oder Aufgabenzuweisungen kirchlicher Trauerbegleitung, die
einen scheinbar allgemeingültigen, zeitunabhängigen Charakter zu haben
beanspruchen. Zwar sind Menschen zu allen Zeiten gestorben und
haben dieses Ereignis, den Tod des anderen, zu allen Zeiten bewältigen
müssen. Sie haben diese Bewältigung jedoch auf höchst unterschiedliche
Weise geleistet. Heute existiert eine Vielfalt unterschiedlicher »Trauerkulturen
« nebeneinander. Das kirchliche Handeln anlässlich eines
Trauerfalls muss sorgfältig in die jeweils vorhandene »Trauerkultur«
eingepasst werden, wenn es die Menschen und ihre Lebenssituation
nicht verfehlen will. Es gibt keine allgemeingültige Sinnsetzung und
Funktionszuweisung für kirchliches Handeln in diesem Bereich. Mancherorts
wird sich kirchliche Trauerbegleitung bereits wieder auf die
Aufgabe des persönlichen Trostzuspruchs und die Zusage der christlichen
Hoffnung beschränken müssen, weil die »sozial-seelsorgerliche«
Funktion schon nicht mehr gegeben ist. Diese Veränderung wirkt sich
insbesondere auf die Traueransprache und die Gebete aus. Die unmittelbaren
liturgischen Handlungsabläufe bleiben weitgehend unberührt,
wenn man davon absieht, dass in individualisierten Lebensverhältnissen
ein großer Trauerzug vom Wohnhaus zur Kirche und von
dort zum Friedhof kaum noch stattfinden wird. Wenn dennoch ein
Trauerzug öffentlichen Verkehrsraum nutzt, ist vielfach festzustellen,
dass die Menschen nicht mehr wissen, wie man sich verhält. Der Tod
ist schon kein öffentlich gestaltbares Ereignis mehr.
In individualisierten Trauersituationen kann die kirchliche Trauerbegleitung
stärker auf die betroffenen Menschen eingehen, als es in einer
»öffentlichen Zeremonie« früherer Zeiten möglich und geboten
war. Dabei müssen sich Gebete und Traueransprache der Ambivalenz
menschlicher Gefühle stellen: Neben der Trauer kann eine unerklärliche
Wut auf den Toten, neben der Erleichterung, dass ein langes Leiden
endlich zu Ende ging, kann ein Gefühl des Versagens oder der
Schuld stehen. Manchmal ist die Trauer eingebettet in ein überwältigendes
Gefühl der Dankbarkeit für ein gnädiges Ende. Hier können
Worte der Anteilnahme oder des Trostes unter Umständen an den
Betroffenen vorbeigehen.
Ein Trauergebet darf den Dank für das gelebte Leben, die Bitte um
Vergebung für offengebliebene Schuld, die Hoffnung auf das zukünftige
Leben und, im Blick auf den verstorbenen Menschen, auch Formulierungen
enthalten, in denen der oder die Verstorbene Gott anbefohlen
wird. Die evangelischen Kirchen haben stets eine betonte Reserve
gegenüber der »Fürbitte für die Toten« gezeigt, jedenfalls wenn sie so
Kasualien
456
gestaltet wurde, wie sie in der römisch-katholischen Kirche üblich ist.
Sie gehen davon aus, dass wir durch unsere Fürbitte Verstorbenen
nicht mehr »Gnade zuwenden« können. Andererseits haben evangelische
Kirchen keine Schwierigkeit damit gehabt, einem Sterbenden
einen »Sterbesegen« zuzusprechen. Die Form der tröstenden Zusage
an den Noch-Lebenden wurde und wird als richtig empfunden. Die
kirchlichen Trauerzeremonien, insbesondere die Trauerfeier, stellen im
sozialen Erleben eine »Zwischenstation« zwischen Sterben und Gestorben-
Sein dar: Sie sind »Übergang«. Darum können an einem Sarg oder
Grab die letzten Verse von Psalm 121 gesprochen werden, die ja Anredecharakter
haben, obwohl wir überzeugt sind, dass mit einem Toten
keine Kommunikation mehr möglich ist. In der Schwellensituation der
Bestattungsfeier ist es »stimmig«, ein solches anredendes Segenswort
zu sprechen und sich dabei dem Sarg zuzuwenden.
Traueransprache und Gebete, aber auch die rituelle Gestaltung der
Trauerfeier dürfen die harte Wirklichkeit des Todes nicht verschleiern.
So sollte stets der Sarg in die Erde abgesenkt werden, obgleich dies für
die Trauernden ein emotional hochbelastender Vorgang ist.
Wenn statt der Erdbestattung eine Feuerbestattung durchgeführt
werden soll, bleibt der Ablauf der Zeremonie bis zum Abschluss des
Trauergottesdienstes unverändert. Der Sarg wird alsdann zum Krematorium
gebracht. Die Trauerzeremonie wird fortgesetzt, wenn die Beisetzung
der Urne zu vollziehen ist.
Es ist weithin üblich geworden, dass eine kirchliche Mitwirkung
auch bei einer Urnenbeisetzung stattfindet. Darum wird hier ein Gestaltungsvorschlag
angeboten.
Das Formular für die Zeremonie »Im Sterbe- und Trauerhaus« stellt
keine Alternative zum Trauergottesdienst dar, sondern kann gebraucht
werden, bevor ein Verstorbener aus seiner Wohnung oder dem Sterbezimmer
im Krankenhaus herausgetragen wird.
Einführung
457
Übersicht
Andacht im Sterbe- und Trauerhaus
Eingangswort
Begrüßung
Schriftlesung
Anrede
Gebet
Gebet des Herrn
Aussegnung
Trauergottesdienst
Musik zum Eingang
Eingangswort
Begrüßung
Psalm oder Lied
Schriftlesung
Gebet
[Psalm- oder Liedstrophe]
Beerdigungsansprache
Psalm oder Lied
Gebet
[Psalm oder Lied]
Wort zum Ausgang
Am Grab
[Anrede an die Trauergemeinde]
Schriftwort
Bestattungsformel
Gebet des Herrn
Segen
Kasualien
458
Andacht im Sterbe- und Trauerhaus
Eingangswort
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht loslässt das Werk seiner Hände. Amen.
Begrüßung
Die Begrüßung ist der jeweiligen Situation anzupassen.
Schriftlesung
Hört das Zeugnis der Heiligen Schrift:
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Ps 23
Gott weiß, was für ein Gebilde wir sind;
er gedenkt daran, dass wir Staub sind.
Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras,
er blüht wie eine Blume auf dem Felde;
Andacht im
Sterbe- und
Trauerhaus
459
wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da,
und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.
Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit
über denen, die ihn fürchten,
und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen,
die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote,
dass sie danach tun.
Ps 103,14-18.
So steht geschrieben:
Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen,
aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln.
Mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen.
Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken,
und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR,
sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde,
so sind auch meine Wege höher als eure Wege
und meine Gedanken als eure Gedanken.
Jes 54,7-8b; 55,8-9
Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,
sondern hat ihn für uns alle dahingegeben –
wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?
Gott ist hier, der gerecht macht.
Wer will verdammen?
Christus Jesus ist hier, der gestorben ist,
ja vielmehr, der auch auferweckt ist,
der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.
Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Mächte noch Gewalten,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur
uns scheiden kann von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Röm 8,31-34.38-39
[Anrede oder stille Besinnung]
Kasualien
460
Gebet
Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, wir können es nicht fassen,
dass wir nun Abschied nehmen müssen.
Unser erstes Wort soll Dank sein.
Wir danken dir für . . . , für alles,
was du ihm / ihr Gutes getan hast,
für alle seine / ihre Liebe und Treue,
für alle Güte und Freundlichkeit,
für alle Mühe und Sorge,
die er / sie sich um uns gemacht hat.
Wir bitten dich: Vergib uns,
was wir an ihm / ihr versäumt haben.
Was falsch war in seinem / ihrem Leben, vergib.
Nimm ihn / sie auf in dein Erbarmen,
lass ihn / sie dich schauen in ewiger Freude.
Wir bitten dich um Trost, Geduld und Kraft
für die kommenden Wege
und für die Entscheidungen,
die wir treffen müssen.
Vor uns liegt eine dunkle Zeit.
Herr, lass uns dein Licht leuchten.
Birg uns in deinem Frieden. Amen.
*
Ewiger Gott, lieber himmlischer Vater,
du kennst unsere Gedanken,
wenn wir nun . . . aus diesem Haus tragen.
Wir danken dir für die Gemeinschaft,
die du uns mit . . . geschenkt hast.
Was dieses Leben uns bedeutet hat,
breiten wir vor dir aus:
Wofür wir zu danken haben –
was wir zu bewahren haben –
was uns schwer geworden ist –
was wir zu vergeben haben –
was wir selber schuldig blieben.
Im Vertrauen auf dein Wort
nehmen wir Abschied von . . .
und befehlen ihn / sie deiner Gnade.
Andacht im
Sterbe- und
Trauerhaus
461
Unsere Zeit steht in deinen Händen.
Sei bei uns in den Tagen des Abschieds
und tröste uns durch deinen Heiligen Geist.
Schenke uns die Gewissheit,
dass auch uns nichts aus deiner Hand reißen kann.
Bewahre unsere Herzen und Sinne
in Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.
*
Herr des Himmels und der Erde,
wir kommen zu dir
mit allem, was uns bewegt.
Wir bleiben traurig zurück,
wenn wir jetzt . . . hinaustragen.
Doch du bist unser Trost im Leben und im Sterben.
In deinem Sohn Jesus Christus
gabst du uns die lebendige Hoffnung,
dass dem Tod die Macht genommen ist.
Wir bitten dich: Tröste uns durch dein Wort.
Bleibe bei uns in dieser Zeit des Abschieds.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir Kraft und Mut finden,
unsere Wege zu gehen,
an deren Ende auch wir dich schauen werden
von Angesicht zu Angesicht.
Darum bitten wir dich
durch unseren Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt
und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Kasualien
462
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Aussegnung
Wir haben hier keine bleibende Stadt,
sondern die zukünftige suchen wir. Hebr 13,14
Wir sind die Gehenden,
du Herr, bist der Kommende.
Du rufst uns zu:
Ich bin das A und das O,
der da ist und der da war und der da kommt,
der Allmächtige.
Fürchte dich nicht!
Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.
Ich war tot, und siehe,
ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.
Offb 1,8.17-18
Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht!
Glaubt an Gott und glaubt an mich!
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.
Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt:
Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?
Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten,
will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen,
damit ihr seid, wo ich bin.
In der Welt habt ihr Angst;
aber seid getrost,
ich habe die Welt überwunden.
Joh 14,1-3; 16,33
Unser keiner lebt sich selber,
und keiner stirbt sich selber.
Leben wir, so leben wir dem Herrn;
sterben wir, so sterben wir dem Herrn.
Darum: wir leben oder sterben,
so sind wir des Herrn.
Denn dazu ist Christus gestorben
und wieder lebendig geworden,
dass er über Tote und Lebende Herr sei.
Röm 14,7-9
Andacht im
Sterbe- und
Trauerhaus
463
Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten
als Erstling unter denen, die entschlafen sind.
Der Tod ist verschlungen vom Sieg.
Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt
durch unsern Herrn Jesus Christus!
1Kor 15,20.54b-55.57
Lasst uns nun gehen und unsere(n) Verstorbene(n)
aus diesem Haus hinaustragen.
Der HERR behüte unsern Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit. Amen.
Ps 121,8
Oder:
Es segne und behüte euch
der allmächtige und barmherzige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
Kasualien
464
Trauergottesdienst
Musik zum Eingang
Eingangswort
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht loslässt das Werk seiner Hände.
*
Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe,
spricht der HERR:
Gedanken des Friedens und nicht des Leides,
dass ich euch gebe das Ende, des ihr wartet.
Jer 29,11
*
Jesus Christus spricht: Ihr habt nun Traurigkeit;
aber ich will euch wiedersehen,
und euer Herz soll sich freuen,
und eure Freude soll niemand von euch nehmen.
Joh 16,22
*
Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist
wie eine Blume auf dem Felde.
Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt,
aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
Jes 40,6b.8
Oder ein anderes Trostwort aus der Heiligen Schrift.
Trauergottesdienst
465
Begrüßung
Wir sind hier versammelt,
um von . . . Abschied zu nehmen.
Er / sie wurde in seinem / ihrem . . . Lebensjahr
aus unserer Mitte genommen.
Wir vertrauen darauf,
dass unsere Zeit in Gottes Händen steht.
Er ist unsere Zuflucht und unser Trost.
*
Der Tod ist in unser Leben getreten.
Wir müssen heute . . . beerdigen,
der / die im Alter von . . . Jahren gestorben ist.
Vor Gott denken wir daran,
was dieses Leben uns persönlich bedeutet hat.
Vor ihn bringen wir die Traurigkeit,
die uns erfasst hat.
Wir bedenken das Leben,
das wir miteinander geteilt haben.
Wir wollen Gott dafür danken
und ihm anvertrauen, was wir abgeben müssen.
Den Leib müssen wir begraben,
unsere Erinnerungen werden wir bewahren.
Unser Glaube vertraut auf das ewige Leben,
auf Gottes Liebe,
die stärker ist als dieser Tod.
*
Was uns zusammenführt,
ist der Tod von . . .,
der / die von seinen / ihren Angehörigen geliebt
und von vielen anderen Menschen geachtet wurde.
Was uns zugleich zusammenführt
ist die Hoffnung,
dass nicht der Tod sein Siegel
auf dieses Menschenleben aufdrückte,
sondern Christus, mit dessen Namen . . .
seit dem Tag seiner / ihrer Taufe verbunden war.
Der Friede Gottes sei jetzt mit uns allen.
Kasualien
466
Bei Suizid:
Wir sind hier zusammengekommen,
um Abschied zu nehmen von . . . .
Er / sie ist im . . . Lebensjahr von uns gegangen.
In aller Trauer und allen Fragen,
die uns heute bewegen, wissen wir:
Gott ist größer als unser Herz,
und seine Hand lässt keinen los.
Beim Tod eines Kindes:
Gott, unser Vater im Himmel, hat . . .,
Sohn / Tochter von . . . und . . .,
nach kurzer Lebenszeit im Alter von . . . Jahren
zu sich gerufen.
Gott spricht: Ich will euch trösten,
wie einen seine Mutter tröstet. Jes 66,13
*
Wir sind hier zusammen im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Psalm oder Lied
[Heidelberger Katechismus, Frage 1
Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?
Dass ich mit Leib und Seele
im Leben und im Sterben nicht mir,
sondern meinem getreuen Heiland
Jesus Christus gehöre.
Er hat mit seinem teuren Blut
für alle meine Sünden vollkommen bezahlt
und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst;
und er bewahrt mich so,
dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel
kein Haar von meinem Haupt kann fallen,
ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss.
Darum macht er mich auch
durch seinen Heiligen Geist
des ewigen Lebens gewiss
und von Herzen willig und bereit,
ihm forthin zu leben.]
Trauergottesdienst
467
Schriftlesung
Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,
dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Ps 23
HERR, lehre mich doch,
dass es ein Ende mit mir haben muss
und mein Leben ein Ziel hat und ich davonmuss.
Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir,
und mein Leben ist wie nichts vor dir.
Wie gar nichts sind alle Menschen,
die doch so sicher leben!
Sie gehen daher wie ein Schatten
und machen sich viel vergebliche Unruhe;
sie sammeln und wissen nicht,
wer es einbringen wird.
Nun, Herr, wessen soll ich mich trösten?
Ich hoffe auf dich.
Errette mich aus aller meiner Sünde.
Wende deine Plage von mir;
ich vergehe, weil deine Hand nach mir greift.
Höre mein Gebet, HERR,
und vernimm mein Schreien,
schweige nicht zu meinen Tränen;
denn ich bin ein Gast bei dir,
ein Fremdling wie alle meine Väter.
Lass ab von mir, dass ich mich erquicke,
ehe ich dahinfahre und nicht mehr bin.
Ps 39,5-9.11.13-14
Kasualien
468
Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser,
so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
Meine Seele dürstet nach Gott,
nach dem lebendigen Gott.
Wann werde ich dahin kommen,
dass ich Gottes Angesicht schaue?
Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht,
weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
Daran will ich denken.
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichtes Hilfe und mein Gott ist.
Ps 42,2-5a.6
Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft.
Denn er ist mein Fels, meine Hilfe, mein Schutz,
dass ich gewiss nicht fallen werde.
Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre,
der Fels meiner Stärke,
meine Zuversicht ist bei Gott.
Hoffet auf ihn allezeit, liebe Leute,
schüttet euer Herz vor ihm aus.
Gott ist unsre Zuversicht.
Eines hat Gott geredet,
ein Zweifaches habe ich gehört:
Gott allein ist mächtig,
und du, Herr, bist gnädig;
denn du vergiltst einem jeden,
wie er’s verdient hat.
Ps 62,2-3.8-9.12-13
Gott ist dennoch Israels Trost
für alle, die reinen Herzens sind.
Dennoch bleibe ich stets an dir;
denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
du leitest mich nach deinem Rat
und nimmst mich am Ende mit Ehren an.
Wenn ich nur dich habe,
so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
Trauergottesdienst
469
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet,
so bist du doch, Gott, allezeit
meines Herzens Trost und mein Teil.
Ps 73,1.23-26
Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.
Ehe denn die Berge wurden und die Erde
und die Welt geschaffen wurden,
bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Der du die Menschen lässest sterben
und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!
Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag,
der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.
Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom,
sie sind wie ein Schlaf,
wie ein Gras, das am Morgen noch sprosst,
das am Morgen blüht und sprosst
und des Abends welkt und verdorrt.
Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen,
und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen.
Denn unsre Missetaten stellst du vor dich,
unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht.
Darum fahren alle unsre Tage dahin
durch deinen Zorn,
wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz.
Unser Leben währet siebzig Jahre,
und wenn’s hoch hommt, so sind’s achtzig Jahre,
und was daran köstlich scheint,
ist doch nur vergebliche Mühe;
denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon.
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen,
auf dass wir klug werden.
Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich
und fördere das Werk unsrer Hände bei uns.
Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!
Ps 90,1-10.12.17
Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir.
Herr, höre meine Stimme!
Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!
Kasualien
470
Wenn du, HERR, Sünden anrechnen willst –
Herr, wer wird bestehen?
Denn bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte.
Ich harre des HERRN,
meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort.
Denn bei dem HERRN ist die Gnade
und viel Erlösung bei ihm.
Und er wird Israel erlösen
aus allen seinen Sünden.
Ps 130,1-5.7-8
Es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen,
aber meine Gnade soll nicht von dir weichen,
und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen,
spricht der HERR, dein Erbarmer.
Jes 54,10
Jesus spricht: Euer Herz erschrecke nicht!
Glaubt an Gott und glaubt an mich!
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.
Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt:
Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?
Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten,
will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen,
damit ihr seid, wo ich bin.
Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr.
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater denn durch mich.
Joh 14,1-4.6
Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,
sondern hat ihn für uns alle dahingegeben –
wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen?
Gott ist hier, der gerecht macht.
Wer will verdammen?
Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr,
der auch auferweckt ist,
der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?
Trübsal oder Angst oder Verfolgung
oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?
Trauergottesdienst
471
In dem allen überwinden wir weit durch den,
der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiss,
dass weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Mächte noch Gewalten,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes
noch eine andere Kreatur uns scheiden kann
von der Liebe Gottes,
die in Jesus Christus ist, unserm Herrn.
Röm 8,31b-35.37-39
Unser keiner lebt sich selber,
und keiner stirbt sich selber.
Leben wir, so leben wir dem Herrn;
sterben wir, so sterben wir dem Herrn.
Darum: wir leben oder sterben,
so sind wir des Herrn.
Denn dazu ist Christus gestorben und wieder
lebendig geworden, dass er
über Tote und Lebende Herr sei.
Röm 14,7-9
Gelobt sei Gott,
der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der Vater der Barmherzigkeit
und Gott allen Trostes,
der uns tröstet in aller unserer Trübsal,
damit wir auch trösten können,
die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost,
mit dem wir selber getröstet werden von Gott.
2Kor 1,3-4
Wir wollen euch nicht im Ungewissen lassen
über die, die entschlafen sind,
damit ihr nicht traurig seid wie die andern,
die keine Hoffnung haben.
Denn wenn wir glauben,
dass Jesus gestorben und auferstanden ist,
so wird Gott auch die, die entschlafen sind,
durch Jesus mit ihm einherführen.
1Thess 4,13-14
Kasualien
472
Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde;
denn der erste Himmel und die erste Erde
sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
Und ich sah die heilige Stadt,
das neue Jerusalem,
von Gott aus dem Himmel herabkommen,
bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.
Und ich hörte eine große Stimme
von dem Thron her, die sprach:
Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen!
Und er wird bei ihnen wohnen,
und sie werden sein Volk sein
und er selbst, Gott mit ihnen,
wird ihr Gott sein;
und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen,
und der Tod wird nicht mehr sein,
noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein;
denn das Erste ist vergangen.
Und der auf dem Thron saß, sprach:
Siehe, ich mache alles neu!
Offb 21,1-5a
Weitere Texte: Hiob 7,1-4.6-8; Jes 40,1-8; Lk 7,11-17; Joh 5,24-29a; 6,35-40;
1Kor 15,19-26; 1Kor 15,42b-50; 2Kor 5,1-10; 1Petr 1,3-9; Offb 7,9-17.
Gebet
Herr, unser Gott.
Du gibst uns Menschen das Leben,
und dann nimmst du es wieder,
verbirgst es für eine Weile
im Geheimnis des Todes,
um es einst erneut und gereinigt
ans Licht zu bringen als unser ewiges Leben.
Sieh uns an und höre uns,
die wir jetzt versammelt sind,
weil . . . von uns gegangen ist.
Nimm du unser Erschrecken und unsere Trauer
auf in deinen Frieden.
Nimm alle unsere Gedanken
über den / die Dahingegangene(n)
und über uns selbst
hinein in die Erkenntnis deines guten Willens
mit ihm / ihr und uns.
Trauergottesdienst
473
Lehre uns bedenken,
dass auch wir sterben müssen,
und lass uns bis dahin dankbar leben
in der Hoffnung, die nicht zuschanden wird. Amen.
*
Barmherziger Gott.
Der Tod ist in unser Leben getreten. Alles ist anders geworden.
Wir stehen an diesem Sarg und können nichts mehr tun.
Hilf uns, unsere Trauer auszuhalten.
Wir können nichts mehr ändern, darum kommen wir zu dir.
Halte uns fest in Einsamkeit und Verzweiflung,
höre auch auf unsere unausgesprochenen Fragen
und führe uns in das Licht eines neuen Tages,
an dem uns geholfen ist. Amen.
*
Du lebendiger Gott,
wir müssen Abschied nehmen von . . ..
Wir können es noch nicht fassen, dass alles zu Ende sein soll,
was uns miteinander verbunden hat:
Das Gespräch, das schweigende Verstehen,
das fröhliche Miteinander, das gemeinsame Tun,
das geteilte Leid.
Wir wehren uns, lehnen uns auf, sagen:
Das kann doch nicht sein!
Hilf uns, Gott, der Wahrheit standzuhalten.
Hilf uns, dankbar zu werden für alles, was gewesen ist.
Hilf uns zu erkennen, was bleibt.
Und hilf uns, zu hoffen auf die Zukunft, die du gewährst.
Gib uns aus deinem Wort die Kraft und den Trost,
die uns helfen, die Trauer hinter uns zu lassen,
nicht heute, nicht morgen,
aber geduldig Schritt für Schritt. Amen.
*
Gott allen Trostes,
zu dir kommen wir mit allem, was uns bewegt.
Du weißt, wie traurig und verlassen wir uns
am Sarg von . . . fühlen.
Aber wir wissen: Bei dir ist Trost.
Kasualien
474
Darum bitten wir dich:
Sei bei uns mit deinem Wort,
bleibe bei uns, wenn wir nun Abschied nehmen.
Schenke uns deinen Geist, damit wir Kraft und Mut finden,
auch angesichts des Todes aus der Hoffnung zu leben,
die durch Jesus Christus in unsere Welt gekommen ist. Amen.
*
Guter Gott, wir kommen in dieser Stunde zu dir.
Du hast . . . aus unserer Mitte genommen.
Wir danken dir für ein langes Leben.
Wir danken dir für einen friedvollen Tod.
Alle Wege ziehen an uns vorüber,
die wir miteinander gegangen sind.
Alles Schwere, alles Leichte,
das sein / ihr Leben ausgemacht hat.
Nun müssen wir Abschied nehmen.
Doch mitten in unserer Trauer wissen wir uns gehalten
durch dein Wort und die Hoffnung des Glaubens.
Wir vertrauen darauf,
dass deine Wege mit uns nie zu Ende gehen. Amen.
Bei einem verstorbenen Kind:
Gott aller Gnade, dessen Herz leidet
mit unserem menschlichen Schmerz,
wir befehlen deiner Liebe
die Eltern dieses Kindes
und alle seine Angehörigen an.
Sei ihnen nahe in ihrer Trauer und Hilflosigkeit.
Zeige ihnen einen Weg zum Weiterleben.
Tröste sie mit der Gewissheit,
dass dieses Kind zu dir gehört,
der du uns Vater und Mutter bist,
wie in dieser Zeit, so auch in der zukünftigen Welt.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
[Psalm- oder Liedstrophe]
Beerdigungsansprache
Trauergottesdienst
475
Psalm oder Lied
Gebet
Herr, du willst, dass wir deiner Liebe vertrauen.
Wir stehen vor dem Grab.
Du aber sagst uns, dass das Grab nicht das Letzte ist,
was es von uns zu sagen geben soll.
Du hältst uns fest auch im Tod. Deine Treue ist unzerstörbar.
Darum wollen wir glauben, dass auch . . . bei dir geborgen ist
und du ihn / sie an deinem Tag rufen wirst.
Uns aber hilf in aller Trauer und Verlassenheit.
Mach uns gewiss, dass auch Sterben und Tod
uns nicht von deiner Liebe trennen können.
Tröste uns mit deinem Wort heute
und in der kommenden Zeit. Amen.
*
Gott, der du bei uns bist in Licht und Finsternis,
nun hat ein wochenlanges Leiden sein Ende gefunden.
Wir sind erschöpft und traurig.
Wir konnten . . . nicht bei uns behalten.
Die Krankheit war stärker als seine / ihre und unsere Kraft.
Jetzt ist er / sie erlöst von seinen / ihren Schmerzen.
Unser Hoffen und Bangen ist zu Ende.
Wir können nichts mehr tun.
Darum rufen wir zu dir:
Gott, sieh . . . mit deiner Gnade an
und sieh auch auf uns.
Richte uns in unserer Erschöpfung auf
durch die Kraft deines Wortes.
Wo wir nicht weiter wissen,
öffne uns einen neuen Weg.
Schenk uns Menschen,
die mit uns weinen und schweigen;
schenk uns aber auch Menschen, die es wagen,
wieder mit uns vom Leben zu sprechen.
Lass uns nicht aus den Augen,
bis wir in deinem Licht wieder sehen können,
wo der Weg für unser Leben ist.
Du wirst uns herausführen aus dem Tal der Dunkelheit
hinein in einen neuen Tag. Amen.
Kasualien
476
*
Guter Gott, deiner Liebe vertrauen wir heute . . . an.
Mit seiner / ihrer Lebens- und Leidensgeschichte,
mit allem Guten und allem Schweren,
das dazu gehörte,
befehlen wir ihn / sie deiner Treue an.
Vergib uns, was wir an . . . versäumt haben,
und lass auch vergeben sein,
was er / sie uns schuldig geblieben ist.
Wir bringen vor dich alles,
was uns in dieser Stunde bewegt:
die Erinnerungen, die Traurigkeiten,
die Freuden, die Wünsche.
Verbinde uns miteinander an diesem Tag
und über diesen Tag hinaus
in der Hoffnung auf ein neues Leben,
auf gewendetes Leid, auf deine Welt,
in der kein Schmerz und kein Tod mehr sein wird.
Dies bitten wir dich
im Namen deines Sohnes Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.
*
Gott, begreifen können wir das nicht:
mitten im Leben dieser Tod.
Wir hängen an dem Wunsch,
das Unglück wäre nicht geschehen.
Alles erscheint uns sinnlos.
Wir quälen uns mit Fragen,
die niemand beantworten kann.
Wie fremd bist du uns geworden.
Hilf uns in unserer Verzweiflung.
Gib uns neue Lebenskraft.
Du weißt, wie verstört wir sind.
Halte uns in deiner Hand. Amen.
*
Trauergottesdienst
477
Gott, wir tragen . . . zu Grabe
und damit auch ein Stück von uns selbst.
Wir denken zurück.
Vieles haben wir mit . . . geteilt,
Schönes und Schweres,
Gelungenes und Bruchstückhaftes.
Alles zusammen vertrauen wir deiner Liebe an.
Wir danken dir für das, was wir zusammen erlebt haben.
Vergib, was wir einander schuldig geblieben sind.
Tröste uns und alle, die traurig sind.
Nun geben wir in deine Hand zurück,
was aus deinen Händen gekommen ist.
Trage und schütze uns in der Zeit der Trauer,
bewahre uns und unsere Familien
auf all unsern Wegen. Amen.
[Psalm oder Lied]
Wort zum Ausgang
Wenn die Feier am Grabe sich nicht unmittelbar anschließt, folgen hier das
Gebet des Herrn und der Segen.
Hier kann ein Hinweis auf den folgenden Sonntagsgottesdienst stehen, in
dem die Gemeinde des / der Verstorbenen gedenkt.
Lasst uns hinausgehen und zur Erde tragen,
was von der Erde genommen ist.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit. Amen.
Ps 121,8
Kasualien
478
Begräbnis
Nachdem der Sarg in die Erde gesenkt worden ist, folgen Worte am Grab:
Schriftwort, Bestattungsformel und gegebenenfalls eine kurze Anrede an die
Gemeinde.
Wo es Sitte ist, wird bei der Bestattungsformel ein dreimaliger Erdwurf vollzogen.
Worte am Grab
Schriftwort
Jesus Christus hat dem Tode die Macht genommen
und das Leben und ein unvergängliches Wesen
ans Licht gebracht.
2Tim 1,10
Bestattungsformel
Im Vertrauen darauf begraben wir . . ..
Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Oder:
Bestattungsformel
Wir sind gewiss: Gott steht als unser Schöpfer
am Anfang unseres Lebens,
und er begleitet uns bis an sein Ende.
Alle Dinge sind in seiner Hand,
er bestimmt die Spanne unserer Zeit.
Im Vertrauen auf Gott, den Vater und den Sohn
und den Heiligen Geist, begraben wir . . ..
Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Schriftwort
Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.
Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen
in Herrlichkeit.
Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft.
Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen
ein geistlicher Leib. Amen.
1Kor 15,42b-44a
Begräbnis
479
(479)
Oder:
Anrede an die Trauergemeinde
Nachdem . . . am . . . im Alter von . . . Jahren gestorben ist,
sind wir nun hier, um ihn / sie zu begraben.
So nehmen wir Abschied.
Haben wir ihn / sie geliebt,
wollen wir ihm / ihr unsere Liebe
über den Tod hinaus bewahren.
Hat er / sie uns geliebt
und uns im Leben etwas bedeutet,
wollen wir Gott dem Herrn dafür dankbar sein.
Haben wir (einmal) zu wenig geliebt,
oder ihm / ihr Unrecht getan,
bitten wir Gott um Vergebung unserer Schuld
(und wollen es in Zukunft – wo es möglich ist – besser
machen).
Ist er / sie jemandem unter uns etwas schuldig geblieben
(hat er / sie Unrecht getan), so wollen wir es ihm / ihr
nun von Herzen verzeihen.
So nehmen wir nun als Christen Abschied in Frieden
und legen seinen / ihren Leib in Gottes Acker:
Bestattungsformel
Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Schriftwort
Jesus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
Joh 14,19
Andere Schriftworte:
Gott spricht: Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost
und unverzagt seist.
Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht;
denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem,
was du tun wirst.
Jos 1,9
Kasualien
480
Neige dein Ohr, mein Gott, und höre.
Denn wir liegen vor dir mit unserm Gebet
und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit,
sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Ach Herr, höre! Ach Herr, sei gnädig!
Dan 9,18a.c.19a
Jesus Christus spricht: In der Welt habt ihr Angst;
aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
Joh 16,33b
Der Tod ist verschlungen vom Sieg.
Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt
durch unsren Herrn Jesus Christus!
1Kor 15,54b-55.57
Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Segen
Der HERR segne euch und behüte euch;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über euch
und sei euch gnädig;
der HERR erhebe sein Angesicht auf euch
und gebe euch Frieden. Amen.
Begräbnis
481
Kasualien
482
Urnenbeisetzung
Liebe . . .!
Wir sind versammelt, um die Urne von Herrn / Frau . . .
ins Grab zu senken.
Herr / Frau . . . wurde am . . . in . . . geboren
und ist am . . . in . . . verstorben.
Noch einmal hören wir das Bibelwort,
das uns damals begleitet hat: . . .
Lassen Sie uns jetzt zum Grab gehen.
Gott segne uns diesen Weg. Amen.
Die Angehörigen gehen hinter der Urne und dem Pastor / der Pastorin zum
Grab. Nach Versenken der Urne stilles Gebet mit Wendung zum Grab, dann :
Liebe . . .,
Herr / Frau . . . ist gestorben.
Wir legen seine / ihre Asche in die Erde
und befehlen sie der Gnade Gottes an.
Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Wir tun dies in der Hoffnung,
die uns Jesus Christus gegeben hat. Er spricht:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt;
und wer da lebt und glaubt an mich,
der wird nimmermehr sterben. Amen.
Joh 11,25-26
An diesem Grab beten wir gemeinsam:
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Gott segne unseren Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit. Amen.
Urnenbeisetzung
483

Ordination
– Einführungen

Einführung
Die Theologische Erklärung von Barmen 1934 bestimmt die Kirche als
eine Gemeinschaft, »in der Jesus Christus in Wort und Sakrament durch
den Heiligen Geist als der Herr gegenwärtig handelt.« (Barmen III) Sie
bezieht das Handeln Christi in seiner Kirche nicht nur auf das Geschehen
der Verkündigung, sondern auch auf die Leitung der Gemeinde.
Deshalb habe die Kirche nicht nur mit ihrer Botschaft, sondern auch mit
ihrer Ordnung zu bezeugen, dass sie Christi Eigentum ist. Um der Verkündigung
des Wortes und der Kirchenleitung Christi zu dienen, werden
einzelne Menschen in der Gemeinde mit einem besonderen Auftrag
versehen, der nichts anderes als »die Ausübung des der ganzen Gemeinde
anvertrauten und befohlenen Dienstes« (Barmen IV) darstellt.
Die reformierte Kirche ist in ihrem von Calvins Ordnungsvorstellungen
gestalteten Traditionsstrang von vier Ämtern oder Diensten in der Gemeinde
ausgegangen: denen des Pastors, des Lehrers, des Ältesten und des Diakons.
Dabei hat das Amt des Lehrers selten eigenständige Kontur gewonnen;
zumeist ist es im Amt des Pastors aufgegangen. Während Calvin von
der Verschiedenheit der Ämter ausging, die er im consistoire zu gemeinsamer
Wirkung zusammenfügte, ist die andere große Gestalt reformierter Kirchenordnung,
der Pole Johannes a Lasco, bei seinen in Emden und London
entwickelten Ordnungsvorstellungen von der Einheit des Ältestenamtes
ausgegangen, das in sich nach den Aufgaben der Verkündigung, der Leitung
und der Diakonie differenziert ist.
In der reformierten Ämterstruktur blieb die altkirchliche Unterscheidung
von drei Gemeindeämtern erhalten. Die im Laufe der Kirchengeschichte
erfolgte Zentralisation der Gemeindedienste in der Hand des »monarchischen
Bischofs« wird allerdings rückgängig gemacht. Die unterschiedlichen
Funktionen (potestates) werden wieder auf verschiedene Träger verteilt. Der
reformierte Pastor bzw. die Pastorin übernimmt die bischöfliche Funktion
der Lehre / Verkündigung, der Taufe und der Leitung der Abendmahlsfeier
(potestas ordinis). Der Ältestenkreis (Presbyterium) wird Träger der »richterlichen
Gewalt« des monarchischen Bischofs (potestas iurisdictionis); die
geistliche Leitung der Gemeinde und ggf. Aufnahme oder Ausschluss aus der
Gemeinde bzw. von den Sakramenten ist sein ursprünglich einziger Wirkungsbereich.
Die Aufgabe der Diakonie wird wieder von Diakonen wahrgenommen.
Die reformierte Dreiheit von Prediger, Ältester und Diakon ist
gleichsam ein »kollektives Bischofsamt«. Die reformierte Kirche steht damit
in der Tradition der altkirchlichen Amts-Struktur, jedoch ohne die später eingetretene
Zentralisation im monarchischen Bischofsamt und ohne die
bereits in der Alten Kirche anzutreffende hierarchische Stufung zwischen
den einzelnen Ämtern durch unterschiedliche geistliche »Weihegrade«.
Aus der Kontinuität mit der Alten Kirche erklärt es sich, dass die reformierte
Kirche nicht nur gottesdienstliche Formulare für die Berufung
von Predigern und Predigerinnen, sondern auch für die Berufung von
Presbytern / Presbyterinnen und Diakonen / Diakoninnen kennt.
In der Reformierten Liturgie sind nicht nur Formulierungen zur
Einführung, sondern auch zur Verabschiedung von »Amtsträgern« der
Einführung
487
Gemeinde enthalten. Es erschien uns hilfreich, auch für die Gestaltung
dieser Aufgabe Beispiele zu geben.
Darüber hinaus erschien es uns gut, die bisher schon weithin zu
beobachtende Übung aufzunehmen, nicht nur die »Amtsträger«, sondern
alle Personen, die eine bestimmte Aufgabe in der Gemeinde und
in ihrem Auftrag ausführen, der Gemeinde in geeigneter Form im Gottesdienst
vorzustellen. Dies berührt die Vielzahl haupt-, neben- und
ehrenamtlicher Dienste, ohne die eine Gemeinde nicht leben kann.
Die stärkere Differenzierung des gemeindlichen Lebens und seiner
Aufgaben im Vergleich zu früheren Jahrhunderten kommt darin sichtbar
zur Erscheinung.
Das Formular über Ordination und Einführung in eine Pfarrstelle
oder in den ehrenamtlichen Predigtdienst bietet in den kirchenrechtlich
relevanten Passagen Varianten nach der Arnoldshainer Ordnung,
der Ordnung der Lippischen Landeskirche und der Ev. Kirche der Union.
Ordination und Einführung werden von der Person vollzogen, die
nach dem Recht der jeweiligen Kirche oder Gemeinde mit dieser Aufgabe
beauftragt ist. In den Formularen sind durchweg zwei Assistenten
oder Assistentinnen vorgesehen, die bei einer Einführung in eine Pfarrstelle
oder bei einer mit einer Einführung verbundenen Ordination
vorzugsweise aus den Mitgliedern des Presbyteriums der Gemeinde genommen
werden sollten, in die der Pastor oder die Pastorin eingeführt
wird. In jedem Fall müssen auch die Assistenten und Assistentinnen
kirchliche »Amtsträger« sein. So gewiss eine Ordination oder Einführung
auch ein biografisches Datum darstellt, sollte doch der kirchliche
Charakter von Ordination und Einführung erhalten bleiben und auch
bei der Auswahl der Assistenten und Assistentinnen beachtet werden.
Die Amtseinführung eines Pastors oder einer Pastorin unterscheidet
sich insoweit nicht von der Einführung von Presbytern und Presbyterinnen.
Die Auswahl der Bibelworte, die von den Assistenten oder Assistentinnen
gesprochen werden, sollte unter dem Gesichtspunkt des
Anlasses der Ordination oder Einführung erfolgen und nicht den Charakter
eines freundschaftlichen Zuspruchs für den persönlichen Lebensweg
gewinnen. Auch weitere freundschaftliche Zeichen wie der
Wangenkuss, die in einem anderen Kontext eine schöne Bedeutung
haben können, sollten hier besser unterbleiben. Es besteht sonst die
Gefahr, dass die kirchlich-öffentliche Funktion von Ordination oder
Einführung hinter den biografischen Elementen verschwindet.
Die uns heute geläufige Unterscheidung von Ordination und Einführung
war nicht zu allen Zeiten bekannt und ist auch heute nicht
überall anzutreffen. Die reformierte Tradition hat Ordination und Einführung
in eine Pfarrstelle weithin identifiziert und unter der Bezeichnung
»Berufung« zusammengefasst. In vielen Kirchen ist es heute allerdings
üblich, die Ordination bei der Übernahme in den kirchlichen
Hilfsdienst zu vollziehen. Sie kann dann nicht mit einer Amtseinführung
verbunden sein. Sie ist oft eine gemeinsame Ordination der Per-
Ordination
Einführungen
488
(488)
sonen, die bisher als Vikare und Vikarinnen zusammengearbeitet haben.
Weil die Ordination hier mit der eher als abstrakt erlebten Ȇbernahme
in den Dienst der Kirche« verknüpft ist, tritt oft ihre biografische
Bedeutung stärker nach vorn. Sie wird emotional anders wahrgenommen,
als wenn sie mit der Einführung in die erste Pfarrstelle verbunden
ist.
Es besteht unter den evangelischen Landeskirchen in Deutschland
Konsens darüber, dass die Ordination nicht wiederholt wird, dass sie
mit der Zuweisung eines bestimmten kirchlichen Dienstes verbunden
sein muss (nemo ordinetur in vacuum) und dass der mit ihr übertragene
Auftrag nicht räumlich oder zeitlich beschränkt ist (non pro tempore
et loco). Jede Gliedkirche der EKD erkennt die in einer anderen
Gliedkirche vollzogenen Ordinationen an; die Gliedkirchen der EKD
bilden eine einzige Ordinationsgemeinschaft. In diese Gemeinschaft
sind die Ev.-altreformierte Kirche und die selbständigen reformierten
Gemeinden eingeschlossen.
Es besteht eine grundsätzliche Übereinstimmung auch darin, dass
die Ordination zwar mit der Zuweisung eines bestimmten Dienstes,
aber nicht mit der Übertragung einer hauptamtlich zu versehenden
Pfarrstelle verbunden sein muss. Die Ordination der ehrenamtlichen
Ältestenprediger und Ältestenpredigerinnen oder vergleichbarer Dienste
sowie der Pfarrer und der Pfarrerinnen im Ehrenamt unterscheidet
sich nicht von der Ordination der hauptamtlich Tätigen. Darum wird
für sie dasselbe Formular verwendet.
In Deutschland wird das Wort »Ordination« für die Beauftragung
mit dem Verkündigungsdienst verwendet. Andere Kirchen der Ökumene,
insbesondere reformierte Kirchen, verwenden das Wort »Ordination
« auch für die Berufung von Ältesten.
Einführung
489

Ordination (und Einführung
in eine Pfarrstelle oder in den
ehrenamtlichen Predigtdienst)
Übersicht
Eingangswort
Psalm oder Lied
Gebet
Vorstellung
Ansprache
Psalm oder Lied
Glaubensbekenntnis
Schriftlesungen
Anrede – Vorhalt
Ordinationsfrage
Fürbitten
Sendung und Segnung
[Anrede an die Gemeinde]
Psalm oder Lied
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung
mit der Predigt des / der Ordinierten fortgesetzt.
Ordination
Einführungen
492
Ordination
(und Einführung in eine Pfarrstelle
oder in den ehrenamtlichen Predigtdienst)
Eingangswort
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht loslässt das Werk seiner Hände. Amen.
Psalm oder Lied
Gebet
Du unser Gott, Schöpfer und Herr der Zeit!
Du hast diese Welt geschaffen und uns in ihr.
Alles, was lebt, atmet durch deinen Geist.
Du hast schon vor Zeiten angefangen,
zu uns zu reden durch dein Wort.
Du hast dein Volk erwählt und hältst ihm die Treue.
Du sprachst zu ihm durch den Mund der Weisheit
und den Geist der Prophetie.
Du hast zu uns geredet durch den Sohn.
Herr Jesus Christus, Versöhner der Welt
und Haupt deiner Gemeinde.
Aus dem ganzen Menschengeschlecht
versammelst du deine Gemeinde zum ewigen Leben
durch deinen Geist und dein Wort.
Du schützt und erhältst sie
in der Einigkeit des wahren Glaubens
von Anbeginn der Welt bis ans Ende.
Du hast deiner Gemeinde den Dienst
der Verkündigung deines Evangeliums
anvertraut und befohlen.
Ordination
493
Nach deinem Auftrag und Gebot bestellen wir
Männer und Frauen
zum Dienst der Verkündigung in deiner Kirche.
Nimm ihr Reden in den Dienst deines Wortes.
Gib ihnen Freiheit und Freude, dich zu bekennen
ohne Furcht vor den Menschen.
Rüste sie aus mit den Gaben deines Geistes.
Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen
deiner Glaubenden und entzünde in ihnen
das Feuer deiner göttlichen Liebe!
Wecke und stärke unseren Glauben
und verbinde uns mit der ganzen Christenheit auf Erden
zu der einen Kirche unseres Herrn Jesus Christus,
die dich, Dreieiniger Gott, anruft und lobt in Ewigkeit. Amen.
Vorstellung
Frei formuliert oder:
Liebe Gemeinde,
nachdem unser Bruder / unsere Schwester . . .
durch Ihre Wahl / durch Wahl des Presbyteriums
in den Dienst dieser Gemeinde
und damit der ganzen Kirche Jesu Christi berufen ist,
soll er / sie in diesem Gottesdienst
zum Dienst eines Predigers / einer Predigerin des Evangeliums
ordiniert (und in das Amt des Pfarrers / der Pfarrerin eingeführt)
werden.
Die Ordinationsurkunde / Berufungsurkunde hat folgenden
Wortlaut:
Verlesung der Urkunde
. . . ist bereit, in seinem / ihrem Dienst Jesus Christus,
wie er in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments
bezeugt wird,
als das eine Wort Gottes zu verkündigen,
das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben
zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Er / sie erkennt mit uns in den altkirchlichen Bekenntnissen,
dem Heidelberger Katechismus und der Theologischen
Erklärung von Barmen die maßgeblichen Zeugnisse für seine /
ihre kirchliche Verantwortung.
Ordination
Einführungen
494
Die Aufzählung der Bekenntnisse muss dem Bekenntnisstand der jeweiligen
Gemeinde / Kirche entsprechen. Sie kann entfallen, wenn in der Berufungsurkunde
die Bekenntnisgrundlage genannt ist.
Ansprache
des / der mit der Ordination Beauftragten
Psalm oder Lied
Nach der letzten Strophe tritt der / die Einzuführende vor den / die mit der
Einführung Beauftragte(n); zwei Mitglieder des Presbyteriums treten neben
die mit der Einführung beauftragte Person.
Glaubensbekenntnis
Wir loben Gott
und bekennen mit der weltweiten Christenheit:
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Ordination
495
Schriftlesungen
Der / die mit der Ordination Beauftragte:
Liebe Gemeinde!
Im Gehorsam gegen den Auftrag, den der Herr seiner Kirche
gegeben hat, und im Vertrauen auf seine Verheißung
wollen wir nun diesen Bruder / diese Schwester
in den Dienst der öffentlichen Verkündigung berufen,
indem wir Gottes Wort hören und für ihn / sie beten.
So steht geschrieben im Evangelium nach Matthäus:
Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg,
wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen,
fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.
Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie auf den Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,16-20
1. Assistent / 1. Assistentin:
So schreibt der Apostel Paulus im 2. Brief an die Korinther:
Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber
und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu
und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
So sind wir nun Botschafter an Christi statt,
denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun
an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!
Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste,
für uns zur Sünde gemacht,
damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden,
die vor Gott gilt.
2Kor 5,19-21
2. Assistent / 2. Assistentin:
Im Brief an die Epheser heißt es:
Er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten,
einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer,
damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes.
Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden,
bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens
und der Erkenntnis des Sohnes Gottes.
Eph 4,11-13
sOder ähnliche für den Dienst der Verkündigung grundlegende Schriftlesungen.
Ordination
Einführungen
496
Anrede – Vorhalt
Nach Arnoldshainer Ordnung:
Aus diesen Worten der Heiligen Schrift hören wir,
welchen Auftrag und welche Verheißung
der Herr seiner Kirche gegeben hat.
Aufgrund der Taufe sind alle Christen zu Zeugnis und Dienst
für das Evangelium berufen.
Der Erfüllung dieses Auftrags dienen alle Ämter der Kirche.
Die Gemeinde ist dafür verantwortlich,
dass Menschen, die dazu willig und vorbereitet sind,
das Evangelium öffentlich verkündigen.
Lieber Bruder / liebe Schwester!
Sie werden nun beauftragt zu predigen,
zu taufen und das Abendmahl auszuteilen.
In Gottesdienst, Unterweisung und Seelsorge
sollen Sie am Aufbau der Gemeinde Christi mitwirken
und sie zum Dienst für ihren Herrn ermutigen.
Das Zeugnis der Heiligen Schrift
ist Quelle und Richtschnur dieses Auftrags.
Das Bekenntnis der Kirche
und das Gespräch mit den Schwestern und Brüdern
wird Sie im gemeinsamen Glauben befestigen
und Ihnen helfen,
das Wort Gottes recht zu verkündigen.
Sie stehen bei diesem Dienst in der Gemeinschaft
aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
und werden begleitet von der Fürbitte der Gemeinde.
Achten Sie die Ordnungen unserer Kirche,
wahren Sie die seelsorgerliche Schweigepflicht
und verhalten Sie sich so,
dass das Hören auf Ihr Zeugnis nicht behindert wird.
In all Ihrem Dienst,
auch wenn Zweifel und Enttäuschung Sie anfechten,
wenn Ihnen Verzicht und Leiden auferlegt werden,
gilt Ihnen die helfende Zusage unseres Herrn.
Er steht zu seinem Wort und verlässt die Seinen nicht.
Ordination
497
Nach Ordnung der Lippischen Landeskirche:
Höre jetzt, was die Kirche zur Führung deines Amtes von dir
erwartet:
Nach dem Bekenntnis und der Ordnung unserer Kirche
hat das Predigtamt seinen Ursprung in Jesus Christus,
dem alleinigen Herrn und Haupt seiner Gemeinde.
Er selber ist im Geist und in der Wahrheit Prediger seines Wortes.
In seiner Erwählung und in seiner Treue gibt er dem Predigtamt
Vollmacht.
Die Verkündigung in der Gemeinde gründet
in der Botschaft der Heiligen Schrift,
wie sie im Alten und Neuen Testament bewahrt,
in den altkirchlichen Glaubensbekenntnissen ausgesagt,
im Bekenntnis der Reformation neu ans Licht getreten
und durch die Theologische Erklärung
der Bekenntnissynode von Barmen
als Wegweisung für die angefochtene Kirche gedeutet ist.
Dieses Evangelium durch die Predigt und durch die Sakramente
der Taufe und des Heiligen Abendmahls zu verkündigen, sind
wir berufen.
Du bist zum Dienst am Wort berufen.
Dir wird damit die Aufgabe der Seelsorge anvertraut.
Du wirst Menschen in der Liebe Christi nachgehen und nicht
verschweigen,
dass wir ohne Christus verloren bleiben.
Niemand ist aus eigener Kraft dazu tüchtig.
Deshalb sollst du im täglichen Umgang mit der Heiligen Schrift
und im Gebet vor Gott leben.
So kannst du dich bewahren vor der Vielgeschäftigkeit.
So wirst du Zeit und Kraft haben,
den Menschen als Zeuge / Zeugin unseres Herrn
in Offenheit und Verschwiegenheit,
in Geduld und Festigkeit zu begegnen.
Du wirst die Kranken besuchen,
die Sterbenden begleiten und trösten,
die Abweisenden für Christus zu gewinnen suchen.
Du wirst die Jugend unterweisen und in ihren Lebensfragen
begleiten.
Mit den Ältesten und allen, die in der Gemeinde mitarbeiten,
wirst du vertrauensvoll in allen Aufgaben zusammenarbeiten,
Ordination
Einführungen
498
mit den Pastorinnen und Pastoren geschwisterliche Gemeinschaft
halten.
Du hast die geltenden Ordnungen der Landeskirche zu beachten.
In öffentlicher und politischer Verantwortung
hast du dich so zu verhalten,
dass der dir übertragene Dienst keinen Schaden leidet.
In deinem ganzen Wandel und Verhalten
sollst du stets darauf bedacht sein,
dass dein Dienst glaubwürdig bleibt
nach der apostolischen Weisung:
Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken,
das tut alles im Namen des Herrn Jesus
und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kol 3,17
Ordinationsvorhalt der Evangelischen Kirche der Union
Liebe Gemeinde,
aus diesen Worten der Heiligen Schrift hören wir, welchen
Auftrag und welche Verheißung Jesus Christus seiner Kirche
gegeben hat.
Durch die Taufe seid ihr alle zum Zeugnis und Dienst in der
Welt berufen. Der Erfüllung dieses Auftrags dient alle Arbeit in
der Kirche. Christus ruft zu besonderen Diensten einzelne
Glieder der Gemeinde. Ihr braucht sie, sie brauchen euch.
Lieber Bruder / Liebe Schwester,
du wirst nun ordiniert, das Evangelium öffentlich zu verkündigen,
zu taufen und die Feier des Abendmahls zu leiten.
Du wirst berufen, in Gottesdienst, Lehre, Seelsorge und Unterweisung
am Aufbau der Gemeinde mitzuwirken, zum Dienst in
der Welt zu ermutigen und die Einheit der Christenheit zu
suchen.
Das Zeugnis der Heiligen Schrift ist Quelle und Richtschnur
deines Auftrags.
Die Bekenntnisse unserer Kirche und das Gespräch mit den
Schwestern und Brüdern werden dich im gemeinsamen Glauben
festigen und dir helfen, das Wort Gottes heute recht zu
verkündigen. Die eigene theologische Weiterarbeit ist für dich
unerlässlich.
In deiner Verkündigung soll die Gemeinde das Wort ihres
Herrn suchen und hören. Darum wird sie deine Verkündigung
an der Schrift prüfen und dir mit Zuspruch, Rat und Mahnung
helfen.
Ordination
499
Bei deinem Dienst stehst du in der Gemeinschaft aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und wirst begleitet von
der Fürbitte der Gemeinde. Unsere Kirche verpflichtet sich,
dir in deinem Dienst beizustehen.
Vertrauen soll unseren gemeinsamen Dienst prägen.
Achte die Ordnung unserer Kirche. Bewahre, was den Zugang
zum Evangelium erleichtert, und hilf mit, dafür neue Wege zu
suchen.
Über alles, was dir in Beichte und Seelsorge anvertraut wird,
bist du verpflichtet zu schweigen.
Hilf den Menschen, im Glauben dankbar zu leben und
getröstet zu sterben. Gib keinen verloren. Tritt vor Gott und
den Menschen für alle ein, die deinen Beistand brauchen.
Vor dem Richtstuhl Jesu Christi wirst du Rechenschaft geben
über deinen Dienst.
Verhalte dich so, dass dein Zeugnis nicht unglaubwürdig wird.
Nimm selbst Seelsorge in Anspruch und vertraue dich im Gebet
Gott an.
In all deinem Dienst, auch wenn dich Zweifel und Enttäuschung
anfechten, wenn dir Verzicht und Leiden auferlegt
werden, gilt dir die Zusage unseres Herrn Jesus Christus.
Er sendet dich.
Er steht zu seinem Wort und verlässt die Seinen nicht.
Er spricht: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine
Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2Kor 12,9
Ordinationsfrage
Nach Arnoldshainer Ordnung:
So fragen wir Sie:
Sind Sie bereit, sich in den Dienst der öffentlichen
Verkündigung berufen zu lassen, und versprechen Sie,
das Evangelium von Jesus Christus zu predigen,
wie es in der Heiligen Schrift bezeugt
und in den Bekenntnissen unserer Kirche ausgesprochen ist;
wollen Sie Ihren Dienst (in dieser Gemeinde . . .)
nach der Ordnung der Kirche treu und gewissenhaft tun
zur Ehre Gottes und zum Besten der Gemeinde?
So antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.
Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe.
Ordination
Einführungen
500
Nach Ordnung der Lippischen Landeskirche:
Nachdem unsere Kirche uns beauftragt hat,
dich, lieber Bruder . . . / liebe Schwester . . ., zu ordinieren,
fragen wir dich vor der hier versammelten Gemeinde:
Bist du gewiss, dass du nicht allein von Menschen,
sondern von Gott selber berufen wirst,
ihm in der Kirche unseres Herrn Jesus Christus zu dienen?
Willst du das Evangelium von Jesus Christus predigen
und versprichst du, in deinem Dienst das Wort Gottes,
wie es in der Heiligen Schrift bezeugt wird,
als die Richtschnur für Glauben und Leben zu hören und zu
bewahren?
Bist du bereit, den Dienst, wie er dir vorgehalten ist,
zur Ehre Gottes und zum Besten der Gemeinde
treu auszurichten?
So antworte: Ja, mit Gottes Hilfe.
Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe.
Fürbitten
Liebe Gemeinde,
lasst uns für unseren Bruder / unsere Schwester beten:
Allmächtiger Gott, du berufst und sendest
die Prediger und Predigerinnen deiner Kirche,
gibst ihnen zu ihrem Dienst Kraft und Vollmacht.
Wir bitten dich: erfülle diesen Bruder / diese Schwester
mit deinem Heiligen Geist
und leite ihn / sie mit deiner starken Hand,
damit er sein / sie ihr Amt
in Treue führe zur Ehre deines Namens
und zur Auferbauung deiner Gemeinde. Amen.
Sendung und Segnung
Nach Arnoldshainer Ordnung
Lieber Bruder / Liebe Schwester!
Im Gehorsam gegen den Auftrag,
den der Herr seiner Kirche gegeben hat,
Ordination
501
und im Vertrauen auf seine Verheißung
berufen und senden wir Sie
zum Dienst der öffentlichen Verkündigung
im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
Der Ordinand / die Ordinandin kniet nieder, wo dieses üblich ist.
Der / die Ordinierende spricht (mit Handauflegung, wo dieses üblich ist):
Der Herr, unser Gott, hat dich zu seinem Dienst berufen.
Jesus Christus spricht:
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Joh 20,21b
1. Assistent / 1. Assistentin:
Segensvotum (mit Handauflegung, wo dieses üblich ist)
2. Assistent / 2. Assistentin:
Segensvotum (mit Handauflegung, wo dieses üblich ist; es können weitere
biblische Voten folgen.)
Der / die Ordinierende spricht (mit Handauflegung, wo dieses üblich ist):
Der Herr segne dich.
Er segne deinen Dienst an allen, die dir anvertraut sind.
Amen.
Nach Ordnung der Lippischen Landeskirche:
Wir legen auf dich unsere Hände
im Namen Gottes,
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes,
ordinieren und bestätigen dich zum Prediger / zur Predigerin,
zum Lehrer / zur Lehrerin
und zum Seelsorger / zur Seelsorgerin der Gemeinde des Herrn.
Es folgen biblische Voten der Assistierenden
Der / die Ordinierende spricht:
Der Gott des Friedens aber mache uns tüchtig in allem Guten,
zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt,
durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit
zu Ewigkeit! Amen.
Hebr 13,20a.21b
Ordination
Einführungen
502
[Anrede an die Gemeinde
Liebe Gemeinde!
Euer Bruder / Eure Schwester . . .
ist heute in den Dienst eines Predigers / einer Predigerin
des Evangeliums berufen (und in den Dienst eines
Pastors / einer Pastorin eurer Gemeinde eingeführt worden).
Ich bitte euch, seinen / ihren Dienst zu achten,
ihm / ihr beizustehen und für ihn / sie zu beten.
Bedenkt dabei, dass wir alle aufgrund der Taufe
zu Zeugnis und Dienst für Jesus Christus berufen sind.
Der Gott des Friedens befähige uns zu allem Guten
und helfe uns zu tun, was ihm gefällt,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
nach Hebr 13,20a.21b]
Psalm oder Lied
Währenddessen nehmen alle an der Ordination Beteiligten ihre Sitzplätze
ein. Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung mit der Predigt des /
der Ordinierten fortgesetzt.
Ordination
503

Einführung in eine Pfarrstelle
(in den ehrenamtlichen Pfarrdienst
oder Predigtdienst)
Übersicht
Eingangswort
Psalm oder Lied
Gebet
Vorstellung
Ansprache
Psalm oder Lied
Glaubensbekenntnis
Schriftlesungen
Einführungsfrage
Fürbitten
Sendung und Segnung
Anrede an die Gemeinde
Psalm oder Lied
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung mit der Predigt des / der
Eingeführten fortgesetzt.
Ordination
Einführungen
506
Einführung in eine Pfarrstelle
(in den ehrenamtlichen Pfarrdienst
oder Predigtdienst)
Eingangswort
Im Namen Gottes,
des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und der nicht loslässt das Werk seiner Hände. Amen.
Psalm oder Lied
Gebet
Du unser Gott, Schöpfer und Herr der Zeit!
Du hast diese Welt geschaffen und uns in ihr.
Alles, was lebt, atmet durch deinen Geist.
Du hast schon vor Zeiten angefangen,
zu uns zu reden durch dein Wort.
Du hast dein Volk erwählt und hältst ihm die Treue.
Du sprachst zu ihm durch den Mund
deiner Lehrer und Propheten.
Du hast zu uns geredet durch deinen Sohn.
Herr Jesus Christus,
Versöhner der Welt und Haupt deiner Gemeinde!
Aus dem ganzen Menschengeschlecht berufst du
deine Gemeinde zum ewigen Leben
durch deinen Geist und dein Wort.
Du versammelst, schützt und erhältst sie
in der Einigkeit des wahren Glaubens
von Anbeginn der Welt bis ans Ende.
Du hast deiner Gemeinde den Dienst
der Verkündigung deines Evangeliums anvertraut
und befohlen.
Einführung
in eine
Pfarrstelle
507
Nach deinem Auftrag und Gebot bestellen wir
Männer und Frauen zum Dienst
der Verkündigung in deiner Kirche.
Nimm ihr Reden in den Dienst deines Wortes.
Gib ihnen Freiheit und Freude, dich zu bekennen
ohne Furcht vor den Menschen.
Rüste sie aus mit den Gaben deines Geistes.
Komm, Heiliger Geist,
erfülle die Herzen deiner Gläubigen
und entzünde in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe!
Wecke und stärke unseren Glauben
und verbinde uns mit der ganzen Christenheit auf Erden
zu der einen Kirche unseres Herrn Jesus Christus,
die dich, Dreieiniger Gott, anruft und lobt in Ewigkeit. Amen.
Vorstellung
Liebe Gemeinde,
in diesem Gottesdienst soll Pastor / Pastorin . . .,
der / die zum Pfarrdienst in dieser Gemeinde berufen wurde,
in sein / ihr Amt eingeführt werden.
Die darüber ausgestellte Urkunde hat folgenden Wortlaut:
Verlesung der Urkunde
Oder:
Liebe Gemeinde,
in diesem Gottesdienst soll Pastor / Pastorin . . .,
der / die zum Pfarrdienst im Ehrenamt in dieser Gemeinde
berufen wurde, in sein / ihr Amt eingeführt werden.
Die darüber ausgestellte Urkunde hat folgenden Wortlaut:
Verlesung der Urkunde
Oder:
Liebe Gemeinde,
in diesem Gottesdienst soll Herr / Frau . . .,
der / die zum / zur ehrenamtlichen Ältestenprediger / -predigerin
berufen wurde, in sein / ihr Amt eingeführt werden.
Ordination
Einführungen
508
Ansprache
des / der mit der Einführung Beauftragten.
Psalm oder Lied
Nach der letzten Strophe tritt der / die Einzuführende vor den / die mit der
Einführung Beauftragte(n); zwei Mitglieder des Presbyteriums treten neben
die mit der Einführung beauftragte Person.
Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige [allgemeine] christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Schriftlesungen
Der / die mit der Einführung Beauftragte:
Liebe Gemeinde!
Im Gehorsam gegen den Auftrag,
den der Herr seiner Kirche gegeben hat,
und im Vertrauen auf seine Verheißung
Einführung
in eine
Pfarrstelle
509
wollen wir nun diesen Bruder / diese Schwester
in den Dienst dieser Gemeinde einführen,
indem wir Gottes Wort hören und für ihn / sie beten.
So steht geschrieben im Evangelium nach Matthäus:
Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg,
wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen,
fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten.
Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie auf den Namen
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Mt 28,16-20
1. Assistent / 1. Assistentin:
So schreibt der Apostel Paulus im 2. Brief an die Korinther:
Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber
und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu
und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.
So sind wir nun Botschafter an Christi statt,
denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun
an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!
Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste,
für uns zur Sünde gemacht,
damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden,
die vor Gott gilt.
2Kor 5,19-21
2. Assistent / 2. Assistentin:
Im Brief an die Epheser heißt es:
Er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten,
einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer,
damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes.
Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden,
bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens
und der Erkenntnis des Sohnes Gottes.
Eph 4,11-13
Oder ähnliche für den Dienst der Verkündigung grundlegende Schriftlesungen.
Ordination
Einführungen
510
Einführungsfrage:
Lieber Bruder / Liebe Schwester . . ., sind Sie bereit,
den Dienst eines Pfarrers / einer Pfarrerin
der Gemeinde . . . zu übernehmen;
und versprechen Sie, Ihr Amt
in Bindung an Ihre Ordinationsverpflichtung
nach dem Bekenntnis und den Ordnungen unserer Kirche
treu und gewissenhaft auszuüben
zur Ehre Gottes und zum Besten seiner Gemeinde?
So antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.
Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe.
Oder:
Lieber Bruder / Liebe Schwester . . ., sind Sie bereit,
den Dienst eines Pfarrers / einer Pfarrerin im Ehrenamt
in der Gemeinde . . . zu übernehmen;
und versprechen Sie, Ihr Amt
in Bindung an Ihre Ordinationsverpflichtung
und nach dem Bekenntnis und den Ordnungen unserer Kirche
treu und gewissenhaft auszuüben
zur Ehre Gottes und zum Besten seiner Gemeinde?
So antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.
Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe.
Oder:
Lieber Bruder / Liebe Schwester . . ., sind Sie bereit,
den Dienst eines / einer ehrenamtlichen Ältestenpredigers /
-predigerin in der Gemeinde . . . zu übernehmen;
und versprechen Sie, Ihr Amt
nach dem Bekenntnis und den Ordnungen unserer Kirche
treu und gewissenhaft auszuüben
zur Ehre Gottes und zum Besten seiner Gemeinde?
So antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.
Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe.
Einführung
in eine
Pfarrstelle
511
Fürbitte
Liebe Gemeinde,
lasst uns für unseren Bruder / unsere Schwester beten:
Allmächtiger Gott, du berufst und sendest
die Prediger und Predigerinnen deiner Kirche,
gibst ihnen zu ihrem Dienst Kraft und Vollmacht.
Wir bitten dich: erfülle diesen Bruder / diese Schwester
mit deinem Heiligen Geist
und leite ihn / sie mit deiner starken Hand,
damit er sein / sie ihr Amt
in Treue führe zur Ehre deines Namens
und zur Auferbauung deiner Gemeinde. Amen.
Sendung und Segnung
Lieber Bruder / Liebe Schwester!
Im Gehorsam gegen den Auftrag,
den der Herr seiner Kirche gegeben hat,
und im Vertrauen auf seine Verheißung
berufen und senden wir dich zum Dienst
in dieser Gemeinde
im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes. Amen.
Der / die Einzuführende kniet nieder (wo dieses üblich ist).
Der / die Einführende spricht (mit Handauflegung, wo dieses üblich ist):
Der Herr, unser Gott, hat dich zu seinem Dienst berufen.
Jesus Christus spricht:
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Joh 20,21
1. Assistent / 1. Assistentin:
Segensvotum (mit Handauflegung, wo dieses üblich ist)
2. Assistent / 2.Assistentin:
Segensvotum (mit Handauflegung, wo dieses üblich ist; es können weitere
biblische Voten folgen.)
Der / die Einführende spricht (mit Handauflegung, wo dieses üblich ist):
Der Herr segne dich.
Er segne deinen Dienst an allen, die dir anbefohlen sind.
Amen.
Ordination
Einführungen
512
Anrede an die Gemeinde
Liebe Gemeinde!
Ihr Bruder / Ihre Schwester . . .
ist heute in den Dienst eines Pfarrers / einer Pfarrerin
[bzw.: eines / einer ehrenamtlichen
Ältestenpredigers / -predigerin]
in Ihrer Gemeinde eingeführt worden.
Ich bitte Sie, seinen / ihren Dienst zu achten,
ihm / ihr beizustehen und für ihn / sie zu beten.
Bedenken Sie dabei, dass wir alle aufgrund der Taufe
zu Zeugnis und Dienst für Jesus Christus berufen sind.
Der Gott des Friedens befähige uns zu allem Guten
und helfe uns zu tun, was ihm gefällt,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Psalm oder Lied
Währenddessen nehmen alle an der Einführung Beteiligten ihre Sitzplätze
ein. Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung mit der Predigt des /
der Eingeführten fortgesetzt.
Einführung
in eine
Pfarrstelle
513

Einführung in den Predigtdienst
in der Ev.-altreformierten Kirche
Übersicht
Im Anschluss an das Lied nach der Ansprache des / der Einführenden:
Anrede
Gebet
Einführungsfrage
Zuspruch
Anrede an die Gemeinde
Psalm
Fürbitten
Lied
Der Gottesdienst wird mit der Predigt des / der Eingeführten fortgesetzt.
Ordination
Einführungen
516
Einführung in den Predigtdienst
in der Ev.-altreformierten Kirche
Im Anschluss an das Lied nach der Ansprache des / der Einführenden:
Anrede
Gemeinde des Herrn Jesus Christus!
Wir sind nicht die ersten,
die glaubend den Weg der Verheißung
gehen wollen. Viele Zeugen sind uns vorausgegangen.
Unter Hoffen und Bangen brachen sie auf,
das Land der erfüllten Verheißungen zu betreten,
voller Verlangen nach einem Leben
in Recht und Gerechtigkeit,
Wahrheit und Frieden auf Gottes Erde
unter seinem Himmel.
Immer wieder gab es Menschen, die vorangingen:
die Erzväter und -mütter in Israel,
Mose und Elia, Debora und Hulda,
Sänger, Seher, Priester,
Propheten und Prophetinnen.
Sie alle zeigten uns die Richtung des Weges.
Schuldlos blieb keiner von ihnen,
doch der Gott des Himmels und der Erde
rief sie beharrlich – und sie gingen.
Als die Zeit erfüllt war,
sandte der Gott Israels seinen Gesalbten.
Er ging seinen Weg, um auch uns zu begegnen.
Er liebte die Seinen bis ans Ende,
ja bis in den Tod.
Dadurch hat er den Weg gebahnt
und ruft uns, ihm zu folgen.
In Freude, Gottesfurcht und voller Erbarmen haben
Apostel, Evangelisten, Hirten und Lehrer,
Männer und Frauen bezeugt:
Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Einführung in
den Predigtdienst
in der
Ev.-altreformierten
Kirche
517
Wir suchen diesen Weg,
um ihn in der Nachfolge Christi zu gehen,
beständig in der Lehre der Apostel zu bleiben,
in der Gemeinschaft der Heiligen,
im Teilen des Brotes und des Kelches
und im gemeinsamen Gebet.
Den Dienern und Dienerinnen des Wortes ist anvertraut,
euch zu ermutigen und zurechtzuweisen,
die Zeugen für euch zur Sprache zu bringen
und die Spötter zum Verstummen,
um mit euch das Loblied zu singen
und um Erbarmen zu flehen
und um euch die Zeichen des Heils erkennen zu lassen.
Dies alles auf dem gemeinsamen Weg
zum Reich des Friedens,
wo die Gerechtigkeit wohnt
und Gott sein wird alles in allen.
Gebet
Lasst uns beten:
Gesegnet seist du, Herr, unser Gott.
Du hast Israel aus Ägypten befreit
und es durch den Dienst von Mose,
Mirjam und Aaron herausgeführt.
Du hast dein Volk prophetisch gelehrt,
priesterlich versöhnt,
königlich regiert und dazu Männer und Frauen
berufen und gesalbt mit deinem Geist.
Gesegnet seist du, Herr, unser Gott.
Deinen Sohn hast du gesandt, Jesus, den Messias.
Er kam, um zu dienen und hat Menschen gerufen,
einander in seinem Namen beizustehen
und den Weg zu zeigen.
Du bist es auch, der heute seiner Gemeinde
einen Diener / eine Dienerin schenkt.
Du beauftragst ihn / sie, durch Verkündigung
und Feier, Lehre und Leitung dein Volk zuzurüsten
zu guten Worten und Werken.
Ordination
Einführungen
518
Wir bitten dich: Gib ihm / ihr,
der / die mit dieser Gemeinde verbunden wird, die Kraft
dass er / sie im Hören auf deinen Ruf
und im Vertrauen auf deine Verheißungen
unerschrocken dein Wort weitersagt
zur Ehre deines Namens
und zu unser aller Freude.
Das bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn,
der mit dir und dem Heiligen Geist,
ein einiger Gott,
lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.
Einführung in die erste Pfarrstelle:
Einführungsfrage
Der / die Einzuführende tritt vor.
Lieber Bruder / Liebe Schwester,
du sollst als Diener / Dienerin des Wortes eingeführt werden.
Bist du der Überzeugung,
dass Gott selbst dich durch diese Gemeinde berufen hat?
Nimmst du die Heilige Schrift, in deren Licht wir leben,
als die eine Regel des Glaubens an?
Verwirfst du und widerstehst du allem, was dagegen streitet?
Versprichst du, mit strenger Verschwiegenheit zu behandeln,
was dir vertraulich zur Kenntnis gebracht wird?
Bis du bereit, dich dem Wort Gottes
und der Aufsicht der Kirche zu unterstellen?
Versprichst du, dein Amt treu wahrzunehmen
in Liebe zu der Gemeinde und zu allen Menschen,
die der Herr auf deinen Weg führt?
Antwort: Ja.
Einführung in
den Predigtdienst
in der
Ev.-altreformierten
Kirche
519
Zuspruch
Der / die Einzuführende kniet nieder.
Der / die Einführende legt ihm / ihr beide Hände auf und spricht:
Gott, unser himmlischer Vater,
der dich zu diesem heiligen Dienst berufen hat,
und in dessen Namen wir dich jetzt
in das Amt eines Dieners / einer Dienerin am Wort einführen,
erleuchte dich durch seinen Geist
und stärke dich durch seine Hand.
Er segne dich in deinem Dienst,
dass seine Gemeinde gebaut werde
und die Herrschaft des Messias, seines Sohnes,
bald erscheine. Amen.
Hiernach legen alle anderen Diener und Dienerinnen des Wortes, die anwesend
sind, dem / der gerade Eingeführten die Hände auf und sprechen ein
Segenswort.
(Händedruck)
Es folgt die Anrede an die Gemeinde s.u.
Einführung bei Pfarrstellenwechsel
Einführungsfrage
Der / die Einzuführende tritt vor.
Lieber Bruder / Liebe Schwester,
du bist bereits als Diener / Dienerin des Wortes
eingesetzt worden.
Damals hast du bestätigt,
dass du die Heilige Schrift, in deren Licht wir leben,
als die eine Regel des Glaubens annimmst
und dass du darum auch verwirfst und dem widerstehen willst,
was dagegen streitet.
Du hast versprochen,
alles mit strenger Verschwiegenheit zu behandeln,
was dir vertraulich zur Kenntnis gebracht wird.
Schließlich hast du versprochen,
dich der Zucht des Glaubens
und der Aufsicht der Kirche zu unterstellen.
Ordination
Einführungen
520
Da du dein Amt fortan in der Gemeinde . . .
ausüben wirst, frage ich dich:
Bist du der Überzeugung,
dass Gott selbst dich durch diese Gemeinde gerufen hat?
Antwort: Ja.
Versprichst du,
dein Amt auch hier treu wahrzunehmen,
in Liebe zu der Gemeinde und zu allen Menschen,
die dir der Herr auf deinen Weg führt?
Antwort: Ja, von ganzem Herzen.
Zuspruch
Gott, unser himmlischer Vater,
der dich an diesen Ort gerufen hat,
verbinde dich mit dieser Gemeinde
und gebe dir die Gnade,
dass du in ihr treu und fruchtbar wirken mögest.
(Händedruck)
Anrede an die Gemeinde
Liebe Schwestern und Brüder!
Nehmt diesen Bruder / diese Schwester
mit seiner / ihrer Familie
in die Gemeinschaft eurer Gemeinde auf,
wie es von der Kirche Jesu Christi erwartet wird.
Begleitet und tragt ihn / sie in seinem / ihrem Dienst
durch eure Fürbitte und dient mit ihm / ihr zusammen
freudig unserem gemeinsamen Herrn.
Ich bitte euch, dies zu versprechen,
indem ihr aufsteht und gemeinsam singt:
Psalm 121,2+3
Einführung in
den Predigtdienst
in der
Ev.-altreformierten
Kirche
521
Fürbitten
Lasst uns beten:
Herr, unser Gott, heute rufst und sammelst du uns,
damit wir deine Kirche seien,
deinem Wort auf Erden Gestalt geben,
dass wir uns freuen mit den Fröhlichen
und weinen mit den Weinenden,
dass wir dem helfen, der keine Helfer hat
und dein Heil vernehmen und es teilend feiern.
Lass nicht zu, dass wir diese Aufgabe vergessen,
oder dass deine Stimme im Lärm der Völker untergeht.
Mache uns zu Tätern deines Wortes.
Darum bitten wir:
Liedstrophe EG 423,1
Heute ist in unserer Gemeinde
ein Mensch zu deinem Dienst gerufen.
Du hast ihn uns gegeben,
einen Menschen mit Gaben und Gebrechen,
Glaube und Zweifel, bewegt durch deinen Heiligen Geist.
Wir bitten dich, bewahre ihn bei deinem Wort.
Schütze ihn davor,
hochmütig die Menschen zu verachten.
Schenke ihm Freude, Weisheit und Ausdauer
im Dienst in und an deiner Gemeinde.
Und droht etwa die Feindschaft der Welt,
will die Zwietracht spalten,
so mache ihn standhaft und treu.
Darum bitten wir:
Liedstrophe EG 423,3
Für deine ganze Gemeinde und alle Christen
an diesem Ort, in dem wir wohnen und arbeiten,
bitten wir dich,
dass wir in unserem Dienst unerschrocken
wie Stephanus sein mögen, getrieben wie Paulus,
aufmerksam wie Maria, einsatzfreudig wie Marta,
zurückhaltend wie Thomas
und in aller Schwachheit felsenfest wie Petrus.
Ordination
Einführungen
522
Mache uns mit diesem Diener / dieser Dienerin
in unserer Mitte
zu Zeugen deiner Menschenliebe und Treue.
Darum bitten wir:
Liedstrophe EG 423,6
Der Gottesdienst wird mit der Predigt des / der Eingeführten fortgesetzt.
Einführung in
den Predigtdienst
in der
Ev.-altreformierten
Kirche
523

Verabschiedung
eines Pastors / einer Pastorin
Ordination
Einführungen
526
Verabschiedung eines Pastors /
einer Pastorin
Im Anschluss an das Lied nach der Predigt:
Anrede
Der / die Vorsitzende bzw. stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums:
Lieber Pastor / Liebe Pastorin . . .!
Mit diesem Gottesdienst verabschieden Sie sich
aus dem Dienst unserer Gemeinde
und wechseln in einen anderen kirchlichen Dienst /
treten in den Ruhestand.
Im Namen des Presbyteriums und der ganzen Gemeinde
danke ich Ihnen für Ihre Arbeit bei uns.
Sie haben uns das Evangelium von Jesus Christus gepredigt.
Im Konfirmandenunterricht, in Jugendgruppen
und Gemeindekreisen und im persönlichen Gespräch
haben Sie uns die Botschaft von Jesus Christus
bezeugt und zugesprochen.
Mit uns zusammen haben Sie im Presbyterium
für die inneren und äußeren Angelegenheiten der Gemeinde
Sorge getragen und sie geleitet.
Vieles von dem,
was den Dienst eines Pastors / Pastorin ausmacht,
geschieht im Verborgenen.
Erst recht sind die Früchte seines / ihres Wirkens
nicht immer sichtbar vor Augen.
Am Beginn Ihres Dienstes in dieser Gemeinde
haben wir mit Ihnen um den Segen Gottes gebetet.
Wir danken Gott für alles, was er durch Sie unter uns getan hat.
Auch von Ihnen, . . .
(namentliche Nennung der Familienmitglieder),
verabschieden wir uns heute.
Sie haben mit . . . in unserer Gemeinde gelebt.
Hier schließt sich ggf. eine Würdigung ihrer Tätigkeiten an.
Verabschiedung
eines
Pastors /
einer Pastorin
527
Auch wenn wir heute voneinander Abschied nehmen,
ist durch den gemeinsamen Dienst doch eine Verbindung
entstanden,
die auch weiterhin Bestand haben wird.
Sie ist ja ein Teil Ihrer Lebensgeschichte,
so wie auch Sie nun in die Geschichte dieser Gemeinde
hineingehören.
So wünschen wir Ihnen für Ihren neuen Dienst / Ruhestand
Gottes Segen und Geleit.
Wenn die Verabschiedung in den Ruhestand erfolgt und es üblich ist, dass
der Präses / die Frau Präses des Synodalverbandes oder der Superintendent /
die Superintendentin des Kirchenkreises die Emeritierungsurkunde überreicht,
spricht dieser / diese:
Lieber Bruder / liebe Schwester . . .,
Sie waren in den Gemeinden . . . tätig.
Sie verabschieden sich heute aus dem Dienst dieser Gemeinde
und treten mit Ablauf dieses Monats in den Ruhestand.
Im Namen unserer Kirche danke ich Ihnen für Ihren Dienst,
den sie über . . . Jahre hinweg in unserer Kirche getan haben.
Ich bin beauftragt, Ihnen die Urkunde über Ihre Versetzung
in den Ruhestand zu überreichen. Sie hat folgenden Wortlaut:
Verlesung der Urkunde.
Mit dem Dank für allen Dienst, den Sie dieser Gemeinde
und unserer Kirche getan haben, verbinden sich unsere
guten Wünsche für Ihren Ruhestand.
Gott geleite Sie in diesem neuen Lebensabschnitt
mit seinem Segen!
Die Barmherzigkeit des HERRN hat noch kein Ende,
sondern sie ist alle Morgen neu,
und seine Treue ist groß.
Klgl 3,22-23
Der / die verabschiedete Pastor / Pastorin kann ein Wort an die Gemeinde
richten.
Der Gottesdienst wird mit einem Psalm oder Lied nach der üblichen Ordnung
fortgesetzt.
Ordination
Einführungen
528
Einführung und Verabschiedung
von Presbytern und Presbyterinnen
Übersicht
Im Anschluß an das Lied nach der Predigt
Anrede an die Gemeinde
Verabschiedung
Lied
Vorstellung
Lesungen
Anrede – Vorhalt
Einführungsfrage
Bestätigung
Anrede an die Gemeinde
Gebet
Psalm oder Lied
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt
Ordination
Einführungen
530
Einführung und Verabschiedung
von Presbytern und Presbyterinnen
Im Anschluss an das Lied nach der Predigt:
Anrede an die Gemeinde
Der / die Vorsitzende des Presbyteriums:
Liebe Gemeinde!
In diesem Gottesdienst sollen die aus dem Amt
ausscheidenden Mitglieder des Presbyteriums (und der
Gemeindevertretung) verabschiedet und die neugewählten
in ihr Amt eingeführt werden.
Wir danken allen Frauen und Männern,
die zwar nicht in die Gemeindeorgane gewählt wurden,
aber ihre Bereitschaft zur Mitarbeit
durch ihre Kandidatur bekundet haben.
Die Gemeinde lebt davon und ist darauf angewiesen,
dass viele ihrer Glieder bereit sind,
Verantwortung zu übernehmen, und sich nicht scheuen,
sich der Wahl durch die Gemeinde zu stellen,
auch wenn nicht jeder oder jede Vorgeschlagene
gewählt werden kann.
Ebenso danken wir allen Gemeindegliedern,
die durch ihre Beteiligung an der Wahl gezeigt haben,
dass ihnen unsere Gemeinde am Herzen liegt.
Aus dem Presbyterium scheiden aus: . . .
(Aus der Gemeindevertretung scheiden aus: . . . ).
Ich bitte die Genannten, nach vorne zum Tisch zu kommen.
Verabschiedung
Sie haben über Jahre hinweg Ihre Zeit und Kraft
in den Dienst der Gemeinde gestellt.
Wir wissen, dass dies nicht selbstverständlich ist.
Wir wissen auch, dass die Gemeinde darauf angewiesen ist.
Darum sprechen wir Ihnen im Namen der ganzen Gemeinde
unseren Dank aus.
Einführung
und Verabschiedung
von
Presbytern
und
Presbyterinnen
531
Mit einem Zeichen des Dankes verabschieden wir Sie
aus Ihrem bisher ausgeübten Amt.
Wir bitten Sie, den Weg unserer Gemeinde
auch weiterhin zu begleiten
und ihr mit Rat und Hilfe zur Seite zu stehen.
[Überreichung eines Geschenks]
Lied: EG 250,1-5
Vorstellung
Die Männer und Frauen, die bei dieser Wahl neu in das
Presbyterium (und die Gemeindevertretung) gewählt wurden,
sollen nun vor der Gemeinde in ihr Amt eingeführt werden.
Die anderen Gewählten,
deren Amtszeit an die vorherige direkt anschließt,
werden nicht erneut eingeführt.
Es sind: . . ..
Ich bitte, jetzt zur Einführung in das Amt eines Presbyters und
einer Presbyterin nach vorne zu kommen: . . ..
[Ebenso bitte ich zur Einführung in die Gemeindevertretung
nach vorne zu kommen: . . ..]
Lesungen
Die folgenden Texte werden von Presbytern und Presbyterinnen verlesen, die
weiterhin im Amt sind.
1. Presbyter / 1. Presbyterin:
Im 5. Kapitel vom 1. Petrusbrief steht geschrieben:
Die Ältesten unter euch ermahne ich, der
Mitälteste: Weidet die Herde Gottes,
die euch anbefohlen ist; achtet auf sie,
nicht gezwungen, sondern freiwillig,
wie es Gott gefällt;
nicht um schändlichen Gewinns willen,
sondern von Herzensgrund;
nicht als Herren über die Gemeinde,
sondern als Vorbilder der Herde.
Desgleichen ihr Jüngeren,
ordnet euch den Ältesten unter.
1Petr 5,1a.2-3.5
Ordination
Einführungen
532
2. Presbyter / 2. Presbyterin:
Im 4. Kapitel des Epheserbriefes lesen wir:
Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe
und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist,
Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist
und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke,
wodurch jedes Glied das andere unterstützt
nach dem Maß seiner Kraft
und macht, dass der Leib wächst
und sich selbst aufbaut in der Liebe. Eph 4,15-16
3. Presbyter / 3. Presbyterin:
Der Heidelberger Katechismus antwortet auf die Frage:
»Was verstehst du unter der Gemeinschaft der Heiligen?«
Alle Glaubenden haben als Glieder
Gemeinschaft an dem Herrn Christus
und an allen seinen Schätzen und Gaben.
Darum soll auch jeder seine Gaben
willig und mit Freuden
zum Wohl und Heil der anderen
gebrauchen. HK 55
Anrede – Vorhalt
Der / die Vorsitzende des Presbyteriums:
Liebe Geschwister,
aus diesen Worten haben Sie gehört,
wie die Gemeinde Jesu Christi
geordnet und auferbaut werden soll.
Sie werden nun berufen,
die Gemeinde zu leiten und dafür zu sorgen,
dass das Evangelium recht verkündigt wird.
Sie sollen am Aufbau der Gemeinde mitwirken
und dazu helfen,
dass sie fähig und bereit wird,
durch Wort und Tat ihren Glauben
vor der Welt zu bekennen.
Quelle und Richtschnur unseres Wirkens
ist das Zeugnis der Heiligen Schrift.
Einführung
und Verabschiedung
von
Presbytern
und
Presbyterinnen
533
Im Beruf und in der Öffentlichkeit
sollen Sie Ihr Christsein leben
und der Gemeinde mit Ihren Erfahrungen dienen.
Wir bitten und ermahnen Sie,
Bekenntnis und Ordnung unserer Kirche zu achten,
gewissenhaft mit dem Geld der Gemeinde umzugehen
und sich so zu verhalten,
dass Ihr Zeugnis nicht unglaubwürdig wird.
Bei Ihrem Dienst stehen Sie in der Gemeinschaft
aller Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
und werden begleitet von der Fürbitte der Gemeinde.
Einführungsfrage
Nach der Ordnung unserer Kirche haben Presbyter und
Presbyterinnen folgendes Versprechen abzulegen:
Ich verspreche vor Gott und dieser Gemeinde,
dass ich das mir übertragene Amt,
gehorsam dem Wort Gottes, mit gewissenhafter Sorgfalt
und in Treue gegenüber den Ordnungen
der . . . Kirche
und dieser Gemeinde wahrnehmen will.
Wollen Sie dieses versprechen,
so antworten Sie: Ja,
und reichen Sie mir darauf die Hand.
Bzw. das in der jeweiligen Kirche / Gemeinde vorgeschriebene Versprechen.
Der / die Vorsitzende des Presbyteriums ruft die Namen der Gewählten auf.
Jeder / jede Aufgerufene antwortet persönlich:
Ja.
Bestätigung
Nachdem wir Ihr Ja vernommen haben,
bestätigen wir Sie in dem Amt
eines Presbyters oder einer Presbyterin
(eines Mitglieds der Gemeindevertretung) unserer Gemeinde.
Gott, der Sie berufen hat, diese Gemeinde zu leiten,
erleuchte Sie durch seinen Heiligen Geist
Ordination
Einführungen
534
und stärke Sie, dass Sie Ihren Dienst gewissenhaft ausrichten
zur Ehre seines Namens und zum Wohl seiner Kirche.
Anrede an die Gemeinde
Liebe Gemeinde,
nehmt die nunmehr Berufenen
und ihren Dienst an und helft mit,
dass ihr Tun gelingt und sie nicht müde werden.
Gebet
Allmächtiger Gott, du berufst Männer und Frauen
zum Dienst der Leitung deiner Gemeinde
und gibst ihnen dazu Kraft und Vollmacht.
Wir bitten dich, erfülle sie mit deinem Heiligen Geist
und leite sie mit deiner starken Hand,
damit sie ihr Amt in Treue führen zur Ehre deines Namens
und zur Auferbauung deiner Gemeinde. Amen.
Der / die Vorsitzende und die Mitglieder des Presbyteriums reichen den
Eingeführten die Hand.
Psalm oder Lied
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Einführung
und Verabschiedung
von
Presbytern
und
Presbyterinnen
535

Einführung und Verabschiedung
von Gemeindegliedern
zur Mitarbeit im Diakonieausschuss

Einführung
In der Ev.-altreformierten Kirche und in einer Reihe anderer reformierter
Gemeinden werden die Aufgaben der Gemeindediakonie von Diakonen
oder Diakoninnen wahrgenommen, die Träger des dritten (bzw.
vierten) »Amtes« der calvinischen Kirchenordnung sind. Sie zählen
neben den Pastoren, Lehrern und Presbytern zu den »Amtsträgern«
einer im calvinischen Sinne »wohlgeordneten« Kirche (eglise dressé).
Einführung
539
Übersicht
Im Anschluss an das Lied nach der Predigt
Verabschiedung
Lied
Vorstellung
Anrede – Vorhalt
Einführungsfrage
Zuspruch des Segens
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Ordination
Einführungen
540
Einführung und Verabschiedung
von Gemeindegliedern zur Mitarbeit
im Diakonieausschuss
Im Anschluss an das Lied nach der Predigt:
Verabschiedung
Der / die Vorsitzende des Presbyteriums:
Mit dem heutigen Tag scheidet Herr / Frau . . .
aus dem Diakonieausschuss unserer Gemeinde aus.
Ich bitte Sie, nach vorne zu kommen.
Lieber Herr / Liebe Frau . . .,
Sie scheiden heute aus dem Diakonieausschuss
unserer Gemeinde aus.
In der Zeit ihrer Mitarbeit haben Sie sich
insbesondere für . . . (Nennung des Tätigkeitsbereiches)
eingesetzt. Wir danken Ihnen namens der Gemeinde
und aller Menschen, denen Sie geholfen haben,
für Ihren Dienst.
Für Ihr weiteres Leben wünschen wir Ihnen
Gottes Segen.
[Überreichung eines Geschenks]
Lied
Vorstellung
Der / die Vorsitzende des Presbyteriums:
Das Presbyterium hat nun Herrn / Frau . . .
in den Diakonieausschuss unserer Gemeinde berufen.
Ich bitte Sie, nach vorne zu kommen.
Einführung
und
Verabschiedung
von
Gemeindegliedern
zur
Mitarbeit im
Diakonieausschuss
541
Anrede – Vorhalt
Lieber Herr / Liebe Frau . . .,
wir danken Ihnen für die Bereitschaft,
nun im Diakonieausschuss der Gemeinde
mitzuarbeiten. Sie wollen sich insbesondere für
. . . (Nennung des Tätigkeitsbereichs) einsetzen.
Die Gemeinde Christi lebt davon,
dass Jesus Christus mit seinem Wort
und seinem Dienst für sie da ist.
Eine sichtbare Gestalt des Dienstes Christi
ist die Arbeit der Diakonie:
Einer trägt des anderen Last, besucht ihn in seiner Einsamkeit,
tritt für die Hilfsbedürftigen ein vor Ämtern und Behörden,
tröstet die Traurigen,
hilft denen, die alleine nicht mit dem Leben zurechtkommen,
unterstützt den anderen mit Rat und Tat,
mit menschlicher Zuwendung und auch mit materiellen Mitteln.
Die Mitglieder des Diakonieausschusses
teilen nicht nach Verdienst und Frömmigkeit aus.
Sie dienen mit ihrer Hilfe dort, wo die Not ist.
Sie sind nicht Richter, sondern Samariter
und geben weiter, was die Gemeinde
ihnen zum Weitergeben anvertraut hat.
Vieles, was früher zu den Aufgaben der Gemeindediakonie
gehörte, haben inzwischen bei uns
staatliche oder private Einrichtungen übernommen.
Doch die Diakonie bleibt ein Auftrag unseres Herrn,
weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus.
Sie öffnet ihren Mund für die Stummen,
bringt denen Hilfe, die ohne Helfer sind,
und überwindet Ungerechtigkeit und Unterdrückung
mit der Kraft der Liebe Christi.
Einführungsfrage
Lieber Herr / Liebe Frau . . ., sind Sie bereit,
im Diakonieausschuss der Gemeinde mitzuarbeiten
und Ihren Dienst uneigennützig
und ohne Ansehen der Person zu tun,
dabei auch die Verschwiegenheit über die Angelegenheiten
aller Menschen zu bewahren,
Ordination
Einführungen
542
für die Sie tätig sein werden,
so antworten Sie: Ja.
Antwort: Ja.
Zuspruch des Segens
Gottes Geist geleite Sie in Ihrem Dienst.
Unser Herr Jesus Christus und Gott, unser Vater,
der uns geliebt hat, stärke euch
in allem guten Werk und Wort. Amen.
2Thess 2,16-17
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt. Im Fürbittengebet
wird der verabschiedeten und der eingeführten Gemeindeglieder
gedacht.
Einführung
und
Verabschiedung
von
Gemeindegliedern
zur
Mitarbeit im
Diakonieausschuss
543

Einführung und Verabschiedung
von Ältesten und Diakonen
in der Ev.-altreformierten Kirche
Übersicht
Im Anschluss an das Lied nach der Predigt:
Gebet
Lied
Verabschiedung
Gebet
Vorstellung
Unterweisung
Einführungsfragen
Gebet
Zuspruch des Segens
Fragen an die Gemeinde
Lied
Dankgebet und Fürbitten
Gebet des Herrn
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Ordination
Einführungen
546
Einführung und Verabschiedung
von Ältesten und Diakonen
in der Ev.-altreformierten Kirche
Im Anschluss an das Lied nach der Predigt:
Gebet
Gott, unser Vater,
Herr des Himmels und der Erde.
Wir danken dir, dass du uns durch deinen Sohn
in die Gemeinschaft deiner weltweiten Kirche
gerufen hast.
Höre unser Gebet für alle deine Gläubigen,
damit jeder von uns, in dem Dienst, zu dem
du rufst, ein gutes Werkzeug deiner Liebe sei.
Durch unseren Herrn und Heiland Jesus Christus.
Gemeinde: Amen.
Lied: EG 123,1+6
Verabschiedung
Für einige unserer Amtsträger und Amtsträgerinnen ist die
Amtszeit beendet, nämlich für die Ältesten . . . und die
Diakone / Diakoninnen . . ..
Ich bitte die Genannten aufzustehen.
Liebe Schwestern und Brüder,
eure Arbeit als Älteste, Diakon und Diakonin endet heute.
Was auch nach dem Ausscheiden aus eurem Amt bleibt,
ist das Versprechen, geheimzuhalten, was euch
vertraulich mitgeteilt wurde.
Nach bestem Wissen habt ihr danach getrachtet,
die Kirche Christi zu bauen und den Gliedern der Gemeinde,
die eurer Fürsorge anvertraut waren, zu dienen.
Wir sagen euch dafür Dank.
Lasst uns nun Gott danken und ihn bitten:
Einführung
und
Verabschiedung
von
Ältesten und
Diakonen
in der
Ev.-altreformierten
Kirche
547
Gebet
Herr, unser Gott, wir danken dir für die Hingabe
derer, die nun aus dem Amt ausscheiden.
Dich, die Quelle alles Guten, preisen wir
für ihr Durchhalten und ihre Treue.
Herr, fördere das Werk unserer Hände bei uns;
ja, das Werk unserer Hände wollest du fördern.
Dem aber, der überschwänglich tun kann
über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen,
nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre
in der Gemeinde und in Christus Jesus
zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Eph 3,20-21
Gemeinde: Amen.
Vorstellung
Zweimal hat der Kirchenrat die Namen derer mitgeteilt, die in
das Ältestenamt oder das Diakonenamt eingeführt werden sollen.
Es sind dies . . ..
Unterweisung
Um seine Kirche zu versammeln und zu erhalten,
nimmt unser Herr Jesus Christus Menschen in seinen Dienst.
Er vertraut ihnen in seiner Gemeinde eine besondere Aufgabe
an. Ihr Amt soll die Gläubigen zurüsten zum Zeugnis und
Dienst in der Welt (Eph 4,12). Sie dürfen dieses Werk tun
in der Nachfolge des Herrn,
der nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse,
sondern dass er diene (Mk 10,45).
Dieser Dienst Christi bekommt eine sichtbare Gestalt im Amt
der Diakone / Diakoninnen.
Von alters her haben sie die Aufgabe, unter Beachtung des
Wortes Gottes so zu dienen (Apg 6,2), dass den Bedürftigen
geholfen wird (1Kor 11,22). Sie tragen die Gaben der Gemeinde
zusammen, um alle, die Hilfe brauchen, die Liebe Christi erfahren
zu lassen, sei es innerhalb oder außerhalb der Kirche, in
der Nähe oder in der Ferne. Durch ihr Handeln und Gebet
treten sie für das Recht der Armen ein, die um Hilfe schreien,
und für die Elenden, die keine Hilfe haben (Ps 72,12).
Ordination
Einführungen
548
So sollen sie die Begegnung zwischen Armen und Reichen
fördern, denn der Herr hat sie alle gemacht (Spr 22,2).
Sie erinnern uns immer wieder an diese Verbundenheit mit
allen Menschen und der ganzen Schöpfung, auch da, wo sie
uns Brot und Kelch reichen und wir den Tod des Herrn verkündigen,
bis er kommt.
Ein anderes Amt ist das der Ältesten.
Wie die Ältesten in Israel das Volk vertraten (2Mose 24,9) und
zugleich die Verantwortung für die Gemeinde Gottes trugen
(4Mose 11,16), so werden Älteste in der Gemeinde eingesetzt.
Durch ihren Dienst soll die Gemeinde sich ihrer Berufung
bewusst bleiben, ein Königreich von Priestern und ein heiliges
Volk zu sein (2Mose 19,6 / 1Petr 2,9).
Indem sie als Vertrauenspersonen und als das Gewissen
der Gemeinde in dieser Zeit tätig sind, ermutigen sie ihre
Schwestern und Brüder in der Nachfolge Christi, unseres
Herrn. Wie könnten wir eine lebendige Gemeinde sein, wenn
Menschen nicht immer wieder uneigennützig besucht würden?
Und wie könnten Pastorinnen und Pastoren den Auftrag des
guten Hirten »Weide meine Schafe!« (Joh 21,16) erfüllen, wenn
sie dabei nicht auf die Mitarbeit der Ältesten bauen dürften?
Alle Amtsträger und Amtsträgerinnen gemeinsam sind der
Kirchenrat dieser Gemeinde. Sie haben miteinander den
Auftrag und die Verantwortung, alle, die zur Gemeinde
gehören, zu ermutigen, zuerst nach dem Reich Gottes und
seiner Gerechtigkeit zu trachten (Mt 6,33), wie unser Herr Jesus
Christus es gesagt hat, und so das Geheimnis des Glaubens
(1Tim 3,9-16) zu bewahren, von dem der Apostel geschrieben hat.
Damit dienen sie der Gemeinde Christi (Apg 20,29.31).
Liebe Schwestern und Brüder, ihr seid nun bereit, euer Amt zu
übernehmen. Vergesst nie, dass es die Gemeinde Jesu Christi
selbst ist, die euch anvertraut wird. Tut euren Dienst mit Freuden.
Wirkt mit am Aufbau der Gemeinde. Stärkt euch mit den
Worten des Glaubens und der guten Lehre (1Tim 4,6) und bittet
um die Kraft des Heiligen Geistes (2Kor 12,9) zu eurem Tun.
Einführung
und
Verabschiedung
von
Ältesten und
Diakonen
in der
Ev.-altreformierten
Kirche
549
Einführungsfragen
Liebe Schwestern und Brüder, die ihr in das Ältestenoder
Diakonenamt eingeführt werden sollt,
bezeugt jetzt allen, dass ihr im Glauben euren
Dienst übernehmt.
Ich bitte euch aufzustehen
und auf folgende Fragen zu antworten:
Seid ihr überzeugt,
dass Gott selbst euch durch seine Gemeinde
zu diesem Dienst berufen hat?
Haltet ihr die Heilige Schrift, in deren Licht wir leben,
für die alleinige Regel des Glaubens,
so dass ihr verwerft und allem widersteht,
was dem widerspricht?
Versprecht ihr, euer Amt treu zu erfüllen
in Liebe zur Gemeinde und zu allen Menschen,
die der Herr auf euren Weg führt?
Versprecht ihr auch, für immer geheimzuhalten,
was euch vertraulich mitgeteilt wird?
Seid ihr bereit, euch in eurem Dienst dem Worte
Gottes und der Aufsicht der Kirche zu unterstellen?
Wie lautet eure Antwort,
Schwester . . ., Bruder . . .?
Antwort: Ja.
Gebet
Höre uns, Gott, unser Heiland,
und gib deinen Dienern und Dienerinnen
die Gaben des Heiligen Geistes,
die sie zur Erfüllung ihres Amtes brauchen.
Sieh in Gnaden an, die wir dir befehlen,
und schenke ihnen den unerschöpflichen Reichtum deiner Gnade
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Zuspruch des Segens
Gott, unser himmlischer Vater, der euch zu diesem
heiligen Dienst berufen hat, und in dessen Namen
wir euch jetzt in das Ältestenamt oder Diakonenamt
Ordination
Einführungen
550
einführen, er erleuchte euch durch seinen Geist
und stärke euch durch seine Hand.
Er segne euch in eurem Dienst, damit seine
Gemeinde unter euren Händen gebaut werde
und die Herrschaft des Messias Jesus, seines
Sohnes, bald erscheinen werde. Amen.
Frage an die Gemeinde
(Die Gemeinde erhebt sich):
Gemeinde von . . ., da nun diese Schwestern
und Brüder als Älteste und Diakone / Diakoninnen
eingeführt sind,
versprecht ihr, sie anzunehmen, sie zu unterstützen,
sie zu begleiten in euren Gebeten und mit ihnen
im Dienst unseres Herrn tätig zu sein?
Liebe Schwestern und Brüder, wie lautet darauf
eure Antwort?
Gemeinde: Ja.
Lied: Psalm 134,1+3 (stehend)
Dankgebet und Fürbitten
Herr, unser Gott,
an diesem Tag rufst du uns, deine Kirche zu sein,
deinem Wort auf Erden Gestalt zu geben,
froh mit den Fröhlichen
und weinend mit den Weinenden
dem zu helfen, der keinen Helfer hat.
Du rufst uns, dein Heil zu feiern
mit Wasser, Brot und Kelch.
Gib Herr, dass deine Stimme nicht untergeht
im Lärm der Völker, dass wir tun,
was du von uns erwartest.
Herr, unser Gott, wir danken dir,
dass du Menschen bereitmachst,
für andere einzustehen.
Einführung
und
Verabschiedung
von
Ältesten und
Diakonen
in der
Ev.-altreformierten
Kirche
551
Wir danken dir,
dass du deiner Gemeinde
Amtsträger und Amtsträgerinnen schenkst,
um ihr den Weg zu zeigen.
Gib ihnen die Weisheit deiner Liebe
und die Tatkraft deines Heiligen Geistes,
damit wir sie achten und ihnen vertrauen,
als ob du selbst uns an die Hand genommen hättest.
Für alle, die ein Amt bekleiden, bitten wir,
gib auch, dass das Amt nicht als Gelegenheit
für Starrsinn oder Kritiksucht benutzt wird
und auch nicht zur Ablenkung von eigener Unzulänglichkeit.
Wir bitten dich, gib, dass sie uns lehren,
das rechte Wort am rechten Ort zu sagen.
Lass sie standhaft bleiben,
auch wenn Anfeindung und Widerstand sie bedrohen,
damit die Welt erfährt,
dass Jesus Christus ein zuverlässiger Hirte ist,
ein Ratgeber und eine Zuflucht
in allen Irrungen und Wirrungen des Lebens.
Für deine Kirche
und für diese Gemeinde bitten wir,
lass an ihr – trotz aller Schwächen – erkennbar sein,
dass du unser Begleiter und Wegweiser bist.
Brich bei uns allen Widerstand gegen deinen Geist,
damit du nach deinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen
nicht vergeblich suchst.
Wirke so an uns,
dass du uns an deiner Seite findest
als Menschen, die auf dein Kommen hoffen.
Für deine ganze Gemeinde
und alle Christen an diesem Ort und in aller Welt
bitten wir dich:
Lass uns in unserem Dienst freimütig sein wie Stephanus,
bewegt wie Paulus,
aufmerksam wie Maria,
voller Hingabe wie Marta,
zurückhaltend wie Thomas
und in aller Schwachheit
doch felsenfest wie Petrus.
Ordination
Einführungen
552
Gib, dass wir miteinander Zeugen
deiner Liebe und Treue zu den Menschen sind.
So bitten wir dich gemeinsam:
Gebet des Herrn
Unser Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Einführung
und
Verabschiedung
von
Ältesten und
Diakonen
in der
Ev.-altreformierten
Kirche
553

Vorstellung und Einführung
zu Gemeindediensten
Vorstellung eines Kirchenmusikers / einer Kirchenmusikerin
eines Küsters / einer Küsterin,
eines Gemeindesekretärs / einer Gemeindesekretärin,
eines Jugendleiters / einer Jugendleiterin,
einer Gemeindeschwester
eines Vikars / einer Vikarin,
eines Zivildienstleistenden,
oder anderer in der Gemeinde hauptamtlich oder ehrenamtlich tätiger
Personen.
Übersicht
Im Anschluss an das Lied nach der Predigt:
Vorstellung
[Ansprache]
Einführung
– ohne Verpflichtung
– mit Verpflichtung
Segenswunsch
oder
Zuspruch des Segens
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Ordination
Einführungen
556
Vorstellung und Einführung
zu Gemeindediensten
Vorstellung
Der / die Vorsitzende des Presbyteriums:
Liebe Gemeinde,
mit dem heutigen Tag / zu Anfang dieses Monats
hat Herr / Frau . . . seinen / ihren Dienst als . . .
in unserer Gemeinde begonnen.
Zu seinen / ihren Aufgaben gehört . . ..
(Umschreibung der Tätigkeiten; ggf.:)
[Ansprache]
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit
und bitten Gott, dass der Dienst von . . .
der Gemeinde zum Segen werde.
Lieber Herr / Liebe Frau . . ., wir freuen uns,
Sie als . . . in unserer Gemeinde begrüßen zu können
und wünschen Ihnen,
dass Sie sich bald bei uns heimisch fühlen.
Ich bitte Sie, nun nach vorne zu kommen.
Einführung
Ohne Verpflichtung als Vorhalt
Lieber Herr / Liebe Frau . . .,
wir bitten Sie, Ihren Dienst zur Ehre Gottes,
zum Aufbau der Gemeinde
und zum Wohl der Menschen auszuüben.
Vorstellung
und Einführung
zu
Gemeindediensten
557
Mit Verpflichtung
Lieber Herr / Liebe Frau . . ., ich frage Sie nun:
Sind Sie bereit,
den Dienst des / der . . . zu übernehmen;
wollen Sie ihn zur Ehre Gottes,
zum Aufbau der Gemeinde
und zum Wohl der Menschen ausüben,
so antworten Sie: Ja, mit Gottes Hilfe.
Antwort: Ja, mit Gottes Hilfe.
Segenswunsch
. . . , wir wünschen Ihnen für Ihren Dienst Gottes Segen.
(Der Segen kann auch zugesprochen werden.)
Der Gottesdienst wird nach der üblichen Ordnung fortgesetzt.
Ordination
Einführungen
558
Beigaben

Liturgischer Kalender

Einführung
Die Orientierung an der Abfolge des Kirchenjahrs war und ist in den
reformierten Kirchen nicht überall üblich. In den reformierten Gemeinden
in Deutschland hat sie sich jedoch weitgehend durchgesetzt.
In nicht wenigen Gemeinden folgen Prediger und Predigerin faktisch
der Ordnung der Predigttexte, durchaus in Verbindung mit der Freiheit
zur eigenen Textwahl oder der Predigt über einen fortlaufenden größeren
Abschnitt, ja ein ganzes biblisches Buch. Während die Orientierung
an der Leseordnung eher selten ist, haben der Wochenspruch, der Wochenpsalm
und das Wochenlied in nicht wenigen Gemeinden einen
festen Platz im Gottesdienst.
Der Reformierten Liturgie ist daher der Liturgische Kalender beigegeben,
wie er in den lutherischen und unierten Landeskirchen in
Deutschland verwendet wird. Zu jedem Sonntag sind der Wochenspruch,
der Wochenpsalm, das Wochenlied angegeben, dazu eine oder
mehrere Fragen aus dem Heidelberger Katechismus (HK; in Klammern
gesetzte Fragen können zusätzlich oder alternativ verwendet werden)
und ein Kollektengebet. Die sechs Perikopenreihen sind durch weitere
geeignete Predigttexte ergänzt.
Mit Beginn des Kirchenjahres 1999 / 2000 tritt eine Revision der Perikopenordnung
in Kraft. Sie betrifft vor allem den 10. Sonntag nach Trinitatis
(Israelsonntag), außerdem den 3. Sonntag nach Trinitatis, das
Erntedankfest und den Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres. Bei diesen
Sonntagen sind die bisherigen Texte in Klammern hinzugefügt.
Perikopenreihe I enthält die Evangelientexte. Sie geben jedem Sonnund
Festtag sein Gepräge und haben die Auswahl der anderen Texte und
Lieder bestimmt.
Da der Ostertermin jedes Jahr wechselt, können einer oder mehrere
Sonntage nach Epiphanias, nicht jedoch der erste und der letzte,
entfallen, wenn der Ostertermin früh liegt. Liegt er spät, entfallen einer
oder mehrere Sonntage nach Trinitatis, die dem Drittletzten Sonntag
nach Trinitatis vorausgehen.
Auf die Angabe der liturgischen Farben zu jedem Sonntag wurde verzichtet.
Für die Gemeinden, die die liturgischen Farben verwenden,
seien sie hier jedoch mitgeteilt (s. nächste Seite):
Einführung
563
VIOLETT Im Advent, in der Passionszeit, am Buß- und Bettag als
Farbe der Vorbereitung und der Buße.
WEISS Zu Weihnachten, Ostern und an den übrigen Christusfesten
als Symbol des Lichtes.
GRÜN In der Epiphanias-, Vorfasten- und Trinitatiszeit als Farbe
der aufgehenden Saat.
SCHWARZ Am Karfreitag als Zeichen der Trauer.
ROT Zu Pfingsten und an Gedenktagen der Kirche, z.B. dem
Reformationstag, als Farbe des Pfingstfeuers und des Blutes
der Märtyrer der Kirche.
Liturgischer
Kalender
564
Liturgischer Kalender
1. SONNTAG IM ADVENT
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. Sach 9,9
Psalm 24 Reimpsalm 24,1-5 Nun komm, der Heiden Heiland EG 4
Die Nacht ist vorgedrungen EG 16
HK 31
Treuer Gott,
der du in Jesus Christus den Weg zu uns gegangen bist,
wir bitten dich:
Lenke unsere Wege hin zu dir,
bereite uns für dein Kommen.
Dies bitten wir dich,
Dreieiniger Gott,
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
2. SONNTAG IM ADVENT
Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht! Lk 21,28
Psalm 80,2-7.15-20 Reimpsalm 80,1-4 Ihr lieben Christen, freut euch nun EG 6
oder wie 1. im Advent HK 52 (29)
Gott,
du befreist uns von allem, was uns versklavt.
Wir bitten dich:
Gib uns die Kraft,
Neuanfänge zu wagen und Freiheit zu gestalten,
damit wir an der Verwirklichung deiner Herrschaft mitarbeiten.
Dies bitten wir dich, weil du möchtest, daß wir zu dir beten.
Du, Gott, regierst. Du, Gott, befreist. Du, Gott, bist unsere Stärke.
Du lebst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
1. bis 2. So
im Advent
565
(565)
I Mt 21,1-9
II Röm 13,8- 12(13-14)
III Jer 23,5-8
IV Offb 5,1-5(6-14)
V Lk 1,67-79
VI Hebr 10,(19-22)23-25
Weitere Texte:
Sach 2,14f
Sach 9,9-12
Lk 1,5-25
I Lk 21,25-33
II Jak 5,7-8
III Mt 24,1-14
IV Jes 63,15-16
(17-19a)19b;64,1-3
V Jes 35,3-10
VI Offb 3,7-13
Weitere Texte:
1Mose 21,(8)9-21
Jes 65,1-2.8
Lk 1,57-66
Jesu Einzug in Jerusalem
Der Tag des Heils ist nahe herbeigekommen
Der Herr, unsere Gerechtigkeit
Die Zukunft in der Hand Christi
Lobgesang des Zacharias
Haltet fest am Bekenntnis der Hoffnung
Viele Völker wenden sich zum Herrn
Tochter Zion, freue dich
Ankündigung der Geburt Johannes des Täufers
Das Reich Gottes, die Erlösung ist nahe
Stärkt eure Herzen; denn der Herr kommt bald
Wer beharrt bis ans Ende, der wird selig
Dass du den Himmel zerrissest
Die Erlösten des Herrn werden wiederkommen
Siehe, ich komme bald
Wasser in der Wüste für Hagar und ihren Sohn
Ein Bethaus für alle Völker
Die Geburt Johannes des Täufers
3. SONNTAG IM ADVENT
Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt
gewaltig. Jes 40,3a.10a
Psalm 85,2-8 Reimpsalm 85,1-3 Mit Ernst, o Menschenkinder EG 10
oder wie 1. im Advent HK 32
Gott,
himmlischer Vater,
wir bitten dich:
Hilf uns, dass wir deinem Sohn den Weg auf Erden bereiten
und ihn aufnehmen in unsere Herzen,
in unsere Häuser, in unsere Welt.
Dir sei Ehre durch Jesus Christus im Heiligen Geist.
4. SONNTAG IM ADVENT
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der
Herr ist nahe. Phil 4,4.5b
Psalm 102,17-23 Reimpsalm 102,4-6 Nun jauchzet, all ihr Frommen EG 9
HK 35 (58)
Gott,
du Quelle der Freude,
der du uns nahe bist durch deinen Geist und dein Wort,
wir bitten dich:
Lass deine Freude in uns wachsen,
wenn wir in diesen Tagen miteinander feiern,
damit wir dankbar werden für das Geschenk deines Sohnes,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit.
Liturgischer
Kalender
566
I Mt 11,2-6(7-10)
II 1Kor 4,1-5
III Lk 3,1-14
IV Röm 15,(4)5-13
V Jes 40,1-8(9-11)
VI Offb 3,1-6
Weitere Texte:
2Mose 1,(1-14).15-21.(22)
Mal 3,1-5
Lk 1,39-45(46-55)56
I Lk 1,(39-45)46-55(56)
II Phil 4,4-7
III Lk 1,26-33(34-37)38
IV 2Kor 1,18-22
V Joh 1,19-23(24-28)
VI Jes 52,7-10
Weitere Texte:
1Mose 17,15-19(20)
Jes 62,10-12
Sach 8,3-6
Mt 1,18-25
Jesu Botschaft an Johannes im Gefängnis
Haushalter über Gottes Geheimnisse
Bußpredigt von Johannes dem Täufer
Gott erfüllt uns mit Freude und Frieden
Siehe, der Herr kommt gewaltig
Werde wach und stärke, was sterben will
Die Hebammen Schifra und Pua
Ich will meinen Boten senden
Maria und Elisabeth
Lobgesang der Maria
Freuet euch in dem Herrn
Maria öffnet sich für Gottes Gnade
In Christus ist Gottes Ja erschienen
Das Zeugnis Johannes des Täufers
Aller Welt Enden sehen das Heil unseres Gottes
Verheißung für Sara
Machet Bahn! (Reformationstag V)
Friedenszeit für alte Menschen und Kinder
Ankündigung der Geburt Jesu an Josef
(Christnacht I)
CHRISTVESPER – HEILIGABEND
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine
Herrlichkeit. Joh 1,14a
Psalm 2 Reimpsalm 2,1-4 Gelobet seist du, Jesu Christ EG 23
oder wie Weihnachten HK 29
Gott, du Grund aller Freude,
du hast durch die Geburt Jesu
einen hellen Schein in unsere dunkle Welt gegeben.
Hilf, dass dieses Licht auch uns erleuchtet.
Lass es ausstrahlen in allem, was wir tun,
dass wir dich ehren in Ewigkeit.
CHRISTNACHT
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine
Herrlichkeit. Joh 1,14a
Psalm 2 Reimpsalm 2,1-4 Lobt Gott, ihr Christen alle gleich EG 27
oder wie Weihnachten HK 29
Vater im Himmel,
der du uns nie verlässt:
Lass das Kind in der Krippe für uns
zum Zeichen deiner Liebe werden,
damit wir, von deinem Licht erleuchtet,
fröhlich leben können.
Dies bitten wir im Namen Jesu Christi, unseres Herrn.
3. So im
Advent bis
Christnacht
567
(567)
I Lk 2,1-14(15-20)
II Tit 2,11-14
III Joh 3,16-21
IV Jes 9,1-6
V Joh 7,28-29
VI 1Tim 3,16
Weitere Texte:
Jer 23,5-6
Dan 2,19b-22
Zef 3,14-17
Mt 2,1-2(3-6)7-12
Lk 9,46-48
Die Geburt Jesu
Die Erscheinung der Gnade Gottes
Also hat Gott die Welt geliebt
Ein Kind ist uns geboren
Der von Gott Gesandte
Das Geheimnis des Glaubens
Der Herr, unsere Gerechtigkeit (1. Advent III)
Bei Gott ist lauter Licht
Tochter Zion, freue dich
Die Weisen aus dem Morgenland (Epiph. I)
Ein Kind wie Gott aufnehmen
I Mt 1,(1-17)18-21(22-25)
II Röm 1,1-7
III 2Sam 7,4-5.12-14a
IV Jes 7,10-14
V Hes 37,24-28
VI Kol 2,3-10
Die Geburt Jesu
Der Sohn Gottes nach dem Geist und dem Fleisch
Gott erweckt einen Nachkommen
Immanuel
König und einziger Hirte für alle
In Christus liegen verborgen alle Schätze
WEIHNACHTEN, 1. FEIERTAG
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine
Herrlichkeit. Joh 1,14a
Psalm 96 Reimpsalm 96,1-6 Gelobet seist du, Jesu Christ EG 23
HK 33
Gott,
deine Liebe ist mit Jesus
in unsere gewalttätige Welt gekommen:
arm, verletzlich, oft sehr verborgen.
Hilf uns durch diese Geburt,
dass wir festhalten an der Hoffnung,
dass wir deine Wunder sehen lernen und deinem Frieden trauen.
WEIHNACHTEN, 2. FEIERTAG
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine
Herrlichkeit. Joh 1,14a
Psalm 96 Reimpsalm 96,1-6 Gelobet seist du, Jesu Christ EG 23
HK 36
Gott,
du zeigst dich uns so,
dass wir dich verstehen können.
Wir bitten dich:
Lass uns nicht vergessen,
dass du größer bist, als wir denken,
damit wir uns kein Bild von dir machen,
das uns hindert, dich wahrhaftig zu erkennen.
Liturgischer
Kalender
568
I Lk 2,(1-14)15-20
II Tit 3,4-7
III Mi 5,1-4a
IV 1Joh 3,1-6
V Joh 3,31-36
VI Gal 4,4-7
Weitere Texte:
Hes 37,24-28
Joh 1,29-34(35-46)
Kol 1,15-20
Die Geburt Jesu
Gottes Barmherzigkeit macht uns selig
Der Herrscher aus Bethlehem
Wir sind nun Gottes Kinder
Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben
Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn
Ein ewiger Bund des Friedens (Christnacht V)
Dieser ist Gottes Sohn (1. n. Epiph. V / 1. n. Trin. III)
Christus, das Ebenbild Gottes (24. n. Trin. II / Jubilate)
Das Wort ward Fleisch
Der Sohn ist der Abglanz der Herrlichkeit Gottes
Ich bin das Licht der Welt
Die Schar der Erlösten
Der Messias und sein Friedensreich
Seine Armut macht uns reich
Die Frau und der Drache
I Joh 1,1-5(6-8)9-14
II Hebr 1,1-3(4-6)
III Joh 8,12-16
IV Offb 7,9-12(13-17)
V Jes 11,1-9
VI 2Kor 8,9
Weitere Texte:
Offb 12,1-17
1. SONNTAG NACH WEIHNACHTEN
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine
Herrlichkeit. Joh 1,14a
Psalm 71,14-18 Reimpsalm 119,10.11 Vom Himmel kam der Engel Schar EG 25
Freuet euch, ihr Christen alle EG 34
HK 26
Gott,
der du in Israel zur Welt gekommen bist:
Lass uns erkennen,
wie menschlich du uns in Jesus Christus begegnest,
damit auch wir zu wahren Menschen werden.
ALTJAHRSABEND – SILVESTER
Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer
Güte. Ps 103,8
Psalm 121 Reimpsalm 121,1-4 Das alte Jahr vergangen ist EG 59
Der du die Zeit in Händen hast EG 64
HK 27 (28)
Ein Jahr geht zu Ende.
Wir schauen zurück – dankbar, auch schuldbewusst.
Wir schauen voraus – in Hoffnung, aber nicht ohne Sorge.
Wir suchen das Wort, das uns entlastet und Mut macht,
das Wort Gottes.
Wir bitten:
Gott, sprich zu uns.
Vergib uns unsere Schuld, gib uns Zuversicht –
durch deinen Sohn Jesus Christus.
Weihnachten
bis Altjahrsabend
569
Lobpreis des Simeon und der Hanna
Das ewige Leben ist erschienen
Flucht nach Ägypten; Kindermord; Rückkehr
Wer den Sohn bekennt, der hat auch den Vater
Wer an mich glaubt, glaubt an den, der mich
Kann eine Frau ihr Kind vergessen? gesandt hat
Gott rettet den Retter seines Volkes
Ich will der Gnade des Herrn gedenken
In Gott ist keine Finsternis
Auf den Herrn warten
Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes
Stillesein und Hoffen
Der Herr zog vor ihnen her
Die Wahrheit wird euch freimachen
Jesus Christus gestern, heute und in Ewigkeit
In Gottes Händen geborgen
Der Herr behüte dich
Alles hat seine Zeit (24. n. Trin. III)
Lass ihn noch dies Jahr (Buß- und Bettag)
I Lk 2,(22-24)25-38(39-40)
II 1Joh 1,1-4
III Mt 2,13-18(19-23)
IV 1Joh 2,21-25
V Joh 12,44-50
VI Jes 49,13-16
Weitere Texte:
2Mose 2,1-10
Jes 63,7-9
1Joh 1,5-7
I Lk 12,35-40
II Röm 8,31b-39
III Jes 30,(8-14)15-17
IV 2Mose 13,20-22
V Joh 8,31-36
VI Hebr 13,8-9b
Weitere Texte:
Ps 31,2-9.16
Ps 121
Pred 3,1-5(6-9)
Lk 13,(1-5)6-9
NEUJAHRSTAG
Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des
Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn. Kol 3,17
Psalm 8 Reimpsalm 8,1-6 Der du die Zeit in Händen hast EG 64
Von guten Mächten treu und still
umgeben EG 65
HK 28 (1)
Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs,
du schenkst uns ein neues Jahr,
und wir werden diese geschenkte Zeit gestalten.
Wir bitten dich:
Segne das vor uns liegende Jahr
und lass alles, was es uns bringt,
uns zum Guten und dir zur Ehre dienen.
2. SONNTAG NACH WEIHNACHTEN
Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes
vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Joh 1,14b
Psalm 138,2-5 Reimpsalm 138,1-4 Also liebt Gott die arge Welt EG 51
oder wie Weihnachten O Jesu Christe, wahres Licht EG 72
HK 1
Gott,
du kannst auf unerwartete Weise zu uns sprechen.
Wir bitten dich:
Lass uns bei allen Menschen damit rechnen,
dass du mit deinem Geist durch sie zu uns sprichst.
Liturgischer
Kalender
570
I Lk 4,16-21(22-30)
II Jak 4,13-15(16-17)
III Joh 14,1-6
IV Jos 1,1-9
V Spr 16,1-9
VI Phil 4,10-13(14-20)
Weitere Texte:
1Mose 17,1-8
Ps 37,3-7a
Jes 30,18-21(22)
Jes 57,15-19
Hos 2,(16-19)20-24a
Lk 2,21
Gal 3,26-29
Zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn
Warnung vor Selbstsicherheit
Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben
Sei getrost und unverzagt
Der Mensch denkt, Gott lenkt
Ich vermag alles durch Christus
Gottes Bund mit Abraham
Befiehl dem Herrn deine Wege
Dies ist der Weg; den geht!
Gott erquickt die Niedergedrückten
Gottes Bund mit der ganzen Schöpfung
Beschneidung und Namengebung Jesu
Ihr seid alle Gottes Kinder
Der zwölfjährige Jesus im Tempel
Gottes Zeugnis von seinem Sohn
Nathanaels Bekenntnis zu Jesus
Der Geist Gottes ist auf mir
Meine Lehre ist von dem, der mich gesandt hat
Gott sei Ehre durch Jesus Christus
Die Prophetin Hanna
I Lk 2, 41-52
II 1Joh 5,11-13
III Joh 1,43-51
IV Jes 61,1-3(4.9)10-11
V Joh 7,14-18
VI Röm 16,25-27
Weitere Texte:
Lk 2,36-38
EPIPHANIAS
Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt. 1Joh 2,8b
Psalm 72,1-3.10-13.19 Reimpsalm 72,1-7 Wie schön leuchtet der Morgenstern EG 70
oder Psalm 100 Reimpsalm 100,1-4 O König aller Ehren EG 71
HK 34
Allmächtiger Gott und Vater,
du hast deinen Sohn zum Licht der Welt gemacht.
Wir bitten dich:
Erfülle die ganze Erde mit dem Glanz,
der von ihm ausgeht,
damit alle Menschen deine Herrlichkeit erfahren.
1. SONNTAG NACH EPIPHANIAS
Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Röm 8,14
Psalm 89,2-6.20-23. Reimpsalm 89,1-6 O lieber Herre Jesu Christ EG 68
27-30 Du höchstes Licht, du ewger Schein EG 441
oder Psalm 100 Reimpsalm 100,1-4 HK 3.4
Gott,
der du uns beim Namen gerufen hast,
sprich uns jetzt an,
gib uns deinen Heiligen Geist,
damit wir werden, wie du uns gewollt hast:
deine Kinder, Menschen deines Wohlgefallens.
Neujahrstag
bis
1. So nach
Epiphanias
571
Die Weisen aus dem Morgenland
Die Heiden sind Miterben
Das Zeugnis des Johannes: Gnade und Wahrheit
Das Amt des Apostels unter den Heiden
Mache dich auf, werde licht
Das helle Licht des Evangeliums
Die Königin von Saba
Der Friedefürst
Die Taufe Jesu
Stellt euch nicht dieser Welt gleich
Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe
Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn
Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen
Werden wie die Kinder
Kinder schreien Hosianna (Kantate III)
Gottes Kinder durch den Glauben
I Mt 2,1-12
II Eph 3,2-3a.5-6
III Joh 1,15-18
IV Kol 1,24-27
V Jes 60,1-6
VI 2Kor 4,3-6
Weitere Texte:
1Kön 10,1-9
Ps 72,1-17
I Mt 3,13-17
II Röm 12,1-3(4-8)
III Mt 4,12-17
IV 1Kor 1,26-31
V Joh 1,29-34
VI Jes 42,1-4(5-9)
Weitere Texte:
Mt 18,1-5
Mt 21,14-17
Gal 3,26-29
2. SONNTAG NACH EPIPHANIAS
Das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus
Christus geworden. Joh 1,17
Psalm 105,1-8 Reimpsalm 105,1-5 Gottes Sohn ist kommen EG 5
oder Psalm 100 Reimpsalm 100,1-4 In dir ist Freude EG 398
HK (4)5.6
Gott Abrahams und Saras,
du freust dich, wenn Menschen sich freuen.
Wir bitten dich:
Lass uns dich in den glücklichen Augenblicken
unseres Lebens nicht vergessen,
damit unser ganzes Leben unter deiner Herrschaft steht.
Du, Gott, regierst und befreist.
Du, Gott, bist unsere Stärke von Ewigkeit zu Ewigkeit.
3. SONNTAG NACH EPIPHANIAS
Es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden und von Süden,
die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. Lk 13,29
Psalm 86,1-11.17 Reimpsalm 86,1-9 Lobt Gott, den Herrn, ihr Heiden all EG 293
oder Psalm 100 Reimpsalm 100,1-4 HK 65
Gott,
du hast uns in den Bund mit Israel hineingenommen.
Wir bitten dich:
Lass uns dankbar sein für deine Güte,
damit wir nicht hochmütig werden oder gleichgültig gegenüber anderen.
Liturgischer
Kalender
572
(572)
I Joh 2,1-11
II Röm 12,(4-8)9-16
III 2Mose 33,17b-23
IV 1Kor 2,1-10
V Mk 2,18-20(21-22)
VI Hebr 12,12-18(19-21)22-25a
Weitere Texte:
Mt 17,24-27
Joh 4,25-29
Jesus auf der Hochzeit zu Kana
Seid brennend im Geist, dient dem Herrn
Wie Mose Gottes Herrlichkeit erkennen soll
Des Apostels Predigt vom Kreuz
Hochzeitsgäste können nicht fasten
Die Verheißung der Vollendung
Die Kinder sind frei
Ich bin’s, der mit dir redet
Der Hauptmann von Kapernaum
Gerechtigkeit aus Glauben
Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten
Elisa heilt Naaman
Jesus und die Samariterin
Petrus und Kornelius
Die Frau aus Kanaan (17. n. Trin. I)
Wendet euch zu mir, aller Welt Enden
I Mt 8,5-13
II Röm 1,(14-15)16-17
III Joh 4,46-54
IV 2Kön 5,(1-8)9-15(16-18)19a
V Joh 4,5-14
VI Apg 10,21-35
Weitere Texte:
Mt 15,21-28
Jes 45,18-25
4. SONNTAG NACH EPIPHANIAS
Kommt her und sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem
Tun an den Menschenkindern. Ps 66,5
Psalm 107,1-2.23-32 Reimpsalm 97 A,1-3 Wach auf, wach auf, ’s ist hohe Zeit EG 244
oder Psalm 100 Reimpsalm 100,1-4 Such, wer da will, ein ander Ziel EG 346
HK 26(11)
Großer Gott,
du bist der Schöpfer des Lebens.
Wir bitten dich:
Lass uns lernen, mit unseren Ängsten umzugehen,
damit sie uns nicht lähmen, sondern reifen lassen.
Dies bitten wir dich durch Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
5. SONNTAG NACH EPIPHANIAS
Der Herr wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und wird
das Trachten der Herzen offenbar machen. 1Kor 4,5b
Psalm 37,1-7a Reimpsalm 37,1.3.4.7 Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ EG 246
HK 18
Komm, o mein Heiland Jesu Christ, / meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach, zieh mit deiner Gnade ein; / dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit / den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, / sei ewig Preis und Ehr.
2. bis 5. So
nach
Epiphanias
573
Stillung des Sturmes
Die Bedrängnis des Paulus
Der sinkende Petrus
Dank des Apostels für den Glauben der Gemeinde
Der Herr greift ein mit Macht und Trost
Ende der Sintflut
Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen
Dank für Gottes Gnade in Korinth
Mit wem wollt ihr Gott vergleichen?
I Mk 4,35-41
II 2Kor 1,8-11
III Mt 14,22-33
IV Eph 1,15-20a
V Jes 51,9-16
VI 1Mose 8,1-12
I Mt 13,24-30
II 1Kor 1,(4-5)6-9
III Jes 40,12-25
LETZTER SONNTAG NACH EPIPHANIAS
Über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint
über dir. Jes 60,2
Psalm 97 Reimpsalm 97 B,1-5 Herr Christ, der einig Gotts Sohn EG 67
oder Psalm 100 Reimpsalm 100,1-4 HK 122
Gott,
du kannst durch ein besonderes Ereignis
in unser Leben einbrechen.
Wir bitten dich:
Lass uns hören, was du uns sagen willst;
lass uns die Möglichkeit nicht verpassen,
dich neu kennenzulernen.
3. SONNTAG VOR DER PASSIONSZEIT – SEPTUAGESIMÄ
Wir liegen vor dir mit unserem Gebet und vertrauen nicht auf unsere
Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit. Dan 9,18
Psalm 31,20-25 Reimpsalm 31,10.11 Es ist das Heil uns kommen her EG 342
Gott liebt diese Welt EG 409
HK 116
Gott,
wenn wir sehen,
wie gut es Menschen geht, die nicht nach dir fragen,
dann lass uns nicht mutlos werden,
damit wir die Hoffnung auf deine Gerechtigkeit nicht verlieren.
Dies bitten wir dich, der du regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Liturgischer
Kalender
574
I Mt 17,1-9
II 2Kor 4,6-10
III 2Mose 3,1-10(11-14)
IV Offb 1,9-18
V Joh 12,34-36(37-41)
VI 2Petr 1,16-19(20-21)
Weitere Texte:
2Mose 24,1-2.9-11.15-18
2Mose 34,29-35
Die Verklärung des Herrn
Ein Schatz in irdenen Gefäßen
Berufung des Mose
Erscheinung des Menschensohns vor dem Seher
Glaubt an das Licht Johannes
Wir halten uns an das prophetische Wort
Mose auf dem Berg Gottes
Der göttliche Glanz auf Moses Angesicht
Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg
Wettlauf um den Siegespreis
Gleichnis vom Knechtslohn
Das rechte Rühmen
Berufung des Zöllners Matthäus
Gottes freie Gnadenwahl
Abigajils Güte verändert David
I Mt 20,1-16a
II 1Kor 9,24-27
III Lk 17,7-10
IV Jer 9,22-23
V Mt 9,9-13
VI Röm 9,14-24
Weitere Texte:
1Sam 25,1b-42
2. SONNTAG VOR DER PASSIONSZEIT – SEXAGESIMÄ
Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen
nicht. Hebr 3,15
Psalm 119,89-91. Reimpsalm 119,9.10 Herr, für dein Wort sei hoch
105.116 gepreist EG 196
Es wolle Gott uns gnädig sein EG 280
HK 19
Gott,
du teilst deine Güte großzügig aus.
Wir bitten dich:
Lass unter uns deine Menschenfreundlichkeit
und Geduld gedeihen.
SONNTAG VOR DER PASSIONSZEIT – ESTOMIHI
Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden,
was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn. Lk 18,31
Psalm 31,2-6 Reimpsalm 31,1.2 Ein wahrer Glaube Gotts Zorn stillt EG 413
Lasset uns mit Jesus ziehen EG 384
HK 117(37)
Gott, du starker Fels,
wir bitten dich:
Lass uns bei dir Schutz und Zuflucht finden,
damit wir unser Leben nicht auf Menschen gründen
und sie dadurch überfordern,
oder auf Dinge, die eines Tages vergehen.
Letzter So
nach
Epiphanias
bis Estomihi
575
Gleichnis vom Sämann
Gottes Wort – ein zweischneidiges Schwert
Gleichnis vom Wachsen der Saat
Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig
Gottes Wort soll nicht leer zurückkommen
Lydia wird Christin
Das Reich Gottes – wie Sauerteig
Leidensankündigung und Nachfolge
Das hohe Lied der Liebe
Jesus bei Maria und Marta
Falscher und wahrer Gottesdienst
Heilung des Blinden zu Jericho
Ein Fasten, das Gott gefällt
Frauen folgen Jesus nach Golgatha
I Lk 8,4-8(9-15)
II Hebr 4,12-13
III Mk 4,26-29
IV 2Kor (11,18.23b-30) 12,1-10
V Jes 55,(6-9)10-12a
VI Apg 16,9-15(40)
Weitere Texte:
Mt 13,33
I Mk 8,31-38
II 1Kor13,1-13
III Lk 10,38-42
IV Am 5,21-24
V Lk 18,31-43
VI Jes 58,1-9a
Weitere Texte:
Lk 23,26-31
1. SONNTAG DER PASSIONSZEIT – INVOKAVIT
Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels
zerstöre. 1Joh 3,8b
Psalm 91,1-4.11-12 Reimpsalm 91,1.2.4 Ein feste Burg ist unser Gott EG 362
Ach bleib mit deiner Gnade EG 347
HK 127(44)
Gott,
du erhörst Gebete.
Wir bitten dich:
Höre uns, wenn wir zu dir rufen,
damit unser Vertrauen zu dir wächst.
Dies bitten wir dich durch Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist regiert in alle Ewigkeit.
2. SONNTAG DER PASSIONSZEIT – REMINISZERE
Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als
wir noch Sünder waren. Röm 5,8
Psalm 10,4.11-14.17-18 Reimpsalm 10,2-5 Wenn wir in höchsten Nöten sein EG 366
oder wie 3. der Passionszeit HK 40
Gott,
du bist barmherzig.
Wir bitten dich:
Erinnere dich an dein Erbarmen und an deine Güte
und sieh nicht auf unsere Schuld,
damit wir einen Freiraum haben,
in dem ein Neuanfang möglich ist.
Dies bitten wir dich im Namen Jesu Christi.
Liturgischer
Kalender
576
I Mt 4,1-11
II Hebr 4,14-16
III 1Mose 3,1-19(20-24)
IV 2Kor 6,1-10
V Lk 22,31-34
VI Jak 1,12-18
Weitere Texte:
Mk 14,17-26
Die Versuchung Jesu
Christus, der barmherzige Hoheprieser
Der Sündenfall
In allen Nöten erweisen wir uns als Diener Gottes
Jesus und Petrus: dass dein Glaube nicht aufhöre
Selig, der die Anfechtung erduldet
Einer wird Jesus verraten (Gründonnerstag III)
Gleichnis von den bösen Weingärtnern
Frieden mit Gott
Vom Zeichen des Jona
Das Lied vom unfruchtbaren Weinberg
Der mich gesandt hat, ist wahrhaftig
Der Glaubensgehorsam Abrahams
Tamar, eine geschändete Frau
Meine Seele ist betrübt bis an den Tod
I Mk 12,1-12
II Röm 5,1-5(6-11)
III Mt 12,38-42
IV Jes 5,1-7
V Joh 8,(21-26a)26b-30
VI Hebr 11,8-10
Weitere Texte:
2Sam 13,1-22
Mk 14,32-42
3. SONNTAG DER PASSIONSZEIT – OKULI
Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt
für das Reich Gottes. Lk 9,62
Psalm 34,16-23 Reimpsalm 34,6.7 Wenn meine Sünd’ mich kränken EG 82
Du schöner Lebensbaum des Paradieses
HK 124 EG 96
Gott,
du hast Himmel und Erde gemacht:
von dir kommt Hilfe für uns.
Wir bitten dich:
Lass unsere Augen nicht müde werden, auf dich zu schauen,
damit wir nicht nach Dingen schielen,
die uns Heil und Glück versprechen
und uns am Ende doch enttäuschen.
4. SONNTAG DER PASSIONSZEIT – LÄTARE
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein;
wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Joh 12,24
Psalm 84,6-13 Reimpsalm 84,3-6 Korn, das in die Erde EG 98
Jesu, meine Freude EG 396
HK 44
Gott,
dein Sohn ist das Weizenkorn,
das in die Erde fiel und erstarb.
Aus seinem Tod leben wir.
Nimm uns die Angst, für andere verbraucht zu werden.
Hilf uns, einander Gutes zu tun, damit wir nicht vergeblich leben,
sondern Frucht bringen in Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir
lebt und herrscht in Ewigkeit.
Invokavit
bis Lätare
577
Jesus ruft in die Nachfolge
Wandelt als Kinder des Lichts
Das Scherflein der Witwe
Ihr sollt heilig sein
Die Last des Prophetenamtes
Steh auf und iss; du hast einen weiten Weg vor dir
Die Frau des Pilatus
Der Verrat
Jesus und die Griechen
Wir werden reichlich getröstet durch Christus
Das Brot, das vom Himmel gekommen ist
Wenn nur Christus verkündigt wird
Ich bin das Brot des Lebens
Der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen
Hunger nach Gottes Wort
Die Verurteilung
I Lk 9,57-62
II Eph 5,1-8a
III Mk 12,41-44
IV 1Petr 1,(13-17)18-21
V Jer 20,7-11a(11b-13)
VI 1Kön 19,1-8(9-13a)
Weitere Texte:
Mt 27,19
Mk 14,43-52
I Joh 12,20-26
II 2Kor 1,3-7
III Joh 6,55-65
IV Phil 1,15-21
V Joh 6,47-51
VI Jes 54,7-10
Weitere Texte:
Am 8,1-12
Mk 14,53-65
5. SONNTAG DER PASSIONSZEIT – JUDIKA
Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern
dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. Mt 20,28
Psalm 43 Reimpsalm 43 A,1-4 O Mensch, bewein dein Sünde groß EG 76
oder 43 B,1-5 HK 34
Gott,
du ergreifst Partei für die Rechtlosen und Leidenden.
Wir bitten dich:
Weise zurecht, die die Macht missbrauchen
und verschaffe denen Recht, die unterdrückt werden.
6. SONNTAG DER PASSIONSZEIT – PALMSONNTAG
Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das
ewige Leben haben. Joh 3,14-15
Psalm 69,2-4.8-10. Reimpsalm 69,1-5 Du großer Schmerzensmann EG 87
21b.22.30 HK 128
Herr Jesus Christus,
du hast das Vertrauen zum himmlischen Vater bewahrt
und bist in der Angst nicht wankelmütig geworden.
Wir danken dir für das, was du für uns getan hast,
und bitten dich:
Wecke in uns Treue und Beständigkeit,
damit wir fest bei dir bleiben.
Liturgischer
Kalender
578
I Mk 10,35-45
II Hebr 5,7-9
III 1Mose 22,1-13
IV 4Mose 21,4-9
V Joh 11,47-53
VI Hebr 13,12-14
Weitere Texte:
Ri 19
Mt 14,1-2
Mk 14,66-72
Vom Herrschen und Dienen
Jesus hat durch sein Leiden Gehorsam gelernt
Isaaks Opferung
Mose bittet für das Volk
Einer stirbt für alle
Jesus hat gelitten, um sein Volk zu heiligen
Eine Frau – Opfer sexueller Gewalt
Der Mord an Johannes dem Täufer
Die Verleugnung
Einzug in Jerusalem
Lied von Christi Erniedrigung und Erhöhung
Salbung in Bethanien
Gott wird seinen leidenden Knecht rechtfertigen
Das hohepriesterliche Gebet
Jesus – Anfänger und Vollender des Glaubens
Die Folterung
I Joh 12,12-19
II Phil 2,5-11
III Mk 14,3-9
IV Jes 50,4-9
V Joh 17,1(2-5)6-8
VI Hebr 12,1-3
Weitere Texte:
Mk 15,1-15
GRÜNDONNERSTAG
Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige
HERR. Ps 111,4
Psalm 111 Reimpsalm 111,1-6 Das Wort geht von dem Vater aus EG 223
HK 75(81)
Herr Jesus Christus,
du hast dein Leben für uns gegeben.
Wir bitten dich:
Lass uns dein Geschenk annehmen und weitergeben,
damit deine beispielhafte Liebe zu allen Menschen gelangt.
Lass Hoffnung keimen am Tisch der Gemeinschaft, zu dem du uns rufst.
KARFREITAG
Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige
Leben haben. Joh 3,16
Psalm 22,2-6.12.23-28 Reimpsalm 22 A,1.2.6-8 Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld
oder 22 B,1.5.7.8 EG 83
Christe, du Schöpfer aller Welt EG 92
HK 37(79)
Herr Jesus Christus,
du hast aus Liebe den Tod auf dich genommen,
wir bitten dich:
Lass uns bei dir bleiben und aus deiner Liebe leben.
Judika
bis Karfreitag
579
I Joh 13,1-15(34-35)
II 1Kor 11,23-26
III Mk 14,17-26
IV 1Kor 10,16-17
V 2Mose 12,1.3-4.6-7.11-14
VI Hebr 2,10-18
Weitere Texte:
Mk 14,27-42
Lk 22,24-36
Die Fußwaschung
Ihr verkündigt den Tod des Herrn
Einsetzung des Abendmahls
Kelch und Brot, Gemeinschaft mit Christus
Einsetzung des Passafestes
Christus wurde durch Leiden vollendet
Jesus in Gethsemane
Letztes Gespräch mit den Jüngern (Invokavit V)
Jesu Kreuzigung
Das Wort von der Versöhnung
Jesu Kreuzigung
Der Mittler des neuen Bundes
Jesu Kreuzigung
Der stellvertretend leidende Gottesknecht
Frauen halten bei dem toten Jesus aus
Die Grablegung
I Joh 19,16-30
II 2Kor 5,(14b-18)19-21
III Lk 23,33-49
IV Hebr 9,15.26b-28
V Mt 27,33-50(51-54)
VI Jes (52,13-15) 53,1-12
Weitere Texte:
Mt 27,55-61
Joh 19,38-42
OSTERNACHT
Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu
Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offb 1,18
Psalm 118,14-24 Reimpsalm 118,5-7 Christ ist erstanden EG 99
HK 57-59
Einleitungen und Gebete zu den Lesungen (Auswahl)
Wo der Geist Gottes wirkt, da wird alles neu. In dieser Nacht steigt aus dem
Dunkel des Grabes der Morgen einer neuen Schöpfung auf. In dieser Nacht
denken wir darum an die erste Schöpfung – den Anfang der Welt, als Gott
den Menschen schuf nach seinem Ebenbild, wie es geschrieben steht im
ersten Buch Mose.
Lesung: 1Mose 1, 1-5.26-28.31
Großer Gott,
du hast die Welt sehr gut erschaffen
und den Menschen nach deinem Ebenbild.
Wir bitten dich:
Beginne heute aufs Neue dein Werk an uns.
Lass uns am Leben des Auferstandenen teilhaben
und aus seiner Liebe leben;
hilf, dass deine Ebenbilder nicht zu Zerrbildern werden.
*
Was Gott geschaffen hat, haben die Menschen verdorben. Seinen Ruf
missachteten sie und brachten Unheil über die Erde, so dass Gott seine
Schöpfung bereute. In dieser Nacht denken wir an ihren drohenden Untergang
und hören, wie Gott – noch in der Strafe – einen neuen Anfang setzt.
Lesung: 1Mose 6,5-6.8-9.13-14.18.20; 7,17-19.21-23; 8,13.20-22
Barmherziger Gott,
wo du einen Schlussstrich ziehen müsstest,
setzt du einen neuen Anfang.
Wir danken dir für die gnädige Bewahrung und bitten dich:
Liturgischer
Kalender
580
Lesungen
1Mose 1 in Auswahl Und Gott sprach: Es werde
1Mose 6-8 in Auswahl Noah fand Gnade vor dem Herrn
Hes 37,1-4 Ihr verdorrten Gebeine, hört des Herrn Wort
Weitere Texte:
2Mose 12,1-14 Passa, ein Fest für den Herrn
Jes 54,7-14 Meine Gnade soll nicht von dir weichen
Jes 55,1-13 Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken
Klgl 3,(1-16)17-40 Der Herr verstößt nicht ewiglich
Hes 36,17-36 Ein neues Herz und ein neuer Geist
Jona 2 Im Leib des Fisches
Jona 3 Jonas Predigt und Ninives Buße
Tauferinnerung
Röm 6,3-5 Taufe und neues Leben
Osterevangelium
Mt 28,1-8(16-20) Er ist auferstanden, wie er gesagt hat
Mache die Verheißung wahr,
die du Noah und den Seinen gegeben hast.
Errette deine Erde vor dem Untergang,
der ihr durch menschlichen Missbrauch droht.
*
Hört die Geschichte, an die sich Israel Jahr für Jahr in der Feier des Passafestes
erinnert, die Geschichte von der Befreiung aus der Knechtschaft in
Ägypten und von der Errettung am Schilfmeer. Der Gott Israels ist der Vater
Jesu Christi. An Jesus hat er gehandelt wie an seinem Volk. Christus lebt. Er
befreit auch uns aus der Knechtschaft des Todes.
Lesung: 2Mose 14,10-11.13a.14.21-23.27-28;15,1.2a.13a
Gott,
du hast Israel befreit
und erhältst dein Volk durch die Zeiten hindurch am Leben.
Kraft der Auferstehung Jesu Christi
führst du uns aus der Knechtschaft der Sünde und des Todes
in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes.
Lass uns nicht festhalten an dem,
was uns unfrei macht und niederhält,
sondern mit aufrechtem Gang deiner Weisung folgen.
*
Wann wird sie sein, und wie, die Auferstehung der Toten? So fragen wir bang,
weil unser Leben umgeben ist von so vielen Toden. Mit Israel hören wir auf
die Botschaft von dem Gott, der das Leben will, hören, was der Prophet
Hesekiel in seiner Vision vom Totenfeld schaute.
Lesung: Hes 37,1-14
Herr, ewiger Gott,
du hast deinen Propheten das Wunder der Auferweckung Israels
schauen und seine Heimkehr erleben lassen.
Gib uns in dieser Nacht,
da wir die Auferweckung deines Sohnes feiern,
Anteil an der Hoffnung, die der Übermacht des Todes trotzt.
*
Unser Leben ist gezeichnet vom Tod und doch nicht dem Tod verfallen. Denn
Jesus, gestorben wie wir, stand von den Toten auf. Wir hören, wie der Apostel
Paulus unser Sterben und Leben neu sieht, im Lichte der Auferstehung Jesu
Christi.
Lesung: Röm 6,3-5
Lieber himmlischer Vater,
du hast uns in der Taufe das neue Leben geschenkt.
Wir bitten dich:
Hilf, dass wir dir treu bleiben.
Lass uns als Kinder des Lichts fortan im Licht wandeln
und dem Leben dienen, bis wir vollendet werden in deinem Reich.
*
Lesung: Mt 28,1-8
Osternacht
581
Gott,
du überwindest die Hölle
und bleibst Herr über den Tod.
Wir bitten dich:
Lass den Sieg des Lebens allen Menschen offenbar werden.
Weise den Weg aus Tod und Hölle in dein Reich
durch Christus, den auferstandenen Herrn,
der lebendig ist von Ewigkeit zu Ewigkeit.
OSTERSONNTAG
Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu
Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offb 1,18
Psalm 118,14-24 Reimpsalm 118,5-10 Christ lag in Todesbanden EG 101
Erschienen ist der herrlich Tag EG 106
HK 45
Gott,
du hast die Macht über den Tod.
Wir bitten dich:
Lass uns auch angesichts des Todes
nicht die Hoffnung verlieren,
dass du Leben schaffst und unser Trost bist
im Leben und im Sterben.
Liturgischer
Kalender
582
I Mk 16,1-8
II 1Kor 15,1-11
III Mt 28,1-10
IV 1Sam 2,1f.6-8a
V Joh 20,11-18
VI 1Kor 15,19-28
Weitere Texte:
Lk 23,55-24,12
Joh 11,17-32(33-45)
Die Auferstehung des Herrn
Die Erscheinungen des Auferstandenen
Die Auferstehung des Herrn
Der Herr tötet und macht lebendig
Jesus erscheint Maria von Magdala
Unsere Hoffnung ist der auferstandene Herr
Frauen hören die Botschaft von der Auferstehung
Das Bekenntnis der Marta (16. n. Trin. I) zuerst
OSTERMONTAG
Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu
Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Offb 1,18
Psalm 118,14-24 Reimpsalm 118,5-10 Christ lag in Todesbanden EG 101
Erstanden ist der heilig Christ EG 105
HK 45
Gott,
dein Wort schafft Leben.
Wir bitten dich:
Lass uns auf die Kraft deiner Verheißung vertrauen,
damit wir Hoffnung haben, um uns für das Leben einzusetzen.
Dies bitten wir dich durch Jesus Christus, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
1. SONNTAG NACH OSTERN – QUASIMODOGENITI
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner
großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. 1Petr 1,3
Psalm 116,1-9 Reimpsalm 116,1-5 Jesus Christus, unser Heiland EG 102
HK 73(70)
Gott des Lebens,
der du Jesus vom Tod erweckt hast:
Mach uns mit ihm lebendig
und lass uns leben aus der Kraft seiner Auferstehung.
Dies bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Ostersonntag
bis Quasimodogeniti
583
Die Überwindung des Zweifels bei Thomas
Wiedergeboren zur Hoffnung
Der Herr erscheint seinen Jüngern am See
Auferstanden durch den Glauben
Erscheinungen des Auferstandenen
Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft
Jonas Gebet
Gesandt in die Welt
Tabita wird auferweckt
Wie die neugeborenen Kindlein (6. n. Trin. VI)
Der Auferstandene erscheint den Jüngern in Emmaus
Ist Christus nicht auferweckt, so ist unser Glaube
Der Auferstandene erscheint den Jüngern nichtig
Der Tod ist verschlungen in den Sieg
Er wird den Tod verschlingen auf ewig
Petrus verkündigt den Auferstandenen
Die Auferweckung des Lazarus
I Lk 24,13-35
II 1Kor 15,12-20
III Lk 24,36-45
IV 1Kor 15,50-58
V Jes 25,8-9
VI Apg 10,34a.36-43
Weitere Texte:
Joh 11,(17-27)32-45
I Joh 20,19-29
II 1Petr 1,3-9
III Joh 21,1-14
IV Kol 2,12-15
V Mk 16,9-14(15-20)
VI Jes 40,26-31
Weitere Texte:
Jona 2,1.12
Joh 17,9-19
Apg 9,36-42
1Petr 2,1-10
2. SONNTAG NACH OSTERN – MISERIKORDIAS DOMINI
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme,
und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das
ewige Leben. Joh 10,11.27f
Psalm 23 Reimpsalm 23 A,1-3 Der Herr ist mein getreuer Hirt EG 274
oder 23 B,1-5 HK 1.54
Gott, unser Vater,
du hast uns deinen Sohn gesandt:
Jesus, den guten Hirten,
der uns sammelt,
der uns den Weg weist,
der uns schützt in Gefahr.
Wir bitten dich:
Gib uns deinen Geist,
damit wir die Stimme des Hirten erkennen
und ihm folgen auf dem Weg ins ewige Leben.
3. SONNTAG NACH OSTERN – JUBILATE
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe,
Neues ist geworden. 2Kor 5,17
Psalm 66,1-9 Reimpsalm 66,1-4 Mit Freuden zart zu dieser Fahrt EG 108
oder wie Ostern HK 90(32)
Gott,
wir danken dir für die Zeiten,
in denen wir lachen, frei aufatmen und mutig sein können.
Stärke uns in den Zeiten,
in denen uns das Lachen vergeht,
wenn wir unter der Last des Lebens leiden.
Führe uns dann hinaus aus Trauer zur Freude,
aus Angst zur Hoffnung, aus Tod zum Leben.
Liturgischer
Kalender
584
I Joh 10,11-16(27-30)
II 1Petr 2,21b-25
III Hes 34,1-2(3-9)10-16.31
IV 1Petr 5,1-4
V Joh 21,15-19
VI Hebr 13,20-21
Weitere Texte:
Jer 31,7-14
Ich bin der gute Hirte
Ihr seid bekehrt zum Hirten eurer Seelen
Gott, der gute Hirte
Die Hirten der Gemeinde
Weide meine Schafe
Jesus, der große Hirte
Ich will trösten und leiten
Christus, der wahre Weinstock
Unser Glaube überwindet die Welt
Trennungsleid und Wiedersehensfreude
Zeitliche Trübsal und ewige Herrlichkeit
Erschaffung des Menschen
Paulus predigt in Athen
Mirjams Lied
Lobt Gott, Himmel und Erde
Die Weisheit, Gottes Geliebte, spricht
Christus, der Erste in Schöpfung und Erlösung
(24. n. Trin. II)
I Joh 15,1-8
II 1Joh 5,1-4
III Joh 16,16(17-19)20-23a
IV 2Kor 4,16-18
V 1Mose 1,1-4a.26-31; 2,1-4a
VI Apg 17,22-28a(28b-34)
Weitere Texte:
2Mose 15,20-21
Ps 148
Spr 8,22-36
Kol 1,15-20
4. SONNTAG NACH OSTERN – KANTATE
Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er tut Wunder. Ps 98,1
Psalm 98 Reimpsalm 98,1-4 Lob Gott getrost mit Singen EG 243
Nun freut euch, lieben Christen g’mein
HK 56 EG 341
Allmächtiger, ewiger Gott,
alle deine Werke preisen deine wunderbare Taten.
Wir bitten dich:
Lass unser Leben ein Loblied auf dich sein,
damit dein Name durch uns gepriesen und geheiligt wird.
5. SONNTAG NACH OSTERN – ROGATE
Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir
wendet. Ps 66,20
Psalm 95,1-7b Reimpsalm 95,1-4 Zieh ein zu deinen Toren EG 133
oder wie Ostern Vater unser im Himmelreich EG 344
HK 117(116)
Gott unser Vater,
du wartest auf unser Gebet.
Wir aber wissen oft nicht, was wir beten sollen.
Hilf unserer Schwachheit auf durch deinen Geist
und lehre uns beten.
Miserikordias
Domini
bis Rogate
585
Jesus sagt: Ich will euch erquicken
Singt Gott dankbar in euren Herzen
Die Kinder schreien Hosianna
Der Gefängnisaufseher in Philippi
Das Danklied der Erlösten
Gott, der König der Völker
Mirjams Lied
Davids Musik tröstet Saul
Lobe den Herrn
Ich will Gott lobsingen
Lob Gottes im Himmel und auf Erden
Das Gebet im Namen Jesu
Das Gebet der Gemeinde
Gleichnis vom bittenden Freund
Ermahnung zum Gebet und zum rechten Wort
Das Gebet des Herrn
Fürbitte des Mose
Die fordernde Witwe (Drittl. So. V)
Der Geist hilft unserer Schwachheit auf (Exaudi VI)
I Mt 11,25-30
II Kol 3,12-17
III Mt 21,14-17(18-22)
IV Apg 16,23-34
V Jes 12,1-6
VI Offb 15,2-4
Weitere Texte:
2Mose 15,20-21
1Sam 16,14-23
Ps 103,1-5(6-19)20-22
Ps 146
Ps 148
I Joh 16,23b-28(29-32)33
II 1Tim 2,1-6a
III Lk 11,5-13
IV Kol 4,2-4a(5-6)
V Mt 6,(5-6)7-13(14-15)
VI 2Mose 32,7-14
Weitere Texte:
Lk 18,1-8
Röm 8,26-30
CHRISTI HIMMELFAHRT
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich sie alle zu
mir ziehen. Joh 12,32
Psalm 47,2-10 Reimpsalm 47,1-3 Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du gen Himmel g’fahren bist EG 121
HK 46.49
Herr Jesus Christus,
du bist bei Gott.
Unsere Augen können dich nicht sehen.
Hilf uns, darauf zu vertrauen,
dass du uns dennoch nahe bist.
6. SONNTAG NACH OSTERN – EXAUDI
Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich sie alle zu
mir ziehen. Joh 12,32
Psalm 27,1.7-14 Reimpsalm 27,1-5 Heilger Geist, du Tröster mein EG 128
HK 51
Komm, heiliger Gott, und steh uns bei.
Verändere unsere Sinne und unser Verhalten
durch die Kraft deiner Liebe,
die in Jesus Christus ist, unserem Herrn.
Liturgischer
Kalender
586
I Lk 24,(44-49)50-53
II Apg 1,3-4(5-7)8-11
III 1Kön 8,22-24.26-28
IV Offb 1,4-8
V Joh 17,20-26
VI Eph 1,20b-23
Weitere Texte:
2Kön 2,1-18
Kol 1,15-23
Offb 5,1-14
Christi Himmelfahrt
Ankündigung der Geisttaufe und Himmelfahrt
Gebet Salomos im Tempel
Alle Augen werden Jesus sehen
Das hohepriesterliche Gebet
Gott hat Christus eingesetzt über alles
Elia wird entrückt (24. n. Trin. II)
Christus, der Erste in Schöpfung und Erlösung
Gottes Lamm im Himmel (1. im Advent IV)
Der Tröster wird Zeugnis geben von Christus
Christus wohne in euren Herzen
Jesus sagt: Wen da dürstet, der komme zu mir
Der neue Bund: Alle werden Gott erkennen
Die Verheißung des Heiligen Geistes
Der Geist hilft unserer Schwachheit auf
Der Geist aus der Höhe
Sorgt nicht, wie oder was ihr reden sollt
Jesus besiegt böse Geister
I Joh 15,26-16,4
II Eph 3,14-21
III Joh 7,37-39
IV Jer 31,31-34
V Joh 14,15-19
VI Röm 8,26-30
Weitere Texte:
Jes 32,12-18
Mt 10,16-20
Lk 8,26-39
PFINGSTSONNTAG
Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen,
spricht der HERR Zebaoth. Sach 4,6
Psalm 118,24-29 Reimpsalm 118,10-12 Komm, Heiliger Geist, Herre Gott EG 125
HK 53(54)
Gott, du ewiges Wort,
du hast einst die Sprache der Hochmütigen verwirrt.
Versammle nun durch die Kraft deines Heiligen Geistes
Menschen aus allen Völkern zu einer neuen Gemeinschaft
des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.
Erfülle uns mit der Erkenntnis deiner Herrlichkeit,
damit wir dich alle Tage preisen und dir dienen.
PFINGSTMONTAG
Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen,
spricht der HERR Zebaoth. Sach 4,6
Psalm 100 Reimpsalm 100,1-4 Komm, Heiliger Geist, Herre Gott EG 125
Freut euch, ihr Christen alle EG 129
HK 54(53)
Gott,
du hast uns unterschiedliche Begabungen gegeben.
Wir bitten dich:
Zeige uns durch deinen Heiligen Geist,
wo unser Platz in der Gemeinde ist,
damit wir unsere Gaben dir zur Ehre
und unserem Nächsten zum Segen einsetzen.
Himmelfahrt
bis Pfingstmontag
587
Der Heilige Geist wird euch alles lehren
Ausgießung des Heiligen Geistes
Der Geist der Wahrheit wird euch leiten
Wir haben den Geist Gottes
Gottes Geist kommt auf die 70 Ältesten
Gottes Geist, der in euch wohnt
Gott schenkt den Odem des Lebens (15. n. Trin. VI)
Der Bundesschluss am Sinai
Das Bekenntnis des Petrus
Von den Gaben des Geistes
Turmbau zu Babel
Dienste zur Erbauung der Gemeinde
Gott anbeten im Geist und in der Wahrheit
Aus der Pfingstpredigt des Petrus
Der Zauberer Simon
Viele Arten von Sprache
I Joh 14,23-27
II Apg 2,1-18
III Joh 16,5-15
IV 1Kor 2,12-16
V 4Mose 11,11-12.14-17.24-25
VI Röm 8,1-2(3-9)10-11
Weitere Texte:
1Mose 2,4b-7
2Mose 24,1-11
I Mt 16,13-19
II 1Kor 12,4-11
III 1Mose 11,1-9
IV Eph 4,11-15(16)
V Joh 4,19-26
VI Apg 2,22-23.32-33.36-39
Weitere Texte:
Apg 8,4-25
1Kor 14,1-5.10-12
TAG DER HEILIGEN DREIFALTIGKEIT – TRINITATIS
Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre
voll. Jes 6,3
Psalm 145 in Auswahl Reimpsalm 145 A Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist
oder B in Auswahl Gelobet sei der Herr EG 139 EG 126
HK 25(55)
Dreieiniger Gott,
du hast uns deine Herrlichkeit offenbart.
In Jesus Christus sammelst,
schützt und erhältst du deine Gemeinde.
Durch deinen Geist schenkst du uns Freiheit.
Wir bitten dich:
Erhalte uns das Vertrauen zu dir
und lass unser ganzes Leben ein Lobpreis für dich sein.
1. SONNTAG NACH TRINITATIS
Christus spricht zu seinen Jüngern: Wer euch hört, der hört mich; und wer
euch verachtet, der verachtet mich. Lk 10,16
Psalm 34,2-11 Reimpsalm 34,1-4 Nun bitten wir den Heiligen Geist EG 124
HK 55(86)
Gott,
du lässt die Erde hervorbringen,
was wir zum Leben brauchen.
Wir bitten dich:
Lass uns nicht auf Kosten anderer leben,
sondern mach unser Herz bereit zu Liebe und Barmherzigkeit.
Liturgischer
Kalender
588
I Joh 3,1-8(9-15)
II Röm 11,(32)33-36
III Jes 6,1-13
IV Eph 1,3-14
V 4Mose 6,22-27
VI 2Kor 13,11(12)13
Jesu Gespräch mit Nikodemus
Lobpreis der Unerforschlichkeit Gottes
Jesajas Vision und Berufung zum Propheten
Lobpreis Gottes für den Segen in Christus
Der Aaronitische Segen
Der Gott der Liebe und des Friedens
Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus
Lasst uns lieben, Gott hat uns zuerst geliebt
Die Schrift gibt Zeugnis von Christus
Gegen die falschen Heilspropheten
Bitte um Mitarbeiter, Aussendung der Zwölf
Höre, Israel, der Herr ist unser Gott
Nabots Weinberg
I Lk 16,19-31
II 1Joh 4,16b-21
III Joh 5,39-47
IV Jer 23,16-29
V Mt 9,35-38; 10,1(2-4)5-7
VI 5Mose 6,4-9
Weitere Texte:
1Kön 21,1-4.7-11.16-19.
23.27-29
2. SONNTAG NACH TRINITATIS
Christus spricht: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid;
ich will euch erquicken. Mt 11,28
Psalm 36,6-11 Reimpsalm 36,2.3 Ich lobe dich von ganzer Seelen EG 250
Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn
HK 56(87) EG 363
Gott,
du lädst alle Menschen ein,
in deine Gegenwart zu kommen.
Wir bitten dich:
Lass uns von deiner Güte lernen,
auch den Menschen, die uns fremd sind,
gütig zu begegnen.
3. SONNTAG NACH TRINITATIS
Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was
verloren ist. Lk 19,10
Psalm 103,1-5.8-13 Reimpsalm 103,1-6 Allein zu dir, Herr Jesu Christ EG 232
Jesus nimmt die Sünder an EG 353
HK 29(88-90)
Gott,
du erträgst es nicht,
dass auch nur eines deiner Menschenkinder verloren geht.
Du suchst uns, wenn wir uns von dir entfernt haben.
Wir bitten dich:
Vergib uns unsere Irrwege und führe uns zurück zu dir,
damit wir bei dir Geborgenheit finden und uns nicht selbst zerstören.
Trinitatis
bis 3. So
nach Trinitatis
589
Das Gleichnis vom großen Abendmahl
Nicht mehr Gäste, sondern Gottes Hausgenossen
Gleichnis von der königlichen Hochzeit
Bemüht euch um die Gaben des Geistes
Einladung zum Leben
Ich bin allen alles geworden
Frau Weisheit lädt ein
Gleichnis vom verlorenen Sohn
Christus ist gekommen, die Sünder selig zu machen
Vom verlorenen Schaf (und vom verlorenen Groschen)
Wir haben einen Fürsprecher: Jesus Christus
Die Annahme des Zachäus
Kehrt euch zu Gott, so werdet ihr leben
Vom verlorenen Schaf [und vom verlorenen Groschen]
Gleichnis vom verlorenen Sohn)
Jesus und die Samariterin (3. n. Epiph. V / Pfingstmo. V)
I Lk 14,(15)16-24
II Eph 2,17-22
III Mt 22,1-14
IV 1Kor 14,1-3.20-25
V Jes 55,1-3b(3c-5)
VI 1Kor 9,16-23
Weitere Texte:
Spr 9,1-6.10-11(12-18)
I Lk 15,1-3.11b-32
II 1Tim 1,12-17
III Lk 15,1-7(8-10)
IV 1Joh 1,5-2,6
V Lk 19,1-10
VI Hes 18,1-4.21-24.30-32
(Bis 1999:
I Lk 15,1-7(8-10)
III Lk 15,1-3.11b-32
Weitere:
Joh 4,5-30.39-42
4. SONNTAG NACH TRINITATIS
Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi
erfüllen. Gal 6,2
Psalm 42,2-12 Reimpsalm 42,1-6 Komm in unsre stolze Welt EG 428
O Gott, du frommer Gott EG 495
HK 105.111
Gott Abrahams und Saras,
du hast jeden von uns nach deinem Bild geschaffen.
Wir bitten dich:
Lass uns unseren Wert nicht durch den Vergleich
mit anderen Menschen bestimmen,
sondern barmherzig mit den anderen und mit uns selbst umgehen.
Du, Gott, bist unsere Stärke.
5. SONNTAG NACH TRINITATIS
Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch:
Gottes Gabe ist es. Eph 2,8
Psalm 73,14.23-26.28 Reimpsalm 73,1.2.5-7 Preis, Lob und Dank sei Gott dem
Herren EG 245
Wach auf, du Geist der ersten Zeugen
HK 21 EG 241
Wegweisender Gott,
im Nachsinnen über dein Wort
haben Menschen den Sinn ihres Lebens entdeckt,
sind Jesus gefolgt auf dem Weg zur Heilung unserer Welt.
Lass uns nicht zurückschrecken, wenn du uns meinst,
wenn du uns Wege zeigst, die wir gehen sollen.
Gib uns den Mut, dir auch dorthin zu folgen, wohin wir nicht wollen.
Liturgischer
Kalender
590
I Lk 6,36-42
II Röm 14,10-13
III 1Mose 50,15-21
IV 1Petr 3,8-15a(15b-17)
V Joh 8,3-11
VI Röm 12,17-21
Weitere Texte:
1Mose 45,1-5.14-15
Seid barmherzig wie euer Vater im Himmel
Jeder muss sich selbst vor Gott verantworten
Josef vergibt seinen Brüdern
Seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig
Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein
Seid auf Gutes bedacht gegenüber jedermann
Brüder finden zueinander
Der Fischzug des Petrus
Wir predigen den gekreuzigten Christus
Die ersten Jünger
Abrahams Berufung und Aufbruch
Voraussetzungen für die Nachfolge Jesu
Der Herr wird euch stärken und bewahren
David wird zum König gesalbt
Berufung des Elisa durch Elia
Jüngerinnen Jesu
I Lk 5,1-11
II 1Kor 1,18-25
III Joh 1,35-42
IV 1Mose 12,1-4a
V Lk 14,25-33
VI 2Thess 3,1-5
Weitere Texte:
1Sam 16,1.4-7.10-13
1Kön 19,19-21
Lk 8,1-3
6. SONNTAG NACH TRINITATIS
So spricht der HERR, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn
ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist
mein. Jes 43,1
Psalm 139,1-16.23-24 Reimpsalm 139,1-7.10 Ich bin getauft auf deinen Namen EG 200
HK 69.74(94)
Herr Jesus Christus,
in der Taufe verbindest du Menschen aus aller Welt
zu deiner Gemeinde.
Wir gehören dazu.
Erhalte uns in der Gemeinschaft und im Vertrauen auf dich.
Gib uns Anteil an deinem Heiligen Geist,
durch den wir dich ehren und loben.
7. SONNTAG NACH TRINITATIS
So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der
Heiligen und Gottes Hausgenossen. Eph 2,19
Psalm 107,1-9 Reimpsalm 107,1-4 Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen
oder wie 6. n. Trin. EG 221
Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut EG 326
HK 125
Gott,
wie verschiedene Körner zu einem Brot werden,
so führst du die unterschiedlichsten Menschen in deine Gemeinde.
Wir bitten dich:
Lass die Gemeinschaft unter uns wachsen.
Hilf, dass wir die von dir empfangenen Gaben
mit denen teilen, die sie brauchen.
4. bis 7. So
nach Trinitatis
591
Der Missions- und Taufbefehl
Taufe und neues Leben
Der Herr hat Israel erwählt
Philippus und der Kämmerer
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen
Ihr seid das heilige Volk
Die Elenden und Armen suchen Wasser
Die Taufe des Paulus (12. n. Trin.)
Ein Gefängnisaufseher lässt sich und die Seinen
taufen (Kantate IV)
Ihr habt Christus angezogen
Speisung der Fünftausend
Lehre, Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebet
Ich bin das Brot des Lebens
In Demut achtet den anderen
Speisung der Fünftausend
Speisung mit Manna und Wachteln
Das Land, in dem nichts mangelt
Das Friedensmahl in Samaria
Das Hochzeitsmahl des Lammes
I Mt, 28,16-20
II Röm 6,3-8(9-11)
III 5Mose 7,6-12
IV Apg 8,26-39
V Jes 43,1-7
VI 1Petr 2,1-10
Weitere Texte:
Jes 41,17-20
Apg 9,10-20
Apg 16,23-24
Gal 3,26-29
I Joh 6,1-15
II Apg 2,41a.42-47
III Joh 6,30-35
IV Phil 2,1-4
V Lk 9,10-17
VI 2Mose 16,2-3.11-18
Weitere Texte:
5Mose 8,7-18
2Kön 6,8-23
Offb 19,6-9
8. SONNTAG NACH TRINITATIS
Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit
und Wahrheit. Eph 5,8-9
Psalm 48,2-3a.9-11 Reimpsalm 48,1+4 O gläubig Herz, gebenedei EG 318
oder wie 6. n. Trin. HK 122.86
Gott,
in deinem Licht entfalten sich Güte,
Gerechtigkeit und Wahrheit.
Wir bitten dich:
Sende dein Licht in unsere Dunkelheit,
damit deine Güte über unsere Hartherzigkeit
und deine Wahrheit über die Lüge siegt.
Dies bitten wir dich durch unseren Herrn Jesus Christus.
9. SONNTAG NACH TRINITATIS
Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut
ist, von dem wird man um so mehr fordern. Lk 12,48
Psalm 40,9-12 Reimpsalm 40,2.3 Ich weiß, mein Gott, dass all mein Tun
oder wie 6. n. Trin. HK 124.86 EG 497
Gott,
du hast jeden von uns
mit besonderen Fähigkeiten geschaffen.
Wir bitten dich:
Lass uns unsere Gaben entdecken
und sie miteinander teilen,
damit wir einander ergänzen
und gemeinsam zu Frieden und Gerechtigkeit beitragen.
Liturgischer
Kalender
592
I Mt 5,13-16
II Eph 5,8b-14
III Jes 2,1-5
IV 1Kor 6,9-14.18-20
V Joh 9,1-7
VI Röm 6,19-23
Weitere Texte:
Jes 43,8-13
Jes 58,7-10
Salz der Erde, Licht der Welt
Lebt als Kinder des Lichts
Lasst uns wandeln im Licht des Herrn
Der Leib ein Tempel des Heiligen Geistes
Heilung eines Blindgeborenen
Frei von Sünde zum Dienst Gottes
Ihr seid meine Zeugen
Dein Licht wird in der Finsternis aufgehen
(Erntedankfest III)
Von den anvertrauten Zentnern
Gerechtigkeit durch den Glauben an Christus
Auf Fels gebaut
Jeremias Berufung
Schatz im Acker und kostbare Perle
Dient einander
Ihr mütterliches Herz entbrannte (Salomos Urteil)
Im Geringsten und im Großen treu
I Mt 25,14-30
II Phil 3,7-11(12-14)
III Mt 7,24-27
IV Jer 1,4-10
V Mt 13,44-46
VI 1Petr 4,7-11
Weitere Texte:
1Kön 3,16-28
Lk 16,10-13
10. SONNTAG NACH TRINITATIS
Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt
hat! Ps 33,12
Psalm 74,1-3.8-11.20-21 Reimpsalm 74, 1-9 Gott der Vater steh uns bei EG 138
Nimm von uns, Herr, du treuer Gott
EG 146
Nun danket Gott, erhebt und preiset
EG 290
HK 126(105-107)
Barmherziger Gott,
mit deinem Volk Israel hören wir auf dein Wort,
bestaunen deine Geduld und Treue
und hoffen auf deine Gerechtigkeit.
Hilf, zu einem neuen Verständnis zu finden.
Mach uns bereit, auf Juden in ihrer Fremdheit zu hören,
ihr Zeugnis für deinen heiligen Namen zu achten
und von ihnen zu lernen.
8. bis 10. So
nach Trinitatis
593
Weissagung über Jerusalem
Das Doppelgebot der Liebe
Gottes Weg mit Israel
Ein heiliges Volk
Die zukünftige Herrlichkeit Zions
Gebet um Hilfe für Israel
Im Geist und in der Wahrheit anbeten
Gott erbarmt sich über alle, über Israel und die
Völker
Weissagung über Jerusalem
Gott erbarmt sich über alle, über Israel und die
Völker
Die Tempelreinigung
Gottes Weg mit Israel
Bußpredigt des Jeremia im Tempel
Zerstörung Jerusalems unter Nebukadnezar)
Abrahams Berufung (5. n. Trin. IV)
Gott hat Israel erwählt (6. n. Trin. III)
Die Jüdin rettet ihr Volk in Persien
Frieden für Jerusalem
Der Bund des Friedens (Lätare VI)
Das Bild von der Wurzel und den Zweigen
I Lk 19,41-48
oder Mk 12,28-34
II Röm 9,1-5.6-8.14-16
III 2Mose 19,1-6
IV Jes 62,6-12
oder JesSir 36,13-19
V Joh 4,19-26
VI Röm 11,25-32
(Bis 1999:
I Lk 19,41-48
II Röm 11,25-32
III Joh 2,13-22
IV Röm 9,1-5.31-10,4
V Jer 7,1-11(12-15)
VI 2Kön 25,8-12
Weitere Texte:
1Mose 12,1-3
5Mose 7,6-11
Ester
Ps 122
Jes 54,1-10
Röm 11,16b-24
11. SONNTAG NACH TRINITATIS
Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er
Gnade. 1Petr 5,5
Psalm 113,1-8 Reimpsalm 113,1-4 Aus tiefer Not schrei ich zu dir EG 299
HK 123.8
Gott Abrahams und Saras,
du liebst alle Menschen ohne Ansehen der Person.
Wir bitten dich:
Lass uns von deiner Barmherzigkeit lernen,
damit wir nicht hochmütig werden oder verzweifeln.
Das bitten wir dich, weil du möchtest, dass wir zu dir beten.
12. SONNTAG NACH TRINITATIS
Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht
wird er nicht auslöschen. Jes 42,3
Psalm 147,3-6.11-14a Reimpsalm 147,2.5-7 Nun lob, mein Seel, den Herren EG 289
oder wie 11. n. Trin. HK 127(56)
Gott,
du kannst Neues schaffen.
Wir bitten dich:
Lass uns Veränderungen wollen, die du willst.
Öffne unsere Ohren, damit wir hören, was du uns sagst;
öffne unsere Augen, damit wir sehen, wo wir gebraucht werden;
rühre unsere Lippen an, damit wir dich frei bekennen
und in dein Lob einstimmen.
Liturgischer
Kalender
594
I Lk 18,9-14
II Eph 2,4-10
III Mt 21,28-32
IV Gal 2,16-21
V Lk 7,36-50
VI 2Sam 12,1-10.13-15a
Weitere Texte:
Hos 11,1-11
Pharisäer und Zöllner
Aus Gnade seid ihr selig geworden
Gleichnis von den ungleichen Söhnen
Durch den Glauben an Christus gerecht
Jesu Salbung durch die Sünderin
Nathans Bußpredigt
Gottes mütterliche Barmherzigkeit
Heilung eines Taubstummen
Die Bekehrung des Saulus
Der Herr wird sein Volk erlösen
Die Heilung eines Gelähmten durch Petrus
Die Heilung eines Blinden
Gottes Mitarbeiter und Gottes Ackerfeld
Elisa heilt Naaman (3. n. Epiph. IV)
Hiskia wird gesund
Die blutflüssige Frau (24. n. Trin. I)
I Mk 7,31-37
II Apg 9,1-9(10-20)
III Jes 29,17-24
IV Apg 3,1-10(11-12)
V Mk 8,22-26
VI 1Kor 3,9-15
Weitere Texte:
2Kön 5,1-19
Jes 38
Mt 9,20-22
13. SONNTAG NACH TRINITATIS
Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten
Brüdern, das habt ihr mir getan. Mt 25,40
Psalm 112,5-9 Reimpsalm 112,1-5 Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ EG 343
oder wie 11. n. Trin. HK 107(4)
Barmherziger Gott und Vater,
entzünde in unseren Herzen das Feuer deiner Liebe,
dass wir einander lieben, wie du uns geliebt hast
in Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn.
14. SONNTAG NACH TRINITATIS
Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes
getan hat. Ps 103,2
Psalm 146 Reimpsalm 146,1-8 Von Gott will ich nicht lassen EG 365
HK 90.128-129
Barmherziger Gott,
täglich erweist du uns viel Gutes.
Lass uns dessen gewahr werden
und so leben, dass wir anderen gut tun.
11. bis 14.
So nach
Trinitatis
595
Der barmherzige Samariter
Die Liebe zu Gott und zu Bruder und Schwester
Jesu wahre Verwandte
Kains Brudermord
Vom Almosengeben
Wahl der sieben Diakone
Das Fest der Armen
Priska und Aquila
Der dankbare Samariter
Gottes Erben und Miterben Christi
Heilung eines Aussätzigen
Dank für die Kraft des Glaubens
Jakob schaut die Himmelsleiter
Seid dankbar in allen Dingen
Dankbare Grüße des Paulus
I Lk 10,25-37
II 1Joh 4,7-12
III Mk 3,31-35
IV 1Mose 4,1-16a
V Mt 6,1-4
VI Apg 6,1-7
Weitere Texte:
Lk 14,12-14
Röm 16,3-5a (Apg 18,1-4)
I Lk 17,11-19
II Röm 8,(12-13)14-17
III Mk 1,40-45
IV 1Thess 1,2-10
V 1Mose 28,10-19a
VI 1Thess 5,14-24
Weitere Texte:
Röm 16,1-16
15. SONNTAG NACH TRINITATIS
Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. 1Petr 5,7
Psalm 127,1-2 Reimpsalm 127,1-3 Auf meinen lieben Gott trau ich EG 345
oder wie 14. n. Trin. Wer nur den lieben Gott lässt walten
HK 120 EG 369
Gott des Lebens und des Friedens,
du versorgst uns mit allem, was wir zum Leben brauchen.
Wir bitten dich:
Befreie uns davon, dass wir Geld, Reichtum und Macht verehren,
damit du allein unser Gott bist
und wir uns nicht selbst zugrunde richten.
Dies bitten wir dich, weil du möchtest, dass wir zu dir beten.
Du, Gott, regierst. Du, Gott, befreist.
Du, Gott, bist unsere Stärke. Du lebst von Ewigkeit zu Ewigkeit.
16. SONNTAG NACH TRINITATIS
Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein
unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium. 2Tim 1,10
Psalm 68,4-7a.20-21 Reimpsalm 68,2.6 O Tod, wo ist dein Stachel nun EG 113
oder wie 14. n. Trin. Was mein Gott will, gescheh allzeit EG 364
HK 57
Gott,
du schaffst Leben,
wo unsere Augen nur den Tod sehen.
Wir bitten dich:
Gib, dass dein lebenschaffender Geist
in unserer Gemeinde wirken kann.
Liturgischer
Kalender
596
I Mt 6,25-34
II 1Petr 5,5c-11
III Lk 18,28-30
IV Gal 5,25-26; 6,1-3.7-10
V Lk 17,5-6
VI 1Mose 2,4b-9(10-14)15
Weitere Texte:
1Mose 13,7-18
1Kön 17,1-24
Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes
Gott sorgt für euch
Lohn der Nachfolge
Einer trage des andern Last
Glaube wie ein Senfkorn
Der Mensch im Paradies
Das Land steht offen
Elia am Bach Krit und bei der Witwe von Zarpat
Auferweckung des Lazarus
Christus hat dem Tod die Macht genommen
Gottes Barmherzigkeit hat kein Ende
Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis
Totenerweckung in Nain
Werft euer Vertrauen nicht weg
Elisa erweckt den Sohn der Schunemiterin
Die Auferweckung der Tochter des Jairus
I Joh 11,1(2)3.17-27(41-45)
II 2Tim 1,7-10
III Klgl 3,22-26.31-32
IV Apg 12,1-11
V Lk 7,1-16
VI Hebr 10,35-36(37-38)39
Weitere Texte:
2Kön 4,32-37
Mk 5,21-43
17. SONNTAG NACH TRINITATIS
Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. 1Joh 5,4
Psalm 25,8-15 Reimpsalm 25,4-6 Such, wer da will, ein ander Ziel EG 346
HK 65.21
Gott,
du hast deinem Volk Israel
Verheißung und Gebot gegeben.
Wir bitten dich:
Lass dein Wort auch heute bewirken,
dass wir Vertrauen gewinnen und uns auf dich verlassen.
18. SONNTAG NACH TRINITATIS
Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen
Bruder liebe. 1Joh 4,21
Psalm 1 Reimpsalm 1,1-3 Herzlich lieb hab ich dich, o Herr EG 397
In Gottes Namen fang ich an EG 494
HK 4(111)
Gott,
du hast uns Gebote gegeben,
die unser Leben schützen.
Wir bitten dich:
Gib uns Achtsamkeit für andere,
damit unser Glaube Frucht bringt.
Nimm uns mit in deine Arbeit am Heil der Welt.
Durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schenkt allezeit.
15. bis 18.
So nach
Trinitatis
597
Die kanaanäische Frau
Vom Herzen glauben, mit dem Munde bekennen
Die Heilung eines besessenen Kindes
Der Knecht Gottes, Israels Heil und Licht der
Die Sehenden sind blind Heiden
Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe
Jakobs Kampf am Jabbok
Die Tat der Rahab
Das höchste Gebot
Das Reich Gottes – Gerechtigkeit, Friede, Freude
Die Gefahr des Reichtums
Gegen die Bevorzugung der Reichen in der
Die Zehn Gebote Gemeinde
Versteht, was der Wille des Herrn ist
Die Frau von Schunem
I Mt 15,21-28
II Röm 10,9-17(18)
III Mk 9,17-27
IV Jes 49,1-6
V Joh 9,35-41
VI Eph 4,1-6
Weitere Texte:
1Mose 32,23-32
Jos 2,1-21
I Mk 12,28-34
II Röm 14,17-19
III Mk 10,17-27
IV Jak 2,1-13
V 2Mose 20,1-17
VI Eph 5,15-21
Weitere Texte:
2Kön 4,8-37; 8,1-6
ERNTEDANKFEST
Aller Augen warten auf dich, HERR, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten
Zeit. Ps 145,15
Psalm 104,10-15.27-30 Reimpsalm 104 A,1-5 Ich singe dir mit Herz und Mund EG 324
oder 104 B,1-5 Nun preiset alle Gottes Barmherzigkeit
HK 27 EG 502
Gott, Vater und Mutter,
du ließest uns werden,
du erhältst uns und alle Welt,
du gibst Speise und erfüllst uns mit Freude.
Leite uns durch deinen Geist,
damit wir deine Gaben erkennen,
dir danken und unserem Nächsten helfen,
wie du uns hilfst durch Christus, deinen Sohn.
19. SONNTAG NACH TRINITATIS
Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir
geholfen. Jer 17,14
Psalm 32,1-5.10-11 Reimpsalm 32,1.2.4 Nun lasst uns Gott dem Herren Dank
HK 118.119 sagen EG 320
Gott,
du hast die Menschen so geschaffen,
dass sie aufeinander angewiesen sind.
Wir bitten dich:
Zeige uns, wo andere Menschen
unser Wissen und unsere Fähigkeit brauchen,
und gib uns die Demut, annehmen zu können,
was andere für uns tun.
Das bitten wir dich durch Jesus Christus deinen Sohn und unseren Herrn.
Liturgischer
Kalender
598
I Lk 12,(13-14)15-21
oder Mt 6,25-34
II 2Kor 9,6-15
III Jes 58,7-12
IV 1Tim 4,4-5
V Mt 6,19-23
VI Hebr 13,15-16
(Bis 1999:
I nur Lk 12,(13-14)15-21
Weitere Texte:
5Mose 8,6-10
5Mose 26,(1-4).5-12
Mk 8,1-9
Der reiche Kornbauer
Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes
Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb
Brich dem Hungrigen dein Brot
Was Gott geschaffen hat, ist gut
Vom Schätzesammeln
Das Bekenntnis zu Gott und das Tun des Guten
Der reiche Kornbauer)
Gott loben für das gute Land
Bekennen und Danken: Gott führt und nährt
Speisung der Viertausend
Heilung eines Gelähmten
Zieht den neuen Menschen an
Jesus heilt viele Kranke
Das Gebet vermag viel
Heilung am Teich Betesda
Gottes Erscheinung, Erneuerung des Bundes
Er wird uns auch heilen
Die aufgerichtete Frau
Der Gelähmte an der Schönen Tür (12. n. Trin. IV)
I Mk 2.1-12
II Eph 4,22-32
III Mk 1,32-39
IV Jak 5,13-16
V Joh 5,1-16
VI 2Mose 34,4-10
Weitere Texte:
Hos 6,1-3
Lk 13,10-17
Apg 3,1-10
20. SONNTAG NACH TRINITATIS
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert,
nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem
Gott. Mi 6,8
Psalm 119,101-108 Reimpsalm 119,9-11 Wohl denen, die da wandeln EG 295
HK 92.113(4)
Allmächtiger Gott,
du gibst Weisungen,
die unser Zusammenleben regeln.
Wir bitten dich:
Gib uns Einsicht für deine Gebote,
damit wir einander einfühlsam und rücksichtsvoll begegnen
und in Achtung und Treue miteinander leben.
Sende uns deinen Geist,
damit sich unser Leben nach deinem Wohlgefallen ordnet.
21. SONNTAG NACH TRINITATIS
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit
Gutem. Röm 12,21
Psalm 19,10-15 Reimpsalm 19 A,5.6 Ach Gott, vom Himmel sieh darein EG 273
oder 19 B,4-6 Zieh an die Macht, du Arm des Herrn
HK 103(114) EG 377
Allmächtiger Gott,
du hast die Menschen so geschaffen,
dass sie wütend und aggressiv sein können.
Zeige uns Möglichkeiten,
wie wir die Wucht unserer Gefühle einsetzen können,
um Dinge zu verändern,
so dass unsere Energien nicht sinnlos zerstören,
sondern zum Guten genutzt werden.
Erntedankfest
bis 21. So
nach Trinitatis
599
Von der Ehescheidung (Segnung der Kinder)
Gott hat uns zur Heiligung berufen
Solange die Erde steht
Das Wesen dieser Welt vergeht
Von der Sabbatheiligung
Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig
Gott schuf den Menschen als Mann und Frau
Sabbatjahr
Liebe ist stark wie der Tod
Vom Vergelten und von der Feindesliebe
Die geistliche Waffenrüstung
Trennungen um Jesu willen
Suchet der Stadt Bestes
Verheißung und Gebot der Liebe
Viele Glieder – ein Leib
Rut und ihre Schwiegermutter Noomi finden
gemeinsam ein Zuhause
I Mk 10,2-9(10-16)
II 1Thess 4,1-8
III 1Mose 8,18-22
IV 1Kor 7,29-31
V Mk 2,23-28
VI 2Kor 3,2-9
Weitere Texte:
1Mose 2,18-24
2Mose 23,10-13
Hld 8,5-7
I Mt 5,38-48
II Eph 6,10-17
III Mt 10,34-39
IV Jer 29,1.4-7.10-14
V Joh 15,9-12(13-17)
VI 1Kor 12,12-14.26-27
Weitere Texte:
Rut (1,1-4.8) 4,9-17
22. SONNTAG NACH TRINITATIS
Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte. Ps 130,4
Psalm 143,1-10 Reimpsalm 143,1.7.8 Herr Jesu, Gnadensonne EG 404
HK 60(61)
Gott,
du vergibst Schuld.
Wir bitten dich:
Mach uns fähig, einander zu vergeben,
damit Friede unter uns wohnt.
Du, Gott, regierst und befreist;
du, Gott, bist unsere Stärke.
23. SONNTAG NACH TRINITATIS
Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit
hat, dem sei Ehre und ewige Macht. 1Tim 6,15-16
Psalm 33,13-22 Reimpsalm 33,1.2.8.9 In dich hab ich gehoffet, Herr EG 275
oder wie 21. n. Trin. HK 128
Gott,
du bist größer als alle irdischen Machthaber.
Wir bitten dich:
Gib uns Selbstvertrauen,
damit wir nicht die Falschen ehren.
Wecke unseren Mut, ungerechter Macht zu widerstehen.
Stärke unser Vertrauen durch Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist ewige Macht hat.
Liturgischer
Kalender
600
I Mt 18,21-35
II Phil 1,3-11
III Mt 18,15-20
IV Röm 7,14-25a
V Mi 6,6-8
VI 1Joh 2,(7-11)12-17
Weitere Texte:
Jes 43,23-25
Mi 7,18-19(20)
Gleichnis vom unbarmherzigen Schuldner
Gott wird sein Werk an uns vollenden
Zurechtweisung und Gebet in der Gemeinde
Das Wollen und das Vollbringen
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist
(Bruderliebe), Warnung vor der Welt
Du hast mir Arbeit gemacht mit deinen Sünden
Gott ist barmherzig
Die Frage nach der Steuer
Unser Bürgerrecht im Himmel
Wenn euch die Welt hasst
Die Stellung zur staatlichen Gewalt
Vom Schwören
Abrahams Fürbitte für Sodom
Gott mehr gehorchen als den Menschen
I Mt 22,15-22
II Phil 3,17(18-19)20-21
III Joh 15,18-21
IV Röm 13,1-7
V Mt 5,33-37
VI 1Mose 18,20-21.22b-33
Weitere Texte:
Apg 5,17-29
GEDENKTAG DER REFORMATION
Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist
Jesus Christus. 1Kor 3,11
Psalm 46,2-8 Reimpsalm 46,1-3 Nun freut euch, lieben Christen g’mein
Ist Gott für mich, so trete EG 341
gleich alles wider mich EG 351
HK 60.21.103
Gnädiger Gott,
du erhältst deine Kirche durch dein Wort.
Wir bitten dich:
Segne unser Reden und Hören, damit dein Wort uns erneuert.
Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, unseren Herrn.
24. SONNTAG NACH TRINITATIS
Mit Freuden sagt Dank dem Vater, der euch tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil
der Heiligen im Licht. Kol 1,12
Psalm 39,5-8 Reimpsalm 39,3.4 Mitten wir im Leben sind EG 518
HK 2
Gott,
du hast Macht über Leben und Tod.
Wir bitten dich:
Mach uns willig, den Tod als Teil unseres Lebens anzunehmen;
lehre uns, unsere Grenzen zu erkennen und mit ihnen zu leben.
22. bis 24.
So nach
Trinitatis
601
Die Seligpreisungen
Die Rechtfertigung allein durch den Glauben
Menschenfurcht und Gottesfurcht
Zur Freiheit befreit
Bereitet dem Herrn den Weg
Gott wirkt das Wollen und das Vollbringen
Das Bekenntnis der Marta
Streit in der Gemeinde
Heilung der blutflüssigen Frau, Auferweckung der
Tochter des Jairus
Christus, der Erste in Schöpfung und Erlösung
Alles hat seine Zeit
I Mt 5,2-10(11-12)
II Röm 3,21-28(29-31)
III Mt 10,26b-33
IV Gal 5,1-6
V Jes 62,6-7.10-12
VI Phil 2,12-13
Weitere Texte:
Joh 11,20-27
1Kor 1,10-17
I Mt 9,18-26
II Kol 1,(9-12)13-20
III Pred 3,1-14
DRITTLETZTER SONNTAG DES KIRCHENJAHRES
Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils. 2Kor 6,2
Psalm 90,1-14(15-17) Reimpsalm 90,1-6 Wir warten dein, o Gottes Sohn EG 152
Mitten wir im Leben sind EG 518
HK 56
Ewiger Gott,
du hast einen neuen Himmel und eine neue Erde verheißen.
Hilf uns, im Glauben festzubleiben,
in der Liebe zu wachsen
und voller Hoffnung auf dein Kommen warten.
Lass uns schon jetzt deine Herrlichkeit erfahren
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
VORLETZTER SONNTAG DES KIRCHENJAHRES (VOLKSTRAUERTAG)
Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi 2Kor 5,10
Psalm 50,1.4-6.14-15.23 Reimpsalm 50,1-5 Es ist gewisslich an der Zeit EG 149
oder wie Ewigkeitsso. HK 10.56
Gott,
du beurteilst unser Leben.
Wir bitten dich:
Bei allen Beurteilungen,
die wir in unserem Alltag erfahren,
lass uns nie vergessen,
dass du das letzte Wort über uns hast.
Erhalte uns in der Hoffnung auf dein gnädiges Gericht.
Wird an diesem Sonntag ein Gottesdienst im Rahmen der Friedensdekade begangen,
gilt folgendes Proprium:
Liturgischer
Kalender
602
I Lk 17,20-24(25-30)
II Röm 14,7-9
III Lk 11,14-23
IV Hiob 14,1-6
V Lk 18,1-8
VI 1Thess 5,1-6(7-11)
Weitere Texte:
Jer 18,1-10
Hiob 19,21-27
Vom Kommen des Gottesreiches
Leben wir, so leben wir dem Herrn
Jesus und die bösen Geister
Der Mensch lebt kurze Zeit
Gleichnis von der bittenden Witwe
Von Zeit und Stunde der Ankunft des Herrn
Das Gleichnis vom Töpfer
Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
Vom Weltgericht
Hoffnung für die Schöpfung
Gleichnis vom unehrlichen Verwalter
Getreu bis an den Tod
Mein Volk will das Recht des Herrn nicht wissen
Sehnsucht nach der himmlischen Heimat
Sodom und Gomorra
Rizpas Protest gegen Krieg und Tod
Dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen
I Mt 25,31-46
II Röm 8,18-23(24-25)
III Lk 16,1-8(9)
IV Offb 2,8-11
V Jer 8,4-7
VI 2Kor 5,1-10
Weitere Texte:
1Mose 19,15-29
2Sam 21,1-14
Ps 85,8-14
Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die
uns getroffen haben, darum fürchten wir uns nicht. Psalm 46,2-3a
Psalm 85,3.5.9.12 Reimpsalm 85,1-3 Es wird sein in den letzten Tagen EG 426
Komm in unsre stolze Welt EG 428
HK 105.107
Treuer Gott,
du schaffst und erhältst unser Leben:
Nimm uns unter deinen Schutz.
Wehre den Mächten, die das Leben bedrohen,
und birg uns in deinem Frieden.
BUSS- UND BETTAG
Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute
Verderben. Spr 14,34
Psalm 51,3-14 Reimpsalm 51,1-3 Aus tiefer Not lasst uns zu Gott EG 144
Nimm von uns, Herr, du treuer Gott
HK 88-90.43 EG 146
Ach, rechnest du die Sünden / dem Übertreter zu,
wer kann dann Rettung finden? / Wer zürnet, HERR, wie du?
Allein du kannst vergeben, / du tilgest alle Schuld,
dass wir hinfort dir leben / und preisen deine Huld.
Drittletzter
So des
Kirchenjahres
bis Buß- und
Bettag
603
(603)
Die Seligpreisungen
Die Zeichen der Zeit
Den Frieden lasse ich euch
Gott will, dass allen Menschen geholfen wird
Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft
Schwerter zu Pflugscharen
(Turm von Siloah) Gleichnis vom Feigenbaum
Alle Menschen sind Sünder
Die guten und die bösen Früchte
Siehe, ich stehe vor der Tür
Von der engen Pforte und verschlossenen Tür
Was soll die Menge eurer Opfer
Auffinden des Gesetzbuches und Spruch der
Prophetin Hulda
I Mt 5,2-10(11-12)
oder Mt 16,1-4
oder Joh 14,27-31
II 1Tim 2,1-4
oder Phil 4,6-9
III Micha 4,1-4
I Lk 13,(1-5)6-9
II Röm 2,1-11
III Mt 12,33-35(36-37)
IV Offb 3,14-22
V Lk 13,22-27(28-30)
VI Jes 1,10-17
Weitere Texte:
2Kön 22,8-20
LETZTER SONNTAG DES KIRCHENJAHRES –
EWIGKEITSSONNTAG / TOTENSONNTAG
Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. Lk 12,35
Psalm 126 Reimpsalm 126,1-3 Wachet auf, ruft uns die Stimme EG 147
HK 42.45
Gott,
du hast unser Leben durch den Tod begrenzt.
Es fällt uns schwer, das anzunehmen.
Wir bitten dich:
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen,
damit uns das Leben nicht entgleitet.
Bewahre unsere Zeit in deiner Hand.
Das bitten wir dich durch Jesus Christus,
den du durch den Tod ins Leben geführt hast.
Liturgischer
Kalender
604
I Mt 25,1-13
II Offb 21,1-7
III Lk 12,42-48
IV Jes 65,17-19(20-22)23-25
V Mk 13,31-27
VI 2Petr 3,(3-7)8-13
Weitere Texte:
Joh 5,24-29
1Kor 15,35-38.42-44a
Von den klugen und törichten Jungfrauen
Gott wird bei den Menschen wohnen
Der Herr kommt zu seiner Stunde
Ein neuer Himmel und eine neue Erde
Seid wachsam
Vom Warten auf Gottes Tag
Vom Tode zum Leben hindurchgedrungen
Von der Auferstehung
Liturgischer Kalender – Register
Dieses Register zu den Perikopenreihen ist nach den biblischen Büchern
geordnet. Sonntage ohne römische Ziffern verweisen auf die Rubrik »Weitere
Texte«.
Totensonntag
/ Register
605
1. Mose
1,1-4a.26-31; 2,1-4a Jubilate V
2,4b-7 Pfingstso.
2,4b-9(10-14)15 15. n. Trin. VI
2,18-24 20. n. Trin.
3,1-19(20-24) Invokavit III
4,1-16a 13. n. Trin. III
8,1-12 4. n. Epiph. VI
8,18-22 20. n. Trin. III
11,1-9 Pfingstmo. III
12,1-3 10. n. Trin.
12,1-4a 5. n. Trin. IV
13,7.18 15. n. Trin.
17,1-8 Neujahrstag
17,15-19(20) 4. Advent
18,20-21.22b-33 3. n. Trin. VI
19,15-29 Vorl. So.
21,(8)9-21 2. Advent
22,1-13 Judika III
28,10-19a 14. n. Trin. V
32,23-32 17. n. Trin.
45,1-5.14-15 4. n. Trin.
50,15-21 4. n. Trin. III
2. Mose
1,(1-14)15-21(22) 3. Advent
2,1-10 1. n. Weihn.
3,1-10(11-14) Letzt. n. Epiph. III
12,1.3-4.6-7.11-14 Gründonnerstag V
13,20-22 Altjahrsabend IV
15,20-21 Kantate / Jubilate
16,2-3.11-18 7. n. Trin. VI
19,1-6 10. n. Trin. III
(neu)
20,1-17 18. n. Trin. V
23,10-13 20. n. Trin.
24,1-11 Pfingstso.
24,1.2.9-11.15-18 Letzt. n. Epiph.
32,7-14 Rogate VI
33,17b-23 2. n. Epiph. III
34,4-10 19. n. Trin. VI
34,29-35 Letzt. n. Epiph.
4. Mose
6,22-27 Trinitatis V
11,11-12.14-17.24-25 Pfingstso. V
21,4-9 Judika IV
5. Mose
6,4-9 1. n. Trin. VI
7,6-11 10. n. Trin.
7,6-12 6. n. Trin. III
8,6-10 Erntedankfest
8,7-18 7. n. Trin.
26,(1-4)5-12 Erntedankfest
Josua
1,1-9 Neujahrstag IV
2,1-21 17. n. Trin.
Richter
19 Judika
Rut
(1,1-4.8) 4,9-17 21. n. Trin.
1. Samuel
2,1-2.6-8a Osterso. IV
16,1.4-7.10-13 5. n. Trin.
16,14-23 Kantate
25,1b-42 Septuagesimä
2. Samuel
7,4-5.12-14a Christnacht III
12,1-10.13-15a 11. n. Trin. VI
13,1-22 Reminiszere
21,1-14 Vorl. So.
1. Könige
3,16-28 9. n. Trin.
8,22-24.26-28 Himmelfahrt III
10,1-9 Epiph.
17,1-24 15. n. Trin.
19,1-8(9-13a) Okuli VI
19,19-21 5. n. Trin.
21,1-4.7-11.16-19.27-29 1. n. Trin.
2. Könige
2,1-18 Himmelfahrt
4,8-37; 8,1-6 18. n. Trin.
4,32-37 16. n. Trin.
5,1-19 12. n. Trin.
5,(1-8)9-15(16-18)19a 3. n. Epiph. IV
6,8-23 7. n. Trin.
22,8-20 Buß- und Bettag
25,8-12 10. n. Trin. VI (alt)
Ester 10. n. Trin.
Hiob
14,1-6 Drittl. So. IV
19,21-27 Drittl. So.
Psalmen
31,2-9.16 Altjahrsabend
37,3-7a Neujahrstag
72,1-17 Epiph.
85,8-14 Vorl. So.
103,1-5(6-19)20-22 Kantate
121 Altjahrsabend
122 10. n. Trin.
146 Kantate
148 Jubilate/Kantate
Sprüche
8,22-36 Jubilate
9,1-6.10-11(12-18) 2. n. Trin.
16,1-9 Neujahrstag V
Prediger
3,1-14 24. n. Trin. III
3,1-5(6-9) Altjahrsabend
Hoheslied
8,5-7 20. n. Trin.
Jesaja
1,10-17 Buß- u. Bettag VI
2,1-5 8. n. Trin. III
5,1-7 Reminiszere IV
6,1-13 Trinitatis III
Liturgischer
Kalender
606
7,10-14 Christnacht IV
9,1-6 Christvesper IV
11,1-9 2. Weihn.Tag V
12,1-6 Kantate V
25,8-9 Ostermo. V
29,17-24 12. n. Trin. III
30,(8-14)15-17 Altjahrsabend III
30,18-21(22) Neujahrstag
32,12-18 Exaudi
35,3-10 2. Advent V
38 12. n. Trin.
40,1-8(9-11) 3. Advent V
40,12-25 5. n. Epiph. III
40,26-31 Quasimodog. VI
41,17-20 6. n. Trin.
42,1-4(5-9) 1. n. Epiph. VI
43,1-7 6. n. Trin. V
43,8-13 8. n. Trin.
43,23-25 22. n. Trin.
45,18-25 3. n. Epiph.
49,1-6 17. n. Trin. IV
49,13-16 1. n. Weihn. VI
50,4-9 Palmso. IV
51,9-16 4. n. Epiph. V
52,7-10 4. Advent VI
(52,13-15); 53,1-12 Karfreitag VI
54,1-10 10. n. Trin.
54,7-10 Lätare VI
55,1-3b(3c-5) 2. n. Trin.
55,(6-9)10-12a Sexagesimä V
57,15-19 Neujahrstag
58,1-9a Estomihi VI
58,7-10 8. n. Trin.
58,7-12 Erntedankfest III
60,1-6 Epiph. V
61,1-3(4.9)10-11 2. n. Weihn. IV
62,6-7.10-12 Reform.Tag V
62,6-12 10. n. Trin. VI
(neu)
62,10-12 4. Advent
63,7-9 1. n. Weihn.
63,15-16(17-19a)19b;64,1-32. Advent IV
65,1-2.8 2. Advent
65,17-19(20-22)23-25 Ewigkeitsso. IV
Jeremia
1,4-10 9. n. Trin. IV
7,1-11(12-15) 10. n. Trin. V (alt)
8,4-7 Vorl. So. V
9,22-23 Septuagesimä IV
18,1-10 Drittl. So.
20,7-11a(11b-13) Okuli V
23,5-6 Christvesper
23,5-8 1. Advent III
23,16-29 1. n. Trin. IV
29,1.4-7.10-14 21. n. Trin. IV
31,7-14 Miseri. Domini
31,31-34 Exaudi IV
Klagelieder
3,22-26.31f 16. n. Trin. III
Hesekiel
18,1-4.21-24.30-32 3. n. Trin. VI
34,1-2(3-9)10-16.31 Miseri. Domini III
37,24-28 Christnacht V
37,24-28 1. Weihn.Tag
Daniel
2,19b-22 Christvesper
Hosea
2,(16-19)20-24a Neujahrstag
6,1-3 19. n. Trin.
11,1-11 11. n. Trin.
Amos
5,21-24 Estomihi IV
8,1-12 Lätare
Jona
2,1.12 Quasimodog.
Micha
4,1-4 Vorl. So. (Frieden
III)
5,1-4a 1. Weihn.Tag III
6,6-8 22. n. Trin. V
7,18-19(20) 22. n. Trin.
Zefania
3,14-17 Christvesper
Sacharja
2,14-15 1. Advent
8,3-6 4. Advent
9,9-12 1. Advent
Maleachi
3,1-5 3. Advent
Jesus Sirach
36,13-19 10. n. Trin. IV
(neu)
Matthäus
1,(1-17)18-21(22-25) Christnacht I
1,18-25 4. Advent
2,1-12 Epiph. I
2,1-2(3-6)7-12 Christvesper
2,13-18(19-23) 1. n. Weihn. III
3,13-17 1. n. Epiph. I
4,1-11 Invokavit I
4,12-17 1. n. Epiph. III
5,2-10(11-12) Reform.Tag I
5,2-10(11-12) Vorl. So. (Frieden I)
5.13-16 8. n. Trin. I
5,33-37 23. n. Trin. V
5,38-48 21. n. Trin. I
6,1-4 13. n. Trin. V
6,(5-6)7-13(14-15) Rogate V
6,19-23 Erntedankfest V
6,25-34 15. n. Trin. I
6,25-34 Erntedankfest I
(neu)
7,24-27 9. n. Trin. III
8,5-13 3. n. Epiph. I
9,9-13 Septuagesimä V
9,18-26 24. n. Trin. I
9,20-22 12. n. Trin.
9,35-38; 10,1(2-4)5-7 1. n. Trin. V
10,16-20 Exaudi
10,26b-33 Reform.Tag III
10,34-39 21. n. Trin. III
11,2-6(7-10) 3. Advent I
11,25-30 Kantate I
12,33-35(36-37) Buß- u. Bettag III
12,38-42 Reminiszere III
13,24-30 5. n. Epiph. I
13,33 Sexagesimä
13,44-46 9. n. Trin. V
14,1-2 Judika
14,22-23 4. n. Epiph. III
15,21-28 17. n. Trin. I
15,21-28 3. n. Epiph.
16,1-4 Vorl. So. (Frieden I)
16,13-19 Pfingstmo. I
17,1-9 Letzt. n. Epiph. I
17,24-27 2. n. Epiph.
18,1-5 1. n. Epiph.
18,15-20 22. n. Trin. III
18,21-35 22. n. Trin. I
Register
607
20,1-16a Septuagesimä I
21,1-9 1. Advent I
21,14-17 1. n. Epiph.
21,14-17(18-22) Kantate III
21,28-32 11. n. Trin. III
22,1-14 2. n. Trin. III
22,15-22 23. n. Trin. I
24,1-14 2. Advent III
25,1-13 Ewigkeitsso. I
25,14-30 9. n. Trin. I
25,31-46 Vorl. So. I
27,19 Okuli
27,33-50(51-54) Karfreitag V
27,55-61 Karfreitag
28,1-10 Osterso. III
28,16-20 6. n. Trin. I
Markus
1,32-39 19. n. Trin. III
1,40-45 14. n. Trin. III
2,1-12 19. n. Trin. I
2,18-20(21-22) 2. n. Epiph. V
2,23-28 20. n. Trin. V
3,31-35 13. n. Trin. III
4,26-29 Sexagesimä III
4,35-41 4. n. Epiph. I
5,21-43 16. n. Trin.
7,31-37 12. n. Trin. I
8,1-9 Erntedankfest
8,22-26 12. n. Trin. V
8,31-38 Estomihi I
9,17-27 17. n. Trin. III
10,2-9(10-16) 20. n. Trin. I
10,17-27 18. n. Trin. III
10,35-45 Judika I
12,1-12 Reminiszere I
12,28-34 18. n. Trin. I
12,28-34 10. n. Trin. I (neu)
12,41-44 Okuli III
13,31-37 Ewigkeitsso. V
14,3-9 Palmso. III
14,17-26 Gründo. III
14,17-26 Invokavit
14,27-42 Gründo.
14,32-42 Reminiszere
14,43-52 Okuli
14,53-65 Lätare
14,66-72 Judika
15,1-15 Palmso.
16,1-8 Osterso. I
16,9-14(15-20) Quasimodog. V
Lukas
1,5-25 1. Advent
1,67-79 1. Advent
1,26-33,(34-37)38 4. Advent III
1,(39-45)46-55(56) 4. Advent I
1,(39-45)46-55(56) 3. Advent
1,57-66 2. Advent
1,67-76 1. Advent V
2,1-20 Christvesper I
2,(1-14)15-20 1. Weihn.Tag I
2,21 Neujahrstag
2,(22-24)25-38(39f) 1. n. Weihn. I
2,36-38 2. n. Weihn.
2,41-52 2. n. Weihn. I
3,1-14 3. Advent III
4,16-21(22-30) Neujahrstag I
5,1-11 5. n. Trin. I
6,36-42 4. n. Trin. I
7,11-16 16. n. Trin. V
7,36-50 11. n. Trin. V
8,1-3 5. n. Trin.
8,4-8(9-15) Sexagesimä I
8,26-39 Exaudi
9,10-17 7. n. Trin. V
9,46-48 Christvesper
9,57-62 Okuli I
10,25-37 13. n. Trin. I
10,38-42 Estomihi III
11,5-13 Rogate III
11,14-23 Drittl. So. III
12,(13-14)15-21 Erntedankfest I
12,35-40 Altjahrsabend I
12,42-48 Ewigkeitsso. III
13,(1-5)6-9 Buß- u. Bettag I
13,(1-5)6-9 Altjahrsabend
13,10-17 19. n. Trin.
13,22-27(28-30) Buß- u. Bettag V
14,12-14 13. n. Trin.
14,(15)16-24 2. n. Trin. I
14,25-33 5. n. Trin. V
15,1-3.11b-32 3. n. Trin. I (neu)
15,1-3.11b-32 3. n. Trin. III (alt)
15,1-7(8-10) 3. n. Trin. III (neu)
15,1-7(8-10) 3. n. Trin. I (alt)
16,1-8(9) Vorl. So. III
16,10-13 9. n. Trin.
16,19-31 1. n. Trin. I
17,5-6 15. n. Trin. V
17,7-10 Septuagesimä III
17,11-19 14. n. Trin. I
17,20-24(25-30) Drittl. So. I
18,1-8 Drittl. So. V
18,1-8 Rogate
18,9-14 11. n. Trin. I
18,28-30 15. n. Trin. III
18,31-43 Estomihi V
19,1-10 3. n. Trin. V
19,41-48 10. n. Trin. I (alt u.
neu)
21,25-33 2. Advent I
22,24-36 Gründo.
22,31-34 Invokavit V
23,26-31 Estomihi
23,33-49 Karfreitag III
23,55-24,12 Osterso.
24,13-35 Ostermo. I
24,36-45 Ostermo. III
24,(44-49)50-53 Himmelfahrt I
Johannes
1,1-5(6-8)9-14 2. Weihn.Tag I
1,15-18 Epiph. III
1,19-23(24-28) 4. Advent V
1,29-34 1. n. Epiph. V
1,29-34(35-46) 1. Weihn.Tag
1,35-42 5. n. Trin. III
1,43-51 2. n. Weihn. III
2,1-11 2. n. Epiph. I
2,13-22 10. n. Trin. III
(alt)
3,1-8(9-15) Trinitatis I
3,16-21 Christvesper III
3,31-36 1. Weihn.Tag V
4,5-14 3. n. Epiph. V
4,5-30.39-42 3. n. Trin.
4,19-26 Pfingstmo. V
4,19-26 10. n. Trin. V (neu)
4,25-29 2. n. Epiph.
4,46-54 3. n. Epiph. III
5,1-16 19. n. Trin. V
5,24-29 Ewigkeitsso.
5,39-47 1. n. Trin. III
6,1-15 7. n. Trin. I
6,30-35 7. n. Trin. III
6,47-51 Lätare V
6,55-65 Lätare III
7,14-18 2. n. Weihn. V
7,28-29 Christvesper V
7,37-39 Exaudi III
8,3-11 4. n. Trin. V
Liturgischer
Kalender
608
8,12-16 2. Weihn.Tag III
8,(21-26a)26b-30 Reminiszere V
8,31-36 Altjahrsabend V
9,1-7 8. n. Trin. V
9,35-41 17. n. Trin. V
10,11-16(27-30) Miseri. Dom. I
11,1(2)3.17-27(41-45) 16. n. Trin. I
11,17-32(33-45) Osterso.
11,(17-27)32-45 Ostermo.
11,20-27 Reform.Tag
11,47-53 Judika V
12,12-19 Palmso. I
12,20-26 Lätare I
12,24-36(37-41) Letzt. n. Epiph. V
12,44-50 1. n. Weihn. V
13,1-15(34-35) Gründo. I
14,1-6 Neujahrstag III
14,15-19 Exaudi V
14,23-27 Pfingstso. I
14,27-29 Vorl. So.
14,27-31a Vorl. So. (Frieden I)
15,1-8 Jubilate I
15,9-12(13-17) 21. n. Trin. V
15,18-21 23. n. Trin. III
15,26-16,4 Exaudi I
16,5-15 Pfingstso. III
16,16(17-19)20-23a Jubilate III
16,23b-28(29-32)33 Rogate I
17,1(2-5)6-8 Palmso. V
17,9-19 Quasimodog.
17,20-26 Himmelfahrt V
19,16-30 Karfreitag I
19,38-42 Karfreitag
20,11-18 Osterso. V
20,19-29 Quasimodog. I
21,1-14 Quasimodog. III
21,15-19 Miseri. Dom. V
Apostelgeschichte
1,3-4(5-7)8-11 Himmelfahrt II
2,1-18 Pfingstso. II
2,22-23.32-33.36-39 Pfingstmo. VI
2,41a.42-47 7. n. Trin. II
3,1-10 12. n. Trin. IV
3,1-10 19. n. Trin.
5,17-29 23. n. Trin.
6,1-7 13. n. Trin. VI
8,4-25 Pfingstmo.
8,26-39 6. n. Trin. IV
9,1-9(10-20) 12. n. Trin. II
9,10-20 6. n. Trin.
9,36-42 Quasimodog.
10,21-35 3. n. Epiph. VI
10,34a.36-43 Ostermo. VI
12,1-11 16. n. Trin. IV
16,9-15(40) Sexagesimä VI
16,23-34 Kantate IV
16,23-24 6. n. Trin.
17,22-28a(28b-34) Jubilate VI
18,1ff. 13. n. Trin.
Römer
1,1-7 Christnacht II
1,(14-15)16-17 3. n. Epiph. II
2,1-11 Buß- u. Bettag II
3,21-28(29-31) Reform.Tag II
5,1-5(6-11) Reminiszere II
6,3-8(9-11) 6. n. Trin. II
6,19-23 8. n. Trin. VI
7,14-25a 22. n. Trin. IV
8,1-2(3-9)10-11 Pfingstso. VI
8,(12-13)14-17 14. n. Trin. II
8,18-23(24-25) Vorl. So. II
8,26-30 Exaudi VI
8,26-30 Rogate
8,31b-39 Altjahrsabend II
9,1-5.6-8.14-16 10. n. Trin. II
(neu)
9,1-5.31-10,4 10. n. Trin. IV (alt)
9,14-24 Septuagesimä VI
10,9-17(18) 17. n. Trin. II
11,25-32 10. n. Trin. IV
(neu)
11,25-32 10. n. Trin. II (alt)
11,16b-24 10. n. Trin.
11,(32)33-36 Trinitatis II
12,1-3(4-8) 1. n. Epiph. II
12,(4-8)9-16 2. n. Epiph. II
12,17-21 4. n. Trin. VI
13,1-7 23. n. Trin. IV
13,8-12(13-14) 1. Advent II
14,7-9 Drittl. So. II
14,10-13 4. n. Trin. II
14,17-19 18. n. Trin. II
15,4-13 3. Advent IV
16,1-16 14. n. Trin.
16,3-5a 13. n. Trin.
16,25-27 2. n. Weihn. VI
1. Korinther
1,(4-5)6-9 5. n. Epiph. II
1,10-17 Reform.Tag
1,18-25 5. n. Trin. II
1,26-31 1. n. Epiph. IV
2,1-10 2. n. Epiph. IV
2,12-16 Pfingstso. IV
3,9-15 12. n. Trin. VI
4,1-5 3. Advent II
6,9-14.18-20 8. n. Trin. IV
7,29-31 20. n. Trin. IV
9,16-23 2. n. Trin. VI
9,24-27 Septuagesimä II
10,16-17 Gründo. IV
11,23-26 Gründo. II
12,4-11 Pfingstmo. II
12,12-14.26-27 21. n. Trin. VI
13,1-13 Estomihi II
14,1-3.20-25 2. n. Trin. IV
7,28-29 Christvesper V
15,1-11 Osterso. II
15,12-20 Ostermo. II
15,19-28 Osterso. VI
15,35-38.42-44a Ewigkeitsso.
15,50-58 Ostermo. IV
2. Korinther
1,3-7 Lätare II
1,8-11 4. n. Epiph. II
1,18-22 4. Advent IV
3,3-9 20. n. Trin. VI
4,3-6 Epiph. VI
4,6-10 Letzt. n. Epiph. II
4,16-18 Jubilate IV
5,1-10 Vorl. So. VI
5,(14b-18)19-21 Karfreitag II
6,1-10 Invokavit IV
8,9 2. Weihn.Tag VI
9,6-15 Erntedankfest II
(11,18.23b-30)12,1-10 Sexagesimä IV
13,11(12)13 Trinitatis VI
Galater
2,16-21 11. n. Trin. IV
3,26-29 6. n. Trin.
3,26-29 Neujahrstag
3,26-29 1. n. Epiph.
4,4-7 1. Weihn.Tag VI
5,1-6 Reform.Tag IV
5,25-26; 6,1-3.7-10 15. n. Trin. IV
Register
609
Epheser
1,3-14 Trinitatis IV
1,15-20a 4. n. Epiph.
1,20b-23 Himmelfahrt VI
2,4-10 11. n. Trin. II
2,17-22 2. n. Trin. II
3,2-3a.5-6 Epiph. II
3,14-21 Exaudi II
4,1-6 17. n. Trin. VI
4,11-15(16) Pfingstmo. IV
4,22-32 19. n. Trin. II
5,1-8a Okuli II
5,8b-14 8. n. Trin. II
5,15-21 18. n. Trin. VI
6,10-17 21. n. Trin. II
Philipper
1,3-11 22. n. Trin. II
1,15-21 Lätare IV
2,1-4 7. n. Trin. IV
2,5-11 Palmso. II
2,12-13 Reform.Tag VI
3,7-11(12-14) 9. n. Trin. II
3,17(18-19)20-21 23. n. Trin. II
4,4-7 4. Advent II
4,6-9 Vorl. So.
(Frieden II)
4,10-13(14-20) Neujahrstag VI
Kolosser
1,(9-12)13-20 24. n. Trin. II
1,15-23 Himmelfahrt
1,15-20 1. Weihn.Tag
1,15-20 Jubilate
1,24-27 Epiph. IV
2,3-10 Christnacht VI
2,12-15 Quasimodog. IV
3,12-17 Kantate II
4,2-4a(5-6) Rogate IV
1. Thessalonicher
1,2-10 14. n. Trin. IV
4,1-8 20. n. Trin. II
5,1-6(7-11) Drittl. So. VI
5,14-24 14. n. Trin. VI
2. Thessalonicher
3,1-5 5. n. Trin. VI
1. Timotheus
1,12-17 3. n. Trin. II
2,1-4 Vorl. So.
(Frieden II)
2,1-6a Rogate II
3,16 Christvesper VI
4,4-5 Erntedankfest IV
2. Timotheus
1,7-10 16. n. Trin. II
Titus
2,11-14 Christvesper II
3,4-7 1. Weihn.Tag II
1. Petrus
1,3-9 Quasimodog. II
1,(13-17)18-21 Okuli IV
2,1-10 Quasimodog.
2,1-10 6. n. Trin. VI
2,21b-25 Miseri. Dom. II
3,8-15a(15b-17) 4. n. Trin. IV
4,7-11 9. n. Trin. VI
5,1-4 Miseri. Dom. IV
5,5c-11 15. n. Trin. II
2. Petrus
1,16-19(20-21) Letzt. n. Epiph. VI
3,(3-7)8-13 Ewigkeitsso. VI
1. Johannes
1,1-4 1. n. Weihn. II
1,5-7 1. n. Weihn.
1,5-2,6 3. n. Trin. IV
2,(7-11)12-17 22. n. Trin. VI
2,21-25 1. n. Weihn. IV
3,1-6 1. Weihn.Tag IV
4,7-12 13. n. Trin. II
4,16b-21 1. n. Trin. II
5,1-4 Jubilate II
5,11-13 2. n. Weihn. II
Hebräer
1,1-3(4-6) 2. Weihn.Tag II
2,10-18 Gründo. VI
4,12-13 Sexagesimä II
4,14-16 Invokavit II
5,7-9 Judika II
9,15.26b-28 Karfreitag IV
10,(19-22)23-25 1. Advent VI
10,35-36(37-38)39 16. n. Trin. VI
11,8-10 Reminiszere VI
12,1-3 Palmso. VI
12,12-18(19-21)22-25a 2. n. Epiph. VI
13,8-9b Altjahrsabend VI
13,12-14 Judika VI
13,15-16 Erntedankfest VI
13,20-21 Miseri. Dom. VI
Jakobus
1,12-18 Invokavit VI
2,1-13 18. n. Trin. IV
4,13-15(16-17) Neujahrstag II
5,7-8 2. Advent II
5,13-16 19. n. Trin. IV
Offenbarung
1,4-8 Himmelfahrt IV
1,9-18 Letzt. n. Epiph. IV
2,8-11 Vorl. So. IV
3,1-6 3. Advent VI
3,7-13 2. Advent VI
3,14-22 Buß- u. Bettag IV
5,1-14 Himmelfahrt
5,1-5(6-14) 1. Advent IV
7,9-12(13-17) 2. Weihn.Tag IV
12,1-17 2. Weihn.Tag
15,2-4 Kantate VI
19,6-9 7. n. Trin.
21,1-7 Ewigkeitsso. II

Das Jüdische Jahr
Die wichtigsten Fest- und Gedenktage

Einführung
Der Überblick über die wichtigsten jüdischen Fest- und Gedenktage
schlägt eine Brücke zum gottesdienstlichen Leben der jüdischen
Gemeinden und erinnert uns an die Ursprünge eigener Feste.
Im Blick auf die jüdischen Wurzeln mancher unserer Feste ist es für
uns wichtig, den Blick rückwärts zu wenden und die Texte aus der jüdischen
Bibel (dem Alten Testament) im Kontext zu lesen. Da die jüdischen
Feiertage bis heute begangen werden, ist es zugleich notwendig,
einen Blick auf den heutigen Vollzug dieser Feste zu werfen.
Die Information zu den einzelnen Festen setzt sich aus drei Elementen
zusammen:
– Name des Festes, der Zeitraum, innerhalb dessen es stattfindet, sowie
die Bezugstexte aus der jüdischen Bibel und weiteren Quellen.
– Hinweise auf zentrale Inhalte und liturgische Bräuche.
– Jüdische Stimmen zum Fest aus unterschiedlichen Epochen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Informationen zu nutzen.
Über das jüdische Neujahrsfest etwa sollte die Gemeinde informiert
werden, zudem können Glückwünsche übermittelt werden. (Achtung:
Es muss jährlich neu erkundet werden, auf welches Datum nach unserem
Kalender das jüdische Neujahrsfest fällt.)
In einigen Fällen können die Bezüge der christlichen Feste zu den
jüdischen Ursprüngen aufgezeigt und theologisch fruchtbar gemacht
werden (z.B. Pessach). Bei anderen Fest- und Gedenktagen muss gerade
auf die Verschiedenheit ihrer Funktion hingewiesen werden (z.B.
Tisch-a be-Aw gegenüber dem 10. Sonntag nach Trinitatis).
Einführung
613
(613)
Übersicht
Der alt tradierte jüdische Kalender zählt das 6. Jahrtausend »seit Erschaffung
der Welt«. Er zählt z.Zt. (1999) das Jahr 5759. Bei gewöhnlicher
Datumsnennung werden nur die Hunderter gezählt (759). Der rechnerische
Abstand zur christlichen Zählung beträgt 1240. Das jüdische Jahresdatum
lässt sich so ermitteln: Jahreszahl des christlichen Kalenders
minus 1240 plus 5000 (Beispiel: 1999 – 1240 = 759 + 5000 = 5759).
Im Gegensatz zum Gregorianischen, der ein reiner Sonnenkalender,
und zum muslimischen, der ein reiner Mondkalender ist, ist der
jüdische Kalender ein gemischter Sonnen-Mond-Kalender. Innerhalb
eines Zyklus von 19 Jahren fügt der jüdische Kalender – in unregelmäßigen
Abständen – sieben Schaltjahre ein, wobei ein Schaltjahr die
Hinzufügung eines ganzen Monats (=Adar B‘) bedeutet.
Das jüdische kalendarische Jahr beginnt im Monat Tischri (September/
Oktober) mit drei Herbstfeiertagen: Rosch ha Schanna, Jom Kippur
und Sukkot.
Rosch ha Schanna Neujahrsfest, 1. und 2. Tischri (Sept. / Okt.)
Jom Kippur Tag der Umkehr, 10. Tischri (Sept. / Okt.)
Sukkot Laubhüttenfest, 15.-21. Tischri (Sept. / Okt.)
(1. Wallfahrtsfest)
Ssimchat Tora Freude an der Tora (Sept. / Okt.)
Chanukka Lichterfest, 25. Kislew, (Dez.)
Purim Losfest, 14. Adar (Feb. / März)
Pessach Fest der ungesäuerten Brote, 14.Nissan
(2. Wallfahrtsfest) (März / Apr.)
Schawu-ot Wochenfest, 6. Ssiwan (Mai / Juni)
(3.Wallfahrtsfest)
Tisch-a be-Aw 9. (im Monat) Aw (Juli / Aug.)
Das
jüdische Jahr
614
Rosch ha Schanna (Neujahrsfest)
3Mose 23,23-25, 4Mose 29,1-6;
ausführlicher talmudischer Traktat »Rosch ha Schanna« und zahlreiche spätere
Schriften.
Das kalendarische Neujahrsfest (von insgesamt 4 Neujahrsfesten) des
jüdischen Kalenders im Herbst wird auch »Geburtstag der Welt« genannt.
Mit dem Fest sind wichtige soziale Gebote verbunden; außerdem
beginnen dann die zehn »ehrfurchtsvollen Tage«, auch »Zehn Tage
der Umkehr« genannt. Sie werden mit Jom Kippur, dem »Versöhnungstag
« oder dem »Tag der Umkehr« abgeschlossen. Bereits im gesamten
vorangehenden Monat Elul wird das Schofar (Widderhorn) geblasen,
um zur Umkehr (»T’schuwa«) zu rufen.
Jeder Mensch gilt als einzigartig, da er nach dem Bilde Gottes geschaffen
wurde. Somit ist er auch gehalten, jährlich Rechenschaft abzulegen
über sein Tun oder Lassen im ausgehenden Jahr, gegenüber
Gott, gegenüber Mitmenschen und sich selbst gegenüber. Nur im Verbund
persönlich-privater und sozial verankerter Rechenschaft machen
die Tage der Umkehr einen Sinn. Die vollzogene Rechenschaft in den
Tagen der Umkehr ermöglicht, eine erneute »Heiligung des Lebens« zu
versuchen.
In der jüdischen Liturgie zu Rosch ha Schanna heißt es u.a.:
»Bis zum Tag des Todes wartest du, Gott, auf den Menschen. Kehrt
er um – sogleich nimmst du ihn auf«. An anderer Stelle heißt es,
in einem oft wiederkehrenden Gebet: »Unser Vater, unser König,
erneuere uns ein gutes Jahr. Unser Vater, unser König, schreibe
uns in das Buch des Lebens.«
»Die Töne des Schofars rufen uns zu Gott. Das Schofarhorn ruft
die Armen und die Reichen zum wahren Reichtum. Es ruft aber
auch den entferntesten Wanderer nach Hause«.
Samson Raphael Hirsch, 1808-1888
Beim Ablegen der Rechenschaft geht es darum, »unser Leben mit
Gottes Augen zu überprüfen. Wir müssen eine persönliche Auswertung
… vornehmen, um unsere Fehler, Dummheiten und
unsere Gier einzugestehen. Wir müssen das Leid anschauen, das
wir anderen angetan haben und die Fehler, die uns in unseren
weltlichen Geschäften unterlaufen sind.«
Jonathan Magonet (*1942)
Rosch
ha Schanna
615
Jom Kippur (Tag der Umkehr)
3Mose 23,26-32;
ausführlicher talmudischer Traktat »Joma«.
Nach dem höchsten Feiertag im Judentum – dem Schabbat – gilt Jom
Kippur als der wichtigste im jüdischen Kalender. So wird er auch der
»Schabbat aller Schabbate« genannt. Er fällt auf den 10. des Monats
Tischri. Der Tradition nach kam Mose an diesem Tag zum zweiten Mal
vom Berg Sinai, als die Israeliten fasteten, weil sie das goldene Kalb
verehrt hatten. Auf seine Anfrage erhielt Mose von Gott die Antwort:
»Ich habe verziehen, wie du sprachst« und seither ist Jom Kippur der
Tag des Vergebens.
Wie jeder Tag beginnt auch Jom Kippur mit dem Sonnenuntergang
des Vortages. Das (vielfach vertonte) Gebet »Kol Nidrej« (=alle Gelübde)
leitet in den Gottesdienst ein. Es ist in aramäischer, nicht in hebräischer
Sprache gehalten und bittet um Vergebung bzw. um Auflösung
der nicht eingehaltenen Gelübde.
Zu Zeiten des Tempels war Jom Kippur der einzige Tag im Jahr, an
dem der Hohepriester das Allerheiligste betrat. Liturgisch wurden zwei
Böcke geopfert. Der eine wurde geschlachtet und mit seinem Blut besprengte
der Hohepriester den Altar, der andere wurde symbolisch mit
den Sünden ganz Israels beladen und als »Sündenbock« in die Wüste
gejagt (3Mose 16,20-22). Nach der Zerstörung des Tempels traten Gebete
an die Stelle der Opfer.
»Wenn ein Mensch die Pforte zur Umkehr öffnet, und sei sie so
schmal wie die Spitze einer Nadel, dann öffnet Gott Tore, die so
breit sind, dass selbst ein Wagen nebst Gespann hindurchkommt.«
Midrasch Shir ha Schirim Rabba 5,3
Das
jüdische Jahr
616
Sukkot (Laubhüttenfest)
Ssimchat Tora (Freude an der Tora)
3Mose 23,42;
talmudischer Traktat »Sukka«.
Wie die allermeisten jüdischen Feste hat auch Sukkot sowohl einen
landwirtschaftlichen als auch einen historisch-theologischen Aspekt.
Diese Dopplung der Aspekte kennzeichnet insbesondere die drei Wallfahrtsfeste,
von denen Sukkot im kalendarischen Ablauf das erste ist.
Der landwirtschaftliche Aspekt besteht im Dank für die herbstliche
Ernte (vor allem der Oliven) und hält die Verbindung zwischen dem
Volk Israel und dem Land Israel über die Jahrhunderte hin wach.
Theologisch dient Sukkot der Erinnerung an die Wanderung durch
die Wüste nach der Befreiung aus Ägypten. Die Provisorien, in denen
die Israeliten lebten, bis sie in das Land Israel gelangten, werden durch
die Sukkot (=Laubhütten) symbolisiert.
Eine Sukka kann aus einfachen Brettern oder anderen Materialien
gebaut sein. Entscheidend ist, dass ihr Dach aus Laub (Zweigen, Pflanzen)
besteht. Religiöse Juden tauschen ihre feste Wohnung sieben Tage
lang gegen die Sukka ein.
*
Mit einem eigenen Feiertag, Ssimchat Tora, wird das Laubhüttenfest
abgerundet. Wie der Name andeutet, handelt es sich um ein Fest, an
dem man sich der Tora erfreut. Im synagogalen einjährigen Lesezyklus
wird die Tora (die fünf Bücher Mose) abschnittweise als erste Lesung an
Schabbat-Morgen-Gottesdiensten und ausgezeichneten Feiertagen gelesen.
An Ssimchat Tora wird dieser einjährige Lesezyklus beendet und
zugleich neu begonnen. Ein Gemeindemitglied wird dadurch geehrt,
dass es den letzten Abschnitt vortragen darf, ein anderes dadurch, dass
es den ersten Abschnitt der Genesis vortragen darf. Danach werden alle
Torarollen, die die Gemeinde besitzt, aus dem Toraschrein herausgehoben.
Mit ihnen im Arm tanzt man durch den Synagogenraum.
»Der Wechsel vom Haus zur Laubhütte weist auf die Kraftquelle
hin, ohne die das Wunder des Dauerns und Tragens nicht möglich
wäre: Es ist das jüdische Haus, das immer wieder errichtet wird
und den Frieden schenkt, den wir in der Welt erst beim Kommen
des Messias erwarten dürfen.«
Robert Raphael Geis (1906-1972)
Jom Kippur –
Sukkot /
Ssimchat Tora
617
Chanukka (Lichterfest)
Makkabäerbücher
Chanukka ist das einzige jüdische Fest, das auf einen militärischen Sieg
zurückgeht: den Sieg der Makkabäer gegen die hellenistischen Syrer im
2. Jahrhundert v.Z.
Das achttägige Lichterfest Chanukka erinnert an die Wiedereinweihung
des Tempels in Jerusalem, nachdem er entweiht worden war.
Der siebenarmige Leuchter (Menora) diente im Tempel als Ewiges
Licht und wurde täglich mit hierfür abgezapftem und geweihtem Öl
gefüllt. Dieses hatten die Eroberer Jerusalems ausgeschüttet, so dass
bei der Wiedereinweihung zunächst kein Öl zur Verfügung stand. Das
Öl in einem gefundenen Kännchen, das normalerweise für einen Tag
reichte, brannte jedoch acht Tage, so lange, bis neues geweihtes Öl beschafft
werden konnte. An dieses Ölwunder erinnert Chanukka, indem
man nun an einem neunarmigen Leuchter (Chanukkija) jeden Abend
eine Kerze mehr anzündet. Bei manchen orientalischen Juden ist der
Brauch umgekehrt: Am ersten Abend werden alle acht Kerzen (+ »Diener
«) und dann jeden Abend eine weniger angezündet.
Die Makkabäerbücher sind lediglich im Kanon des katholischen
Alten Testaments überliefert und finden sich weder im evangelischen
Alten Testament noch in der jüdischen Bibel (tanach).
Zu den beliebten Bräuchen gehört es, in tiefem Öl gebratene Speisen
zu essen (Krapfen, Kartoffelpuffer), kleinere Geschenke an die Kinder
zu verteilen und mit einem Kreisel zu spielen.
Das
jüdische Jahr
618
Purim (Losfest)
Das Buch Ester
Das Freudenfest Purim zu Beginn des Frühjahrs erinnert an die Rettung
der Juden vor einem geplanten Pogrom im persischen Reich im 6.
Jahrhundert v.Z.
Im Buch Ester (Esterrolle) wird von dem tödlichen Plan des königlichen
Beraters Haman und der Vereitelung desselben durch die mutige
Fürsprache von Königin Ester beim König berichtet.
Der Name des Festes – Losfest – geht auf den Wunsch Hamans zurück,
den günstigsten Termin für die Ausführung seines Planes durch
das Los bestimmen zu lassen.
Obwohl Purim vor allem für die Kinder ein sehr fröhliches Fest ist,
soll auch die drohende Vernichtung in Erinnerung bleiben und die
Freude des Festes ein wenig relativieren. Dies geschieht mittels Erinnerung
an eine andere, frühere Erfahrung in der jüdischen Geschichte.
So heißt der Schabbat vor Purim Schabbat Sachor, Sabbat »Gedenke
«. Sachor ät ascher assa lecha Amalek … – »Gedenke, was dir Amalek
getan hat auf dem Weg, als ihr aus Mizrajim (Ägypten) zogt: Wie er
dir auf dem Weg entgegentrat und alle deine ermatteten Nachzügler
abfing, während du matt und müde warst …« (5Mose 25,17-19).
Der Sinn dieser Hinzufügung liegt auf der Hand: Wenn Purim gefeiert
wird und man sich der von Haman geplanten Vernichtung in Persien
erinnert, soll auch an jenen Versuch der Amalekiter gedacht werden,
die Israeliten nach der Befreiung aus Ägypten zu dezimieren.
Das gesamte Buch Ester – das ja von der Errettung der Juden in Persien
berichtet – enthält kein einziges Mal den Namen Gottes. Deutlich
kommt damit die historisch-politische Dimension in den Blick. Eine
religiöse Interpretation ist erlaubt, jedoch vom biblischen Text selbst
nicht vorgegeben.
Situationen der Bedrohung wiederholten sich in Israels Geschichte
immer wieder – in anderen Formen, zu anderen Zeiten, in anderen
Ländern.
In Anlehnung an den zu dieser Zeit gefeierten Karneval hat sich der
Brauch durchgesetzt, sich an Purim zu verkleiden.
Chanukka
– Purim
619
Pessach (Fest der ungesäuerten Brote)
(Fest der Überschreitung, Fest zum Auszug aus Ägypten, Fest der Freiheit,
Fest des Frühjahrs.)
2Mose 12; 3Mose 23,5-8;
die Haggada von Pessach; talmudischer Traktat »Pessachim«.
Pessach wird in Erinnerung an die Befreiung der Juden aus Ägypten
gefeiert. Der Name des Festes – Pessach – lehnt sich an eine Vokabel an,
die im biblischen Bericht bei der zehnten und letzten Plage berichtet
wird. Der Engel Gottes überging (passach) die Häuser der Israeliten,
als er die Erstgeborenen der Ägypter tötete.
Pessach wird im Monat Nissan begangen, am Beginn des Frühlings.
Deshalb ist der andere biblische Name dieses Festes »chag ha-aviv« –
das Frühlingsfest – genauso wichtig. Der landwirtschaftliche Bezug
wird am ersten Tag von Pessach beim Mittagsgebet deutlich, wenn die
bis dahin gesprochene »Bitte um Regen« durch die »Bitte um Tau« ersetzt
wird. Ab diesem Zeitpunkt wäre Regen für die Landwirtschaft
schädlich, der nächtliche Tau hingegen ist im trockenen Nahen Osten
von vitaler Bedeutung.
In biblischer Zeit war die Opferung des Pessach-Lammes im Tempel
das Wichtigste. Das Opferfleisch wurde dann in der Nacht auf Mazzen,
auf ungesäuerten Broten, gegessen. Seit der Zerstörung des Tempels
kann dieser Brauch nicht mehr gepflegt werden. An seine Stelle trat
der Brauch, ein Seder-Mahl abzuhalten. Die Familie – samt geladener
Gäste – sitzt an einem feierlich gedeckten Tisch, hört das Verlesen der
Errettungsgeschichte Israels aus Ägypten, wie sie in einem kleinen
Büchlein tradiert wird, nimmt eine eigens zu Pessach vorbereitete Abfolge
von Speisen zu sich und beschließt die Feier mit vielen Pessach-
Gesängen. Der Jüngste aus der Runde stellt die entscheidende Frage:
»Worin unterscheidet sich diese Nacht von allen anderen Nächten?«
worauf eine vierfache Antwort folgt.
Ein anderer Name dieses Festes ist »chag ha-cherut«, das Fest der
Freiheit. Er erinnert an die politische und ökonomische Befreiung
beim Auszug aus Ägypten.
Der Name »chag ha-mazzot«, das Fest der Mazzen, der ungesäuerten
Brote, leitet sich ebenfalls von dem biblischen Bericht ab. Nach der
zehnten und letzten Plage trauten Mose und Aaron den Versprechungen
Pharaos nicht länger, und so beschloss Mose, eine List anzuwenden.
Er erzählte Pharao, die Juden würden für drei Tage in die Wüste
ziehen, um ihrem Gott ein Opfer darzubringen. Mit der Absicht, von
diesem »Opferfest« nicht mehr zurückzukehren, trieb er die Israeliten
an. So hatten sie keine Zeit abzuwarten, bis der Teig für ihr Brot auf-
Das
jüdische Jahr
620
gehen würde. Das Backergebnis waren Mazzen – seither die traditionelle
Speise während der sieben Tage, die das Pessachfest andauert.
Außerhalb des Landes Israel, in der Diaspora, wird das Fest einen
Tag länger begangen.
»Wer anhält, um nach Reiseproviant zu fragen, wird nie aus Ägypten
herauskommen.«
Rabbi Nachman von Brazlaw (1772-1810)
»In jeder Generation ist ein Mensch verpflichtet, sich selbst so zu
betrachten, als ob er selbst aus Ägypten gezogen ist, denn es
heißt: ›und Du sollst deinem Sohn an jenem Tag erzählen und
sprechen: Um deswillen hat es der Ewige an mir getan, als ich aus
Mizrajim zog‹ (2Mose 13,8).«
Mischna Pessachim, X 5
Pessach
621
Schawu-ot (Wochenfest)
2Mose 23,17; 3Mose 23,15-21;
Jubiläenbuch; Mischna Bikurim;
Wörtlich heißt Schawu-ot »Wochen«. Gemeint sind die sieben Wochen
der Omär-Zählung, die zwischen Pessach, dem zweiten Wallfahrtsfest,
und Schawu-ot, dem dritten Wallfahrtsfest, liegen.
Schawu-ot ist an die landwirtschaftlichen Vorgaben im Land Israel
gebunden. Es markiert jenen Zeitpunkt, an dem die Israeliten die Erstlingsfrüchte
als Opfer in den Tempel nach Jerusalem brachten. An
Schawu-ot war der Reifeprozess der Sommergetreidesorten abgeschlossen.
Deshalb hat das Fest zwei weitere Namen, die auf beide Aspekte
hinweisen: »chag ha-katzir«, das Fest der Weizenernte, »chag habikkurim
«, Fest der Erstlingsfrüchte.
Neben den landwirtschaftlichen Aspekt des Festes trat später ein
theologischer: Man las die Abschnitte in der jüdischen Bibel, die sich
mit Schawu-ot befassen, und folgerte, dass die Israeliten im dritten
Monat – das ist der Monat Ssiwan – in die Wüste Sinai gelangten. Es
wird berichtet, dass Mose die Israeliten am dritten Tag dieses Monats
aufforderte, sich drei Tage lang bereit zu halten, denn am dritten dieser
Tage werde Gott sich ihnen auf dem Berg Sinai offenbaren. Vor diesem
Hintergrund wurde das Fest Schawu-ot auf den 6. Tag im Monat
Ssiwan gelegt und wird seither an diesem Datum begangen.
Nach der Zerstörung des Tempels konnten die Erstlingsfrüchte nicht
mehr dargebracht werden, so entfiel der wichtige landwirtschaftliche
Bezug. Der theologische Aspekt trat immer stärker in den Vordergrund.
Das Fest ist heute primär als »Fest der Gabe unserer Tora« bekannt.
Es gab unterschiedliche jüdisch-religiöse Strömungen und Positionen,
die dem Fest und seiner Bedeutung verschiedene Akzente geben
wollten. Einigkeit wurde jedoch darin erzielt, im Fest die Bestätigung
des Bundes zu sehen, den Gott mit Noach geschlossen hatte, auf dass es
keine Sintflut mehr gebe. Der Bund – der der ganzen Menschheit und
der gesamten Schöpfung gilt – wurde jedoch nicht bloß bestätigt oder
lediglich erneuert, sondern er bekam gleichzeitig eine ganz andere,
neue Dimension: Die Israeliten erhielten ihre Verfassung, das Zehnwort.
Aber noch ehe die innerjüdischen Diskussionen über Akzent, genauen
Zeitpunkt und Dauer des Festes beginnen konnten, hatte es sich
längst durchgesetzt, Schawu-ot in der Diaspora zwei Tage zu feiern,
also am 6. und 7. des Monats Ssiwan.
Von den vielen und durchaus unterschiedlichen Bräuchen bzw. liturgischen
Gewohnheiten sei die allen gemeinsame genannt: die Lektüre
des biblischen Buches Rut. Die Geschichte der Moabiterin Rut, die
Das
jüdische Jahr
622
ihrer judäischen Schwiegermutter Naomi nach Judäa folgt, dort auf
dem Feld beim Fest der Schnitter – die die ersten Sommerweizen
schnitten – den entfernten Verwandten Boas kennenlernt und von ihm
geheiratet wird.
Schawu-ot
623
Tisch-a be-Aw
2Kön 25,8-10; Jer 52,12-16;
Traktate im Jerusalemer wie im Babylonischen Talmud;
Anders als bei den meisten jüdischen Festen oder Gedenktagen bedeutet
der Name Tisch-a be-Aw lediglich die Datumsangabe: Neunter (im
Monat) Aw.
An diesem neunten Tag im Monat Aw gedenken Juden der Zerstörung
beider Tempel in Jerusalem – des Ersten im Jahre 586 v.Z. und
des Zweiten im Jahre 70 n.Z.
Während der eine biblische Bericht (2Kön 25,8-10) den 7. des Monats
Aw angibt, berichtet der andere (Jer 52,12-16) vom 10. des gleichen
Monats als Datum der Zerstörung des Ersten Tempels. Im Traktat Ta-anit
(Fasten) des Jerusalemer Talmud wird begründet, weshalb der Gedenktag
für die Zerstörung des Ersten Tempels auf den 9. Aw festgelegt wurde.
»Am siebten drangen sie in den Tempel, am achten frohlockten sie darin,
am neunten zündeten sie ihn an und am zehnten brannte er ab.«
Die Aufzeichnungen von Josefus Flavius sind eine der wichtigsten
Quellen, um Auskunft über die Zerstörung des Zweiten Tempels zu erhalten.
Er berichtet, dass die Römer am 8. Aw in den Tempel drangen
und dass er zwei Tage später, nach blutigen Kämpfen, am 10. Aw zerstört
wurde.
So wurde der 9. im Monat Aw als Gedenktag für die Zerstörung beider
Tempel festgelegt. Er wird als Fasttag begangen. Ähnlich wie an
Jom Kippur, wird auch Tisch-a be-Aw »von Abend zu Abend« eingehalten,
d.h. das Fasten beginnt am Abend mit Sonnenuntergang und dauert
bis zum Sonnenuntergang des folgenden Tages.
Am Vortag des Gedenktages pflegt man in religiösen Kreisen jenes
Kapitel im talmudischen Traktat Gittin zu lesen, in dem die Zerstörung
des Zweiten Tempels detailliert beschrieben wird. Im Abendgottesdienst
wird neben Gebeten und Fürbitten das biblische Buch »Klagelieder
« gelesen, das am Tag selbst – neben weiteren Gedichten der
Klage – wiederholt wird.
Gerade aus der tiefen Erfahrung des Einschnitts in die jüdische
Geschichte entstand bereits in den Tagen der Zerstörung des Zweiten
Tempels die Legende, dass der Messias am 9. Aw geboren werde. »Es
sagte Awaje: Maschiach kommt nur am 9. Aw. Wurde dieser Tag als
Trauertag bestimmt, so wird ihn der Heilige, gepriesen sei er, zu einem
Festtag wandeln.« (Psikta Rabati 29). Aus großer Trauer wird Freude
entstehen, aus Leiderfahrung erfolgt eine Befreiung.
In den unterschiedlichen Ländern entwickelten Juden auch unterschiedliche
Riten und Traditionen, diesen Tag zu begehen.
Das
jüdische Jahr
624
»Ich freute mich, als man mir sagte: ›Zum Haus des Ewigen wollen
wir gehen‹. Es standen unsere Füße in deinen Toren, Jeruschalajim,
Jeruschalajim auferbaut als Stadt, der ihrs geeint sich sammelte*,
da hin die Stämme aufwärtszogen … Wünscht Frieden
Jeruschalajim: Gesichert deine Freunde. Sei Friede in deinen
Mauern, Gesichertsein in deinen Burgen. Um meine Brüder, meine
Freunde verheiße ich Frieden über dich. Um unseres Gottes,
um des Ewigen Haus erstreb ich Glück für dich.«
Aus Psalm 122
* sinngemäß: die aus verschiedenen Teilen ihrer selbst zu einer Einheit
sich zusammenfügte
Tisch-a be-Aw
625
626
Quellen
Die Texte werden identifiziert durch Seitenzahlen. Stehen auf einer
Seite mehrere Texte, werden sie durch Buchstaben unterschieden,
wobei »a« den Text bezeichnet, der auf der Seite neu beginnt. Texte
sind Texteinheiten, die durch eine Zwischenüberschrift, durch einen
Stern (*), durch eine Bibelstellenangabe oder durch ein »Oder« voneinander
abgegrenzt sind.
Es werden auch die Texte mitgezählt, für die ein Quellennachweis
nicht erforderlich ist (Eingangsworte, Credo, Bibeltexte u.a.); im Liturgischen
Kalender hingegen bezieht sich die Zählung nur auf die Gebete.
Bei mehrfachem Vorkommen einer Autoren- bzw. Literaturangabe
wird auf die erste, vollständige Nennung zurückverwiesen.
Bei Texten, über deren Herkunft keine Angaben gemacht werden,
handelt es sich entweder um liturgisches Allgemeingut oder um solche
Texte, deren Quelle nicht ausfindig gemacht werden konnte. Die Verlagsgemeinschaft
ist für entsprechende Hinweise dankbar. Sie werden
in den nächsten Auflagen berücksichtigt. Rechtsansprüche bleiben auf
jeden Fall gewahrt.
23-32 Alfred Rauhaus, Erstveröffentlichung
55c Achim Reinstädtler, Erstveröffentlichung
56b nach: Woty Gollwitzer, in: Neue Eingangs- und Fürbittengebete
für die Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres, hrsg. von:
Wolfgang Brinkel und Heike Hilgendiek, Gütersloh 1994, S. 20
58a nach: Manfred Josuttis, Über alle Engel. Politische Predigten
zum Hebräerbrief, München 1990, S. 15f
61d Sylvia Bukowski, Erstveröffentlichung
63a Text aus dem Kreis der Herausgeber bzw. dem Liturgieausschuss
des Reformierten Bundes
64a wie: 61d
68a nach: Karl Barth, Gebete, München 41964, S. 13f, © Theologischer
Verlag Zürich, 6. Aufl. 1985
69c nach: Singt und dankt. Lieder und Gebete. Beiheft ’84 zum
Evangelischen Kirchengesangbuch, hrsg. im Auftrag der Landessynode
von der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche
im Rheinland, Kassel 1984, Nr. 801
71b nach: Eberhard Jüngel, Unterbrechungen. Predigten IV, München
1989, S. 168
75 wie: 23-32
79 wie: 23-32
81b Heidi Rosenstock und Hanne Köhler, Du Gott, Freundin der
Menschen. Neue Texte und Lieder für Andacht und Gottesdienst,
Stuttgart 1991, S. 14
81c nach: Erdmuthe Borschel, in: 81b, S. 12
91 wie: 23-32
99-101 wie: 23-32
103a nach: 68a, S. 13f
103b nach: Kirchenbuch. Gebete und Ordnungen für die unter
dem Wort versammelte Gemeinde, hrsg. von: Karl Halaski
u.a., Neukirchen-Vluyn 41990, S. 33
Quellen
627
104a nach: Agende I. Die Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen,
hrsg. von: Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von
Kurhessen-Waldeck, Kassel 1996, S. 668
104b wie: 61d
105a-107b wie: 55c
108a wie: 61d
109a nach: Von allen Seiten umgibst du mich, Herr. Gebete aus
der Ökumene, hrsg. von: Evangelisches Missionswerk, Hamburg
1987, S. 23
109b-114a wie: 61d
114b nach: Jörg Zink und Hans-Jürgen Hufeisen, Wie wir feiern
können. Lieder, Psalmen, Gebete und Tänze zu Tages- und
Festzeiten, Stuttgart 1992, S. 21
115a nach: Liturgie. Band III Abendmahl, hrsg. von: Liturgiekonferenz
der evangelisch-reformierten Kirchen in der deutschsprachigen
Schweiz, Bern 1983, S. 217f
115b Georg Christian Dieffenbach, in: Evangelisches Gesangbuch.
Ausgabe für die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische
Kirche von Westfalen und die Lippische Landeskirche,
Neukirchen-Vluyn 1996, S. 1411
117a-117b wie: 63a
117c-118a wie: 61d
118b nach: Sylvia Bukowski, in: 56b, S. 20
119a wie: 55c
119b-120a wie: 61d
120b wie: 63a
121a wie: 61d
121b wie: 55c
122a Sabine Dreßler, Erstveröffentlichung
122b nach: 103b, S. 92f
122c nach: 68a, S. 35
123a Marie Luise Kling de Lazzer, in: 56b, S. 30
123b-124a wie: 61d
124b wie: 55c
125a nach 103b, S. 96
125b-126a wie: 61d
126b nach: Hanne Köhler, in: Der Gottesdienst. Liturgische Texte
in gerechter Sprache. Band 1: Der Gottesdienst, hrsg. von:
Erhard Domay und Hanne Köhler, Gütersloh 1997, S. 316
127a-127b wie: 55c
128a nach: Klaus Bannach und Gerhard Raff, Gottesdienstgebete.
Gebete zum Kirchenjahr, Gütersloh 1977, S. 76
128b wie: 61d
129a nach: Dietrich Veit, in: Liturgie für die evangelisch-reformierte
Landeskirche des Kantons Aargau, 21959, S. 202,2
129b nach: Dietrich Mendt in: 56b, S. 84
130a wie: 55c
130b nach: 71b, S. 171
131a wie: 63a
132a-133b wie: 61d
134a-135a wie: 55c
135b nach: 103b, S. 32f
136a nach: Evangelisches Gesangbuch, Ausgabe für die Evangelisch-
Lutherischen Kirchen in Bayern und Thüringen, München,
Weimar ohne Jahr, S. 1517
136b-138b wie: 61d
141a nach: Cornelia Coenen-Marx, in: danken und dienen. Arbeitshilfen
für Verkündigung, Gemeindearbeit und Unter-
Quellen
628
richt 1992, Thema: Armut – Eine Herausforderung an die diakonische
Gemeinde, hrsg. von: Diakonisches Werk der Evangelischen
Kirche in Deutschland, Stuttgart 1992, S. 79
141b wie: 63a
142a-144a wie: 61d
144b nach: Lege Dein Herz in Deine Gebete. Gebete aus der Ökumene
3, hrsg. von: Evangelisches Missionswerk in Deutschland,
Hamburg 1998, S. 32
144c-145b wie: 61d
146a wie: 63a
147a-148a wie: 61d
148b wie: 63a
149a wie: 55c
149b-151a wie: 61d
151b nach: Erneuerte Agende. Vorentwurf, hrsg. von: Vereinigte
Evangelisch – Lutherische Kirche Deutschlands und Evangelische
Kirche der Union, Bielefeld 1990, S. 375
152a-153a wie: 61d
157 wie: 23-32
173a nach: 104a, S. 644
173b Jochen Klepper in: 115b, Nr. 64,6
173c 151b, S. 145
173d aus der Hamburger Agende von 1788; übermittelt von Corinna
Dahlgrün
174a aus: 104a, S. 355
174c nach: Aktion Sühnezeichen: Predigthilfen zum Israelsonntag
1980, Königslutter, S. 10
174d nach: Sabine Dreßler, in: Und Mirjam nahm die Pauke: Gottesdienst
und liturgische Tänze, hrsg. von: Barbara Hennig,
Sabine Dreßler und Waltraudt Liekefett, Offenbach 1998, S. 47
174e Antje Bertenrath in: Feministische Predigtreihe, hrsg. von:
Sabine Bäuerle und Elisabeth Müller, Frankfurt, Berlin 1995-
1996, S. 80
175a Birgit Brügge-Lauterjung, in: Gottesdienstpraxis. Serie A, IV/1,
hrsg. von: Erhard Domay, Gütersloh 1993
175b wie: 63a
175c nach: Woty Gollwitzer, in: 56b, S. 58
179 wie: 23-32
185 wie: 23-32
191a aus: »Fundamenten en Perspektiven van belijden«, Nederlandse
Hervormde Kerk; deutsche Fassung aus: 103b, S. 51
191b Revidierte Fassung des »Statement of Faith« der United Church
of Christ, USA (1976); deutsche Fassung aus: 103b, S. 52
192a Bekenntnis der Église unie du Canada, deutsche Fassung
aus: »Wer sagt Ihr, daß ich sei?« (Markus 8,29) – Lieder und
Texte für den Gottesdienst, hrsg. von: Reformierter Weltbund,
Seoul 1989, H7
193a aus: 104a, S. 663
193b aus: 104a, S. 662
198-201 Bekenntnis der Uniting Reformed Church in Southern Africa,
(zuerst verabschiedet von der Nederduitse Geref. Sendings
Kerk, Belhar 1986); deutsche Fassung von Berend Veddeler,
Erstveröffentlichung
208b aus: 104a, S. 749
208c wie: 63a
209a wie: 63a
213-216 wie: 23-32
217a nach: 71b, S. 168
Quellen
629
217b nach: 103b, S. 65f
218a nach: 58a, S. 71f
219a wie: 61d
220a wie: 55c
220b wie: 61d
222a nach: Manfred Josuttis, Die permanente Passion. Predigten
zur Wirkungsgeschichte Jesu, München 1982, S. 42
223a wie: 55c
224a wie: 63a
224b-226a wie: 61d
226b nach: 68a, S. 26f
227a-229a wie: 61d
229b nach: 104a, S. 101
230a wie: 61d
230b aus: 103b, S. 90f
231a nach: 104a, S. 107
232a-233a wie: 61d
234a nach: 104a, S. 200f
234b wie: 55c
235a nach: 58a, S. 93f
237a nach: Manfred Josuttis, Reden, Träume, Fragen. Predigten
aus der Zeit, München 1974, S. 159f
239a aus: Sinfonia Oecumenica. Feiern mit den Kirchen der Welt,
hrsg. von: Beatrice Aebi u.a., Gütersloh 1998, S. 762
239b wie: 61d
240a wie: 63a
241a wie: 61d
241b nach: 104a, S. 266
242a nach: 68a, S. 55f
243a nach: Gottesdienstbuch. Gebete, Lesungen, Lieder für die
Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres, hrsg. von: Christian
Zippert, Gütersloh 31995, S. 85
244a wie: 61d
244b nach: 71b, S. 171
245a nach: 222a, S. 197f
246a nach: 63a
247a nach: 56b, S. 101
248a-248b wie: 61d
249a nach: 71b, S. 176
249b wie: 61d
250a wie: 63a
251a nach: 144b, S. 12
251b nach: 222a, S. 73f
252a nach: 71b, S. 170
253a nach: 222a, S. 101f
254a-255a wie: 61d
257a nach: 114b, S. 79f
258a nach: 104a, S. 828f
260a wie: 61d
261a nach: 104a, S. 578
262a wie: 63a
263a nach: 58a, S. 159ff
264a nach: 222a, S. 60f
266a nach: Annette und Wolfgang Armbrüster, Wir bringen die
Welt ins Gespräch mit der Liebe. Psalmen, Tagesgebete, Fürbitten,
Segen, Gebete für Kinder und andere Texte, © Presseverband
der evangelischen Kirche im Rheinland e.V., Düsseldorf
21997, S. 178f
Quellen
630
266b wie: 63a
267a-269a wie: 61d
270a nach: 104a, S. 877
270b wie: 61d
271a siehe 104a, S. 841
271b nach: 104a, S. 842
272a-273b wie: 61d
274a nach: 104a, S. 850
275a nach: 222a, S. 107f
276a nach: 58a, S. 129ff
277a wie: 61d
278a nach: 104a, S. 871
278b nach: 104a, S. 875
279a nach: Edward Scott, in: Mit Gottes Volk auf Erden. Ökumenischer
Fürbittkalender, in Verbindung mit: John Carden
u.a., hrsg. von: Hans-Georg Link, Frankfurt 1989, S. 202
280a nach: 68a, S. 39f
281a Gebet aus einem Gottesdienst der 1. Vollversammlung des
ÖRK in Amsterdam 1948, in: »Die ökumenische Reise«. Ein
Gottesdienst zum 50-jährigen Jubiläum des Ökumenischen
Rates der Kirchen, 20. September 1998, hrsg. von: Evangelisches
Missionswerk in Deutschland, Hamburg 1998, S. 11
281b wie: 61d
283f wie: 23-32
285 wie: 63a
286 nach: Vorentwurf einer revidierten Taufagende. Taufbuch der
Evangelischen Kirche der Union, Düsseldorf 1997, S. 87
287f nach: 286, S. 87
289a nach: 286, S. 86
290a wie: 63a
293f wie: 23-32
298a 104a, S. 956
298b aus: Wenn Himmel und Erde sich berühren, hrsg. von: B. Enzner-
Probst und A. Felsenstein-Roßburg, Gütersloh 1993, S. 148
303-306 wie: 23-32
309c wie: 63a
310a nach: Liturgie. Taschenausgabe, hrsg. von: Liturgiekonferenz
der evangelisch-reformierten Kirchen in der deutschsprachigen
Schweiz, Bern 1986, S. 36f
310b wie: 63a
311a wie: 61d
314c wie: 63a
314d nach: Frank Nie, in: Praxishilfe Taufe, hrsg. von: Ernst L. Fellechner
und Helmut Votava, Nidderau 1995, S. 240
315a nach: Frank Nie, in: 314d, S. 48
317-323 Book of Common Order of the Church of Scotland, Edinburgh
1994, S. 81ff; Übersetzung: Alfred Rauhaus
325-329 nach: 286, S. 56ff
331a nach: Stoodt-Neuschäfer in: 314d, S. 153
331b nach 314d, S. 47
331c nach: Helga Czysewski, in: 314d, S. 105
333a wie: 63a
333b nach: Hans R. Preuß, in: 314d, S. 31
334a wie: 63a
334b-335a nach: Ernst L. Fellechner, in: 314d, S. 138
335b nach: Lothar Zenetti, Texte der Zuversicht, München 1972,
S. 226
339-342 wie: 23-32
Quellen
631
348a nach: Entwurf Gottesdienstbuch für die Evangelische Kirche
der Union und für die Vereinigte Evangelisch-Lutherische
Kirche Deutschlands. Erneuerte Agende, Düsseldorf 1997, S.
662
348b nach: 348a, S. 663
348c wie: 63a
349a wie: 63a
355a wie: 63a
359b aus: 151b, S. 38
359c nach: 115a, S. 152
360a nach: 151b, S. 38f
361a nach: 151b, S. 39
361d aus: 151b, S. 40
362a nach: 115a, S. 289
362b nach: 348a, S. 543
363c nach: 104a, S. 933
365a aus: 104a, S. 944
367a nach: 151b, S. 603, 608, 612
368a wie: 63a
370a nach: 104a, S. 942 (Malabar-Gebet)
377a nach: Gebete. Revidierte Gebetstexte zu Agende I, in: Reihe
Gottesdienst 8/9, bearbeitet von der Lutherischen Liturgischen
Konferenz, Hamburg 1979, S. 188
377b nach: 104a, S. 893
377c Sylvia Bukowski, in: 151b, S. 669
378a nach: 151b, S. 651
380a nach: 104a, S. 896
380b aus: 348a, S. 606
380c nach: 104a, S. 899
380d aus: 348a, S. 608
380e aus: 348a, S. 608
380f nach: 104a, S. 908
381a aus: 348a, S. 609
381b-381e aus: 104a, S. 899
381f aus: 104a, S. 896
381g aus: 104a, S. 900
382a aus: 104a, S. 896
382b aus: 104a, S. 900
382c aus: 104a, S. 896
382d aus: 104a, S. 900
382e nach: 104a, S. 898
382f aus: 104a, S. 901
382g aus: 104a, S. 899
383a nach: 104a, S. 901
383b nach: 348a, S. 639, 640
383c nach: 348a, S. 640f
384a nach: 348a, S. 648, 649
387-389 wie: 23-32
393-395 wie: 23-32
397a wie: 63a
397b wie: 63a
398a nach: Konfirmation (reihe gottesdienst 18). Entwurf der
Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden
Bd. III, Teil: Konfirmation. Im Auftrag der Kirchenleitung der
VELKD hg. v. Lutherischen Kirchenamt, © Lutherisches Verlagshaus
1995, S. 187
398b nach: 398a, S. 189
398c wie: 61d
Quellen
632
399a wie: 63a
403a nach: 398a, S. 192
403b aus: 398a, S. 180
403c aus: 398a, S. 181
404a wie: 63a
404b nach: 398a, S. 198
405a nach: 398a, S. 195f
406a wie: 63a
409-412 Kreis der Herausgeber in Aufnahme eines Formulars des Synodalverbandes
Rheiderland der Evangelisch-reformierten Kirche
413a nach: 398a, S. 195f
415-417 Kreis der Herausgeber in Aufnahme eines Formulars der Ev.-
altreformierten Kirche
419a wie: 63a
423 wie: 23-32
425-427 wie: 63a
431-433 wie: 23-32
435c nach: 310a, S. 80
439b nach: Agende für die evangelisch-reformierten Gemeinden
der Lippischen Landeskirche, hrsg. von: Synode der Lippischen
Landeskirche, Detmold 1971, S. 80
440a 439b, S. 80
442c nach: Helga Czysewski, in: Praxishilfe Hochzeit, hrsg. von:
Ernst L. Fellechner und Helmut Votava, Nidderau 1995, S. 71
443a wie: 63a
443b wie: 63a
447-450 Kreis der Herausgeber in Aufnahme eines Formulars der Ev.-
altreformierten Kirche
451a wie: 61d
455-457 wie: 23-32
461b wie: 63a
462a wie: 63a
466a nach: 310a, S. 104
466b aus: Materialhefte der Beratungsstelle für Gestaltung von
Gottesdiensten und anderen Gemeindeveranstaltungen,
Heft 67: Trauerfeier / Beerdigung, hrsg. von: Hanne Köhler
und Arbeitsgruppe Gottesdienst, Frankfurt 1993, S. 83
466c aus: 466b, S. 84
467a nach: 310a, S. 104
467b nach: 310a, S. 105
473a nach: 68a, S. 85
474a nach: 466b, S. 111
474b nach: N.N., in: Praxishilfe Beerdigung, hrsg. von: Ernst L. Fellechner
und Helmut Votava, Nidderau 1994, S. 30
476b nach: Hanne Köhler, in: 466b, S. 140
477b nach: 466b, S. 108
478a nach: 466b, S. 148
483 nach: 466b, S. 248
487-489 wie: 23-32
493-503 Kreis der Herausgeber in Aufnahme der Arnoldshainer Ordnung,
der Ordnung der Lippischen Landeskirche und der
Ordnung der Evangelischen Kirche der Union
507-513 Kreis der Herausgeber in Aufnahme der Arnoldshainer Ordnung
517-523 Kreis der Herausgeber in Aufnahme der Ordnung der Ev.-
altreformierten Kirche
527-528 wie: 63a
531-535 Kreis der Herausgeber in Anlehnung an 103b, S. 240ff
Quellen
633
539 wie: 23-32
541-543 wie: 63a
547-553 Kreis der Herausgeber in Aufnahme der Ordnung der Ev.-altreformierten
Kirche
557-558 wie: 63a
563 wie: 23-32
565a wie: 63a
565b Annette Böckler, Erstveröffentlichung
566a nach: 104a, S. 61
566b wie: 63a
567a wie: 348a, S. 241
567b wie: 63a
568a aus: 104a, S. 81
568b wie: 565b
569a wie: 63a
569b Christian Zippert, in: 243a, S. 25
570a-570b wie: 565b
571a nach: 104a, S. 116
571b wie: 63a
572a-573a wie: 565b
573b Georg Weissel, in: 115b Nr. 1,5
574a-577a wie: 565b
577b nach: Meßbuch für die Bistümer des deutschen Sprachgebiets,
Kleinausgabe: Das Meßbuch deutsch für alle Tage des
Jahres, Freiburg 21988, S. 311, Nr.19
578a wie: 565b
578b-579a wie: 63a
579b nach: 104a, S. 205
580a-580b wie: 63a
581a nach: Lobe mit Abrahams Samen. Israel im evang. Gottesdienst.
Eine Arbeitshilfe, hrsg. von: Reinhard Buschbeck u.a.,
Heppenheim 1995, S. 35
581b nach: 581a, S. 36
581c wie: 63a
582a 104a, S. 218
582b-583a wie: 565b
583b wie: 63a
584a aus: 243a, S. 74
584b aus: 104a, S. 463
585a wie: 565b
585b nach: 104a, S. 257
586a nach: Kollektengebete (Neues für den Gottesdienst), hg. v. d.
Liturgischen Konferenz Niedersachsens in Verbindung mit
der Arbeitsstelle für Gottesdienst und Kirchenmusik Hannover,
© Lutherisches Verlagshaus, Hannover 21982, S. 54
586b-587a wie: 63a
587b wie: 565b
588a wie: 63a
588b-589a wie: 565b
589b nach: Huub Oosterhuis, Du bist der Atem und die Glut. Verlag
Herder, Freiburg 41982
590a wie: 565b
590b nach: 104a, S. 317
591a nach: 104a, S. 323

Published: December 2, 2014, 17:24 | Comments Off on Reformierte LITHURGIE-eine ordentliche Hilfe für die Einheit der Gemeinde, von ArchBishop Uwe AE.Rosenkranz
Category: AIIC DIOCESE, AiicDiocese, RMI, RMI-INDIA, ROSARY Brotherhood, Rosary Prayer

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